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Full text of "Revue suisse de zoologie"

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REVUE  SUISSE 


DE 


ZOOLOGIE 


liEYlË  SUISSE  DE  ZOOLOGIE 


DE   LA 


f  r 


SOCIETE     ZOOLOGIQUE    SUISSE 


ET   DU 


MUSÉE  D'HISTOIRE  [\AT11KELLE  DE  GENEVE 

PUBLIÉES    SOUS    LA    DIRECTION    DE 

Maurice  BEDOT 

DIRECTEUR    DU    MUSEE    d'hisTOIRE    NATURELLE 


AVEC   LA   COLLABORATION    DE 

MM.  les  Professeurs  E.   Béraneck  (Neuchâtel),   H.   Blanc  (Lausanne), 

A.  Lang  (Zurich),  Th.  Studer  (Berne),  E.  Yung  (Genève) 

et  F.  ZscHOKKE  (Bâie) 

ET   DE 

MM.  V.   Fatio,  p.  de  Loriol,  A.  Pictet  et   H.    de   Saussure 

Membres  de  la  Commissioa  du  Musée  d'Histoire  naturelle  do  Genève. 


TOME  8 

Avec   33   planches. 


GENÈVE 

IMPRIMERIE    W.    KUNDIG    &    FILS,    RUE    DU    VIEUX-COLLÈGE,    4. 

1900 


/  ^^-J 


TABLE    DES    MATIÈRES 


A'^"  1.  Sorti  de  presse  le  8  juin  1900. 

Pages. 

K.  Bretscher.  Mitteilung'en  uber  die  Oligochii^tenfauna  der  Schvveiz 

mit  Tafel  1.  2,  3 1 

M.    AuERBACH.    Die    Unterkieferdriisen    von   Mijoxus     muscardinus 

Schreber,  mit  Tafel  4  u.  5 45 

P.  DE  LoRioL.  Notes  pour  servir  à  l'étude  des  Echinodermes  (VIII) 

avec  les  planches  6  à  9 55 

iVo  2.  Sorti  de  presse  le  29  août  1900. 

G.  Vaney  et  A.  Comte.  Sur  un  Chondracanthide  nouveau,  parasite  de 

Clinus  arr/^?rto<?<s  Riss.,  avec  la  planche  10 97 

M.  DE  Bock.  Le  corps  cardiaque  et  les  amibocytes  des  Oligochètes  limi- 

coles,  avec  les  planches  11  et  12 107 

H.  RoTHENBÛHLER.  Zwcitcr  Bcitrag  zur  Kenntniss  der  Diplopodenfauna 

der  Schweiz,  mit  Tafel,  13 167 

Th.  Stingelin.  Beitrag-  zur  Kenntniss  der  Siissvvasserfauna  von  Celebes. 

Entomostraca.  Mit  Tafel  14 193 

N°  3.  Sorti  de  presse  le  4  décembre  1900. 

A.   Kaufmann.   Cypriden    und  Darwinuliden  der  Schweiz,  mit  Tafel 

lo-31    .' 209 

E.  ANDRii.  Organes  de  défense  tégumentaires  des  Hijalinia,  avec  la 

planche  32 425 

K.  BRET8CHER.  Slïdschweizerische  Oligochseten,  mit  Tafel  33  .    .    .    .  435 

J.  Roux.  Note  sur  les  Infusoires  ciliés  du  lac  Léman. 457 

V,  Fatio.  Deux  petits  Vertébrés  nouveaux  pour  la  Suisse  (Sorex pigmœus 

Pall.  et  Rnnagrœca  Boul.)  et  quelques  intéressantes  variétés.  467 

E.  Penard.  Essais  de  mérotomie  sur  quelques  Difflugies 477 


2874fi 


TABLE    DES    AUTEURS 


PAR 


ORDRE  ALPHABÉTIQITE 


André,  E. 
auerbach,  m. 

Bretscher,  K. 

Bretscher,  K. 
Bock,  M.  de. 

Fatio.  V. 
Kaufmann,  a. 
LoRiOL,  P.  de. 
Penard,  E. 
Rothenbùhler,  h. 

Roux,  J. 
Stingelin,  Th. 

Vaney,  C.  et  A.  Comte 


Pages. 

Organes  de  défense  tégu  mentaires  des  Hyalinia.  425 
Die   Unterkieferdriisen  von   Myoxiis  muscar- 

dinus  Schreber 45 

Mitteilungen   iiber  die  Oligochyetenfauna  der 

Schweiz 1 

Sûdschweizerische  Oligochseten 435 

Le  corps  cardiaque  et  les  amibocytes  des  Oligo- 

chètes  limicoles 107 

Deux  petits  Vertébrés  nouveaux  pour  la  Suisse.  467 

Cypriden  und  Darvvinuliden  der  Schweiz.   .    .  209 

Notes  pour  servir  à  l'étude  des  Echinodermes.  55 

Essais  de  météromie  sur  quelques  Difflugies  .  477 
Zvveiter  Beitrag  zur  Kenntniss  der  Diplopoden- 

fauna  der  Schweiz 167 

Note  sur  les  Infusoires  ciliés  du  lac  Léman.  .  457 
Beitrag  zur  Kenntnis  der  Siisswasserfauna  von 

Celebes 193 

,  Sur  un  Chondracanthide  nouveau 97 


Mitteilungen 

iibèr  die 


Oligochœtenfauna 


(1er  Scliweiz 


von 


Dr  K.  BRETSCHER 


Hierzu  Tafel  1-3. 


Aiich  im  letzten  Jalire  liess  icli  mir  angelegen  sein,  die  Beob- 
achtungeii  liber  die  Oligochaten-Fauna  imseres  Landes  fortzu- 
setzen.  Sieergabenwiederum  einige  intéressante  und  bemerkens- 
werte  Resultate,  anderseits  riickten  sie  einzelne  der  friiheren 
Mitteilungen  da  imd  dort  in  ein  etwas  anderes  Liclit. 

Die  Zahl  der  iinsere  Gewâsser  bewohnenden  Arten  liât  eine 
niclit  imwesentliche  Bereiclieriing  erfahren;  ilire  Besclireibiing 
folgt  im  speziellen  Teile  dieser  Arbeit. 

In  meinem  Beitrag  (4)  stellte  ich  ein  Yerzeiclinis  von 
31  Oligocliâten  des  Zliriclisees  aiif;  es  iiuiss  ziir  Zeit  iiin  die 
folgenden  z.  T.  neiien  Spezies  vermehrt  werden  ; 

1.  Ttihifex  Heuscherin.  s\^. 

2.  Homocliaeta  naidina  Br. 

3.  Chaetogasf er  Lanfji  Jjr. 

4.  Pachydrilus  Uneatus  ().  F.  ]M. 

Rev.  Suisse  de  Zool.  T.  S.  1900.  1 


2  K.    BRETSCHER. 

5.  Marionina  lobata  Br. 

6.  Encliytraeus  nigrina  n.  sp. 

7.  Fridericia  galba  Hoffm. 
S.  Henlea  StoUi  n.  sp. 

Homochaeta  naidina  Br.  (3)  habe  ich  neiierdings  im  Seebecken 
selber  gefunden. 

Die  vom  Wellenschlag  zusammengeworfenen  vermodemden 
Pflaiizenreste  erwiesen  sich  reich  an  Enchytraeiden,  deren 
Gesellschaft  an  verschiedenen  Orten  eine  abweichende  Zusani- 
mensetzimg  aufweist.  In  dem  in  solcher  Art  angehâuften  Détri- 
tus des  Katzensees  fanden  sich  andere  Spezies  als  am  Ufer  des 
Ziirichsees,  und  an  diesem  selbst  wecliselt  der  Bestand  von  Ort 
zu  Ort.  Nirgends  fehlend  und  hâufig  vorhanden  ist  hauptsâchlicli 
Encliytraeus  venir iculosiis  D'Udek.  Daraus  geht  hervor,  dass 
auch  jetzt  noch  die  Oligochâten  des  Ziirichsees  durchaus  nicht 
vollstândig  beschrieben  sind,  und  es  lâsst  sich  namentlich  auch 
vom  Obersee  eine  ordentHche  Yermehrung  des  Verzeichnisses 
erwarten. 

Durch  Herrn  D^'Waldyogel,  Landwirtschaftslehrer,  veran- 
lasst,  begann  ich  die  Durchsuchung  des  bei  Hombrechtikon  gele- 
genen  kleinen  Liitzelsees  ;  es  ist  ein  Torfsee.  der  eine  mit  den 
Torftiimpehi  des  Katzensees  iibereinstinnnende  Fauna  von  vorn- 
herein  erwarten  liess.  Doch  war  gerade  dièses  Becken  geei- 
gnet  zu  zeigen,  dass  man  an  neuen  Standorten  nicht  zu  sehr 
auf  anderwârts  gemachte  Beobachtungen  abstellen  darf.  Aller- 
dings  sind  eine  Reihe  von  Arten  namhaft  zu  machen,  die  beiden 
und  auch  dem  Ziirichsee  angehoren;  allen  drei  und  wenigstens 
letzterem  und  dem  Liitzelsee  gemeinsam  sind: 

Aeolosoma  Hemprichi  Ehrbg. 
Lmnbriculus  variegatus  0.  F.  M. 
Ttibifex  Heuscheri  n.  sp. 
»        rivulorum  Lam. 


OLIGOCH^TENFAUNA    DER   SCHWEIZ. 

JSfais  elinguis  0.  F.  M. 

»     harhata  0.  F.  M. 

»     Jacustris  L. 

»     serpentina  0.  F.  M. 

»     lurida  0.  F.  M. 
Fristina  longiseta  Elirbg.  '  -_ 

•Chaetogaster  diaphanus  Grtl. 

»  Langi  Br. 

Marionina  riparia  Br. 

Dagegen  war  eiiie  iieue  Naide,  Haemonais  WaldvogeU,  selir 
liâiifig,  von  der  ich  aiiiiehiiien  iiiuss,  dass  sie  weder  dem  Katzen- 
see  noch  dem  unteni  Teil  des  Ziirichsees  angehôrt  ;  das  intéres- 
sante Tier  hâtte  mir  wahrsclieinlich  doch  sonst  da  oder  dort  zu 
•Gesicht  kommen  mlissen.  Autïâllig  war  im  Liitzelsee  ferner  das 
starke  Zuriicktreten  der  Chaetogastriden  nach  Individuenzahl 
gegeniiber  den  beiden  andern  Seen,  wo  sie  sicli  an  Wasser- 
pflanzen  regelmâssig  und  in  grosser  Zahl  vortinden. 

Mit  Fachgdriliis  ^phagnetorum  Vejd.  stimmte  eine  fiir  die 
Schweiz  neue,  leider  nicht  geschlechtsreife  Enchytraeide  auffal- 
lend  iiberein,  so  dass  ich  dièse  Art  unbedenklicli  unserer  Fauna 
zurechne.  Es  braucht  wohl  kaum  betont  zu  werden,  dass  der  er- 
wâhnte  Liitzelsee  ausser  den  erwâhnten  Formen  auch  solche 
beherbergte,  die  wegen  rûckstândiger  Entwicklung  nicht  zu  be- 
stinnnen  waren. 

Eine  Exkursion  an  den  Greifensee  war  insofern  nicht  von  Er- 
folg  begleitet,  als  wegen  eines  heftigen  Windes  keine  Wasser- 
pflanzen  mit  ihrer  Fauna  erbeutet  werden  konnten.  Ich  musste 
mich  durchaus  auf  das  Ufer  beschrànken,  dem  ich  feuchten 
Schlamm,  Schilfmoder  und  Algenkhmipen  entnahm.  Immerhin 
enthielt  das  Material,  dem  ich  mit  sehr  geringen  Hotfnungen 
entgegentrat,  folgende  Arten  : 


K.    BKET8CHER. 


1.  Ltimhriculus  variegatus  O.F.M. 

2.  StyJodrUus  heringianus  Clap.  (neu  fiir  die  Ostschweiz,  bis- 

her  niir  vom  Genfersee  bekaimt). 

3.  Tuhife.r  sp. 

4.  Limnodrilus  sp. 

5.  Nais  elinguis  0.  F.  M. 

6.  Pristina  longiseta  Ehrbg. 

7.  »       equiseta  Bourne. 

8.  Enchytraeus  turicensis  Br. 

9.  »  nigrina  ii.  sp. 

10.  Henlea  ventriculosa  D'Udek. 

11.  »         StoUi  11.  sp, 

12.  AUurus  tetraëdrus  Sav. 

B&merkenswert  ist  in  dieseiii  Fuiide  das  Vorhandensein  von 
Stylodrïlus  Heringianus,  deii  ich  gerade  so  in  feuclitem  Schlamm 
vorkommend  traf,  wie  St.  gahretae  bei  Kiisiiacht  am  Zilrichseej 
imd  von  Pristina  eqtiiseta,  einer  Art,  die  dainit  iiberhaiipt  fur 
die  Schweiz  ziim  ersten  Maie  konstatirt  ist. 

Ob  dièse  nambaft  geinachten  Ditïerenzen  im  Faunenbestaiid 
der  genannteii  Seen  bei  einlâsslicherer  Untersuchiing  eine  Aiis- 
gleicliiing  erfaliren  oder  sich  aiich  aiif  weitere  Arten  erstreckeii, 
muss  die  Zukuiift  lebren.  Ziir  Zeit  ware  gewiss  jeder,  aiicb  der 
naheliegende  Schluss  verfriibt,  etwa  von  Lokalformen  sprechen 
zu  wollen.  Noch  fiir  Ijingere  Zeit  wird  man  sich  damit  begniigen 
miissen,  einfach  die  Tatsachen  zu  registriren,  um  erst  spater, 
wenn  einnial  ein  reicheres  Tatsachenmaterial  vorliegt,  daraus 
allgemeine  Gesichts])unkte  abzuleiten. 

Ein  weiterer  Aufenthalt  auf  der  Frutt  ini  Meldital  ermog- 
lichte,  die  Tierwelt  einiger  Bergseen  neuerdings  zu  untersuclieii, 
uiid  zeigte  wiederuiii,  dass  man  auch  in  kleinen  Gewasseni  zu 
verschiedener  Zeit  neben  bereits  bekannten  Fornien  docli  wieder 
neue  auffinden  kann,  und  dass  auch  sonst  die  tierischeGesellschaft 
ein  anderes  Verhalten  zeigt.  lui  klcMiien  Mekdisee,  den  ich  be- 


OLIGOCH^TENFAUNA  DER   SCHWEIZ.  5 

reits  vor  eiiiem  Jalir  ziemlicli  genau  durchsucht  hatte,  war  in 
erster  Liiiie  auffâllig,  dass  sich  die  Lumbriculus  varieqatus  und 
Emholoceplialus  plicatus  in  viel  geringerer  Zahl  unter  den  Stei- 
nen  am  Ufer  angesiedelt  hatten.  als  im  Yorjahr,  und  deswe- 
gen  ûberhaupt  viel  spârliclier  vorhanden  zu  sein  schienen.  Dièse 
Erscheinung  kann  begrlindet  sein  darin,  dass  sie  bei  der  etwas 
vorgeiiickteren  Jahreszeit  sich  mehr  in  den  Schlamni  des  See- 
grundes  verzogen  haben  ;  vielleicht  hat  der  ganze  Bestand  bei 
der  grossen  Trockenheit  im  Spâtsommer  des  Yorjahres  (1898) 
Not  gelitten  und  ist  zum  Teil  eingegangen;  zur  sichern  Ent- 
scheidung  gehen  zur  Zeit  die  notigen  Anhaltspunkte  volkonmien 
ab. 

Ein  Objekt  aus  deni  kleinen  Melchsee  ist  mir  in  diesem  Som- 
mer zum  ersten  Mal  zu  Gesicht  gekommen  in  der  unten  beschrie- 
benen  Bucliliohiaparvain.  sp. 

Als  Yertreter  der  Oligochat  enfauna  des  kleinen  Melchsees 
sind  zu  nennen  : 

1.  Lumbriciihis  variegatus  0.  F.  M. 

2.  Stylodrilus  Vejdovskyi  Benh. 

3.  Tuhifex  rivuloriim  Lam. 

4.  »      alpinus  n.  sp. 

5.  Limnodrïliis  Udekemianus  Clap. 

6.  EmholocephaJ us  plicatus  Rand. 

7.  Marionina  lohata  Br. 

8.  BuchJiolzia  parva  n.  sp. 

Im  grossen  Melchsee  fanden  sich  nur  die  ersten  vier  und 
EmltoJ.  2)licatus  vor  und  dièse  wieder  in  weit  geringerer  Zahl  als 
im  Melchseeli.  Man  wird  wohl  nicht  fehl  gehen,  in  der  niedrige- 
ren  Wassertemperatur  die  Ursache  dieser  Tatsache  zu  suchen. 
Der  letztere  ist  nâmlich  ohne  Zu-  und  Abtluss,  in  jenen  dagegen 
^rgiessen  sich  mehrere  wasserreiche  Bâche. 

Das  Hochtal  der  Frutt  zieren  ausserdem  noch  einige  Seen,  von 


b  K.    BRET8CHER. 

denen  ich  niir  den  westlichsten  Tamialpsee  noch  einigermassen- 
absuchte.  Aiicli  dieser  besitzt  weder  Zu-  iiocli  Abfluss,  hat  so 
flache  Ufer  wie  der  kleine  Melchsee;  die  Hôhenlage  beider 
ist  wenig  verscliieden,  Beide  haben  tiefen  Grimdschlamm  ;  der 
Taimalpsee  weist  in  diesem  viel  melir  pflaiizlichen  Détritus  auf 
als  letzterer.  Sein  Ufer  ist  ganz  iiberwachsen,  zuni  Teil  mit 
Schilf,  inid  scheint  dadiirch  eher  giinstigere  Existenzbedingungen 
zu  bieten  als  dieser  mit  seiner  kalilen  Uferzone.  Trotzdem 
liessen  sich  in  ilim  nur  Lumbricidus  variegatus  und  eine  En- 
cliytraeide  auffinden.  Eine  reichliche  Schlammprobe  entliielt 
von  beiden  je  ein  Exemplar.  Auch  die  iibrige  Tierwelt  war  viel 
spârlicher  vertreten  und  beschrânkte  sich  fast  lediglich  auf  In- 
sektenlarven.  Der  Tannalpsee  hat  mehr  den  Charakter  eines  Torf- 
sees,  der  dem  kleinen  Melchsee  durchaus  abgeht.  Ohne  Zweifel 
sind  in  solchen  die  Bildung  von  Sumpfgas  wie  der  Verbrauch 
von  Sauerstoff  bei  der  Zersetzung  des  organischen  Modders  be- 
trachtlich  grôsser  als  '  im  andern  Wasserbecken,  und  damit  die 
Existenzbedingungen  fiir  tierische  Bewohner  weniger  giinstig 
gestaltet.  Immerhin  ist  zu  sagen,  dass  die  Fauna  der  Torftiimpel 
in  der  Ebene  derjenigen  von  reinen  Schlammteichen  gewôhnlich 
nicht  erheblich  nachsteht  oder  ebenso  reich  ist. 

Neuerdings  konnte  konstatirt  werden,  dass  die  Naidomor- 
phen,welche  in  den  Seen  der  Niederung  einen  so  hervorragenden 
Bestandteil  der  gesamten — nicht  nur  der  Oligochâten-Fauna  — 
bilden,  in  diesen  hochgelegenen  stehenden  Gewâssern  absolut 
fehlen. 

80  viel  liber  die  «  limikolen  >  Formen  der  Seen  ;  dass  daneben 
auch  einzelne  Terrikolen  vertreten  sind,  wurde  schon  friiher  be- 
tont.  Es  ist  Allurus  tetraëdrus  mit  grôsster  Regelmàssigkeit  in 
jeder  Wasseransammlung  auch  im  Alpengebiete  zu  treffen. 

Die  Bodenfauna  weist  an  Oligochâten  Lumbriciden  und  En- 
chytraeiden  auf.  Bereits  friiher  (3)  habe  ich  liber  die  Menge  der 
erstern  einige  statistische  Angaben  gemacht,  und  es  folgen  nacli- 


OLlGOCH.ETENFArNA   DER   SCHWEIZ.  7 

stehend  einzelne  ahiiliche  Daten  liber  das  Voiiiandensein  von 
Enchytraeiden  iiii  Erdbodeu.  Von  frtiher  lier  war  niir  bekannt, 
dass  in  Cresta  im  Avers  (1950""  il.  M.)  ihreZahl  recht  gross  sein 
musse.  Herr  D'  Waldvogel  liatte  die  Giite,  mir  ans  der  iimmittel- 
bar  neben  dem  Dorfchen  gelegenen  Wiese  einen  Aushub  zuzu- 
senden,  den  ich  nun  aiif  seine  Bewohner  einer  sorgfâltigen  Unter- 
suchung  unterzog.Die  Oberflâche  des  Anshubes  war  20  xl  0,5  cm., 
die  Tiefe  8,5  cm,  Er  enthielt  45  Liimbriciden  iind  1620  Enchy- 
traeiden. Auf  1°^^  der  Wiesenllâche  macht  dies  liber  2000  Liim- 
briciden iind  liber  80,000  Enchytraeiden.  DieWirkhchkeit  liber- 
tritit  die  genannte  Zabi  jedoch  nicht  iinerliebhch.  Demi  einmal 
werden  beim  Zâhlen  der  kleinen  Wiirmer,  auch  wenn  eine 
starke  Liipe  benutzt  wird,  iiiimer  eine  Anzahl  iibersehen  ;  sodann 
finden  sie  sich  auch  noch  in  grôsserer  Tiefe  vor,  als  der  Aushub 
reichte.  Von  den  Lumbriciden  war  nur  AUolobopliora  rosea  be- 
stimmbar,  die  librigen  hatten  nocli  nicht  die  Geschlechtsreife  er- 
langt.  Auch  die  Enchytraeiden  bestanden  aus  mehreren  Arten, 
ausschhesslich  Fridericien. 

Die  Ohgochâten  inachen  an  dieser  Stelle  den  weitaus  ûber- 
wiegenden  Bestandteil  der  Bodenfauna,  ja  dièse  selbst  aus.  Zur 
Vergleichung  nahin  ich  noch  einige  solcher  Proben  vor,  so  : 

1.  Aus  eineni  Rasenplatz  im  Garten. 

2.  Aus  einer  mageren  Wiese  beim  Kâferholz  (Ziirich). 

3.  Aus  dem  Tannenwakl  im  Kâferholz. 

4.  Aus  eineni  Baumgarten  bei  Zurich. 

Die  Zusammenstellung  der  Befunde  ergiebt  folgende  kleine 
Tabelle. 

ZaJd  der  gefundenen  Ohjekte  : 

pro  im^ 
Oberflâche.       Lumbr.    Enchytr.  Lumbr.   Enchytr. 

N»  1.  (Garten)  cm.  10x21  6  106  300  5000 
»  2.  (Wiese)  »  10x14  10  116  700  8000 
»    3.  (Wald)       »  15X17   3    210   120   8000 


8  K.    BRETSCHER. 

Zahl  der  gefundenen  Ohjekte: 

pro  1™^ 
Oberflàche.       Lumhr.    Enchytr.  Ltinibr.   Enchytr. 

N"  4.  (Baiimgarteii)  cm.  15X11     12  27       720      1650 

»    5.  (Cresta)  »    20x10,5  45       1620     2200    80000 

Aucli  hier  bleiben  aus  den  bereits  erwâhnten  Griinden  die  Zah- 
len  unter  der  Wirkliclikeit.  Aiiftâllig  war  das  Ergebnis  N^  3  aus 
dem  Tannenwald.  Eine  Hiimusschicht  fehlt  fast  gâiizlich  ;  wegen 
dèr  iiiteiisiven  Beschattiuig  ist  von  weiterem  Pilanzemwuchs 
keiiie  Rede,  der  Boden  ist  diclit  mit  Taiiiiadeln  bedeckt  iind  doch 
hier  die  Zahl  der  Eiichvtraeiden  so  gross  wie  in  der  Wiese.  Ge- 
ringer  dagegen  erscheint  der  Bestand  an  Lumbriciden.  Im  Baum- 
garten,  der  allerdings  steinig  war,  aber  eine  tiefe  Humusdecke 
aufweist,  erscheint  Aviederum  die  Zahl  der  Enchytraeiden  sehr 
gering  gegenuber  den  andern  Fundstellen,  so  gering,  dass  man 
kaiim  eine  andere  als  rein  lokale  Ursache  der  Erscheinimg  an- 
nehmen  kann,  so  lange  nicht  neue  Beobachtungen  vorliegen.  Es 
diirfte  iiberhaupt  gewagt  sein,  aus  diesen  vereinzelten  Befunden 
Weiteres  zu  entnehmen,  als  dass  eben  zu  jener  Zeit  an  der  betret- 
fenden  Stelle  die  angegebenenVerhâltnisse  zu  konstatiren  waren. 

Erst  neueund  umfassende  weitere  Zahlungen  konnen  vielleicht 
einige  Gesichtspunkte  eroffnen  und  Gesetze  tiber  die  Verbreitung 
und  das  Yorhandensein  der  beiden  Oligochâten-Familien  erken- 
nen  lassen.  Solche  Zahlungen  sind  allerdings  sehr  zeitraubend 
und  mûhselig,  da  es  sich  dabei  doch  auch  noch  um  die  Diagnose 
der  Ohjekte  handeln  muss. 

Immerhin  beweist  der  Befund  aufs  neue,  dass  die  Enchytrae- 
iden die  Hôhenlagen  bevorzugen.  Trotzdem  wiirde  man  fehl 
gehen,  wenn  man  zum  Beispiel  in  Alpenweiden  durchweg  eine 
reiclie  Enchytraeiden-P'auna  voraussetzen  wollte.  Auf  dem 
Kautispitz  (2200'")  zum  Beispiel  fand  ich  nach  vielem  Suclien 
nur  zwei  Exemplare,  wâhrend  sie  auf  der  Frutt,  der  obern 
Sandalp,  der  Miirtschenalp  unter  gleichon  Yerhâltnissen  in  Menge 


OLIGOCH^TENFAUNA   DER   SCHWEIZ.  9 

hatteii  getroffeu  werden  koniien.  Jene  zwei  Exemplaie  waren 
eiiie  Fnderida,  die  nicht  gesclilet'htsreif  und  dalier  niclit  be- 
stiminbar  war  und  eine  Enchi/traeus-Art,  deren  vollstaiidige  Be- 
schreibung  und  Diagnose  nicht  gelingen  wollte. 

Die  Enchytraeiden  aus  dem  Garten  setzten  sich  zusammen  aus: 

Friderida  gcdba,  minuta,  bisetosa  ;  2  Ench'i/traeus- Arten, 
Anachaeta  Eiseni  Vejd.  und  Henlea  pratorum  n.  sp.  Die  Erde 
aus  der  Wiese  ani  Kaferberg  zeigte  Friderida  galba,  bisetosa, 
minuta,  Anachaeta  Eiseni und  nicht  geschlechsreife  Endiytraeus- 
Arten  ;  die  aus  deni  Wakle  Friderida  bisetosa,  galba,  minuta, 
Endi.  silvestris,  Anachaeta  Eiseni,  von  denen  ein  Exemplar 
ganz  mit  schniarotzenden  Nematoden  erfiillt  war.  Die  Erdprobe 
aus  dem  Baumgarten  lieferte  fast  ausschliesshch  Friderida 
galba,  wenige  Anachaeta  Eiseni  und  Enchjtraeus  sp. 

In  der  Erde  von  Cresta  waren  enthaken  Friderida  galba, 
Uchi,  humicola,  auriculata,  terrestris. 

Die  vorlâufige  Durchsicht  unter  dem  Mikroskop  hatte  hier 
nur  zwei  Arten  vermuten  lassen;  erst  beim  Zupfen  zeigte  es  sich 
dann.  dass  es  deren  mehrere  waren.  Es  ergiebt  sich  aus  den 
Befunden,  dass  Anachaeta,  die  im  Flachland  so  haulig  ist,  nicht 
in  die  Hôhe  steigt. 

Auch  beziiglich  der  Zusammensetzung  der  Bodenfauna  nach 
Gênera  und  Arten  ist  zu  sagen,  dass  die  Untersuchungen  erst 
begonnen,  aber  von  irgend  welchem  Abschluss  noch  weit  ent- 
fernt  sind. 

Die  Lebensweise  der  Enchytraeiden  ist  âhnUch  derjenigen  der 
Lumbriciden  und  in  ihrem  Darme  kann  man  neben  Ptianzenres- 
ten  auch  Erdteilchen  und  sogar  kleine  Steinchen  beobachten. 
Dass  sie  auf  das  Wachstum  der  Plianzen  einen  schâdigenden 
Eintluss  ausiiben,  ist  zu  bezweifehi.  Denn  eine  so  grosse  Zahl  von 
Tieren,  wie  sie  in  Cresta  vorhanden  sind,  mûsste  doch  auf  die 
Flora  sichtbar  einwirken.  Nun  ist  aber  daselbst  der  Graswuchs 
sehr  dicht  und  iippig,  so  dass  die  Annahme  durchaus  berechtigt 


10  K.   BRETSCHER. 

erscheint,  sie  beeintrâchtigen  zum  mindesten  das  Wachstum  der 
Planzen  nicht.  Oliiie  Zweifel  setzen  sie  das  Werk  der  Lumbrici- 
den  fort,  indem  sie  feinere  Gange  bohren  als  dièse,  die  Erde  iioch 
besser  verteilen  imd  durcli  Verzehren  voii  abgestorbenen 
Pilaiizeiiteilen  den  Stoffiimsatz  im  Erdboden  beschleimigen 
helfeii.  Es  wâre  gewiss  nicht  iinaiigebracht,  die  Bedeiitung  ihres 
Vorhandenseins  iind  ihrer  Tâtigkeit  fiir  das  Gedeihen  der 
Ptianzenin  âlinlicher  Art  diirchVersuche  nachzuweisen,wie  dies 
von  WOLLNY  (21)  iind  Mehmed  Djemil  (5,6)  fiir  die  Liimbri- 
ciden  geschehen  ist.  Und  der  wohl  begrtlndete  Vorschlag 
Hensens  (9),  bei  Bodenanalysen  auch  die  Zabi  dieser  letztern  in 
Beriicksichtigungzu  zieben,  diirfte  auch  auf  dièse  ihre  kleineren 
Verwandten  auszudebnen  sein,  so  weit  sie  wie  jene  eine  wesent- 
licbe  Bedingung  znr  Fruchtbarkeit  des  Erdbodens  darstellen. 

Allerdings  kônnen  die  Enchytraeiden  unter  Umstilnden  auch 
schadlich  werden:  bat  doch  Vejdovsky  nachgewiesen  (20),  das& 
sie  in  Bohmen  der  Ziickerriibenkuhur  in  bobem  Masse  zusetz- 
ten.  Eine  ahnliche  Beobacbtung  teilt  Friend  mit,  der  sab,  wie 
sie  Aster-  (7)  imd  Selleriekulturen  (8),  allerdings  zum  Teil  im  Ve-^ 
rein  mit  andern  Scbâdlingen,  zu  Grunde  richteten. 

Auch  tierische  Kost  verscbmâben  sie  nicht,  demi  sie  stellen 
sich  nicht  selten  an  verwesenden  Kadavern  geradezu  massen- 
baft  ein. 

AEOLOSOMATIDAE 

Aeolosoma  HempricJd  Ehrbg. 
Neuer  Fundort  :  Lûtzelsee. 


LUMBRICULIDAE 

Stylodrilus  gahretae  Vejd. 
KUsnacht,  am  Ufer  des  Zûrichsees. 

St.  heririf/ianus  Clap. 

Greifensee,  am  Ufer  des  Greifensees. 


OT.IGOCH^>TENFAUNA    DER   SCHWEIZ.  II 

St.  Vejdovshji  Beiili. 

Fundort  :  Melehsee  und  Melchseeli. 

Dies  ist  die  Luuibriciilide,  die  ich  schon  im  Vorjalire  gefun- 
den  habe  (4),  jedochwegen  riickstândiger  Entwicklungnichtbe- 
stimmen  konnte.  Die  Borsten  sind  durchweg  von  gleicher  Form 
imd  entsprechend  derjenigen,  die  Benham  (2)  fiir  St.  Vejdorskyi 
zeicbnet.  Beziiglich  eines  andern  Merkmales,  der  Nephridien- 
verhâltiiisse,  koniite  ich  niclit  mit  geniigender  Siclierheit  eiit- 
scheiden,  ob  sie  geiiaii  denen  der  geiiamiten  Art  entsprechen; 
siclier  aber  wiederholen  sich  die  Nephridien  iiiclit  in  jedem  Seg- 
ment in  der  praklitellaren  Korperregion,  sondern  sind  da  nur  zu 
wenigen  oder  in  einem  Paar  vorhanden.  Der  Pénis  erreiclit  nur 
V2--V3  des  Qiierdurclimessers;  Riickengefâss  nirgends  besonders 
erweitert  ;  Spermatheken  mit  scharf  abgesetzter  sackartiger  Er- 
weiterung.  Lymphkôrper  gross,  von  verschiedener  Form  und 
unregelmâssigen  Umrissen.  Die  Beborstung  und  Penislânge  diirf- 
ten  immerliin  fur  die  Diagnose  massgebend  sein. 


TUBIFICIDAE 

Tuhifex  Heiischeri  \\.  sp.  ïaf.  1.  Fig.  1-4. 

Lange  8-15  mm.  Segmente  c"  50. 

Prostomium  spitzig,  Vorderende  des  Korpers  driisig;  Habi- 
tus  ganz  âhnlich  dem  von  Tuhifex  rivulorum  ;  Giirtel  von 
Borsten  in  9  bis  Borsten  in  11,  dicht  und  kleindrtlsig, 

Borsten:  Dorsal  3-5  Haken-  und  ebenso  viele  lange  Haar- 
borsten;  jene  nicht  dicker  als  dièse,  oft  mit  einigen  Mittel- 
zâhnchen,  ventral  -4-5  Hakenborsten  mit  mittlerem  Nodulus, 
Form  wie  bei  T.  rivulorum. 

In  den  hintern  Segmenten  ist  die  Borstenzahl  in  einem  Biin- 
del  meist  geringer. 

In  10  ventral  ist  je  eine  Geschleclitsborste  von  charakte- 
ristischer  Form  vorhanden  (Fig.  1).  Sie  ist  etwa  zwei  mal  lân- 


12  K.    BRETSCHER. 

ger  als  die  ventralen  Hakenborsten  und  etwas  dicker  als  dièse, 
am  âusseni  und  iimern  Ende  leicht  geschweift,  die  mittlere  Par- 
tie gerade.  Vs  der  Borste  ragt  frei  nach  aussen  vor,  ein  doppelt 
so  langes  Stiick  liegt  unter  der  Korperoberflâche.  Das  distale 
Ende  lâuft  in  eine  Spitze  ans,  das  innere  Ende  ist  stumpf.  Bei 
scliarfer  Einstellung  ersclieint  der  Rand  der  âiissern  Borst  enpartie 
doppelt  konturirt,  dièse  also  rinnenformig  (Fig.  2  )  ;  an  der  subcu- 
tanen  Partie  konnten  keine  solchen  Konturen  wahrgenomnien 
■\verden.  (Da  keine  Qiierschnitte  angefertigt  wurden,  ist  die 
«rwâlmte  Modellirung  nicht  ganz  sichergestellt,  vielleicht  aucli 
blosse  Folge  von  Lichtbrechung).  Die  Stelle,  an  welclier  die 
Geschlechtsborste  die  Haut  beriibrt,  bildet  denMittelpunkt  einer 
zierlichen  Driisenrosette,  die  von  einem  feinen  Liniensystem 
kranzartig  umfasst  wird  (Fig.  1  ). 

Gehirn  breit  und  kurz,  vorn  viel  tiefer  ausgeschnitten  als  hin- 
ten;  von  der  breitesten  Stelle  an  konvergiren  die  Seitenrjinder 
stark  nach  vorn  und  hinten  ;  der  vordere  Seitenrand  ist  betrâcht- 
lich  kilrzer  als  der  hintere  (Fig.  4),  Bauchmark  in  -4  und  5  lappig 
Terbreitert. 

Magendarm  beginnt  in  6. 

Pulsirende  Seitengefâsse,  ein  Paar,  in  8. 

INIànnliche  Geschlechtsoffiumg  in  1 1  ;  Samenkanal  lang,  dick 
und  drilsig;  er  miindet  einfacb,  olme  irgend  welchen  Apparat, 
wie  einen  solchen  T.  riridorum  besitzt,  und  es  konnte  auch  in  aus- 
gestiilptem  Zustand  keine  Spur  irgend  welcher  Komplikation 
})eobachtet  werden.  Ein  Paar  Sanientrichter. 

Sperniatlieken  gross,  sackforniig,  mit  Driisen  dicht  besetzt, 
in  10. 

Sperniatophoren  bald  gerade,  bald  niehr  oder  weniger  gebo- 
gen,  mit  einem  abgerundeten  und  einem  spitzen  Ende,  ungefâhr 
vier  mal  langer  als  breit  (Fig.  3). 

Fuiubate:  Liitzelsee  und  Zûrichsee,  hâufig  als  Bewohner  des 
Grundschlannnes.  Aus  dem  Bodensee  erhielt  ich  dieersten  Tiere 


OLIGOCH^TENFAUNA   DER    SCHWEIZ.  1.^ 

(lieser  Art  schon  vor  einigen  Jahren  von  dem  bekannten  Limiio- 
logen  Herrn  Professer  D'  Heuscher,  dem  zu  Ehren  icli  die  Spe- 
zies  benenne. 

Die  vorstelieiide  Besclireibimg  ist  allerdings  nocli  liickenhaft. 
doch  diirfte  sie  genugen,  uni  das  Tier  zu  identifiziren  ;  es  soll  niein 
Bestreben  sein,  die  Beschreibung  nach  Môglichkeit  zu  vervoll- 
standigen. 

Tuhifex  alpimis  n.  sp.  Taf.  1.  Fig.  8-10. 

Im  Melchsee  und  Melchseeli  auf  der  Frutt  fanden  sicli  zwei 
verschiedene  Tubificiden  vor,  von  denen  die  eine  ohne  Zv^eifel 
einer  neuen  Spezies  angehort,  die  andere  aber  mit  der  vielge- 
staltigen  Tuhifex  rivulorum  Lam.  identisch  sein  diirfte.  Beide 
tragen  in  den  vordern  Borstenbiindein  ventral  nur  Haken-,. 
(btrsal  dagegen  Haar-  und  Hakenborsten  mit  Mittelzâlmclien, 
in  8  liegt  bei  beiden  das  kontraktile  Seitengefâss  ;  die  Lage  der 
Geschlechtsorgane  wie  des  Giirtels  ist  ebenfalls  bei  beiden  iiber- 
einstimmend  und  entspricht  der  von  T.  Heuscheri.  Die  neue 
Art,  die  ich  mit  dem  Namen  T.  ulpinus  belege,  zeigt  eine  viel 
reichere  Beborstung  in  den  dorsalen  Bimdeln  als  T.  rivulorum; 
es  sind  nâmlich  hier  die  Haarborsten  nicht  nur  iiberaus  krâftig, 
wohl  zwei  mal  so  dick  am  basalen  Ende  als  die  Haken-  resp. 
Gabelborsten  und  drei  bis  vier  mal  langer,  sondern  sie  sind  auch 
wenigstens  in  den  vordern  Segmenten  zu  6-8  pro  Biindel  vor- 
handen;  in  den  liinternist  ihre  Zabi  geringer.  Diezwischenjenen 
liegenden  Gabelborsten  sind  verhilltnismâssig  schwach,  leicht 
S  formig  gebogen,  mit  ganz  schwacher  Anschwellung  im  àussern 
Drittel  (Fig.  9  und  10).  Die  beiden  Zinken  der  Endgabel  verlaufeii 
fast  parallel,  sind  gerade  (also  nicht  hakig  nach  aussen  umge- 
bogen)  und  tragen  zwischen  sich  einige  schwache  Mittelzâhnchen. 
Dièse  Borsten  schienen  in  einigen  Btindeln  auch  ganz  zu  fehlen 
und  ihre  Zahl  ist  geringer  als  die  der  Haarborsten.  Zur  Ver- 
gleichung  ist  die  Abbildung  der  Hakenborste  aus  vordern  Seg- 


14  K.    BRET8CHER. 

meiiten  von  T.  rivulormn  aus  deni  Melchseeli  ebenfalls  beige- 
geben  (Fig.  5),  bei  der  die  Haarborsten  am  Grunde  diinner  sind 
âls  die  Hakenborsten.  Beide  Arten  differiren  auch  in  der  Form 
der  Spermatheken.  Bei  T.  alpinus  sind  sie  nâmlich  lang  sack- 
fôrmig.  mit  scharf  abgesetztem  und  fast  ebenso  langem  Kanal 
(Fig.  8),  wâhrend  bei  T.  rivulormn  dieser  alhnâlig  in  jenen 
tlbergeht.  Jene  enthielten  keine  Spermatophoren,  dagegen  die  der 
letztern  Art  (Fig.  6).  Sie  zeichnen  sich  aus  durch  ihre  Lange, 
und  ihr  eines  Ende  ist  in  charakteristischer  Weise  zugespitzt 
(Fig.  7). 

Ich  finde  in  ihrem  Aussehen  ziemliche  Ûbereinstimmung  mit  der 
Abbildung,  die  Vejdovsky  (in  17)  fiir  coccineus  gibt,  und  die 
er  (in  19)  mitrivulorum\eremigt.  Genitalborsten  felilenbei  bei- 
den  Arten. 

Da  auch  hier  keine  Schnittpràparate  liber  die  Endapparate 
der  Samenleiter  vorliegen,  muss  die  Ergânzung  der  Diagnose 
weitern  Beobachtungen  ûberlassen  bleiben. 

Limnodrilus  Udekemianus  Clap. 
Neuer  Fundort:  kleiner  Melchsee. 


NAIDOMORPHA 


NaisbarhataO.  F.  Mtill. 
Hiiutig  im  Liitzelsee. 

K  elwf/uis  0.  F.  Mull. 

Haufig  im  Liitzelsee  und  im  (Ireifensee. 

N.  serpentina  0.  F.  Miill. 
Im  Liitzelsee. 

N.  lurida  Timm. 
\\\\  Liitzelsee. 


OLIGOCH^TENFAUNA   DER   SCHWEIZ.  15 

N.  appendiculata  D'Udek. 

Neu  fiir  die  Schweiz  ;  in  den  Tumpeln  im  Hard. 

Pristina  longiseta  Ehrbg. 
Im  Greifensee,  Liitzelsee. 

F.  equiseta  Bourne. 
Im  Greifensee. 

Naidium  uniseta  n.  sp. 

Lange  ohne  Sprosszone  3-4  ^^'^. 

Segmente  bis  zur  Sprosszone  16. 

Kopflappen  spitzig,  Tastliaare  konnten  niclit  beobachtet 
werden. 

Augen  felilen. 

Borsten  :  Dorsal  je  1  Haar-  und  1  Hakenborste  mit  2  gleich 
grossen,  gerade  vorgestreckten  Zahnen;  jene  kurzer  als  der 
Querdurchmesser  des  Tieres  und  aile  von  gleicher  Lange. 
Ventral  4-5  Hakenborsten  von  der  gewôhnliclien  Form. 

Der  Osophagus  geht  allmâlig  in  den  Magendarm  uber,  dieser 
ist  erst  in  8  deutlich  ausgesprochen,  ohne  kropfartige  Erwei- 
terung. 

Lvmphkôrper  kugelig,  aus  kleinen  Granulae  bestehend,  wie 
bei  Nais  elinguis. 

Blut  gelbrot,  in  den  vordern  Segmenten  sind  spârliche  Gefâss- 
schleifen  vorlianden;  eine  geht  von  2  dorsal  schrâg  ruckwârts  in 
4  zum  Bauchgefâss,  eine  andere  ist  in  5. 

Erster  Nephridientrichter  in  8,  Nephridium  in  9. 

Naidium  lideum  0.  Schm. 

Wird  15  "1"^  lang  mit  42-30  Segm.  und  hat  dorsal  Haken- 
borsten von  verschiedener  Form;  die  Haarborsten  sind  oft 
fehlend,  ailes  Momente,  welche  wohl  die  Berechtigung  zur  Auf- 
stellung  einer  neuen  Spezies  dartun  durften.  Hiezu  kommt  die 


16  K.    BRETSCHKR. 

Anordiiung  der  Gefâssschlingen,  ferner  der  Mangel  von  Drtisen 
auf  dem  Prostomium  bei  dieser  Art. 

Fundort:  In  einem  Wassergraben  in  Sumpfwiesen  zwisdien 
Orlikon  und  Alïbltern  ;  in  zwei  Exemplaren  gefiinden. 

Hâmonais  WaldvogeJin.  g.  n.  sp.  Taf.  1.  Fig.  11-14. 

Lange  5-12  '""i;  Segmente  40-60. 

Lebhaft  beweglich  ;  sehr  kontraktionsfâhig  ;  nach  seinen  Be- 
wegungen  kann  das  Tier  leicht  mit  einem  kleinen  Egel  ver- 
wechselt  werden. 

Fârbimg  rotbraiin. 

Kopflappen  spitzig,  driisig,  mit  Tastliaaren  besetzt,  die  am 
Hinterende  fehlen. 

Aiigen  fehlen. 

Borsten  :  Ventral  zu  2-3,  in  den  vordei'n  Segmenten  gerader 
und  diinner  als  in  den  hintern;  Nodiilus  bei  jenen  mehr  in  der 
Mitte,  bei  diesen  wenig  innerhalb  des  âiissern  Drittels  ;  in  8  sind 
sie  dicker  als  in  den  iibrigen  Segmenten;  die  vordere  Form  geht 
allmâlig  in  diehintere  tiber;  bei  beiden  sind  dieHaken  lang,  der 
untere  doppelt  so  dick  als  der  obère  (Fig.  11).  Dorsal  je  eine 
Haken-  iind  eine  wenig  lângere  steife  Haar-  resp.  Spiessborste  ; 
selten  ist  von  der  einen  oder  andern  noch  eine  zweite  vorhanden. 
Sie  treten  erst  im  12.  bis  20.  Segment  oder  noch  weiter  hinten 
auf.  Die  Hakenborste  ist  stark  S  lormig  gekriinnnt,  dick,  der  No- 
dulus  im  distalen  Drittel  und  die  beiden  Gabeln  lang,  spitzig 
und  gleich  dick  (Fig.  12). 

Lymphkôrper  rund,  hyalin. 

Gehirn  hinten  und  vorn  breit  ausgebuchtet  oder  eingeschnit- 
ten,  bedeutend  breiter  als  lang  (Fig.  13). 

Erster  Ne])ln'idi('ntri(liter  in  4,  oder  in  !)  oder  10;  hinter  dem 
Septum  eine  braune  Anschwellung;  Kanal  mit  grossen  einzelli- 
gen,  ganzhellen  Drtisen  besetzt. 


OLIGOCH.ETENFAUNA   DER    SCHWEIZ.  17 

Mageiidariii  in  5  bej;iiiiieii(l,  mit  braiiiieii,  fast  schwarzen  ( /lilo- 
ragogenzellen  besetzt  ;  solche  koiinen  iibrigeiis  aucli  in  (1er  Pha- 
ryngealregion  voiiiandeii  sein  und  ihre  Oltropfenim  Prostomium 
sicli  vortinden. 

Der  Amis  liegt  nicht  ganz  terminal,  sondern  wie  bei  Nais  elin- 
guis  liber  einer  ventralen  Phitte. 

UngesclilechtlicheVermebrung  durch  Sprossmig;  gescblechts- 
reife  Tiere  wiirden  nicht  beobachtet. 

Von  besonderem  Interesse  erscheint  das  Gefasssystem,  dass  in 
seiner  reichen  Entwickknig  an  das  Verhiiltnis  bei  den  Tubiiici- 
den  erinnert  und  mit  dem  dunkelgefârbten  Darme  die  Fârbung 
des  ïieres  bedingt.  Die  Gefassschleifen  der  hinteren  Segmente 
sind  verzweigt  und  bilden  ein  lockeres  HaïUkapilLarnetz.  Durch 
Anwendung  eines  Pressoriums  gehngt  es  nicht  allzu  schwer, 
die  komphzirten  Verhàltnisse  des  Kreislaufes  in  den  vordern 
Segmenten  am  lebenden  Objekte  zur  Anschauung  zu  bringen 
(Taf.  1.  Fig.  14).  Es  geht  hier  je  nn  zweiten  Segment  ein  starker 
unpaarer  Ast  (I)  vom  Piûckengefass  aus  nach  unten,  der  in  eine 
das  Bauchgefâss  und  den  Darm  umfassende  Ringschleife  iibergeht. 
Von  dieser  aus  ziehen  nach  oben  und  iinten  je  ein  diinner  Kanal  an 
ein  unter  der  Hautuniskelschicht  gelegenes  Piinggefàss  (II),  das 
seinerseits  meist  mit  dem  Bauchgefâss  kommunizirt.  Jedem  Seg- 
ment kommt  ein  solches  dtinnes  Ringgefâss  zu,  und  sie  stehen  in 
den  verschiedenen  Segmenten  mit  einander  in  Verbindung  durch 
ebenso  en'ge  Lângskanale,  die  aile  parallel  von  vorn  nach  hinten 
verlaufen  und  in  grosser  Zabi  vorhanden  sind.  Die  Art,  wie  sie 
in  die  Ringkanâle  eintreten,  ist  unregelmassig,  indem  sie  schon 
mit  dem  nâchst  hintern  konnnuniziren  oder  in  ein  weiter  ruck- 
wârts   gelegenes  einmiinden.  Nicht  aile  Ringkanâle  verbinden 
sich  mit  dem  Bauchgefâss,  sondern  sie  kônnen  einfach  in  einen 
Lângskanal  tlbergehen  (III)  oder  mit  einem  solchen  durch  kurze 
Seitenzweige  verbunden  sein  (IV).  Zu  betonen  ist,  dass  in  der  spe- 
ziellen  Anordnung  ein  ziemlicher  Wechsel  stattzuhaben  scheint, 

Rev.  Suisse  de  Zool.  T  8.  1900  2 


18  ,  K.    BRETSCHER. 

also  nicht  in  jedem  Falle  die  genau  entsprecheiiden  Bilder  sich 
zeigen.  Es  gelaiig  mir  nicht  zu  ermitteln,  wie  weit  nach  liinteu 
dièse  eigentûmliche  Anordnung  sich  erstreckt. 

Fimdort:  Liitzelsee  bei  Hombrechtikon,  sehr  hâufig;  jedoch 
nicht  Avahrend  des  ganzen  Sommers  anziitreffen. 

Ich  wâhlte  die  Bezeichnung  wegen  des  merkwiirdigen  Kreis- 
laiifes.  Ziierst  beobachtete  ich  das  Tier  in  Material,  das  mir  Herr 
Landwirtschaftslehrer  Dr.  Waldyogel  zugesandt  hatte,  weshalb 
ihm  die  Art  dedizirt  wurde. 

Dero  Perrieri  Bousf. 

Tiimpel  im  Hard  bei  Akstetten. 

Ckaetogaster  LangiBr.  Taf.  1.  Fig.  15. 

Der  in  3  gegebenen  Beschreibiing  ist  nichts  WesentUches  bei- 
zufligen,  als  dass  die  Zabi  der  Borsten  in  den  einzehien  Bûndehi 
bloss  drei  betragen,  auch  anf  sechs  ansteigen  kann.  Fig.  1 5  stellt 
die  Formdes  Gehirnesdar.  Friihernur  iniKatzenseebeobachtet, 
ist  die  Art  aber  anch  hâufig  im  Ztirichsee  und  Egelsee. 

ENCHYTRAEÏDAE 

Die  Untersuchimg  der  Enchytraeiden  erfolgte,  soweit  die 
Durchsichtigkeit  der  Objekte  es  gestattete,  am  lebenden  Tiere. 
^Vo  dièse  nicht  ausreichte,  wurde  zum  Mittel  des  Zupfens  gegrif- 
fen.  BeiundurchsichtigenFormen  musste  letztere  Méthode  allein 
Anwendung  finden  und  nach  den  so  gewonnenen  Prâparaten  wurde 
weitaus  der  grôsste  Teil  der  hieher  gehiirigen  Zeichnungen  ge- 
wonnen.  Ihre  Herstelhnig  erfolgte  mit  Htilfe  des  Prismas,  uni  sie 
moghchst  objektiv  und  den  Tatsachen  entsprechend  zu  gestalten. 
Ergânzungen  und  Korrekturen  daran  wurden  auf  ein  Mininmm 
beschrânkt,  und  nur  soweit  die  Symmetrie  etwa  solche  erforderte. 

Icli  verhehle  mir  keineswegs,  dass  die  Durchsicht  der  hier  be- 
schriebenen  Arten  den  Eindruck  erwecken  kann,  als  ol)  mit  der 


OLIGOCH^vTENFAUNA   DER   SCHWEIZ.  19 

Aiifstellimg  neiier  Arteii  verscliwenderisch  vorgegangen  wordeii 
sei.  Es  werdeii  aucli  wolil  spiiter  wieder  einzelne  derselben  ein- 
gezogeii  oder  mit  aiidern  vereinigt  werden  miissen.  Die  iiieisten 
der  lieu  beschriebeneii  Arteii  wareii  von  mir  urspriiiiglich  zu 
sclioii  bestelieiideii  da  iiiid  dort,  wenn  auch  iiicht  ohiie  Zwaiig, 
untergebracbt  wordeii.  Daim  aber  niusste  doch  die  Ûberleguiig 
Platz  greifeiî,  dass  in  solcherWeise  einergenauen  P'ormenkennt- 
iiis  wenig  Yorschiib  geleistet  werde.  die  bei  dem  dennaligen 
Stand  der  Fachwissenschaft  noch  nicht  allzmveit  gedieben  ist. 
Gerade  aus  diesem  Grimde  fehlt  ja  auch  ein  genauerer  Massstab 
dafiii'j  welches  Mass  von  Differenzen  die  Aufstellung  einer  neuen 
Art  rechtfertigt  oder  erfordert.  Je  genauer  dièse  aber  festgesetzt 
werden,  desto  eher  wird  ein  solcher  Massstab  nach  und  nacli  zu 
gewinnen  sein.  Ich  habe  bei  diesem  Vorgehen  die  Verschieden- 
heit  in  der  Beschaffenheit  der  Spermatheken  und  Xe})liridien 
gegeniiber  den  librigen  systematisch  wertvollen  Organen  wie 
Gehirn,  Speicheklrlisen,  Samentrichter  in  den  Yordergrund  ge- 
stellt.  Fur  die  erstern  môchte  ich  darauf,  ob  der  Kaiial  dick  und 
kurz  oder  dilnn  und  lang  sei,ob  seine  Mthidung  Drusen  aufweise, 
wieder  mehr  Wert  setzen,  als  auf  die  genaue  Zahl  der  Seiten- 
taschen  (bei  Fridericien)  namentlich  bei  den  Arten,  die  deren 
viele  besitzen.  Immerhin  wird  die  Austattung  mit  solchen  ohne 
Zweifel  wieder  mehr  in  Betracht  fallen  als  die  eben  beriihrten 
Yerhâhnisse  des  Kanals,  wenn  dièse  nicht  sehr  ausgesprochen 
zu  Tage  treten. 

Bei  den  Nephridien  diirfte  die  Austrittstelle  des  Endkanais  vor 
allem  wichtig  sein  neben  dem  Umstand,  ob  das  Anteseptale  nur 
ein  einfacher  Trichter  oder  schon  vom  gewundenen  FHmmer- 
kanal  durchzogen  ist. 

Bei  meinen  Zupfprâparaten  scheint  sich  mir  ein  grundsâtzHch 
verschiedenes  Yerhahen  der  Samentrichter  zu  ergeben  ;  die  einen 
namhch  tragen  einen  weiten  Kragen,  an  den  sich  der  Trichter 
alhnahg  sich  verengernd  anschhesst,  bei  den  andern  ist  jener  eng, 


20  K.    BRETSCHER. 

der  Tricliter  erweitert,  imd  dièses  Merkinal  an  konservirten  Tie- 
reii  dtirfte  wolil  ebenso  wichtig  sein  als  das  Verhaltnis  der  gan- 
zen  Liinge  des  Organs  zu  dessen  Breite. 

Ob  beii)i  Gebirn  mehr  Wert  aiif  dessen  Umriss  zu  setzen  ist 
als  auf  das  Liingen-  und  Breitenverhâltnis,  ^Yage  ich  nicht  fiir 
jeden  Fall  zu  entscheiden;  meistens  wolil  wird  der  erstere 
Punkt  Yon  grôsserer  Bedeutung  sein. 

•  Sclion  Vejdovsky  bat  auf  die  Speicbeldriisen  als  spezifisches 
Merkmal  grossen  Wert  gesetzt  und  nauientlicb  konstatirt,  ob  sie 
unverzweigt ,  einfach  oder  mehrfacb  gegabelt  oder  quastenformig 
sind. 

Neben  ail  den  erwabnten  Merknialen  verdienen  gewiss  die 
Borstenzahl  eines  Biindels  und  namentlicb  die  Segmentzahl  der 
Individuen  weniger  Beriicksicbtigung. 

Ich  sehe  ab  von  derErwâbnungderubrigenUnterscbeidungs- 
merkniale  in  der  Hoffnung,  dass  ein  gewiegter  Kenner  der  Fa- 
niilie  die  Frage  nach  dem  systematischen  Wert  aller  spezifischen 
Eigentiindichkeiten  einer  eingehenden  Erôrterung  unterziehe. 
Es  liegt  auf  der  Hand,  dass  es  sicb  bei  obigen  Betrachtungen  nur 
um  dièse  «  Spezifica  »  innerhalb  der  von  Michaelsen  aufgestell- 
ten  und  allgemein  anerkannten  Gênera  handeln  kann. 

Wie  vieler,  welcher  und  in  welchem Masse  abweichender  Merk- 
uiale  es  jeweilen  bedarf.  uni  eine  neue  Art  zu  cbarakterisiren,  ist 
z.  Z.  noch,  so  lange  keine  eingehenden  bezliglichen  Untersuch- 
ungen  vorliegen,  ganz  dem  subjectivenErmessenanheinigestellt. 

Eine  Notiz  von  Michaelsen  in  seiner  SyHopsis  p.  16  (11), 
fidn't  niich  dazu,  noch  einer  Beobaclitung  liber  das  Vorkonnnen 
von  Encliyti-aeidenErwàhnungzutun.  Er  bat  Mesenchytraen  an 
eineni  Orte  nicht  mehr  gefunden,  wo  sie  frtiher  nicht  selten  gewe- 
sen  waren.  und  hiilt  ihr  damaliges  Vorkommen  nicht  fiir  nonnal. 
Àhnliches  ist  mir  nun  schon  so  oft  bei  Landbewolniern  sowohl, 
als  bei  Wasser  liebenden  Formen  vorgekommen,  dass  icli  ein 
Wiederfiiulcn  fruherbeobachteter  Tiere  am  gleichen  Orte  kaum 


OLIGOCH^ETENFAUNA   DER   SCHWEIZ.  21 

mehr  erwarte.  Gar  nicht  selteii  fallt  eiiiem  statt  des  gesuchten 
Alten  etwas  Neiies  in  die  Hânde,  und  es  ist  jeweilen  selir  schwer 
oder  unmôglich.  sich  liber  die  Ursachen  der  Veraiiderung 
Recheiiscliaft  zu  sebeii. 


o^ 


Mesencliytraeiis  mimocliaetus  w.  sp.  Taf.  2.  Fig.  17. 

Lange  8-10""".  Segmente  c/'  40. 

Borsten  sigmoid,  zu  5-7  ventral,  2-3  dorsal;  in  5,  6  und  7  vent- 
ral nur  je  eine  einzelne  oder  noch  eine  zweite  als  Ersatzborste,  die 
doppelt  so  dickj  aber  wenig  langer  sind  als  die  ilbrigen  Borsten  ; 
in  4  und  8  entsprechen  sie  durcliaus  denen  der  iibrigen  Seg- 
mente ;  die  grossen  Borsten  treten  also  unvermittelt  auf. 

Haut  dick  und  derb. 

Kopfporus  nahe  der  Spitze  des  Prostoms. 

Gebirn  vom  mit  spitzem  Einschnitt,  binten  schwach  einge- 
bucbtet,  Seitenrander  parallel  oder  elier  nach  binten  konver- 
girend,  1-1  V2  mal  langer  als  breit.  Bauchmark  vorn  reclit  breit. 

Lymphkorper  navicellenartig,  an  beiden  Enden  zugespitzt, 
scliwach  granulirt,  klein;  in  8-11  sind  sie  meist  in  grosser  Zabi 
angesammelt. 

Der  Osophagus  gebt  albnalig  in  den  Magendarm  iiber  und  die 
€hloragogenzellen  treten  scbon  in  5  auf. 

Bhit  bellgelb. 

Nepbridien  mit  schmalem  Anteseptale  und  breitem  Postseptale, 
an  dessen  einer  Seite  einer  langer  Lappen  sicb  ansetzt,  wabrend  an 
der  andern  der  lange  diinne  Endgang  austritt.  Fig.  17. 

Fundort  :  Katzensee,  in  Scbilfmoder  am  Ufer. Weil  die  Objekte 
niclit  geschlechtsreif  waren,  —  ich  babe  sie  im  Laufe  des  Som- 
mers  mebrfach  aufgesucht,  obne  sie  je  in  diesem  Zustande  zu 
treffen,  —  kônnen  keine  Angaben  iiber  das  Clitellum,  die  Samen- 
trichter  und  Spermatbeken  gemaclit  werden.  Eben  deswegen 
wâre  es  wohl  aucb  nicbt  ricbtig,  die  oben  beschriebenen  grossen 
Borsten  als  Geschlecbtsborsten  zu  bezeicbnen. 


22  -K.    BRETSCHER. 

Die  Yerwandtscliaft  dieser  Art  mit  M.  setosus  Micli.  (12)  ist 
unverkennbar,  die  Difierenzen  bezieheii  sich  auf  die  Form  des 
Geliirns  iiiid  iiamentlich  der  Nepliridien,  fenier  auf  die  grossen 
Borsteii,  die  bei  setosus  mit  allmaligem  Ûbergang  auftreten  mid 
aufhCn'en. 

PachydrUus  spliafjnetonim  Yejd. 

Lange  8^™.  Segmente  c"  45. 

Borsten  S  formig,  ventral  zu  3,  dorsal  2-3. 

Kopflappen  driisig  ;  das  ganze  Tier  selir  diirclisichtig. 

Lymplikôrper  grosse  runde  Sclieiben,  fein  und  diclit  punktirt. 
mit  Kern. 

Gehirn  hinten  wenig  eingebuchtet,  Seitenrânder  nach  voru 
konvergirend,  zwei  mal  langer  als  breit. 

Eiickengefâss  entspringt  in  15. 

Bliit  gelblich. 

Nephridien  mit  kleinem  Anteseptale  ;  das  Postseptale  ist  ein 
grosser  langer  Zapfen,  an  dem  der  ebenso  lange  Endkanal  nahe 
am  Dissepiment  aiistritt. 

Fundort  :  Liitzelsee. 

Ebenso  wie  Prof.  Vejdovsky  fand  icli  das  Tier  nie  in 
geschleclitsreifem  Ziistande. 

Paclujdrihis  Hneatus  0.  F.  ]M. 

Fundort:  Wollishofen,  in  PHanzenmoder  am  Seeufer. 

Dièse  Art  ist  neu  fur  die  Schweiz.  Die  Ûbereinstimmung  der 
gefundenen  Objektemit  der  Beschreibung  von  Michaelsen  (Id) 
und  Ude  (16)  ist  vollstandig  bis  auf  die  Kanâle  der  Spermathe- 
ken;  ich  fand  dièse  nur  kurz  und  so  dick  wie  die  Taschen  resp. 
Samenrâume. 

Mariortina  riparia  Br. 

Neuer  Fundort  :  Liitzelsee. 

Die  hier  gefundenen  Objekte  zeigten  einen  im  Vergleich  zur 


OLIGOCH.ETENFAUNA   DER   8CHWE1Z.  23 

Diagiiose  (3)  kiirzeren  Samentricliter,  (1er  nur  etwa  zwei  mal 
langer  ist  als  breit,  iind  die  Spermatheken  trageii  an  der  Miln- 
dimg  zwei  Driisen. 

Marionina  lohata  Br.  Taf.  1.  Fig.  16. 

Dièse  Art  ist  bereits  in  nieiner  letzten  Publikation  (4)  als  Facliy- 
drilus  lobatiis  aufgefiihrt.  Da  niir  zur  Xachuntersuchung  ein 
reicliliclies  Material  zur  Verfiiginig  stand,  enipfielilt  es  sich,  eine 
vollstàndigere  Beschreibung  nochmals  folgen  zu  lassen. 

Lange:  6'"^".  Segmente:  23,  24. 

Farbe  :  blass  bràiinlichgelb. 

Borsten  :  ventral  zu  4-9,  dorsal  zu  2-8,  sigmoid. 

Kopfporus  in  "/i . 

Giirtel  :  Driisen  eckig,  in  Querreihen,  mit  freien  Zwischenfel- 
dern. 

Ljinplikorper  gross,  hyalin,  breit  oval  bis  rund,  undeutlich 
gekornelt. 

Gehirn  hinten  tief  eingeschnitten,  zwei  mal  so  lang  als  breit, 
Seitenriinder  nach  vorn  konvergirend,  oft  mit  scharfen  Hinter- 
und  Seitenecken.  Bauchmark  in  3  und  4  lappig  nach  hinten  aus- 
gezogen,  oft  so  stark  wie  in  Fig.  16. 

Blut  rotlich:  das  Riickengefass  entspringt  postklitellial. 

Nephridien  mit  kleinem  Anteseptale,  grossem  breitem,  rund- 
lichemPostseptale;  der  diinne  Ausfiihrungskanal  ist  langer  als 
dieser  und  tritt  seitlieh  an  dessen  Hinterende  aus. 

Hoden  einfach,  massig. 

Samentrichter  klein,  blass,  zwei  bis  drei  mal  langer  als  breit, 
Kragen  deutlich;  Kanal  lang  und  vielfach  verschlungen,  mit 
kugehger  Prostatadruse. 

Spermatheken  mit  langem  Kanal  und  etwa  dreimal  kiirzerem 
spindelformigem  Samenraum. 

Die  vorderen  Segmente  tragen  je  in  2  Reihen  angeordnete 
rotlich  gefârbte,  lange  und  schmale  Driisen. 


24  K.    BRETSCHER. 

Fundort:  kleiner  Melchsee  im  Schlamm;  vermodernde  Scliilf- 
haiifen  am  Ziirichsee  bei  Kûsnacht, 

Die  Durchsicht  eines  weitern  Materials  aus  dem  erst  genann- 
ten  See  flilirt  micli  dazii,  die  Spezies  Pacht/drilus  angidatus  (3) 
mit  31.  lobata  zu  vereinigen.  Es  faiiden  sicli  Exemplare  vor  mit 
eckigem  Geliirn  iiiid  den  ausgesprocheiieii  Lappen  des  Bauch- 
marks  in  3  und  4,  andere  mit  melir  geriindeter  Hirnform  iind 
weiiiger  deutlicli  verlângertem  Bauchmark  u.  s.  w.  Die  iibrigeii 
Merkmale  stimmen  bei  den  beiden  aufgestellt-en  Arten  so  gut 
ii])erein,  dass  einer  Verschmelzung  nichts  im  Wege  steht. 

Biidiliolzia  parva  n.  sp. 

Lange  2-4™'^,  Segmente  gegen  20. 

Borsten  zu  drei,  sehr  kràftig,  S  fôrmig  gebogen. 

Von  einem  Gilrtel  konnte  icb  keine  Spur  beoljachten. 

Lympbkorper  gross,  oval  bis  rund,  fein  gekôrnelt, 

Gehirn  hinten  gerade  abgestutzt,  uacb  vorn  konvergirend, 
Yorderrand  konkav,  fast  zwei  mal  langer  als  breit. 

Blut  gelblich  oder  rôtlich. 

Nephridiiim  mit  grossem  Anteseptale  und  wenig  grôsserem 
Postseptale,  Endkanal  dick^lang  und  gegen  das  Dissepiment  liin 
entspringend. 

Samentricliter  in  7,  gross,  wohl  vier  mal  so  lang  als  breit, 
Samenleiter  sebr  lang. 

Spermatheken  mit  langem  Kanal,  der  allmalig  in  eine  ebenso 
lange  birnformige  Enveiterung  ubergebt,  dienicht  mit  dem  Darm 
kommunizirt. 

Fundort:  kleiner  Melchsee. 

Trotz  wiederholten  Suchens  konnte  icli  nur  weniger  Exem- 
])lare  dieser  neuen  Art  habhaft  werden  und  es  muss  die  Yervoll- 
stiindigung  der  Diagnose  aufneue  Funde  abgestellt  bleiben.  Die 
Lage  der  Samentricliter  und  die  Borstenfonn  sprechen  fiir  die 
Zuteilung  zum  Genus  BuMoJzia. 


OLIGOCH^TENFAUNA    DER    SCHWEIZ.  25 

Encliytraeus  turiœnsis  Br. 

Es  enipfielilt  sicli,  die  in  3,  p.  401  gegebeiie  Diagnose  (1er  Art 
zu  wiederholen,  da  in  Folge  reichlicher  Funde  eine  genligende 
Gelegenlieit  zur  Naclmntersucliung  der  Art  gegeben  war. 

Lange  5-8™"i.  Segmentzalil  20-35. 

Borsten  gleich  lang,  gerade,  dorsal  zu  zwei,  ventral  zu  drei 
per  Biindel. 

Kopfporus  "A- 

Giirtel  mit  kleinen  punktfurniigen  Driisen  dicht  besetzt,  oder 
die  Driisen  sind  eckig,  mit  grossen  freien  Zwisclienfeldern,  in 
Querreihen  angeordnet.  (Der  erstere  Zustand  bezeichnet  wohl 
eine  vorgeschrittene  Entwicklung  und  das  Ende  der  Geschlechts- 
periode). 

Lvmphkôrper  gross,  breit  oval  bis  rund,  grob  und  zerstreut 
granulirt. 

Chloragogenzellen  dicbt  mit  hellen  (  )ltropfen  erfiillt. 

Gehirn  gross,  hinter  das  erste  Borstenpaar  reichend,  fast  zwei 
mal  langer  als  breit,  liinten  konvex,  Seitenrânder  nach  vorn  be- 
deutend  konvef  girend. 

Drei  Paar  Septaldriisen. 

Der  Osophagus  geht  allmâlig  in  den  Magendarm  iiber. 

Speicheldriisen  darmâhnlich,  lang,  unverzweigt. 

Blut  hell;  Riickengefâss  entspringt  in  14,  also  postklitellial. 

Segmentalorgane  :  Prâseptale  klein,  bloss  aus  dem  Trichter 
bestehend;  Postseptale  gross,  dicht  driisig  und  dunkel  gefârbt, 
Ausfiihrungsgang  hinten  seitlich  entspringend,  dick  und  so  lang 
wie  dièses. 

Samentrichter  klein,  hôcbstens  zwei  mal  langer  als  breit,  Kra- 
gen  deutlich  abgesetzt  und  etwa  V^  des  ganzen  Trichters  einneh- 
mend,  Kanal  sehr  lang  und  vielfadi  yerschlungen. 

Spermatheken  mit  kugeligem  oder  spindelfôrmigem  Samen- 
raum,  der  nahe  am  Darm  gelegen  ist,  und  mit  langem  Kanal. 


26  K.    BRETSCHER. 

Fimdorte  :  Ziirichsee.  bei  Wollisliofen  am  Ufer,  hâufig  m 
Moder. 

Kiisnacht,  in  Schilfmoder  am  Ufer  ;  ebenso  am  Greifensee. 

Enchytraeus  nigrina  n.  sp. 

Lange  2-4"™.  Segmente  20-25. 

Farbe  weiss  und  dunkel,  qiier  gestreift. 

Borsten  zii  1-3  per  Biindel,  aile  gleich  lang,  innen  nmge- 
bogen. 

Giirtel  mit  grossen,  eckigen,  in  Querreihen  angeordneten  Drii- 
sen  mit  grossen  Zwiscbenfeldern  ;  Driisen  grobliornig. 

Lymphkorper  sind  gross,  grobkôrnig,  dunkel  bis  schwarz  ge- 
fârbt,  mit  hellem  Kern  ;  sie  veriirsadien  den  Schein  einer  Strei- 
finig  des  Tieres,  indem  die  Stellen  schwarz  erscheinen,  wo  sie  in 
grosserer  ]Menge  angehauft  sind;  die  librigen  Kôrperpartien 
sind  dagegen  glilnzend  weiss. 

Geliirn  kaiim  langer  als  liinten  breit,  hier  gerade  abgestutzt 
oder  ganz  wenig  eingebuchtet. 

Chloragogenzellen  gross. 

Ptilckengefâss  entspringt  postklitellial. 

Nephridien  mit  kurzem,  breitem  Anteseptale;  Postseptale 
drei  bis  vier  mal  langer,  Ausfiihrungskanal  hinten  seitlicli  ent- 
springend,  breit  und  kurz,  nur  lialb  so  lang  als  das  Postseptale. 

Samentricliter  zwei  bis  drei  mal  langer  als  breit,  klein,  Kragen 
deutlich,  Kanal  lang,  mit  Prostatadriise  anderâiissernMiindung. 

Spermatheken  mit  einer  dem  Darm  aiifsitzenden  kugeligen 
Erweiterung  als  Samenraum,  Kanal  einfadi,  drtlsenlos,  etwa 
zwei  mal  langer  als  dieser. 

Die  Bewegungen  des  Tiercliens  im  Wasser  sind  steif,  faden- 
wurmahnlich. 

Fundorte  :  bei  Wollishofen  inid  Kiisnacht  am  Zurichsee,  am 
Greifensee,  iiberall  im  PHanzenmoder  am  Ufer  und  hier  hâufig 
vorhanden. 


OLIGOCH.ETENFAUNA   DER   SCHWEIZ.  27 

Encliytraeiis  silvestrls  ii.  sp. 

Lange  ô"^"».  Segmente  33. 

Farbe  weiss. 

Borsten  gross,  zu  2,  liinten  dorsal  auch  nur  1. 

Giirtel  deiUlich,  Driisen  nindlicli,  in  Qiierreihen,  mit  grossen 
freien  Zwischenfeldern. 

Gehirn  fast  zwei  mal  langer  als  breit,  hinten  gerade,  Seiten- 
rânder  nacli  vorn  wenig  konvergirend, 

Osopbagus  allmalig  in  den  Magendarm  ubergehend. 

Speicheldrtisen  lang,  darmartig,  imverzweigt. 

Riickengefass  entspringt  in  10. 

Nephridien  mit  grossem  Anteseptale,  das  von  Kanâlen  durch- 
zogen  ist  ;  Postseptale  wobl  drei  mal  langer  als  breit  ;  Endkanal 
breit  und  liinten  ans  diesem  tretend;  wegen  der  Grosse  des 
ganzen  Segmentalorgans  ist  er  nacli  vorn  umgebogen. 

Samentricliter  kaum  langer  als  breit,  Samenleiter  lang,  weite 
und  unregelmâssige  Schleifen  bildend  und  in  grosse  Prostata- 
driise  endend. 

Spermatheken  mit  langem  Kanal,  an  der  Mûndung  mit  nie- 
drigen  Driisen  besetzt;  Samenraum  eine  einfaclie,  schwache 
Erweiterung,  die  nahe  dem  Darme  gelegen  und  in  diesen  ver- 
schmâlert  ist. 

Fundort:  Kaferberg  bei  Ziirich,  in  derErde  im  Tannenwald. 

Frklerida  hisetosa  Lev. 

Hieher  recline  icli  Fridericien,  die  icli  in  der  Umgebung  von 
Ziirich  fand,  und  die  im  gesamten  innernBaumit  dervonUDE  (16) 
gegebenen  Beschreibung  sehr  gut  ûbereinstimmen,  mit  Ausnalime 
der  Samentrichter,  die  icli  zwei  bis  sogar  vier  mal  langer  als 
breit  fand,  und  der  Borstenzahl,  die  in  den  vordern  Segmenten 
vier.  hinten  inir  zwei  per  Biindel  betrug.  Die  Art  ist  in 
der  Schweiz    weit   verbreitet,  denn  auch   auf  der  Frutt  beo- 


28  K.    BRETSCHER. 

baclitete  ich  zugehôrige  Objekte.  Zu  erwâlinen  ist  immerhin, 
dass  die  Borsten  durchweg  die  normale  Fonn  besasseii  und 
durcliaus  nicht  dem  Abfallen  nahe  scbienen  oder  an  Lunibrici- 
den-Borsten  erinnerten,  wie  dies  Ude  angiebt. 

Fridericia  rjaJba  Hoffm. 

Zu  den  in  2  angegebenen  Fundorten  kommen  neu  hinzu: 
Wollishofen,  in  Pflanzenmoder  am  Ztiricbsee  ;  iiberdies  fand  sich 
die  Art  hâiitig  in  den  Erdproben  ans  dem  Garten  und  der  Wiese 
bei  Ziiricli,  von  dem  Kâferberg  und  aus  Cresta. 

Fridericia  Udei  Br.  Taf.  2.  Fig.  27-33 

Dié  in  4  gegebene  Diagnose  sei  mit  einigen  Ergânzungen 
und  Skizzen  wiederliolt  : 

Lange  15-20""",  schlank.  Segmente  gegen  60. 

Farbe  weiss,  Darm  dunkel  durcb  die  Haut  scheinend. 

Borsten  zu  4-6,  gerade,  innere  kûrzer,  innerste  nur  halb  so 
gross  wie  die  aussern. 

Giirtel  dicht  driisig,  ohne  oder  mit  freien  Zwischenfeldern, 
Driisen  in  Querreihen;  âusserlicb  tritt  ernur  undeutlich  hervor. 

Kopfporus  zwischen  Pro-  und  Peristom. 

Lymphkorper  gross,  oval  bis  rund. 

Piiickenporen  von  7  an  vorhanden. 

Gehirn  1  y,  mal  langer  als  breit,  vorn  konkav,  hintenkonvex, 
Seitenrânder  parallel  oder  leicht  nach  hinten  konvergirend. 

Speicheldriisen  vielfach  verzweigt. 

Segmentalorgane  ndt  grossem  Anteseptale,  das  Postseptale 
ist  bis  zwei  mal  grôsser,  der  breite  Austubrungsgang  entspringt 
nahe  am  Dissepiment. 

Samentrichter  1  Vj  ^^i^  ^'^^'^i  ^"^1  ^^  ^^^^'^  '^^^  \)YQ\i,  Kragen 
niedrig  und  enger,  Samenleiter  sehr  lang  und  mit  grossen  Pro- 
statadriisen. 

SjX'rmatheken  mit  6  kugeligen,  sitzendenNebentascben,  Kanal 
dtiini,  lang  und  mit  zwei  Driisen  an  seiner  Miindung  besetzt. 


OLIGOCH^TENFAUNA    DER   SCHWEIZ.  29 

Baiiclimark  iiii  letzteii  Giirtel-  iiiid  deii  beideii  fulgendeii  8eg- 
menten  je  mit  grosser  Verbreiteruiig. 

Fimdorte:  Ffiitt  (Melchseegebiet),  Baretsweil  unter  vermo- 
dernden  Tannadeln,  Cresta  im  Avers,  liaufig. 

Fridericia  anfardica  Bedd.  Taf.  2.  Fi  g.  18-26. 

In  3  habe  ich  die  Abweichimgen  iiotirt,  die  sich  bei  meineii 
Objekteii  von  Beddard's  Beschreibuiig  (1)  ergaben.  Uni  die 
Vergleichung  mit  den  folgenden  Arten  zu  ermôglichen,  gebe  ich 
die  Zeichnungeii  der  systematisch  wichtigen  Merkmale  nacli 
meinen  Zupfprâparaten  mit,  ohne  weitere  Angaben  damit  zu  ver- 
kniipfen.  Es  sei  niir  noch  erwâhnt,  dass  die  Samentrichter  mei- 
stens  nur  zwei  bis  drei,  nicht  drei  bis  vier  mal  langer  als  breit 
sind. 

Fridericia  Beddardi  n.  sp.  Taf.  2.  Fig.  34-38. 

Lange  15"^"\  Segmentzalil  um  55. 

Borsten  zu  4-6.  innere  kiirzer  und  diinner  als  die  âussern 
eines  Paares. 

Haut  dick  und  derb. 

Giirtel  deutlicb  entwickelt,  Driisen  in  Querreilien  mit  freien 
Zwischenfeldern. 

Lympbkorper  oval  bis  rund,  grosse,  dicht  kornige  Sclieiben 
mit  Kern. 

Gehirn  wenig  langerais  breit, Seitenrander  naclivorn  konVer- 
girend,  Hinterecken  abgerundet,  liinten  fast  gerade  und  voni 
schwach  konvex. 

Speiclieldriisen  gross,  deutlich  verzweigt;  die  Enden  dieser 
Àstclien  sind  schwach  angeschwoUen. 

Nephridien  bestehen  aus  grossem  Anteseptale  und  wenig  grô- 
sserem  Postseptale,  an  dem  der  Ausfiihningsgang  dicht  am  Disse- 
piment  entspringt. 

Samentrichter  zwei  mal  langer  als  breit,  Kragen  breit,  niedrig, 


30  K.    BRETSCHER. 

aber  deiitlicli  abgesetzt,  Samenleiter  sehr  lang,  in  Prostatadrilse 
mlindend. 

Spermatheken  mit  einem  Kanal.  der  iiahezii  zweimal  langer 
ist  als  der  Sanienraum  und  an  der  Mlindung  einzelne  einzellige 
Drûsen  trâgt.  von  denen  zwei  beobaclitet  wurden;  Samenraum 
mit  gegen  zehn  sitzenden  Nebentascheu,  die  diirch  je  einen  wei- 
ten  Kanal  mit  jenem  verbiinden  sind.  Ich  fand  die  Zabi  der  Sei- 
tentasclien  an  den  beiden  Spermatbeken  von  demselben  Indivi- 
duum  verscliieden  an  Zabi. 

Fundort:  in  Alpenweiden  der  Frutt  und  vom  Panixerpass. 

Von  F.  antarctica  ist  dièse  Art  abweicbend  durch  den  kiirzern 
Samentricbter,  die  geringere  Zabi  der  Seitentascben  an  den 
Spermatbeken,  die  bier  aucb  breiter  am  gemeinsamen  8amen 
raum  aufsitzen,  und  den  langern  Kanal  dièses  Organes,  die  Form 
des  Gebirnes  und  die  angescbwollenen  Enden  der  Zweige 
der  Speicbeldrilsen. 

Fridericiahumicolan.  sp.  Taf.  2,  Fig.  39-43. 

Lange  10"^"^  Segmente  c"  50. 

Borsten  ventral  6,  dorsal  4,  innere  kleiner  als  die  aussern. 

Giirtel  deutlicb,  dicbt  driisig.  in  Querreiben,  jedocb  obne  freie 
Felder  zwiscben  den  Drûsen. 

Geliirn  1  V.,  '>tler  zwei  mal  so  lang  als  breit,  binten  konvex, 
Seitein-jinder  parallel.  Yorderrand  mebr  oder  weniger  vorge- 
\v()lbt.  Baucbmark  im  bintern  Giirtel-  und  den  beiden  folgenden 
Segmenten  verbreitert. 

Nepbridien:  Antese])talenabezuso  gross  wie  das  Postseptale, 
Endkanal  in  der  Mitte  zwiscben  dem  Dissepiment  und  dem  Hin- 
terrande  des  Postseptale  entspi'ingend  oder  diesem  etwas  mebr 
genabert. 

Samentricbter  etwa  1  '/^  mal  langer  als  breit,  mit  deutlicb  al)- 
gesetztem  Kragen,  Kanal  sebr  lang  und  in  Prostatadriisen  miin- 
dend. 


OLIGOCH.ETENFAUNA    DER   SCHWEIZ.  31 

Spermatheken  mit  kurzem,  iiacli  iiinen  dickerwerdeiidem  Ka- 
nal,  der  an  der  Muiiduiigvoii  eiiiigen  grosseii  einzelligen  Driiseii 
umstellt  ist  ;  Saineiiraiim  gross,  biriiforinig,  mit  zwei  grossen, 
kurzgestielteii  Nebentascheii. 

Fundort  :  auf  der  Frutt  in  Alpenweiden  Cresta  im  Avers  in 
Alpenwiesen. 

In  4  ist  dièse  Art  als  F.  Perrieri  angegeben,  mit  der  sie  im 
Aussehen  der  Spermatlieken  mit  zwei  Nebentaschen  zienilicli 
iibereinstimmt.  Xeu  gefundenes  und  reichliclieres  Material  ge- 
stattete  eine  einlâsslichere  Nachprûfung  um  so  mehr,  als  Objekte 
aus  dem  Avers  liinziikamen.  Sie  gab  nun  Yeranlassung,  die 
friihere  Diagnose  auf  Perrieri  aufzugeben  und  eine  neue  Art 
aufzustellen. 

Fridericia  frtittensis  n.  sp.  Taf.  3.  Fig.  44-49. 

Stimmt  mit  der  vorliergehenden  Art  in  vielen  wesentlichen 
Punkten  iiberein,  so  in  der  Form  des  Gehirns,  dem  Aussehen 
der  Samentrichter,  dem  Besitz  von  Prostatadrusen  und  den  drei 
Anschwelknigen  des  Bauchmarks  im  letzten  Gurtel-  und  den 
beiden  folgenden  Segmenten.  in  der  Beschatï'enlieit  der  Gurtels 
und  der  Borstenzahl.  Die  Dilierenzen  beziehen  sich  auf  : 

1"  die  Nephridien:  das  Anteseptale  ist  so  gross  wie  das  Post- 
septale,  der  Endgang  entspringt  dicht  am  Dissepiment. 

2*^  die  Spermatlieken  :  der  Kanal  ist  durchweg  gleich  dick  und 
fast  zwei  mal  langer  als  der  Samenraum,  der  hier  wenig  erweitert 
ist,  und  zwei  ebenso  breite  Seitentaschen  besitzt  ;  die  Mundung 
des  Kanals  tragt  eine  (vielleicht  auch  zwei)  sehr  grosse  Druse. 

Speicheldrusen  wenig  verzweigt. 

Fundort  :  Frutt. 

In  der  Form  der  Spermatlieken  stimmt  die  Art  mit  F.  Per- 
rieri Vejd.  uberein.  weicht  jedoch  von  ihr  ab  in  den  Speichel- 
drusen, Nephridien  und  Samentrichtern  (18). 


32  K.    BRETSCHER. 

Fridericia  alpitiula  n.  sp.,  Taf.  3.  Fig.  50-53. 

Stimmt  mit  F.  Immicola  iiberein  in  den  Borstenverhiiltnissen, 
der  Grosse  iind  Segmentzahl,  der  Form  von  Gehirn  und  Samen- 
trichter  wie  in  den  drei  flligelfcirmigen  Verbreiterungen  des 
Bauchniarks  in  der  Gegend  des  Gûrtels.  Aucli  die  Form  der 
Spermatheken  entspriclit  ganz  derjenigen  von  Immicola,  dagegen 
tragen  sie  hier  vier  (vielleiclit  flinf)  kugelige,  kleine  Seiten- 
taschen;  im  Nephridiiim  ferner  ist  das  Postseptale  grôsser  als 
das  Prâseptale,  und  der  Endkanal  tritt  hinten  ans  jenem  lieraus. 

Fundort:  Frutt  in  Melchtal. 

Wenn  sich  anch  die  angegebenen  Diiïerenzen  nur  auf  die 
Spermatheken  nnd  Nephridien  beziehen,  so  scheinen  sie  doch 
wichtig  genug,  die  AutsteHung  einer  neuen  Art  zu  begriinden. 

Fridericia  auricuJcda  n.  sp.  Taf.  3.  Fig.  54-58. 

Lange  12"™;  dlinn  und  schlank. 

Segmente  50-60. 

Borsten  vorn  zu  4,  hinten  nur  zu  2  ;  in  den  vordern  Biindehi 
sind  die  inneren  Borsten  ktirzer. 

Giirtel  deuthch,  vortretend,  dicht  drûsig,  Driisen  in  Quer- 
reihen. 

Kopfporus  in  7'  • 

Lymphkorper  gross,  breit  oval  und  dicht  granuhrt. 

Gehirn  fast  zwei  mal  langer  als  breit,  Seitenrânder  parallel, 
Vorderrand  und  Hinterrand  konvex. 

Bauchmark  in  den  Segmenten  3,  4,  5  je  mit  kurzer  vorderer 
und  hinterer  lângerer  Anschwellung.  Fig.  57. 

Septaldrtisen  in  drei  Paaren  vorhanden. 

Speicheldrtisen  darmartig,  mit  einigen  Verzweigungen  am 
Hinterrande. 

Riickengefâss  entspringt  postklitellial. 

Samentrichter  wenig  langer  als  breit.  Kragen  schmaler  und 
wenig  hoch;  Samenleiter  lang,  mit  Prostatadriise. 


OLIGOCH^TENFAUNA   DER   SCIIWEIZ.  38 

Spermatlieken  mit  laiif^em  Kanal,  zwei  bis  dreinial  langer  als 
der  Sameiirauiu,  dieser  mit  zwei  grossen,  durch  diimieren  Hais 
mit  ilim  verbiiiidenen  Nebentasclien  ;  an  der  Miindung  des  Ka- 
nals  einige  (zwei  beobaclitet)  Drilsen. 

Nephridien  mit  grossem  Anteseptale,  Postseptale  zwei  mal 
grusser;  der  Ausfiilirungsgang  entspringt  seitlicli  vor  dessen 
Hinterrand. 

In  einem  Exemplar  fand  ich  einen  ûberaus  langen  Kanal  der 
Spermatlieken,  mid  die  krâftigen  Borsten  zu  4-6  per  Biindel. 

Fimdort:  Cresta  im  Avers,  in  der  Wiese  beim  Dorfchen, 
hâufig. 

Dièse  Art  von  F.  bisetosa  Lev.  resp.  von  den  von  mir  zu  letz- 
terer  gereclmeten  Objekten  abziitrennen,  veranlassen  midi  die 
verscliiedene  Form  der  Samentricliter,  der  Spermatlieken  und 
der  Nepbiidien. 

Fridericia  minuta  n.  sp.  Taf.  3.  Fig,  59-62. 

Lange  10-12"™.  Segmente  gegen  60. 

Borsten  zu  4-6  per  Biindel,  innere  ein  wenig  kleiner  als  die 
âussern. 

Lymphkorper  rundlicli. 

Gehirn  fast  zwei  mal  langer  als  breit,  oval,  vorn  konkav,  Hin- 
ter-  und  Seitenrand  nach  aussen  gebogen. 

Speiclieldriisen  spârlich  verzweigt. 

Piiickengefass  entspringt  postklitellial. 

Nephridien  mit  grossem  Anteseptale,  wenig  grôsserem  Post- 
septale, der  Endkanal  tritt  nahe  a  m  Dissepiment  aus. 

Samentrichter  schlank,  drei  mal  langer  als  breit,  Kragen 
gross  und  breiter  als  dieser,  Samenleiter  lang,  mit  grosser  ova- 
1er  Prostatadriise. 

Spermatlieken  mit  zwei  grossen  Seitentaschen,  die  so  breit 
sind  als  der  Samenraum,  Kanal  lang  und  ohne  Driisen  an  der 
Miindung. 

Rev.  Suisse  de  Zool.  T.  8.  1900.  3 


34  K.    BRET8CHER. 

Fuiidort:  Wiese  am  Kâferberg,  Garteu  bei  Zurich. 

Die  Yergleicliiiiig  der  Figuren  von  dieser  Art  mit  denen  von 
F.  auriculata  ergibt  leicht  die  erlieblichen  Abweichiingen  beider 
von  einander, 

Fridericia  terrestris  n.  sp.  Taf.  3.  Fig.  63-68. 

Lange  12'"™;  diinn  und  schlank.  Segmente  etwa  50. 

Borsten  zu  4 — 6  in  den  vordern  Segmenten,  innere  bedeutend 
kleiner,  hinten  auch  nur  3  oder  2. 

Ein  Griirtel  konnte  nicht  beobachtet  werden. 

Ljmphkôrper  oval  bis  rund,  kôrnig. 

Oehirn  fast  quadratisch,  so  lang  als  breit,  mit  parallelen 
Seitenràndern  iind nahezu  geradem  Hinterrand  ;  dieser  ganz  leicht 
nach  hinten,  Yorderrand  ebenso  nach  vorn  ausgebiichtet. 

Speicheldriisen  gross,  mit  biischelartigen  Verzweigungen  ;  die 
Endquaste  ist  reich  verzweigt  (in  einer  Figur  die  Aste  abge- 
brochen).  , 

Nephridien  :  es  gelang  mir  nicht,  beim  Ziipfen  dièse  Organe 
zu  isoliren  und  zur  Ansicht  zu  bekommen. 

Samentrichter  schlank,  dreimal  langer  als  breit,  Kragen  deut- 
lich  :  Samenkanal  mit  Prostatadrtisen. 

S})ermatheken  mit  birnformigem  Sauienraum  und  4  (vielleicht 
auch  5)  sitzenden  grossen  Nebentaschen,  Kanal  breit  und  scharf 
von  jenem  abgesetzt;  leider  Hess  sich  nicht  der  ganze  Kanal 
herauspraparieren. 

Fundort:  Cresta  (Avers),  in  der  Wiese  beim  Dorf. 

Ich  traf  das  Objekt  in  einem  einzigen  Exemplar  unter  den- 
jenigen,  die  beim  Untersuchen  der  Erdprobe  von  Cresta  als 
kleinere  und  anscheinend  tlbereinstinnnende  Formen  zusammen- 
gebracht  worden  waren.  Die  Art  scheint  gegeniiber  der  gleich 
grossen  Fr.  auricuhda  mehr  vereinzelt  sich  vorzufinden.  Mit 
dicsem  Umstand  liângt  die  unvollstandige  Beschreibung  zu- 
sanunen.  Wilhrend  die  Art  in  den  Speicheldriisen  und  Sainen- 


OLKiOCH^TENFAUNA    DER   SCHWEIZ.  35 

trichterii  gut  mit  F.  Perrieri  tibereinstimmt,  weicht  sie  in  der 
Oehiriiform  und  deii  Spermatlieken  vdli  dieser  ab,  wohl  Gruiid 
geiiug,  sie  als  besondere  iieiie  Art  aufzufasseii.  Yon  F.  galba  ist  sie 
verscliiedeii  durcli  das  Geliini,  deii  dicken  Spennathekeii-Kanal 
und  deren  breite  Taschen,  endlich  diircli  die  Speicheldriisen. 

Ilenlea  ventricidosa  d'Udek. 

Neiier  Fundort:  am  Greifensee,  sehr  haufig  in  Scbilfmoder 
am  Ufer. 

Henlea  Stolli  n.  sp. 

Lange  5 — 8"^™.  Segmente  28 — 30:  weisslichgrau. 

Borsten  ventral  zu  G — 8,  dorsal  zu  4,  gerade,  innere  ktirzer. 

Vordere  Segmente  mit  Hautdriisen,  die  in  Querreihen  ange- 
ordnet  sind. 

Kopfporus  in  7»,  eine  Querspalte. 

Gûrtel  mit  kleinen  Drlisen,  die  nicbt  in  Querreilien  ange- 
ordnet,  aber  durcli  kleine  freie  Zwischenfelder  getrennt  sind. 

Lymplikorper  gross,  langovalbis  rundlich,  scliwacbgTanulirt. 

Geliirn  :  1 V2 — 2mal  so  lang  als  breit,  binten  gerade  oder  ganz 
schwacli  eingebiiclitet,  Seitenrander  konvergirend. 

Magendarm  in  8  beginnend,  scbarf  von  der  Speiserobre  ab- 
gesetzt. 

Speicheldriisen  scheinen  zu  fehlen. 

3  Paar  Septaldrûsen. 

Rilckengefâss  entspringt  in  8  mit  herzartiger  Erweiterung; 
solclie  sind  aucb  in  7  und  6  vorbanden. 

Blut  hell,  farblos. 

Nepbridien  mit  kleinem  Anteseptale,  Postseptale  etwa  drei- 
nial  langer,  rundlich;  Ausfiihrungskanal  so  lang  wie  dièses  und 
nahe  am  Dissepiment  entspringend. 

Samentrichter  sehr  klein,  kaum  langer  als  breit  ;  Samenleiter 
lang,  obne  Prostata. 


36  K.    BRETSCHEB. 

Spermathekeii  sind  einfaclie  Sclilauche,  die  dorsal  mit  gemeiii- 
samer  Aiiheftimgsstelle  in  den  Darm  iibertreten;  Samenraum 
wenig  erweitert;  Kanalmûndung  von  einigen  grossen  Drtisen 
besetzt. 

Fundort:  in  Plianzenmoder,  vermoderndem  Scliilf  bei  Ktis- 
nacht  iind  Wollishofen  am  Ziirichsee,  ebenso  ani  Genfersee. 

Die  Art  ist  Herrn  Prof.  D''  Otto  Stoll  in  Ziirich  zii  Eliren 
benannt. 

Henlea  pratorum  n.  sp. 

Lange  circa  10™™. 

Borsten  ventral  zu  4,  dorsal  zii  2 — 3,  gleich  lang,  fast  gerade 
und  nur  ganz  wenig  S  forniig  gebogen. 

Vordere  Segmente  mit  je  3  Querreihen  von  Driisen. 

Gtirtel  mit  von  einander  abstelienden  Drtisen,  die  in  Quer- 
reihen angeordnet  sind. 

Gehirn  liinten  nnr  wenig  eingebuclitet. 

Speicheldrlisen  lang  darinartig,  unverzweigt. 

Speiserohre  scliarf  vom  Magendarm  abgesetzt. 

In  7  eine  von  parallelen  Langsfurclien  dnrchzogene  Darmver- 
dickiing,  ans  der  das  Eiickengefâss  entsi)ringt.  Bliit  hell,  farblos. 

Nephridien  mit  kleinem  Anteseptale,  wolil  fiinfmal  liingerem 
Postseptale,  ans  dem  der  Endkanal  hinten  entspringt. 

Samentricliter  viermal  langer  als  breit,  Samenleiter  sehr  lang 
mid  in  Prostatadriisen  endend. 

Spermatheken  mit  langem  Kanal,  von  diesem  scliarf  abge- 
setztem  Samenraum,  der  etwa  zweimal  breiter,  nacli  liinten  ver- 
schmalert  und  quer  gerunzelt  ist;  an  der  âussern Kanalmiindung 
stehen  einige  grosse  Driisen. 

Fundort:  Garten  (Rasenpiatz)  bei  Zurich. 

Jlerdea  sulcata  n.  sj).  Taf.  3.  Fig.  C9,  70. 

Lange  7""".   Segmente  38. 

Borsten  dorsal  und  ventral  zu  4 — 5,  schwach  S  fôruiig,  gleich 


OLIGOCH.ETENFAUNA    DER    SCHWEIZ.  37 

lang.  Kopflappen  mit  Hautdriisen,  die  in  Querreiheii  angeordnet 
sind. 

Klitelliim  imr  schwach  imd  undeiitlicli  entwickelt. 

Lymphkorper  oval  oder  riiiid,  schwach  granuHrt,  grosse 
grunhche  Scheiben;  daiieben  kleine,  helle,  ovale,  lueist  in 
Khinipen  zusammengeballt. 

Gehini  hinten  deutUch  zweilappig,  Seitenrander  nach  vorn 
konvergirend,  zweimal  langer  als  breit. 

Speicheldrilsen  hinten  verbreitert,  darmâhnlich  und  unver- 
zweigt. 

Septaldriisen  in  3  Paaren  vorhanden. 

Darm  in  7  kugelig  angeschwollen,  von  Hirnwindungen  âhn- 
lichen  Furchen  durchzogen. 

Rûckengefass  entspringt  in  7  ans  der  Darniverdickung  ;  Blut 
hell,  farblos. 

Nephridien  :  Anteseptale  klein  und  nur  ans  dem  Trichter  be- 
stehend,  Postseptale  lang,  spindelformig  und  in  den  dicken, 
kurzen  Endgang  verschmâlert. 

Geschlechtssegmente  10,  11,  12  ganz  mit  Spermamassen  er- 
fullt,  so  dass  am  lebenden  Tiere  die  Samentrichter  und  -leiter 
nicht  zu  erkennen  waren  ;  auch  durch  Zupfen  konnten  sie  nicht 
aufgefunden  werden. 

Spermatheken  ein  einfacher,  ûberall  gleich  weiter  Schlauch, 
der  nicht  mit  dem  Darm  zusammenhangt  und  an  der  Miindung 
keine  Driisen  trâgt  ;  wahrscheinlich  hatten  sie  zu  jener  Zeit  noch 
nicht  ihre  définitive  Ausbildung  erlangt. 

Fundort  :  Katzensee,  in  vermoderndem  Schilf  am  Ufer. 

Sowohl  die  Form  der  Spermatheken,  als  der  Mangel  der 
Samentrichter  deutet  darauf  hin,  dass  die  Tiere  noch  nicht  bis 
zur  Geschlechtsreife  entwickelt  waren.  H.  pratonim  und  dièse 
Art  zeigen  viele  Yerwandtschaft  ;  verschieden  sind  namentlich 
die  Beborstung,  das  Gehirn  und  wohl  auch  die  Spermatheken, 
ebenso  die  Bildung  der  Darniverdickung  in  7. 


38  K.    BEETSCHER. 

Anaclmeta  Eiseni  Vejd. 

Ist  zum  ersten  Mal  konstatirt  flir  die  Schweiz  iind  lindet  sick 
liâufig  in  der  Uiiigebuiig  von  Zurich. 

Bei  meinen  Exenij^laren  beobachtete  ich  einen  lângeren  Kanal 
der  Spermatheken,  als  ilm  Vejdoysky  zeichnet,  ferner  fand  ich 
das  Postseptale  wohl  zwei  bis  dreimal  langer  als  das  Postsep- 
tale  (18). 

LUMBRICID.E. 

Was  liber  die  liinnbriciden  zu  sagen  ist,  beschrânkt  sich  aiif 
wenige  Mitteilnngen  beziiglich  neiier  Fiindorte  oder  aiif  die 
Korrectiir  resp,  Ergânzimg  friiherer  Angaben.  Es  hat  nicht 
an  dem  Bestreben  gefehlt,  ein  weiteres  Material  von  That- 
sachen  beizubringen,  aber  es  war  ans  âussern  Grûnden  nicht 
von  dem  erwarteten  Erfolg  begleitet.  Gerne  hâtte  ich  die 
Kenntnis  der  Fauna  imserer  Flussufer  weiter  geftihrt,  die  nacli 
den  bereits  vorliegenden  Befunden  Beziehungen  von  grossem 
Interesse  bietet.  Leider  aber  waren  mehrere  meiner  grôssern 
Exkursionen  soziisagen  oline  jegliche  Ausbeute,  weil  unsere 
Flusslâufe  auf  ausgedehnte  Strecken  korrigirt  oder  von  der 
Industrie  beeinllusst  sind,  so  dass  wir  nicht  mehr  die  natiirlichen 
Verhâltnisse  treffen.  Anderseits  aber  zeigt  die  Lumbriciden- 
Fauna  auch  an  natiirlichen  Ufern  einen  Bestand,  der  oft  auf 
ganz  nahe  gelegenen  Stellen  sehr  erheblich  wechselt.  So  sei 
beispielsweise  erwâhnt,  dass  ich  bei  Mellingen  am  rechtsseitigen 
Eeussufer  unterhalb  der  Eisenbahnbrlicke  einen  geradezu  iiber- 
raschenden  Reichtum  von  Arten  und  Individuen  traf,  wJihrend 
am  gegeniiberliegenden  Ufer,  wo  die  Verhâltnisse  anscheinend 
viel  giinstiger  lagen,  sich  nichts  auffinden  liess. 

Mehrere  Objekte,  die  neue  Arten zuvertreten  schienen,  wurden 
noch  zuriickgelegt,  bis  neues  Material  eine  sichere  Diagnose 
ermôglicht. 


OLIGOCH.ETENFAUNA    UER   SCHWEIZ.  39 

AUunis  tetraklrus  Sav. 

Neue  Fuiidorte:  an  dcr  lleuss  bei  Obfeldeii  iiiid  Mellingeii,  an 
der  Aare  bei  Briigg. 

AlloJohophora  caUglnosa  var.  tiarj/da  Rosa. 
Neiie  Fiindstellen:  Reiiss  bei  Mellingen  imd  Obfelden,  Barets- 
weil. 

A.  terrestris  Sav. 

Neii  gefimden  bei  Briigg. 

A.  cyanea  var.  profur/a  Rosa. 

Reiissiifer  bei  Mellingen  ;  Friitt  am  Melchsee. 

A.  cyanea  var.  stmliosa  jNIicb. 
Reussiifer  bei  Obfelden. 

A.  putris  var.  suhriihicunda  Eis. 
Rautispitz  (Glarus),  2200'"  lioch. 

A.  rlienani  Br. 

Neuer  Fundort  :  Reussnfer  bei  Mellingen. 

A.  arcjoviense  Br. 

Neuer  Fundort  :  Reussiifer  bei  Mellingen. 

A.  rosea  Sav. 

Neuer  Fundort  :  Frutt. 

In  4  stellte  icli  eine  neue  Art,  A.  aJpestris,  auf,  die  nun  aller- 
dings  unhaltbar  zu  sein  scheint,  und  die  ich  desbalb  wieder  auf- 
gebe.  Frisches  Material  naralicb,  das  von  Cresta  stammte,  ge- 
stattete  eine  genaue  Vergleichung  mit  den  als  alpestris  benannten 
Tieren  und  mit  den  Objekten,  die  uni  Ziirich  gesammelt  worden 


40 


K.    BRETSCHER 


VOQ 

den  Giirtel 

die  Tul).  pub. 

in 

in 

Ziii'icli 

25     32 

29—31  (immer) 

Cresta 

26     32 

30     31,  32 

Frutt 

25     31 

28,  29     31 

waren.  Von  jedem  der  drei  Fundorte  stimmten  dieTierejeimter 
sich  selir  gut  miteinander  ûberein,  dagegen  ergaben  sie  nach  den 
Lokalitâten  betrâclitliche  Differenzen  ;  so  besassen  die  Objekte 

die  (^  Geschlechtsôft'nung 
in 

15,  keine  Papille. 

15,  Papille  aiif  16. 

1 5,  Papille  aiif  1 4  imd  1 6. 

Die  Farbe,  die  Riickenporeii,  die  Verbreiterung  des  Giii'tels, 
die  Spermatheken  sind  bei  alleii  drei  gleich. 

Die  Exemplare  von  Cresta  sind  erheblich  kleiner,-  als  die  von 
Zurich  und  von  der  Frutt,  die  beide  in  dieser  Hinsicht  sich  gleich 
verhalten.  Wollte  nun  die  Art  alpestris  aufrecht  erhalten  bleiben, 
so  miisste  auch  fur  die  Funde  von  Cresta  eine  neue  Spezies  kreirt 
werden.  Yiel  richtiger  ist  aber  gewiss,  jene  aufzugeben  und  dafiir 
die  Variationsbreite  flir  rosea  weiter  anzunehmen,  als  dies  PiOSA 
(in  14)  thut.  Die  Diagnose  flir  dièse  Art  wâre  also  etwa  so  zu 
fassen:  Clitellum25,  26—31,  32,  33,  Tub.  pub.  28,  29—31,  32, 
cf  Geschlechtsoffnung  in  15,  Papille  nur  in  diesem  Segment 
oder  auf  die  benachbarten  Segmente  sich  erstreckend. 

Es  ist  noch  die  Frage  zu  diskutiren,  ob  die  Befunde  von  der 
Frutt  und  von  Cresta  zur  Aufstellung  von  Varietâten  Yeran- 
lassung  geben  kônnten.  Das  wâre  aber  deswegen  olme  Zweifel 
verfriiht,  weil  beide  erst  den  Wert  von  Lokalformen  besitzen,  so 
lange  niclit  entsprechende  Funde  ans  andern  Gegenden  vorliegen. 

In  meiner  ersten  Publikation  ist  flir  die  Frutt  A.  foetida  als 
A^orkonnnnis  angegeben  nach  einem  von  Herrn  Prof.  D'  Stoll 
erhaltenen  Exemplar  ;  die  sehr  gute  Uebereinstiunnung  der  Frutt- 
rosea  mit  foetida  namentlich  beziiglich  der  Lage  der  Tubercula 
pubertatis  und  des  Clitellums  gab  s.  Z.  Veranlassung  das  Objekt 
letzterer  Art  zuzuschreiben.  Dièse  Diagnose  kann  nun  selbst- 
verstândlich  nicht  mehr  aufrecht  erhalten  werden. 


OLIGOCH.ETENFAUNA   DER   8CHWEIZ.  41 

A.  norvegica  Eis. 

Neiier  Funclort  an  (1er  Reuss  bei  Mellingen, 

A.  lissaensis  Mich. 

Die  Angabe  in  4,  dass  Herr  J)'  Michaelsen  A.  jassyensis  am 
Rigi  gefimden  habe,  ist  falsch  imd  bezieht  sich  auf  dièse  Art. 

A.  paUida  n.  sp. 

Lange  circa  7 — IP"'  ;  Durchmesser  4 — G'""^  an  der  breitesten 
Stelle,  am,  9  Segment  und  am  Cxlirtel. 

Segmente  95 — 115. 

Farbe  blass,  Hinterende  der  in  Formol  konservirten  Exem- 
plare  aschgrau. 

Prostomiiim  V^,  mit  stark  konvergirenden  Seitenrândern. 

In  9  ventral  jederseits  eine  Papille. 

Mânnliche  Geschlechtsoffnung  nicht  sichtbar  ;  ungefâhr  vom 
15  Segment  ziehen  sich  auf  jeder  Seite  2  leicht  angedeutete 
Furchen  bis  zum  Giirtel. 

Giirtel  ringsherum  entwickelt,  deutlich  vortretend,  von  27 
oder  28 — 33  ;  Segmentgrenzen  stark  verwisclit. 

Pubertatstuberkel  in  29  oder  30 — 32,  eine  scliwache  Lângs- 
leiste. 

Borsten  eng  paarig. 

Spermatheken  2  Paar  in  den  Intersegmentalfurchen  9/10  und 
10/11  ausmiindend,  ventral  gelegen. 

Samenblasen  4  Paar,  das  erste  Paar  geht  von  Dissepiment 
9/lOnacli  vorn,  das  zweite  Paar  istrecht  klein,  in  10,  das  dritte 
liegt  in  11  und  12,  das  vierte  hinter  dem  12.  Segment. 

Fundort  :  Frutt,  in  Alpenweiden. 

Dièse  Art  zeigt  grosse  Verwandtschaft  mit  A.  tigrina  Rosa 
(15),  weicht  aber  von  ilir  ab  in  der  durchaus  blassen  Fârbung, 
der  unsichtbaren  mânnlichen  Geschlechtsôffnung,  der  Lage  der 
Spermatheken  und  deren  Mlindung  und  der  Lage  der  Samen- 
blasen. 


42  K.    BRETSCHER. 

A.  hnmescens  n.  sp. 

Lange  :  4 — 6""  ;  Durchmesser  3™™. 

Segmente  80 — 90. 

Farbe  in  Formol  diinkel  braunrot,  ahnlich  AUuriis  tetraëdrus^ 
miterseits  blass. 

Prostomium  V2,  nach  hinten  verengert,  Seitenrânder  iin- 
(leutlich. 

Mânnliche  Gescblechtsôffniing  auf  einer  kleinen  Papille  in  15, 
die  sicli  nicht  auf  die  benachbarten  Segmente  erstreckt. 

Auf  10  oder  12  stehen  ebenfalls  Papillon. 

Giirtel  in  28,  29 — 33;  blass,  an  den  Seiten  stark  vortretend, 
dagegen  ventral  und  dorsal  kaum  entwickelt  ;  die  dorsale  Mittel- 
linie  ist  deswegen  hier  aucli  brâunlich  gefârbt. 

Tub.  pubertatis  in  29,  30 — 32,  namentlich  im  ersten  und 
letzten  Segment  deutlich. 

Borsten  ganz  eng  gepaart. 

Erster  Riickenporus  in  5/6  oder  6/7. 

4  Paar  Samenblasen;  das  erste  in  9  und  10,  das  zweite  in  11, 
das  dritte  in  12,  das  vierte  in  13 — 15. 

Spermatheken  fand  icli  in  einem  Exemplar  deutlich  in  10/11 
miindend,  in  der  Hohe  der  lateralen  Borstenbûndel,  und  bei 
diesem  Exemplar  nur  auf  einer  Seite  ;  in  einem  andern  ebenfalls  nur 
auf  einer  Seite,  wie  jene  in  1 0/1 1  miindend  und  nur  in  einem  Paar. 

Auffallend  ist  die  grosse  Bruchigkeit  der  hieher  gehorenden 
Objekte,  welche  wohl  durcli  das  Formol  bewirkt  sein  diirfte,  die 
ich  aber  sonst  noch  bei  keiner  andern  Art  beobachtet  habe.  Bei 
mehreren  ist  durch  Quellung  innerer  Gewebe  die  Haut  stellen- 
weise  gesprengt  worden. 

Fundorte  :  Hasenberg  und  Baretsweil  (Rosinli). 

Lmnbricus  ruhellus  Hoiïm, 

Neue  Fundstellen  :  an  der  Pieuss  bei  Mellingen  und  Obfelden  ; 
Rautispitz  2200"^;  Frutt. 


OLIGOCH^TENFAUNA  DER   SCHWEIZ.  43 

Der  letztere  Fiindort  ist  von  einigem  Interesse  deswegen,  weil 
icli  dièse  sonst  so  verbreitete  Art  hier  im  letzten  Jahre  nicht 
traf,  trotzdem  in  beiden  Sommern  so  zienilich  dieselben  Ortlich- 
keiten  abgesiicht  worden  waren.  Wenn  sie  sich  im  Sommer  1898 
in  gleicherWeisewie  im  vergangenen  Jahre  vorgefunden  hâtten, 
so  hâtten  sie  umnOglich  iibersehen  werden  konnen.  Sie  milssen 
damais  verborgener  gelebt  haben  oder,  was  weniger  wahr- 
scheinlich  ist.  seither  eingewandert  sein.  Ich  traf  sie  neben 
L.  melihoeus  Rosa. 

L.  meliboeus  Rosà. 

Neuer  Fundort  :  Reussiifer  bei  Mellingen. 


44  K.    BRETSCHER. 


Literaturverzeichnis. 

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19.  —  System  u.  Morphologie  der  Oligochaeten.  Prag  1884.  p.  1-166. 

âO.  —  Kiinnen  die  Enchijtraeiden  eine  Rûbenkrankheit  rerursachen'-l  IqM- 
schrift  f.  Zuckêrimiusti-ie  in  Bi.hmen  1892  u.  1893.  (réf.  O.llin  in 
Naturw.  Wochenschrift  VII,  p.  147,  u.  Stift,  in  Gentralblatt  f.  Bak- 
teriologie  u.  Parasitenkunde  1895). 

21.  Wor.LN-y.  Untersnchungen  iiber  die  Beein/lussung  der  Fruchtbarkeit  der 
Ackerkrume  durch  die  Tàtigkeit  der  Regenivurmer.  Forsch.  aufd. 
Gebiete  d.  Agrikulturphvsik.  XIII.  1890,  p.  381-395. 


Die  Unterkieferdrûsen 


von 


M  y  0  X  u  S   m  II  s  c  a  I*  d  i  n  u  s   s  c  1 1 1  e  b  e  r 

Arbeit  aus  der  zoologischen  Anstalt  der  Universitàt  Basel 

von 
M.     AUERBâCH. 

Hiezu  Tafel  4  uiid  5. 

Die  vorliegende  kurze  Arbeit  stammt  ans  der  zoologischen 
Anstalt  der  Universitàt  Basel.  îSie  ist  imter  der  Leitung-  des 
Herrn  Prof.  D^  F.  Zschokke  gemacht  worden.  An  dieser  Stelle 
niochte  ich  meinem  verehrten  Lehrer  meinen  lierzlichen  Dank 
ausprechen  fiir  das  Interesse,  das  er  iiieiner  Arbeit  entgegen- 
braclite,  iind  fiir  ail  seine  Untersttitzung,  durcli  die  es  mir  niog- 
lich  war,  sie  zu  vollenden. 

Angeregt  wurde  icli  zu  dieser  Arbeit  dnrch  eine  âhnliche  von 
Krause^:  Die  Sjjeicheldrûsen  des  Igels.  Ich  ziehe  in  meine  Be- 
trachtiing  niir  die  G 1  a  n  d  u  1  a  s  u  b  m  a  x  i  1 1  a  r  i  s  und  die  G 1.  r  e  - 
t  r  0 1  i  n  g  II  a  1  i  s  ;  liber  die  S  u  b  1  i  n  g  u  a  1  i  s  werde  ich  nnr  wenige 
Worte  sagen.  Die  Benennung  der  Driisen  ist  die  gleiche,  wie  sie 

'  Df  Rudolph  Krause.    Die   Speicheldrûsen   des  Igels.   Arch.   f.   mikroskop. 
Anatomie.  B.  45,  1895. 


46  M.    AUERBACH. 

Krause  nacliEANViER'  angeiiommen  liât.  Ebenso  bezeichne  ich 
die  Ausflihruiigsgange  als  D iic t u s  s u b m  a x i  1 1  a r i s  und D.  r e - 
t  r  0 1  i  11  g  u  a  1  i  s  ;  die  S  u  b  1  i  n  g  u  a  1  i  s  hat ,  mu  dies  gleich  voraiis- 
ziiscliickeii,  mehrere  Ausfiihruiigsgaiige. 

Die  Lage  der  Submaxillaris  imd  Retroliiigualis  be- 
stiiiimte  ich  ersteiis  makroskopisch  durch  Bloslegen  (T.  5,  Fig.  1) 
und  zweiteiis  auf  die  gleiclie  Art,  wie  Zumstein'-^  es  bei  einigen 
Saugern  tliat,  nâmlich  durch  SerieiischiiittevonderSchnauzens- 
pitze  bis  zur  der  Mitte  des  Thorax.  Ich  iixierte  und  entkalkte  die 
Objekte  in  Chromosmiuinsalpetersaure  (Rawitz  1895,  p.  20)  und 
farbte  die  Schnitte  nachher  mit  Mayer'schem  saurem  Hâuialaun 
und  Eosin.  TrotzdemichdieZahne,  wenigstensnichtohneSchadi- 
gung  der  Objekte,  nicht  hatte  entfernen  konnen,  und  daszu  schnei- 
dende  Exemplar  auch  ein  ziemlich  ahesTier  war,  gelang  dieEnt- 
kalkung  vorziiglich.  IchUessdas  Gemisch  ungefâhr  3  X  24  Stun- 
deii  einwirken.  Die  Schnitte  sollen  naturlich  liber  den  feineren 
Bau  keine  Auskunft  geben,  sondern  sind  lediglich  bestimmt,  die 
gegenseitige  Lage  der  Driisen,  den  Austritt  der  Gange  aus  ihnen 
und  ihren  Verlauf  bis  zur  Ausmiindung  vorne  unter  der  Zunge 
zu  demonstrieren,  Deshalb  konnten  sie  auch  zieinUch  dick  aus- 
fallen. 

Die  paarige  Gl.  submaxillaris  erscheint  auf  den  Quer- 
schnitten  zum  ersten  Maie  etwa  1,5-2  mm  hinter  dem  Anfange 
des  Sternums  (von  vorne  an  gerechnet)  und  erstreckt  sich  von  hier, 
mit  ihrer  unteren  Spitze  etwas  médian  gelegen,  mit  ilirer  Langs- 
aclise  ein  wenig  latéral  gerichtet,nach  vorne.  Dire  grôsste  Lange 
betragt  ungefâhr  9  mm.;  ihre  grôsste  Breite  6  mm.  Vorne  an  die 
Submaxillaris  schliesst  sich  die  Gl.  retrolingualis  an; 


'  M.  L.  Ramvikr.  Efti.de  aiiafoiiiique  des  f/laitde.s  commes  sous  les  noms  de 
sousmaxillaire  et  siMinguale  ches  les  Mammifères.  Arch.  do  Physiol.  normale 
et  ])iitholog.   3e  Série  Tome  7  1895. 

"^  J.  J.  ZcjMSTEiN.  Ueber  die  UnferJdeferdrûsen  einiger  Sduger.  I.  Aiiatomischer 
Toil.  Ilahilitationssclirifr.  Marl)ur(î  1891. 


UNTERKIEFERDRÛSEN  47 

sie  ist  viel  kleiner  als  die  S  u  b  m  a  x  i  1 1  a  r  i  s,  etwa  4  mm.  lang  und 
3  mm.  breit.  Das  Gewicht  der  frischen  S  ii  1)  m  a  x  i  1 1  a  r  i  s  betrâgt 
cirka  0,045  g.,  das  der  Retrolingualis  0J)1  g.,  bei  einem 
GeAvicht  des  Tieres  von  23,42  g.  Die  Verbiiidiing  beider  Driisen 
untereiuaiider  ist  keine  feste,  sondera  besteht  nur  in  lockerem 
Bindegewebe.  Bei  anatomischer  Pneparation  lassen  sich  beide 
Driisen  also  leiclit  von  einander  trennen.  Aiif  meinen  ïSerien 
sclmitten  waren  beide  Driisen  sehr  deutlich  zu  erkennen;  die 
Submaxillaris  fârbte  sich  dimkelviolett,  wâhrend  die  Re- 
trolingualis eine  helblaiie  Farbe  annahm. 

Sein-  klar  und  schon  konnte  icli  auf  meinen  îSclniitten  die 
Austritte  und  die  gegenseitige  Lage  der  beiden  Ausfiilirungs- 
giinge  verfolgen.  Icli  fand  die  gleichen  Yerhâltnisse,  wie  sie 
Raxvier  in  seiner  Arbeit  angiebt  :  «  De  son  extrémité  antérieure 
semble  se  dégager  un  seul  canal  qui,  après  un  court  trajet  à  la 
face  interne  du  pterygoïdien  interne,  passe  au-dessous  dudigas- 
trique  atteint  le  bord  postérieure  du  mylo-li^oïdien  et  s'engage 
au-dessous  de  ce  muscle  pour  se  placer  entre  lui  et  la  uuiqueuse 
du  plancher  de  la  bouche.  »  Ein  Unterschied  aber  besteht  darin, 
dass  der  D  u  c  t  u  s  s  u  b  m  a  x  i  1 1  a  r  i  s  nicht  am  Ende,  sondera  aus 
der  ]\Iitte  der  medianen  Seite  der  Driise  hervorkommt,  direct  senk- 
reclit  nach  oben  steigt,  médian  an  der  Retrolingualis  vorbei- 
geht  und  sich  hinter  dieser  neben  den  Ductus  retrolingualis 
legt.  Xach  einigen  Windungen  schlagen  sich  beide  Gange  unter 
die  Zungenmuskulatur  um  und  verlaufen  dort  nach  vorne.  Das 
Lumen  des  D.  submaxillaris  ist  etwas  weiter  als  das  des  D. 
retrolingualis.  Letzterer  Gang  liegt  latéral  und  etwas  nach 
oben  vom  D.  s  u  b  m  a  x  i  1 1  a  r  i  s ,  und  dièse  Lage  wird  bis  zur  Aus- 
miindung  beibehalten.  Jeder  Gang  miindet  auf  einer  besonderen 
Papille  unter  der  Zunge  ziemlich  weit  vorne  in  der  Mundhôhle,  und 
zwar  miindet  der  D.  r  e  t  r  o  1  i  n  g  u  a  1  i  s  zuerst .  Die  Miindung  dièses 
Ganges  liegt  ungefàhrO.ômm.  vordem  BeginnderBackenzahne, 
(von  vorne  an  gerechnet)  ;  die  Ausmiindung  des  D.  submaxilla- 


48  M.    AUERBACH. 

ris  erfolgt  etwas  spiiter,  d.  h.  seine  Papille  liegt  ein  wenig  weiter 
iiach  Yorne  in  der  ]\Iinidhôlile.  Divertikel,  wie  sie  Zumstein  bei 
anderen Nagern gefnnden hat,  habeichnichtgeselien. Das Lumen 
beider  Gange  ist,  im  Gegensatze  zu  deni  was  Krause  beim  Igel 
fand,  und  Avas  aucb  ich  selbst  dort  beobachtet  habe,  ziemlicli 
weit  und  offen.  Nur  an  der  Umsclilagstelle  unter  die  Zunge  treten 
einige  Falten  auf  ;  sonst  sind  solche,  an  allen  meinen  Prîepa- 
raten  wenigstens,  nirgends  zu  sehen.  Auch  die  gegenseitige 
Verbindung  beider  Gange  untereinander  steht  bei  der  Hasel- 
maus  in  einem  starken  Gegensatze  zu  den  Yerhâltnissen  beim 
Igel. 

Wâhrend  dort  eine  selir  innige  Verbindung  beider  eintritt,  so 
dass  eine  Trennung  schwer  môglicb  ist,  sind  sie  bei  Mijoxîis 
muscardinus  nur  durch  ziemlicli  lockeres  Bindegewebe,  das  elas- 
tisclie  Fasern  und  glatte  Muskelfasern  entliâlt,  mit  einander  in 
Beziehung  gesetzt.  Aelmliche  Yerhâltnisse  wie  beim  Igel  sclieint 
Ranvier  bei  der  Ratte  gefunden  zu  haben  ;  er  sagt  :  «  Le  canal, 
que  nous  avons  considéré  jusqu'à  présent  comme  simple,  est  en 
réalité  formé  de  deux  canaux  juxtaposés  et  unis  l'un  à  l'autre 
par  du  tissu  conjonctif,  des  vaisseaux  et  un  grand  nombre  de  fi- 
lets nerveux.  Il  est  fort  dilïicile  de  les  isoler  l'un  de  l'autre  par 
la  dissection  au  baquet  dans  l'alcool  au  tiers.  »  Das  Verlialten 
bei  der  Haselmaus  gestaltet  sich  nacli  Ranviers  Arbeit  cher 
wie  bei  dem  Eicliliornclien  und  dem  jNIeerschweinclien.  Dort  las- 
sen  sich  beide  Gange  auch  leicht  isolieren. 

Anschliessend  an  das  Gesagte  verweise  ich  jetzt  auf  die  Fi- 
guren  der  Taf.  4,  die  nach  meinen  Seriensclmitten  angefertig  sind. 
Fig.  1  stellt  den  Austritt  des  D.  s  u  b  m  a  x  i  1 1  a  r  i  s  (i).  sbm.)  aus 
der  D.  s u  b  m  a  x  i  1 1  a  r  i  s  (6^/.  shm.)  und  sein  Lageverhâltniss  zum 
D.  retrolingualis  (I).  réf.)  dar.  Den  Austritt  des  letzteren 
Ganges  aus  der  Retrolingualis  veranschaulicht  Fig.  2.  Auf 
derselben  ist  der  D.  s  u  b  m  a  x  i  1 1  a  r  i  s  nur  ein  wenig  ange- 
srhnitten. 


UNTERKIEFERDRÛSEN.  49 

Die  tibrifîen  vier  Figuren  sollen  uns  liber  die  Lage  beider 
Gange  in  der  Mundliftlile  Aiifschluss  geben.  Fig.  3  ist  am  weites- 
ten  nach  liinten  in  der  Mundhohle  gefuhrt,  Fig.  4  liegt  etwas 
weiter  nach  vorne,  ii.  s.  w. 

Fig.  3  zeigt  die  beiden  Gange  (D.  retr.  iind  B.  shm.)  in  ihrer 
Lage  unter  der  Ziuîge  (Z.),  ebenso  Fig.  4.  Auf  Fig.  3  ist  auch  die 
G 1  a  n  d  u  1  a  s  II  b  1  i  n  g  u  a  1  i  s  {Gl.  shl.)  angeschnitten,  wâhrend  sie 
auf  Fig.  4,  die  weiter  nach  vorne  liegt,  nicht  mehr  vorhanden  ist. 

Auf  allen  vier  Figuren  ist  der  Knochen  des  Unterkiefers 
schrâg  scln^affiert,  die  Zâhne  sind  punktiert,  und  die  Muskulatur 
ist  mit  31.  bezeichnet.  Die  beiden  letzten  Zeichnungen  zeigen 
deutlich  die  Mtindung  beider  Gange  auf  ihren  Papillen. 

Auf  Fig.  5  ist  die  Papille  des  D.  retrolingualis  gerade  durch 
die  Mitte  geschnitten,  wâhrend  der  D.  submaxillaris  noch 
eine  Strecke  weiter  nach  vorne  zieht,  um  auf  einer  besonderen 
Papille  zu  miinden,  wie  es  Fig.  6  veranschaulicht. 

Dort  ist  auch  latéral  vom  D.  submaxillaris  noch  ein 
kleines  Stiick  der  Papille  des  D.  retrolingualis  zu  sehen. 

An  dièse  kurze  Beschreibung  der  Lageverhâltnisse  der  Gange 
will  ich  direct  die  feinere  histologische  Betrachtung  derselben 
kniipfen. 

1 .  Der  D  u  c  t  u  s  s  u  b  m  a  X  i  1 1  a  r  i  s.  Seine  Wandung  besteht  aus 
mehrschichtigem  Cylinderepithel,  mit  grossen,  deutlichen  Kernen. 
Beziiglich  der  Kerne  liabe  ich  eine  sehr  merkwiirdige  Beobach- 
tung  gemacht.  Ihre  Form  in  den  Zellen,  die  gegen  das  Ganglu- 
men  zu  liegen,  ist  meist  elliptisch,  in  denjenigen,  die  mehr  nach 
aussen  liegen,  dagegen  kugelig.  Auf  allen  Schnitten  einer  Série 
fand  ich  nun  Folgendes  :  An  dem  Abschnitt  der  Wandung,  der 
dem  Ductus  retrolingualis  zugekehrt  ist,  haben  sich  aile  Kerne 
mit  ihrer  Lângsachse  radiâr  gestellt,  wâhrend  an  den  anderen 
Wandabschnitten  von  ihnen  eine  tangentiale  Lage  angenom- 
men  worden  ist.  Auf  dièse  Weise  kommt  das  Bild  zu  Stande,  wie 
es  Fig,  2,  Taf.  5,  ein  Habitusbild  beider  Gange,  zeigt.  Nach- 

Kev.  Suisse  de  Zool.  T.  8.  1900.  4 


50  M.    AUERBACH. 

trâgiich  liabe  icli  nochmals  Sclimtte  von  Gaiigstlickeii,  die  in 
Pikrinsalpetersâure  lixiert  und  mit  Eisenhaematoxylin  gefârbt 
wurden.  angefertigt.  Hier  sind  die  oben  angegebenen  Lagenmgs- 
verbaltnisse  der  Kerne  nicht  zu  seben.  Ich  lasse  es  dabingestellt 
sein,  ob  die  merkwiirdige  Yerlagerung  dadurch  bedingt  war, 
dass  sich  das  untersuchte  Tier  im  Winterscblaf  l)efand,  imd  dass 
die  angewandte  Fixierungsfliissigkeit,  die  in  diesem  F  aile  Formol 
war.  einen  solclien  Einfluss  aiistibte. 

2 .  Der  D  ii  c  t  u  s  r  e  t  r  o  1  i  n  g  u  a  1  i  s.  Aiicli  dieser  Gang  besteht 
ans  melirscliichtigem,  liobem  Cylinderepithel  ;  jedocb  wird  seine 
Wandung  nicht  ans  so  vielen  Zellschichten  gebildet,  wie  die  des 
Diictus  submaxillaris.  Die  Kerne  sind  gross,  kugelig  bis  oval,  und 
liegen  in  der  Mitte  jeder  Zelle  oder  in  demjenigen  Abscbnitt 
derselben.  der  gegen  das  Ganglumen  zu  liegt. 

Umgeben  werden  beide  Gange  von  einer  ^lembrana  propria 
und  von  Bindegewebe,  in  welclies  elastische  Fasern  und  glatte 
Muskelfasern  eingelagert  sind.  Dièses  Bindegewebe  verbindet 
auch  beide  Gange  untereinander. 

Nach  dieser  Betrachtung  der  Ausfûhrungsgiinge  wende  ich 
mich  zur  Beschreibimg  der  Gl  an  du  la  retrolingualis  und  der 
G 1  a  n  d  u  1  a  s  u  b  m  a  x  i  1 1  a  r  i  s. 

1.  Die  Glandula  retrolingualis.  AVir  haben  es  hier  mit 
einer  zusammengesetzten  tubulôsen  Drilse  zu  thun.  Bei  schwacher 
Vergrôsserung  bietet  sich  uns  das  Bild  dar.  wie  es  Fig.  3  T.  5. 
zeigt.  Hier  und  da  trifft  man  zwischen  den  einzelnen  Tubulis  die 
feinsten  Antânge  des  Ausfûhrungsganges,  aufdie  ichspâternoch 
eingehender  zu  sprechen  komme,  und  zahlreiche  Blutgefâsse.  Da 
die  untersuchten  Tiere  sich  aile  im  Winterschlaf  befanden,  und 
folglich  keine  Speichelsekretion  stattfand,  konnte  ich  keine  so- 
genannten  Giannuzischen  Halhmonde  l)eobachten. 

Betrachten  wir  nun  einen  einzelnen  Tul)ulus  im  Querschnitt. 
In  der  Mitte  findet  sich  ein  deutliches,  spalt-  oder  ringformiges 
Lumen,  je  nachdem  der  Schnitt  gefiihrt  ist.  Die  Zabi  der  das- 


UNTERKIEFEEDRUSEN.  51 

selbe  begrenzendenZellen  scliwankt  zwisclien  sechs  undzwôlf.Die 
eiiîzelnen  Zellen  sind  pjTamidenfôrmig.  Mit  ihrer  breiten  Basis 
sitzen  sie  auf  einer  âusserst  feinen  Bindegewebsmembran  auf, 
die  jeden  einzelnen  Tubiilus  umgiebt.  Die  Spitzeii  der  Zellen  be- 
greiizen  das  Lumen  des  Tubulus.  Die  Oberfiàche  der  Kerne  zeigt 
zackenformige  Unebenheiten,  und  es  verhalten  sich  auch  im 
Ubrigen  die  Kerne  Farbstoffen  gegenûber  genau  so,  wie  es 
Krause  beim  Igel  schildert.  Auf  allen  meinen  Schnitten 
liegen  sie  an  der  Basis  der  Zellen,  und  zwar  liaben  sich  die  ova- 
len  Kerne  mit  ihrer  Langsachse  meist  tangential  eingestellt.  Den 
Lângsschnitt  durch  einen  Tubulus  giebt  Fig.  5,  T.  5,  die  keiner 
Aveiteren  Beschreibung  bedarf. 

Jetzt  noch  einige  Worte  iiber  einen  Querschnitt  durch  den 
Anfang  eines  feinen  Ausfiihrungsganges.  Ich  iinde  hier  die  glei- 
chen  Verhâltnisse,  wie  sie  Krause  beim  Igel  beschreibt  und  will 
deshalb  einige  Stellen  aus  seiner  Arbeit  hier  citieren  :  «  Seine. 
Zellen  besitzen  einen  dem  Lumen  zugekehrten,  anscheinend  ho- 
mogenen  Abschnitt  und  eine  peripher  gelegene  Schicht,  welche 
selbst  bei  schwacheren  Yergrôsserungen  schon  eine  deutliche 
radiâre  Streifung  erkenn-en  lâsst  »,  und  weiter:  «  Der  gut  aus- 
gebildete  grosse  Kern  liegt  immer  an  dem  Ûbergang  der  Stâb- 
chenzone  in  die  mehr  homogène  oder  fein  granuliert  ercheinende 
Innenschicht.  »  An  meinen  Prâparaten  sind  dièse  «  Stâbchen  » 
sehr  deutlich  zu  sehen,  besonders  an  Schnitten,  die  in  Pikrin- 
salpetersâure  lixiert  und  mit  MAYER'schem  Haemalaun  und 
Eosin  gefârbt  wurden.  Sie  sind  jedoch  nicht  so  schôn,  wie  bei  der 
Glandula  submaxillaris,  und  will  ich  beideren  Besprechung 
noch  einmal  auf  sie  zurilckkommen. 

2.  Die  Glandula  submaxillaris.  Wie  schon  am  Anfange  er- 
wâhnt,  ist  dièse  Driise  bedeutend  grôsser  als  die  Retrolingua- 
1  i  s.  Einen  Teil  meines  Materials  fixierte  ich  in  konzentriertem  Su- 
blimât und  fârbte  die  Schnitte  dann  mit  MAYER'schem  Haema- 
laun und  Eosin;  einen  anderen  Teil  hingegen  brachte  ich  un- 


52  M.    AUERBACH. 

gefâhr  24  Stunden  in  Pikrinsalpetersâure  iind  fârbte  die  Schnitte 
entweder  mit  den  gleiclien  Farben  oder  nach  der  BEXDA'schen 
neueren  Eisenliaematoxylinmethode.  Schon  an  Praeparaten,  die 
auf  erstere  Weise  hergestellt  wurden  sah  icli  deutlich  die  «  Stàb- 
chen  »,  in  den  Zellen  der  Ausfiihrgânge.  Am  sclionsten  jedoch 
sind  sie  bei  Pikrinsalpetersaureiixiening  iind  Fârbung  mit 
MAYER'schem  Haemalaun  und  Eosin  sicbtbar.  Bei  dieser  Fâr- 
bungsmethode  sind  die  grossen,  kiigeligen  Kerne,  deren  Structur 
gut  zu  erkennen  ist,  schon  blaii  gefârbt,  wâhrend  nur  die  «  Stâb- 
chen  »  das  Eosin  annebmen  und  sich  so  von  der  blauen  Umge- 
bung,  leicht  rosa,  ganz  deutlich  abheben.  Von  der  angewandten 
Eisenhaematoxyhnmethode  hatte  ich  mir  gerade  zur  Sichtbar- 
machung  der  «  Stâbchen  »  mehr  versprochen.  Sie  waren  zwar 
zu  sehen,  jedoch  lange  nicht  so  schon  und  so  deutlich,  wie  bei  der 
vorher  angegebenen  Fiirbung. 

Ein  Blick  auf  die  beiden  Habitusbilder  T.  5,  Fig.  3  und  6  zeigt, 
dass  dièse  feinen  Ausfuhrganganfange  in  der  S u  b m  ax i  1 1  ar i  s  bei 
weitem  zahlreicher  sind  als  in  der  R  e  t  r  o  1  i  n  g  u  a  1  i  s.  Dièse  Gange 
enthalten  auch  die  grôssten  Kerne.  Bei  eineni  Ganganfang  von 
0,044  mm.  Durchmesser  und  einem  Lumen  von  0,012  mm. 
Durchmesser  hatten  sie  einen  solchen  von  0,006-0,008  mm. 

Enttauschte  mich  die  BENDA'sche  Méthode  in  Bezug  auf  die 
«  Stâbchen  »  der  Ausfuhrganganfange,  so  erwies  sie  sich  als  Er- 
gitnzung  zur  Eosin  und  Haematoxylinfiirbung  als  uni  so  giinsti- 
ger.  Sowohl  Kerne  als  auch  Zellgrenzen  wurden  scharf  und  gut 
gefiirbt. 

Die  Submaxillaris  ist  auch  eine  tubulose  Drûse.  An  keinem 
meiner  mit  Eosin  ïind  Haematoxjlin  gefârbten  Praeparate  aber 
habe  ich  die  von  Krause  beim  Igel  beschriebene  Verschieden- 
artigkeit  der  Zellen,  die  er  je  nach  Aufnahme  des  Farbstoffes, 
als  «  blaue  »  und  «  rote  »  Zellen  beschreibt,  finden  konnen.  Da 
ich  aber  die  Farbung  mit  der  Biondibisung  nicht  angewendet 
habe,    lasse  ich  es  natiirlich  dahingestellt,  ob  nicht  dennoch 


UNTERKIEFERDRÛSEN.  53 

solche  Zellen  vorhanden  sind,  die  in  ihrem  Protoplasma  gewis- 
sen  Farbstoffen  gegenûber  ein  verscliiedenes  chemisches  reactio- 
nelles  Yerhalten  zeigen. 

Die  einzeliien  Zellen  sind  ziemlicli  gross,  etwa  0,0088  mm., 
ihre  Gestalt  ist  poh'gonal.  Das  Protoplasma  der  Zellen  bildet  ein 
feines  Netzwerk.  Die  Kerne  sind  gross,  etwa  0,004  mm.im  Durch- 
messer,  kugelig  oder  oval  und  liegen  fast  immer  in  der  Mitte  der 
Zellen.  (T.  5,  Fig.  7.) 

Von  Myoxus  nitela  erhielt  ich  Exemplare,  deren  Konservierung 
leider  keine  histologischen  Untersuclmngen  melir  zuliess.  Ich 
glaube  aber,  dass  bei  ihm,  sowie  bei  den  anderen  Myoxiden  die 
gleichen  Veriiâltnisse  anzutreffen  sein  werden,  wie  bei  Myoxus 
nmscardinus. 


NOTES 


POUR 


SERVIR  A  L'ÉTUDE 


DES 


ECHINODERMES 

viir 


PAR 


P.  de  LORIOL 

avec  les  planches  6  à  9. 


Les  Echinoclermes  qui  font  l'objet  de  cette  huitième  note  ap- 
partiennent à  seize  espèces,  sur  lesquelles  onze  sont  décrites  ici 
pour  la  première  fois.  Pour  deux  d'entre  elles,  j'ai  dû  établir  deux 
genres  nouveaux.  Quatre  espèces,  déjà  connues,  ont  donné  lieu 
à  des  observations. 

Neuf  de  ces  espèces  sont  fossiles. 

Une  espèce  provient  de  l'étage  bathonien  : 

Hemipedina  Mairei  P.  de  Loriol. 

Neuf  espèces  sont  crétacées  : 

Toxaster  Collegnii  Sismonda.  var.  Leymeriei  Cotteau. 
Holaster  Perezii  Sismonda. 


^  Pour  les  notes  précédentes,  voir  N»  1.  Eecueil  zoologique  suisse,  vol.  1,  1884. 
N"  2.  idem.,  vol.  4,  1887.  N»  3.  3£ém.  Soc.  de  physique  et  hist.  nat.  de  Genève, 
vol.  suppl.,  1890.  No  4.  Eev\te  suisse  de  Zoologie,  t.  2,  1894.  No  5.  Mém.  Soc.  de 
physique  et  hist.  nat.  de  Genève,  vol.  32,  1896.  N»  6.  Revue  suisse  de  Zoologie, 
t.  5,  1897.  No  7.  Mém.  Soc.  de  physique  et  hist.  nat.  de  Genève,  vol.  33,  1899. 


56  p.    DE   LORIOL 

Epiaster  Leenhardti  P.  de  Loriol. 
Catopijgus  Rouvillei  P.  de  Loriol. 
Pomelia  DelgadoiP.  de  Loriol. 
Pseudodiadema  interjechim  P.  de  Loriol. 
Trochodiadema  abramense  P.  de  Loriol. 
Cidaris  Leenhardti  P.  de  Loriol. 
Anfedon  Aimerai  P.  de  Loriol. 

Les  cinq  espèces  suivantes  appartiennent  aux  mers  actuelles 

Ophidiaster  Ludwigi  P.  de  Loriol,  des  côtes  du  Pérou. 

Linckia  unifascialis  Gray,  de  Célébès. 

Ophiocnemis  Colteaui  P.  de  Loriol,  de  Libéria. 

Ophiocnemis  venusta  P.  de  Loriol,  de  Sing-apore. 

Eiirijate  Slnderi  P.  de  Loriol,  de  Sing-apore. 

Antedon  Dôderleini  P.  de  Loriol,  du  Japon. 


Hemipedina  Mairei  p.  de  Loriol  1900. 

PI.  7.  Fig.  9. 

DIMENSIONS 

Diamètre       .     .     ; 21""" 

Hauteur,  par  rapport  au  diamètre 0,48 

Test  rotulaire,  déprimé  au  milieu,  en  dessus  et  en  dessous, 
renflé  au  pourtour. 

Zones  porifères  droites,  composées  de  paires  de  pores  petits, 
rapprochés  dans  chaque  paire,  mais  séparés  par  un  petit  gra- 
nule; elles  sont  directement  superposées  à  la  face  supérieure,  un 
peu  multipliées  près  du  péristome. 

Aires  ambulacraires  très  étroites.  Elles  portent  deux  séries  de 
quinze  tubercules  fort  petits,  perforés,  non  crénelés,  écartés, 
graduellement  affaiblis  à  la  face  supérieure,  où  ils  n'ont  bientôt 
plus  que  l'apparence  de  simples  granules  très  serrés.  Une  série 
de  granules  inégaux  serpente  au  milieu  de  Taire,  et  l'espace  qui 
sépare  les  tubercules  est  occupé  par  quelques  petits  granules 
semblables. 


ECHINODERMES  57 

Aires  interambulacraires  fort  larges,  ayant  au  moins  trois  fois 
la  largeur  des  aires  ambulacraires.  Elles  sont  pourvues  de  deux 
rangées  de  onze  tubercules  lisses  et  perforés,  beaucoup  plus  forts 
et  plus  saillants  que  ceux  des  aires  ambulacraires,  se  déve- 
loppant très  graduellement  depuis  le  péristome  jusqu'à  l'appa- 
reil apical,  de  sorte  que  le  dernier  est  très  saillant  et  l'est  même 
plus  que  tous  les  autres.  Cette  forte  saillie  est  due,  non  au  mame- 
lon, mais  à  la  base  élevée,  conique,  qui  le  supporte.  Il  résulte  de 
cette  disposition  que  la  face  supérieure  a  une  apparence  tuber- 
culeuse remarquable.  Comme  les  séries  de  tubercules  sont  rap- 
procliées  des  zones  porifères,  la  zone  miliaire  est  fort  large;  elle 
a  deux  séries  de  tubercules  secondaires  semblables  à  ceux  des 
aires  ambulacraires,  très  écartés,  et  graduellement  développés, 
ils  disparaissent  un  peu  au-dessus  de  l'ambitus.  Une  rangée  de 
tubercules  secondaires  plus  petits,  mais  néanmoins  distinctement 
mamelonnés  et  perforés,  borde  les  zones  porifères.  Tout  l'espace 
intermédiaire  est  occupé  par  des  granules  écartés,  saillants  et 
inégaux;  le  milieu  de  l'aire,  au  sonmiet,  n'est  ni  déprimé,  ni 
libéré  de  granules. 

Appareil  apical  inconnu;  l'espace  qu'il  occupait  a  un  diamètre 
égal  à  0,29  du  diamètre  total. 

Péristome  relativement  fort  petit,  point  enfoncé,  assez  profon- 
dément entaillé;  son  diamètre  égale  0,33  du  diamètre  total. 

Rapports  et  différences.  Cette  espèce  est  remarquable 
par  sa  forme  rotulaire,  la  petitesse  relative  de  son  péristome,  le 
grand  nombre  et  la  forte  saillie  de  ses  tubercules  interambula- 
craires, l'aspect  particulièrement  tuberculeux  de  sa  face  supé- 
rieure. Ces  caractères  la  distinguent  de  V Hemipedina  aspera 
Desor,  de  VHem.  Chalmasi  Cotteau,  de  VHem.  elegans Desor,  de 
VHem.Nodoti  Cotteau,  dont  elle  est  voisine  sous  certains  rapports. 

L  0  c  a  1  i  t  é.  Sous  l'Espérance,  près  Belfort. 

Collection.  V.  Maire,  à  Gray. 


58  p.    DE   LOEIOL 


ToxASTER  CoLLEGNii  Sismonda. 

PI.  6.   Fig.  1. 

SYNONYMIE 

Toxaster  Collegnii  Sismonda,  1843,  Siigli  Echini  foss.  del  Contado  di  JSizza^ 

p.  21,  pi.  L  fig.  9-11. 
Toxaster  micrasteriformis  A  Gras,  1852.  Oursins  foss.  de  l'Isère,  p.  60, 

p).  4,  tig.  0-6. 
Echinospatafius  Collegnii  d'Orbigny,  1853.  Paléont.  franr.  T.  crétacés  t.  VI, 

p.  169,  pi.  846. 
Echinospatagas  Leymeriei  Cotteau,  1856,  in  Cotteau  et  Leymerie.  Calai. 

des  Echin.  foss.   des  Pyrénées,  Bull.   soc.  géol.  de  France,  2^  série, 

t.  XIII,  p.  348. 
Toxaster  Brunneri  Mérian,  1857,  in  Desor.  Synopsis,  p.  354,  pi.  XL,  fig.  2-4. 
Echinospatagus  Leymeriei  Cotteau,  1863.  Echinides  des  Pyrénées,  p.  53. 
Echinospatagus  Collegnii   P.    de    Loriol,  1873.  Echinologie  helvétique,  H, 

période  crétacée,  p.  350,  pi.  XXX,  fig.  1-5. 
■Hypsaster  Collegnii  Pomei,   1883.  Gênera  des  Echinides  vivants  et  fossiles, 

p.  43. 
Echinospatagus  Collegnii  Lambert,  1895.  Monographie  du   G.  Micraster, 

p.  156. 

J'ai  été  amené  à  m'occiiper  de  nouveau  de  cette  espèce  bien 
connue  par  l'examen  d'un  exemplaire  très  remarquable,  obligeam- 
ment communiqué  par  M.  le  professeur  Fr.  Leenhaedt.  Il  Ta 
recueilli  à  la  Clape  (Aude),  dans  l'étage  aptien. 

Voici  ses  dimensions  : 

Longueur 46"'"' 

Largeur,  par  rapport  à  la  longueur 0,93 

Hauteur  ».  «  0.72 

La  face  supérieure  est  singulièrement  élevée  et  renflée.  La 
hauteur  des  exemplaires  recueillis  en  Suisse  peut  varier  entre 
0,62  et  0,65  de  la  longueur;  celle  du  type  ded'ORBiGNYestdeO,66; 
celle  de  0,72  est  donc  un  extrême  qui,  je  le  crois,  a  été  rarement 
atteint.  Du  reste  les  caractères  spécifiques  de  cet  individu  sont 


ECHINODERMES  59 

ceux  que  ron  attribue  généralement  au  Toxasfer  CoUegnii,  avec 
les  légères  modifications  suivantes.  Le  sillon  antérieur,  très  peu 
creusé  à  partir  du  sommet,  s'efface  presque  complètement  vers  le 
milieu  de  la  hauteur  et  ne  produit  qu'une  légère  inflexion  sur  le 
bord  antérieur.  L'ambulacre  impair  est  très  court,  il  arrive  à  peine 
à  la  moitié  de  la  hauteur:  les  ambulacres  pairs  sont  relativement 
peu  creusés.  La  face  postérieure  est  assez  largement,  et  presque 
verticalement  tronquée.  L'appareil  apical  est  presque  centraL 
légèrement  excentrique  en  arrière. 

C'est,  à  n'en  pas  douter,  un  exemplaire  semblable  à  celui-ci 
qui  a  servi  de  type  à  Cotteau  pour  son  Echinospatagus  leyme- 
riamis,  dont  voici  la  diagnose  :  «  Espèce  oblongue,  épaisse,  ren- 
flée, arrondie  en  avant,  subtronquée  en  arrière.  Sommet  excen- 
trique en  avant.  Aire  ambulacraire  impaire  placée  dans  un 
sillon  apparent  seulement  à  la  face  supérieure,  qui  entame  à 
peine  le  pourtour  du  test.  Aires  ambulacraires  postérieures  très 
courtes.  La  Clape.  »  Dans  l'exemplaire  ici  décrit  le  sommet  est 
presque  central,  mais  pas  excentrique  en  avant,  c'est  la  seule 
différence  ;  or  ce  caractère  peut  varier,  dans  certaines  limites^ 
dans  l'espèce.  Cotteau  a  recomiu  plus  tard  {Echinides  foss.  des 
Pi/rénées,  loc.  cit.)  que  VEchin.  Leymeriei  devait  être  «  une  va- 
riété plus  allongée,  plus  grosse  et  plus  renflée  de  VEcli.  CoUegnii 
avec  lequel  on  le  trouve  associé.  La  Clape.  Rare.  »  Depuis  lors 
cette  manière  de  voir  a  été  généralement  adoptée,  et  avec  raison, 
car  on  ne  saurait  trouver  dans  l'individu  décrit  aucun  caractère 
de  quelque  importance  permettant  de  le  séparer  spécifiquement 
du  T.  CoUegnii,  bien  qu'au  premier  abord  sa  face  supérieure  si 
élevée  et  si  renflée,  ainsi  que  son  sillon  antérieur  si  faiblement 
creusé,  semblent  devoir  l'éloigner  des  exemplaires  typiques. 

Je  suis  heureux  de  pouvoir  donner  quelques  détails  supplé- 
mentaires sur  cette  intéressante  variété  qui  n'a  jamais  été  figurée. 
Elle  est  rare;  M.  Leenhakdt,  dans  ses  recherches,  n'a  trouvé  à 
la  Clape  que  ce  seul  individu,  du  moins  si  nettement  caractérisé, 


60  p.   DE   LORIOL 

parmi  les  nombreux  Tox.  CoUegnii  qu'il  a  récoltés  dans  cette  lo- 
c  alité. 

POMEL  estimait  que  le  T.  CoUegnii  devait  rentrer  dans  son 
genre  Hypsaster  à  cause  de  -ses  ambulacres  déprimés,  mais  il 
s'en  éloigne  par  de  nombreux  caractères,  ainsi  que  M.  Lambert 
{Micraster,  loc.  cit.)  l'a  déjà  montré,  et  rien  ne  s'oppose  à  ce  qu'il 
soit  maintenu  dans  le  genre  Toxaster;  la  dépression  des  ambu- 
lacres est,  parfois,  bien  faible,  et  je  l'observe  presque  aussi  pro- 
noncée dans  certains  individus  du  Toxaster  com])lanatus.  C'est 
là,  du  reste,  un  caractère  qui,  pris  isolément,  me  paraît  n'avoir 
qu'une  très  faible  importance  comme  caractère  générique. 

Localité.  La  Clape  (Aude).  Etage  aptien. 

Collection.  M.  le  prof.  Fr.  Leenhardt,  à  Moutauban. 

HOLASTER  Perezii  Sisuionda. 

PI.  6.   Fig.  2. 

SYNONYMIE 

Holasfer  Perezii  Sismonda,  1843.  Mem.  sugli  Echin.  foss.  del  Contado  di 
Nizza,  p.  II,  pi.  J,  tig.  1-3. 

Holaster  bisulcatus  A.  Gras,  1848.  Descr.  des  Oin'sins  fossiles  de  l'Isère, 
p.  62,  pi.  IV,  Pig.  7-8. 

Holaster  Perezii  d'Orbigny,  1833.  Paléontolof/ie  française.  Terrains  cré- 
tacés, t.  Yl,  p.  86,  pi.  DCGCXIII,  fig.  1-7. 

—  Desor,  18o8.  Synopsis  des  Echinides  fossiles,   p.   336,  pi.   XXXVHI, 
fig.  3-4. 

—  P.  de  Loriol.   1873.  Echinologie  helvétique.    Terr.   crétacés,    p.   32o, 

pi.  XXVlI,  fig.  6-8. 

—  Quenstedt,   1874.   Petref.   Kunde  Deutschlands,  Echiniden,   p.    621, 
pi.  LXXXVI,  fig    26-27. 

Je  n'ai  donné  en  synonymie  que  les  citations  accompagnées 
de  figures  venues  à  ma  connaissance.  Le  Cardiader  Ferezii 
Wright  {Monogr.  hrit.  crét.  Echinod.,  pi.  LXYIII,  fig.  2)  me  paraît 
fort  douteux.  Peut-être  la  figure  donnée  par  Quenstedt  d'un 


ECHINODERMES  61 

individu  d'Escragnolles,  représente-t-elle  un  H.  Brongniarti,  sa 
face  supérieure  n'est  pas  figurée. 

DIMENSIONS 

Longueur âS^m  à  35'""» 

Largeur,  par  rapport  à  la  longueur 0,96  cà  0,97 

Epaisseur  »  «  0,77 

Au  premier  abord,  en  examinant  les  échantillons  dont  il  est 
ici  question,  j'ai  cru  avoir  à  faire  avec  une  espèce  nouvelle,  mais 
j'ai  fini  par  reconnaître  que,  en  réalité,  il  n'était  pas  possible  de 
les  séparer  de  VHolaster  Perezii,  dont  on  peut  les  envisager 
comme  constituant  une  variété  présentant  de  l'intérêt.  Ces  indi- 
vidus différeraient  de  ceux  que  l'on  envisage  ordinairement 
comme  tj^ies  de  VU.  Perezii  par  leur  forme  plus  large,  plus  ar- 
rondie, moins  rétrécie  en  arrière,  leur  appareil  apical  un  peu 
plus  central,  leur  sillon  antérieur  moins  profond,  connnençant 
plus  loin  du  sommet.  Une  légère  carène  marque  le  milieu  de  l'aire 
interambulacraire  postérieure  impaire;  la  face  postérieure  est 
verticale,  avec  une  area  sous-anale  large  et  creusée.  Or,  en  com- 
parant ces  individus  avec  une  série  d'exemplaires  de  VH.  Pere- 
zii, provenant  de  la  Perte  du  Rhône  et  du  gault  des  Alpes,  et 
avec  les  figures  de  l'espèce  qui  ont  été  données,  je  retrouve  tou- 
tes les  modifications  que  je  viens  d'indiquer.  Ainsi  on  peut  re- 
cueillir ensemble  des  exemplaires  avec  un  large  sillon  commen- 
çant au  sommet  apical,  profond,  fortement  caréné  sur  les  bords, 
entamant  profondément  le  pourtour,  et  d'autres  dans  lesquels  ce 
sillon  est  bien  plus  faible  et  ne  s'approfondit  que  très  près  du 
bord,  sans  être  nettement  caréné  sur  ses  côtés;  dans  les  uns 
le  sonnnet  ambulacraire  est  très  excentrique  en  avant,  dans 
d'autres  il  l'est  à  peine;  la  plupart  sont  très  rétrécis  en  arrière, 
d'autres  le  sont  moins;  les  uns  sont  carénés  en  arrière,  d'autres 
pas  ;  enfin,  dans  les  uns,  le  péristome  est  plus  enfoncé  que  dans 
les  autres.  Toutes  ces  diverses  modifications  se  relient  entre  elles 


62  p.   DE   LORIOL 

par  des  passages  certains  et,  sans  beaucoup  de  peine,  on  peut 
faire  rentrer  dans  leur  série  les  exemplaires  d'Uzès  que  j'ai  ici 
en  vue. 

Il  est  certain,  ainsi  que  je  Tai  écrit  précédemment  {EcMnol. 
helr.,  loc.  cit.),  que,  si  l'on  place,  à  côté  l'une  de  l'autre,  la  figure 
donnée  par  Sismonda  et  celle  du  type  de  VHoL  hisuîcatus  A.  Gras, 
on  a  delà  peine  à  croire  qu'elles  représentent  une  même  espèce, 
mais  la  comparaison  d'échantillons  un  peu  nombreux  montre  qu'il 
en  est  réellement  ainsi.  Il  est  vrai  que  la  figure  donnée  par  Sis- 
]\I0XDA  est  certainement  mauvaise,  car  il  dit  positivement,  dans 
sa  diagnose  :  «  sulco  antico  lato,  ad  warr/inem  profundo  »  et  le 
dessin  ne  traduit  point  ce  caractère;  je  n'ai,  du  reste,  vu  aucun 
exemplaire  des  environs  de  Mce.  UHoIaster  Brouf/niarti  Hébert, 
est  certainement  très  voisin,  mais,  généralement,  son  sillon  anté- 
rieur est  très  peu  marqué,  et  très  court  sur  la  face  supérieure, 
tout  en  échancrant  profondément  le  bord  ;  son  ensemble  est  plus 
déprimé,  son  péristome  moins  enfoncé,  ainsi  que  j'ai  pu  m'en 
assurer  par  l'examen  de  très  bons  exemplaires  de  Clar;  toute- 
fois, avec  ces  individus  bien  typiques,  il  s'en  trouve  d'autres,  dont 
le  sillon  antérieur  ressemble  beaucoup  à  celui  d'un  Holaster  Pe- 
re.di  bien  caractérisé.  Peut-être  la  comparaison  d'une  série  nom- 
breuse d'échantillons  permettrait-elle  de  réunir  VH.  Brongniarti 
h  VH.  Perezii,  cela  ne  me  paraît  point  impossible. 

Localité.  Malaigue,  près  Uzès.  Vraconnien, 

Collection.  M.  le  prof.  F.  Leexhardï,  à  Montauban. 

Epiaster  Leenhardti  p.  de  Loriol  1900. 

PI.  (i.   Fi-,  a. 

DIMENSIONS 

Longueur. 23"^'"  à  29'»'" 

Lar{?eur,  pnr  rn|i|)oi't  à  lii  longur'ur   .      .   • 0.91   à  0,9ti 

Epaisseur         »  »  0,65 


ECHINODERMES  63 

Test  arrondi,  mais  toujours  un  peu  plus  large  que  long,  ar- 
rondi et  un  peu  écliancré  en  avant,  rétréci  en  arrière,  tronqué 
presque  verticalement  sur  la  face  postérieure.  Face  supérieure 
convexe,  mais  déprimée,  uniformément  et  graduellement  déclive 
en  avant,  relevée  en  carène  mousse  dans  l'aire  interamhula- 
craire  postérieure  impaire.  Pourtour  très  arrondi.  Face  infé- 
rieure convexe,  assez  renflée  sur  le  plastron. 

Appareil  apical  très  excentric^ue  en  arrière,  situé  aux  ^7i"o 
de  la  longueur,  un  peu  enfoncé.  Quatre  pores  génitaux  aux 
quatre  coins  d'un  carré  ;  la  plaque  madréporique  ne  dépasse  pas 
les  deux  postérieures.  L'apex  se  trouve  un  peu  en  arrière. 

Ambulacre  impair  logé  dans  un  sillon  étroit  et  assez  profond 
dès  le  sommet,  lequel  s'élargit  ensuite,  sans  s'approfondir  beau- 
coup, et  écliancre  le  bord  antérieur  largement,  mais  peu  profon- 
dément; les  zones  porifères  sont  droites;  je  compte  25  paires  de 
pores  dans  chaque  zone  du  plus  grand  exemplaire  ;  les  pores  sont 
allongés  et  disposés  en  circonflexe.  Ambulacres  pairs  antérieurs 
relativement  peu  divergents,  et  dirigés  en  avant,  élargis  et  un 
peu  arqués  vers  l'extrémité,  peu  profondément  excavés.  Zones 
porifères  larges,  un  peu  moins  que  l'espace  interporifère  ;  je 
compte  36  paires  de  pores  par  zone  au  maximum.  Ambulacres 
postérieurs  pairs  plus  courts  de  moitié  que  les  antérieurs,  ar- 
rondis, creusés.  Les  aires  interambulacraires  font  une  saillie 
assez  forte  autour  de  l'appareil  apical. 

Péristome  enfoncé,  relativement  assez  éloigné  du  bord. 

Périprocte  petit,  ovale,  acuminé  aux  deux  extrémités,  ouvert 
au  sommet  de  la  face  postérieure. 

Tubercules  assez  écartés  sur  la  face  supérieure,  plus  abon- 
dants sur  le  pourtour  antérieur,  serrés  sur  le  plastron.  Toute  la 
surface  est,  en  outre,  couverte  d'un  chagrin  très  fin  et  très 
serré. 

On  ne  distingue  aucune  trace  de  fascioles;  comme,  sur  plu- 
sieurs des  exemplaires  que  j'ai  examinés,  l'état  de  conservation 


64  p.   DE   LOEIOL 

de  la  surface  du  test  est  très  bon,  on  ne  manquerait  pas  de  cons- 
tater leur  présence  éventuelle. 

Rapports  et  différences.  L'espèce  a  le  faciès  d'un 
Hemiaster,  mais  l'absence  certaine  de  fasciole  péripétale  la  fait 
rentrer  dans  le  genre  Epiaster.  Son  sommet  ambulacraire  très 
excentrique  en  arrière,  et  la  très  grande  inégalité  des  ambulacres 
pairs,  la  font  aisément  distinguer  de  la  plupart  des  autres  Epias- 
ter et,  en  particulier,  de  V Epiaster  distinctiis  Agassiz.  Elle  dif- 
fère de  V Epiaster  Gueranqeri  Cotteau,  plus  voisin,  par  sa  forme 
moins  large  et  moins  rétrécie  en  arrière,  par  ses  ambulacres 
pairs  moins  divergents,  son  sillon  antérieur  écliancrant  un  peu 
plus  le  pourtour,  son  péristome  plus  éloigné  du  bord.  Dans 
V Epiaster  Murchisoni  (Mantell)  Lambert,  l'ensemble  est  plus 
arrondi,  et  beaucoup  plus  renflé,  le  sillon  antérieur  est  bien  plus 
large  et  plus  profond,  les  ambulacres  antérieurs  pairs  sont  plus 
divergents.  Elle  n'est  pas  à  confondre  avec  V Epiaster  ricordean us 
(d'Orbigny)  Cotteau. 

Localité.  Malaigue,  près  Uzès.  Vraconnien. 

C  0 1 1  e  c  t  i  0  n.  M.  le  prof.  Leexhardt,  à  Montauban. 

Catopygus  Rouvillei  p.  de  Loriol  1900. 

PI.  6.  Fip:.  4  et  5. 

DIMENSIONS 

Longueur     20mm  ^  25mm 

Largeur,  par  rapport  à  la  longueur 0,80  à  0,82 

Epaisseur         »  »  0,51   à  0,5o 

Test  ovale,  allongé,  arrondi  en  avant,  très  graduellement  et 
faiblement  élargi  jusqu'aux  deux  tiers  postérieurs,  environ,  de  la 
longueur,  puis  graduellement  rétréci,  à  partir  de  ce  point,  jus- 
qu'à l'area  anale;  la  région  postérieure  a,  ainsi,  une  forme  sub- 
rostrée.  Face  supérieure  déprimée,  uiiifoi'mément  convexe,  sans 


ECHINODERMES  65 

être  aucunement  renflée,  légèrement  relevée  au-dessus  du  péri- 
procte  par  une  saillie  qui  protège  ce  dernier.  Face  inférieure 
presque  i)lane,  légèrement  déprimée  aux  environs  du  péristome. 
Pourtour  arrondi. 

Appareil  apical  excentric^ue  en  avant,  situé  aux  40  7»  de  la 
longueur;  je  ne  distingue  pas  les  pores  génitaux. 

Ambulacres  tout  à  fait  à  fleur  du  test.  L'antérieur  impair  est 
un  peu  plus  étroit,  mais  aussi  long  que  les  antérieurs  pairs.  Ces 
derniers  sont  très  divergents,  à  peine  resserrés  à  leur  extrémité  ; 
leurs  zones  porifères  sont  plus  étroites  que  l'espace  interporifère. 
Les  postérieurs  sont  semblables,  mais  un  peu  plus  allongés  et 
moins  divergents. 

Péristome  pentagonal,  très  petit,  excentrique  en  avant;  le  flos- 
celle  est  peu  accusé,  cependant  bien  distinct. 

Périprocte  également  très  petit,  ouvert  au  sonnnet  d'une  area 
anale  étroite  et  creusée,  qui  tronque  verticalement  la  face  pos- 
térieure. 

Les  tubercules  ne  sont  pas  distincts. 

Rapports  et  différences.  Je  connais  cinq  exemplaires  ap- 
partenant à  cette  espèce  qui  ressemble  au  CatopygiisEhratii  d'Or- 
bigny,  mais  s'en  distingue  par  sa  face  supérieure  plus  déprimée, 
uniformément  convexe,  nullement  conique  ou  gibbeuse,  par  sa 
forme  plus  rétrécie  en  arrière,  son  péristome  et  son  appareil  api- 
cal moins  excentriques  en  arrière.  Il  est  certainement  très  voi- 
sin du  Catop.  prestensis  P.  de  Loriol,  dont  j'ai  plusieurs  exem- 
plaires sous  les  yeux  ;  je  crois  cependant  devoir  le  distinguer  à 
cause  de  sa  forme  constamment  plus  étroite  en  avant,  bien  moins 
élargie  en  arrière  et  plus  rétrécie  vers  le  bord  postérieur:  sa  face 
inférieure  est  tout  à  fait  plane,  sans  dépression  appréciable  au- 
tour du  péristome.  Le  Catopygus  Switensls  Desor  est  plus  al- 
longé, plus  régulièrement  ovale  ;  sa  face  supérieure  est  un  peu  re- 
levée sur  la  ligne  médiane  qui  parait  en  forme  de  toit  ;  le  sommet 

Rev.  Suisse  de  Zool.,  T.  8.  1900.  5 


66  .  p.   DE   LORIOL 

ambulacraire  est  un  peu  plus  excentrique  en  avant  ;  la  face  infé- 
rieure est  tout  à  fait  plane. 

Localité.  Malaigue,  près  Uzès.  Yraconnien. 

Collection.  M.  le  prof.  Leenhakdt,  à  Montauban. 

Genre  Pomelia  P.  de  Loriol  1900. 

Test  ovale,  arrondi,  convexe  sur  la  face  supérieure,  aplati  sur 
la  face  inférieure. 

Ambulacres  égaux  entre  eux,  l'antérieur  impair  semblable  aux 
autres;  ils  sont  allongés,  lancéolés,  non  fermés  à  l'extrémité. 
Pores  conjugués. 

Péristome  excentrique  en  avant,  arrondi,  entouré  d"un  floscelle 
très  accusé. 

Périprocte  allongé  verticalement,  ouvert  sur  la  face  posté- 
rieure. 

Tubercules  scrobiculés,  très  fins  ;  une  bande  postérieure  mé- 
diane, granuleuse,  sans  tubercules,  produit  sur  la  face  inférieure 
une  sorte  de  faux  plastron. 

R  a  p  p  0  r  t  s  e  t  d  i  f f  é  r  e  n  c  e  s.  Les  caractères  généraux  des 
Pomelia  sont  ceux  des  Faujasia;  ils  en  diffèrent  par  leur  péri- 
procte longitudinal,  et  non  transverse,  ouvert  sur  la  face  posté- 
rieure de  manière  à  l'échancrer,  et  non  inframarginal,  par  leurs 
ambulacres  non  fermés  à  l'extrémité,  et  par  la  présence  d'une 
bande  médiane  postérieure,  simplement  granuleuse,  sur  la  face 
inférieure. 

Une  seule  espèce  du  crétacé  supérieur  du  Portugal. 

Je  suis  heureux  de  dédier  ce  genre  intéressant  à  Pomel  dont 
les  beaux  travaux  ont  fait  faire  des  progrès  importants  à  la  pa- 
léontologie et,  en  particulier,  à  l'étude  des  Echinides. 


ECHINODERMES  67 


POMELIA  Delgadoi  P.  de  Loriol  1900. 
1»1.  6.   Fig.  6  à  8. 

DIMENSIONS 

"Longueur 17mm  à  2'i"i'" 

Largeur,  par  rapport  à  la  longueur 1,00 

Hauteur  »  »  0,50  à  0,53 


Test  aussi  large  que  long,  arrondi  en  avant,  graduellement 
élargi  jusqu'aux  deux  tiers  environ  de  sa  longueur,  puis  rapide- 
ment rétréci  avec  un  rostre  postérieur  assez  nettement  accusé. 
Face  supérieure  presque  uniformément  convexe,  assez  élevée, 
mais  nullement  conique  ;  un  léger  renflement  marque  Taire  inter- 
uml)ulaire  inqiaire.  Face  inférieure  presque  plane,  légèrement 
déprimée  autour  du  péristome,  et  assez  sensiblement  renflée  sur 
le  faux  plastron. 

Appareil  apical  subcentral,  légèrement  excentrique  en  avant, 
correspondant  avec  l'apex;  quatre  pores  génitaux,  les  postérieurs 
sont  beaucoup  plus  écartés  que  les  antérieurs. 

Ambulacres  légèrement  costulés,  étroits,  lancéolés,  allongés, 
pétaloïdes,  effilés,  mais  non  fermés  à  leur  extrémité,  sensiblement 
égaux  entre  eux;  l'antérieur  impair  légèrement  plus  étroit  que 
les  autres.  L'aire  interporifère  a  environ  trois  fois  la  largeur  de 
Tune  des  zones  porifères. 

Péristome  excentrique  en  avant,  circulaire,  très  petit,  entouré 
d'un  floscelle  très  accentué;  les  bourrelets  sont  très  saillants; 
les  phyllodes,  étroits  et  profondément  creusés  entre  les  bourrelets, 
s'étalent  ensuite  largement  en  forme  de  fer  de  lance  ;  les  paires 
de  pores  sont,  relativement,  enfoncées. 

Périprocte  petit,  étroit,  allongé  verticalement,  ouvert  sur  la 
face  inférieure  qu'il  échancre  légèrement. 

Les  tubercules  de  la  face  supérieure  sont  fort  petits,  scrobi- 
culés,  à  peu  près  invisibles  sans  le  secours  de  la  loupe,  assez 


68  p.    DE   LORIOL 

écartés,  homogènes  ;  à  la  face  inférieure  ils  sont  semblables,  mais 

I 

plus  serrés  vers  le  pourtour;  ils  s'écartent  beaucoup  et  devien- 
nent plus  apparents  et  plus  profondément  scrobiculés  au  voisi- 
nage du  péristome.  Toute  la  surface  entre  les  tubercules  est  cou- 
verte d'une  granulation  microscopique.  Une  bande  étroite,  allant 
du  péristome  au  périprocte,  sorte  de  faux  pfestron,  est  couverte 
seulement  de  granules  particuliers,  très  serrés,  d'une  finesse 
extrême.  Cette  bande  tranche  fortement  avec  la  région  voisine 
qui  est  couverte  de  tubercules  scrobiculés,  et  elle  se  rapproche  de 
la  bande  granuleuse  des  Cassididus. 

Localité.  Azinhaga  de  Pinhal  de  Laura  (Mira).  Portugal. 
Etage  sénonien. 

Collection.  Direction  des  travaux  géologiques  à  Lisbonne. 


PSEUDODIADEMA   INTERJECTUM   P.    de   Loriol, 

PI.  7.   Fig.  10. 

SYNONYMIE 

Pseudodiadema  iiiterjectum  P.  de  Loriol,  1887.  Descr.  des  Echinides  créta- 
cù/ues  du  Portugal,  Recueil  d'études paléontologiqu es  sur  ta  faune  cré~ 
tacique  du  Portugal.  Vol.  II,  Fasc.  I,  p.  29,  pi.  V,  fig.  7. 

DI.ME.\S10NS 

Diamètre 14'»'"  à  33'""^ 

Hauteur,  par  rapport  au  diamèlre     .■ 0,48  à  0,52 

Test  circulaire,  peu  élevé,  renflé  au  pourtour;  la  face  infé- 
rieure est  convexe  autour  du  péristome  qui  est  peu  enfoncé. 

Zones  porifères  droites,  un  peu  déprimées  à  la  face  supé- 
rieure ;  les  paires  de  pores  sont  très  régulièrement  superposées 
de  la  base  au  sommet. 

Aires  ambulacraires  égalant  en  largeur  la  moitié  des  airej^ 
interaml)ulacraires,  ou  à  peu  près,  légèrement  déprimées  au  mi- 


ECHINODERMES  69 

lieu  sur  la  face  supérieure.  Elles  portent  deux  rangées  de  seize 
à  dix-sept  tubercules  très  finement  crénelés  et  ])erforés;  le 
mamelon  est,  relativement,  très  petit,  mais  la  base  ({ui  le  sup- 
porte est  assez  saillante;  à  l'ambitus  les  scrobicules  sont,  relati- 
vement, bien  développés,  et  confluents.  A  la  face  supérieure  les 
tubercules  diminuent  très  fortement  et  assez  brusquement.  Tout 
l'espace  entre  les  tubercules  est  couvert  de  granules  fins,  serrés, 
<et  homogènes.  Les  plaques  ambulacraires  sont  composées  de  trois 
plaques  primaires  dont  la  médiane  est  fortement  resserrée,  au 
milieu,  sur  le  tubercule. 

Aires  interambulacraires  larges,  avec  deux  séries  de  tuber- 
cules semblables  à  ceux  des  aires  ambulacraires,  un  ])eu  plus 
développés  à  l'ambitus,  diminuant  rapidement  comme  eux  à  la 
face  supérieure  ;  on  en  compte  quinze  par  série.  Vers  le  sommet 
le  milieu  de  la  zone  miliaire  est  assez  profondément  déprimé  et 
lisse;  cette  dépression  est  accentuée  dans  l'exemplaire  impar- 
fait qui  m'avait  servi  de  tjpe,  et  j'avais  cru  remarquer  qu'une 
légère  saillie  du  test  supportait  chacune  des  séries  de  tubercules. 
Un  nouvel  examen  de  cet  individu  m'a  montré  que  j'avais  été 
trompé  par  une  apparence,  et  je  ne  trouve  rien  de  semblable  sur 
les  exemplaires  très  bien  conservés  que  je  décris  maintenant.  A 
la  face  inférieure  on  remarque  un  espace  lisse  ayant  l'apparence 
-d'un  large  sillon  très  peu  profond  qui  longe  chaque  côté  de  l'aire, 
et  correspond  à  une  entaille  péristomale.  Sauf  ces  espaces  Hsses 
toute  la  surface  est  couverte  de  granules  très  fins,  très  serrés  et 
homogènes.  Il  n'y  a  point  de  tubercules  secondaires,  c'est  à 
peine  si  l'on  remarque,  à  la  face  inférieure,  quelques  granules  un 
peu  plus  volumineux  que  les  autres. 

Appareil  apical  détruit  ;  l'espace  qu'il  occupait  est  assez 
grand,  et  se  prolonge  d'une  manière  très  marquée  dans  l'aire 
interambulacraire  impaire. 

Péristome  petit,  peu  enfoncé,  circulaire,  ses  dix  entailles  sont 
lieu  profondes. 


70  p.    DE   LORIOL 

Rapports  et  différences.  Ainsi  qiiejeviens  de  le  dire,  lors- 
que j'ai  établi  l'espèce  je  n'avais  qirmi  seul  individu  incomplet, 
et  dans  un  état  de  conservation  médiocre;  il  m'avait  paru  cepen- 
dant assez  intéressant  pour  ne  pas  être  négligé.  Récennnent 
M.  Choffat  m'a  communiqué  quelques  exemplaires,  en  parfait 
état,  qui  appartiennent  certainement  à  la  même  espèce,  et  per- 
mettent de  la  faire  connaître  d'une  manière  complète,  et  de  rec- 
tifier une  erreur  que  je  commettais  en  croyant  que  les  séries  de 
tubercules  étaient  supportées  par  une  légère  carène.  Son  exis- 
tence comme  espèce  très  différente  des  autres  est  encore  plus 
apparente,  maintenant  qu'elle  est  bien  connue. 

Localité.  Canal  Alcanède,  Portugal.  Cénomanien. 

Collection.  Direction  des  Travaux  géologiques,  à  Lisbonne. 

Genre  Trochodiadema  P.  de  Loriol  1900. 

Test  rotulaire. 

Appareil  apical  inconnu  ;  l'espace  qu'il  occupait  est  fort  res- 
treint. 

Zones  porifères  droites,  à  fleur  du  test.  Pores  disposés  par 
simples  paires  très  régulièrement  superposées  du  sommet  à  la 
base  ;  à  la  face  inférieure,  non  seulement  les  paires  de  pores  ne 
se  uuiltiplient  point,  mais,  au  contraire,  elles  s'écartent  notable- 
ment. 

Plaques  ambulacraires  composées  de  trois  plaques  prinuxires 
portant  chacune  une  paire  de  pores. 

Tubercules  petits,  faiblement  mamelonnés,  i)erforés  et  créne- 
lés, rapidement  affaiblis  à  la  face  supérieure. 

Péristome  étroit,  nnnii  d'entailles  assez  longues  et  étroites. 

Rapports  et  d i f f  é r  e n c e s.  L'espèce  pour  laquelle  j'ai  cru 
devoir  établir  une  coupe  nouvelle  se  rapproche  certainement 
beaucouj)  des  Fseudodiadema  avec  deux  rangées  de  tubercules. 


ECHINODERMES  7 1 

interainbulacraires  (Tiarella  Poinel)  ;  elle  en  diffère  cependant 
par  sa  forme  si  nettement  rotulaire,  ses  paires  de  pores  espacées 
à  la  face  inférieure,  nullement  dédoublées  près  du  péristome  le- 
quel est  singulièrement  étroit.  L'aspect  général  de  l'espèce  est 
assez  différent  de  celui  ([esyrMsPsendodiadeniaitom'quon  se  de- 
mande, d'emblée,  si  l'on  a  réellement  affaire  avec  une  espèce  de 
ce  genre,  quoique  les  caractères  généraux  soient  les  mêmes.  La 
création  d'un  genre  nouveau  pour  la  classer  me  paraît  justifiée, 
d'autant  plus  que  je  ne  vois  guère  de  passages  à  citer.  Il  est  fort 
possible,  du  reste,  qu'on  en  trouvera,  et  que  le  nouveau  genre 
pourra  être  supprimé  sans  inconvénient.  Par  contre,  les  passages 
qui  existent  entre  les  Pseudodiadema  n'ayant  que  deux  rangées 
de  tubercules  dans  les  aires  interambulacraires,  et  ceux  qui  en 
ont  quatre;  entre  ceux  qui  n'ont  que  de  petits  tubercules  secon- 
daires et  ceux  ([ui  n'en  ont  point,  etc.,  sont  si  évidents  que  la 
valeur  des  genres  qui  ont  été  établis  uniquement  sur  ces  soi-di- 
sant caractères,  me  parait  des  plus  i)roblématiques. 

TRornoDiADEMA  ABRAMENSE  P.  de  Loriol  1900. 

PI.  7.  Fig.  7  et  8. 

DIMENSIONS 

Diamètre 9"'"'  à  17™™ 

Hauteur,  par  rapport  au  diamètre 0,50  à  0,63 

Test  rotulaire,  renflé  au  pourtour,  convexe  sur  la  face  supé- 
rieure et  sur  la  face  inférieure. 

Zones  porifères  parfaitement  rectilignes,  à  fleur  du  test.  Po- 
res disposés  par  paires  simples,  très  régulièrement  superposées, 
notablement  plus  écartées  à  la  face  inférieure,  nullement  multi- 
pliées près  du  péristome. 

Aires  ambulacraires  larges,  à  peu  près  aussi  larges  (jue  la 
moitié  des  aires  interambulacraires.  Elles  portent  deux  séries  de 
tubercules  peu  développés,  faiblement  mamelonnés,  crénelés  et 


'^  p.   DE   LOEIOL 


tiiiemeiit  perforés.  Au-dessus  de  l'ambitus  ils  diminuent  brusque- 
ment et  fortement,  s'écartent,  et  n'ont  plus  que  l'apparence  de 
gros  granules.  Toute  la  surface,  en  dehors  des  tubercules,  est 
couverte  d'une  granulation  extrêmement  fine,  dense  et  homo- 
gène. Les  plaques  ambulacraires  se  composent  de  trois  plaques 
primaires  dont  la  médiane  est  fortement  resserrée  au  milieu  sur 
le  tubercule.  On  compte  environ  15  tubercules  par  série. 

Aires  interambulacraires  avec  deux  séries  de  tubercules  sem- 
blables à  ceux  des  aires  ambulacraires,  sans  être  plus  développés 
à  l'ambitus;  comme  eux  ils  diminuent  brusquement  et  très  forte- 
ment à  la  face  supérieure,  n'ayant  plus  que  l'apparence  de  gros 
granules.  Tout  le  reste  de  la  surface  est  occupé  par  une  granu- 
lation analogue  h  celle  des  aires  ambulacraires. 

Péristome  à  peine  enfoncé,  très  petit;  son  diamètre  ne  dépasse 
pas  0,30  du  diamètre  de  l'oursin.  Les  entailles  péristomales  sont 
étroites  et  assez  profondes. 

Dçs  individus  jeunes,  de  10  mm.  de  diamètre  seulement,  pré- 
sentent les  mêmes  caractères  généraux  que  les  adultes,  seulement 
les  tubercules  sont  beaucoup  moins  nombreux,  on  n'en  compte 
que  huit  par  série  dans  les  aires  ambulacraires,  six  à  sept  dans 
les  séries  des  aires  interambulacraires.  et  ils  diminuent  moins 
rapidement  vers  le  sommet. 

Localités.  Signal  d'Abram(Alcarède).  Alcantara.  Mon  Santo 
(Alcarède).  Portugal.  Etage  turonien. 

Collection.  Direction  des  travaux  géologiques  à  Lisbonne. 
CiDARis  Leenhardti  P.  de  Loriol,   1900. 

PI.  7.   F\g.  1  à  (). 

DiMKNsiONS  (Hadioles). 

Longueur  du  plus  long  fragment 48'"'" 

Diamètre  du  même 3  » 

Diiimètre  du  plus  petit '  2  » 


ECHINODEEMES  73 

Radioles  cylindriques,  grêles,  atteignant  probablement  une 
assez  grande  longueur  sans  que  l'épaisseur  de  la  tige  diminue 
sensiblement.  Celle-ci,  dans  plusieurs  des  exemplaires  que  j'ai 
sous  les  yeux,  est  armée  d'épines  comprimées,  aiguës,  souvent 
très  allongées,  éparses,  plus  ou  moins  nombreuses  ;  la  surface  in- 
termédiaire est  lisse  ou  bien,  plus  rarement,  parsemée  de  petites 
aspérités  presque  invisibles  à  l'œil  nu  entre  lesquelles  on  distingue 
des  stries  longitudinales  d'une  finesse  extrême.  Dans  d'autres 
fragments,  les  épines  sont  inégales  ;  quelques-unes,  assez  longues, 
se  montrent  vers  là,  base  ;  les  autres,  bien  plus  courtes,  ont  une 
tendance  à  s'aligner.  Elles  sont  bien  plus  petites  et  forment  des 
séries  régulières  sur  une  partie  au  moins  de  la  surface  de  quel- 
ques autres  tiges.  Sur  onze  fragments  de  radioles  que  j'ai  sous 
les  yeux,  il  n'en  est  pas  deux  dont  l'ornementation  soit  identique, 
mais  on  peut  observer  tous  les  passages  entre  les  types  que  j'ai 
indiqués;  il  est  fort  probable  que  les  tiges,  ayant  une  longueur 
assez  considérable,  n'étaient  pas  partout  ornées  de  la  même 
manière.  Aucun  de  ces  radioles  n'étant  complet,  on  ne  sait  com- 
ment ils  se  terminaient. 

Collerette  courte,  striée,  limitée  par  un  bourrelet  à  peine  sen- 
sible. Bouton  court;  anneau  saillant;  la  facette  articulaire  est 
usée. 

Rapports  et  différences.  Les  radioles  que  je  viens  de 
décrire  sont  certainement  très  voisins  de  ceux  auxquels  Cotteau 
a  donné  le  nom  de  Cldarisftjxin  ir/era  et  qui  proviennent  du  néocomien 
d'Escragnolles.  Ils  s'en  distinguent  cependant  par  leurs  épines 
ai'rivant  à  une  longueur  bien  plus  forte,  et,  souvent,  très  réguliè- 
rement sériées,  tandis  que  les  petites  aspérités  qui  garnissent 
parfois  leurs  intervalles  ne  le  sont  jamais;  les  stries  de  la  sur- 
face sont  d'une  finesse  extrême  et  nullement  granuleuses.  D'au- 
tres différences  apparaîtraient  peut-être  si  l'on  connaissait  des 
radioles  entiers  des  deux  espèces,  et  le  bouton  bien  complet  du 


74  p.    DE   LORIOL 

Cid.  Leenha nUi  :  je  n'observe  aucun  radiole  à  tige  fusiforme,  sem- 
blable à  celui  que  Cotteau  a  figuré  comme  appartenant  au  Cidaris 
spiiiifjera.  En  attendant  de  plus  amples  informations  et  la  décou- 
verte des  tests  auxquels  ces  deux  types  de  radioles  appartiennent, 
il  me  paraît  nécessaire  de  les  rapporter  à  deux  espèces;  la  diffé- 
rence de  niveau  considérable  de  leurs  gisements  respectifs  peut 
encore  entrer  indirectement  en  ligne  de  compte  en  faveur  de 
cette  manière  de  voir,  (^uant  aux  radioles  du  Cidaris  KiUarri 
Cotteau,  du  Cidaris  lineolata  Cotteau,  du  Cidaris  mamarosensis 
P.  de  Loriol,  qui  présentent  certaines  analogies,  ils  ne  sauraient 
être  confondus  avec  ceux  que  je  viens  de  décrire. 

Localité.  Gargas,  près  Apt  (Vau cluse)  dans  des  couches  im- 
médiatement supérieures  au  niveau  de  V AcantJioceras  MiUeti. 

Collection.  M.  le  professeur  Leenhardt,  à  Montauban. 
Antedox  Almerai  p.  de  Loriol,  1900. 

PI.  8.   Fig.o. 

DIMENSIONS 

Diamètre  du  calice  sur  les  premières  radiales i'iinn> 

Hauteur  du  calice,  avec  les  premières  radiales  seulement,  par  rap- 
port à  son  diamètre        <',64 

Calice  de  grande  taille,  pentagonal,  déprimé.  Sa  cavité,  dont 
l'orifice,  sur  les  premières  radiales,  a  un  diamètre  de  0,70  du 
diamètre  total,  est  relativement  peu  in'ofonde,  évasée,  et  exacte- 
ment pentagonale.  La  surface  de  ses  parois  est  comme  burinée 
par  des  petits  sillons  perpendiculaires,  irréguliers,  rapprochés,, 
dont  les  intervalles  paraissent,  çà  et  là,  comme  inégalement  gra- 
nuleux. Chacun  des  cinq  angles  est  marqué  par  un  sillon  corres- 
pondant à  la  suture  des  premières  radiales  ;  il  est  assez  large 
court,  n'arrivant  point  au  fond,  mais  aboutissant  d'abord  à 
une  petite  cavité  peu  ])rofonde,  puis  à  un  bourrelet  arrondi,  ru- 
gueux, et  un  ])('ii  tuberculeux.  Ces  cinq  bourrelets  interradiaux, 


ECHINODERMES  75 

assez  peu  apparents,  séparés  par  un  petit  creux,  forment  le  fond 
de  la  cavité  calicinale:  ils  appartiennent  aux  pièces  radiales^ 
et  ce  ne  sont  point  des  pièces  séparées. 

Pièce  centrodorsale  presque  circulaire,  peu  élevée,  inoins 
haute  que  les  premières  radiales  en  face  desquelles  son  bord 
ventral  est  plus  ou  moins  profondément  éch ancré  ou  onduleux; 
ses  faces  latérales  ne  sont  pas  limitées  par  des  angles.  Sa  face 
dorsale  est  convexe,  mais  faiblement,  avec  une  légère  dépression 
centrale  ;  elle  est  couverte  de  petits  sillons  peu  profonds  et  irré- 
guliers et  de  petites  cavités,  peu  profondes  ou  même  presque 
superlicielles,  irrégulièrement  disposées.  Les  facettes  articulaires 
des  cirres  sont  grandes,  circulaires,  relativement  profondes,  au 
nondîre  de  trois  sur  chaque  face,  disposées  sur  une  série  hori- 
zontale un  peu  irrégulière,  avec  une  ou  deux  surnuméraires  en 
face  de  deux  des  angles  du  pentagone  radial;  en  somme,  sur 
l'exemplaire  décrit,  j'en  compte  dix-neuf. 

L'extrémité  de  deux  des  pièces  basales  apparaît  en  dehors 
comme  une  légère  saillie. 

Premières  pièces  radiales  peu  élevées,  presque  deux  fois  aussi 
larges  que  hautes;  leur  bord  externe  est  arrondi,  couvert  de 
petits  granules  et  assez  saillant  pour  qu'elles  fussent  bien  visi- 
bles, en  dehors,  lorsque  le  calice  était  complet;  leur  bord  est 
assez  irrégulier;  ou  bien  il  fait,  au  milieu,  une  forte  saillie  mé- 
diane échancrant  la  pièce  centrodorsale,  ou  bien  il  est  lui-même 
échancré  par  la  facette  articulaire  d'un  cirre.  Facettes  articu- 
laires assez  obliques  à  l'axe  du  calice  pour  être  entièrement 
visibles  d'en  haut  ;  elles  sont  divisées  à  peu  près  en  deux  parties 
égales  par  le  bourrelet  qui  est  notablement  élargi  au  milieu,  du 
côté  interne,  pour  l'oritice  du  canal.  Impression  du  ligament 
élastique  longue,  étroite  et  profonde,  la  fossette  médiane  est 
profonde  et  allongée  ;  impressions  du  ligament  interarticulaire 
triangulaires,  allongées,  profondes  à  leur  extrémité  interne,  sé- 
parées par  une  côte  des  impressions  musculaires  ;  celles-ci  sont 


76  p.    DE    LORIOL 

grandes,  ovales,  superficielles,  séparées  par  une  écliancrure  pro- 
fonde. 


Rapports  et  différences.  Je  ne  connais  qu'un  seul  indi- 
vidu, mais  il  est  très  bien  conservé.  Lors  même  que  l'arrange- 
ment des  cirres  sur  une  seule  ligne  horizontale  et  le  peu  de 
hauteur  de  la  pièce  centrodorsale,  rappellent  le  calice  des  Acfi- 
ftometra,  l'ensemble  des  caractères  de  celui-ci  me  parait  rendre 
plus  probable  son  classement  dans  le  genre  Antedrm.  Il  se 
rapproche  du  calice  de  l'espèce  que  j'ai  décrite  sous  le  nom 
(ï Actinometra  vagnasensis  (Pal.  fravc.  T.  jurassiques  t.  XL 
IL  p.  538)  qui  avait  été  indiqué  connue  provenant  des  couches 
jurassiques,  mais  qui,  en  réalité,  se  montre  dans  l'étage  aptien; 
il  s'en  distingue  cependant  par  sa  pièce  centrodorsale  convexe 
sur  sa  face  dorsale,  et  non  entièrement  plate,  accidentée  et  non 
lisse,  ni  débordée  au  pourtour  par  les  facettes  articulaires  des 
cirres,  puis  par  ses  faces  latérales  non  verticales,  par  ses  cirres 
disposés  plus  irrégulièrement  et,  enfin,  par  sa  cavité  calicinale 
plus  profonde  et  moins  étalée. 

Sous  le  nom  de  I)ecamerof<  rkordeanns,  d'Orbigny  a  men- 
tionné dans  le  Prodrome  (t.  II.  p.  121)  une  espèce  de  Tap- 
tien  de  (Turgy  (Yonne)  dont  VArdedou  Aimerai  est  certainement 
voisin  ;  elle  n'est  connue  que  par  la  phrase  suivante  du  Prodrome  : 
«  Magnifique  es))èce,  dont  le  calice  est  déprimé,  granuleux  en 
dessous,  à  deux  rangées  de  ranmles.  Gurgy.  »  Grâce  à  la  grande 
obligeance  de  M.  Peron,  j'ai  pu  examiner  le  calice  d'une  espèce 
de  Gurgy  qui  me  parait  être  certainement  le  Becameros  ricor- 
deanus  d'Orb.,  elle  appartient  suivant  toute  probabilité  au  genre 
Adinometra.  Le  diamètre  de  sa  pièce  centrodorsale  est  de  1()"^"> . 
elle  est  très  déprimée,  très  largement  troncpiée  sur  sa  face  dor- 
sale qui  a  presque  le  mémo  diamètre  et  qui  est  tout  à  fait  plate, 
ses  côtés  latéraux  sont  i)resque  verticaux.  Les  cirres  sont  dis- 
posés sur  une  rangée  horizontale  et  çà  et  là  sur  deux  ;  je  conq)te 


ECHINODERMKS  li 

27  facettes  articulaires.  La  liauteur  du  calice,  avec  les  pre- 
mières pièces  radiales,  n'est  ipie  de  8""",  la  largeur  de  ces  der- 
nières égale  trois  fois  leur  hauteur;  la  cavité  de  l'aimeau  radial 
est  très  peu  profonde  et  très  évasée.  La  surface  de  Texeniplaire 
est  malheureusement  fruste,  de  sorte  que  bien  des  détails  ne  peu- 
vent être  appréciés.  Les  caractères  que  je  viens  d'indi(iuer  mon- 
trent que  l'espèce  de  Catalogne  est  certainement  distincte.  Par 
contre,  je  ne  suis  point  éloigné  de  croire  ({ue  mon  AcUnometra 
vagnasensis  est  peut-être  la  même  espèce  que  le  Becam.  ricor- 
deanus;  toutefois  je  ne  connais  pas  encore  assez  bien  ce  dernier 
pour  pouvoir  l' affirmer  définitivement  ;  la  forme  est  sensiblement  la 
même.  Mon  ami,  M.  Schlumberger,  qui  a  bien  voulu  me  rendre 
le  service  d'examiner  au  jVIuseum  de  Paris  le  type  du  Deca- 
meros  ricordeanus,  d'Orb.,  en  vue  de  cette  comparaison,  a  eu  la 
même  inq)ression.  Je  n'ai  pas  indiqué  ce  rapprochement  possible 
dans  ma  description  de  l'espèce,  parce  que  la  simple  mention  de 
d'Orbigny,  dans  le  Prodrome,  ne  pouvait  pas  me  le  faire  supposer. 
Quant  à  l'autre  espèce;  de  l'aptien  de  Cxurgy,  Decameros  depres- 
S'iis,  indiquée  par  d'Orbigny  dans  le  Prodrome  en  ces  mots  :  «  Es- 
pèce à  trois  rangées  de  ranniles,  à  surface  inférieure  moins  large  » 
(que  le  Dec.  depressus),  je  ne  la  connais  que  par  cette  mention, 
mais  M.  Ch.  Schlumberger  a  eu  également  l'obligeance  d'exa- 
miner le  type  conservé  au  Muséum  de  Paris  et  de  m'en  envoyer 
un  croquis.  D'après  ses  renseignements,  ce  caHce  est  plus  déprimé 
que  celui  du  Bec.  ricordeanus,  avec  des  pièces  radiales  moins 
élevées,  deux  rangées  horizontales  de  cirres  très  rapprochés, 
avec  une  facette  supplémentaire  çà  et  là  marquant  la  troisième 
rangée  indiquée  par  d'Orbigxy;  le  nombre  total  de  ses  cirres 
serait  de  33.  h'Antedon  Aimerai  est  donc  certainement  très 
différent  du  Bec.  depressus,  d'Orb. 

Localité.  Environs  de  Barcelone.  Etage  aptien. 

C  0 1 1  e  c  t  i  0  n.  M.  J.  Almera. 


78  p.    DE    LORIOL 

Ophidiaster  Ludwigi  p.  de  Loriol.   1900 

PI.  8.  Fig.  1. 

DIMENSIONS 

r  =:  9'"'".  R  =  40"''™.  R  =  4.i  r. 

Diamètre  des  bras  à  leur  base .[[mm 

Hauteur  des  bras  à  leur  base 8  )> 

Disque  peu  étendu,  convexe,  composé  de  plaques  arrondies, 
très  peu  saillantes,  vaguement  disposées  en  cercle  autour  de  deux 
ou  trois  autres  centrales. 

Cinq  bras  arrondis,  relativement  courts,  épais  et  obtus;  lar- 
ges à  la  base,  ils  se  rétrécissent  très  graduellement  jusqu'à  l'ex- 
trémité qui  se  termine  en  pointe  obtuse.  Une  très  petite  plaque 
supère  lisse,  ou  chargée  de  1  à  3  petits  tubercules,  sans  granules, 
se  trouve  à  l'extrémité  du  sillon  ambulacraire.  On  compte  sept 
rangées  de  plaques  squelettiques  principales,  dont  cinq  sur  la 
face  dorsale,  et  une  bordant  la  face  ventrale  de  chaque  côté.  Ces 
plaques  paraissent,  sur  la  surface,  oblongues,  transverses,  ser- 
rées, peu  renflées;  elles  sont,  relativement,  peu  apparentes,  et  elles 
forment  des  séries  régulières  jusqu'aux  deux  tiers  environ  de  la 
longueur;  à  partir  de  là,  elles  sont  assez  indistinctes  jusqu'à  l'ex- 
trémité du  bras.  Ces  séries  sont  séparées  ])ar  des  séries  d'aires  pori- 
fères  parallèles  assez  indistinctement  limitées  dans  des  dépres- 
sions à  peine  sensibles.  On  compte,  dans  chacune,  18  à  20  pores 
noyés  dans  les  granules.  Une  série  d'aires  porifères  borde,  sur  la 
face  ventrale,  la  dernière  série  de  plaques,  elles  sont  encore  moins 
limitées  et  contiennent  1 5  à  1  (i  pores  seulement.  Sur  le  disque 
les  pores  forment  de  nombreux  petits  groupes  qui  en  contieinient 
7  à  8.  Toute  la  surface  est  couverte  de  granules  arrondis  ou  })ris- 
niatiques  relativement  très  fins,  inégaux,  accompagnés  de  quel- 
ques verrues  microscopiques;  ceux  qui  recouvrent  le  disque  sont 
un  j)eu  plus  voluuiineux  que  ceux  des  plac^ues  des  bras;  ceux  qui 


ECHINODERxMES  79 

garnissent  les  aires  porifères  sont  les  plus  délicats.  Sur  la  face 
ventrale  les  granules  paraissent  un  peu  plus  écartés  et  un  peu 
plus  développés. 

Sillon  ambulacraire  étroit  ;  il  est  horde  par  une  série  unique 
de  piijuants  courts,  serrés,  comprimés,  aplatis  et  tronqués  à  l'ex- 
trémité; un  certain  nombre  d'entre  eux,  sans  alternance  régu- 
lière, sont  de  moitié  plus  étroits  que  les  autres,  mais  de  même 
longueur;  aucun  granule  ne  les  sépare  dans  l'intérieur  du  sillon, 
ils  sont  serrés  les  uns  contre  les  autres.  Une  bande  granuleuse, 
très  étroite,  sépare  cette  rangée  interne  de  la  rangée  des  piquants 
externes;  ceux-ci  sont  plus  longs  et  plus  épais,  coniques,  acu- 
minés,  écartés;  on  en  comptf^  un  environ  pour  trois  internes;  ils 
sont  très  apparents  et  à  peu  près  de  même  longueur  sur  toute  la 
ligne. 

Orifice  anal  tout  à  fait  central. 

Plaque  madréporique  arrondie,  tout  à  fait  à  fleur  de  la  gra- 
nulation, couverte  de  sillons  fins  et  très  tortueux. 

De  rares  pédicellaires  en  salière  se  montrent  sur  la  face  ven- 
trale ;  ils  sont  très  clairsemés  sur  le  tiers  inférieur  des  bras 
environ,  et  autour  du  péristome;  leur  longueur  égale  environ  le 
diamètre  de  trois  granules.  On  n'en  voit  aucun  sur  le  reste  de  la 
longueur  des  bras  ni  sur  la  face  dorsale  ;  la  cavité  de  leurs  alvéo- 
les est  très  étroite,  et  la  barre  transversale  est  relativement  large. 

Couleur  brun  violacé,  les  aires  porifères  plus  claires,  et  la  face 
ventrale  jaune  pâle. 

Rapports  et  d  i  f  f  é  r  e  n  c  e  s.  L'espèce  qui  me  parait  la  plus 
voisine  est  V Opliidiaster  Agassizl  Perrier,  dont  j'ai  pu  examiner 
un  exemplaire  de  Juan  Fernandez  obligeamment  communiqué 
par  le  Musée  de  Berlin.  UOph.  Ludwigi  s'en  distingue  par  ses 
pi(j[uants  ambulacraires  internes  plus  longs,  plus  aplatis,  plus 
carrément  tronqués  à  l'extrémité,  qui  ne  sont  point  séparés  par 
des  granules  et  qui  ne  portent  aucun  petit  piquant  sur  leur  face 


80  p.    DE   LORIOL 

interne,  en  dedans  du  sillon  ;  puis  par  les  piquants  de  la  série 
externe  plus  écartés,  moins  nombreux,  plus  acuminés,  plus  rap- 
prochés de  la  série  interne:  par  la  rareté  de  ses  pédicellaires 
en  salière,  si  abondants  au  contraire  dans  l'O.  Agasslzi,  dont 
chaque  aire  porifère  en  contient  de  3  à  8,  soit  sur  la  face  ven- 
trale, soit  sur  la  face  dorsale;  enfin  par  ses  bras  plus  larges  à 
la  base,  relativement  plus  grêles,  et  bien  plus  courts  relative- 
ment au  diamètre  du  disque,  puisque  R  =  4,4r,  au  lieu  de 
R  =  7r  dans  l'O.  Agassizi. 

Localité.  Pérou. 

Ma  collection. 


Phataria  unifascialis  Gray. 

SYNONYMIE 

Linckia  unifascialis  Gray,  1840.  A  Synopsis  of  tlie  gênera  and  species  of  the 

class  Hi/postoma  (Asterias  Linné).  Aanals  and  Magazine  of.  nat.  hist. 

Série  1  v.  YI,  p.  283. 
Linckia  bifascialis  Gray,    1840.    Annals  and  Magazine  of  nat.  hist.  Série 

1  V.  Vf,  p.  285. 
Ophidiaster  suturalis  Muller  et  Troschel,  1842.  System  der  Aster iden,  p.  30. 
Ophidiaster  (Linckia)  unifascialis  Lïitken,   1864.  Krit.  Beinœrk.  om  fors- 

kjelliye Sostjerner  Vidensk.  Meddel.  fra  d.  naturh.  Forening  i  Kjôbenhav. 

1864. 
fLinckia  suturai  i  s  v.M&vlenfi,  1865.  Ueber  ostasiatische  Echinod.  Arch.  fiir 

naturg.  32"  Jahrg.,  p.  85. 
Linckia  (Phataria)  unifascialis  Gray,  1866.  Synopsis  of  the  Spec.  of  Starfsh, 

p.  14. 
Linckia  (Phataria)  bifascialis  Gray,  1866.  Synopsis  of  the  Spec.  of  Starfish, 

p.  14. 
Linckia  unifascialis  Verrill,  1866.  Notes  on  radiata.  Trans.  Connect.  Acad. 

I,  p.  285. 
Linckia  unifascialis  Perrier,   1875.   Revision  des  Stellérides  du  Muséum, 

p.  154  (voir  la  synonymie). 
Phataria  unifascialis  Sladen,  1889.  Hrporls  of  the  Challenger  Exp.  Aste- 

roidea,  p.  786. 


ECHINODERMES  81 

J'ai  pu  examiner  un  exemplaire  très  bien  caractérisé  de  cette 
espèce  (unlfascialis)  qui  a  été  rai)porté  cette  année  de  l'île  de 
Célébès  par  M.  Schneider  tils.  Jusqu'ici  elle  paraissait  spéciale 
à  la  côte  Ouest  de  rAméricpie  (Acapulco,  etc.).  Cependant  v.Mar- 
TENS  (loc.  cit.)  dit  qu'un  exemplaire  du  Musée  de  Leyde,  dé- 
terminé comme  Ophklkister  suturaUs,  provient  de  la  baie  d'Ata- 
pupu  dans  l'île  de  Timor  ;  il  ajoute  que  cet  individu  est  «  bleu 
comme  Lluckia  miUaris,  mais  avec  des  bras  plus  larges,  peut 
être  variété  de  cette  espèce,  du  moins  d'après  l'exemplaire  ainsi 
nommé.  »  L'exactitude  de  cette  détermination  peut  inspirer  des 
doutes,  car  les  deux  espèces  sont  bien  distinctes. 

Ophiocnemis  venusta  r.  de  Loriol,  1900. 

PI.  8.   Fig.  2  et  3. 

DIMENSIONS 

Diamètre  du  disque 6™™  à  7'"'" 

Longueur  des  bras 4  fois  le  diani.  du  disque 

Disque  circulaire;  au  centre  de  sa  face  dorsale  des  plaques 
très  petites,  serrées,  inégales,  ovales  ou  arrondies  forment  un 
groupe  assez  compact. 

Plaques  radiales  très  grandes,  assez  épaisses,  et  couvertes  d'un 
chagrin  d'une  finesse  extrême  avec  un  groupe  de  très  petits  tu- 
bercules (visibles  seulement  avec  la  loupe)  près  de  leur  extrémité 
externe;  leur  forme  est  celle  d'un  triangle  inéquilatéral  dont  le 
petit  côté,  un  peu  évidé,  borde  le  pourtour;  leurs  angles  sont  ar- 
rondis. Ces  plaques  occupent  presque  toute  la  surface  du  disque  ; 
elles  sont  séparées,  dans  chaque  paire,  par  un  espace  étroit  cou- 
vert de  quelques  plaques  très  petites.  D'autres  plaques  un  peu  plus 
grandes  que  ces  dernières,  plus  allongées  et  plus  nombreuses, 
occupent  les  espaces  interbrachiaux  qui  sont  très  étroits  ;  toutes 
ces  petites  plaques  ne  sont  visibles  que  sur  les  exemplaires  qui 
ont  été  desséchés,  et  il  arrive  parfois  que,  même  dans  cet  état, 
elles  sont  indistinctes,  se  trouvant  comme  novées  dans  le  derme. 

Rev.  Suisse  de  Zool.,  T.  8.  1900.  6 


82  p.    DE   LORIOL 

La  face  ventrale  du  disque  est  renflée  dans  les  espaces  inter- 
brarliiaux:  le  derme  paraît  lisse,  mais  il  est,  en  réalité,  couvert 
d"écailles  microscopiques.  Ecailles  génitales  relativement  très 
grandes  et  très  finement  denticulées  sur  leur  bord  externe. 

Plaques  buccales  de  faible  dimension,  un  peu  trapézoides. 
Plaques  buccales  latérales  plus  allongées  en  travers  et  plus 
étroites;  elles  sont  contiguës  et  s'appuyent  sur  les  mâchoires. 
Celles-ci  sont  robustes  et  laissent  entre  elles  une  vacuole  très 
étroite.  Papilles  dentaires  nombreuses,  serrées,  disposées  en  ovale 
à  l'extrémité  interne  des  mâchoires. 

Cinq  bras  assez  robustes,  relativement  courts;  leur  longueur 
atteint  environ  4  fois  le  diamètre  du  disque.  Les  plaques  brachia- 
les ventrales  ne  sont  pas  tout  à  fait  contiguës,  mais  séparées 
par  un  espace  membraneux;  la  première  est  subquadrangu- 
laire,  les  autres  sont  plus  larges  que  hautes,  très  rétrécies  sur 
leur  bord  proximal,  élargies  et  rectilignes  sur  leur  bord  distal; 
toutes  paraissent  comme  divisées  en  deux  par  un  sillon  superfi- 
ciel :  leur  surface  est  lisse  mais  parait  comme  légèrement  ridée. 
Plaques  brachiales  dorsales  quadrangulaires,  légèrement  con- 
vexes, environ  deux  fois  et  demi  plus  larges  que  hautes,  rectilignes 
sur  leur  bord  proximal  et  sur  leur  bord  distal;  leurs  sutures  sont 
très  serrées  et  à  peine  distinctes;  elles  sont  couvertes  de  gra- 
nules nombreux,  très  petits,  mais  saillants,  irrégulièrement  dis- 
posés, isolés  ou,  aussi,  soudés  en  petites  côtes  formant  comme 
des  dessins  hiérogi^^ihiques;  ils  ne  se  distinguent  bien  que  sur  les 
exemplaires  desséchés.  Les  plaques  latérales,  assez  grandes, 
n'empiètent  nullement  sur  les  i)laques  ventrales  ni  sur  les  dor- 
sales ;  elles  portent  sur  leur  crête  cinq  piquants  courts,  trapus, 
cylindrifpies.  dont  le  pi'emier  doi'sal  est  très  court,  les  deux  sui- 
vants sont  deux  fois  plus  longs,  le  dernier  ventral  est  extrême- 
ment court;  celui-ci  et  Tavant-dernier  portent  deux  ou  trois 
aiguillons  crochus,  les  autres  sont  très  finement  striés  en  long  et 
très  délicatement  échinulés  duii  seul  côté.  \ùi  htngueur  du  plus 


KflIlNODÉRMES  83 

long-  de  ces  piquants  égale  à  peine  la  largeur  du  bras.  Je  ne  dis- 
tingue qu'une  seule  écaille  tentaculaire  extrêmement  petite. 

La  face  dorsale  du  disque  et  des  bras  est  blanche,  avec  de 
nombreux  points  noirs,  très  marqués,  qui  se  groupent  en  anneaux 
assez  réguliers  sur  les  bras,  et  forment  aussi,  parfois,  de  petits 
groupes  sur  le  disque.  Ces  points  se  retrouvent  sur  la  face  ven- 
trale du  disque,  mais  celle  des  bras  est  tantôt  tout  à  fait  blan- 
che, ainsi  que  les  piquants,  tantôt  marquée  également  de  petits 
points  noirs. 

Rapports  et  différences.  Les  exemplaires  que  je  viens 
fie  décrire,  bien  que  de  petite  taille,  paraissent  avoir  atteint  tout 
leur  développement.  Je  ne  connais  aucune  espèce  à  laquelle  ils 
l)ourraient  être  attribués.  Ils  présentent  les  caractères  assignés 
au  genre  Ophlocnemls,  bien  voisin  des  Oiolnotlirlr,  mais  ils  ne 
sauraient  être  rapportés  à  la  seule  espèce  du  genre  à  moi  connue, 
V Opliiocnemis  marmorafa  ^luller  et  Troschel  dont  on  connaît 
l'état  jeune.  L,juxgmann  l'a  décrit  sous  le  nom  à^  Oplùothru-  dy- 
peata,  d'après  des  individus  provenant  de  Shigapore,  comme 
ceux  dont  je  nfoccupe  ici.  Son  type  (regardé  par  Ly:max  comme 
étant  certainement  un  Oplùocnemis  marmorafa  jeune),  est  un 
peu  plus  petit,  le  disque  a  5  nnn.  de  diamètre.  Il  diffère  tout  à 
fait  de  VOph.  venusta,  par  ses  pièces  buccales  triangulaires,  ses 
plaques  brachiales  ventrales  octogones,  ses  plaques  brachiales 
dorsales  convexes  sur  le  bord  aboral,  et  dépourvues  des  granules 
si  caractéristiques  que  j'ai  mentionnés,  enfin  par  ses  pi(|uants 
latéraux  au  nombre  de  3  ou  4,  dont  le  médian  égale  deux  des 
articles  des  bras.  Lors  même  que  VOpli.  dypeata  ne  serait  pas 
le  jeune  de  Y Ophiocnemis  marmorata,  ce  qui  est  tout  à  fait  im- 
})robable,  les  mêmes  caractères  que  je  viens  d'indiquer  peuvent 
servir  à  distinguer  au  premier  coup  d'œil  VOph.  venusta  de 
Tadulte  de  l'espèce,  c'est-à-dire  de  TO^;//.  marmorata.  Dans  les 
descriptions  qui  ont  été  données  de  ce  dernier  par  Muller  et 


84  p.    DE   LORIOL 

Troschel  \  LûTKEN  ^  Martin  Duncan  ^,  Dôderlein  *,  je  ne 
trouve,  en  particulier,  aucune  mention  de  la  granulation  si  carac- 
téristi(iue  de  ses  bras  ;  les  écailles  des  bandes  interradiales  de  la 
face  dorsale  de  son  disque  forment  une  sorte  de  granulation 
beaucoup  plus  dense  et  plus  régulière  que  dans  VO.  venusfa; 
je  viens  d'indiquer  les  autres  caractères  différentiels. 

h' Ophiocnemis  venusta  peut  être  envisagé,  avec  VOphioma^a 
mœrens  Kœhler,  connue  formant  un  passage  entre  le  type  du 
genre  OpMocnemis  et  celui  du  genre  Ophlomaza,  mais  il  me  pa- 
raît plus  naturel  de  le  rapporter  au  premier. 

Localité.  Singapore.  Recueilli  par  M.  Schneider  fils. 

Je  connais  six  exemplaires  qui  ne  varient  entre  eux  que  par 
de  légères  différences  de  coloris,  et  par  le  nombre  plus  ou  moins 
grand  des  petites  plaques  ou  granules  disposés  en  bandes  sur  la 
face  dorsale  du  disque. 

Ophiocnemis  Cotteaui  p.  de  Loriol,  1900. 

PI.  7.  Fig.  2. 

DIMENSIONS 

Diamètre  du  disque 3"^'"  à  5  °i"» 

Diamètre  des  bras  à  la  base A'/a    ** 

Longueur  approximative  desbras  dans  le  plusgrand  exemplaire  25    " 

Disque  circulaire,  légèrement  évidé  sur  le  bord  des  aires  inter- 
radiales, un  peu  renflé  sur  sa  face  dorsale. 

Plaques  radiales  très  grandes,  absolument  nues;  elles  ont  la 
forme  d'un  triangle  inéquilatéral  dont  le  petit  côté  est  à  peu  près 
parallèle  au  pourtour;  une  bande  étroite  de  granules  extrêmement 

'  MûLLER  et  Troschel,  1842,  System  der  Asteriden,  p.  87. 

2  LûïKEN  1869.  Addit.  ad  hist.  Ophitirid.  III,  p.  21. 

'  Martin  Duncan,  1887.  Onthe  Oph.,  ofthe.Mergui  Areh.  Linn.  Soc.  Journal, 
Zool.  t.  21,  p.  103. 

*  Dôderlein,  1889.  Die  Echinod.  v.  Ceylan  v.  Sarasin  ges.  Zool.  Jahrbuchcr, 
t.  III,  ]^.  8.33,  pi.  XXXII,  fig.  6. 


■  ECHINODERMES  85 

fins  et  serrés  les  sépare  dans  chaque  paire;  une  bande  plus  large 
de  granules  semblables  occupe  les  aires  interradiales,  et  le 
pourtour  en  est  de  même  revêtu.  Ces  granules,  ou  petites  plaques, 
sont  arrondis,  ou  un  peu  allongés,  avec  le  sommet  entièrement 
uni,  sans  soies  ni  aiguillons;  ils  ne  sont  nullement  sériés. 

Plaques  buccales  relativement  grandes,  trapézoïdes,  plus  lar- 
ges que  hautes.  Plaques  buccales  latérales  étroites,  allongées, 
appliquées  contre  les  deux  côtés  du  trapèze.  Les  papilles  den- 
taires sont  nombreuses,  sériées  et  disposées  en  ovale  à  l'extré- 
mité des  mâchoires. 

Cinq  bras  relativement  assez  larges  et  robustes,  je  ne  puis  ap- 
précier exactement  leur  longueur  ;  on  ne  peut  dérouler  ceux  de 
l'exemplaire  chez  lequel  ils  sont  le  mieux  conservés,  mais  je  puis 
apprécier  qu'ils  ont.  pour  le  moins,  cinq  fois  le  diamètre  du 
disque.  Plaques  brachiales  dorsales  environ  deux  fois  plus  larges 
que  hautes,  élargies  et  convexes  sur  leur  bord  distal,  ti'ès  rétré- 
€ies  sur  leur  bord  proximal,  qui  est  droit,  les  côtés  sont  recti- 
ligneset  obhques.  Les  plaques  ventrales  ont  une  forme  analogue, 
mais  elles  sont  plus  rectangulaires,  moins  rétrécies  sur  le  bord 
proximal,  et  aussi  hautes  que  larges,  ou  peu  s'en  faut,  les  trois 
€u  quatre  premières  sont  même  un  peu  plus  hautes  que  larges; 
leur  bord  distal  est  légèrement  excavé;  ces  plaques  sont  séparées 
par  un  étroit  espace  membraneux.  Les  plaques  latérales  sont  re- 
lativement grandes  et  saillantes;  elles  empiètent  sur  les  plaques 
dorsales  et  sur  les  ventrales.  Les  piquants  latéraux  sont  au  nom- 
bre de  quatre  ou  cinq  par  plaque  ;  le  premier  et  le  dernier  sont 
très  petits,  les  autres  ont  à  peu  près  la  longueur  de  deux  ou  de 
trois  articles  dorsaux  ;  ils  sont  renflés  à  la  base  en  forme  de  bou- 
ton cylindrique,  légèrement  aciculés  en  approchant  de  l'extré- 
mité qui  est  obtuse,  très  finement  striés  en  long  mais  à  peine 
échinulés.  Toutes  les  plaques  brachiales  sont  parfaitement 
lisses.  Une  papille  tentaculaire  très  petite. 

La  couleur  du  disque  est  un  rose  très  clair,  celle  des  bandes 


86  p.    DE    LORIOL 

graiiuleiises  d'un  blanc  jainiàtre.  la  face  dorsale  des  bras  est 
vert-brun  très  foncé,  les  piquants  rose  violacé  foncé,  non  annelés; 
de  distance  en  distance,  une  ou  deux  plaques  sont  plus  claires: 
la  face  ventrale  des  bras  est  d'un  blanc  jaunâtre.  Un  exemplaire 
est  de  couleur  très  pâle  partout. 

Rapports  et  différences.  L'espèce  que  je  viens  de  dé- 
crire présente  tous  les  caractères  du  genre  Opliiocnemis.  Elle  se 
distingue  de  X Opliiocnemis  marmorafa  Lanick,  par  la  forme  de  ses 
plaques  radiales,  ainsi  que  par  celle  de  ses  plaques  bracbiales  dor- 
sales et  ventrales.  Dans  les  adultes  de  cette  dernière  espèce,  les 
plaques  brachiales  dorsales  seraient  six  fois  plus  larges  que  hautes 
d'après  Muller  et  Troschel,  quatre  fois  suivant  M.  Lutken 
et  Martin  Duncan  ;  elles  le  sont  trois  fois  sur  la  figure  donnée  par 
DôDERLEiN  ;  par  contre,  les  plaques  ventrales  sont  généralement 
indiquées  comme  étant  deux  fois  aussi  larges  que  hautes.  Dans 
les  jeunes  individus,  qui  seraient  représentés  par  VOjjMothri.L- 
clypeata,  Ljungmann,  les  plaques  brachiales  dorsales  seraient 
deux  fois  aussi  larges  que  longues,  les  ventrales,  octogones,  plus 
larges  que  longues;  la  description  de  ces  jeunes,  en  général,  ne 
paraît  pas  pouvoir  convenir  aux  individus  cj[ue  je  décris  ici,  dont 
la  dimension  est  semblable.  Je  ne  connais  aucune  espèce  A^Opliio- 
thrix  avec  laquelle  celle-ci  pourrait  être  comparée. 

Localité.  J'ai  sous  les  yeux  quatre  exemplaires  qui  m'ont  été 
doiniés  par  mon  ami  si  regretté  G.  Cotteau;  il  les  tenait  d'un 
voyageur  qui  les  avait  recueillis  sur  la  côte  de  Libéria.  L'espèce 
vit  sur  les  Gorgones. 

EuRYALE  Studeri  P.  de  Loriol,  19U0. 

PI.  8.    Fio:.  4.   PI.  9.   Fig\  1. 

SYNONYMIE 

Aslrophiilon  asjjcruniWïxWtv tiTro^^çheX.  I8i;i.  Sijslt'm  der  Asteriden,  p.  124. 
Aslroplujlon  nsperum  Lyraan,  1877.  Modf  of  forthitif/  amonf/  Astrophi/lon^ 
Proceed.  Boston  Soc.  of  nat.  hist.  vol.  XIX,  p.  6,  pi.  VI. 


ECIilNODERMES  87 

Eurynie  aspeid  Th.  Studei-,  1884.  Verzeichniss  der  m'ihrend  der  Reise  der 
Gazelle  f/i's.  Asteriden,  \).  o3,  pi.  Y,  tig.  10.  Abh.  der  Berliner  Akad. 
188'k 

Eurf/ale  aspcra  Lyman,  1882.  Report  of  ihe  Voijar/e  of  Ihe  ChaUenfpT, 
Ophiuroidea,  p.  266,  pi.  XXXV,  li^.  1-16,  pi.  XIV,  iig.  6-9. 

Dl.MENSlONS 

(adultes) 

Diamètre  total  du  disque i^O"»'" 

Diamètre  de  la  face  inférieure 1 7  » 

Longueur  des  côtes  radiales 9  » 

Diamètre  moyen  des  bras  avant  la  première  bifurcation  .     .     .     •.  o  » 

Longueur  très  approximative  d'un  bras 121  » 

Distance  de  l'extrémité  des  pièces  radiales  à  l'angle  de  la  première 

bifurcation  des  bras 6  à  S  » 

Disque  peiitagonal,  ou  plutôt  décagonal,  à  peine  légèrement 
concave  sur  les  côtés,  déprimé  au  centre  sur  sa  face  dorsale, 
plane  sur  sa  face  ventrale. 

Côtes  radiales  au  nombre  de  dix,  relativement  peu  saillantes, 
arrondies,  étroites,  inégales,  très  graduellement  élargies  à  par- 
tir de  leur  sommet  qui  se  trouve  tout  près  du  centre  du  disque  ; 
elles  se  terminent,  sur  le  bord  du  disque,  par  une  troncature 
concave  et  oblique,  de  2  mm.  de  diamètre.  Dans  chaque  paire  les 
deux  côtes  s'écartent  graduellement  l'une  de  l'autre,  mais  iné- 
galement, étant  bien  plus  rapprochées  dans  les  unes  que  dans  les 
autres.  Sur  chaque  côte  se  trouvent,  vers  leur  extrémité  externe, 
deux  ou  trois  tubercules  cylindriques,  allongés,  tronqués  au 
sommet,  de  1  'A  à  2  mm.  de  longueur;  une  partie  de  leur  hau- 
teur, à  la  base,  nettement  limitée,  est  recouverte  de  granules 
bien  séparés  ;  le  reste  apparaît  à  la  loupe  finement  strié,  le  som- 
met est  plus  finement  granuleux  que  la  base.  Uii  ou  deux  tuber- 
cules semblables,  mais  bien  plus  petits,  se  \  oient  encore  en 
arrière. 

Le  tégument  qui  recouvre  toute  la  surface  du  disque  est  mince 


88  p.    DE   LORIOL 

et  paraît  lisse  sur  la  face  dorsale,  mais,  avec  un  fort  grossisse- 
ment, on  voit  qu'il  est  couvert  d'une  granulation  d'une  finesse 
extrême,  qui  devient  plus  grossière  et  plus  nette  vers  l'extrémité 
des  côtes  radiales.  Sur  la  face  ventrale,  la  granulation,  toujours 
invisible  à  l'œil  nu,  se  montre  un  peu  plus  distincte,  plus  serrée 
et  plus  homogène. 

Le  péristome  forme  une  étoile  à  cinq  rayons.  Chacun  des  an- 
gles buccaux  se  termine  par  une  dent  pointue  qui  forme  la  base 
d'une  série  verticale  de  six  dents  dont  les  cinq  autres  sont  un 
peu  plus  longues  et  plus  obtuses.  Les  fentes  buccales  sont  cour- 
tes ;  sur  leur  bord,  de  chaque  côté,  se  trouve  une  série  de  2  à  4 
papilles  buccales  coniques  et  très  petites  ;  une  seconde  série  de 
papilles  semblables,  plus  petites,  et  un  peu  plus  nombreuses,  se 
voit  encore  dans  l'intérieur  du  péristome.  Au  sommet  des  angles 
buccaux,  appuyé  sur  la  dent,  se  trouve  un  faisceau  de  très  petites 
papilles,  ou  plutôt  de  granules  allongés,  qui  paraissent  jouer  le 
rôle  de  papilles  dentaires. 

Toute  l'aire  interbrachiale  est  occupée  par  une  grande  plaque 
buccale  subcarrée  dont  les  angles  sont  tronqués  ;  elle  est  parta- 
gée par  un  sillon  médian  superficiel;  contre  elle  viennent  s'ap- 
puyer les  deux  pièces  qui  constituent  les  mâchoires. 

Les  fentes  génitales  s'ouvrent  au-dessous  d'une  plaque  oblon- 
gue  qui  est  entièrement  recouverte  par  le  tégument,  et  dont  le 
bord  est  très  finement  granuleux  avec  un  groupe  de  petits  tuber- 
cules allongés  du  côté  interne. 

Au  milieu  de  chaque  espace  interbrachial  se  trouve  une  plaque 
madréporique  extrêmement  petite  placée  contre  le  bord  de  la 
plaque  buccale;  elle  a  l'apparence  d'un  tubercule  minuscule 
fendu  au  sommet. 

Pores  tentaculaires  bien  ouverts,  au  fond  d'une  légère  dépres- 
sion. Dans  les  deux  premières  paires,  sur  le  discpie,  ils  sont  tout 
à  fait  nus,  mais  chacun  des  suivants  est  protégé  par  deux  papilles 
coniques,  robustes,  assez  longues,  portées  par  les  plaques  latéra- 


ECHINODERMES  89 

les  des  bras  qui  font  saillie,  et  forment,  de  chaque  côté  de  la 
face  ventrale  des  bras,  une  série  très  régulière  et  bien  appa- 
rente. Vers  l'extrémité  des  rameaux  très  déliés  de  dernière  di- 
vision, ces  papilles  se  transforment  en  crochet  avec  un  aiguillon 
terminal  et,  parfois,  deux  autres  latéraux  plus  petits. 

Cinq  bras  quadrangulaires  partent  du  disque.  Leur  pre- 
mière division  a  lieu  du  septième  au  neuvième  article,  à  partir  de 
leur  origine  sur  la  face  ventrale  du  disque;  elle  donne  naissance 
à  deux  branches  principales  qui  se  continuent  distinctes  jusqu'à 
leur  extrémité,  en  émettant  des  rameaux  latéraux,  régulièrement 
alternes,  tantôt  à  droite  tantôt  à  gauche,  à  des  distances  qui 
varient  entre  cinq  et  huit  articles.  Ces  rameaux  de  second  ordre, 
dont  je  compte  une  douzaine,  au  moins,  émettent  encore  trois  à 
cinq  rameaux  alternes  de  troisième  ordre,  qui  se  subdivisent  en 
plusieurs  ramules  extrêmement  délicates  et  ténues  qui,  selon 
l'expression  de  Lyman,  ressemblent  à  une  mousse  qui  entourerait 
l'ensemble  de  l'animal.  La  face  ventrale  des  bras  et  de  leurs  ra- 
mifications est  tout  à  fait  plate.  Les  plaques  ventrales  sont  peti- 
tes, écartées,  subquadrangulaires,  marquées  de  deux  ou  trois 
sillons  longitudniaux  ;  les  plaques  latérales,  portant  les  papilles 
tentaculaires,  sont  oblongues,  allongées,  saillantes  ;  elles  se  con- 
tinuent par  deux  séries  de  5  à  6  petites  plaques  sur  la  face  laté- 
rale des  bras  qui  est  verticale.  Sur  la  face  dorsale  le  tégument 
est  partout  uniforme,  et  rien  ne  marque  la  suture  des  articles  ; 
il  porte  de  nombreux  tubercules  allongés,  cylindriques,  tronqués 
au  sommet,  délicatement  granuleux  sur  les  premières  bifurca- 
tions, puis  un  peu  échinulés  sur  les  rameaux  qui  approchent  de 
l'extrémité;  souvent  le  sommet  est  un  peu  élargi,  épaissi  en  bou- 
ton faiblement  accusé.  Leur  base  est  comme  enveloppée  d'une 
gaine  granuleuse.  Ces  tubercules,  semblables  à  ceux  que  portent 
les  côtes  radiales,  sont  plus  ou  moins  serrés,  et  disposés,  ordi- 
nairement, deux  à  deux,  l'un  d'un  côté,  l'autre  de  l'autre,  en  for- 
mant deux  séries  presque  régulières  ;  ils  se  continuent,  identi- 


90  p.    DE   LORIOL 

qiies,  jusqu'à  Textrémité  des  bras,  mais,  peu  à  peu,  ils  deviennent 
de  plus  en  plus  rares.  La  surface  est  couverte,  partout,  de  gra- 
nules homogènes,  serrés,  d'une  finesse  extrême;  seuls  ceux  qui  se 
trouvent  à  la  base  des  tubercules  sont  un  peu  plus  grossiers  que 
les  autres. 

Couleur  brune,  plus  foncée  sur  la  face  dorsale  du  disque,  plus 
pâle  sur  sa  face  ventrale. 

Jeunes.  Dans  un  jeune  individu,  dont  le  disque  a  7  mm.  de 
diamètre,  les  côtes  radiales  sont  entièrement  cachées  par  le 
derme,  on  distingue  seulement  le  tubercule  qui  termine  chacune 
d'elles  à  la  naissance  des  bras.  La  longueur  totale  de  ceux-ci  est 
de  43  mm.  ;  ils  bifurquent,  pour  la  première  fois,  au  septième 
article;  chacune  des  deux  branches  émet  sept  rameaux  de  second 
ordre,  chacun  de  ceux-ci  en  émet  trois  ou  quatre  de  troisième 
ordre,  qui  se  bifuripient,  ou  se  trifurquent  encore.  Les  plaques 
ventrales  paraissent  former,  sous  le  derme,  une  saillie  trans- 
verse. Les  tubercules  sont  très  allongés,  exactement  identiques 
à  ceux  des  adultes;  comme  dans  ceux-ci,  ils  forment,  à  partir  du 
disque,  deux  séries  régulières  de  chaque  côté  de  la  face  dorsale 
des  bras,  et  se  continuent,  identiques,  jusque  tout  près  de  leur 
extrémité,  en  devenant  de  plus  en  plus  rares.  Les  papilles  tenta- 
culaires  sont  identiques  à  celles  des  adultes. 

Dans  des  individus  encore  beaucoup  plus  jeunes,  dont  le  disque 
n'a  que  2  mm.  de  diamètre,  les  bras  ont  une  longueur  de  10  à 
12  nnn.,  ils  se  bifurquent,  après  sept  articles,  mais  ces  articles 
sont,  relativement,  plus  longs  que  dans  les  adultes,  car  la  lon- 
gueur de  ces  sept  articles  est  de  4  V^  mm.,  près  de  la  moitié  de  la 
longueur  totale  du  liras.  Le  derme  est  recouvert  d'une  granula- 
tion relativement  grossière  ;  un  ou  deux  tubercules,  semblables 
à  ceux  des  adultes,  se  trouvent  sur  la  face  dorsale,  avant  la  pre- 
mière bifurcation.  Les  papilles  tentaculaires  sont  disposées  exac- 
tement comme  dans  les  adultes.  La  face  dorsale  du  disque  est 
très  enfoncée  au  milieu;  on  ne  distingue  pas  de  côtes  radiales,. 


ECHIXODERMES  9 1 

elles  sont  remplacées  par  cinq  éniinences  à  la  base  des  bras,  dont 
chacune  porte  de  deux  à  trois  tubercules.  Les  fentes  buccales  pa- 
raissent très  larges,  les  papilles  buccales  sont  relativement  lon- 
gues. 

Rapports  et  différences.  Il  me  parait  bien  difficile  de 
rapporter  les  exemplaires  (pie  je  viens  de  décrire  à  VEiiryale  m- 
pera  Lamarck,  malgré  les  nombreux  caractères  qui  les  rap- 
prochent. Le  type  de  Lamarck  est  l'exemplaire  de  Seba  lîguré 
par  LiNCK  '  ;  cette  figure  a  été  reproduite  par  Seba,  et  par  l'i^- 
ajdopédie  niéthodiqne.  Elle  représente  un  exemplaire  dont  le 
disque  a  23  mm.  de  diamètre  et  dont  les  bras  robustesse  divisent 
en  deux  branches  émettant  chacune  cinq  ou,  au  plus,  six  rameaux 
alternes,  dont  chacun  n'est  que  peu  subdivisé  ;  les  divisions  ex- 
trêmes sont,  relativement,  peu  noml)reuses,  et  robustes,  ne  res- 
semblant point  à  cette,  «  mousse  »  délicate  qui  semble  entourer 
Tensemble  dans  l'individu  que  j'ai  décrit.  De  plus,  ces  bras  sont 
couverts  d'ardillons  aigus  qui  paraissent  non  sériés,  et  l'extrémité 
des  côtes  radiales  ne  porte  aucun  tubercule.  Le  texte  de  Linck  dit  : 
«  scuto  striato  pulvinato,  ramis  nodosis  et  frequentibus  denticulis 
asperis.  »  Lamarck  s'exprime  ainsi,  au  sujet  de  VEur.  aspera: 
«  Cette  espèce  est  comme  les  précédentes  (Euryale  verrucosum  et 
Euryale  costatum),  à  rayons  dichotomes  très  ramifiés,  cirrheux; 
mais  ces  rayons  sont  moins  finement  divisés,  et  sont  hérissés  de 
dents  et  de  tubercules  aculéiformes  ».  Cette  figure  de  Linck  et  ces 
courtes  diagnoses  ne  correspondent  pas  aux  individus  que  j'ai 
décrits,  ni  au  point  de  vue  des  ramifications  des  bras  qui  seraient 
bien  moins  divisés  et  plus  robustes,  ni  à  celui  des  caractères  des 
tubercules,  qui  auraient  Taspect  {['ardillons  aigus  et  non  de  cy- 
lindres tronqués  au  sommet.  Si  l'on  compare  la  figure  de  Linck 
à  celle  donnée  par  Lyman  pour  représenter  la  division  complète 

'  Astrophyton  scutatum,  III.  Linck,  1733.  De  Stellis  Marinis,  p.  66,  pi.  XX, 
DO  34. 


92  p.    DE   LORIOL 

des  bras  de  l'espèce  qu'il  rapporte  à r^?i>'_^a/e  aspem^,  il  est  im- 
possible de  ne  pas  se  dire  que  ces  deux  figures  indiquent  des  ca- 
ractères qui  ne  peuvent  se  rapporter  au  même  animal,  lors  même 
que  celle  de  Linck  serait  un  peu  défectueuse. 

Les  caractères  donnés  par  Grube  ^  de  son  Astropliyton  laevi- 
pelîe,  c'est-à-dire  un  ensemble  robuste  (kràftig),  des  bras  dont  les 
divisions  sont  conformes  à  celles  de  l'exemplaire  figuré  par  Linck, 
et  des  tubercules  tout  à  fait  conifpies  sans  renflement  terminal, 
autoriseraient  à  croire  que  cet  individu  appartient  réellement  à 
VFjuryale  aspera  t3q3ique.  Lyman  {Challenger)  le  fait  entrer  dans 
sa  synonymie. 

L'exemplaire  décrit  par  Mûller  et  Troschel,  qui  se  trouve 
au  Muséum  de  Paris,  se  rapproche  beaucoup  de  ceux  dont  il 
s'agit  ici;  il  n'est  pas  question,  dans  cette  description,  de  la  di- 
vision des  bras,  il  est  seulement  dit  qu'ils  sont  quadrangulaires 
et  pourvus  de  deux  séries  de  tubercules  cylindriques,  renflés  au 
sommet  (geknopft)  qui  est  échinulé.  Mon  exemplaire  diffère  en 
ce  que  la  face  ventrale  du  disque  n'est  pas  «  grob  gekôrnt  »  et 
que  les  tubercules  ne  sont  pas  précisément  renflés  à  l'extrémité, 
mais  plutôt  tronqués,  souvent  élargis;  ceux  des  rameaux  ap- 
prochant de  l'extrémité  seuls  sont  échinulés;  en  tous  cas  les  tu- 
bercules de  l'exemplaire  de  Mûller  et  Troschel  ne  sauraient 
ressembler  aux  ardillons  aigus  de  l'individu  figuré  par  LixCK, 
type  de  VEuryale  aspera. 

Ces  diverses  considérations  m'amènent  à  reconnaître  deux  es- 
pèces, confondues  jusqu'ici  sous  le  nom  de  EuryaJe  aspera,  et  à 
donner  un  nom  à  celle  dont  il  est  question  ;  à  cette  dernière  se 
rapporteraient  celle  de  Mûller  et  Troschel,  celle  qui  a  été 
figurée  par  Lyman  en  1877,  et  probablement,  celle  dont  un  jeune 


'  Euryaïp  aspera  Lyman,  1877.  Mode  of  forking  atnong  Astrophytons.  Boston 
Soc.  of  natural  hist.,  vol.  XIX,  }).  6,  ])1.  VI. 

■■'  Asirophyton  laevipelle  Guube,  1867.  45"  Jahresbericht  der  Schlosischcii  Ge- 
sellschaft,  fiir  1867,  p.  44. 


ECHINODERMES  93 

a  été  figuré  par  M.  Tii.  Stitder  •  ;  à  propos  de  ce  dernier,  je  fe- 
rai seulement  remarquer  que,  dans  les  jeunes  de  mon  espèce,  à 
peu  près  du  même  diamètre  (7  mm.  au  lieu  de  8),  les  tubercules 
se  montrent  sur  la  face  dorsale  des  bras  dès  leur  origine. 

liYMAN  {Voyage  of  the  Challenger,  pi.  XXXV)  donne  de  nom- 
breuses figures  des  diverses  parties  du  squelette  de  son  Euryale 
aspera,  elles  se  rapportent  fort  bien  à  mes  exemplaires;  les  tu- 
bercules des  premières  bifurcations  des  bras  ont  la  môme  forme 
que  ceux  de  ces  derniers,  mais  ceux  qui  se  trouvent  sur  les  ra- 
meaux voisins  de  l'extrémité  sont  bien  plus  profondément  échi- 
nulés,  tout  en  ayant  la  même  forme  ;  il  doit  y  avoir,  sur  ce  point- 
là,  quelques  variations  individuelles.  L'espèce  envisagée  ici  par 
Lyman,  comme  étant  V Euryale  aspera,  est  la  même  que  celle 
dont  il  a  figuré  les  bifurcations,  c'est-à-dire  VE.  Studeri, 

JJEuryale  aspera  se  trouve  mentionnée  dans  de  nombreux 
ouvrages,  mais  ce  ne  sont  que  des  citations  nominales  qui  ne 
peuvent  rien  laisser  présumer  au  sujet  de  l'espèce  à  laquelle 
elles  se  rapportent.  Je  ne  connais  pas  d'autres  figures  que  celles 
que  j'ai  indiquées. 

Localité.  Singapore.  Individus  recueillis  par  M.  Schneider 
fils. 


Antedon  Dôderleini  p.  de  Loriol,  1900. 

PI.  9.  Fig.  2. 

DIMENSrONS 

Diamètre  du  disque  environ e"*™ 

Longueur  des  bras 120  à  1.30  » 

Pièce  centrodorsale  assez  épaisse,  pentagonale  ;  la  région  libre 
de  sa  face  dorsale  n'a  que  2  mm.  de  diamètre  et  elle  est  couverte 


^  Euryale  aspera  Th.  Stoder,  1884.    Verz,  der  wàhrend  der  JReise  der  Gazelle 
ges.  Asteriden,  p.  53,  pi.  V,  lîg.  10. 


1)4  p.    DE    LORIOL 

■  de  petits  granules  saillants.  Cirres  très  délicats,  de  Va  à  V*  Mm. 
de  diamètre,  et  de  20  à  25  mm.  de  longueur,  irrégulièrement  dis- 
X)Osés;  j'en  compte  34.  Ils  sont  composés  de  32  à  35  articles 
cylindriques,  point  comprimés,  lisses,  plus  longs  que  larges,  s'ar- 
ticulant  exactement  bout  à  bout  sans  projection;  les  derniers 
sont  un  peu  cunéiformes  en  dedans.  L'article  terminal  a  la  forme 
d'un  crochet  pointu  et  porte  une  très  petite  épine. 

Disque  entaillé,  nu. 

Les  pièces  radiales  sont  tout  à  fait  lisses  ;  la  première  est  très 
mince,  à  peine  visible;  la  seconde  est  rectangulaire,  beaucoup 
plus  large  que  haute,  convexe  en  dehors,  contiguë  à  la  voisine 
sur  ses  bords  latéraux;  la  troisième,  axillaire,  est,  relativement, 
peu  élevée,  bien  plus  large  que  haute,  libre  sur  ses  bords  laté- 
raux qui  sont  un  peu  aplatis  ;  elle  est  unie  à  la  seconde  par  une 
articulation. 

Vingt  bras  très  longs,  très  grêles,  très  flexibles,  élégants,  avec 
des  pinnules  assez  longues  et  délicates  ;  ils  sont  toiit  à  fait  lisses. 

Le  nombre  des  bras  est  niégal  dans  chaque  rayon. 

L'un  des  rayons  a  deux  séries  de  deux  distichales,  et  une  sé- 
rie i)almaire  dans  chacune  des  deux  branches,  donc  six  bras. 

Le  suivant  n'a  qu'une  série  distichale  et  une  série  palmaire, 
donc  quatre  bras. 

Le  troisième  rayon  a  deux  séries  distichales  et  point  de  séries 
palmaires,  donc  quatre  bras. 

Le  quatrième  aune  série  distichale  et  point  de  palmaires,  donc 
trois  bras. 

Le  cinquième  a  une  série  distichale  et  une  série  palmaire, 
donc  trois  bras  seulement,  mais  l'une  des  facettes  articulaires  de 
la  troisièuie  radiale  porte  un  article  normal,  sur  lequel  se  trouve 
un  petit  article  axillaire  (pii  n'a  pas  le  tiers  du  diamètre  du  pre- 
mier et  porte  deux  bras  avortés  de  8  nmi.  de  long,  dont  l'un  a 
un  article  axillaire  donnant  naissance  à  deux  bras  encore  bien 
])lus  courts;  ils  possèdent  des  i)innules  minuscules. 


ECHINODERMES  95 

Les  séiies  disticliales  et  les  séries  ])aliiiaires  sont  de  deux  ar- 
ticleSj  unis  par  une  articulation. 

Ijes  articles  brachiaux  sont  fortement  convexes,  tout  à  fait 
lisses,  alternativement,  régulièrement,  et  uniformément  amincis 
sur  Tun  des  côtés.  Les  deux  premiers  sont  légèrement  aplatis  la- 
téralement: le  second  porte  une  pinmile  un  peu  rigide,  longue, 
singulièrement  effilée,  avec  une  quinzaine  d'articles  grêles,  beau- 
coup plus  longs  que  larges  et  cylindricpies;  elle  a  8  à  9  nnn.  de 
longueur.  La  seconde  pinnule  a,  au  moins,  15  mm.  de  longueur, 
elle  est  plus  épaisse  avec  environ  28  articles  cylindriques,  au 
moins  deux  fois  aussi  longs  que  larges;  les  premiers  sont  plus 
courts  et  prismatiques.  La  troisième  pinnule  a  à  peu  près  la 
même  longueur,  avec  environ  25  articles.  La  quatrième  pinnule 
ira  que  L8  articles.  Il  y  a  une  pinnule  sur  le  troisième  article 
brachial. Les  pinnules  diminuent  ensuite  de  longueur,  restant  tou- 
jours très  grêles  et  délicates;  vers  le  milieu  des  bras  elles  ont 
environ  10  mm.  de  longueur,  et  un  demi-millimètre  d'épaisseur 
seulement,  avec  environ  18  articles  plus  longs  que  larges,  dont 
le  terminal  est  un  crochet  recourbé  ;  ces  articles  s'articulent  bout 
à  bout  sans  aucune  saillie. 

Je  compte  environ  19  syzygies  brachiales  dont  la  première  se 
trouve  sur  le  troisième  article,  ou,  aussi,  sur  le  quatrième  ;  la  se- 
conde 7  à  12  articles  plus  loin;  les  autres  sont  séparées  par  5,  7, 
8,  9  articles;  on  observe  parfois  deux  articles  de  suite  avec  syzy- 

Couleur  brun  foncé  dans  l'alcool. 

Rapports  et  différences.  L'Antedou  Doderhim  diffère 
des  espèces  du  «  Palmata  group  »  qui  ]n'ésentent  des  caractères 
généraux  identiques,  tels  que:  une  piiniule  sur  la  troisième  bra- 
chiale, des  cirres  sans  épines,  des  séries  palmaires,  et  les  bras 
libres  au  nombre  de  20  seulement,  par  les  caractères  de  ses 
quatre  premières  pinnules,  dont  la  première  seulement  présente 


96  p.    DE   LORIOL 

une  faible  rigidité,  par  ses  articles  brachiaux  courts  et  unifor- 
mément réguliers,  par  ses  longs  bras  élégants  et  très  flexibles, 
par  la  délicatesse  de  ses  pinnules,  par  sa  pièce  centrodorsale  très 
petite  et  granuleuse,  et  par  la  délicatesse  de  ses  cirres. 

Localité.  Kagoshima  (Japon),  localité  certaine. 


SUR  UN  CHONDRACANTHIDE  NOUVEAU 


PARASITE   DR 


Clinus   argentatus    Riss 


PAR 


G.  VANEY  et  A.  CONTE 

Avec  la  planche  10. 


Nous  avons  trouvé  parmi  de  nombreux  Clinus  (m/entatus  Riss. 
récoltés  dans  la  rade  de  Toulon,  des  individus  i)arasités  par  un 
Copépode  nouveau  de  la  famille  des  Cliondracanthides.  Ce  para- 
site vit  dans  la  cavité  branchiale  de  Thôte  ;  vu  à  travers  les 
pièces  operculaires,  il  apparaît  comme  une  tache  rouge  orangée. 
Nous  n'avons  jamais  trouvé  qu'un  seul  parasite  dans  une  cavité 
branchiale;  mais,  sur  un  même  hôte,  le  plus  souvent,  les  deux 
cavités  sont  parasitées.  Si  l'on  soulève  les  pièces  operculaires,  on 
aperçoit  le  parasite,  l'extrémité  antérieure  tournée  en  avant  et 
fortement  fixé  sur  les  branchies.  C'est  une  masse  à  contours 
irréguliers,  avec  deux  grands  lobes  latéraux  et  deux  sacs  ovigères 
postérieurs  très  développés.  En  Tenlevant,  on  trouve  en  des- 
sous, un  mâle  pygmée  généralement  libre,  ])lacé  au  fond  de  la  ca- 
vité branchiale  du  Poisson, 

Bescriptlon  de  la  Femelle.  La  femelle  (tig,  1  et  T  )  est  beau- 

Rev.  Suisse  de  Zool,  T.  8.  1900.  7 


98  C.  VANEY  ET  A.  CONTE 

coup  plus  large  que  longue.  La  plus  grande  largeur  est  de  4  mm.  2 
environ  et  sa  longueur  de  2  mm.  8.  Ony  distingue  nettement  trois 
régions  :  la  tête,  le  thorax  et  l'abdomen. 

lia  tête,  tout  entière  bien  visible  en  examinant  le  Copépodepar 
la  face  ventrale,  a  la  forme  d'un  trapèze,  dont  la  plus  grande 
base  tournée  en  avant  délimite  la  région  frontale  et  se  développe 
latéralement  en  deux  mamelons  arrondis,  ayant  tout  à  fait  l'ap- 
parence de  globes  oculaires.  Son  extrémité  antérieure,  légère- 
ment arquée,  porte  la  première  paire  d'antennes. 

Celles-ci  sont  insérées  sur  les  côtes  du  bord  frontal  et  dans 
son  prolongement.  Ce  sont  des  appendices  filiformes  (iig.  6)  com- 
posés de  cinq  articles,  les  trois  derniers  sensiblement  égaux, 
l'article  terminal  seul  portant  à  son  extrémité  quelques  rares 
poils  très  courts,  le  second  article  plus  gros  est  presque  égal  à 
l'ensemble  des  trois  derniers. 

En  arrière  et  s'insérant  tout  à  fait  ventralement  vient  la 
deuxième  paire  d'antemies.  Celles-ci  (tig.  7)  sont  très  modifiées  ; 
à  leur  base  elles  sont  munies  de  forts  prolongements  cliitineux 
servant  à  l'insertion  des  muscles.  Leur  extrémité  libre  présente 
une  surface  légèrement  aplatie,  au  centre  de  laquelle  s'insère  un 
muscle  pouvant  la  déprimer  et  la  faire  fonctionner  comme  ven- 
touse. 

L'ouverture  buccale  est  entourée  d'un  certain  nombre  de  piè- 
ces (fig.  8).  Elle  est  surmontée  en  avant  par  une  lèvre  supérieure 
formée  d'une  lame  puissante,  tranchante  et  dentelée  à  son  extré- 
mité libre  et  servant,  concurremment  avec  la  deuxième  paire 
d'antennes,  à  fixer  fortement  le  parasite  sur  les  branchies  du 
(Minus. 

De  chaque  côté  de  la  bouche  se  trouvent  deux  paires  de  piè- 
ces buccales.  La  première  paire  est  formée  d'un  gros  segment 
basilaire  qui  se  continue  par  un  long  prolongement  interne 
(fig.  10&  et  10). 

La  deuxième  paire  (fig.  9)  est  composée  de  deux  segments  :  le 


SUR  UN  CHONDRACANTHIDE  NOUVEAU  99 

rsegment  basilaire  est  très  développé  et  plus  large  que  le  segment 
distal,  qui  se  termine  par  un  crochet  puissant. 

En  arrière,  la  tête  se  relie  directement  au  thorax.  Celui-ci  a 
une  longueur  à  peu  près  égale  à  celle  de  la  tête.  Il  se  développe 
latéralement  en  deux  grandes  expansions  mamelomiées  sur  leur 
face  inférieure,  arrondies  à  leur  extrémité  distale  et  renfermant 
des  prolongements  latéraux  du  tube  digestif.  Ce  thorax  offre  sur 
sa  face  ventrale  et  immédiatement  en  arrière  de  la  tête  une  ban- 
delette transversale,  provenant  de  la  fusion  de  deux  lobes  laté- 
raux et  plus  ou  moins  saillante  suivant  les  individus.  L'étude 
-d'un  exemplaire  monstrueux  que  nous  ferons  plus  loin  nous  per- 
met d'établir  qu'elle  représente  une  paire  d'appendices  thora- 
ciques  atrophiés. 

A  l'extrémité  postérieure  du  thorax  et  sur  sa  face  ventrale  se 
trouvent  les  ouvertures  génitales  au  nombre  de  deux  (Diporodd- 
phya)  (fig.  11).  Chacune  est  placée  sur  un  mamelon  et  entourée 
d'un  cadre  circulaire  chitineux  très  épais.  A  la  base  et  du  côté 
interne  s'insère  un  court  appendice,  peu  proéminent,  en  forme  de 
crochet  dont  la  pointe  est  tournée  extérieurement. 

A  côté  sont  les  deux  sacs  ovigères  allongés,  arqués,  arrondis 
aux  extrémités  et  à  peu  près  égaux  aux  prolongements  latéraux 
du  thorax.  Leur  paroi  est  très  mince  et  à  leur  intérieur  se  trou- 
vent un  très  grand  nombre  d"(eufs  disposés  sans  ordre  api)arent. 

Immédiatement  en  arrière,  commence  l'abdomen.  Il  est  allongé 
et  présente  deux  paires  d'expansions  latérales:  la  première,  voi- 
sine du  thorax,  est  la  inoins  développée  ;  la  seconde,  plus  en  ar- 
rière, de  même  forme,  est  plus  longue  et  légèrement  incurvée  en 
dedans.  L'extrémité  postérieure  de  l'abdomen  forme  une  pointe 
arrondie. 

Etude  du  mâle.  Le  mâle  pygmée  est  long  de  1  mm.  3  sur  1  mm. 
de  large  environ.  Il  est  incolore  et  se  présente  ordinairement 
complètement  enveloppé  d'un  mucus  épais.  Vu  latéralement,  il 
offre  une   face  dorsale  fortement   bombée,    hémisphérique  et 


1(J0  C.  VANEY  ET  A.  CONTE 

une  face  ventrale  aplatie  de  forme  ovalaire.  Son  corps  se  divise 
en  deux  régions  :  un  céphalothorax  et  un  abdomen. 

Le  céphalothorax  est  la  région  la  plus  développée  :  il  est  re- 
couvert dorsalement  d'un  bouclier  débordant  très  légèrement 
sur  les  parties  latérales.  Son  extrémité  antérieure  est  Hmitée  par 
un  bord  frontal  rectiligne  qui  porte  de  chaque  côté  une  première 
paire  d'antennes  filiformes  placées  dans  son  prolongement.  Ces 
appendices  (fig.  1 5)  sont  très  développés,  composés  de  sept  ar- 
ticles allant  en  diminuant  de  la  base  au  sommet.  Ils  rappellent 
par  leur  disposition  les  antennules  de  la  femelle.  Leur  extrémité 
est  légèrement  recourbée  en  crochet. 

En  arrière,  mais  tout  à  fait  ventralement,  s'insère  la  deuxième 
paire  d'antennes  (fig.  17)  composées  de  trois  segments:  le  der- 
nier en  forme  de  crochet  pointu  fortement  recourbé.  Sur  le 
deuxième  segment  s'insère,  du  côté  externe,  un  pseudo  palpe  (p) 
à  trois  articles,  terminé  par  une  courte  pointe. 

Ces  antennes  s'insèrent  à  leur  base  dans  un  cadre  chitineux: 
(fig.  14  c)  portant  en  avant  deux  petits  mamelons  (1>w),  contenant 
à  leur  intérieur  de  courts  filaments  noirâtres  étoiles  à  leur  base 
et  disposés  parallèlement.  Plus,  loin  se  trouve  l'ouverture  buc- 
cale, entourée  de  deux  paires  d'appendices  (fig.  16)  très  difiiciles 
à  apercevoir.  Une  première  paire  (ni)  en  forme  de  mamelons 
arrondis  à  leur  extrémité.  Une  deuxième  paire  (m[)  de  forme  tout 
à  fait  particulière:  elle  est  constituée  parunelame  graduellement 
tordue  sur  elle-même  et  donnant  naissance  à  une  partie  tran- 
chante, en  forme  de  triangle,  dont  le  côté  postérieur  est  dentelé 
et  le  côté  latéral  externe  est  formé  d'un  rebord  saillant  se  ])ro- 
longeant  en  arrière  par  un  crochet. 

Les  apjtendices  thoracicpies  sont  au  nombre  de  deux  paires. 

La  première  paire  (fig.  18)  est  composée  de  deux  articles:  le 
premier  très  développé,  élargi  à  la  base,  le  second  en  forme  de 
crochet  acéré  renfermant  à  son  intérieur  une  glande  ((il)  venant 
s'ouvrir  à  son  extrémité. 


SUR  UN  CHONDRACANTHIDE  NOUVEAU  101 

La  deuxième  paire,  pourvue  de  muscles  puissants,  comprend 
deux  forts  segments  basilaires  en  portant  un  troisième  jjhLS  grêle, 
conique,  qui  lui-même  est  segmenté  à  son  extrémité. 

L'abdomen  a  le  (piart  environ  de  la  longueur  totale  du  corps. 
Il  n'offre  aucune  trace  de  segmentation.  Il  a  l'aspect  de  deux 
masses  ovalaires  accolées.  Il  est  nmni  postérieurement  d'une 
courte  furca  très  grêle,  dont  clia(iue  branche  a  quatre  articles  : 
le  deuxième,  beaucoup  plus  large  et  plus  long  que  les  autres,  porte 
deux  gros  poils  courts.  La  base  de  chaque  branche  est  recou- 
verte partiellement  par  une  lame  insérée  sur  son  côté  (hg.   lo). 

Variations  et  mcmstruositrs.  L'examen  de  plusieurs  exen)- 
plaires  nous  a  montré  Texistence  de  variations  souvent  assez 
grandes  d'un  individu  à  l'autre.  Ces  variations  portent  sur  la 
forme  et  les  dimensions  des  appendices.  C'est  ainsi  que  la  ])aire 
antérieure  de  maxilles  chez  la  femelle  est  tantôt  plus  faible  que 
la  paire  postérieure,  tantôt  égale  à  elle.  La  bandelette  thoracique 
chez  certaines  formes  est  presque  complètement  effacée,  chez 
d'autres  elle  présente  un  contour  nettement  rectangulaire  et  la 
figure  12  montre  un  individu  où  les  parties  latérales  sont  étalées 
en  lobes  très  apparents.  L'abdomen,  dans  un  exenqdaire,  n'offre 
plus  qu'une  paire  d'expansions  latérales  bien  développées,  l'autre 
-ayant  avorté.  Mais  le  cas  le  plus  intéressant  est  celui  d'un  indi- 
vidu monstrueux,  une  femelle,  que  nous  n'avons  rencontré  qu'une 
seule  fois.  Son  corps  (tig.  3)  est  nettement  asymétrique.  L'ex- 
pansion thoracique  droite  est  en  grande  partie  atrophiée  et 
présente  un  mamelon  ventral  très  développé,  tandis  que  la  gauche 
^a  son  développement  normal  et  est  presque  complètement  lisse. 

Le  côté  droit  de  la  tête  est  un  peu  plus  dilaté  que  le  gauche. 

L'abdomen  ne  présente  que  les  deux  prolongements  latéraux 
f>ostérieurs,  les  antérieurs  étant  atrophiés.  Mais  la  particularité 
la  plus  intéressante  que  nous  offre  cet  exemplaire  est  fournie  par 
la  bandelette  du  thorax  (pii  est  divisée  en  deux  parties  latérales. 
La  partie  droite  est  un  simple  lobe;  quant  à  la  partie  gauche, 


102  C.  VANEY  ET  A.  CONTE 

elle  est  remplacée  par  un  court  appendice  de  deux  segments.  Nous:- 
avons  signalé  chez  les  femelles  une  bandelette  tlioracique  trans- 
versale, dont  les  extrémités  avaient  un  développement  variable, 
suivant  les  individus.  Le  remplacement  d'un  des  mamelons  ter- 
minaux, chez  notre  forme  anormale,  par  un  appendice,  nous  con- 
duit à  considérer  les  deux  mamelons  des  formes  ordinaires 
comme  les  représentants  de  deux  appendices  dont  un  seul  a 
conservé  dans  notre  individu  monstrueux  son  véritable  caractère 
d'appendice  thoracique. 

D'après  ce  qui  précède,  on  voit  que  cette  espèce  oifre  de  gran- 
des variations  individuelles. 

Développement.  Nous  n'avons  pu  avoir  que  les  premiers  stades- 
du  développement,  mais  jamais  la  forme  larvaire  libre.  Les 
stades  que  nous  avons  observés  se  passent  à  l'intérieur  de  l'œuf 
et  dans  les  sacs  ovigères. 

Le  stade  nauplien  que  nous  avons  représenté  (lig.  4)  après, 
avoir  fait  éclater  la  coque  de  Tœuf  par  compression  est  un  nau- 
plius  normal  de  Copépode,  avec  ses  deux  soies  postérieures,  sort 
œil  impair  en  X,  se  détachant  en  rouge  sur  la  face  dorsale  et  une 
abondante  réserve  de  vitellus  de  teinte  jaune  rougeàtre.  Il  a 
trois  paires  d'appendices  :  la  première  simple,  les  deux  autres, 
biramées. 

Un  stade  plus  avancé  est  représenté  (lig.  5).  On  voit,  en  des- 
sous de  la  coque  de  l'œuf,  une  membrane  enveloppant  tout  l'em- 
bryon et  qui  représente  une  première  mue. 

L'œil  nauplien  s'est  effacé.  La  lèvre  supérieure  est  bien  visible. 
Les  trois  paires  d'appendices  du  naui)lius  sont  repliées  sur  le 
côté  ;  en  arrière  viennent  des  mamelons  ixu'tant  des  soies  à  leurs 
extrémités  et  représentant  les  rudiments  d'appendices  du  Copé- 
pode. La  masse  vitelline  plus  réduite  a  pris  une  teinte  beaucoup 
plus  claire. 

Action  du  parasite  snr  Vhôte.  Nous  avons  constaté  que  les- 
(Jlinus  parasités  avaient  des  organes  génitaux  très  rudimentaires.. 


SUR  UN  CHONURACANTHIDE  NOUVEAU  103 

C'est  là  un  cas  de  castration  parasitaire  analogue  à  celui  que 
subit  la  Sardine  sous  l'action  du  Peroderma  cylindmcea. 

Localisation  du  parasite.  Nous  avons  recueilli  ces  parasites 
durant  les  mois  de  juin,  juillet  et  août  1899  sur  des  Gliyms  péchés 
dans  les  prairies  de  Posidonies  de  la  rade  de  Toulon,  à  des  pro- 
fondeurs de  0  m.  50  à  1  mètre. 

Nous  ne  les  avons  trouvés  exclusivement  que  dans  les  Clinus 
pris  dans  la  région  de  cette  rade  connue  sous  le  nom  de  Rade  du 
Lazaret,  dans  les  fonds  herbeux  s'étendaut  à  droite  de  la  station 
biologique  et  les  plus  proches  de  la  rive  où  elle  est  construite. 
Aucun  des  Clinus  péchés  du  côté  de  la  presqu'île  de  Saint-Man- 
drier  ou  en  d'autres  points  de  la  rade  n'était  parasité.  Si  l'on 
considère  d'autre  part  que  le  Clinus  arqenfatus  a  été  l'objet 
d'études  spéciales  en  différents  points  du  littoral  méditerranéen 
et  qu'aucun  Copépode  parasite  n'y  a  été  signalé,  on  aura  là  un 
exemple  bien  net  d'une  de  ces  localisations  de  parasites  sur  les- 
quelles M.  GiAKD  a  attiré  l'attention' . 

Un  dernier  point  nous  reste  à  examiner,  c'est  la  place  que 
nous  devons  attribuer  à  notre  parasite  dans  la  systématique. 

A  première  vue,  il  rappelle  le  genre  Nicothoé,  mais  l'étude  un 
peu  détaillée  montre  de  suite  qu'il  n'y  a  là  qu'une  simple  appa- 
rence. C'est  incontestablement  un  Chondracanthide,  ainsi  que  le 
prouve  son  dimor})hisme  sexuel  très  accentué,  la  présence  de 
deux  paires  d'antennes  semblables  dans  les  deux  sexes  (la  pre- 
mière tactile,  la  seconde  transformée  en  organes  de  fixation),  la 
présence  d'un  mâle  pygmée  avec  céphalothorax  portant  deux 
paires  d'appendices  en  crochet  et  enfin,  chez  la  femelle,  le 
manque  de  segmentation  et  les  ap})endices  thoraciques  réduits  à 
des  lobes.  Notre  Copépode  offre  toutefois  certaines  particularités 
importantes:  le  mâle  a  un  abdomen  court,  pourvu  d'une  furca, 
mais  n'offrant  pas  de  trace  de  segmentation,  contrairement  à  ce 

'  A.  GiARD.  Sur  la  localisation  très  étroite  de  certains  types  soologiques.  Bulle- 
tin scientifique  de  la  France  et  de  la  Belgique.  T.  XX,  1899,  p.  309. 


104  C.  VANEV  ET  A.  CONTE 

qu'on  trouve  chez  tous  les  Choiidracanthides  :  d'autre  part,  il 
n'est  pas  fixé  sur  la  femelle.  Nous  avons  soumis  nos  exemplaires 
à  M.  E.  Caxu,  directeur  de  la  station  aquicole  de  Boulogne-sur- 
Mer.  Nous  sommes  heureux  de  le  remercier  vivement  d'avoir 
bien  voulu,  avec  la  plus  parfaite  bienveillance,  nous  en  donner 
la  détermination  générique. 

Les  antennules  filiformes  et  pluri  articulées,  les  antennes  mu- 
nies d'un  crochet  et  d'un  pseudo  palpe  à  trois  articles,  les  deux 
paires  d'appendices  thoraciques  (les  premiers  uncinés.  les  se- 
conds triarticulés).  la  forme  générale  du  corps,  permettent  de 
rattacher  cette  forme  au  genre  Diocus  Kroyer. 

Ce  genre  a  été  étudié  surtout  par  les  zoologistes  de  Coi)en- 
hague  :  en  1848  et  1863  par  H.  Kroyer^  et  en  1861  par 
Steenstrup  et  Lïtken-.  Il  était  représenté  jusqu'ici  par  une 
seule  espèce,  trouvée  au  Groenland  sur  un  Poisson  d'eau  douce, 
le  Cottus  fjohio.  Notre  espèce  est  donc  le  premier  représentant 
marin  de  ce  genre.  Elle  diffère  d'ailleurs  par  un  grand  nom])re 
de  caractères  du  IHocus  gobinus  Fabr.  Chez  ce  dernier,  en  effet, 
la  femelle  a  une  tète  élancée,  arrondie,  présentant  deux  expan- 
sions latérales  filiformes,  un  thorax  avec  deux  paires  de  lobes 
latéraux  bien  développés,  portant  deux  sacs  ovigères  très  allon- 
gés, cylindriques,  enroulés  en  spirale  :  quant  à  l'abdomen,  il  a 
complètement  disparu.  Les  femelles  des  deux  espèces  sont  donc 
assez  différentes. 

L'examen  comparé  des  mâles  montre  comme  différences  im- 
portantes le  peu  de  développement  de  l'abdomen  et  l'absence  de 
toute  segmentation  chez  le  mâle  de  notre /^/ocw.s.  tandis  que  chez 
IHocus  (folAnu s  l'abdomen  est  égal  au  céi)halothorax  et  présente 
six  segments. 

1  Ghondracanfhiis  gohinm  Kr.  Tidsskrift.  1837,  p.  289.  —  Biocus  gobinus  Kr. 
Bidrag  til  Kundskab.  1863,  p.  259. 

^  TJzocu.s-  gobimts  Steenstrup  et  Liitken.  Bidrag  til  Kundskab.  ISGl,  p.  423, 
pi.  XV,  %.  39. 


SUR  UN  CHONDRACANTHIDE  NOUVEAU  105 

En  résumé,  quoique  ces  deux  espèces  soient  bien  différentes  à 
plusieurs  points  de  vue,  l'étude  coni])arée  des  appendices  nous 
détermine  à  les  faire  rentrer  toutes  deux  dans  le  même  genre. 
Pour  distinguer  notre  espèce  du  Blocus  (johhms  Fabr.,  nous  la 
désignerons  sous  le  nom  de  Diocus  Clini 

Le  genre  Diocus  Krojer  comprendra  donc  deux  espèces  : 

IHocifs  Gobwîis  Fabr.,  parasite  de  Cothis  Gohio  Linn.,  des 
eaux  douces  du  Groenland  ; 

Blocus  Cllnl  Yaney  et  Conte,  parasite  des  Clin  us  argentatus 
Iviss.,  de  la  rade  de  Toulon. 

Les  matériaux  qui  font  l'objet  de  ce  travail  ont  été  recueillis 
par  un  d'entre  nous  au  laboratoire  de  biologie  de  Tamaris-sur- 
Mer,  où  il  a  reçu  l'hospitalité  de  M.  le  professeur  R.  Dubois. 

Laboratoire  de  zoologie  de  l'Université  de  Lyon. 


LE  CORPS  CARDIAQUE  ET  LES  AMIBOCYTES 

des 

OLIGOCHÈTES  LIMICOLES 

par  le 
Dr  M.  de  BOCK 

Avec  les  planches  11  et  12. 

INTRODUCTION 

En  m'occupant  d'études  sur  les  Oligochètes,  j'examinai  un 
jour  les  coupes  transversales  d"un  Lunihricidus  rarierjutus 
Grube,  lorsque  mon  attention  fut  attirée  par  de  grosses  cellules 
situées  dans  la  lumière  du  vaisseau  dorsal.  Il  ne  s'agissait  pas 
des  cellules  ordinaires  du  sang.  En  suivant  la  série  des  coupes^ 
je  reconnus  un  assez  long  cordon  cellulaire,  appliqué  sur  la  face 
ventrale  de  l'intérieur  du  vaisseau  dorsal.  Il  se  composait  de  ces 
grosses  cellules  très  claires,  pourvues  de  noyaux  distincts,  et 
renfermant  quelques  granulations  noirâtres.  Je  fus  ainsi  amené 
à  comparer  cet  organe  au  corps  cardiaque,  observé  depuis  long- 
temps chez  plusieurs  Annélides,  et  que  j'avais  vu  moi-même  chez 
(juelques  Polychètes  lors  de  précédentes  études. 

Cet  organe,  assez  répandu  dans  l'ordre  des  Polychètes,  n'est 
connu  jusqu'ici  chez  les  Oligochètes  que  dans  la  famille  des 


108  M.   DE   BOCK 

Encliytrseïdes  \  Les  recherches  que  je  viens  de  faire  sur  plu- 
sieurs espèces  d'Oligochètes.  m'ont  permis  de  retrouver  l'organe 
en  question  chez  divers  genres  de  ces  animaux. 

Avant  de  décrire  les  résultats  de  mes  études,  je  donnerai 
quelques  renseignements  sur  le  matériel  et  les  méthodes  dont  je 
nie  suis  servi,  et  sur  les  données  que  l'on  possède  relativement  au 
corps  cardiaiiue. 

Des  échantillons  de  Limihrwulus  variegaffrs  Clrube  consti- 
tuent la  plus  grande  partie  de  mon  matériel.  En  outre,  j'ai 
disposé  d'un  petit  nombre  de  Rhynclielmis  VnnoseUa  Hoffm., 
Enchptrœtfs  Immkulfor  Vejd..  Tuhîfex  rirulonmi  Lam.  et  Nais 
mrpe/ntina  Miill.  J'ai  recueilli  ces  Vers,  l'année  passée,  dans  des 
régions  assez  éloignées  les  unes  des  autres,  soit  dans  les  environs 
de  Marseille  et  dans  la  Livonie.  province  de  la  Paissie. 

Ces  animaux  étant  destinés  d'abord  à  d'autres  études  étaient 
tous  fixés.  C'est  pour  cela  que  je  n'ai  pu  examiner  le  contenu  des 
vaisseaux  sanguins  sur  le  vivant. 

Je  n'ai  pas  fait  d'études  détaillées  sur  les  Poh'chètes.  Néan- 
moins, je  possède  des  préparations  de  quelques  Cirratuliens  qui 
m'ont  permis  de  reconnaître  la  structure  anatomique  et  histolo- 
gique  du  corps  cardiaque.  Pour  le  reste,  j'ai  dû  recourir  aux 
mémoires  énumérés  dans  l'Index  bibliographique. 

Les  Oligochètes  ont  été  fixés  par  divers  réactifs  :  le  sublimé 
en  solution  concentrée,  le  li(iuide  d'HEEMANX,  le  li(iuide  de 
Perennyi  et  le  mélange  de  ('hichkow.  Pour  pouvoir  étudier  le 
contenu  des  vaisseaux  sanguins,  il  est  de  la  plus  grande  inqior- 
tance  d'obtenir  une  bonne  fixation.  L'étude  des  cellules  du  sang 
surtout  dépend  absolument  de  cette  condition.  Il  y  a  des  licpiides 
fixateurs  (jui  ne  coagulent  ])as  bien  le  sang.  Dans  ce  cas.  le  sang 

•  Il  est  douteux  que  le  Ctenodrilm  compte  parmi  les  Oligocliètos  (cp.  Mesml  et 
Caullery,  Sui-  la  position  systématique  du  genre  Ctenodrilus  Clp.,  Comj)t.  rend. 
t.  125,  1897).  La  nature  des  «ifLaiides  sanguines»  du  Phreodrilus  est  encore  trop 
j)eu  connue,  pour  qu'on  puisse  considérer  avec  certitude  ces  glandes  comme  des 
corps  cardiaques. 


LE   CORPS   CARDIAQUE   DES   OJ.IGOCHÈTES  109 

se  délaye,  et  s'en  va  par  le  lavage  suivant,  si  bien  (jue  les  vais- 
seaux paraissent  vides.  C'est  ])eut-être  une  des  circonstances 
pour  les(iuelles  la  vraie  nature  des  cellules  du  sang,  et  Texistence 
du  corps  cardia(|ue  ont  pu  écliai)])er  à  beaucoup  d'auteurs.  C'est 
seulement  par  des  fixations  faisant  coaguler  le  sang  en  une  niasse 
pres(iue  homogène  et  insoluble  dans  Teau  ou  Talcool  que  Von 
peut  parvenir  à  reconnaître  la  forme  et  la  structure  des  éléments 
figurés. 

11  en  est  de  même  lorsqu'on  examine  sur  des  coupes  les  élé- 
ments flottant  dans  la  cavité  générale.  Le  liquide  ccelomique, 
étant  probablement  encore  jdus  aqueux  que  le  sang,  ne  se 
coagule  jamais  com])lètement  de  manière  à  former  une  masse 
solide  renq)lissant  l'espace  libre  entre  la  paroi  du  corps  et  Tin- 
testin.  Ainsi,  après  certaines  fixations  laissant  la  lymphe  plus  ou 
moins  licpiide.  on  ne  trouve  dans  la  cavité  générale  rien  ou  presque 
rien  ([ue  des  éléments  attachés  à  des  points  fixes.  Les  lynq)ho- 
cytes  libres,  par  exemple,  semblent  avoir  presc^ue  complètement 
disparu,  lueurs  corps  extrêmement  délicats  se  sont  émiettés  après 
la  mort,  ou  sont  tombés  entre  les  éléments  du  revêtement  intérieur 
de  la  cavité  périviscérale,  où  on  ne  les  retrouve  plus. 

En  revanche,  par  d'autres  fixations,  le  ii(piide  c<elomique  se 
coagule  sous  la  forme  d'un  fin  réseau,  irrégulier  et  peu  serré,  il 
est  vrai,  mais  fixant  pourtant  la  plupart  des  éléments  flottants  à 
leurs  endroits  respectifs,  en  les  conservant  intacts.  C'est  ainsi 
que  l'on  arrive  à  observer  la  distribution  naturelle  des  lym})ho- 
cytes  dans  la  cavité  générale,  et  que  Ton  peut  étudier  leur  forme 
et  leur  structure. 

Quant  aux  liquides  fixateurs  que  j"ai  employés,  c'est  le  mélange 
d'HERMANN  qui  m'a  donné  les  meilleurs  résultats,  pour  la  fixa- 
tion des  tissus,  aussi  bien  que  pour  celle  du  contenu  des  vaisseaux 
sanguins  et  de  la  cavité  générale.  C'est  sur  des  Vers  fixés  parce 
li(|uide  que  j"ai  fait  la  plupart  de  mes  observations.  Le  mélange 
de  sublimé,  d'acide  nitrique,  d'acide  acétique  et  de  quelques  sels. 


110  M.   DE   BOCK 

inventé  par  Chichkow  pour  des  Turbellariés.  si  utile  qu'il  soit 
dans  ce  cas-là,  parait  être  impropre  à  la  tixation  des  petits  Oli- 
gochètes  :  il  m'a  donné  de  très  mauvais  résultats.. 

Pour  la  coloration  des  coupes,  j'ai  dû  également  recourir  à  des 
méthodes  assurant  des  résultats  précis.  Avant  tout,  il  m'a  fallu 
pouvoir  bien  distinguer  le  sang  des  éléments  qu"il  renferme,  au 
moyen  d'une  coloration  caractéristique  du  premier.  De  plus,  il 
faut  obtenir  une  coloration  très  précise  des  noyaux,  spécialement 
de  leur  chromatine.  pour  pouvoir  reconnaître  leurs  caractères 
histologiques. 

Dans  ce  but,  j'ai  utilisé  Taftinité  de  l'éosine  pour  l'hémo- 
globine, en  mélangeant  une  solution  aqueuse  de  0.5  7o  d'éosine 
avec  la  même  quantité. d'une  solution  aussi  forte  de  bleu  de 
méthode  («Wasserblau  »  deGRûBLER,  à  Leipzig)  \  Après  la  colo- 
ration, je  lave  les  coupes  pendant  peu  de  temps,  dans  de  l'eau 
alcaline  (une  goutte  d'une  solution  concentrée,  aqueuse,  de 
carbonate  de  lithium  pour  deux  centimètres  cubes  d'eau),  et  ensuite 
dans  de  l'eau  légèrement  acidulée  par  quelques  gouttes  d'acide 
acétique.  Par  le  lavage  acide,  les  coupes  se  bleuissent,  tandis 
que  l'eau  alcaline  les  vire  en  violet  ou  en  rose.  De  cette  manière, 
on  peut  leur  donner  la  teinte  voulue.  Lorsque  la  coloration  est 
bien  réussie,  les  nojaux  sont  bleus,  les  autres  tissus  d'un  violet 
idus  ou  moins  foncé,  tandis  que  le  sang  prend  une  couleur  d'éo- 
sine extrêmement  brillante. 

('ette  méthode  n'est  applicable  qu'aux  objets  fixés  par  du  su- 
blimé; en  outre,  elle  ne  donne  pas  de  colorations  suffisamment 
précises  de  la  chromatine.  Pour  les  objets  fixés  d'une  autre  ma- 
nière, j'ai  employé  la  méthode  suivante  :  après  avoir  coloré 
les  noyaux  parla  thionine  (<  pure  »  de  Grubler),  je  les  traite  de 
nouveau,  et  ])endant  i)eu  de  temps.  ])ar  le  rouge  du  ('ongo 

'  M.  Mann,  l'iiivciitftir  d»^  CPtt*'  métliofif.  s'est  sorvi  des  mêmes  couleurs,  d'une 
autre  manière,  et  mélangées  en  d'autres  proportions,  pour  la  coloration  des  cellules 
nerveuses.  Zeitschr.  f.  wiss.  Mikrosk..  t.  11,  1804. 


LE   CORPS   CARDIAQUE   DES   OLIGOCHÈTES  111 

(0,05  7o  ;  1-2  minutes),  puis  ensuite  par  la  fuchsine  acide  (0,3  7o). 
€ette  dernière  peut  être  facilement  extraite  par  de  l'eau  ordi- 
naire jusqu'à  la  nuance  voulue. 

On  sait  que  des  éléments  figurés  ont  été  signalés,  dans  le  sang 
des  Lombrics. il  y  a  longtemps.  Depuis  R.Wagner  (1  835),Gegen- 
BAUR  (1853),  et  de  Quatrefages  (18(35),  ils  ont  été  démontrés 
chez  la  plupart  des  Annélides  par  de  nombreux  auteurs.  Depuis  la 
publication  du  grand  ouvrage  deVE.JDOVSKY  (1884)  sur  les  Oli- 
gochètes,  c'est  un  fait  généralement  reconnu  que  le  liquide  vascu- 
laire  des  Annélides  renferme  des  «  corpuscules  sanguins.  » 

Mais,  il  y  a  longtemps  aussi  que  l'attention  des  naturalistes  a 
été  attirée  par  une  autre  formation  cellulaire  que  l'on  rencontre 
dans  l'intérieur  du  système  vasculaire.  Cet  organe,  que  l'on  dé- 
signe aujourd'hui  d'ordinaire  sous  le  nom  de  corps  cardiaque, 
nom  qui  lui  a  été  donné  par  Salensky.  est  un  cordon  cellulaire, 
d'une  grandeur  considérable,  placé  dans  l'intérieur  du  vaisseau 
dorsal.  Sa  découverte  est  due  à  Claparède,  qui  a  été  le  premier 
à  le  signaler  dans  les  genres  Audoiiinia  et  TereheUa  (1873). 

Depuis  lors,  la  situation  extraordinaire  de  cet  organe  dans  le 
vaisseau  et  sa  fonction  énigmatique  ont  souvent  excité  la  curio- 
sité des  zoologistes.  On  a  reconnu  que  l'organe  en  question  est 
assez  répandu  chez  les  Polychètes.  Dans  l'ordre  des  Oligochètes, 
il  n'a  été  découvert,  jusqu'à  présent,  que  dans  un  nombre  de  gen- 
res assez  restreint. 

E.  Meyer  a  trouvé  cet  organe  chez  le  PohppMhaJmiispicttis 
(1882).  Salensky  (1883)  l'a  vu  chez  la  TereheUa  déjà  à  des 
stades  larvaires.  Steen  (1883)  l'observe  chez  le  TerehelHdes 
Strœmii,  et  Horst  (1885)  chez  des  Chlaniemides.  En  1 882,  v.  Ken- 
NEL  signale  la  présence  d'un  pareil  organe  dans  le  vaisseau  dor- 
sal du  Ctenodrihis  pardalia.  En  1886.  ^IlCHiELSEN  donne  une 
courte  description  du  corps  cardiaque  du  TerehelHdes  Strœmii  et 
de  IdiPectinaria  hek/ira.  L'aimée  suivante,  Mic'H^:lsen  découvre 
le  corps  cardiaque  chez  le  genre  Mesenchytrœus  et,  en  1888, 


112  M.    DE    BOCK 

chez  le  Stercfitus.  Cunningham  (1887)  l'étudié  sur  la  Trophonia 
plnmosa,  et  Bles  (1892)  s'en  occupe  chez  le  Siphonostoma 
diphclicetos.  Des  études  détaillées  sur  le  corps  cardiaque  des 
Cirratulieiis.  Térébellieiis  et  Amphictéiiieiis  ont  été  publiées  par 
PiCTON  (1898). 

Il  me  l'esté  à  mentionner  deux  cas  dans  lesquels  on  a  signalé 
la  présence,  dans  le  système  vasculaire,  de  formations  cellulaires 
se  distinii'uant  des  formations  analogues  par  la  situation  qu'elles 
occupent.  Ces  prétendus  coips  cardiaques  ne  sont  pas  en  connnu- 
nication  directe  avec  le  vaisseau  dorsal.  Ce  sont  les  <■<  glandes 
sanguines  »  c^ue  Beddard  (1891)  signale  dans  des  vaisseaux  la- 
téraux du  FhyeodrUus  sKhterraneus,  et  les  corps  cardiaques 
trouvés  par  Gamble  et  AsHWOTH  (1898)  dans  les  deux  cœurs  des 
Arénicoles. 

Sans  pouvoir  juger  de  la  nature  de  ces  organes,  n'ayant  pas 
étudié  ces  Vers,  je  pense  que  la  situation  des  organes  en  question 
ne  serait  pas  un  obstacle  à  ce  qu'ils  soient  considérés  comme 
étant  homologues  des  corps  cardiaques  typiques. 

J'ai  énuméré  les  principaux  auteurs  qui  se  sont  occupés  de  cet 
organe  singulier.  Quant  à  leui's  ()])inions  sur  son  origine  et  sa 
fonction,  elles  sont  des  plus  diverses,  et  j'aurai  encore  à  y  revenir 
dans  le  courant  de  ce  travail.  En  i-evanche.  les  descriptions  qu'ils 
donnent  de  la  forme,  de  la  structure  et  de  la  situation  du  corps 
cardiaque,  démontrent  que  sa  nature  anatomique  est  bien  carac- 
térisée. 

Ce  que  l'on  entend  donc  sous  le  nom  de  corps  cardiaque,  est 
un  organe  situé  dans  l'intérieur  du  système  vasculaire,  d'ordi- 
naire du  vaisseau  dorsal,  se  composant  de  cellules  attachées  les 
unes  aux  autres  de  manière  à  fonner  une  bande  ou  un  cordon  d'une 
certaine  longueur.  Ces  cellules  sont  souvent  pourvues  de  membra- 
nes distinctes  et  renferment  ordinairement  des  granulations.  Elles 
présentent  souvent  un  aspect  vésiculeux  ou  vacuolisé.  ou  semblent 
quelquefois  presque  vides,  ne  contenant,  sauf  les  graimlations 


LE   CORPS   CARDIAQUE   DES   OLIGOCHÈTES  113 

mentionnées,  que  de  ])his  ou  moins  rai'es  coagulations  fibreuses 
ou  iinement  granuleuses.  Mais  il  y  a  toujours  des  cellules  renfer- 
mant un  protoplasme  ])lus  solide.  Ce  cordon  est  droit  ou  replié, 
son  intérieur  est  creux  ou  non,  ses  extrémités  peuvent  s'attacher 
à  la  paroi  vasculaire,  mais  ce  sont  là  des  circonstances  qui  ne 
pai'aissent  pas  avoir  une  grande  impoitance. 

I.  Le  corps  cardiaque  des  Oligochètes. 

Les  formations  cellulaires  que  j'ai  trouvées  dans  le  vaisseau 
dorsal  de  plusieurs  Oligochètes  présentent  bien  les  caractères 
principaux  d'un  corps  cardiaque.  Sans  vouloir  entrer  dans  des 
comparaisons  détaillées  avec  des  Polychètes,  je  ne  ferai  que  ren- 
voyer à  la  description  du  même  organe  dans  le  genre  Mesencliy- 
trreus,  faite  par  Mich.î^]LSEN  (1887).  Ce  naturaliste,  qui  a  été 
le  premier  à  voir  le  corps  cardiaque  chez  les  Oligochètes,  et  qui 
l'a  retrouvé  Tannée  suivante  dans  un  autre  genre  de  la  même 
famille  (Stercutfis),  en  donne  une  description  et  des  ligures  (jui 
me  permettent  d'établir  l'identité  indubitable  de  cet  organe  chez 
le  MesencJiytrçe-us  et  les  Lumbriculides. 

J'ai  constaté  sa  présence  chez  les  espèces  suivantes  :  Lum- 
hriculus  variegatus,  likynchelmis  Umosella,  Tubifex  rivulorum  et 
Naïs  serpentwa,  c'est-à-dire  chez  des  représentants  de  trois  fa- 
milles. Mais  mes  recherches  ont  porté  surtout  sur  le  LnmhrkuliÂS. 

Le  corps  cardiaque  du  Ltcmhriculus  variegatus  se  compose, 
comme  je  l'ai  dit,  de  grosses  cellules,  entourées  d'une  forte  mem- 
brane, et  pourvues  de  noyaux  nettement  visibles.  Le  corps  de 
ces  cellules  est  très  clair,  et  ressemble  à  une  vésicule  presque 
vide.  D'ordinaire,  le  protoplasme  prend  l'aspect  de  coagulations 
finement  tibi'euses  s' étendant,  dans  les  Vers  les  mieux  fixés,  en 
forme  de  réseau  irrégulier  dans  toute  la  cellule.  Cet  aspect 
montre  que  le  protoplasme  vivant  de  ces  cellules  doit  se  trouver 
dans  un  état  assez  li(juide.  L'intérieur  de  la  cellule  i-enferme 
souvent,  mais  pas  toujours,  des  granulations  d'une  couleur  brun- 

Rev.  Suisse  de  Zool.,  T.  8.  1900.  8 


114  M.  DE   BOCK 

noirâtre  ou  noire.  Les  dimensions  de  ces  granules  varient  entre 
celles  des  grains  de  chloragogène  typiques  et  celles  de  très  petits 
points  presque  invisibles.  Les  noyaux  de  ces  cellules  sont  de  taille 
moyenne,  et.  comme  on  Fobserve  quelquefois,  varient  de  forme 
et  de  couleur.  J'aurai  encore  à  y  revenir. 

Il  n'est  pas  rare  de  rencontrer  deux  de  ces  noyaux  unis  plus  ou 
moins  étroitement,  ou  un  noyau  oblong  laissant  voir  une  constric- 
tion  plus  ou  moins  avancée.  Ce  sont  évidemment  des  stades  de 
divisions  amitotiques.  Mais  jamais  je  n'ai  réussi  à  observer  les 
cellules  elles-mêmes  en  état  de  division. 

Les  cellules  sont  étroitement  serrées  les  unes  contre  les  autres 
et  disposées  en  groupes  ou  en  masses  de  forme  variée  dans  le 
vaisseau  dorsal.  Le  plus  souvent  on  les  voit  former  un  cordon  in- 
interrompu à  partir  du  7™*^  ou  S'"*"  segment  jusqu'au  15'"' .,  ou  plus 
en  arrière  encore.  La  coupe  transversale  de  ce  cordon  laisse  tou- 
jours voir  plusieurs  cellules,  ordinairement  trois  ou  quatre.  En 
outre,  on  trouve  encore  dans  le  vaisseau,  devant  le  cordon  et 
derrière  lui.  un  ou  (juclques  groupes  isolés,  se  composant  des 
mêmes  cellules.  Ces  groupes  ne  consistent  quelquefois  qu'en 
quatre  ou  cinq  cellules.  Mais  ils  peuvent  avoir  les  longueurs  les 
plus  diverses.  Dans  ce  cas.  le  cordon  est  divisé  en  morceaux  sé- 
parés. Des  coupes  longitudinales  montrent  souvent  que  le  cordon 
est  interrompu  par  la  constriction  du  vaisseau  aux  endroits  des 
dissépiments. 

Le  corps  cardiaque  est  aussi  variable  dans  son  épaisseur  que 
dans  sa  longueur.  Il  est  toujours  placé  sur  la  face  ventrale  du 
vaisseau.  D'habitude,  il  ne  remplit  qu'une  partie  de  la  lumière  de 
celui-ci,  mais  il  augmente  souvent  de  diamètre  jusqu'à  boucher 
absolument  tout  le  vaisseau.  Dans  un  cas  extrême,  j'ai  vu  celui-ci 
rempli  de  la  sorte  sur  une  étendue  do  plusieurs  segments.  Le 
corjjs  cardiaque  formait  alors  un  cordon  niterrom])u  commençant 
au  5""'  segment  et  s'étendant  jusqu'au  24""-.  Le  cori)S  cardiacpie 
du  Lumhricuïus.eat  représenté  par  les  figures  1  et  2. 


LE  CORPS  CARDIAQl  E  DES  0LIG0CHÈTE8  115 

J'ai  constaté  la  présence  d'un  cordon  cellulaire  ou  de  groupes 
isolés,  composés  des  niênies  éléments,  à  partir  du  5""'  jusqu'au 
25nie  segment.  Quelquefois  l'organe  ne  commence  qu'au  T'"*^  ou 
gmo  segment,  et  c'est  dans  ces  segments,  aussi  bien  que  dans  les 
suivants,  qu'il  se  trouve  le  plus  développé.  Il  se  termine  souvent 
avant  le  25"'*^  segment.  Quelquefois,  quand  le  vaisseau  dorsal  est 
bourré  de  cellules,  elles  entrent  dans  le  sinus  sanguin  qui  en- 
toure l'intestin,  ou  même  de  côté,  dans  les  vaisseaux  latéraux 
aveugles. 

Il  est  impossible  de  ne  pas  comi)arer  le  corps  cardiaque  aux 
cellules  chloragogènes  qui  revêtent  l'intestin  et  le  vaisseau  dor- 
sal, comme  tant  d'auteurs  l'ont  déjà  fait  depuis  ClapakÈde. 
EisiG,  dans  sa  belle  monographie  des  Capitellides,  lui  donne 
même  le  nom  de  «  intravasale  C'hloragogendriisen.  »  Ces  compa- 
raisons sont  pour  la  plupart  basées  sur  le  rôle  physiologique,  pro- 
bablement analogue,  des  cellules  chloragogènes  et  des  cellules  in- 
travasculaires.  toutes  les  deux  renfermant  des  granulations  de 
même  nature  à  peu  près.  Mais,  la  ressemblance  me  i)arait  être 
encdre  plus  évidente  chez  les  Oligochètes,  spécialement  chez  le 
LumhricuJiis,  qu'elle  ne  l'est  chez  les  Polychètes,  vu  l'identité 
presque  complète  de  la  structure  histologique  des  éléments  du 
coi"ps  cardiaque  avec  les  cellules  chloragogènes.  Comme  j'aurai 
encore  à  revenir  sur  ce  sujet,  je  me  borne  ici  à  faire  remarquer 
que  presque  tout  ce  que  j'ai  dit  sur  la  structure  des  cellules  du 
corps  cardiaque  et  sur  leurs  noyaux,  est  applicable  aussi  aux  cel- 
lules chloragogènes  du  Lumbriculus. 

Néanmoins,  il  existe  encore,  à  part  la  différence  de  grandeur, 
une  différence  remarquable  en  ce  qm  concerne  les  inclusions.  On 
sait  que  les  cellules  chloragogènes  renferment  diverses  espèces 
de  granules,  dont  une  surtout  se  trouve  très  répandue.  Ce  sont 
les  gi'ains  réfringents,  d'un  brun  jaunâtre  ou  verdâtre,  qu'il 
faut  considérer  comme  le  chloragogène  typique.  Ils  sont  par- 
fois si  nombreux  que  les   cellules  en  sont  gonflées.  Les  élé- 


116  M.   DE   BOCK 

Tiients  (lu  corps  cardiaque,  au  contraire,  ne  renferment  (jue  de- 
rares  granules  noirs  ou  noirâtres,  qui  peuvent  même  niampier- 
complètement.  Peut-être  que  la  substance  des  grains  réfringents 
varie  dans  son  apparence,  car  on  trouve  parfois  les  cellules 
chloragogènes  remplies  seulement  de  grains  d'un  brun  foncé  ou 
même  noirs,  et  ne  renfermant  pas  un  seul  granule  réfringent. 
Je  ne  puis  donc  prétendre  que  les  inclusions  du  corps  cardiaque 
soient  d'une  autre  matière  que  celles  des  cellules  chloragogènes. 
Quoiqu'il  en  soit,  on  n'observe  jamais  parmi  les  éléments  du  corps 
cardiaque  des  cellules  ayant  T aspect  de  cellules  clilorogogènes 
typiques. 

J'ai  observé  la  présence  du  corps  cardiaque  chez  une  vingtaine 
deLumhrlculus  et  chez  six  Rhi/nchehnis.  C'est  dire  que  je  Vâi 
trouvé  chez  tous  les  Vers  dont  j'ai  examiné  les  parties  antérieu- 
res du  corps.  Une  seule  fois,  je  ne  l'ai  pas  retrouvé.  Mais,  dans 
ce  cas,  un  examen  approfondi  m'a  fait  reconnaître  que  la  tête  du 
Ver  se  trouvait  encore  dans  un  état  retardé  de  régénération.  Il 
s'agissait  en  réalité  d'une  partie  postérieure,  séparée  depuis  peu 
de  temps  seulement  de  la  partie  antérieure  du  corps. 

Je  n'ai  jamais  observé  l'organe  au  delà  du  25'"''  segment,  il 
ne  se  trouve  donc  pas  dans  les  parties  postérieures  du  Ver. 

(^>nant  à  la  Nais  serpentina,  j'ai  étudié  seulement  trois  exem- 
plaires de  ces  Vers,  mais  tous  m'ont  montré  ces  grandes  celT 
Iules  claires  dans  la  partie  antérieure  du  vaisseau  dorsal.  Elles 
ne  dittèrent  de  celles  du  Lumhrkulus  que  par  la  grandeur  de 
leurs  noyaux,  et  par  leurs  corps  peut-être  un  peu  plus  clairs  et 
vides.  Mais  ces  cellules  ne  forment  guère  de  longs  cordons  ;  elles 
sont  isolées  et  séparées  les  unes  des  autres  par  de  petits  inter^ 
valles  libres,  ou  sont  souvent  attachées  les  unes  aux  autres  de 
manière  à  former  de  courtes  chaînes,  (^luehpu'fois  de  très  fines  et 
rares  granulations  noires  se  trouvent  dans  leur  intérieur  (tig.  :> 
et  4). 

Chez  le  Tnhife.r  nvulorum,  le  corps  cardiaque  est  encore  plus 


LE   CORPS   «ARDIAQUE    DES   0LIG0CHÈTE8  117 

variable  et  ce  n'est  que  riiomologie  évidente  avec  le  corps  car- 
diaque du  Lumhnciilus,  qui  permet  de  lui  conserver  le  même 
nom.  II  est  composé  de  cellules  isolées,  ou  réunies  en  petits  grou- 
pes. Ces  cellules  se  trouvent  également  dans  la  partie  antérieure 
du  vaisseau  dorsal,  et  surtout  dans  les  fortes  sinuosités  ([u'il 
forme  des  deux  cotés  de  l'intestin.  Elles  sont  grosses,  mais  moins 
claires  et  plus  riches  en  protoplasme  finement  granuleux  que 
celles  des  Vers  ci-dessus  mentionnés.  En  s'associant  en  groupes, 
^lles  peuvent  souvent  rem})lir  complètement  le  vaisseau  qui  les 
■contient  (tig.  (i  et  7).  Cette  apparence  est  probablement  due  à  la 
■circonstance  que  le  vaisseau  a  été  fixé  au  moment  de  la  systole. 

Chez  les  Vers  que  j'ai  étudiés,  je  n"ai  pas  observé  de  granula- 
tions de  couleur  foncée  dans  le  corps  des  cellules  intravasculaires. 
€es  éléments  se  placent  sur  la  paroi  du  vaisseau,  comme  chez  la 
NwiH.  Mais  on  voit,  dans  les  sinuosités  latérales,  que  c'est  tou- 
jours du  côté  de  l'intestin  qu'ils  se  trouvent  accolés,  et  non  sur 
la  face  ventrale. 

J'ai  pu  constater  leur  présence  chez  trois  Tuhifc.r.  L'un  d'eux 
ne  possédait  qu'un  petit  nombre  de  ces  cellules,  tandis  que  chez 
un  autre,  elles  étaient  abondantes.  Un  quatrième  individu  de  cette 
espèce  en  était  totalement  dépourvu. 

En  outre,  j'ai  examiné  trois  ou  quatre  Enrlnjtrœiis  hiimicuUor 
et  un  exemplaire  de  Stylaria  lacustris.  Ce  dernier  A'er  ne  m'a 
rien  montré  de  remarquable.  Dans  le  vaisseau  dorsal  des  Enchy- 
irœus;  j'ai  pu  voir  de  nombreuses  cellules  du  sang,  prenant  par- 
fois des  formes  très  surprenantes,  même  celle  d'étoiles  irrégu- 
lières (fig.  11  ).  Nous  nous  en  occuperons  encore  ])lus  loin.  Mais 
je  dois  dire  que  je  n'ai  rien  trouvé  qui  puisse  rapi)eler  un  corps 
cardiaque. 

Il  résulte  de  ce  qui  précède  : 

l''  Qu'il  se  trouve  un  corps  cardiaque  chez  \^  Lnmhykidus,  la 
JRJiyncheîmis.  la  Xais  et  le  Ti(hifex, 


118  M.   DE   BOCK 

2°  que  la  présence  de  cet  organe  est  inconstante,  du  moins^ 
chez  le  Tiibife.x,  et 

3'^  que  cet  organe  varie  de  forme  et  de  grandeur  dans  ces- 
quatre  genres. 

Les  questions  relatives  à  l'origine  et  aux  fonctions  de  cet 
organe  singulier  seront  traitées  plus  loin.  Avant  de  les  aborder, 
nous  devons  présenter  encore  quelques  observations  sur  les  aini- 
bocytes  sanguins  et  cœlomiques,  et  sur  le  chloragogène. 

II.  Les  anùhocytes  du  sauf/. 

La  présence  de  corpuscules  sanguins  dans  le  liquide  vascu- 
laire  des  Vers  est  un  fait  établi  depuis  longtemps,  comme  je 
l'ai  dit  plus  haut.  ^lais,  la  plupart  des  auteurs,  surtout  parmi 
les  plus  anciens,  les  considèrent  connue  des  corpuscules  ou  des 
cellules  oblongues,  d'une  certaine  grandeur  et  de  forme  inva- 
riable. Les  suppositions  relatives  à  l'identité  de  ces  cellules  avec- 
les  corpuscules  sanguins  des  Vertébrés,  ont  empêché  pendant 
longtemps  de  se  rendre  compte  de  la  vraie  nature  de  ces  cellules  : 
ce  n'est  que  dans  ces  derniers  temps  que  l'on  a  reconnu  leur  ca- 
ractère amiboïde.  Parmi  les  naturalistes  qui  s'en  sont  occupés^ 
récemment,  il  faut  surtout  citer  CuÉnot  (1891,  1898),  qui  a 
consacré  des  études  spéciales  et  détaillées  aux  amibocytes  du 
sang  et  du  liquide  cœlomique. 

Les  cellules  du  sang  des  Olygochètes  sont  des  amibocytes, 
comme  aussi  celles  de  la  lymphe  de  la  cavité  générale.  Mais  il 
faut  constater  que  ce  fait  n'a  pas  encore  été  généralement  re- 
connu. On  a  décrit,  connue  cellules  appartenant  à  l'endothelium, 
des  cellules  attachées  à  la  face  intérieure  du  vaisseau  et  y  for- 
mant de  grandes  proéminences,  et  des  cellules  pourvues  de  pro- 
longements variés  et  se  fixant  à  la  paroi  vasculaire  par  de  min- 
ces pédoncules.  Je  pense  (jue  dans  beaucou])  de  ces  cas  il  s'agit 
des  amibocytes  du  sang.  Lorsqu'on  trouve  dans  les  vaisseaux: 
sanguins  un  grand  nombre  de  cellules  dont  la  chromatine  et  le 


LE   CORPS   CARDIAQUE   DES   OLIGOCHÈTES  119 

protoplasme  ont  un  aspect  absolument  semblable,  mais  cpii  pré- 
sentent toutes  les  formes  possibles  et  se  trouvent  tantôt  libres, 
flottant  dans  le  sang,  tantôt  attachées  à  la  paroi  vasculaire,  on 
ne  peut  pas  hésiter  à  leur  attribuer  une  nature  amiboïde. 

Je  peux  donc  continuer  Texistence  d'amibocytes  dans  le  sang" 
des  Oligochètes.  Je  les  ai  observés  non  seulement  dans  les  quatre 
espèces  dont  j'ai  étudié  le  corps  cardiacpie,  mais  encore  chez  la 
Sfi/larialactistris  et  l'Enchijtfœiis  humiruUor.  Des  amibocytes 
du  Lumhrkulus,  Enchi/trœns  et  Tuhlfcx  sont  représentés  sur 
les  figures  10  à  14. 

Voici  comment  CuÉNOT  (1898)  s'exprime  au  sujet  de  ces  cel- 
lules: «  Ce  sont  de  très  petites  cellules  amiboïdes,  qui  s'at- 
tachent à  la  paroi  des  vaisseaux  par  leurs  pseudopodes,  ou  se 
laissent  emporter  par  le  torrent  sanguin.  Le  prot^plasma  ren- 
ferme quelques  fines  granulations  jaunes...  » 

Mes  propres  observations  sont  d'accord  avec  celles  de 
CuÉNOT.  J'ai  vu  les  cellules  en  question  flottant  dans  le  sang  ou 
en  contact  avec  le  vaisseau.  Dans  le  premier  cas,  leurs  corps  sont 
ellipsoïdes,  ovoïdes  ou  en  forme  de  grains  d'avoine,  ([uelquefois 
même  assez  allongés.  Il  est  rare  de  les  voir  émettre  des  pseudo- 
podes à  l'état  libre  dans  la  lumière  du  vaisseau.  A  l'état  de  repos, 
elles  s'arrondissent  en  forme  de  petits  globules,  collés  à  la  face 
intérieure  du  vaisseau,  ou,  au  contraire,  elles  émettent  leurs 
])seudopodes.  Je  n'ai  \\\  des  cellules  à  pseudopodes  allongés 
dans  la  lumière  du  vaisseau  que  chez  le  Tuhife.r  (une  cellule  de 
la  fig.  14),  où  ces  prolongements  sont  très  fins,  courts  et  indis- 
tinctement visibles,  et  chez  V EncJtytrœus  humknltor  où,  en  re- 
vanche, ils  sont  très  développés  (fig.  11).  Parmi  les  espèces 
examinées,  cette  dernière  m'a  montré  les  formes  les  plus  surpre- 
nantes d'amibocytes  du  sang.  Les  cellules,  chez  VEitchijtrœus^ 
ressemblent  tellement  aux  figures  que  Nusbaum  et  Rakowski 
(1897)  ont  données  des  cellules  observées  dans  le  vaisseau  dor- 
!ial  de  la  Eriedericia,  que  je  ne  puis  douter  de  leur  identité.  Je 


120  M.  DE   BOCK 

considère  donc  les  cellules  figurées  et  décrites  par  ces  natura- 
listes comme  des  amibocytes,  tout  en  étant  d'accord  avec  ces 
auteurs  au  sujet  de, Thomologie  qu'ils  leur  attribuent  avec  d'au- 
tres formations  cellulaires. 

Le  plus  souvent,  on  voit  les  amibocytes  du  sang  en  train  de 
ramper  sur  la  paroi  du  vaisseau.  Leur  corps  s'allonge  alors  et 
peut  prendre  une  longueur  considérable:  en  même  temps  il  de- 
vient très  mince  et  tin.  Le  noyau  seul  forme  un  petit  renilement 
dans  le  corps.  Dans  cet  état,  les  cellules,  collées  sur  la  face  in- 
térieure du  vaisseau,  offrent  bien  laspect  de  noyaux  de  l'endo- 
thélium.  Mais  les  extrémités  de  Tamibocyte  se  détachent  ou 
s'élèvent  parfois  un  peu,  ce  qui  permet  d'éviter  toute  confusion. 
Je  suis  loin  de  prétendre  que  rendotliélium  du  vaisseau  ne  puisse 
être  de  nature  cellulaire,  mais  je  crois  que  Ton  s'est  souvent 
tromj)é.  en  considérant  des  amil)ocytes  conmie  des  noyaux  de 
la  couche  intérieure  du  vaisseau. 

Les  amibocytes  sanguins  sont  même  capables,  comme  je  l'ai 
vu  plusieurs  fois,  de  traverser  la  lumière  du  vaisseau.  Dans  ce 
but,  ils  sallongent  à  travers  le  vaisseau,  et  s'attachent  par  l'ex- 
trémité étendue  à  la  paroi  opposée  (voir  une  des  cellules  de  la 
tig.  lOj,  pour  abandonner  ensuite  la  place  qu'ils  occupaient  en 
premier  lieu.  On  ne  saurait  expliquer  autrement  l'aspect  repré- 
senté par  la  figure  10.  Il  faut  donc  reconnaître  que  ces  cellules 
possèdent  des  facultés  amiboïdes  surprenantes,  et  qui  surpas- 
sent même  celles  que  l'on  observe  chez  les  Amibes  ordi- 
naires. 

Ayant  reconnu  le  caractère  amiboïde  de  ces  cellules,  nous  ne 
serons  ])as  étonnés  de  voir  (lu'elles  varient  considérablement 
de  grandeur.  Les  plus  petites  ne  i)résentent  que  l'apparence 
d'un  noyau  entouré  d'une  fine  couche  de  protoplasme,  ou  attaché 
à  un  petit  amas  de  ])r()toplasme.  Mais  on  o])serve  toutes  les 
dimensions  juscpi'à  celle  des  lymphocytes  co'buuiques. 

E'ius  ces  cellules  s'allongent,  plus  leur  ])rotoplasme  est  clair. 


LE   CORPS   CARDIAQUE   DES   OLIGOCHÈTES  121 

li  se  montre  très  finement  fibreux,  lorsque  les  cellules  sont  très 
étendues,  tandis  qu'il  est  finement  granuleux  dans  l'état  arrondi 
ou  raccourci.  C'est  chez  Y EnchptrœMS  que  les  granulations  du 
protoplasme  sont  les  plus  grosses  et  les  i)lus  distinctes. 

On  voit  souvent  quelques  gouttelettes  ou  petits  grains  de  cou- 
leur brune  ou  noire  renfermés  dans  le  corps  des  amibocytes,  et 
c'est  surtout  dans  ce  cas  qu'ils  peuvent  s'agrandir  considérable- 
ment. 

Ce  qui  est  étonnant  au  premier  abord,  c'est  la  variabilité  des 
noyaux.  Le  nucléus  doit  être  d'une  assez  grande  élasticité,  car  il 
suit  toutes  les  variations  de  la  cellule.  Quand  celle-ci  s'allonge 
ou  s'aplatit,  il  s'allonge  ou  s'aplatit  de  même  (jusqu'à  un  certain 
degré),  tandis  qu'il  est  sphérique  dans  des  cellules  arrondies.  Il 
peut  même  s'accroître  souvent  de  la  moitié  environ  dans  des 
grosses  cellules  qui  renferment  des  inclusions. 

Le  fait  qu'il  présente  tantôt  une  couleur  plus  foncée,  tantôt 
une  teinte  plus  claire,  ne  tient  (pi'à  la  densité  plus  ou  moins 
grande  des  granules  de  chromatine,  densité  qui  dépend  évidem- 
ment du  rétrécissement  ou  de  l'élargissement  du  novau.  Les  as- 
pects  variés  de  ce  dernier  s'expliquent  donc  très  simplement,  et 
ne  sont  que  la  conséquence  de  l'élasticité  de  sa  membrane. 

Il  est  par  conséquent  difficile  de  caractériser  ces  noyaux  d'une 
manière  générale.  Il  n'est  possible  de  le  faire  que  lorsque  la  cellule 
est  arrondie  ou  peu  étendue.  Dans  ce  cas,  les  noyaux  que  je  con- 
sidère alors  comme  étant  les  noyaux  typiques  des  amibocytes, 
sont  assez  petits,  ronds,  oblongs  ou  aplatis.  Leur  chromatine  con- 
siste en  petits  grains  serrés,  distribués  également,  et  de  couleur 
foncée.  Leur  nucléole,  à  moins  qu'il  ne  soit  tout  à  fait  caché,  ce 
qui  a  lieu  ordinairement,  est  très  peu  a]>parent.  J'ajoute  que  cette 
description  ne  se  rapporte  qu'aux  Lumbriculides  que  j'ai  étudiés. 

Il  va  sans  dire  que  les  amibocytes  du  sang,  comme  aussi  ceux 
de  la  lymphe  cœlomique,  sont  nus,  c'est-à-dire  dépourvus  de 
membrane. 


122  M.   DE    BOCK 

Les  amibocytes  sanguins  pénètrent  souvent  dans  ré])ithélmni 
intestinal. 

On  rencontre  dans  cet  épitliélium  des  noyaux  de  divers  as- 
pects. On  y  voit  surtout  de  grands  noyaux  éi)ithéliaux,  faciles  à 
recomiaitre  à  l'état  de  repos,  mais  se  présentant  sous  différents 
aspects  aux  stades  de  la  division  mitotique.  De  plus,  on  trouve 
en  abondance,  chez  quelques  Vers,  des  noyaux,  des  grains  ou 
d'autres  corpuscules  d'une  provenance  évidennnent  étrangère. 
Ce  sont  des  restes  végétaux  de  nourriture  (jui  peuvent  entrer 
dans  l'épitliélium  intestinal  à  cause  de  la  grande  faculté  amiboïde 
des  cellules  épithéliales,  faculté  dont  j'ai  observé  parfois  des 
preuves  fra})pantes  chez  les  Lunibriculides,  et  qui  a  été  mise  hors 
de  doute  par  les  intéressantes  expériences  de  Kukexthal  (1S88) 
sur  le  Lombric.  En  outre,  la  couche  épaisse  de  Fépithélium  in- 
testinal, surtout  dans  sa  partie  basale.  renferme  encore  des 
noyaux  plus  petits  que  les  noyaux  épithéliaux,  mais  de  grandeur 
et  d'aspect  variés.  Ce  sont  probablement  en  partie  des  noyaux 
complémentaires,  servant  au  remplacement  de  ceux  de  Tépithé- 
lium.  Mais  beaucoup  d'entre  eux  offrent  un  aspect  identique  à 
celui  des  noyaux  typiques  des  amibocytes  du  sang.  De  plus,  dans 
un  petit  nombre  de  mes  préparations,  j'ai  pu  observer  avec  une 
netteté  absolue  non  seulement  le  noyau,  mais  aussi  tout  le  cor])s 
de  l'amibocyte  dans  l'intérieur  de  la  paroi  de  l'intestin,  se  dis- 
tinguant du  protoplasme  de  l'épitliélium  par  sa  teinte  un  peu 
plus  claire  (iig.  23  et  24). 

On  voit  donc  la  cellule  amiboïde  passer  sans  ditffculté  à  travers 
les  éléments  de  la  paroi  intestinale.  De  plus,  on  peut  apercevoir 
(luel(|uefois  un  amibocyte  en  train  de  pénétrer  dans  la  couche 
épithéliale,  mais  dont  l'extrémité  du  corps  fait  encore  saillie 
dans  la  himière  du  siiuis  sanguin  (iig.  17,  et  18).  Il  est  donc 
évident  que  les  amibocytes  traversent  facilement  l'endothélium 
du  vaisseau  sanguin,  rap])elant  ainsi  les  proi)riétés  bien  connues 
des  leucoytes.  Mais  il  faut  ajouter  qu'ils  ne  font  i)as  usage  de 


LE   CORPS   CARDIAQUE   DES   OLIGOCHÈTES  123 

cette  faculté,  à  ce  (luil  me  semble,  pour  se  rendre  ailleurs  que 
dans  répitliélium  intestinal.  Du  moins,  je  n'ai  jamais  pu  constater 
leur  présence  dans  la  cavité  périviscérale,  où  on  les  distinguerait 
facilement  des  Ijinpliocytes. 

Examinons  maintenant  la  question  de  la  fonction  des  amibo- 
cytes  sanguins.  Ciénot  (1891),  dans  des  études  détaillées,  faites 
sur  un  grand  nombre  de  familles  d'Invertébrés,  attribue  aux 
amibocytes  en  général  la  fonction  de  former  des  albuminoïdeSy 
des  cellules  de  réserve,  et  de  prendre  part  à  la  guérison  des  bles- 
sures. Quant  aux  amibocytes  du  sang  du  Lombric  et  du  Tuhifex 
en  particulier,  ils  auraient,  d'après  cet  auteur  (1898),  à  jouer  un 
rôle  probablement  excréteur.  Des  expériences  lui  ont  montré 
que  des  matières  colorantes  peuvent  «  passer  à  travers  la  paroi 
vasculaire  et  se  fixer  entièrement  sur  les  amibocytes  à  granu- 
lations jaunes  et  sur  ceux-là  seulement.  »  Cuénot  en  conclut 
que  ces  cellules  paraissent  être  des  cellules  excrétrices  «  qui 
retirent  du  sang  des  produits  de  désassimilation  (pi'il  renferme 
et  les  accumulent  dans  leur  protoplasma  sous  forme  de  tines  gra- 
nulations. »  EisiG  aussi  a  soutenu,  en  1887  déjà,  la  nature  ex- 
crétrice des  globules  rouges  de  l'hémolymplie  chez  lesC'apitellides. 
en  même  temps  que  la  fonction  consistant  à  accumuler  de  l'hé- 
moglobine. Il  a  trouvé  que  les  granules  de  couleur  foncée,  ren- 
fermés dans  leurs  corps,  sont  identiques,  pour  l'aspect  et  la  com- 
position chimique,  aux  concrétions  des  néphridies. 

Lœwit  (1891)  suppose  que  les  granulations  et  gouttelettes  ré- 
fringentes des  amibocytes  proviennent  des  matières  pyrogènes 
(lu  noyau,  et  compare  ces  cellules  à  des  glandes  unicellulaires.' 

On  voit,  d'après  l'exposé  que  nous  venons  de  donner  de  l'opi- 
nion de  quelques  naturalistes,  que,  bien  que  l'état  actuel  de  la 
science  ne  permette  pas  de  reconnaître  toutes  les  fonctions  des 
amibocytes,  il  n'est  pas  improbable  cependant  que  ces  cellules 
aient  à  jouer  plusieurs  rôles  à  la  fois. 

Je  n'ai  pas  fait  moi-même  de  recherches  chimiques  ou  physio- 


124  M.   DE   BOCK 

logiques  sur  les  amibocytes  sanguins,  mais  je  crois  pouvoir  con- 
clure, des  études  faites  par  d'autres  auteurs  et  de  mes  observa- 
tions microscopiques,  que  l'activité  de  ces  cellules  se  manifeste  de 
deux  manières  différentes:  d'une  part,  dans  une  fonction  glandu- 
laire, que  je  n'ai  pu  étudier,  d'autre  part,  dans  une  fonction 
phagocjtaire.  sur  laquelle  je  donnerai  quelques  renseignements. 

En  parcourant  les  ouvrages  traitant  cette  question,  on  y 
trouve  seulement  quelques  observations  relatives  au  fait  que  cer- 
taines couleurs  peuvent  se  tixer  spécialement  sur  ces  cellules. 
Nous  manquons  donc,  jusqu'à  présent,  d'observiitions  directes  sur 
cette  pi'Opriété  des  amibocytes  du  sang,  propriété  assez  bien 
étudiée  d'ailleurs  chez  les  leucocytes  de  la  cavité  générale. 

On  sait  que  ces  cellules  amiboïdes  renferment  souvent,  dans 
leur  protoplasuie.  des  corpuscules,  des  granules  ou  des  goutte- 
lettes. Chez  les  Lumbriculides  qui  ont  servi  de  sujet  à  mes  études, 
on  trouve  surtout  deux  sortes  d'inclusions  dans  ces  cellules.  Or- 
dinairement, elles  renferment  de  très  petits  granules  noirs,  sem- 
blables à  ceux  qui  forment  la  couche  pigmentaire  du  péritoine, 
ou  des  gouttes  d'une  matière  brun-jaunâtre  et  non  réfringentes. 
Les  dimensions  de  ces  gouttes  brunes  varient  du  reste  beaucou}). 
Les  amibocytes  ne  renferment  qu'un  ou  deux  granules  ou  gout- 
telettes et  n'en  sont  jamais  bourrés. 

D'où  proviennent  ces  matières  renfermées  dans  les  amibocytes? 
Sont-elles  des  produits  de  l'activité  du  protoplasme  qui  les  au- 
rait sécrétées?  Il  est  probable,  connue  je  vais  le  montrer,  qu'elles 
sont,  du  moins  en  partie,  d'origine  étrangère. 

Cette  matière  brune  —  (jui  n'est  pas  de  la  graisse,  à  en  juger 
d'après  la  réaction  de  l'acide  osmique  —  se  trouve  en  foi-me  de 
gouttes  de  diverses  grandeurs,  non  seulement  dans  le  sinus  san- 
guin de  l'intestin,  mais  encore  dans  l'épithélium  de  celui-ci.  C'est 
là,  dans  l'intérieur  des  cellules  éi)ithéliales,  qu'on  la  voit  a])pa- 
laitre  sous  forine  de  gouttelettes,  tantôt  très  petites  et  logées  dans 
une  vacuole,  tantôt  plus  grosses.  Lors(|u'elles  sont  arrivées  à  une 


LE   CORPS   CARDIAQUE   DES   OLIGOCHKTES  125 

certaine  grandeur,  elles  sortent  de  Tintérieur  de  la  cellule  épi- 
théliale  et  se  trouvent  alors  placées  entre  les  éléments  de  la 
paroi  intestinale.  C'est  là  qu'on  les  voit  quelquefois  en  état  de 
fusion,  et  qu'elles  forment  de  cette  manière  des  gouttes  ou  même 
des  amas  de  toutes  les  grandeurs. 

L'épithélium  intestinal  se  débarrasse  ensuite  de  ces  masses 
en  les  exjmlsant  non  pas  dans  l'intérieur  du  tube  intestinal, 
mais  de  T autre  côté,  dans  le  sinus  sanguin. 

En  considérant  l'identité  complète  (du  moins  en  apparence) 
de  ces  substances  produites  par  l'épithélium  intestinal,  avec  les 
gouttes  brunes  renfermées  dans  les  amibocytes,  et  le  fait  que 
ceux-ci  les  rencontrent  aussi  bien  dans  le  système  vasculaire  que 
dans  l'intérieur  de  la  paroi  intestinale,  on  pourrait  peut-être 
admettre  que  c'est  par  la  voie  de  la  phagocytose  que  ces  goutte- 
lettes entrent  dans  le  corps  des  cellules  amiboïdes.  Nous  don- 
nerons plus  loin  des  preuves  en  faveur  de  cette  opinion. 

Je  dois  ajouter  encore  quelques  mots  au  sujet  des  granules 
noirs  qui  sont  plus  fréquents  chez  les  amibocytes  (jue  les  gouttes 
brunes.  Je  ne  puis  affirmer  que  ces  granules  noirs,  ronds  et  très 
petits,  proviennent  aussi  de  l'épithélium  intestinal,  car  je  n'en  ai 
pas  remarqué  un  seul  dans  cette  couche.  Tout  ce  que  je  peux 
dire,  c'est  qu'ils  se  trouvent  à  l'état  libre,  quoique  rarement  et  en 
nombre  restreint,  dans  le  sang  du  sinus  intestinal.  Ils  seront 
probablement  phagocytés  par  les  amibocytes,  à  moins  que  ceux- 
ci,  au  contraire,  ne  les  aient  abandonnés.  Il  n'est  pas  impossible 
d'ailleurs  que  les  granules  noirs  de  ces  cellules  soient  d'origine 
différente. 

Il  se  peut,  par  exemple,  qu'ils  résultent  en  partie  de  la  trans- 
formation ou  d'un  remaniement  des  gouttelettes  brunes,  ou  qu'ils 
soient  trouvés  et  phagocytés  dans  le  sang.  On  pourrait  peut-être 
admettre  (pie,  dans  des  cas  extraordinaires,  le  sang  étant  sur- 
chargé de  matières  d'excrétion,  celles-ci  puissent  s'éliminer  elles- 
mêmes  en  se  précipitant  dans  le  sens  chimique  de  leur  solution 


126  M.   DE   BOCK 

sursaturée  sous  la  forme  de  petits  granules.  Mais  il  va  sans  dire 
que  ce  ne  sont  là  que  de  simples  suppositions. 

Pour  mettre  hors  de  doute  la  faculté  phagocytaire  des  amil)o- 
€ytes  sanguins,  j'appellerai  encore  une  fois  l'attention  du  lecteur 
sur  l'épitliélium  intestinal. 

Chez  quelques  Vers,  il  s"y  trouve  une  quantité  de  restes  végé- 
taux dispersés  parmi  les  éléments  épithéliaux,  comme  je  l'ai 
mentionné  plus  haut.  Il  va  sans  dire  que,  selon  les  circonstances, 
ces  restes  végétaux  sont  abondants  chez  certains  Vers,  tandis  que 
bien  souvent,  chez  d'autres,  ils  font  absolument  défaut.  J'ai  trouvé 
surtout  un  Limibrieuliis  et  un  Tuhifex  dont  la  paroi  intestinale 
renfermait  des  inclusions  d'un  aspect  remarquable,  et  en  grande 
quantité.  On  y  remarquait  des  cellules  qui  ne  pouvaient  apparte- 
nir à  l'épitliélium.  avec  des  noyaux  très  gros  et  colorés  toujours 
très  fortement  en  rouge  brun  foncé,  contrairement  à  ce  que  l'on 
observe  chez  les  autres  noyaux  de  la  paroi  intestinale. 

Ces  inclusions,  bien  qu'un  peu  différentes  dans  les  deux  Vers 
que  j'ai  étudiés,  étaient  très  faciles  à  reconnaître  et  à  distinguer 
de  tous  les  autres  éléments  de  la  même  couche.  Chez  le  Tuhifex, 
elles  ne  se  rencontraient  que  sous  la  forme  de  grandes  agglomé- 
rations (fig.  19).  J'en  ai  compté  jusqu'à  sept  dans  une  seule 
coupe  transversale  (cas  extrême).  Mais,  chez  le  Lunihyiculns, 
j'ai  trouvé  des  cellules  isolées,  et  des  amas  de  ces  cellules  formant 
des  ])aquets  (fig.  17).  Ces  derniers,  de  même  que  les  agglomé- 
rations du  Tuhifex.  étaient  toujours  dans  un  état  de  décompo- 
sition plus  ou  moins  avancé.  Un  point  important  à  noter,  c'est 
que  ces  paquets  cellulaires,  dont  les  noyaux  montraient  un  état 
de  dégénérescence,  étaient  toujours  entourés  d'une  meml)rane  dis- 
tincte à  liKpielle  se  trouvaient  accolées  quelques  cellules  très 
l)etites,  et  ressemblant  beaucoup  aux  amibocytes  typicpies  du 
sang. 

Ayant  reconnu  la  faculté  des  amil)Ocytes  de  pénétrer  dans 
]"éi)itliélium   intestinal,  je  ne  doute  pas  qu'ils  ne  forment  une 


LE   CORPS   CARDIAQUE   DES   OLIGOCHÈTES  127 

couche  enveloppant  les  corps  étrangers,  et  il  me  parait  très  vrai- 
semblable que  c'est  par  leur  action  chimi(iue  que  les  cellules 
enveloppées  se  décomposent. 

La  coloration  particulière  de  ces  noyaux  végétaux  m'a  per- 
mis, dans  un  cas  propice,  d'observer,  pour  ainsi  dire  directement, 
l'acte  de  la  phagocytose.  Les  cellules  végétales  en  question 
qui  se  trouvent  isolées  dans  Tépithélium.  sont  parfois  dans  un  état 
de  décomposition.  C'est  pour  cela  que  leurs  noyaux  se  trouvent 
assez  souvent  isolés  dans  la  paroi  intestinale.  Or.  j'ai  eu  l'occasion 
d'observer  un  amibocyte  plongé  dans  cette  couche  dont  son  corps 
se  distinguait  très  nettement  (tig.  1 7).  L'une  de  ses  extrémités 
se  voyait  encore  dans  le  sinus  sanguin,  tandis  que  l'autre,  entrée 
dans  l'épithélium.  y  renfermait  déjà  un  noyau  végétal  de  couleur 
rouge-brun,  noyau  qui  ne  pouvait  pas  être  confondu  avec  autre 
chose. 

Il  résulte  de  cela  que  les  amibocytes  sanguins  de  ces  Vers  sont 
des  cellules  phagocytaires  typi(pies. 

J'ai  à  mentiomier  encore  une  propriété  importante  de  ces  cel- 
lules. Il  n'est  pas  rare  de  voir,  dans  le  système  vasculaire  intes- 
tinal, des  amibocytes  d'une  grandeur  extraordinaire  et  renfermant, 
outre  les  granules  noirs  et  les  gouttelettes  brunes,  deux  ou  trois 
noyaux.  Cette  apparence  peut  être  due  à  une  association  de  deux 
ou  trois  amibocytes  normaux,  ou  à  une  division  du  noyau  dans 
une  seule  cellule  qui.  bien  (pie  s'agrandissant,  ne  se  serait  pas 
divisée  elle-même.  La  question  ne  peut  être  résolue  (pie  par  des 
observations  sur  le  vivant.  Néanmoins,  l'analogie  parfaite  des 
amibocytes  du  sang  avec  les  lynqdiocytes  co'lomiques.  et  d'autres 
raisons  qui  seront  mentionnées  plus  loin,  me  font  supposer  qu'il 
s'agit  ici  d'une  réunion  de  cellules  précédennnent  isolées,  cellules 
■qui  d'ailleurs  ne  se  réuniraient  ({u'après  avoir  phagocyté  des 
graimles  ou  autre  chose  (tig.  8  et  9). 

En  ce  qui  concerne  l'origine  et  la  reproduction  des  amibo- 
cytes du  sang,  j'ai  observé  leur  nuiltiplication  par  division  ami- 


128  M.   DE   BOCK 

totique.  On  peut  voir  leurs  noyaux  à  tous  les  stades  de  la  divi- 
sion, ce  qui  ne  permet  pas  de  doute  à  cet  égard.  Dans  un  seul  cas^ 
j'ai  rencontré  un  noyau  qui  présentait  l'apparence  d'une  mitose. 
Mais  cette  observation  n'est  pas  assez  certaine  pour  que  je  puisse 
prétendre  que  cette  forme  de  division  nucléaire  existe  chez  les  ' 
amibocytes  du  sang,  comme  elle  se  trouve,  quoique  très  rarement, 
chez  les  lymphocytes  crelomiques. 

Vejdovsky  a  décrit,  déjà  en  1S84,  la  division  directe  des 
«  corpuscules  sanguins  »  mais,  depuis  lors,  ce  fait  ne  parait  pas 
avoir  été  reconnu  généralement. 

C'ependant,  chez  des  animaux  manquant  dun  système  vascu- 
laire  clos,  comme  les  Arthropodes  et  quelques  familles  de  Poly- 
chètes,  on  a  recomiu  depuis  longtemps  que  les  cellules  de  l'hénjo- 
lymphe  se  divisent.  EiSiG  (1887),  par  exemple,  mentioime  la  di- 
vision, même  indirecte  (mitotique),  des  corpuscules  rouges  des 
Capitellides,  et  LuwiT  (1891)  a  consacré  des  études  détaillées 
à  la  division  amitotique  des  cellules  de  l'hémolymphe  de  VAstacus. 

Les  amibocytes  du  sang  se  reproduisent  donc  par  voie  de  di- 
vision. De  nombreux  auteurs  ont  montré  qu'il  existe  encore  un 
autre  procédé  de  formation.  Leydig  (1864)  a  vu,  dans  des  Vers 
transparents,  des  cellules  se  détacher  de  la  paroi  vasculaire;  il 
considérait  ce  phénomène  comme  un  bourgeonnement.  Dans  la 
même  année,  Kupffer  (1 864)  a  publié  le  résultat  de  ses  recherches 
sur  les  cellules  sanguines  chez  des  Hirudinées.  Selon  ces  auteurs, 
les  corpuscules  sanguins  proviennent  de  la  paroi  vasculaire. 
Vejdovsky  (1884)  admet  également  que  les  cellules  sanguines 
sont  produites  en  cet  endroit.  Les  cellules  de  la  couche  intérieure 
du  vaisseau,  en  état  de  prolifération,  formeraient,  d'après  cet 
auteur,  des  amas  donnant,  naissance  aux  globules  du  sang.  Ces 
amas  se  verraient  souvent  dans  diverses  parties  du  système  vas- 
culaire. Il  est  possible  qu'il  en  soit  ainsi.  Mais  on  ne  doit  pas 
oublier  que  l'ignorance  dans  laquelle  on  se  trouvait  alors,  rela- 


LE   CORPS   CARDIAQUE   DES   OLIGOCHÈTES  129 

tivement  à  la  nature  ainiboïde  de  ces  cellules,  a  dû  être  souvent 
une  cause  d'erreur. 

Chez  les  Lunibriculides,  en  particulier,  on  ne  trouve  pas  de 
pareilles  proliférations  cellulaires  en  forme  d'amas  dans  toutes  les 
parties  du  système  vasculaire.  En  revanche,  je  crois  avoir  trouvé 
l'endroit  où  les  amibocytes  du  sang  prennent  naissance,  ou  quel- 
que chose  de  semblable  à  un  organe  lymphoïde.  Cependant,  je 
dois  dire  qu'il  ne  m'a  pas  été  possible  de  déterminer  d'une  façon 
certaine  la  nature  de  cette  formation  singulière. 

On  sait  que  l'intestin  des  Vers  en  question  est  étroitement 
enveloppé  d'un  système  vasculaire  auquel  on  a  donné  ancienne- 
ment le  nom  de  sinus  intestinal.  Or,  sur  des  coupes  transversales, 
on  voit  souvent  ce  sinus  former  un  petit  élargissement  dans  la 
ligne  ventrale  de  l'intestin.  Dans  son  intérieur,  se  trouvent  deux 
ou  trois  grandes  cellules  d'un  aspect  singulier,  et,  en  outre,  quel- 
ques petits  amibocytes  sanguins. 

Ces  grandes  cellules  ne  ressemblent  point  aux  amibocytes  du 
sang,  même  dans  un  état  avancé  de  phagocytose.  Par  leurs  carac- 
tères histologiques,  elles  rappellent  plutôt  l'aspect  des  leucocytes 
cœlomiques.  Leur  noyau  rond  est  grand  et  contient  de  rares  et 
gros  granules  de  chromatine  et  un  nucléole  bien  visible.  Le  corps 
est  de  forme  irrégulière  et  le  protoplasme  est  distinctement 
granuleux.  Elles  se  distinguent  donc  facilement  des  autres  élé- 
ments du  sang  et,  comme  on  les  rencontre  chez  beaucoup  de 
Vers,  il  faut  en  conclure  qu'elles  ont  à  jouer  un  rôle  particulier. 
Je  les  aurais  prises  pour  des  cellules  de  l'endothélium  vasculaire 
en  train  de  se  transformer  en  un  organe  lymphoïde  —  opinion 
d'autant  plus  plausible  que  j'ai  pu  constater  plusieurs  fois  leurs 
divisions  amitotiques  (iig.  15) —  sije  n'avais  pas  aperçu  en  même 
temps  que,  bien  souvent,  elles  ne  se  trouvaient  pas  même  en  con- 
tact avec  la  paroi  du  sinus.  Une  fois,  dans  le  cas  qui  est  repré- 
senté par  la  ligure  15,  j'ai  vu  plusieurs  amibocytes  à  corps 
allongés,  dont  l'extrémité  touchait  ces  grandes  cellules,  comme 

Rev.  SxnssE  DE.ZooL.  T.  8.  1900.  9 


130  M.  DE  BOCK 

s'ils  étaient  en  train  de  se  détacher  d'elles.  Mais  cette  obser- 
vation unique  ne  constitue  pas  une  preuve  suffisante. 

Un  autre  fait  à  mentionner,  c'est  que  les  lymphocytes  cœlo- 
miques  ont  la  faculté  de  pénétrer  dans  le  sinus  intestinal.  La 
figure  31  représente  un  lymphocyte  que  l'on  voit  passer  à  travers 
la  paroi  vasculaire  et  entrer  dans  le  sinus,  c'est-à-dire  dans  son 
élargissement  ventral,  en  forme  de  petit  sac  ou  de  poche. 

Quelle  peut  être  l'origine  de  ces  grandes  cellules  sous-intesti- 
nales? Proviennent-elles  de  Tendothélium  vasculaire,  dont  elles 
se  détacheraient,  ou  doit-on  les  considérer  comme  des  lympho- 
cytes immigrés  avec  lesquels  elles  présentent  une  certaine  res- 
semblance ?  Je  ne  saurais  le  dire,  ni  indiquer  non  plus  leur  rôle 
physiologique;  et  j'aurais  passé  sous  silence  ces  observations  dé- 
fectueuses, si  je  n'avais  pas  trouvé  des  formations  cellulaires  d'un 
très  riche  développement  dans  la  ligne  ventrale  du  sinus  intes- 
tinal de  deux  Vers. 

Chez  l'un  d'eux  surtout,  le  sinus  intestinal  formait  dans  la  ligne 
ventrale  de  grands  sacs  remplis  en  partie  de  sang,  mais  renfer- 
mant en  outre  une  quantité  considérable  de  cellules.  Les  corps 
nus  de  ces  cellules  formaient  une  seule  masse  énorme  de  proto- 
plasme finement  granuleux,  dans  laquelle  on  ne  pouvait  pas 
distinguer  les  contours  des  éléments  constituants.  C'était  donc 
un  grand  plasmodium  contenant  de  nombreux  noyaux  qui,  par 
leur  ressemblance  avec  ceux  des  amibocytes  t3'piques  du  sang, 
prouvaient  leur  homologie  avec  ceux-ci  (fig.  16). 

Tl  est  difficile  de  dire  si  ces  masses  d' amibocytes  naissent  par 
voie  de  division,  car  la  plupart  de  leurs  noyaux  n'étaient  pas  en 
train  de  se  diviser.  On  observe  assez  souvent  deux  noyaux  se 
touchant,  mais  on  ne  peut  savoir  s'ils  sont  indépendants  ou  si 
cet  aspect  est  dû  à  une  division.  Néanmoins,  j'ai  pu  constater 
parfois  des  stades  moins  avancés  de  division  amitotiipie.  Mais 
ce  cas  se  présente  plus  rarement  qu'on  ne  pourrait  s'y  attendre 


LE   CORPS   CARUFAQUE    DES   OLIGOCHÈTES  181 

-en  considérant  les  masses  cellulaires  en  question  comme  un  or- 
■gane  destiné  à  la  production  d'amibocytes. 

En  outre,  le  sac  contenait  un  petit  nombre  de  ces  grandes 
cellules  semblables  aux  lymphocytes,  et  décrites  ci-dessus. 

Je  dois  ajouter  que  ces  masses  cellulaires  ne  renferment  pas 
de  granules  ou  d'autres  choses  phagocytées,  comme  c'est  si  sou- 
vent le  cas  pour  les  amibocytes  libres,  et  que  le  plasmodium  dont 
je  viens  de  parler  se  distingue  bien  des  réunions  d'amibocytes 
libres  qui  se  voient  assez  souvent  dans  les  diverses  parties  du 
système  vasculaire. 

Je  n'ai  pas  de  preu^'e  directe  pour  supposer  que  cette  forma- 
tion sous-intestinale  est  un  organe  destiné  à  la  production  des 
amibocytes,  mais  je  ne  vois  pas  quelle  autre  fonction  on  pourrait 
lui  attribuer.  Néanmoins,  ce  n'est  qu'une  supposition.  Le  but  de 
cette  communication  est  surtout  d'attirer  l'attention  des  natura- 
listes sur  ce  qui  se  passe  dans  la  ligne  sous-intestinale  des  Oli- 
gochètes. 

III.  Les  amibocytes  de  la  cavité  générale  (lymphocytes). 

Il  est  impossible,  en  parlant  des  amibocytes  du  sang,  de  ne 
pas  les  comparer  aux  lymphocytes  cœlomiques.  car  l'analogie  de 
«es  deux  espèces  de  cellules  est  frappante,  bien  qu'elles  ne  soient 
pas  semblables  par  leur  api)arence  extérieure.  Les  lymphocytes 
des  Lumbriculides  sont  des  cellules  assez  grosses  avec  de  grands 
noyaux,  des  nucléoles  bien  visibles,  et  un  corps  proto])lasmique 
dont  les  granulations  sont  ))lus  grosses  que  chez  les  amibo- 
cytes du  sang.  Il  va  sans  dire  qu'en  raison  de  leurs  propriétés 
^miboïdes,  ils  prennent  des  formes  très  variées  (fig.  21). 

Je  dois  ajouter  que  chez  des  Lumbriculides  que  j'ai  étudiés,  il 
n'existe  qu'une  seule  espèce  de  lynq)hocytes.  Rosa  (1896)  et 
CuÉNOT  (1898)  en  ont  trouvé,  chez  des  Lombrics,  plusieurs  sortes 
qui  différaient  beaucoup,  par  leurs  caractères,  des  lymphocytes 
amiboïdes  typiques.  Je  parlerai  seulement  de  ces  derniers. 


132  M.    DE   BOCK 

Les  lymphocytes  se  reproduisent  aussi  par  division  aniitoti- 
que.  Cette  propriété  a  été  reconnue,  depuis  quelque  temps,  chez 
lesOligochètes  (cf.  ex.  p.  L.  BoON  Keng,  1895).  Chez  les  Lumbri- 
culides  aussi,  on  observe  fréquemment  tous  les  stades  de  la  divi- 
sion amitotique.  Comme  le  fait  remarquer  CuÉNOT  (1898),  la 
division  indirecte  est  très  rare.  Je  n'ai  vu  qu'une  seule  fois  un 
lymphocyte  dans  cet  état.  Il  est  représenté  par  la  ligure  21^ 
qui  montre  également  quelques  stades  de  division  amitotique. 

Ces  cellules  naissent  aussi,  comme  on  le  sait,  dans  des  organes 
lymphoïdes  qui  ont  été  observés  récemment  chez  beaucoup  d'In- 
vertébrés, et  dérivent  toujours  du  péritoine.  Ce  sont  principale- 
ment les  travaux  d'A.  Kowaleyski  (1889,  1896  b).  de  Cuénot 
(1891)  et  de  CI.  Schneider  (1896, 1899)  qui  ont  étendu  nos  con- 
naissances au  sujet  de  ces  organes. 

G.  Schneider  (1896)  a  décrit  les  glandes  lymphoïdes  des. 
Oligochètes  terricoles,  mais  on  ne  sait  rien  de  celles  des  Limi- 
coles.  Cependant,  dans  un  petit  nombre  de  cas,  j'ai  vu  chez 
Lumbriculus  des  amas  cellulaires,  de  grandeur  variable  et  se 
composant  de  grosses  cellules.  Ces  amas  étaient  placés  sur  les 
dissépiments,  mais  sans  y  occuper  toujours  la  même  place.  Ce- 
pendant, je  les  ai  trouvés  rarement  ;  les  dissépiments  en  étaient 
le  plus  souvent  dépourvus.  Néanmoins,  leur  aspect  et  leur  situa- 
tion m'autorisent  à  les  considérer  comme  des  glandes  lymj)hoïdes, 
d'autant  plus  que  l'analogie  avec  d'autres  Annélides  conduit  à  la 
même  su])position. 

Les  lymphocytes  du  cœlome  sont  aussi  amiboïdes  et  phagocytai- 
res.  Beaucoup  de  naturalistes  se  sont  occupés  et  s'occupent  encore 
aujourd'hui  de  la  phagocytose  des  lymphocytes,  des  glandes  lym- 
phoïdes et  d'autres  organes,  surtout  au  moyen  de  la  méthode  des 
injections,  méthode  que  A.  Kowalevski  a  introduite  dans  la 
science.  Outre  les  auteurs  dont  on  vient  de  parler,  je  citerai  en- 
core les  travaux  de  Racovitza  (1895),  Cantacuzène  (1897)  et 
IlosA  (1896),  qui  ont  tous  constaté  la  faculté  phagocy taire  des 


LE   CORPS  CARDIAQUE   DES   OLIGOCHÈTES  133 

lymphocytes.  De  plus,  on  doit  irieutionner  les  recherches  de 
De  Bruine  (1895)  sur  des  Lamellibranches,  et  enfin  les  études 
intéressantes  de  Graf  sur  des  Hirudinées  (1899). 

Les  lymphocytes  des  Lumbriculides  sont  très  phac^ocytaires. 
Ils  se  chargent  surtout  de  cellules  chloragogènes  mortes,  ou  de 
morceaux  de  celles-ci.  connne  le  font  remarquer  RosA  et  CuÉnot. 
Lors  de  la  chute  du  chloragagène,  qui  se  produit  périodi(iuement 
(CuÉnot),  on  les  voit  charrier  soit  des  morceaux  de  cellules  chlo- 
ragogènes. qu'ils  enveloppent  de  leur  cori)s  en  forme  de  houle 
(fig.  25),  soit  des  grains  de  chloragogène.  en  petit  nombre  seu- 
lement, et  renfermés  dans  leur  protoplasme.  Lorsqu'il  s'agit 
de  s'emparer  d'une  cellule  chloragogène  entière,  trop  grande 
pour  qu'un  seul  leucocyte  puisse  l'absorber,  ils  se  réunissent  à  trois 
ou  (juatre  pour  en  venir  à  bout. 

Je  suis  entièrement  d'accord  avec  CuÉnot  lorsqu'il  dit  que  le 
'Chloragogène  subit  une  transformation  dans  l'intérieur  du  lym- 
pocyte,  soit  «  une  sorte  de  digestion.  »  Les  petits  granules  noi- 
râtres qui  en  sont  le  résultat  visible,  et  qui  se  voient  souvent 
dans  les  phagocytes,  avec  des  grains  de  chloragogène  ou  seuls, 
me  paraissent  être  déposés  pour  la  plupart  dans  le  péritoine  re- 
vêtant les  muscles  longitudinaux.  Cette  couche,  de  même  que  quel- 
ques interstices  entre  les  bandelettes  musculaires,  est  bourrée 
de  petits  granules  noirs.  Ce  sont  ces  granules  qui  constituent  le 
pigment  donnant  au  Lumhricîilus  sa  couleur  foncée.  La  figure  20 
représente  une  partie  d'une  coupe  transversale  où  l'on  aperçoit 
lui  lymphocyte  touchant  le  péritoine  par  deux  prolongements  et 
renfermant  encore  quehpies  granules  noirs,  qui  semblent  en  train 
<le  passer  par  les  pseudopodes  dans  cette  couche. 

J'ai  vu  parfois  des  phagocytes  entrer  dans  l'épiderme.  Ce  fait 
ne  semble  pas  se  produire  aussi  souvent  chez  les  Lumbriculides 
que  chez  le  Tuhifex;  où  l' on  voit  fréquemment  des  phagocytes  dans 
<'et  épithélium.  ainsi  que  l'ont  fait  remarquer  plusieurs  auteurs. 

Des  grains  ressemblant  par  leur  couleur  brun-verdâtre  et  par 


134  M.    DE   BOCK 

leur  aspect  réfringent  aux  grains  de  chloragogène  typiques,  se- 
trouvent  en  abondance  dans  la  partie  des  néphridies  qui  suit  im- 
médiatement l'entonnoir  vibratile  (iig.  26).  Mais,  jusqu'à  présent, 
je  n'ai  pu  observer  si  ces  grains  sont  excrétés  dans  les  cellules- 
népliridiennes.  ou  s'ils  y  sont  transportés  par  les  phagocytes.  Je 
n'ai  jamais  vu  des  lymphocytes  entrer  dans  les  cellules  néphri- 
diennes  ou  même  se  placer  en  grand  nombre  sur  leur  surface- 
comme  il  faudrait  s'y  attendre  dans  ce  dernier  cas. 

La  faculté  phagocytaire  de  parties  néphridiennes  de  plusieurs- 
Vers,  spécialement  dans  le  genre  Euaxes  (c'est-à-dire  Bhyn- 
chelmis;  cf.  A.  Kowalevski  1896  a),  a  été  mise  hors  de  doute 
par  les  injections  de  diverses  substances  faites  par  les  naturalistes 
que  nous  venons  de  citer.  CuÉNOT  (1898)  a  observé,  surtout  chez 
des  Lombrics,  que  des  lymphocytes  vont  se  placer  sur  les  néphri- 
dies, pour  «  incorporer  ->  aux  cellules  de  ces  organes  les  grains 
colorés  dont  ils  sont  chargés,  et  que  l'on  y  voit  «  les  grains 
colorés  se  répandre  dans  le  protoplasma  des  cellules  néphridien- 
nes. »  G.  Schneider  (1899)  trouve  dans  les  néphridies  des  Aré- 
nicoles des  lymphocytes  renfermant  du  carmin  et  du  fer  injectés^ 
et  en  train  de  s'y  décomposer.  Racovitza  (L895)  aussi  constate 
la  présence  dans  des  cellules  néphridiennes  {du  Leiocephalus)  de 
grains  de  chloragogène  et  de  grains  d'encre  de  Sépia,  après  avoir 
injecté  cette  dernière  matière  dans  la  cavité  générale.  Il  en  con- 
clut que  ces  substances  y  sont  transportées  par  des  amibocytes. 

Il  est  donc  assez  probable  que  ces  grains  ayant  l'apparence  de 
chloragogène,  que  j'ai  vus  remplir  des  cellules  néphridiennes  du 
Lumhrlculus,  ne  sont  pas  excrétés  dans  ces  cellules,  mais  qu'ils  y 
sont  déposés  par  les  lymphocytes. 

Les  phagocytes  cœlomiques  déploient  encore  une  vive  activité 
dans  une  autre  direction.  J'ai  déjà  dit  qu'une  matière  brune  est 
excrétée  par  l'épithélium  intestinal,  et  que  cette  substance  sort 
en  forme  de  gouttes  et  de  gouttelettes  de  la  paroi  intestinale  pour 
entrer  dans  le  sinus  sanguin.  C'est  ici,  aussi  bien  que  dans  l'épi- 


LE   CORPS   CARDIAQUE   DES   OLIGOCHÈTES  135 

tliéliuin  lui-même,  que  les  petites  gouttelettes  sont  phagocytées 
par  les  amibocytes  sanguins.  Mais,  quand  ces  gouttes  en  se  réu- 
nissant forment  des  masses  trop  grandes  pour  que  ces  petites 
cellules  puissent  s'en  emparer,  alors  on  voit  quelquefois  ({ue 
ces  masses  sont  expulsées  hors  du  sinus.  La  paroi  de  celui-ci 
s'ouvrant,  la  grosse  boule  brune  passe  dans  le  cœlome.  Avant 
d'y  entrer,  alors  qu'elle  se  trouve  encore  dans  le  sinus,  elle  a, 
pour  ainsi  dire,  attiré  l'attention  des  lymphocytes  que  Ton  voit 
se  diriger  de  tous  les  côtés,  —  le  corps  très  allongé  —  vers  le 
point  où  le  sinus  va  s'ouvrir.  La  fixation  du  Ver  ayant  bien  con- 
servé ces  cellules  libres  dans  leur  situation  naturelle,  nous  pou- 
vons observer  ce  fait  très  facilement.  Ce  phénomène  permet  de 
croire  à  un  chimiotactisme  dirigeant  les  phagocytes  sur  leur 
proie. 

La  masse  brune,  une  fois  entrée  dans  le  cœlome,  est  aussitôt 
entourée  et  phagocytée. 

Outre  cette  matière  brune,  il  y  a  encore  des  paquets  de  grains 
de  chloragogène  qui  se  forment  également  dans  Tépithélium  in- 
testinal, comme  nous  le  verrons  plus  loin,  et  qui  passent  de  la 
même  manière  dans  la  cavité  générale.  Ils  sont  aussitôt  envelop- 
pés par  les  lymphocytes.  Comme  j'ai  pu  le  voir,  ceux-ci  s'empa- 
rent déjà  quelquefois  du  paquet  de  chloragogène  pendant  qu'il  se 
trouve  encore  dans  l'ouverture  de  la  paroi  du  sinus  (fig.  23,  24). 

Quant  à  la  question  relative  à  la  manière  avec  laquelle  ces 
matières  ou  ces  paquets  peuvent  sortir  du  système  vasculaire,  il 
est  possible  d'admettre  que,  la  paroi  du  sinus  intestinal  étant  très 
mince,  et  au  surplus  tendue  par  le  corps  qui  y  est  enfermé,  un 
mouvement  quelconque  de  l'animal  peut  suffire  pour  la  faire  cre- 
ver et  mettre  ce  corps  en  liberté.  Mais  il  n'est  pas  improbable 
non  plus  que  le  phénomène  se  produise  sous  l'action  des  lympho- 
cytes. 

Nous  avons  ici,  en  effet,  une  nouvelle  preuve  frappante  de  l'avi- 
dité de  ces  phagocytes.  Deux  fois,  j'ai  pu  observer,  avec  une 


136  M.    DE   BOCK 

netteté  parfaite,  tout  un  essaim  de  lymphocytes,  réuni  sur  le 
sinus,  le  perçant  et  plongeant  dans  Tépithélium  intestinal  pour 
en  retirer  un  de  ces  paquets  de  chloragogène  (tig.  22). 

J'ajouterai  encore  que  les  lymphocytes,  en  train  de  s'emparer 
de  leur  proie,  semblent  confluer  de  manière  à  former  une  sorte 
de  plasmode.  Leurs  corps  demi-liquides,  en  s'étendant  beaucoup, 
diminuent  encore  de  solidité,  et  se  collent  tellement  les  uns  contre 
les  autres,  que  Ton  n'en  distingue  plus  les  contours.  Rosa  (1896) 
a  trouvé  que  les  lymphocytes  des  Lombrics  ne  forment  jamais  de 
plasmodes  à  l'état  vivant.  Michel,  de  même  (1888),  a  prétendu' 
que  ces  associations  de  cellules  des  Lumhricus  ne  constituent 
pas  de  vrais  plasmodes.  mais  seulement  des  «  pseudoplasmodes.  » 
De  Brtyxe  (LS1J5)  montre  que  les  leucocjtes  des  Lamellibran- 
ches peuvent  former  des  «  pseudoplasmodes,  »  pour  se  séparer 
ensuite,  ou  bien  qu'ils  <-  peuvent  donner  des  images  très  nettes 
des  plasmodes  vrais,  résultant  de  l'union  de  deux  ou  plusieurs 
leucocytes.  »  Le  matériel  fixé  que  j'ai  eu  à  ma  disposition  ne 
m'a  pas  permis  de  trancher  cette  question. 

Il  résulte  de  ce  qui  précède  que,  sauf  pour  la  grandeur  et  quel- 
ques caractères  histologiciues  différents,  les  amibocytes  du  sang 
et  ceux  du  ccelome  se  ressemblent  sous  tous  les  rapports.  Ils  sont, 
tous  les  deux,  amiboïdes  et  destinés  à  phagocyter  des  substances 
quelconques.  Dans  ce  but,  ils  peuvent  même  pénétrer  dans  les  tis- 
sus. En  état  de  phagocytose,  ils  étendent  leurs  corps,  et  quand  il 
s'agit  de  dévorer  des  masses  relativement  grandes,  ils  s'asso- 
cient. 

Comme  le  rôle  physiologique  de  ces  cellules  est  peu  connu, 
leur  analogie  à  ce  sujet  peut  être  seulement  supposée  en  ce  qui 
concerne  certaines  fonctions  du  corps  animal.  Je  reviendrai  plus 
loin  sur  cette  question. 

Je  n'aipasfait  d'observations  sur  d'autres  fonctions  des  leuco- 
cytes, par  exemple  sur  celles  qui  sont  relatives  à  la  formation  des 
tissus  (N.  Wagner  1885),  ou  à  la  formation  de  lésions  dans  cer- 


LE   CORPS   CARDIAQUE   DES  OLIGOCIIÈTES  137 

tailles  parties  de  rorgaiiisme,  comme  Ta  observé  De  Bruyne 
(1895). 

En  se  basant  sur  ces  analogies,  il  serait  intéressant  de  voir 
si  ces  deux  groupes  de  cellules  ne  peuvent  être  ramenés  à  une 
origine  commune.  Il  se  pourrait  que  nous  n'eussions  affaire  qu'à 
une  seule  sorte  d'amibocytes  dont  l'aspect  différent  ne  serait  dû 
qu'au  milieu  ambiant,  le  sang  et  la  lymphe,  milieu  avec  lequel 
ils  ont  certainement  des  rai)ports  chimiques,  comme  on  l'admet 
généralement. 

Depuis  les  découvertes  fondamentales  d'A.  Kowalevski 
(1871),  conffrmées  ensuite  par  Yejdoysky  (1879),  Salensky 
(1883)  et  d'autres  auteurs,  on  sait  que  le  système  vasculaire  des 
Aimélides  et  le  sang  prennent  leur  origine  dans  l'espace  situé 
entre  la  splanclmopleure  et  l'entoderme.  c'est-à-dire  hors  de  la 
cavité  générale.  Néanmoins,  comme  les  vaisseaux  se  creusent 
ensuite  dans  la  splanclmopleure,  tout  le  système  est  considéré 
en  général  comme  mésodermique. 

Racovitza  (1894)  a  pu  constater  ce  fait  intéressant  que,  dans 
les  segments  prolifères  delà  Mkronerëis  varief/afa.  les  lympho- 
cytes cœlomiques  dérivent  directement  de  la  masse  mésoder- 
mique en  se  séparant  des  autres  éléments  dans  Fintérieur  du 
cœlome  en  voie  de  développement. 

Mais,  du  reste,  nous  manquons  d'observations  sur  la  genèse 
des  amibocytes  chez  les  Invertébrés  à  système  vasculaire  clos.  Vu 
leur  faculté  de  changer  de  place,  de  traverser  les  tissus  et  d'im- 
migrer dans  les  parties  les  plus  diverses  du  corps,  on  ne  saurait 
rien  dire  de  définitif  sur  leurs  homologies,  à  moins  d'avoir  cons- 
taté leur  mode  de  formation  ontogénétique.  L'existence  actuelle 
d'organes  divers  destinés  à  la  production  de  ces  cellules,  soit 
dans  les  vaisseaux,  soit  dans  le  cœlome,  n'empêcherait  pas  d'ad- 
mettre qu'il  y  ait  eu  autrefois  des  organes  ne  produisant  qu'une 
seule  sorte  d'amibocytes,  qui  se  seraient  différenciés  plus  tard  en 
deux  espèces,  par  suite  d'une  division  du  travail. 


138  M.    DE   BOCK 

Mais  il  y  a  mie  raison  importante  qui  empêche  d'admettre  que 
les  deux  formes  d'amibocytes  soient  produites  par  l'action  diffé- 
rente des  liquides  qui  les  renferment.  Nous  voyons,  en  effet,  que 
l'hémolymphe  des  animaux  dépourvus  de  système  vasculaire 
clos,  bien  qu'elle  doive  tenir  lieu  en  même  temps  de  sang  et  de 
lymphe  cœlomique,  ne  renferme  pas  seulement  une  espèce  de 
cellules,  mais  en  possède  plusieurs,  d'ordinaire  deuxfEisiG  1887, 
CuÉNOT  1891).  Nous  devons  avouer  cependant  que  les  données, 
que  nous  possédons  sur  cette  question  sont  trop  insuffisantes  pour 
nous  permettre  de  la  résoudre. 

Quoi  qu'il  en  soit,  le  corps  des  Oligochètes  renfermant  deux 
espèces  de  cellules  amiboides,  bien  caractérisées  d'une  part 
par  leur  structure  histologique,  et  d'autre  part  par  leur  pré-- 
sence  dans  des  parties  différentes  de  l'organisme,  on  doit  les 
distinguer  provisoirement  sous  le  nom  de  lymphocytes  et  de 
cellules  du  sang. 

lY.  L'origine  du  corps  cardiaque. 

Pour  expliquer  l'idée  que  je  me  suis  faite  de  l'origine  du  corps 
cardiaque  des  Oligochètes,  je  dois  d'abord  rappeler  les  faits  sui- 
vants, mentionnés  déjà  en  partie  plus  haut. 

Les  amibocytes  du  sang,  que  l'on  voit  chargés  de  granules  ou 
de  gouttelettes,  ne  présentent  pas  toujours  l'aspect  typique. 
Leurs  corps  s'étendent,  sans  que  cet  agrandissement  semble -être 
en  relation  avec  les  mouvements  amiboïdes,  ni  en  pro])ortion 
avec  le  petit  nombre  de  granules  renfermés.  A  mesure  que  le 
l)rotoplasme  s'étend,  il  devient  plus  clair  et  parait  plus  li(iuide, 
et  le  noyau,  se  gonflant  aussi,  devient  également  plus  clair  à 
cause  de  la  distribution  plus  clairsemée  de  ses  granules  de  chro- 
matine.  C'est  alors  que  deux  ou  trois  amibocytes  s'associent  quel- 
quefois pour  former  un  seul  corps  avec  plusieurs  noyaux,  c'est-à- 
dire  un  petit  plasmode.  Il  faut  remarquer  que  les  amibocytes 
ayant  cette  apparence  se  rencontrent  plus  souvent  dans  le  simm 


LE   CORPS   CARDIAQUE  DES   OLIGOCHÈTES  18{> 

intestinal  et  dans  le  vaisseau  dorsal  que  dans  les  autres  parties- 
du  système  vasculaire  (tig.  8,  9). 

Les  .amibocytes  sanguins  de  VEnchytrœiis,  que  j'ai  étudiés, 
ont  un  corps  très  distinctement  granuleux.  Bien  que  ces  granu- 
lations soient  plus  grosses  que  celles  des  cellules  sanguines  des^ 
autres  Oligochètes,  elles  me  paraissent  ])rotO])lasmatiques, 
vu  qu'elles  se  colorent  connue  les  tissus  et  qu'elles  rem})lissent 
tout  le  corps  également.  Or,  ce  protoplasme  granuleux  laisse- 
voir  aussi  quelquefois  des  taches  claires  plus  ou  moins  grandes. 
L'un  des  amibocytes  représentés  par  la  ligure  13  a  une  petite 
tache  semblable  qui  renferme  quelques  petits  granules,  et  un 
autre  a  presque  la  moitié  de  son  corps  plus  clair  que  l'autre 
])artie,  bien  que  ne  renfermant  pas  de  corpuscules  visibles.  II 
faut  en  conclure  que  le  protoplasme  des  cellules  sanguines  des- 
Oligochètes  subit  parfois  des  modifications,  en  devenant  plus^, 
liquide. 

Les  cellules  intravasculaires  qui,  ainsi  que  nous  l'avons  vu, 
forment  le  corps  cardiaque,  ont  également  une  structure  variable. 

Bien  que  l'on  ne  rencontre  d'ordinaire,  chez  le  Lniuhricidus 
et  la  Nais,  que  de  fines  coagulations  fibreuses  qui  se  colorent  très 
peu,  il  s'y  trouve  parfois  un  petit  tas  de  substance  i)lus  solide 
et  se  colorant  plus  fort.  Cette  substance  est  toujours  attachée 
au  noyau,  ou  même  l'entoure,  et  consiste  évidemment  dans  un 
reste  de  protoplasme  (fig.  1,  4).  Celui-ci,  devenu  liquide  dans  la. 
plus  grande  partie  de  la  cellule,  ne  laissant  par  la  fixation  que 
les  coagulations  mentionnées,  s'est  maintemi  plus  solidement 
auprès  du  noyau.  Le  même  phénomène  se  voit  très  bien  dans  les- 
grosses  cellules  qui  représentent  le  corps  cardiaque  chez  le  Tt(- 
hife.r.  Ces  cellules  ne  sont  pas  aussi  vides  que  chez  les  autres- 
Vers.  Elles  ont  même  parfois  le  corps  distinctement  granuleux,, 
(pioique  presque  incolore.  Mais  il  y  a  des  cas  où  l'on  trouve  des  cel- 
lules qui  ont  encore  dans  une  partie  de  leur  corps  du  protoplasme 
d'une  granulation  assez  dense  et  se  colorant  fortement  (fig.  7), 


140  M.    DE   BOCK 

Il  résulte  de  ces  faits  que  ces  cellules  du  corps  cardiaque  se 
trouvent  elles  aussi  dans  un  état  de  métamorphose.  Quelques-unes 
possèdent  encore  une  certaine  quantité  de  protoplasme,  d'autres 
^n  ont  seulement  très  peu.  d'autres  enfin  sont  presque  tout  à  fait 
vides.  Ce  ne  sont  évidemment  que  les  stades  d'une  transformation, 
«dont  le  but  est  de  rendre  le  protoplasme  plus  ou  moins  liquide. 

Quand  on  compare  ces  différents  stades  de  la  transformation 
<ies  amibocytes  sanguins  et  des  cellules  du  corps  cardiaque,  on  a 
r impression  que  la  métamorphose  de  ces  dernières  n'est  que  la 
«continuation  des  moditications  que  nous  avons  vues  se  produire 
dans  le  corps  des  amibocytes.  Ceux-ci,  de  même  que  les  éléments 
du  corps  cardiaque,  montrent  ordinairement  des  inclusions  qui 
sont  probablement  en  relation  avec  la  métamorphose.  On  voit 
■ensuite  le  même  phénomène  se  produire  chez  les  deux  espèces 
•de  cellules.  Ce  phénomène  ne  diffère  dans  les  deux  cas  que 
par  le  fait  qu'il  est  plus  ou  moins  accentué.  S'il  atteignait  un 
très  haut  degré  chez  un  amibocyte.  il  le  rendrait  égal  à  une  cel- 
lule du  corps  cardiaque,  dont  il  ne  se  distinguerait  que  par  le 
manque  à\me  membrane.  Nous  pouvons  nous  convaincre  facile- 
ment de  ce  fait  lorsque  nous  nous  trouvons  en  présence  de  stades 
qu'il  faut  considérer  comme  transitoires.  J'en  ai  représenté  un 
sur  la  ligure  32.  C'est  un  amibocyte  sanguin  ayant  atteint  la 
grandeur  d'une  cellule  du  corps  cardiaque.  Son  corps  est  extrê- 
mement clair,  et  ce  n'est  qu'autour  du  noyau  que  l'on  voit  encore 
une  tache  pâle  de  protoplasme  finement  granuleux.  A  cet  état, 
il  aurait  seulement  besoin  de  retirer  les  pseudopodes  et  de 
s'entourer  d'une  membrane,  pour  ne  plus  différer  d'une  cellule 
du  cor])s  cardiaque. 

Ces  observations  me  font  donc  supposer  que  les  éléments  du 
corps  cardiaque  des  Oligochètes  ne  sont  que  des  cellules  du  sang 
métamorphosées,  et  qui,  se  pla(;ant  dans  le  vaisseau  dorsal,  y 
forment  l'organe  en  question. 

Il  me  reste  encore  à  mentionner  un  fait  important  cpie  j'ai 


LE   CORPS   CARDIAQUE  DES   OLIGOCHÈTES  141 

observé  chez  le  Lumhricidas.  On  sait  que  des  masses  compactes 
de  cellules  cliloragogènes  recouvrent  aussi  bien  le  vaisseau  dorsal 
que  rintestin.  Ces  deux  organes  étant  très  rapprochés  l'un  de 
l'autre,  ces  cellules  ne  forment,  dans  cette  partie  du  corps, 
qu'une  seule  niasse,  remplissant  entièrement  l'espace  situé  entre 
le  vaisseau  et  le  sinus  intestinal;  ces  deux  organes  sont  d'ailleurs 
souvent  en  connuunication  l'un  avec  l'autre.  Comme  je  l'ai  dit, 
le  corps  cardiaque,  dans  ce  vaisseau,  est  toujours  ap})liqué  sur 
la  face  tournée  vers  le  sinus  intestinal.  Or,  il  n'est  pas  rare  de 
voir  la  paroi  du  vaisseau  dorsal  ouverte  de  ce  côté.  Le  corps 
cardiaque  est  ainsi  en  comnumication  directe  avec  les  cellules 
chloragogènes  du  ccelome.  Cette  ouverture  du  vaisseau  sert  évi- 
dennnent  à  laisser  passer  des  cellules  situées  dans  les  environs 
inmiédiats  (fig.  29,  30). 

Il  faut  ajouter  que  ces  ouvertures  ne  sont  pas  dues  à  un  en- 
combrement du  vaisseau  par  les  éléments  du  corps  cardiaque  ; 
on  les  ol)serve  aussi  lorsque  le  vaisseau  n'en  est  pas  du  tout 
obstrué.  Elles  paraissent  souvent  se  produire  dans  les  petits  ca- 
naux de  communication  qui  existent  entre  le  vaisseau  dorsal  et 
le  sinus  intestinal,  et  se  forment  probablement  par  le  fait  qu'ici 
la  paroi  vasculaire  est  très  mince. 

Il  s'agit  donc  ici  de  savoir  si  les  cellules  chloragogènes  entrent 
dans  le  vaisseau,  ou  si  au  contraire  les  cellules  intravasculaires  en 
sortent.  Comme  je  l'ai  dit  plus  haut,  ces  deux  espèces  de  cellules  se 
ressemblent  à  un  tel  point  que  l'on  peut  aisément  les  confondre, 
à  moins  que  les  cellules  chloragogènes  ne  renferment  pas  de 
grandes  (juantités  de  grains  jaunâtres  et  réfringents,  ce  qui  n'est 
pas  toujours  le  cas.  Il  est  donc  impossible  de  reconnaître  une 
cellule  de  l'une  de  ces  deux  sortes,  au  milieu  d'un  amas  de  cel- 
lules de  l'autre  espèce. 

On  pourrait  donc  admettre  que  les  cellules  chloragogènes  en- 
trent dans  le  vaisseau  dorsal  et  y  forment  le  corps  cardiaque 
pour  être  ensuite  phagocytées  par  les  amibocytes.  Bien  que  je  ne 


r42  M.   DE   BOCK 

puisse  pas  me  baser  sur  des  observations  directes,  comme  je 
viens  de  le  dire,  je  suppose  cependant  que  les  cellules  intravas- 
culaires  sortent  au  contraire  du  vaisseau,  et  je  vais  présenter 
quelques  raisons  à  Tappui  de  cette  opinion. 

Il  est  peu  probable  que  les  éléments  du  corps  cardiaque  puis- 
sent dériver  des  cellules  cbloragogènes,  parce  que  le  caractère 
principal  qui  distingue  ces  dernières  des  cellules  intravasculaires 
ne  se  voit  point  chez  celles-ci.  On  ne  rencontre  jamais,  dans  le 
corps  cardiaque,  une  cellule  bourrée  de  gros  grains  réfringents 
d'un  brun  jaunâtre  ou  verdàtre.  D'ailleurs  nous  avons  déjà  vu 
plus  haut  que  le  corps  cardiaque  est  formé  d'amibocytes  san- 
guins. 

Il  est  fort  improbable  que  les  cellules  cbloragogènes  soient  des- 
tinées à  être  phagocytées  par  les  amibocytes  du  sang,  car,  d'une 
part,  je  n'ai  rien  vu  de  semblable  dans  les  vaisseaux  et,  d'autre 
part,  nous  savons  déjà  que  ce  sont  les  lymphocytes  qui  sont  char- 
gés d'éloigner  les  restes  des  cellules  cbloragogènes  de  la  cavité 
générale. 

On  ne  saurait  surtout  s'expliquer  autrement  que  je  l'ai  fait  ci- 
-dessus  les  stades  transitoires  existant  entre  les  éléments  du 
corps  cardiaque  et  les  amibocj'tes  sanguins. 

La  forme  que  prennent  les  bords  de  l'ouverture  dans  la  paroi 
vasculaire  est  également  importante  à  considérer  pour  cette 
question.  Les  bords  recourbés  en  dehors  feraient  croire  que  les 
<*ellules  passent  de  l'intérieur  à  l'extérieur.  C'est  en  effet  ce  que 
j'ai  cru  voir  quelquefois.  Mais  cette  observation  est  très  difficile 
à  faire,  à  cause  des  masses  de  cellules  à  fortes  membranes  qui  s'y 
serrent  les  unes  contre  les  autres,  et  je  ne  puis  lui  attribuer  beau- 
cou})  de  valeur. 

Pour  ne  rien  omettre  de  ce  qui  pourrait  donner  de  l'appui  à 
mon  O])inion  sur  l'origine  du  corps  cardiaque,  je  peux  encore 
renvoyer  aux  observations  des  Ni^sbauim  et  Rakowski,  faites 
sur  les  genres  Mesenchytrceus  et  Friedericia. 


LE   CORPS   CARDIAQUE   DES   OLIGOCHÈTES  143 

Déjà  en  1895,  Nusbaum  a  vu  chez  des  Enchytrjeïdes  des  cel- 
lules rattachées  à  la  paroi  du  vaisseau  dorsal  et  renfermant  des 
^■raimles  bruns  ou  jaunâtres,  cellules  qui  possédaient  de  nom- 
breux prolongements  par  lesquels  elles  se  réunissaient  en  forme 
de  réseau.  Cet  auteur  les  considère  comme  étant  homologues  aux 
globules  sanguins  et  arrive  à  cette  conclusion  :  «  Es  scheint 
mir  warscheinlich,  dass  der  sogen.  Herzkorper  der  Mesenchy- 
traeiden  eine  Bildung  von  demselben  morphologischen  Werte 
ist,  wie  die  genannten  Zellen.  » 

Plus  tard,  Nusbaum  et  Rakowski  (1897)  ont  retrouvé,  dans 
le  vaisseau  d'individus  appartenant  au  genre  Friedericia,  ces  cel- 
lules pourvues  de  prolongements  ou  de  ramifications  s'unissant 
pour  former  un  réseau  dans  la  lumière  du  vaisseau.  Les  mêmes 
cellules,  qui  renferment  d'ailleurs  des  granules  jaunâtres,  se 
voient  aussi  sous  d'autres  formes,  soit  arrondies  et  suspendues 
par  un  pédoncule  à  la  paroi  vasculaire,  soit  encore  attachées  à 
celle-ci  sans  pédoncule. 

J'ai  déjà  dit  que  ce  ne  sont  que  des  cellules  amiboïdes  du  sang 
et  que  leur  ressemblance  avec  les  amibocytes  de  V Enchytrœus  que 
j'ai  examinés  est  très  prononcée.  Seulement,  ces  derniers  renfer- 
ment rarement  des  granules.  Un  seul  des  amibocytes  que  j'ai  repré- 
sentés (fig,  13)  en  renferme  un  très  petit  nombre.  La  granulation 
bien  visible  du  corps  n'est  due  qu'au  protoplasme  coagulé  par 
la  fixation.  Du  reste,  la  description  de  ces  cellules  telle  qu'elle 
est  donnée  par  Nusbaum  et  Rakoswski  est  applicable  aussi  aux 
amibocytes  de  VEnehi/trœus  humiciiltor.  De  même  que  chez  les 
Friedericia,  ils  prennent  toutes  les  formes  possibles;  leurs  pseu- 
dopodes peuvent  se  toucher,  ou  peut-être  même  confluer  (fig.  1 1  ), 
et  la  cellule  attachée  à  la  paroi  vasculaire  par  ces  pseudopodes 
peut  se  balancer  dans  le  torrent  sanguin.  J'en  ai  représenté  un 
exemple  intéressant  à  la  fig.  12  (la  petite  flèche  indique  la  di- 
rection du  courant  du  sang). 

Nusbaum  et  Rakowski  ont  ensuite  constaté  l'identité  de  ces 


144  M.    DE   BOCK 

cellules  des  Friedericia  avec  les  éléments  qui  composent  le  corps, 
cardiaque  du  Mesencliytrœiis  setosus.  Ces  éléments  renferment 
aussi  des  granulations;  ils  s'éloignent  en  partie  les  uns  des 
autres,  et  restent  seulement  unis  par  des  prolongements  de  leurs 
corps.  Ces  auteurs  maintiennent  l'existence  de  cellules  sem- 
blables dans  le  vaisseau  dorsal  de  tous  les  Enchvtrϕdes.  Ils 
trouvent  qu'elles  ne  diffèrent  des  «  typisclien  Blutkorperchen  » 
que  par  leurs  communications  avec  la  paroi  vasculaire,  et  par 
le  fait  qu'elles  se  seraient  transformées  en  cellules  glandulaires, 
et  en  concluent  «  dass  der  Herzkorper  des  Mesencliytrœus  (und 
des  Steradus)  von  den  Blutdrusenzellen  aller  andren  Enchy- 
trteiden  ableitbar  und  ihnen  ganz  streng  liomolog  ist...  » 

L'homologie  admise  par  Ntjsbaum  et  Rakoavski  est  confirmée 
par  mes  observations. 

Les  cellules  décrites  par  ces  auteurs  sont  sans  doute  des  ami- 
bocytes.  Ceux-ci  différent ' bien  des  éléments  typiques  du  corps 
cardiaque  des  Oligocliètes  par  leurs  propriétés  amiboïdes  et  par 
l'absence  d'une  membrane.  Ils  ne  sont  pas  placés  seulement  sur 
la  face  ventrale  du  vaisseau,  ce  qui  parait  être  une  circonstance 
caractéristique,  d'après  mes  observations  et  celles  de  Mich^l- 
SEN  et  de  H.  Ude  (1892).  Ces  naturalistes,  en  effet,  mentionnent 
expressément  ce  caractère  dans  la  définition  qu'ils  donnent  du 
corps  cardiaque  des  EnchytrcTïdes. 

Il  est  donc  possible  que  chez  les  Vers  étudiés  par  Nusbaum 
et  IiAKOWSKi,  les  amibocytes  sanguins  n'arrivent  jamais  à  former 
un  corps  cardiaque  typique,  mais  il  reste  indubitable  quand 
même  que  ces  cellules  sont  riiomologue  de  cet  organe, 

Mes  observations  présentent  malheureusement  une  grande 
lacune,  car  il  ne  m'est  pas  possible  de  dire  ce  que  deviennent  les 
cellules  du  corps  cardiaque,  une  fois  entrées  dans  la  cavité  géné- 
rale entre  les  masses  chloragogènes.  Je  n'ai  pu  les  distinguer 
de  celles-ci.  Elles  y  dis])araissent  totalement,  et  je  n'ai  pu  ob- 
server si  elles  sont  i)hagocytées  par  les  lynqihocytes,  ou  si  elles 


LE   CORPS  CARDIAQUE   DES   OLIGOCHÈTES  145 

persistent  peut-être,  en  prenant  l'apparence  et  le  rôle  des  cel- 
lules cliloragogènes. 

Je  ne  peux  dire  également  si  la  sortie  des  cellules  intravascu- 
laires  se  produit  continuellement  ou  périodicpiement.  Mais  cela 
n'a  pas  beaucoup  d'importance.  On  doit  supposer  que  le  corps  car- 
diaque subit  un  changement  continuel  de  ses  éléments.  Tandis 
que  des  amibocytes  métamorphosés  s'y  attachent,  d'autres  élé- 
ments, épuisés  peut-être,  Tabandonnent  pour  être  évacués  dans 
le  ccelome.  Cela  expliquerait  les  variations  que  l'on  observe  dans 
le  corps  cardiaque,  aussi  bien  que  le  fait  qu'il  peut  faire  totale- 
ment défaut,  ainsi  que  je  l'ai  vu  chez  un  Tuhifex.  Comme  on  doit 
admettre  que  la  transformation  des  amibocytes  est  en  dépen- 
dance de  la  phagocytose  (ce  qui  est  probable  vu  les  inclusions 
de  ces  cellules),  il  se  peut  qu'elle  cesse  absolument  quand  les 
cellules  sanguines,  pendant  quelque  temps,  ne  trouvent  rien  à 
phagocyter.  L'évacuation  des  parties  du  corps  cardiaque  se  pro- 
duisant néanmoins,  il  pourrait  en  résulter  une  diminution  ou 
même  la  disparition  complète  de  cet  organe.  En  revanche,  aux 
époques  où  la  métamorphose  des  amibocytes  est  plus  forte  que  la 
sortie  du  vaisseau  des  cellules  du  corps  cardiaque,  celui-ci  aug- 
menterait de  grandeur. 

La  littérature  renferme  de  nombreuses  observations  et  hypo- 
thèses sur  l'origine  du  corps  cardiaque,  (t^uehpies  naturalistes 
l'ont  considéré  connue  dérivant  de  l'intestin  (p.  ex.  Cunningham 
18S7,  Braxdes  LS98).  Blés  (1892)  a  supposé  qu'il  dérivait  du 
péritoine.  Mich.ïlsen  (1887)  a  émis  Fopinion  qu'il  serait  formé 
par  des  proliférations  de  l'épithélium  intestinal  entrant  dans  le 
vaisseau  dorsal.  Cette  hypothèse  a  déjà  été  rejetée  avec  raison 
par  NusBAUM  et  Rakowsky  (1897). 

PiCTOX  (1898)  ayant  étudié  spécialement  le  corps  cardiaque 
de  plusieurs  familles  de  Polychètes,  est,  avec  Salexsky,  le  seul 
auteur,  à  ce  que  je  sache,  qui  ait  fait  des  observations  sur  son 
évolution.  Il  l'a  étudié  chez  Pobjmnla  nebuhsa  et  a  trouvé  que 

Rev.  Suisse  de  Zool.,  T.  8.  1900.  10 


14()  M.    DE   BOCK 

chez  des  larves  de  1,5  cm.  de  longueur,  le  corps  cardiaque  existe 
déjà  dans  le  vaisseau  dorsal.  Mais  il  y  est  représenté  sous  la  forme 
d'un  amas  cellulaire  qui  dériverait  d'une  invagination  de  la  paroi 
du  cœur.  Cet  auteur  le  déclare  F  homologue  des  cellules  àesFri- 
dericia  décrites  par  Nusbaum  et  Rakowski,  à  cause  de  son  ori- 
gine mésodermique. 

Selon  Salensky  (18S3)  —  qui  n'a  pas  constaté  l'origine  du  corps 
cardiaque,  mais  dont  les  observations  ne  sont  pas  moins  impor- 
tantes malgré  cela,  —  l'organe  en  question,  chez  TereheUa,  se  voit 
déjà  dans  les  larves  peu  après  que  le  vaisseau  dorsal  s'est  diffé- 
rencié de  la  splarichnopleure.  «  A  un  stade  si  jeune,  il  ne  pré- 
sente pas  encore  la  structure  qui  le  caractérise  chez  l'adulte.  Le 
corps  cardiaque  est  représenté,  à  cette  époque,  par  un  tube  qui  a 
pour  point  de  départ  l'extrémité  postérieure  du  cœur  branchial, 
dans  l'intérieur  duquel  il  pénètre  pour  s'y  terminer  en  cul-de-sac. 
Ce  tube  s'attache  aux  parois  du  vaisseau  sanguin  par  quelques 
cellules  allongées.  »  A  un  stade  un  peu  plus  avancé,  on  aperçoit 
un  orilice  dans  la  paroi  vasculaire,  s'ouvrant  dans  le  corps  car- 
diaque. Ce  dernier  communiquerait  de  cette  manière  avec  la 
cavité  générale. 

Nous  n'avons  pas  beaucoup  à  dire  au  sujet  des  rapports  mor- 
phologiques qui  existent  entre  le  corps  cardia(pie  des  Polychètes 
et  celui  des  Oligochètes.  Si  l'homologie  de  ces  deux  organes  est 
basée  uniquement  sur  le  fait  que  tous  les  deux  dérivent  du 
«  mésoderme,  »  elle  offre  assez  peu  d'intérêt.  Il  faut  avouer,  du 
reste,  que  le  corps  cardiaque  des  Polychètes,  autant  que  nous  en 
connaissons  la  genèse  parles  observations  de  Picton  et  Salensky, 
parait  bien  être  autre  chose  que  celui  des  Oligochètes. 

Chez  les  Polychètes,  il  s'agit  d'un  organe  distinct,  dont  l'ébau- 
che se  forme  déjà  à  un  stade  très  précoce  de  l'évolution,  et  qui 
persiste  probablement  pendant  toute  la  vie  sans  se  modifier.  Le 
corps  cardiatpie  des  Oligochètes,  au  contraire,  n'est  qu'un  amas 
de  cellules  autrefois  libres  et  en  voie  de  transformation,  amas 


LE  CORPS  cardiaqup:  des  oligochètes  147 

<[m  n'est  constant  ni  pour  la  forme,  ni  même  en  ce  qui  concerne 
■sa  présence,  et  dont  les  éléments  changent.  Comment  pourrait-on 
ramener  ces  deux  formations  à  une  ébauche  commune,  ou  suppo- 
ser qu'elles  dérivent  l'une  de  l'autre?  Il  est  possible  que  des 
observations  et  des  découvertes  futures  puissent  résoudre  cette 
question  et  permettre  de  rapprocher  ces  organes  si  différents  l'un 
de  l'autre.  Mais,  dans  l'état  actuel  de  nos  connaissances,  j'avoue 
qu'il  m'est  impossible  de  concevoir  le  lien  morphologique  qui 
doit  les  réunir. 

L'analogie  physiologicpie,  probable  ou  possible,  des  corps 
cardiaques  des  deux  ordres  d'Annélides,  est  une  question  qui 
•est  encore  loin  d'être  résolue.  Nous  voyons,  chez  les  Polychètes 
aussi  bien  que  chez  les  Ohgochètes,  un  organe  qui  occupe  la  même 
place  dans  le  corps,  place  dont  le  choix  n'est  pas  dû  au  hasard, 
puisqu'il  s'agit  de  la  région  où  les  pulsations  du  système  vascu- 
laire  sont  le  plus  intenses.  Nous  voyons  que  les  éléments  de  ces 
■organes  présentent  souvent  une  grande  ressemblance  au  point 
de  vue  histologique  et  qu'ils  sont  caractérisés,  en  outre,  par  la 
propriété  de  renfermer  des  granules. 

Il  est  intéressant  de  noter  que  Salexsky  a  vu  se  former  chez 
Terebella  un  orilice  établissant  une  communication  entre  la  ca- 
vité générale  et  le  corps  cardiaque,  ce  qui  fait  supposer  que  ce 
•dernier  en  a  besoin  pour  remplir  ses  fonctions.  C'est  un  fait 
analogue  à  celui  qu'on  observe  chez  les  Oligochètes,  où  le  corps 
cardiaque,  comme  nous  l'avons  vu,  se  met  en  relation  avec  le 
cœlome. 

Ces  faits  permettent  de  supposer  que  le  corps  cardiaque  rem- 
plit la  même  fonction  physiologique  dans  les  deux  ordres  d'Anné- 
lides, fonction  inconnue  jusqu'ici,  il  est  vrai,  mais  dont  on  peut, 
du  moins  en  partie,  deviner  la  nature,  comme  nous  le  verrons  plus 
loin. 

Avant  d'aborder  cette  question,  je  dois  encore  faire  quelques 
observations  au  sujet  des  cellules  chloragogènes,  car  il  me  paraît 


148  M.    DE   BOCK 

que  leur  nature  physiologique  est  comparable  à  celle  des  cellules 
intravasculaires. 

V.  Quelques  observations  sur  les  cellules  chlora(jO(/èiies. 

Les  cellules  cliloragogènes  sont  très  développées  chez  les  Lum- 
briculides  que  j'ai  étudiés.  Bien  que  de  grandeurs  différentes^ 
elles  sont  toujours  très  grosses,  et  forment  une  couche  serrée 
autour  de  l'intestin,  du  vaisseau  dorsal  et  des  grands  appendices 
aveugles  de  ce  dernier. 

J'ai  déjà  fait  remarquer  plus  haut  leur  grande  ressemblance 
au  point  de  vue  histologique  avec  les  cellules  du  corps  cardiaque. 
Le  contenu  de  ces  cellules  qui,  à  l'exception  du  noyau  et  des 
granules,  parait  être  assez  liquide  à  l'état  vivant,  ne  constitue, 
après  la  fixation,  que  des  coagulations  fibreuses.  Ces  coagulations 
sont  rares  dans  la  plus  grande  partie  de  la  cellule,  et  ne  se  con- 
densent que  dans  la  partie  libre,  tournée  vers  le  cœlome,  et  sur 
la  face  intérieure  de  la  membrane,  ce  qui  fait  que  cette  dernière 
paraît  être  plus  forte  qu'elle  ne  l'est  en  réalité.  Les  grains  enfer- 
més dans  ces  cellules  en  plus  ou  moins  grande  quantité  ont 
évidemment  une  relation  quelconque  avec  le  protoplasme,  car  ils 
sont  toujours  attachés  à  ces  coagulations  fibreuses  qui  en  repré- 
sentent les  restes.  C'est  pour  cela  aussi  qu'ils  sont  souvent  logés 
en  plus  grande  quantité  auprès  de  la  membrane  et  dans  Textré- 
mité  libre  de  la  cellule,  que  dans  la  partie  centrale. 

Plusieurs  auteurs  ont  déjà  constaté  que  ces  grains  des  cellules 
chloragogènes  ne  sont  pas  tous  de  la  même  substance.  On  peut 
facilement  s'en  convaincre  à  première  vue,  même  sans  avoir 
recours  à  des  recherches  chimiques. 

Les  grains  de  chloragogène  typiques,  d'un  brun  jaunâtre  ou 
verdâtre,  réfringents  et  ne  se  colorant  pas,  constituent  la  plus 
grande  partie  du  contenu  de  ces  cellules.  Ces  soi-disant  grains 
me  paraissent  plutôt  être  des  gouttes  d'une  substance  demi- 
li(|iiide  à  l'état  vivant,  car,  parfois,  ils  semblent  confiner.  Les. 


LE   CORPS   CARDIAQUE   DES   OLIGOCHÈTES  149 

cellules  renferment  en  outre  divers  grains,  granules  ou  goutte- 
lettes dont  la  substance  est  évidemment  d'une  autre  nature.  On 
y  voit,  par  exemple,  des  gouttes  noircies  par  Tacide  osmique 
(de  la  graisse),  des  grains  de  diverses  grandeurs  et  bien  colorés, 
et  de  très  petits  granules  noirs  dont  la  nature  m'est  incoimue. 

Ce  qui  est  étonnant,  c'est  que  les  noyaux  des  cellules  chlora- 
gogènes.  qui  sont  le  plus  souvent  d'une  parfaite  égalité,  présentent 
quelquefois  des  apparences  très  différentes  chez  le  même  Ver. 
Ce  n'est  pas  seulement  dans  la  forme  extérieure  qu'ils  varient, 
mais  aussi  dans  leur  affinité  pour  les  colorations.  En  outr.^, 
beaucoup  d'entre  eux  n'ont  pas  de  contour  net  et  laissent  voir 
leur  chromât ine  en  état  de  dissolution  ou  de  dégénérescence.  Je 
ne  puis  m'expliquer  cet  aspect  qu'en  considérant  ces  cellules  et 
leurs  noyaux  comme  étant  en  voie  de  décomposition. 

Je  puis  compléter  encore  la  comparaison  entre  les  cellules 
chloragogènes  et  celles  du  corps  cardiaque  en  ajoutant  que  l'on 
observe  parfois,  dans  ces  deux  éléments,  les  mêmes  modifications 
des  noyaux. 

On  remarque  quelquefois  chez  les  cellules  chloragogènes,  de 
même  que  chez  les  cellules  intravasculaires,  une  division  amito- 
lique  des  noyaux.  Mais  je  n'ai  pas  réussi  à  observer  la  division 
de  la  cellule  elle-même.  Je  dois  mentionner  encore  un  fait  sur- 
prenant, à  savoir  que  ces  cellules  sont  aussi  capables  de  présen- 
ter une  division  mitotique:  mais  ce  fait  doit  être  excessivement 
rare.  Le  cas  que  j'ai  observé  est  représenté  à  la  figure  33  et  ne 
laisse  aucun  doute  a  cet  égard.  Je  l'ai  observé  une  seule  fois. 
Il  s'agissait  d'une  cellule  qui  paraissait  libre  dans  le  crelome, 
car  je  ne  pus  constater  sur  les  coupes  suivante  et  précédente 
qu'elle  fût  rattachée  à  un  point  fixe. 

(^uant  à  l'origine  des  cellules  chloragogènes,  l'opinion  géné- 
ralement répandue  de  Kûkenthal  (1885),  selon  laquelle  elles 
seraient  des  lymphocytes  transformés,  a  été  récemment  com- 
battue par  ROSA  (1898). 


150  M.    DE   BOCK 

Mes  propres  observations  sur  cette  question  sont  trop  in- 
complètes pour  me  permettre  d'énoncer  une  hypothèse.  Je  suis 
(raccord  avec  Rosa  pour  admettre  que  la  genèse  des  \yin- 
phocytes  ne  se  produit  pas  de  la  manière  indiquée  par  KtJKEN- 
THAL.  Je  partage  aussi  Topinion  de  Rosa,  d'après  laquelle  les 
gouttes  de  chloragogène  typiques  se  forment  dans  le  proto- 
plasme de  la  cellule.  Les  observations  de  KïjKEXTHal,  montrant 
que  les  lymphocytes  se  remplissent  de  granules  qu'ils  trouvent 
libres  dans  la  cavité  générale,  c'est-à-dire  sur  les  vaisseaux, 
sont  relatives  à  un  phénomène  que  j'ai  vu  i)lusieurs  fois.  Mais  il 
s'agit  dans  ce  cas  de  la  chute  du  chloragogène,  soit  d'une  des- 
truction des  cellules  chloragogènes  se  produisant  périodiquement. 
Les  grains  sont  alors  phagocytés  par  les  lymphocytes  pour  être^ 
éloignés  du  corps.  A  l'exception  de  ces  cas,  on  ne  trouve  jamais^ 
de  chloragogène  typique  à  l'état  libre  dans  le  cœlome.  Du  reste, 
il  ne  me  parait  pas  absolument  impossible  de  supposer  que  les 
lymphocytes  puissent  se  transformer  en  cellules  chloragogènes. 
Mais  ce  n'est  qu'une  hypothèse. 

Il  y  a  un  autre  endroit  où  l'on  voit  naître  la  substance  dite 
chloragogène:  c'est  lépithéliumnitestinal.  Plusieurs  naturalistes 
ont  signalé  la  présence,  chez  des  Polychètes,  de  granules  bruns 
ou  verts  dans  cet  épithélium;  ClaparÈde  (1868).  en  a  fait 
la  première  mention  chez  les  Sillidées,  observation  qui  l'a  con- 
duit à  parler  d'un  «  intestin  urinaire.  » 

Depuis  lors,  quelques  naturalistes  ont  émis  des  opinions  diver- 
ses sur  les  granules  de  l'intestin  des  Polychètes  (entre  autres^ 
Laxkester  1897  et  Brandes  1898).  Mais,  comme  je  ne  veux 
ni  ne  peux  supposer  l'identité  de  ces  substances  avec  celle  que 
je  vais  décrire,  et  comme,  eu  outre,  il  est  assez  probable  que  les 
granules  de  l'intestin  ont  des  caractères  différents  dans  les  divers, 
genres  des  Polychètes,  je  nf  abstiens  de  reproduire  ces  observa- 
tions. 

Mes  recherches  ont  porté  sur  les  Lumbriculides.  En  examinant 


LE   COKPS   CARDIAQUE   DES    OLIGOCHÈTES  151 

la  Structure  de  répitliéliuin  intestinal,  on  y  voit  souvent  le  noyau 
(les  cellules  intestinales  entouré  d'une  tache  très  colorée  (par  la 
tliionineou  riiémateïne  dans  mes  préparations)  en  bleu  noirâtre. 
Cette  matière  est  absolument  liomog:ène  et  forme  des  taches  tout 
à  fait  irrégulières  et  variables,  d'où  il  faut  conclure  qu'il  s'agit 
d'une  substance  liquide,  sécrétée  dans  la  cellule. 

Or,  il  n'est  pas  rare  de  voir,  dans  ces  cellules  à  taches  de 
couleur  foncée,  un  groupe  de  grains  ronds,  réfringents  et  présen- 
tant une  couleur  brun  clair,  légèrement  verdàtre.  Ces  grains  ou 
gouttes,  qui  ne  se  distinguent  pas  par  l'apparence  de  ceux  qui  for- 
ment le  chloragogène  typique  dans  les  cellules  revêtant  l'intes- 
tin, s'y  trouvent  étroitement  serrés  les  uns  contre  les  autres  en 
formant  un  petit  groupe,  toujours  délimité  par  une  ligne  très  fine. 
Ce  groupe  se  voit  toujours  dans  la  partie  intérieure  de  la  cellule, 
(lui  est  tournée  vers  la  lumière  de  l'intestin,  jamais  de  l'autre 
côté  du  noyau. 

Ces  grains  se  forment  dans  l'intérieur  de  la  cellule,  ainsi  que 
j'ai  pu  l'observer,  ayant  réussi  à  trouver  tous  les  stades  de  leur 
développement  (fig.  28).  Au  stade  le  plus  jeune,  on  ne  voit  (ju'une 
goutte  claire  attachée  étroitement  au  noyau.  La  substance  qui 
forme  cette  goutte  parait  être  pres(|ue  homogène.  C'est  à  peine  si 
l'on  peut  arriver  à  y  reconnaître  une  granulation  excessivement 
fine.  Cette  granulation  devient  de  plus  en  plus  visible  et  grosse 
à  mesure  que  le  développement  avance,  pour  finir  par  former 
les  grains  réfringents.  Le  petit  groupe  de  grains  est  enveloppé 
d'une  mince  membrane,  formant  la  ligne  très  fine  dont  j'ai  parlé. 
Elle  se  forme  aussi  dans  l'intérieur  de  la  cellule  épithéliale  et 
se  distingue  très  bien  des  limites  de  la  cellule  elle-même. 

Dans  l'intérieur  de  cette  membrane  se  voit  encore,  outre  les 
grains  réfringents,  une  substance  évidemment  liquide,  d'une  cou- 
leur claire  bleuâtre  (dans  mes  préparations  traitées  à  la  thionine). 
Peut-être  dérive-t-elle  de  cette  matière  foncée  qui  ne  fait  jamais 
défaut  dans  les  cellules  où  ces  grains  prennent  naissance,  et  qui 


152  M.    DE   BOCK 

dans  ce  cas  se  serait  considérablement  délayée  à  en  juger  d'après 
sa  teinte  beaucoup  plus  claire. 

Quoi  qu'il  en  soit,  le  développement  aboutit  à  la  formation  d'un 
petit  paquet  bourré  de  grains  réfringents  autour  desquels  on 
aperçoit  la  substance  bleuâtre,  et  enveloppé  d'une  fine  membrane. 
Ces  paquets  sont  donc  facilement  reconnaissables  et  ne  peuvent 
pas  être  confondus  avec  autre  chose.  C'est  la  raison  pour  laquelle 
on  distingue  aisément  ce  qu'ils  deviennent. 

Après  avoir  atteint  une  grandeur  considérable,  le  paquet  de 
choragogène  sort  de  la  cellule  maternelle.  De  même  que  la  subs- 
tance brune,  dont  j'ai  parlé  plus  haut,  ces  paquets  sont  expulsés 
dans  le  sinus  intestinal,  d'où  on  les  voit  entrer  dans  la  cavité 
générale,  pour  être  aussitôt  entourés  par  les  lymphocytes.  J'ai 
déjà  dit  que  les  lymphocytes  s'en  emparent  quelquefois,  avant 
que  le  paquet  soit  sorti  de  l'épithélium  intestinal  (fig.  22,  24). 

J'ai  pu  constater  chez  un  Yer  que  ces  paquets  de  cliloragogène 
peuvent  aussi  prendre  un  autre  chemin,  pour  être  éloignés  du 
corps.  Deux  ou  trois  fois,  j'ai  constaté  la  présence  dun  de  ces 
paquets  dans  la  lumière  de  l'intestin  et.  dans  un  cas  représenté 
à  la  figure  27,  le  paquet  était  entrain  d'abandonner  l'épithélium 
pour  passer  dans  l'intérieur  du  tube  digestif. 

Bien  que  les  grains  renfermés  dans  ces  paquets  soient  complè- 
tement identiques,  en  apparence,  aux  grains  typiques  des  cellules 
chloragogènes,  j'ai  essayé  de  mettre  hors  de  doute  cette  identité, 
autant  qu'il  était  possible  de  le  faire  avec  un  matériel  fixé. 

Dans  ce  but,  j'ai  traité  les  coupes  par  de  l'acide  muriatique, 
de  l'acide  nitrique  (tous  les  deux  concentrés)  et  par  une  forte  so- 
lution de  potasse  caustique.  Les  réactions  produites  sur  le  chlo- 
ragogène  des  cellules  cœlomi(pies  et  sur  celui  des  paquets  sortant 
de  l'épithélium  intestinal  ont  été  exactement  les  mêmes.  Les 
acides  muriati(iue  et  nitrique  ne  le  modifiaient  pas,  et  la  potasse 
caustique  ne  lui  causait  (ju'un  léger  renfiement,  mais  sans  le 
décompose!-.  Enfin,  la  substance  a  été  détruite  par  l'action  de 


LE   CORPS   CARDIAQUE   DES   OLIGOCHÈTES  153 

r^cide  sulfurique  concentré.  Elle  offre  donc,  comme  d'autres 
auteurs  Tont  déjà  constaté,  une  très  grande  résistance,  et  rappelle 
en  quelque  sorte  les  caractères  de  la  chitine. 

Je  me  crois  autorisé  à  conclure  que  ces  grains  sécrétés  dans 
l'intestin  sont  de  véritable  «  chloragogènes.  »  Cette  substance  est 
doiu'  })roduite  non  seulement  dans  les  cellules  dites  chloragogènes, 
mais  aussi  dans  la  paroi  intestinale. 

Bien  que  j'aie  observé  ce  phénomène  chez  trois  ou  quatre  Vers, 
je  ne  l'ai  cependant  pas  retrouvé  chez  beaucoup  d'autres.  Mais 
ce  fait  ne  doit  pas  surprendre,  car  la  sécrétion  décrite  ne  s'opère 
probablement  que  dans  une  certaine  partie  de  l'intestin  et,  en 
outre,  l'activité  excrétrice  de  l'organisme,  chez  ces  Vers,  s'exécute 
périodiquement,  comme  l'a  démontré  Cuénot  (1898). 

Cette  fonction  de  l'épithélium  intestinal  est  encore  peu  connue. 
Cuénot  (1898)  a  découvert  dans  l'épithélium  intestinal  des  Lom- 
brics des  cellules.  «  remplies  de  boules  et  de  produits  de  sécrétion 
généralement  d'un  beau  jaune  d'or,  devenant  d'un  gris  foncé  par 
l'action  de  l'acide  osmique.  Ces  cellules  augmentent  de  volume... 
et  enfin  finissent  par  atteindre  la  lumière  intestinale.  A  ce  mo- 
ment, sous  la  plus  légère  pression,  elles  se  vident  dans  l'intestin.  » 
Cuénot  leur  attribue  la  propriété  d'excréter  les  parties  solubles 
du  chloragogène. 

Bien  qu'on  ne  puisse  dire  exactement  jusqu'à  quel  point  les 
<  cellules  jaunes,  »  décrites  par  Cuénot,  peuvent  être  comparées 
aux  cellules  intestinales  formant  les  paquets  de  chloragogène, 
on  voit  cependant  qu'il  existe  dans  la  paroi  intestinale  des  élé- 
ments destinés  évidemment  à  une  fonction  excrétrice. 

Cette  fonction  a  encore  été  supposée  par  Schimkewitsch 
(1894).  Cet  auteur  a  fait,  sur  plusieurs  espèces  de  Vers,  des  expé- 
riences qui  l'ont  amené  à  considérer  comme  probable  «  dass  das 

I 

Epithelium  des  Mitteldarmes  der  Wlirmer  einige  Farbstoffe  auf- 
nehmen  und  dann  wieder  in  den  Darm  ausscheiden  kann.  » 
Greenwood  (1892),  ayant  étudié  la  digestion  chez  Lumhri- 


154  M.    DE   BOCK 

eus,  croit  également  qu'il  est  possible  que  des  substances  solides 
soient  excrétées  dans  le  tube  intestinal. 

KuLAGiN  (1890)  trouve  dans  la  paroi  intestinale  des  Lombrics 
certaines  cellules,  et  constate  qu'il  existe  tous  les  stades  transi- 
toires entre  elles  et  les  cellules  chloragogènes.  Mais,  comme  ces. 
cellules  doivent  se  trouver  aussi  dans  la  musculature  intestinale, 
et  que,  suivant  cet  auteur,  elles  sont  distinctes,  (c'est-à-dire 
munies  de  noyaux,  etc.),  je  n'ose  les  comparer  ni  aux  cellules 
jaunes  de  Cuénot,  ni  aux  paquets  de  cbloragogène.  Peut-être 
s'agit-il  seulement  d'amibocytes  en  voie  de  phagocytose.  Malheu- 
reusement, la  communication  de  Kulagin  n'est  qu'un  résumé  de 
mémoires  plus  importants  dont  il  ne  m'a  pas  été  possible  de  pren- 
dre connaissance.  Je  ne  peux  donc  rien  affirmer  à  ce  sujet. 

YI.  La  fonction  pliysiolofiique  du  corps  cardiaque. 

Bien  que  ce  travail  n'ait  pour  objet  que  le  corps  cardiaque 
des  Oligochètes,  j'aurai  à  m'occuper  aussi,  dans  ce  chapitre,  de 
celui  des  Polychètes,  car  la  plupart  des  auteurs  ont  admis  une 
homologie  aussi  bien  qu'une  analogie  entre  les  corps  cardiaques 
des  deux  ordres  d'Annélides.  Cette  analogie,  du  reste,  ne  me 
parait  nullement  improbable,  comme  je  l'ai  déjà  dit. 

Quant  à  la  fonction  physiologique  du  corps  cardiaque,  cette 
question,  extrêmement  difficile,  est  loin  d'être  résolue.  Nous  pos- 
sédons sur  ce  sujet  une  quantité  d'hypothèses  qui,  pour  la  plupart, 
n'ont  que  la  valeur  de  simples  présomptions.  Néanmohis,  quel- 
ques-unes de  ces  liyi)Othèses,  que  nous  allons  résumer,  ont  beau- 
coup contribué  à  éclaircir  la  question. 

Quelques  naturalistes  ont  attribué  une  fonction  mécanique  au 
corps  cardiaque.  Schâppi  (1894)  le  regarde  comme  quelque  chose 
d'analogue  aux  valvules  des  vaisseaux  vasculaires  d'autres  ani- 
maux. Gamble  et  ASHWORTH  prennent  aussi  les  corps  cardiaques 
des  Arénicoles  pour  des  valvules,  qui  d'ailleurs  auraient  encore 
un  caractère  glandulaire.  Micil-elsen  (1888)  croit  que  le  corps 


LE    CORPS   CARDiAQlE    DES    OLIGOCHÈTES  155- 

cardiaque  a  pour  but  d'assurer  l'effet  des  pulsations  du  vaisseau. 
Les  parois  de  celui-ci  touchant,  pendant  la  systole,  le  corps  car- 
diaque, fermeraient  la  lumière  vasculaire  plus  complètement 
qu'elle  ne  le  pourraient  faire  autrement,  faute  d'une  élasticité 
suffisante,  et  le  sang  serait  empêché  de  cette  manière  de  refluer. 
Cette  opinion  est  partagée  par  Pigton,  qui  en  outre  admet  (pie 
l'organe  en  question  peut  avoir  encore  d'autres  destinations. 

D'autres  auteurs  supposent  des  rapports  chimiques  entre  le 
sang  et  le  corps  cardiaque,  ou  attribuent  à  celui-ci  un  rôle  dans 
la  fabrication  du  pigment  sanguin  (E.  Meyer  1887,  Blés  189'2)^ 
ou  encore  se  bornent  à  lui  donner  discrètement  le  nom  de 
«  glandes  sanguines  »  (Beddaed  1891,  Nusbaum  et  lÎAKOWSKr 
1897). 

CuÉNOT  a  émis  l'hypothèse  que  le  corps  cardiaque  des  Poly- 
chètes  serait  une  sorte  d'organe  lymphoïde,  destiné  à  produire 
les  cellules  du  sang. 

D'autres  auteurs  présument  que  le  corps  cardiaque  doit  avoir 
des  fonctions  relatives  à  la  nutrition.  Beandes  (1898),  a  émis 
une  opinion  étrange  d'après  laquelle  le  corps  cardiaque  du  Cir- 
ratuhis,  n'étant  qu'un  morceau  séparé  de  l'intestin,  fournirait 
des  matières  nutritives  au  sang  au  moyen  d'Algues  parasites  qui, 
d'après  cet  auteur,  sont  situées  dans  l'épithélium  intestinal  de 
plusieurs  Polychètes  (p.  ex.  :  Chœtopterus). 

PiCTOX  (  1898),  attribuant  unrolemécanique  au  corps  cardiaque^ 
estime  possible  qu'il  puisse  en  outre  avoir  une  fonction  analogue 
au  foie. 

Des  études  détaillées  et  intéressantes  ont  été  consacrées  au 
corps  cardiaque  par  G.  Schneider  (1899),  qui  a  pu  constater 
qu'après  avoir  injecté  du  fer  dans  la  cavité  générale  de  divers^ 
Polychètes,  ou  après  leur  avoir  fait  manger  cette  substance,  le 
fer  se  retrouve  toujours  dans  le  corps  cardiaque,  et  en  outre, 
chez  quelques  espèces,  dans  des  cellules  néphridiennes.  Mais  le 
corps  cardiaque  n'éliminait  pas  d'autres  matières  injectées  ou 


156  M.    DE   BOCK 

mangées  (carmin,  encre  de  Chine,  bleu  de  méthjlène),  sauf  du 
l)leu  de  méthylène  dans  un  seul  genre  iPedmaria).  En  outre,  on 
trouvait  souvent  du  fer,  chez  des  Térébellides  et  des  Amphicté- 
nides,  dans  les  éléments  du  corps  cardiaque,  sous  forme  de  gra- 
nules ronds.  PiCTOX  a  rencontré  aussi  du  fer  dans  le  même  organe 
chez  des  Chlonemides. 

Schneider  a  été  amené  par  ses  études  à  supposer  «  dass  die 
griinlich-gelben,  die  eisenhaltique  und  andre  Kornchen  in  den 
Herz  kôrperzellen  nichts  Anderes  als  aufgespeicherte  Reserve- 
iiahrung  sind,  ebenso  wie  die  fetthaltigen  Kornchen...  » 

Nous  devons  encore  exammer  l'hypothèse  qui  attribue  un  rôle 
excréteur  au  corps  cardiaque.  Mais  qu'il  me  soit  permis,  avant 
d'aborder  cette  opinion,  d'examiner  de  plus  près  quelques-unes 
des  hypothèses  dont  nous  venons  de  parler. 

La  fonction  mécanique  devrait  dépendre  de  la  forme  exté- 
rieure de  l'organe.  Celle-ci  est  déjà  variable  chez  les  Polychètes, 
oii  nous  trouvons  des  corps  cardiaques  en  forme  de  rubans  plies, 
(le  bâtons  d'une  épaisseur  très  variée,  ou  de  cordons  courbés 
<;;à  et  là.  La  forme  nettement  cylindrique,  qui  seule  pourrait 
agir  comme  l'ont  supposé  les  auteurs  sus-mentionnés,  leur  fait 
assez  souvent  défaut  pour  rendre  cette  interprétation  impro- 
bable. Nulle  part  nous  ne  voyons  l'organisme  animal  créer  un 
organe  si  compliqué  pour  une  fonction  si  simple.  Connnent  cet 
énorme  organe  d'une  conformation  si  extraordinaire  peut-il  être 
comparé  à  de  simples  valvules  vasculaires?  Il  est  vrai  que  cpiel- 
ques  auteurs,  à  cause  de  la  structure  de  Torgane,  lui  attribuent 
en  outre  quelque  autre  rôle.  Mais  c'est  alors  ce  dernier  qui  le 
caractérise,  et  la  fonction  mécanique  ne  joue  plus  qu'un  rôle  ac- 
cessoire. 

Cette  interprétation  mécanifpie.  improbable  pour  les  Poly- 
chètes, ne  peut  pas  être  admise  pour  les  Oligochètes.  La  forme 
irrégulière  et  variable  de  cet  organe,  sa  structure  lâche  et  peu 
consistante,   et    enfin   l'inconstance   de   sa   présence,   que  j'ai 


LE   CORPS  CARDIAQUE   DES   OLIGOCHÈTES  157 

démontrée  chez  le  'fi(hifex,  empêchent  de  hii  attribuer  une 
pareille  fonction. 

L'hypothèse  d'une  fonction  chimique,  ou  des  rapports  du  corps 
cardiaque  avec  la  fabrication  du  sang,  dont  on  ne  sait  absolu- 
ment rien  d'ailleurs,  n'est  pas  imi)robable,  mais  ne  s'appuie,  jus- 
qu'à présent,  sur  aucune  preuve. 

L'opinion  d'après  laquelle  le  corps  cardia(|ue  serait  un  or- 
gane destiné  à  produire  des  matières  de  réserve,  appuyée  sur 
les  expériences  de  Schneider  sur  les  Polychètes,  est  vraisem- 
blable jusqu'à  un  certain  point.  Il  en  résulte  que  l'organe  en  ques- 
tion a  des  rapports  surtout  avec  le  fer,  matière  assez  répandue 
dans  l'organisme  animal,  et  qui  n'est  pas  caractéristique  pour 
l'excrétion.  En  outre,  nous  voyons  que  le  corps  cardiaque  n'éli- 
mine pas  d'autres  matières  de  provenance  étrangère.  Du  reste, 
ces  expériences  n'excluent  pas  d'autres  suppositions  sur  la  desti- 
nation du  corps  cardiaque.  On  peut,  par  exemple,  admettre  l'idée 
d'un  rôle  excréteur,  du  moins  en  ce  qui  concerne  une  partie  des 
diverses  substances  renfermées  dans  Te  corps  cardiaque.  Un 
organe  excréteur  ne  peut  pas  éliminer  toutes  les  substances  qu'il 
serait  possible  d'introduire  dans  le  corps.  C'est  pourquoi  le  résul- 
tat négatif  d'iïne  expérience  ne  peut  avoir  que  peu  de  valeur.  Quoi 
qu'il  en  soit,  il  est  possible  d'admettre  qu'une  des  fonctions  du 
corps  cardiaque  des  Polychètes  consiste  à  produire  des  substan- 
ces de  réserve.  Quant  aux  Oligochètes,  cette  intei'prétation,  bien 
qu'elle  soit  beaucoup  moins  probable,  ne  peut  pas  être  repoussée 
absolument,  d'une  part  parce  que  la  nature  chimique  des  subs- 
tances renfermées  dans  les  cellules  intravasculaires  est  totalement 
inconnue,  et  d'autre  part  parce  qu'on  ne  connaît  pas  le  rôle  (^ue 
jouent  ces  cellules  lorsqu'elles  sont  entrées  dans  la  cavité  générale. 

L'opinion  qui  attribue  au  corps  cardiaque  une  fonction  excré- 
trice est  la  plus  ancienne  de  toutes.  Cette  interprétation  est 
basée  sur  la  comparaison  du  corps  cardiaque  avec  les  cellules 
chloragogènes. 


158  M.   DE   BOCK 

Ces  dernières  étaient  prises  autrefois  pour  quelque  chose 
d'analogue  au  foie.  Mais,  en  1862  déjà,  cette  opinion  fut  mise 
en  doute  par  ClaparÈde  qui  démontra  les  rapports  intimes 
entre  ces  cellules  et  le  système  vasculaire.  Je  me  bornerai,  à  ce 
sujet,  à  renvoyer  le  lecteur  aux  travaux  de  Leydig  (1865), 
Tauber  (1874)  et  Timm  (1883),  puis  aux  études  de  Kûkenthal 
(1885),  et  de  EisiG  (1887).  C'est  grâce  à  ces  observations  et  sur- 
tout aux  recherches  chimiques  faites  par  Eisig  (bien  qu'elles 
ne  se  rapportent  pas  aux  Oligochètesj  que  l'hypothèse  de  la  na- 
ture excrétrice  du  chloragogène  est  aujourd'hui  généralement 
répandue.  Beaucoup  d'auteurs  ont  confirmé  plus  tard  le  fait  que 
les  cellules  chloragogènes  se  détachent  et  se  décomposent,  que 
leur  contenu  est  phagocyté  par  les  lymphocytes,  ou  que  ceux-ci 
déposent  des  granules  dans  les  néphridies,  dans  F  épidémie  ou 
dans  d'autres  endroits  du  corps.  Nous  devons  encore  citer  les 
travaux  de  Graf  (1899),  dont  les  recherches  ont  mis  en  évidence 
la  fonction  excrétrice  des  amibocytes  chez  les  Hirudinées,  et 
«eux  de  Grobbex  (1888).  qui  par  des  raisons  anatomiques  est 
arrivé  à  conclure  à  un  rôle  excréteur  des  cellules  chloragogè- 
nes, en  les  comparant  aux  glandes  péricardiaques  de  certains 
Oastéropodes. 

Bien  que  SCHÀPPi  ait  prouvé  que,  sous  le  nom  de  chlorago- 
gène, on  comprend  plusieurs  substances  de  natures  diverses, 
^t  bien  que  Racovitza  (1895)  ait  démontré  que  la  nature 
excrétrice  n'est  pas  un  caractère  général  de  tous  les  pigments, 
il  faut  cependant  admettre,  avec  la  plupart  des  natura- 
listes, que,  chez  les  Vers,  il  s'agit  bien  d'un  procédé  excréteur. 
Cette  fonction  paraît  bien  évidente  lorsqu'on  constate  que  cer- 
taines substances,  produites  par  l'activité  chimique  de  l'orga- 
nisme, sont  phagocytées  par  des  amibocytes,  se  décomposent 
dans  ceux-ci,  et  sont  transportées  enfin  dans  des  parties  du  corps 
qui  servent  à  l'excrétion. 

Je  ne  veux  pas  nier  que  le  chloragogène,  qui  n'est  qu'un  nom 


LE   CORPS   CARDIAQUE   DES   OLIGOCHÈTES  159 

collectif  appliqué  à  des  matières  différentes,  ne  puisse  avoir 
encore  d'autres  rôles  à  jouer,  au  mo^en  de  quelques-unes  des 
substances  dont  il  est  composé,  mais  néanmoins  je  considère  sa 
nature  excrétrice  connue  certaine. 

Une  preuve  à  Tappui  de  cette  opinion  nous  est  fournie  par 
l'étude  de  la  formation  d'une  des  substances,  soit  de  celle  qui 
constitue  le  chloragogène  ty])ique.  dans  Tépitbélium  intestinal, 
connue  je  l'ai  montré  plus  haut.  L'épithélium  peut  se  débarrasser 
de  cette  matière  de  deux  manières,  soit  en  la  faisant  passer  dans 
la  cavité  générale,  où  elle  devient  la  proie  des  lymphocytes,  soit 
en  l'expulsant  tout  simplement  par  le  tube  digestif.  Ce  dernier 
procédé  montre,  sans  qu'il  y  ait  de  doute  possible,  que  le  chlora- 
gogène typique  est  un  produit  d'excrétion. 

(^)uant  au  corps  cardiaque,  il  faut  constater  que  son  analogie 
avec  les  cellules  chloragogènes  a  surpris  déjà  beaucoup  de  na- 
turalistes depuis  Claparède  qui  l'a  découvert.  Voici  comment 
s'exprime  le  célèbre  zoologiste  (1873)  :  «  La  signitication  de  ces 
organes  est  entièrement  obscure.  Il  faut  peut-être  les  assimiler 
à  la  substance  chloragogène.  11  est  au  moins  à  noter  que  les 
Annélides  chez  lesquels  on  connaît  jusqu'ici  les  masses  intravas- 
culaires,  n'ont  jamais  de  revêtement  externe  de  chloragogène  à 
leurs  vaisseaux.  Il  y  aurait  alors  des  dépôts  de  chloragogène 
tantôt  externes,  tantôt  internes.  » 

Bien  que  cette  dernière  supposition  de  Claparède  ne  soit 
plus  admissible  aujourd'hui,  il  n'en  est  pas  moins  probable  que 
le  corps  cardiaque  ait  pour  but  de  remplacer  le  chloragogène 
chez  beaucou])  d' Annélides.  Eisic;  partage  entièrement  l'opinion 
de  Claparède,  et  G.  Schneider  (1899)  a  fait  remarquer  ré- 
cemment l'analogie  de  ces  deux  organes,  sans  toutefois  leur  at- 
tribuer une  fonction  excrétrice. 

Quant  à  moi,  j"ai  déjà  mentionné  plusieurs  fois,  dans  le  courant 
de  ce  travail,  la  grande  ressemblance  qui  existe  entre  la  struc- 
ture histologique  du  corps  cardiaque  des  Luml)riculides  et  des 


160  M.   DE    BOCK 

cellules  chloragogènes.  On  doit  remarquer  qu'une  identité  des 
caractères  histologiques  de  tissus  divers  permet  toujours  de  pré- 
voir l'identité  des  fonctions. 

Il  est  vrai  que  la  différence  relative  au  contenu  granuleux  de 
ces  deux  groupes  de  cellules  surprend  au  premier  abord.  Jamais 
on  ne  trouve  les  cellules  intravasculaires  des  Lumbriculides  bour- 
rées de  grandes  gouttelettes  jaunâtres  ou  verdàtres,  comme  les 
cellules  chloragogènes.  Elles  ne  renferment,  au  contraire,  qu'un 
petit  nombre  de  granules  noirâtres.  Mais  ce  fait  prouverait,  tout 
au  plus,  que  les  matières  excrétées  par  les  cellules  chlorago- 
gènes sont'  peut-être  d"une  autre  nature  chimique  que  les  subs- 
tances formées  dans  les  éléments  du  corps  cardiaque.  Si  l'on 
admet  qu'il  en  est  ainsi  (bien  que  cette  présomption  manque  de 
preuves  chimiques),  la  présence  de  plusieurs  produits  d'excré- 
tion différents  n'a  rien  d'étonnant.  Il  nous  suffira  de  rappeler 
l'exemple  des  Vertébrés,  où  les  produits  de  la  désassimilation  sont 
aussi  différents  que  les  organes  destinés  à  leur  préparation.  Un 
autre  fait  remarquable  est  l'expulsion  des  cellules  intravasculai- 
res dans  la  cavité  générale.  Cela  permet  de  supposer  que  le  vais- 
seau dorsal  a  besoin  d'en  débarrasser  son  contenu  et  qu'il  s'agit 
bien  de  substances  d'excrétion. 

Nous  allons  résumer  en  quelques  mots  nos  idées  relativement 
aux  fonctions  du  corps  cardiaque  des  Oligochètes,  en  rappelant 
cependant  que  le  manque  absolu  de  connaissances  sur  la  destinée 
définitive  des  cellules  intravasculaires,  et  sur  leur  nature  chimi- 
que, permet  seulement  d'émettre  des  suppositions. 

Les  amibocytes  du  sang  que  nous  avons  vus  déployer  une  vive 
activité  dans  le  système  vasculaire  et  la  paroi  de  l'intestin,  en  y 
phagocytant  toutes  sortes  de  choses  de  provenance  étrangère  on 
produites  par  l'épithélium  intestinal,  et  qui,  de  plus,  retirent 
peut-être  encore  des  matières  du  sang,  soumettent  toutes  ces 
substances  à  un  remaniement,  dont  les  résultats  visibles  sont  la 
niétamori)li(>se  décrite  de  la  cellule  et  les  granules  noirs  qu'elle 


LE   CORPS   CARDIAQUE   DES   OLIGOCHÈTES  161 

renferme.  Il  se  ])eiit  que  ramibocyte,  avant  de  s'entourer  d'une 
membrane,  abandonne  au  sang  des  matières  en  état  de  dissolu- 
tion; on  pourrait  trouver  une  preuve  en  faveur  de  cette  supposition 
dans  le  fait  que  le  corps  cardiaque  est  toujours  logé  dans  la  par- 
tie antérieure  du  vaisseau  dorsal,  partie  qui  est  la  plus  animée 
par  les  pulsations,  et  d'où  par  conséquent  des  substances  nutriti- 
ves se  répandent  le  plus  vite  dans  tout  le  système  vasculaire. 
Mais  nous  verrons  tout  à  l'heure  que  cette  situation  du  corps  car- 
diaque peut  aussi  avoir  un  autre  but. 

L'activité  de  la  cellule  finit  par  rendre  liquide  tout  son 
protoplasme.  Il  ne  lui  reste  alors  que  des  produits  de  désassimi- 
lation.  Elle  s'applique  à  la  paroi  vasculaire,  en  s' enveloppant 
d'une  membrane,  et  c'est  ainsi  que  ces  cellules,  en  s' entassant 
l'une  derrière  l'autre  ou  l'une  sur  l'autre  forment  le  corps  car- 
diaque. Puis  il  faut  que  l'organisme  s'en  débarrasse,  aussi  bien 
pour  rendre  la  voie  libre  au  sang,  que  pour  garantir  celui-ci 
contre  l'action  nuisible  des  matières  d'excrétion.  L'expulsion  se 
produit,  comme  je  l'ai  dit,  par  des  ouvertures  dans  la  paroi  vas- 
culaire ;  mais  il  est  difficile  de  dire  si  ces  ouvertures  sont  pro- 
duites par  les  pulsations  du  vaisseau  dorsal,  ensuite  de  son  état 
surchargé  (ce  serait  alors  pour  cela  que  le  corps  cardiaque  se 
logerait  dans  cette  partie  du  vaisseau),  ou  par  une  action  quel- 
conque des  cellules. 

Mes  observations,  malheureusement,  ne  s'étendent  pas  plus 
loin. 

J'ajouterai  encore  quelques  mots  sur  le  corps  cardiaque  des 
Polychètes.  Comme  je  l'ai  expliqué  plus  haut,  son  analogie  avec 
le  même  organe  des  Oligochètes  est  possible  an  point  de  vue 
physiologique,  malgré  l'improbabilité  de  l'homologie  morpholo- 
gique. Du  reste,  il  faut  remarquer  qu'aucune  des  hypothèses  sus- 
mentionnées n'exclut  une  pareille  supposition.  Mais,  connue  je  ne 
voudrais  pas  avancer  un  fait  que  je  ne  pourrais  démontrer,  je  me 
bornerai  à  dire  que  le  corps  cardiaque  des  Polychètes  a  proba- 

Rrv.  Suisse.de  Zool.  T.  8.  1900.  11 


162  M.   DE    BOCK 

blement  diverses  fonctions.  Il  est  vraisemblable  que  l'une  de  ces 
fonctions  consiste  à  prendre  part  à  l'excrétion. 

RÉSUMÉ 

Le  corps  cardiaque,  découvert  chez  les  Oligocliètes  par 
MiCH^LSEN,  chez  des  Enchytrieides,  a  été  retrouvé  par  moi  chez 
le  LumhricMÏus,  la  JRhi/ncJielmis,  le  Tuhifex  et  la  Nais.  Cet 
organe  se  compose  d'amibocytes  sanguins  métamorphosés.  Ces 
cellules  sanguines  possèdent  chez  les  Lumbriculides  une  propriété 
phagocytaire  prononcée,  et  peuvent  même  pénétrer  dans  l'épi- 
thélium  intestinal,  pour  y  manifester  cette  faculté.  Elles  subis- 
sent parfois  une  transformation  ensuite  de  laquelle  leur  corps 
s' agrandissant,  devient  plus  liquide  et  s'enveloppe  d'une  mem- 
brane. Ces  cellules,  qui  renferment  d'ailleurs  souvent  quelques 
petits  granules  de  couleur  foncée,  se  placent  dans  la  partie  anté- 
rieure du  vaisseau  dorsal,  sur  la  face  tournée  vers  l'intestin,  et 
constituent  ainsi  le  corps  cardiaque.  Elles  ressemblent  beaucoup 
aux  cellules  chloragogènes  par  leur  structure  histologique. 

Le  vaisseau  dorsal  peut  s'ouvrir  et  laisser  les  éléments  du 
corps  cardiaque  passer  dans  la  cavité  générale.  On  ne  sait  rien 
de  précis  sur  les  rapports  qui  existent  entre  la  phagocytose,  la 
métamorphose  des  amibocytes,  et  leur  sortie  du  vaisseau,  mais 
je  crois  cependant  pouvoir  supposer  que  ce  procédé  est  de 
nature  excrétrice. 

Les  amibocytes  sanguins  des  Lumbriculides  se  voient  quelque- 
fois en  état  de  division  amitotique.  En  outre,  il  existe  dans  la 
ligne  ventrale  du  sinus  intestinal  des  formations  cellulaires  qui 
pourraient  être  un  organe  pour  la  production  de  ces  cellules.  Les 
lymphocytes  cœlomiques  se  nniltiplient  également  par  des  divi- 
sions directes,  très  rarement  par  la  voie  de  mitose.  Sur  les  dissé- 
])iments  des  Lumbriculides,  on  trouve  parfais  des  amas  cellulaires 
qui  sont  probablement  des  organes  lymphoïdes.  Les  lymphocytes 


LE   CORPS  CARDIAQUE   DES   OLIGOCHÈTES  163 

prennent  part  à  l'excrétion,  en  phagocytant  le  chloragogène, 
aussi  bien  que  des  substances  excrétées  par  l'épithélium  intes- 
tinal. 

Le  chloragogène  se  forme  probablement  dans  le  protoplasme 
même  des  cellules  chloragogènes.  En  outre,  il  est  produit  dans 
des  cellules  de  l'épithélium  intestinal.  Celui-ci  l'expulse  alors  ou 
dans  la  cavité  générale,  ou  dans  la  lumière  de  l'intestin.  Le 
chloragogène  tj^iique  est  un  produit  d'excrétion.  On  a  observé 
une  fois  une  cellule  chloragogène  libre  en  état  de  mitose. 


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Zweiter  Beitrag 


zur 


Kenntnis  der  Diplopodenfauna 

der  Schweiz 

'  von 
Dr  H.  ROTHENBÙHLER, 

B  E  RN. 
Hierzu  Tafel  13. 


Die  naclistehenden  Mitteiluiigen  biklen  die  Fortsetzmig  zu 
meiner  ersten,  in  der  Revue  suisse  de  Zoologie  erschieneiien 
Arbeit  uber  die  Myriapodenfaima  der  Schweiz  und  enthalten  die 
Resultate  meiner  Untersuchungen  im  Jahre  1899.  Dem  vorlian- 
denen  Material  entsprechend  wurdennur  die  Diplopoden  beriick- 
sichtigt.  Im  Vergleich  zur  Grosse  der  noch  zu  lôsenden  Aufgabe 
—  genaue  Kenntnis  der  schweizerischen  Myriapodenfauna  — 
konnen  die  gewonnenen  Ergebnisse  nur  als  kleiner  Schritt  nach 
dem  Ziele  hin  bezeichnet  werden. 

In  Bezug  auf  die  Entdeckung  neuer  Arten  kann  man  allerdings 
schon  jetzt  mit  Sicherheit  annehmen,  dass  eine  grosse  Anzahl 
solcher  im  Gebiet  der  Schweiz  nicht  mehr  vorhanden  ist.  Immer- 
hin  werden  der  Stiden  und  Osten  unseres  Landes,  die  Taler  des 
Wallis  undTessin  unddiejenigenGraubiindens  noch  einiges  Neue 
Uefern,  wâhrend  dies  von  Gegenden  mit  vorwiegendem  Kultur- 
land  nicht  zu  erwarten  ist.  Auch  der  Jura  wird  kaum  noch  Neues 
entlialten. 


168  H.    ROTHENBUHLER. 

In  anderer  Bezieliung  aber  bietet  sicli  dem  Forscher  noch  reich- 
licli  Gelegenheit  zur Betliatigimg.  Fur  eiiie  ganze  Aiizalil  bekami- 
ter  Arten  ist  dasVorkommenin  der  Schweiz  zwar  walirscheiiilich, 
aber  ni  dit  siclier  erwiesen.  Es  betrifft  dies  Formen,  welclie  fur 
angrenzende  Gebiete,  z.  B.  Deutscliland  und  Frankreich,  bekaimt 
sind,  und  von  denen  nicht  anzunehmen  ist.  dass  sie  das  dazwischen 
liegende  Terrain  der  Schweiz  meiden  sollten.  Von  keiner  ende- 
mischen  Art,  beispielsweise  Polydesnms  lielveticus,  sind  die 
Grenzen  ihres  Verbreitungsgebietes  genauer  erforsclit  ;  ebenso 
wenig  kennt  man  die  Yerbreitungsgrenzen  von  Arten,  welche 
vicariirende  genannt  werden,  z.  B.  PoJydesmus  complanatus  und 
illyricus. 

Ausser  diesen  tiergeographischen  Beobachtungen  bietet  die 
Biologie  der  Mj^riapoden  eine  solclie  Fiille  von  interessanten 
Aufgaben,  dass  Jahre  zu  deren  Lôsung  erforderlich  sind. 

Wlinschenswert  und  hochst  erfreulicb  wâre  es,  wenn  sich  unter 
den  schweizeriscben  Entoniologen  oder  andern  Naturfreunden 
Mâmier  fanden,  welche  die  Arbeit  des  Sammelns  iibernehmen 
wiirden,  ihdem  dadurch  die  Kenntnis  der  schweizeriscben  Myria- 
podenfauna  ungemein  viel  rascber  als  durch  die  Bemiihungen 
eines  Einzelnen  gefôrdert  wlirde. 

DenHerren  D'  J.  Carl  undD'  Th.  Steck,  welche  mich  durch 
Ueberlassung  wertvollen  Materials  unterstiitzten,  sei  an  dieser 
Stelle  fiir  ilire  Mithiilfe  mein  w^ârmster  Dank  ausgesprochen. 

Famille  GLOMERID^  Leach\ 

Gattung  Glomeris. 

Es  kann  mit  Sicherheit  angenonnnen  werden,  dass  ausser 
den  bereits  bekannten  Arten  sich  in  der  Schweiz  keine  neuen 

^  Vergleiche  hiezu  :  Verh(kfk,  Ueher  Glomeriden  und  Attems,  Ueber  die 
Fàrbung  von  Glomeris  ;  Iteides  iiii  <-  Arcliiv  f'iir  Naturgeschichte  »,  1900,  Bd.  I, 
Heft  3. 


DIPLOPODENFAUNA    DER   SCHWEIZ.  169 

Glomericlen  findeii  werdeii  ^ .  Meiiie  ergânzendeii  Beinerkungeii 
iiber  dièse  Familie  beschrânken  sich  aiif  die  Wohnorts-Yerhalt- 
nisse  derselben. 

Glomeris  çonspersa  C.  Kocli. 

In  liiigeligem  Gelàiide  weitliin  durcli  das  mittlere  Europa  ver- 
breitet  uiid  im  Alpeiigebiet  bis  in  die  entlegensten  Hochtaler  vor- 
gedrungen;  sie  fehlt  auch  dem  Siidabhang  der  Alpen  imd  der 
Lombardei  nicht.  Ans  der  Umgebung  von  Lugano  und  vom  Monte 
San  Salvatore  besitze  icli  mehrere  Tiere  von  16-18  mm.  Lange, 
also  von  reclit  bedeutender  Grosse. 

Aiiffallend  ist  die  Erscheinung,  dass  GJ.  çonspersa  in  den- 
jenigen  Alpenthalern,  wo  Gl.  transalpina  liâufig  ist,  redit  selten 
vorkommt,  auch  wenn  glinstige  Existenzbedingungen  fiir  sie  vor- 
handen  sind.  Die  Hrihenlage  kann  hiefiir  nicht  ein  geniigender 
Grund  sein,  da  sie  bis  zu  2000  m.  Hôhe  recht  gut  fortkommt  ; 
wahrscheinlich  aber  l)ieten  ihr  die  mit  Laubholzern  niir  wenig 
gemischten  Tannenwiilder  im  ganzen  nicht  zusagende  Nahrimg. 
Daraus  erklârt  sich,  dass  das  Tier  in  diesen  Tâlern  sich  auch 

^  AnmerJcung  :  Man  vergleiche  hiezu  :  H.  Faes,  Contribution  à  l'étude  des 
Myriapodes.  Bulletin  de  la  société  vaudoise  des  sciences  naturelle:*,  N"  136,  Juni 
1900.     Dort  sind  als  fiir  die  Schweiz  neue  Arten  aufgezàhlt: 

1.  Glomeris  cingulata  Koch. 

2.  Glomeris  pustidata  Latr. 

3.  Glomeris  gutfata  Risso. 

4.  Glomeris  tridentina  Latzel. 
Hiezu  bemerke  ich  folgendes  : 

ad  1.  Gl.  cingulata  =  Gl.  transalpina  var.  cingulata,  was  sich  aus  der  Beriick- 
siclitigung  der  neuern  Litteratur  ergibt. 

ad  2.  Ist  moglich,  kônnte  aber  auch  eine  Farbenvarietàt  von  Gl.  ornata  sein. 

ad  3.  Dièse  niysteriôse  Art  ist  seit  ihrer  Entdeckung  nie  mehr  mit  Sicherheit 
erkanut  worden.  Der  Verfasser  hâtte  daher  mit  einer  guten  Diagnose  der  Wissen- 
schaft  einen  grossen  Dienst  geleistet.  Solange  dies  niclit  geschieht,  ist  die  Auf- 
stellung  dieser  Art  unter  den  schweizerischen  Mjaùapoden  als  irrtiimlich  zuriick- 
zuweisen. 

ad.  4.  Gl.  tridentina  =  Gl.  connexa  var.  ralesiaca  (?  =  var.  ligurica  Latzel). 

Von  den  vier  als  neu  im  Gebiet  nachgewiesenen  Arten  hat  nur  Gl.  pustulata, 
einige  Wahrscheinlichkeit  als  neue  Art  fiir  sich. 


170  H.    ROTHENBUHLER. 

an  giinstigen  Stelleii,  z.  B.  in  Laubholzgebuschen,  selten  vor- 
iindet. 

Glomeris  hexastkha  Brandt. 

Dièse  Art  zeigt  fur  ôstliche  imd  westliche  Gegenden  eiiien 
bemerkenswerten  allgemeinen  Unterschied  in  der  Zeichnung. 
Nacli  Latzel  ist  «  nicht  selten  »  neben  den  iibrigen  sechs  ein 
siebenter  Lângsstreif  von  Flecken  auf  der  Rlickenmitte  ausge- 
bildet.  Dieser  Ausnahmefall  fiir  ôstliche  wird  fiir  die  mehr  west- 
lichen  Tiere  zur  Regel.  Aus  der  mittleren  und  westliclien  Schweiz 
ist  mir  nie  eine  Gl.  hexasticha  mit  nur  sechs  wohl  ausgebil- 
deten  Fleckenreihen  vor  Aiigen  gekommen  ;  imnier  ist  der 
médiane  Riickenstreif  vorhanden,  wenn  tiberhaupt  die  Zeich- 
nung deutlich,  und  die  samtlichen  Streifen  nicht  verwischt  sind. 
Auch  gehôrt  die  Mehrzahl  dieser  Individuen  zur  Unterart 
Inter média  oder  trisulcata;  die  typische  Form  mit  nur  einer 
durchgehenden  Brustschildfurche  ist  dagegen  nur  spârlich  ver- 
treten. 

Schon  ni  der  Ostschweiz  ândert  sich  dièses  Verhâltnis.  Aus 
dem  Engadin  erhielt  ich  mehrere  Stiicke  durch  Herrn  D'  Carl, 
welche  sâmtlich  ohne  Ausnahme  der  tj^pischen  Form  angehôren. 
Unter  diesen  sah  ich  auch  zum  ersten  Mal  Tiere  mit  sechs 
Langsstreifen  und  ohne  die  médiane  Riickenlinie. 

Es  ergiebt  sich  daher,  dass  Glomeris  hexasticha  mit  dem 
weitern  Vordringen  nach  Westen  die  Tendenz  zur  regelmâssigen 
Ausbildung  des  medianen  Rtickenstreifens  zeigt. 

Glomeris  transalpina  C.  Koch. 

Ihr  hauptsâchlichstes  Verbreitungsgebiet  shid  die  Central- 
alpen,  und  hier  sowohl  die  Talsohle  als  auch  die  Berghânge  bis 
zu  2500  '"  Hohe.  Sie  findet  ihre  Futterplatze  vorzugsweise  im 
Moos  und  in  vermodernden  Nadeln  des  Tannenwaldes,  kommt 
aber  auch  auf  Bergwiesen  und  Alpweiden  gut  fort,  sobald  die 
notigen  (Testeinstrlinnner  als  Unterschlupfsorte  vorhanden  sind. 


DIPLOPODENFAUNA   DER   SCHWEIZ.  171 

Ail  den  bereits  bekaimteii  Orteil,  namlicli  in  deii  ïaleni  von 
Wallis,  Tessin  und  (Traubiindeii,  kommt  das  Tier  massenliaft 
vor,  dagegen  tritt  es  in  den  der  Alpenkette  im  Norden  vorge- 
lagerten  Voralpen  selir  sporadiscli  auf,  und  es  sind  niir  von  da 
nur  zwei  Fundorte  bekamit  geworden,  wovori  der  eine  (Faiil- 
liornkette)  bereits  im  meinem  ersten  Beitrag  genannt  wurde. 
Neuerdingsfandich  zwei  Exemplare  des  Tieres  im  Jiististal  ober- 
halb  ]\Ierligeii  am  Thunersee,  an  beiden  Orten  zusaminen  drei 
Stiick.  Der  letztgenannte  Ort  diirfte  jedenfalls  nahe  der  nord- 
lichen  Verbreitungsgrenze  der  Art  liegen. 

Familie  POLYDESMID^  Leach. 

Gattung  Strongylosoma  Brandt. 
Strongylosoma  Italicum  Latzel. 

Zahlreiche  Exemplare  von  Nyon  am  Genfersee;  (Schloss- 
garten  von  Prangins  iinter  Ziegelsteinen)  aile  von  blassgrlin- 
licher  Fârbiing. 

HuMBERTS  Angabe  in  den  Myriapodes  des  environs  de  Genève 
iiber  Strongylosoma  ])a^^^W^^  ist  irrtlimlicli  und  bezielit  sicli  auf 
Strongylosoma  italicum. 

Gattung  Polydesmus  Brandt. 
Polydesmus  coriaceiis  Porat. 

Fig.  6. 

Sein  Verbreitungsgebiet  ist  ein  ungewohnlich  grosses,  da  er 
aus  Scliweden,  Rheinpreussen  (P.  rhenanus  Verh.)  und  von  den 
Azoren  bekannt  ist.  Dazu  kommt  als  neuer  Fundort  Sitten  im 
Wallis,  wo  ich  die  Tiere  auf  einer  feuchten  Wiese  unter  Steinen 
fand.  Fig,  6  stellt  einen  Copulationsfuss  eines  dieser  Tiere  dar. 
Aus  der  Abbildung  ist  ersichtlich,  dass  der  Hauptast  (Innenast) 
iiicht  einfach  «  vogelkopfâlmlich  »  endet,  wie  Verhœff  es  dar- 


172  H.    ROTHENBUHLER. 

stellt  ;  eher  kônnte  man  das  Ende  mit  eiiiem  asymmetriscli  ge- 
stalteten  Hutpilze  vergleichen,  weil  es  aucli  nach  der  Seite  des 
Nebeiiastes  hin  in  einer  kurzen  Spitze  vorspringt.  Dieser  Uiiter- 
schied  in  der  Zeiclmimg  beweistjedoch  noch  niclit  ohne  weiteres 
einen  Unterschied  des  betreffenden  Organes,  sondern  kann  auch 
durch  die  Lage  des  Prâparates  bedingt  sein. 

Polydesmus  suhinteger  Latzel. 

Ist  nachmeinen  bisherigen  Erfahrungen  auf  den  siidwestlichen 
Teil  der  Schweiz  beschrânkt.  Von  N3  on  am  Genfersee  erhielt 
ich  neuerdings  eine  Anzahl  Tiere  durch  Herrn  D^  Carl.  Ans  dem 
Wallis  sind  sie  sclion  von  friiher  her  bekannt. 

Anschliessend  sei  hier  eine  neue  Unterart  von  P.  stihinteger 
ans  den  cottischen  Alpen  bekannt  gemacht  ;  dièses  Gebiet  ge- 
hort  zwar  politisch  nicht  der  Schweiz,  aber  topographisch  dem 
Alpengebiet  an. 

Polydesmus  subinteger  Latz.  subsp.  Steckii  n.  subsp'. 

Fig.  15. 

Lange  18""". 

Die  Kôrperbeschaiïenheit  stimmt  mit  subinteger  iiberein.  Die 
unterscheidenden  Merkmale  hegen  in  den  Gonopoden  oder  Copu- 
lationsfûssen,  Fig.  15.  Der  Hauptastist  vonanderer  Gestaltund 
viel  dicker  und  langer  aïs  bei  der  Stammform.  Er  zeigt  viel 
Aehniichkeit  mit  einem  menschlichen  Fuss.  Das  in  der  Quer- 
richtung  verbreiterte  Ende  lâsst  drei  durch  fiache,  in  der  Langs- 
richtung  verlaufende  Rinnen  entstandene  Wiilste  erkennen,  von 
denen  der  mittlere  ein  kurzes  Hornchen  trâgt.  Am  Ende  sind 
Haarpolster  und  Samenblase  deuthch  siclitbar.  Diesem  Haupt- 
ast  ist  der  Nebenast  ziemlich  eng  angeschmiegt  ;  er  ist  stârker 
gel)ogen  als  bei  subinteger  und  im  Verhâltnis  zum  Hauptast 

^Benannt  nacli  dem  Eiitdecker  des  ïieres,  Herrii  D""  Steck,  Conservator  am 
entomologischen  Muséum  in  Beni. 


DIPLOPODENFAUNA    DER    SCHWEIZ,  173 

kiirzer  als  bei  jeneiii.  Der  dreieckige  Zahn  auf  der  holileii  Inneii- 
seite  sitzt  nicht  in  der  Mitte  des  Astes,  sondern  ini  Anfang  des 
letzten  Vierteils  gegen  das  Ende  liin. 

Die  Abweichuiigen  im  Bail  der  Gonopoden  erweisen  sicli  als 
constant  und  iibereinstinnnend  bei  Tieren  von  drei  verscbiedenen 
Orten  ;  sie  sind  daber  mehr  als  bloss  variable  Erscbeinungen 
und  verleiben  dem  Tiere  den  Charakter  einer  guten  Unterart. 

Fundort  :  Cottiscbe  Alpen  und  Tarantaise  :  Col  Clapier  1 600  ™. 
Mont  Albergian  2000  ">.  Col  de  la  Vanoise  2100'".  Zusammen 
5  cf  und  3  9. 

Folydesmus  ïllyriciis  Verhœff. 

Lange  18-20""»,  Breite  scbwacb  3""". 

Die  Gonopoden  entsprecben  durcbaus  der  Abbildung  207  in  : 
Attems,  System  der  Polydesmiden.  Die  Kiele  der  fiinf  ersten 
Segmente  sind  massig  aufgebogen,  die  Pusteln  auf  der  Oberseite 
der  Kiele  lieben  sich  durch  ihre  liellere  Fârbung  auf  âllig  vom 
dunklern  Grunde  ab. 

Ein  Weibcben  batte  am  9,  Juli  einen  grossen  Eierklumpen 
abgelegt. 

Fundort  :  Engadin,  Val  Triazza,  recbte  Talseite,  2000'"  Hôhe, 
unter  Rinde  alter  Baumstôcke.  Alp  Fetan  1500  •". 

Es  kann  nicbt  iiberrasclien,  dass  das  Engadin  nur  von  Foly- 
desmus iUyricus  besiedelt  ist,  wâbrend  complancdiis  anscbeinend 
dort  fehlt.  Demi  das  Engadin  als  der  oberste  Teil  des  Inntales 
ist  jedenfalls  zum  grossen  Telle  vom  Tirol  ber  mit  Myriapoden 
bevôlkert  worden,  und  dort  ist  nur  ïllyricus,  nicbt  aber  comjM- 
natus  nachgewiesen.  Dazu  kommt  der  Umstand,  dass  der  erstere 
mebr  ein  Bewohner  der  Berggelânde  ist,  der  letztere  aber  Ebenen 
und  Hiigelgelânde  vorzieht.  Wenn  wir  trotzdem  im  Berner-Ober- 
land  und  Wallis  keine  iUyricus,  wolil  aber  complanahis  als  stân- 
dige  Polydesmiden  antreffen,  so  bat  dies  seinen  Gruiid  darin, 
dass  dièse  Tâler  von  Norden  und  Westen  ber  besiedelt  wurden. 


174  H.    ROTHENBUHLER. 

Dem  Vordringen  des  iUyricus  in  dièse  Gegenden  setzten  die 
hohen  Alpenpâsse  imd  -ketten  aber  untibersteigbare  Schranken 
entgegen  ;  die  Frage,  wo  im  Alpengebiet  fiir  Uhjrkus  die  West- 
grenze  liège,  muss  erst  noch  untersucht  werden.  Es  ist  nicht  un- 
muglich,  dass  er  vom  Engadiii  aus  in  einige  westlicher  gelegene 
Tâler  Graubûndens  hintibergestiegen  ist. 

Folydesmus  suhulifer  Brôleiiianii. 

Wahrscheinlich  erstreckt  sich  das  Verbreitungsgebiet  dieser 
Art  aufdengrôsstenTeil  des  siidlichen  Abfalls  der  Alpen;  sicher 
iiachgewiesen  ist  sie  erst  von  zw  ei  Orten  ;  in  den  Talern  der  Briance 
(Stidwestfrankreich)  entdeckte  sie  Brôlemann,  und  am  Monte 
San  Salvatore  bei  Liigano  fand  icli  ein  Mânnchen  dieser  Art. 

Folydesmus  trunculus,  den  ich  in  meinem  ersten  Beitrag 
als  neue  Art  aus  dem  Wallis  beschrieb,  muss  bis  zur  Autïindung 
anderer  gleich  gebauter  Tiere  als  besondere  Art  zweifelhaft 
bleiben  und  zwar  wegen  der  ganz  ungewôhnlichen  Gestaltung 
der  Copulationsfiisse.  Graf  Attems,  der  die  Freundlichkeit 
batte,  mein  Originalexemplar  und  die  Prâparate  einer  Nach- 
priifung  zu  unterzielien,  glaubt,  dass  es  sich  um  einen  Folydes- 
mus complxmatus  handle,  der  diircli  irgend  einen  Zufall  die  En- 
den  der  Copulationsfiisse  verlor.  Dièse  Frage  kann  erst  durcb 
Auffindung  weiterer  Exemplare  von  «  Folydesmus  trunculus  » 
entschieden  werden. 

Familie  CHORDEUMID^]  C.  Koch. 

Die  Formenmannigfaltigkeit  in  der  C-liordeumidenfamilie  ist 
ausserordentlich  gross,  und  es  ist  keine  geringe  Arbeit,  liber 
dièses  Formengewirre  eine  klare  Uebersicht  zu  gewinnen.  Eine 
solche  besitzenwir  gegenwiirtig  noch  nicht,  und  daran  ist  in  erster 
Linie  der  Umstand  schuld,  dass  in  Bezug  auf  das  Hauptgrup- 
l)irungs})rincip  unter  den  Forschern  niclit  Uebereinstinnuung 


DIPLOPODENFAUNA    DEK    SOHWEIZ.  175 

vorhandeii  war.  Demzufolge  koiineii  viele  neubescliriebeiie  Tiere 
nicht  ins  Sj^stem  eingereilit  werdeii,  weil  die  wichtigsten  Merk- 
male  gar  keine  oder  nur  uiigenugende  Beriicksichtigung  fanden. 
Als  Haiiptgruppirungspriiicip  miissen  naturgemâss  diejenigen 
Organe  und  Organgriii)i)eii  bezeichnet  werden,  welche  in  ihrer 
Diffeienziriing  und  verschiedenartigen  Ausgestaltung  sicli  als  zu 
imserm  Zwecke  am  meisten  geeignet  erweisen.  Dièse  Organ- 
gruppen  sind  die  im  Dienste  der  Fortpflanziing  inngewandelten 
Extremitaten  oder  Copiilationsfûsse,  deren  Bedeutung  fur  die 
GruppirungVERHŒFF  in  ersterLinie  erkannt  und  verfochten  liât. 
Das  Verstândnis  dieser  Copulationsfiisse  bietet  allerdings  manch- 
mal  Schwierigkeiten,  weil  sie  meistens  in  weitgehender  Weisè 
durch  Schwund  oder  Verânderung  frtlher  vorhandener  Teile 
und  durch  Ausbildung  von  oft  reclit  compliziert  gestalteten  An- 
hângen  modifiziert  wurden,  so  dass  die  Homologisierung  und 
Deutung  des  Vorhandenen  nur  an  der  Hand  grossen  Yergleichs- 
materiales  moglicli  ist. 

Dièses  Verstândnis  hat  nun  Verhœff  in  seinem  VIII.  Aufsatze  : 
Zur  vergleichenden  MorphoJoc)ie,  PlniJogenie,  Griqypetf  und 
Artsystematik  der  ChordeMmiden.  (Arcliiv  filr  Naturgescliiclite, 
1899)  in  klarer  und  iiberzeugender  Weise  erschlossen,  indem 
er  an  Beispielen  klarlegt.  wie  durch  schrittweise  Umformung 
aus  einem  gewôhnlichen  Lauftuss  ein  Copulationsfuss  entstehen 
kann.  Zugleich  wird  fiir  die  metamor])hosierten  Organe  und  ihre 
Bestandteile  eine  neue  zweckmâssige  Benennung  vorgeschlagen 
(z.  B.  Gono2)oden  fiir  Copulationsfiisse)  welche  sicli  durch  ihre 
Prâcisitât  und  Kiirze  zur  allgemeinen  Einfulirung  empfiehlt. 

Gattung  A/lochordeuma  n.  G. 

In  meinem  ersten  Beitrag  beschrieb  ich  eine  neue  Cliov- 
deuma- Avt,  (liord .  pcdlidum.  Eine  nochmaligePriifungundVi?r- 
gleichung  mit  den  schon  bekannten  CJwrdeuminœ  ergab,  dass  sie 
in  keiner  der   bestehenden  Gattungen  untergebracht  werden 


176  H.    ROTHENBUHLER, 

kanu  ;  dies  veranlasst  mich  ziir  Aufstelluiig  der  iieiien  Gattung 
AUochordeuma  mit  folgender  Diagnose  '  : 

Kôrper  ans  30  Segmenten  bestehend,  hellgelb  bis  brâunlich, 
im  âussern  Habitiis  âhnlich  Chord.  silvestre. 

Vier  leicht  trennbare  Goiiopodenpaare. 

Hintere  Goiiopoden  (2  Paar,  7  Segm.)  mit  einfaclier,  ziemlich 
breiter  Ventralplatte.  Htifteii  mit  grosseii,  aussttilpbaren  Hiift- 
sâcken  iind  mehrereii  verschiedenartig  gestalteteii  Anhâiigen 
iiebst  Pseiidofiagella.  Femoroidelang,  riimeuformig,  nichtgelenkig 
von  der  Hiifte  abgesetzt. 

Vordere  Gonopoden  (1  Paar,  7  Segm)  :  Ventralplatte  liocli 
mit  einem  langen,  mittleren  Aufsatz  und  zwei  seitlichen  Stigmen- 
taschen.  Femoroide  in  Cheiroide  umgewandelt,  einfacli,  mit 
stnmpf  lappigen  Anhângen. 

Vordere  Nebengonopoden  (2  Paar,  6  Segm.)  :  Ventralplatte 
sclimal,  Hiiften  mit  zwei  langen,  gebogenen  Hôrnern  ;  Femora 
dick,  kissenartig,  beborstet  ;  Tibialreste  sehr  klein. 

Hintere  Nebengonopoden  (1  Paar,  8  Segm.)  :  Ventralplatte 
schmal.  Hiiften  gross,  mit  Hiiftsâcken,  Femora  kurz,  oben  sclirâg 
abgestutzt.  Tibiale  gut  ausgebildet,  beborstet,  Tarsalreste  klein. 

Allodiordeuma  pallidum  Piotlienb. 
Fig.  7,  8  und  10. 

Meiner  ersten  Beschreibung  filge  icli  liiemit  eine  bessere 
Darstelkmg  des  vordern  Gonopodenpaares  bei,  Fig.  7.  Eine 
Naclii)riifung  an  friscbem  Material  hat  nandich  die  intéressante 
Thatsache  ergeben,  dass  dièses  Gonopodenpaar  unzweifelhafte 
Cheiroide  (^C'^.^darstellt,  d.  h.  Gebilde,  welche  aus  derVerschmel- 
zung  von  Femoroiden  und  Tracheentaschen  (Tr.)  entstanden 
sind.  Dieselben  konnen  durch  die  krâftige  Muskulatur  nach  Art 


*ft^ 


*  Verhœpp  stellt  die  Art  zu  Orthoehordeuma  (Archiv  f.  Naturgeschichte.  1900, 
Bd,  I.,  Heft  3).  Seine  Publikation  erschien,  nachdem  die  erste  Korrektur  meiner 
Arbeit  fertig  war,  dalier  kann  ich  jetzt  nicht  nàher  darauf  eintreten.  M 


DIPLOPODENFAUNA   DER   SCHWEIZ.  177 

eines  uiigleicliarinigen  Hebels  seitwârts  bewegt  werdeii.  Clieiroide 
wurden  bei  den  genauer  bekannteii  Chordeuminœ,  also  den  Gat- 
tuiigeii  Microdiordeuma,  Orthochordeiinia,  Cîiordeiima  uiid  Pla- 
codes  iiicht  beobaclitet  uiid  die  beiden  (lattuiigen  IleterocJior- 
deuma  Poe.  iind  Pocokia  Silv.  sind  iiidieser  Hiiisiclit  nicht  genii- 
gend  beschriebeii. 

Der  lange  médiane  Fortsatz  der  Ventralplatte  endigt  in  einer 
langen,  gedrehten  Spitze  (pr),  welche  die  Enden  der  Cheiroide  oft 
uni  ein  geringes  tiberragt.  Seitlich  bildet  die  Ventralplatte  zwei 
Stigmengruben  (St),  deren  obérer  Rand  sich  zii  einem  niedrigen 
Hôcker  emporwolbt. 

Flir  die  Darstellung  der  librigen  Gonopoden  verweise  icli  aiif 
die  Abbildungen  in  meiner  frliheniArbeit  (Revue  suisse  de  Zoo- 
logie, Genf  1899). 

Hintere  Gonoi)oden  (2  Paar,  7  Segm.):  c.  f.  Fig.  17, 1.  c.  In  den 
Hiiften  liegen  ausstûlpbare  Hûftsâcke.  Femora^  riinienforniig, 
fest  mit  den  Hiiften  verbunden  ;  dièse  besitzen  drei  Paar  ver- 
verschieden  gestaltete  Anhânge,  welcbe  in  den  Femoralrinnen 
geborgen  werden  koimen  ;  darunter  ist  ein  Pseudoflagellum  vor- 
handen,  welches  in  Fig.  8  neu  dargestellt  ist  ;  es  wird  von  einem 
Kanal  durchzogen,  welcher  am  vielfach  gefransten  Ende  etwas 
unterhalb  der  Spitze  ausmiindet.  Der  Kanal  enthalt  eine  granu- 
lose  Masse,  wahrscheinlicli  dasSekret  einer  Driise,  die  icli  indes 
nicht  nacliweisen  konnte.  Die  Beschaffenlieit  der  iibrigen  Hiift- 
anhânge  ergibt  sich  aus  Fig.  17,  1.  c. 

Vordere Nebengonopoden  (2 Paar,  6  Segm.):  c.  f.,  Fig,  15, 1,  c. 
Ventralplatte  schmal,  Hiiften  in  einen  langen,  gebogenen,  aniEnde 
gabeliggeteilten  Fortsatz  ausgezogen.  Femorakeuhg,  dick,  kissen- 
artig,  beborstet,  mit  kleinen  schwarz  pigmentirten  Tibialresten. 

Hintere  Nebengonopoden  (1  Paar,  8  Segm.)  :  c.  f.,  Fig.  18, 
1.  c.  und  Fig.  10  in  dieser  Arbeit.  Ventralplatte  schmal,  Hiiften 
aufgedunsen,  mit  grossen  Coxalsâcken  Cos.  Ein  wohlabgesetzer 

^  Nach  Verhœpf  sind  die  Femora  Teile  der  Htiften,  Gonocoxide. 

Rev.  Suisse  de  Zool.  T.  8.  1900.  12 


>. 


178  H.    ROTHENBUHLER. 

kurzer  Feiuur  {FeVig.  10)  ist  vorliaiideii,  deii  ich  zuerst  iiber- 
sehen  und  als  blattartigen  Hûftanliang  bezeichnet  batte,  da 
sein  Yorderrand  als  ninder  Lappen  vorragt.  Tibiale  (Ti)  gut  ent- 
wickelt,  Tarsalreste  rudimeiitar. 

Fuiidorte:  Breiiigartenwald  bel  Berii,  Schuls  im  Engadin. 

Allodwrdeuma pallkl  11111  subs]).  fulvum  Rothenb. 

Dièse  zuerst  als  Varietât  beschriebeiie  Foriii  war  auf  ein  eiii- 
ziges  Exemplar  gegruiidet.  Seither  faiid  ich  die  Tiere  wieder  mit 
denselbeii  koiistaiiten  Abweicliungeii  im  Bau  der  Gonopoden, 
welche  die  Varietât  als  gute  Unterart  cliarakterisieren. 

Flir  die  bildlicbeii  Darstellungen  verweise  ich  auf  meiiie 
Abbilduiigen  im  ersten  Beitrag  (Rev.  suisse  de  ZooL,   1899). 

Vordere  Gonopoden  :  c.  f.  Fig.  20,  1.  c.  Dem  medianen  Pro- 
cessus der  Ventralplatte  fehlt  die  lange  diinne  Spitze  ;  er  ist  abge- 
rundet  und  erreicht  nur  die  halbe  Lange  der  Cheiroide.  Die 
seitlichen  Hunier  der  Ventralplatte  sind  dagegen  langer  und 
spitzer  als  hei  ^MlUdum.  Die  Cheiroide  zeigen  in  der  Mitte  einen 
Vorsprung  nach  innen  und  die  der  basalen  Hâlfte  aufsitzenden 
Lappen  sind  nicht  stumpf  gerundet,  sondern  spitz  zahnartig. 

Hintere  Gonopoden  :  c.  f.  Fig.  17,  1.  c.  DieUnterschiedegegen- 
iiber  der  Hauptform  beschriinken  sich  auf  den  mit  4  bezeichneten 
Hiiftanhang,  welcher  bei  paUirhim  lang  und  spitz,  bei  fulvum 
kurz  und  stumpf  ist. 

Vordere  Gonopoden:  c.  f.  Fig.  19,  1.  c.  Hiiften  nicht  direkt 
in  die  Anhânge  verlângert  ;  dièse  durch  eine  Naht  abgesetzt, 
schhmk,  synnnetrisch  gebogen,  mit  einfacher,  nicht  geteilter 
Spitze.  Femora  im  basalen  Drittel  stark  verschmâlert  und  dess- 
halb  schlanker  als  hei  paUidum. 

Die  hinteren  Nebengonopoden  haben  einen  doppelt  so  langen 
Fémur  als  bei  der  Hauptform. 

Fundort:  Bremgartenwald  l)ei  Bern. 


DIPLOPODENFAUNA    UEK   SCHWEIZ.  179 

Chordeuma  noibdo^Km  Yorhd^ft'. 

Das  Mîuniclien  dieser  cliarakteristischeii  alpinon  Form  ist 
noch  iiicht  gefundeii. 

Neuer  Fundort :  Engadiu,  Valïriazza,  2()()()  m.,  eiiiWeibclien 
mit  27  Segmenten. 

Gattung  Orubainosoma  Verh. 
Orohaiiwsomaflcwescens  Latz.,  subsp.  setosum  ii.  subsp. 

Fig:.  5,  11,  14,  19. 

Maiinclieii  9"""  laiig,  stark  borstig,  igelartig. 

Vordere  Gonopoden  (Fig.  5)  am  Ende  iiapttïirmig  erweitert 
und  dadiirch  von  der  Hauptform  aiiffallig  uiiterschieden.  Der 
Raiid  des  Napfchens  ist  mit  Fraiisenbiischelii  diclit  besetzt  ;  ne- 
ben  demselben  miindet  in  eiiier  Grube  ein  Drtisengang,  welcher 
sich  bis  zii  einer  am  Grunde  liegenden  Driise  mit  Deutlichkeit 
verfolgen  lâsst.  Die  iibrigen  Teile  des  ganzen  Organes  stimmen 
mit  denjenigen  von  flavescens  iiberein.  Die  Ventralplatte  erhebt 
sicli  in  der  Mitte  zu  einem  am  Ende  abgerundeten  und  dort  riii- 
nig  ausgehohlten  Aufsatz,  dessen  Gestaltung  Fig.  1 1  als  Liipen- 
bild  darstellt. 

Hintere  Gonopoden  Fig.  14.  Man  vergleiche  aiich  Fig.  13  und 
13  a  in  meinem  ersten  Beitrag.  Ventralplatte  eine  schmale 
gebogene  Spange.  Hiiften  breit,  in  der  Mitte  genâhert  mit  rasch 
sich  verschmâlerndem  Aufsatz,  der  in  die  lappigen  Anhânge  L^ 
und  V  auslauft.  Von  den  beiden  âlmlichen  Lappen  L  und  /  nahe 
der  Basis  der  Hiifte  verschmâlert  sich  der  grôssere  in  einen 
langen,  bandartigen  Basalteil  (linke  Halfte  der  Figur.)  Nacli 
aussen  setzt  sich  an  die  Hiifte  ein  dickwalziger,  beborsteter 
Fémur  mit  Tibiale  und  kleinem  Tarsalrest  an, 

Hintere  Xebengonopoden  (1  P.  8  Segm.)  Fig.  19,  mit  grossen 
Hiiftsacken  (vco.)\\\\([  schriig  nach  innen  gerichteten  zugerunde- 
ten  Hiiftfortsatzen  (pro.)  welche  eine  lange  Borste  tragen.  Die 


180  H.    ROTHENBUHLER. 

Berne  normal  aber  schwacli  entwickelt.  Am  zweiten  Beinpaar 
des  8.  Segmentes  sind  ebenfalls  kleine  Hûftsâcke  imd  Andeutun- 
gen  von  Hûftfortsâtzen  vorlianden. 

Vorkommen  :  Bremgartenwald  bei  Bern. 

Gattiing  Craspedosoma  Verh. 
Graspedosoma  BaicUnsU  Leach.  siibsp,  smile  Verli. 

Fig.  12. 

Bekanntlich  sind  bei  Crasp.  BawUnsii  die  hintern  Gonopoden 
verkûnnnert,  datiir  ist  aber  die  Ventralplatte  sehr  stark  ent- 
wickelt. Sie  besteht  ans  einem  Stiicke,  dessen  Vorder-  iind  Hin- 
terrand  sich  zu  je  einem  Querwulste  erhebt  ;  jeder  dieser  WiUste 
trâgt  drei  in  einer  Qiierreihe  stehende  zapfenartige  Erholmngen, 
von  welclien  die  mittlere  die  lângste  ist.  Das  ganze  Gebilde 
variirt  in  der  Form  seiner  einzelnen  Bestandteile  ausserordentlich, 
und  zwar  sind  dièse  Verânderungen  sowolil  individiieller  als 
auch  lokaler  Art.  Von  Nyon  am  Genfersee  besitze  ich  drei 
Mânnchen,  deren  Ventralplatte  am  Hinterrand  fiinf  deutliche 
Hôcker  besitzt  (Fig,  1 2),  nâmlich  ausser  den  gewôhnliclier  drei 
noch  zwei  kleinere  zu  beiden  Seiten  desMittelhockers.  Die  Tiere 
selbst  zeichnen  sich  durcli  die  lebhafte  Farbung  ihrer  im  iibrigen 
t}i)ischen  Zeichninig  ans. 

Craspedosoma  EawUnsu  Leacli,  subsp.  serratiim  n.  subsp. 

Fiff.  18. 


't?' 


Die  unterscheidenden  Merkmale  dieser  neuen  Unterart  liegen 
in  der  Gestaltung  der  Cheiroide,  den  Greifarmen  der  vordern 
Gonopoden.  Die  Abweicliung  in  der  Beschaft'enheit  dieser  Or- 
gane ist  eine  so  bedeutende  und  konstante,  dass  sie  nicht  in  den 
Rahmen. einer  Varie tâtgestellt  werden  kann.  Dazu  kommt,  dass 
die  betreffenden  Tiere  nach  meinen  bisherigen  Erfahrungen 
durchaus  Bewohner  der  siidlichen  Alpentiiler,  Wallis  und 
Tessin,  sind  und  also  eine  lokale  Unterart  repriisentiren.  Cras- 


DIPLOPODENFAUNA   DER   SCHWEIZ.  '  181 

pedosoma  Baivlinsii  serratiim  uiitersclieidet  sich  von  simile 
morphologisch  nur  durch  die  Cheiroide.  Figur  18  stellt  dièses 
Gebilde  in  seitlicher  Ansicht,  von  aiissen  geselien,  dar.  Es  besteht 
der  Hauptsaclie  nacli  ans  den  drei  Cliitinlamellen  a,  h  und  c.  Die 
erste  derselben  (a)  ist  etwas  kîirzer  als  die  beiden  andern  ;  ihr 
distaler  Rand  ist  schwacb  gewolbt  und  vielfacb  ausgesclniitten; 
die  Spitzen  erinnern  an  die  Ziihne  einer  Sage.  Der  vordere  Rand 
erhebt  sich  zu  dem  rinnenformigen,  nach  vorn  vorgewôlbten 
Fortsatze  d,  senkt  sich  sodann  zu  dem  entgegengesetzt  gerichte- 
ten,  ebenfalls  rinnenformigen  Fortsatze  f  und  bildet  in  seinem 
weitern  Verlaufe  den  Saum  der  beiden  andern  Chitinlamellen  h 
und  c,  von  denen  h  vielfach  unregehnâssig  gezackt  erscheint. 
Die  beiden  Blâtter  b  und  c  scliliessen  eine  tiefe,  nach  hinten 
offene  Rinne  ein,  und  ein  âhnlicher  Raum  liegt  zwischen  den 
Lamellen  a  und  h.  Bemerkt  sei  noch,  dass  der  verschmalerte 
Teil  des  Cheiroides  (g)  durch  das  Deckglas  abgebogen  und  in 
eine  etwas  unnatlirHche  Lage  gebracht  wurde. 

Vorkommen  :  Monte  San  Salvatore  bei  Lugano  am  Fusswege. 
Sitten  und  Siders  im  Wallis,  je  ein  Exemplar. 

Gattung  Atractosoma  (Fanzago)  Verhœff. 
Afractosoma  méridionale  Fanzago. 
Fig-.  1,  16. 

Fur  die  nahere  Beschreibung  dieser  Art  verweise  ich  auf 
Latzels  classisches  Werk.  Auch  die  vordern  Gonopoden  sind 
von  Latzel  richtig  dargesteUt  worden.  Indess  gebeichinFig.  16 
eine  ergânzende  Abbildung  derselben  mit  spezieller  Beriicksich- 
tigung  der  Ventralplatte  und  Tracheentaschen. 

Der  auifallendste  Bestandteil  der  vordern  Gonopoden  sind 
die  zu  einem  mâchtigen  Syncoxid  verschmolzenen  Htiften 
Sync,  deren  Enden  in  je  zwei  gewundene  Horner  ausgezogen 
sind,  wahrend  ein  drittes  Paar  gebogener  Horner  h  seinen 
Ursprung  nahe  der  Basis  des  Syncoxids  ninnnt.  Die  in   zwei 


182  H.    ROTHENBUHLER. 

iingleicli  grosse  Aeste  (F.  rniàf.)  gespalteneu  einfaclienFemoroide 
bildeii  mit  clen  Tracheentaschen  Tr  einen  am  Syncoxid  eingelenk- 
ten  Hebel.  Die  Ventralplatte  zeigt  in  der  Mitte  einen  langen, 
sclimalen,  nacli  dem  Korperinnern  gericliteten  Vorsprung  Z, 
dem  ein  ahnlicher  (k)  am  distalen  Ende  des  Svncoxids  gegenliber 
stelit. 

Die  limtem  Gonopoden  (2.  Paar  des  7.  Segm.)  Fig.  1,  sind 
reclit  merkwlirdig  gestaltet  durcli  die  Besclialïenheit  der  Hûften 
iind  Femora.  Die  Hiiften  sind  kurze  liohle  Cylinder,  in  welclie 
die  Femora  vollstandig  ziiriickgebraclit  werden  konnen,  so  dass 
sogar  an  deren  Ansatzstelle  eine  kraterartige  Einsenkung  in  der 
Htifte  entsteht.  Da  die  Femora  durcliaus  hâutiger  Natur  sind,  so 
werden  sie  jedenfalls  aiif  gleiclie  Weise  wie  Hliftsâcke  ans  den 
Hiiftkratern  liervorgestlilpt,  namlich  diirch  Blutdruck.  An  den 
Femora  sind  wohlabgesetzte  rudimentâre  Tibien  Ti,  mit  einer 
Kralle  zn  bemerken.  Die  gesamte  Extremitat  ist  mit  kiirzen, 
kraftigen  Borsten  besetzt. 

Die  mit  den  Tracheentaschen  verwachsene  Ventralplatte  trâgt 
jederseits  eine  rmidliche  Grube. 

Die  Abbildung  wurde  nach  zwei  Priiparateu  hergestellt,  von 
welchen  das  eine  der  rechten,  das  andere  der  linken  Extremitat 
als  Vorlage  diente. 

Hliftsâcke  oder  Nebengonopoden  habe  ich  bei  A.  méridionale 
nicht  bemerkt. 

Vorkommen  :  Unterengadin,  Alp  Lischanna,  1500  m.  Ardez, 
1400  m.,  zusammen  ScT. 

Gattung  Cerafoso7na  Verh. 

Ceratosoma  CaroU  n.  sp.  ^ 
Fig.  2,  4,  17,  22. 

Lange  1 1  """.  K()rper  ans  30  Segmenten  bestehend,  nach  vorn 
stark  verschmâlert. 

^  Mit  dieser  Artbezeichnung  môchte  ich  meinen  Freund  D"*  J.  Carl  ehren,  dem 
ich  sàmtliches  Matcrial  aus  dem  Engadii)  verdanke. 


DIPLOPOUENFAUNA    DKR   SCIIWEIZ.  183 

Riicken  mit  lieller,  vertiefter  Laiigsliuie.  Seitliche  ISchilde  der 
Segmente  liocli  angesetzt,  stiimpf,  Oberseite  blasig-  aufgetriebeii 
mit  deii  cliarakteristisclieii  drei  Borsten. 

Farbe  schmutzig  erdbraun,  Seiteii  imd  Baiicli  lieller.  Fiililer 
laiig  mid  (Uimi,  Augeiifeld  dreieckig  scliwarz,  Ocellen  zahlreich. 

Maimcheii:  Letztes  ïarsale  des  1.  iiiid  2.  Beiiipaares  mit 
dem  bekannten  Borstenkamm;  3.-6.  Paar  an  gleicher  Stelle  mit 
durclischeineiiden,  palissadeiiahnlichen  Lamellen. 

Nebengonopoden  :  Am  Innenrand  der  Hiiften  des  7.  Beinpaares 
stelien  kleine,  glasartig  durchscheinende  Wârzchen. 

Die  beiden  Paare  des  8.  Ilinges  zeigen  an  den  Hiiften  die- 
selben  Wârzchen  ;  ausserdem  sind  sie  mit  Hiiftsâcken  versehen. 

Zu  eigentlichen  Gonopoden  sind  die  beiden  Paare  des  7.  Seg- 
mentes iimgestaltet. 

Hintere  Gonopoden:  (2.  P.  7.  Segm.)  Fig.  2.  Tracheentaschen 
und  Ventralplatte  zu  einem  bogenformigen  Stiicke  verwachsen. 
Stigmen  sind  sichtbar.  Die  Ventralplatte  lâuft  auf  beiden  Seiten 
in  ein  kurzes  Hornclien  ans.  Zwisclien  diesen  Hornchen  sitzen 
die  beiden  fast  ovalen,  an  der  Spitze  scliwacli  beborsteten  zwei- 
gliedrigen  Beinrudimente  mit  schwarzen  Pigmentilecken. 

Vordere  Gonopoden:  (1.  P.  7.  Segm.)  Fig.  4.  Dièses  Paar 
samt  der  dazugehOrigen  Ventralplatte  ist  ein  so  zartes,  scliwaclies 
Gebilde,  dass  es  schon  diirch  den  Druck  des  Deckglases  breit 
gecpietscht  und  zu  jeder  orientirenden  Beobachtung  unbrauch- 
bar  wird.  Das  Deckglas  muss  daher  durcli  eine  geeignete  feste 
Unterlage  (Glassplitter)  gestlitzt  werden,  so  dass  das  Prâparat 
sozusagen  frei  im  Glycerin  scliwinnnt.  Alsdann  ergibt  sich  fol- 
gendes  : 

Die  Ventralplatte,  Fig.  22,  stellt  sich  von  der  dem  Korper- 
innern  zugewendeten  Seite  gesehen  als  eine  diinne  Chitinlamelle 
dar,  in  welcher  wir  eine  mittlere  Lângsleiste  und  von  dieser  aus- 
gehend  zwei  Paar  seitlicher  Verdickungen  bemerken.  Vom 
hintern,  caudalwârts  gelegenen  Ende  der  Lângsleiste  (E)  ziehen 


184  -     H.    ROTHENBUHLER. 

zwei  starke,  divergirencle  Muskelbiindel  iiacli  deii  vordern  Ecken 
der  Platte  iiiid  von  hier  ans  verlaufen  zwei  weitere  Biindel  der 
Yorderseite  parallel  nach  der  hier  sehr  starken  mediaiien  Laiigs- 
rippe  hin.  Die  Hinterseite  der  Platte  ist  bogig-  ausgeschnitten 
und  die  Ecken  verlaufen  in  ziemlich  lange  Lappen,  deren  Ende 
nmgeschlagen  und  zweizâhnig  ausgeschnitten  ist.  (Fig.  4,  /). 

Sieht  man  sich  das  Prâparat  von  der  andern  Seite  an,  so  be- 
merken  wir  auf  der  auf  Fig.  22  mit  £"  bezeichneten  Stelle,  wo 
die  Muskelbiindel  zusammentreten,  zwei  seitliche  conipliciert 
gestaltete  Erhebungen,  die  nian  als  die  Hiiften  Co  ansprechen 
kônnte,  Fig.  4.  An  dem  vielfach  differenzirten  Rande  derselben 
unterscheiden  wir  folgende  Telle:  Aufdemrunden  Lappen /zwei 
schlanke  und  eine  stunipfe  Spitze  .s^;^  eine  tiefe  Ausbuchtung  h 
und  ani  Piande  derselben  wieder  zwei  feine  Spitzen.  Einzweimal 
gebogener  Wulst  f  zieht  sich  vom  Lappen  /'  nach  der  niedianen 
Mittelrippe  der  Ventralplatte  hinunter. 

Etwas  hinter  den  vordern  Ecken  der  Ventralplatte  nehmen 
die  Cheiroide  G  ihren  Ursprung.  Sie  verlaufen  zuerst  quernach 
der  Mitte  hin,  biegen  dann  um  und  koninien  mit  den  Endhâlften 
parallel  neben  einander  zu  liegen.  Das  letzte  Drittel  ist  gewun- 
den  und  das  Ende  trâgt  einen  langen  und  zwei  kurze  finger- 
formige  Fortsâtze. 

Die  Tracheentaschen  scheinen  der  Langsseite  angeschmiegt  ; 
ob  dies  ihre  natiirliche  Lage  ist,  kann  ich  nicht  entscheiden,  weil 
icli  kein  Material  mehr  besitze. 

Der  Gonopodenring,  Fig.  17,  trâgt  am  Ilande  seiner  ventralen 
Oeffnung  vorn  einen  kleinen  geraden,  hinten  einen  grossen  ge- 
bogenen  Fortsatz. 

Vorkommen  :  Engadin,  Schuls  und  Alp  Tetan,  2  d'  und  2  Ç 

Anmerkung:  Ich  stelle  dièse  Art  mit  einigem  Zweifel  zur 
(lattung  (kratosoma.  Sie  zeigt  nandich  mit  zwei  von  Aïtems 
beschriebenen  neuen  Arten  (AttemS;  Neues  iiher  palœarUische 
Mijriapoden,  7mo\.  Jahrbucher,  12.  Band  1899)  unzweifelhaft 


DIPLOPODENFAUNA    DER    SCHWEIZ.  185 

nalie  Yerwandtschaft.  Attems  stellt  seine  Tiere  aber  zur  Gat- 
tung  Atradosoma.  (A.  condylocoxa  und  A.  jihyUophagum.)  Es 
sclieint  mir  jedocli,  dass  dièse  beiden  Art  en  und  meine  neue  Art 
besser  bei  Ceratosoma  eingereiht  wûrden,  da  die  Aehnlichkeit 
der  Copulationsfiisse  zwisclien  Ceratosoma  Caroli  und  Cerato- 
soma Apfelhecl^i^  viel  grosser  ist  als  beispielsweise  diejenige 
von  C.  Caroli  und  Atradosoma  méridionale. 

Gattung  Trimerophoron  n,  g. 

Korper  aus  30  Segmenten  besteliend,  mit  seitlichen  beuligen 
Auftreibungen,  Craspedosomen-âhnlich. 

Fuhler  lang,  Augenfeld  schwarz,  dreieckig. 

Am  letzten  Tarsale  des  1.  und  2.  Beinpaares  der  Mannchen 
ein  Borstenkamm,  an  dessen  Stellen  bei  den  5  folgenden  Paaren 
ein  Lamellenbesatz. 

Hilftsâcke  sind  nur  am  8.  Beinpaar  vorhanden.  Hiiften  des 

6.  Beinpaares  auffallend  ausgezeichnet   durcli  einen  iiber  das 

7.  Beinpaar  liiniibergreifenden  Haken. 

Vordere  Gonopoden  :  Ventralplatte  und  Tracheentaschen  sind 
drei  isolirte,  massive  Stiicke,  die  erstere  T-formig,  ins  Kôrper- 
innere  zwischen  die  beiden  Tracheentaschen  verlagert,  die  letz- 
tern  ohne  Verbindung  weder  mit  der  Ventralplatte,  noch  mit 
den  Femoroiden.  Hiiften  ein  Syncoxid.  Die  Femoroide  sind  làng- 
liche  Chitinplatten  mit  Grannenbiischel. 

Hintere  Gonopoden  mit  dunnliiiutiger  Ventralplatte.  Tracheen- 
taschen mit  den  Hiiften  verwachsen.  Femora  undeutlich  abge- 
gliedert,  mit  Borsten  und  Papillenbesatz,  schwache  Tibialreste 
vorhanden, 

Hiiften  des  1.  Paares  am  8.  Segmente  mit  Hiiftsiicken  und 
Borsten  und  Papillenbesatz.  Zugehôrige  Ventralplatte  breit  und 
hoch. 

*  Fig.  28  in  :  Verhœff,  Beitrdge  sur  Kenntnis  palxarkt.  Myriap.,  Archiv  f .  Na- 
turgesch.,  1899,  Band  I,  Heft  2. 


186  H.   ROTHENBUHLER. 

TrimeropJioron  grypischium  n.  sp.  . 
Fig.  3,  9,  13,  20,  21. 

Lange  10-11"™,  30  Segmente. 

Farbe  sclnnutzig  hellbraun. 

Ocellen  cleiitlich,  zahlreich,  Augenfeld  dreieckig,  scliwarz. 
Fûliler  lang,  diinn  ;  die  drei  letzten  Glieder  keiilig  verdickt. 
Kôrper  Craspedosomen-âhnlicli,  ohne  Kiele,  aber  mit  beuligen 
Auftreibungen  in  den  Oberflanken  ;  je  drei  Borsten  auf  dem 
Rlicken  jedes  Segmentes.  Eine  vertiefte  Lângslinie  liber  die 
Rtickenmitte  ist  vorhanden. 

Die  beiden  ersten  Beinpaare  am  letzten  Tarsale  mit  dem  be- 
kannten  Borstenkamm,  die  fiinf  folgenden  mit  einem  Besatz 
durchscheinender  Lamellen  mit  hakiger  Spitze. 

Die  Gonopoden  des  7.  Segmentes  sind  verliâltnismâssig  ziem- 
lich  einfach  gestaltet. 

Bei  den  Nebengonopoden  tinden  wir,  dass  aussergewohnlicher 
Weise  nicht  das  hintere,  sondern  das  vordere  Paar  des  6.  Seg- 
mentes moditiciert  wiirde. 

Vordere  Gonopoden  (1.  P.  7.  Segm.)  Fig.  21,  Die  ins  Korper- 
innere  verlagerte  Ventralplatte  Fbildet  mit  den  beiden  Traclie- 
entaschen  drei  vollstandig  isolirte  Stiicke;  sie  hat  die  Form  eines 
T,  dessen  Querbalken  an  den  beiden  Enden  in  gebogene,  nach 
imten  gerichtete  Fortsatze  imd  dessen  Stiitzbalken  spitz  anslau- 
fen.  Die  Tracheentaschen  Tr  stellen  breite  Chitinstiicke  dar, 
deren  distales  Ende  in  zwei  Àste  geteilt  ist,  wovon  der  eine 
schrâg  einwarts  nach  der  Ventralplatte,  der  andere  nach  den 
Femoroiden  hingeht  und  einen  kleinen  stumpfen  Zahn  tragt.  Das 
Syncoxid  St/nc.  lâsst  einen  schmalen,  querliegenden  basalen  und 
einen  diesem  aufsitzenden  hâutigen  ïeil  erkennen,  welcher  als 
abgerundeter  Hiigel  zwischen  den  Femoroiden  liegt. 

Die  Femoroide  Fe  bilden  zwei  Hache,  breite  Stiicke  mit  zuge- 
rundetem  Ende,  welches  sicli  seitwiirts  nach  aiissen  in  einen 


DIPLOPODENFAUNA   DER   SCHWEIZ.  187 

kurzeii  Schiialjel  verlaiigert  ;  basahvârts  von  dieseiii  Sclmabel 
zeigt  die  hintere  âiissere  Kaiite  des  Femoroids  eine  Hache  Ein- 
biiclitung,  walirend  die  vordere  Laiigskaiite  als  Besatz  eiiien 
die  Eiiibuclitung  teihveise  verdeckeiiden  graimluseii  Saiiiii  trâgt. 
Ein  eigentûiiilicheSj  federbuschartiges  Gebilde  ungefâhr  in  der 
Mitte  des  Femoroids  erinnert  an  den  Grannenbiischel  von  Micro- 
hrachjjsoma  alpestre. 

Hintere  Gonopoden  (2.  P.  T.Segm.)  Fig.  9.  Die  Ventralplatte 
Fbesteht  aus  einer  weichen,  dinmen  Menibran  mit  zwei  stiir- 
kem  Querstreifen.  Die  in  der  ]\Iitte  genâherten  Hûften  biegen 
am  Grunde  nach  aussen  um  und  bilden  mit  den  Tracheentaschen 
Tr  ein  einziges  Sttick.  Die  verlângerten  Hiiften  gehen  ohne 
scharfe  Absetziing  in  die  mit  Borsten  und  spitzen  Papillen  dicht 
besetzten  Femora  iiber,  weichen  latéral  je  ein  kleines  Tibiale 
ansitzt;  sekundare  Wachstiimsvorgânge  môgen  das  Tibiale  in 
seine  seitliche  Lage  gedrângt  haben. 

Zu  vordern  Nebengonopoden  ist  niclit  das  2.,  sondern  das  1. 
Paar  des  6.  Piinges  differenzirt  und  durch  die  zweischenkligen 
Hiiften  ausgezeichnet.  Es  verdienen  hervorgehoben  zu  werden  : 

a)  Die  Ventralplatte,  Fig.  20.  Ziemlich  breit,  eine  mittlere 
und  zwei  seitliche  Erhebungen;  etwas  innerhalb  den  letztern 
liegen  die  Eingange  St  m  die  Tracheentaschen  ;  dièse  sind  mit 
der  Ventralplatte  verwachsen. 

6j  die  Hiiften,  Fig.  13.  Mit  der  Ventralplatte  stehen  sie  nur 
durch  Muskeln  in  Verbindung  und  lassen  sich  leicht  von  ihr 
trennen.  Sie  haben  hebertormige  Gestalt  und  bestehen  aus  den 
beiden  Schenkeln  H  und  G  und  dem  mittlern  Telle  Co.  Der 
dickere  Schenkel  G  liegt  innerhalb  der  Ventralplatte  im  Korper 
neben  der  Tracheentasche  und  dient  als  Muskelansatzstelle.  Der 
Rand  der  Ventralplatte  kommt  auf  den  nach  vorn  gerichteten 
Vorsprung  h  zu  liegen. 

Der  diinnere  Schenkel  //  greift  wie  ein  Haken  nach  hinten 
hiniiber  iiber  die  Hiiften  des  folgenden  Beinpaares,  so  dass  sehi 


188  H,    ROTHENBUHLER. 

Ende  zwisclien  dièses  und  die  vorderii  Gonopodeii  zu  stelien 
kommt.  Die  Umbiegungstelle  zeigt  Papillen  und  Borstenbesatz. 

Der  mittlere  verbreiterte  Teil  Go  trâgt  ein  Laufbein,  ilber 
dessen  Beschaffenheit  ich  niclits  angeben  kann,  weil  iiiir  der  auf 
der  Zeichniuig  sichtbare  Fémur  vorhandeii  war;  an  demselben 
fallen  die  zahlreiclien  Papillen  auf. 

Die  hintern  Nebengonopoden  (1.  P.  8.  Segm.)  Fig.  3  sitzen 
"auf  einer  breiten  Yentralplatte,  an  welcberdie  Randverdickung, 
eine  lânglichrunde  Verdickung  in  der  Mitte  und  ein  stumpfer, 
zwischen  den  Hiiften  liegender  Fortsatz  zu  bemerken  sind.  Die 
Htiften  zeigen  grosse  Htiftsacke  cas  nebst  Papillen-  und  Borsten- 
besatz. Auch  bier  waren  die  zugehôrigen  Laufbeine  nicbt  mehr 
vorbanden,  es  kann  daher  iiber  deren  Beschaffenheit  nichts  ge- 
sagt  werden. 

Yorkommen  :  Ein  einziges  Mannchen  erhielt  ich  aus  dem  Val 
Triazza,  Engadin  durch  Herrn  D^  Carl. 


Famille  JULID^  Brandt. 

Gattung  Blaniulus  Gerv.  und  Verh. 

Eine  Berichtigung  liber  Blamulus  fimhriatns  Rothenb. 
(wahrscheinlich  =  pahnatus  Némec)  muss  ich  wegen  Mangel  an 
Yergleichsmaterial  aus  Bohmen  filr  spâter  aufschieben. 

Gattung  Julus  Verh. 
Jidus  hélgïcus  Latzel  var.  gracilis  Rothenb. 

Syn.    Jnlus  albolinealns  (Luc.)  Verh. 
Juins  albovitlatus  Verh. 
Julus  gracilis  Rothenl). 

Die  im  Jahre  1874  in  den  «  Comptes  rendus  de  la  société  ento- 
mologique  de  Belgique  »  erschienene  Mitteilung  Latzel's  iiber 
Julus  bdgicus  scheint  langere  Zeit  in  der  deutschen  Litteratur 
ziemlichunbekannt  gebliebenzu  sein,  wie  dieSynonymabeweisen, 


1 


UIPLOPOUENFAUNA    UER    SCHWEIZ.  189 

iiiul  war  aucli  iiiir  entgaiigeii.  Juins  gracUis  repriisentirt  eine 
Varietât  von  Juins  beJglcus  uiul  iinterscheidet  sich  von  diesem 
durcli  die  liinterenKlaminerbliitter,  welclie  sich  bei  der  Varietilt 
gegen  das  Ende  liin  stark  verbreitern  und  dort  ein  nach  vorn 
gerichtetesvielzahniges  Vélum  tragen.  (Fig.  36  in  meinem  ersten 
Beitrag.  Vergleiche  daniit  Fig.  5,  pag.  137  iin  Arcliiv  flir 
Naturgesdi.,  I.  Band  1898.) 

Vorkonnnen:  Umgebung  vonBeni.  SittenimWallis,  zahlreich 
am  Mont  Tourbillon,  Nyon  am  Genfersee. 

Julus  mgrofuscus  Verh. 

Fundort:  Engadin,  Alp  Fetan  bei  Scbuls,  1500  m. 

Die  Al)bildungen  der  Klannnerblâtter,  welche  Verhœff  in 
den  «  Verhandl.  d.  zool.  bot.  Gesellschaft  inWien  1894,  »  gegeben 
bat,  sind  in  luancben  Einzelheiten  nicht  ganz  zutrelïend,  ge- 
nûgen  indes  zur  Erkennung  der  Art  vollstândig. 

Julus  alpkagus  Verh.     »- 
Fundorte:  Engadin.  Alp  Fetan  2200  m.,  Tiere  in  Copula  am 
28.August.  Scbuls,  amWaldrand.  VersamimBiindner  Rheintal. 

Julus  trilineatus  (C.  Koch.)  Latzel. 
Syn.  J.  silvivagus  Verh. 

Zahlreich  unter  moderndem  Rebenlaub  am  Seeufer  bei  Lugano  ; 
Fârbung  typisch,  Spitze  des  Vélums  manchmal  geteilt. 

Julus  Odieri  Brôlemann. 

Aus  den  Schweizeralpen  nicht  bekannt,  wohl  aber  aus  den 
cottischen  Alpen  und  der  Tarantaise. 

Col  Clapier,  Mont  Albergian,  Col  de  la  Rocheur,  Col  de  la 
Vanoise,  Lac  de  Tignes,  iiberall  hauiig. 

Julus  alemannicus  Verhœff. 
Neuer  Fundort  :  Cottische  Alpen. 

Col  du  Mont,  var.  simplex,  mit  vielfach  zerschlitztem  obern 
Velumrand. 


190  H.    ROTHENBUHLER. 

Col  Saint  Bertéliney. 

Juhis  (dJohrogkus  Brolemami. 
Fimdort  :  Cottische  Alpeii,  Col  Clapier. 

Schizopliijïïum  sahulosum  Latzel. 

Cottische  Alpen:  Col  Clapier,  MontCeiiis,  Col  Saint  Bertéliney, 
Mont  Albergian,  Col  de  la  Rocheur,  Col  de  la  Vanoise,  Col  du 
Mont. 

SclikophllUuni  mediterraneum  Latzel. 

Dièse  Tiere  sind  in  ihrem  Vorkomnien  dadurcli  bemerkens- 
wert,  dass  sie  nicht  an  spezielle  Sclilupfwinkel,  wie  z.  B.  lierum- 
liegende  Gesteinstriimmer  sie  bieten,  gebunden  sind.  Der  mit 
Gras  bewachsene  Boden  von  Wiesen  und  Weiden  wird  von  ihnen 
sogar  bevorzugt.  Zwei  Tliatsaclien  sprechen  fiir  dièse  Meinung. 
Bei  Orvin  im  Berner  Jura  fand  ich  SchuophijJhim  mediterra- 
fteum  zahlreich  im  Sande  der  Landstrasse  umherlaufend,  und 
zwar  bei  heisser  Mittagssonne.  Ein  genaueres  Naclisehen  zeigte, 
dass  die  Tierclien  auch  links  und  redits  der  Strasse  im  Grase 
zahlreich  vorhanden  waren, 

Merkwiirdiger  ist  ein  zweites  Vorkommnis.  Anfangs  Oktober 
1898  bestieg  ich  mit  einem  Freunde  den  Monte  Bré  beiLugano. 
Vom  Dorfchen  Aldesago  aus  gingen  wir  in  gerader  Linie  ûber 
den  Westabhang  dem  Gipfel  zu.  Zwischen  kleinen  Aéckern  zog 
sich  ein  Stiick  altes  Wiesland  in  die  Hôhe,  dessen  kurzer  Rasen 
von  der  Sonne  verbrannt  Avar.  Hier  fand  sich  nun  unser  Tier  so 
massenhaft,  dass  es  unnK'iglich  war,  den  Fuss  abzusetzen,  ohne 
einige  davon  zu  zertreten.  Sie  lagen  im  diirren  Grase  am  Boden 
oder  hatten  sich  um  die  Spitzen  der  Gr^shalme  herum  aufge- 
ringelt,  P^twa  100'"  \\i)\\cv  liatte  die  Anzahl  der  Tiere  bedeutend 
abgenonnnen,  war  jedocli  immer  noch  gross.  Die  Untersuchung 
ergab,  dass  die  Tiere  zu  '  a  noch  nicht  geschleclitsreif  waren. 


DIPLOPODENFAUNA   DER   SCHWEIZ.  191 

Jîdus  tiifidnfi  VerlKBff. 

Jidus  mtidus  spinifcra  wurde  als  neue  Unterart  in  meiiieiii 
ersten  Beitrag  auf  CTiund  voii  G  geiiauer  bezeichneteii  uiiter- 
scheidenden  Merkmalen  (pag.  252)  aufgestellt.  Es  liât  sicli  aber 
erwiesèn,  dass  dièse  vermeiiitlichen  Unterschiede  allen  nitidus 
zukommen  mit  Aiisnahme  des  zweiten  Punktes.  Mein  Irrtum 
wurde  diirch  die  nicht  vollstandige  erste  Diagiiose  veranlasst  ; 
dieselbe  ist  daher  durch  Aufiiahme  der  folgeiiden  ftiiif  Merkmale 
zu  ergâiizen. 

1.  Scheitelfurclie  vorhandeii.  (Piiiikt  2  :  Yordere  Segiiieiitteik^ 
nadelrissig,  wird  fallen  gelasseii,  weil  Aiigabe  auf  zu  star- 
ker  Vergrôsserung  beruheiid.) 

2.  Erstes  Beinpaar  der  Maniichen  an  der  Umbiegung  oft 
eckig,  meistens  aber  mit  kegelformigem  Fortsatz. 

3.  Am  2.  Beinpaar  der  Mânnchen  sind  zwei  nach  vorn  ge- 
richtete  hâutige  Htiftfortsâtze  vorlianden. 

4.  Erste  Spitze  der  Hinterblâtter  schwach  gebogen.  dasEnde 
in  mehrere  (2-5)  feine  Spitzen  geteilt. 

5.  Eine  feine,  durclisichtige  Membran,  deren  obérer  Rand 
mehrere  feine  Spitzchen  biklet,  verbindet  die  erste  und 
zweite  Spitze  der  hintern  Klauenblâtter. 

Die  Unterart  sx/mifera  ist  also  wieder  einzuziehen. 

Brachyiulus  Uftoralis  VerhœfP. 

Die  erste  aus  der  Schweiz  bekannte  Brachi/iulus- Art.  Wurde 
bisher  hâufig  mit  Bmchyiulus  inmlJus  Leach  verwechsek,  mit 
welchem  littoralis  in  der  Farbe  und  Zeichnung  —  eine  feine 
schwarze  Rûckenlinie,  daneben  zwei  breite  gelbe  Lângsbânder, 
Fkankenhell-bisdunkelbraun — ^iibereinstimmt.  DieCopulations- 
fiisse  entsprechen  durchaus  der  Abbiklung,  welche  Verhœff 
im  «  Archiv  fiir  Naturgeschichte  1898  »  geliefert  hat. 


192  H.    ROTHENBUHLER. 

Vorkommen  :  Sonniger  Abhaiig  am  Ufer  des  Genfersees  bei 
Nyoïi  unter  Steinen,  IcT  uiul  4Ç. 

ZUSAMMENFASSUNG. 

Unsere Keiintnis  (1er  schweizerisdien Myriapodeiifaima  eihâlt 
durch  die  voranstehenden  Mitteilimgen  folgeiiden  Zuwachs  : 

a)  Bekaimte,  aber  fiir  das  Gebiet  neu  nachgewiesene  Arten 
siiid  die  7  folgeiiden  : 

Polydesmus  conaceiis. 
»         iUyricus. 
»         suhuUfer. 

Atradosoma  méridionale. 

Julus  nigrofuscus. 
»     trilineatiis. 

Braeliyiulus  littoralis. 

h)  Ueberliaiipt  neu  beschrieben  sind  folgende  5  Arten  und 
Unterarten  : 

Polydesmus  suhifdeyer  Steckii. 

Orohainosoma  flavescens  setosum. 

Crasx)edosoma  BaivUnsii  serratum. 

Ceratosoma  Caroli. 

Trimerophoron  grypischium,  zugleich  Vertreter  einer  neuen 
Gattung. 

c)   Chordeuma  pcdlidnw   wurde    als  Vertreter   der   neuen 
Gattung  Allocliordemna  erkainit  ' . 

^  Siehe  Anmerkung  pag.  176,  • 


Beitrag  zur 
Kenntnis  cler  Susswasserfauna  von  Celebes. 

ENTOMOSTRACA 

von 
Dr  Theodor   STINGELIN. 

Olteu    (l^cliweiz.) 
Hierzu  Tafel  14. 


Die  weiiigen  hier  bescliriebeiien  Entomostrakeii  stammen  ans 
einem  Teiclie  der  Umgebuiig  von  Makassar  (Celebes).  Sie  wiir- 
den  dasselbst  im  Jahre  1895  von  den  Celebesforscbern  D'  Paul 
imd  D^"  Fritz  Sarasin  gesammelt  und  bei  ihrer  Riickkebr  nacli 
Basel  mir  zur  Bearbeitung  iibergeben.  Die  Durchsicht  des  Mate- 
rials ergab  folgenden  Tierbestand  : 

1.  Copepoden:   3  Arten  in  wenigen  erwachsenen  Exem- 

plaren,  aber  vielen  Larven. 

2.  Cladoceren:  3  Arten  (wenige  Individuen). 

3.  Ostracoden:  2  Arten  in  vielen  erwachsenen  Exemplaren 

und  zahlreichen  Larven. 

Ausserdeni  unbestimmbar  :  Zwei  Insektenlarven,  eine  Hydra- 
chnidenlarve  und  ein  zertallener  Panzer  eines  liâdertieres. 

Aus  dieser  Zusammensetzung  des  Materials  und  deui  Ueber- 
wiegen  plumper,  schwerfâlliger  Ostracoden,  geht  hervor,  dass 
dieser  Fang  dem  Strande  eines  seichten,  schlammigen  Siiss- 
wasserteiches  entnounnen  wurde. 

Rev.  Suisse  de  Zool.  T.  8.  1900  13 


194  TH.    STINGELIN. 

Bei  (1er  heiite  noch  so  liickenliafteii  Keniitnis  microscopisclier 
Lebeweseii  aus  Suss^Yasserbeckell  der  Sundainselii  loliiit  es  sicli, 
auch  das  sparlicliste  von  dort  staimiieiide  Material  eiiier  einge- 
heiideii  Prufuiig  zii  unterzielieu.  und  so  liât,  obschon  armaiiAr- 
ten,  auch  dieser  kleine  Faiig  wieder  mehrere  intéressante 
Gesichtspunkte  zii  Tage  gefordert. 

Richard  und  Moniez  haben  ini  Jahre  1891  eine  Anzahl 
Entoniostraken  von  Celebes  und  Sumatra  beschrieben  (20)  \ 
Wie  Richard,  so  fand  auch  ich  wieder  : 

1.  CycÏ02)S  leuckarfi  C\?ii\îi^. 

Eine  Copepodenspecies  von  weitester  Verbreitung.  (He  fast 
liberall,  wo  eingehendnach  Copepoden  geforscht  wird,  sich  tindet. 
Trotz  ihrer  kosniopolitischen  Verbreitung  variiert  dièse  Art  selten 
und  dann  nur  mibetriichtlich.  Pleine  Exemplare  stimmen  mit 
Schmeil's  Beschreibung  (22)  v/UHg  iiberein.  Eine  Dilïerenz  be- 
steht  einzig  in  der  Grosse.  Die  Lange  meiner  Individu  en  betragt 
im  Mittel  1,5  mm, 

Ferner  beschreibt  Richard  eine  neue  Cladocerenspecies  des 
Genus  Diaj'ihanosoma  (BaplmeUa)  aus  Sumatra.  In  seiner  Be- 
vision  des  Cladocères  1895  (15)  nennt  er  sie  Dîaphafiosoma 
sarsi  Richard.  Eine  Yarietjit  dieser  Art  fand  sich  in  meinem 
Material.  Ichnennesie: 

2.  Dlaphanosoma  sarsi  Richard  var.  nova  celehensis  mihi 
(Fig.  1  und  2). 

Sie  variiert  in  folgenden  Punktén: 

Grosse:  Sonnnereierweibchen  messen  0,88-0,9  nnn.  in  der 
Lange   und  sind  0,42-0,5  mm.  hoch.  Dièse  Varietat  ist  eine 

^  Dif  in  Klammer  gesotzten  Zahlcii  wciseii  aiif  die  cntsprechomlp  Nummer  im 
Littoraturverzeichnis  hin. 

'^  Da  in  vnrlicf^cndcr  Arl)f'it  nnrwfiiitjo  Entomnstraken-Spocics  znr  Bcliandhing 
konim('n,s('he  ich  von  eincr  systoniatisclien  Rcihcnfoliic  al)  nnd  crwaluiL'  znerst  dio 
schon  friiher  bekaniit  gewordenon  t'ormeu. 


SÛSSWASSERFAUNA  VON  CELEBES.  195 

pluiiipc'ie,  weiiiger  llinke,  litorale Fonii.  Die  iiieisten  Hxenii)lare 
waren  von  Yorticellen  imcl  anderen  Iiifusorien  besetzt. 

Der  Kopf  inisst  Va  <ler  Korperlânge.  Sein  vorderer  Teil,  vom 
grossen  linsenreichen  Auge  fast  ganz  ausgefiillt,  ist  gleichmâs- 
siger  gerundet,  als  ans  Richard's  Zeiclniiing  der  B'iaphatwsoma 
sarsi  zu  ersehen  ist.  Der  ventrale  Kopfrand  sowohl  als  der  dor- 
sale besitzt  eine  schwaclie  Impression. 

Schale  :  Die  Schaleidvlappen  sind  nicht  retikuliert.  Ihre  Ma- 
trix ist  mit  gruppenformig  angeordneten,  dicht  gedrângten  Ho- 
ckerchen  besetzt.  Eine  wesentliche  Abweichung  besteht  in  der 
Ausbildung  des  ventralen,  hinteren  Schalenteiles  (Fig.  2  a  und  h). 
Die  Sclialenrânder  sind  dort,  alinlichwie  bei  D.  sarsi,  eingeschla- 
gen  (Fig.  2  h).  Sie  besitzen  gleichfalls  einen  rundliclien,  lappen- 
artigen  Vorsprung  (Fig.  2  c),  und  zu  beiden  8eiten  desselben 
eine  Einbuchtung  '.  Von  der  inneren  aus  (Fig.  2  c/),  zieht  sicbbei 
Richard's  Form  eine  ununterbrocliene  Eeibe  starker  Borsten 
liber  den  ganzen  Hinterrand  der  Schale  hinweg,  wàlirend  bei 
meiner  Varietât  dièse  Art  der  Bewelirung  niclit  ausgeprâgt  ist. 
Erst  gegen  die  Mitte  des  hinteren  Schalenrandes  macht  sich  eine 
Flur  feinster,  mit  stârksten  Objektiven  bloss  erkennbarer  Borst- 
chen  (Fig.  2  e)  bemerkbar,  welche  dorsalwarts  eher  kiirzer  als 
langer  werden  und  oberhalb  des  Schalenrandes  inseriert  sind. 
Der  lappenartige  Vorsprung  (c)  trâgt  feine,  lange  und  weit  von 
einander  abstehende  Haare  (Fig  2  /). 

Die  Ruderantennen  erreichen  den  hinteren  Schalenrand 
nicht.  Ihr  krâftiger  Stamm  ist  kiirzer  als  der  dorsale  Schwimmast. 
Ob  das Postabdomen  mit  demjenigen  der  jD.  sarsi libereinstim- 
me,  geht  aus  Richard's  Beschreibung  und  Zeichnung  nicht  mit 
Sicherheit  hervor.  Auf  die  Darstellung  dièses  fiir  die  Cladoceren- 
bestimmung  so  wichtigen  Merkmales  sollte  immer  die  grosste 
Sorgfalt  gelegt  werden.  Indem  ich  in  Fig.  1  eine  genaue  Nach- 

*  Fig.  2  a  zeigt  diescii  Schalenrand  ausgebreitet.  Lângs  der  Linie  x-y  ist  er  in 
Wirklichkeit  eingeschlîigen,  so,  wie  durch  Fig.  2  b  dargestellt  wird. 


196  TH.    STINGELIN. 

bildimg  dieser  Extreinitat  gebe,  selie  ich  von  einer  lâiigeren, 
umstândlichen  Beschreibiing  ab.  Es  sei  iiur  noch  bemerkt,  dass 
die  drei  Dornen  (Fig.  1  h)  selir  schlank,  ungleich  lang  imd  wenig 
divergierend  sind.  Die  Seiten  des  Postabdomens  sind  dicht  mid 
unregelmâssig  beliaart.  Die  Postabdominal-Schwimniborsten 
(Fig.  1  (■)  sind  0,55  mm.  lang.  Ihr  âusseres  Glied  ist  bloss  halb 
so  dick  als  dass  innere.  Das  Aiiffinden  einer  litoralen  Varietât 
.  der  pelagisclien  D.  sarsl  Richard  bestâtigt  von  neuem  die  Ver- 
nmtiing  Pjchard's,  dass  die  besprochene  Art  eine  im  liinterindi- 
schen  Archipel  weit  verbreitete  und  ihm  eigene  sei. 

3.  Moina  pcuadoxa  Weismann  (Fig.  3). 

Ans  Sumatra  beschrieb  Richard  aiich  Mo'ma  weberi,  eben- 
falls  eine  hyaline  Form  mit  rein  pelagisclien  Charakteren.  Meine 
Moinen  aus  Celebes  scheinen  im  Gegensatz  dazu  wieder  âclite 
Sumpfbewohner  zu  sein.  Gelblich'gefarbt  undplinnp,  sind  sie  im 
Mittel  1  mm.  lang  imd  0,5  mm.  hoch.  Die  Sommereierweibchen 
sind  stark  kugelig  aufgetrieben  durch  die  grosse  Zabi  der  Em- 
bryonen  im  Brutraume.  Der  Kopf  ist  0,33-0,35  mm.  lang,  ge- 
drungen  und  ohne  dorsale  Einbuchtung  liber  dem  Auge.  Die 
Riechantennen  (0,26  mm.  lang),  sowie  die  Ruderantennen,  sind 
behaart,  jedoch  nicht  sokraftigwie  beiilibmaj9a/w?oj:aanderer 
Autoren.  Das  Postabdomen  besitzt  ebenfalls  einen  langen, 
schmalen  Verschlussfortsatz  fur  den  Brutraum.  (Diesem  Dapli- 
noiden-Merkmal  lege  ich,  mit  G.  Burckhardt  (4),  grossere 
systematische  Bedeutung  bei).  Die  Analriinder  sind  mit  neun 
bewimperten  Zahnen  bewehrt.  An  den  Endkrallen  sitzt  ein  aus 
ziemlich  langen  und  feinen  Borsten  zusammengesetzter  Neben- 
kamm.  Die  Schalenoberflâche  liisst  bisweilen  undeutlich 
anostomosierende  Linien  erkennen.  Bewehrung  des  Schalenran- 
des  siehe  Fig.  3. 

Aus  der  Durchsicht  der  Moinenlitteratur  geht  hervor,  dass  obige 
Form  als  schwach  ausgeprâgte  Varietât  der  Moina paradom  son- 


SÛSSWASSERFAUNA  VON  CELEBES.  197 

zusehen  ist.  Mit  Ausnalime  davoii,  dass  die  Beliaarung  der  Riech- 
uiid  Ruderaiiteiiiieii  iiicht  so  kraftig  ist,  wie  bei  der  Stainmform, 
uiid  dass  die  Borsten  des  Nebenkaiiinies  an  der  Endkralle  des 
Postabdomens  feiner  uiid  langer  sind,  konnten  keine  wesentli- 
chen  Unterschiede  lierausgefunden  werden,  die  zur  Aufstellung 
einer  besonderen  Varietat  obiger  Art  berechtigen  wiirden.  Sehr 
zu  bedauern  ist,  dass  sicli  keine  Epbippienweibchen  vorfanden. 

4.  Alona  sarasinorum  nov.  spec.  niilii  (Fig.  4  und  5). 

Dieser  Ljiiceïde  tritt  in  seinem  ganzen  Habitus  der  Alona 
intennedia  Sars  am  nâchsten.  Er  ist  jedoch  grôsser  als  die  weit 
verbreitete  SARs'sche  Art.  Seine  Lange  betrâgt  0,46-0,52  mm., 
die  Hohe  0,36-0,38  mm.  Ausserdem  zeigten  sich  bei  eingeliender 
Betrachtinig  eine  Anzahl  wesentliclier  Verschiedenheiten,  welche 
mich  bestimmten  eine  neue  Art  aufzustellen  \ 

Àussere  Kôrperformen  :  Der  dorsale  Schalenrand  (Fig,  4a) 
ist  von  vorne  bis  binten  gleichmâssig  gewôlbt.  Die  ventralen  Scba- 
lenrânder  sind  schwach  convex  und  nicht  wellig  gebogen.  Sie 
tragen  einen  gleichmâssigen  Besatz  mittelgrosser  Borsten.  Inner- 
balb  des  ganzen  Hinterrandes  verlauft  ein  Saum  feinster  Hâr- 
chen.  Die  Schale  ist  structurlos,  nur  bisweilen  erscheint  sie  fein 
punktiert.  Der  Kopf  (Fig.  4)  lâiift  in  einen  breiten,  abgestumpf- 
ten  Sclinabel  (h)  aus,  der  die  gleiche  Lange  bat  wie  die  Tastan- 
temien  (c).  Der  viereckige  Augenlieck  (d)  ist  grôsser  als  das 
x4.iige  (e).  Der  Lippenanhang  (f)  ist  gleicbmâssig  gerimdet  iind 
wird  von  den  Armen  der  Ruderantennen  (g)  niclit  ûberragt.  Das 

^  So  sehr  icli  8onst  der  voreiligen  Artenmacherci  abholcl  bin,  so  finde  ich  doch 
dai'in  das  einzige  Mittel,  eine  Tierform  vor  spâterer  Nichtbeachtung  zu  sichern. 
Demi  selbst  mit  keiner  der  vielen  von  Richard  gescliaffenen  aussereiiropâischen 
Arten  konnte  ich  die  vorliegende  Alona  identificieren.  In  der  Bewehrung  des 
Postabdomens  besteht  einzig  etwelche  Âhnlichkeit  mit  Alona  sarsi,  einer  von 
Richard  sclion  ans  Liiwu  (Celebes)  beschriebenen  Art  (20).  Es  bleibt  einer  mono- 
graphischen  Bearbeitung  der  Alonen  vorbehalten  die  zahlreichen  Fornien  zu 
gruppieren  imd  zu  reducieren.  Vorlàufig  ist  es  Pflichtder  Specialforscher,  die  vie- 
len Ausbildungsformen  genau  zu  beschreibeu  und  zu  zeichnen. 


198  TH.   STINGELIN. 

Postabdomen  (Fig.  5)  ist  vorne  spatelfôrmig  verbreitert.  Der 
postanale  Hôcker  (a)  ist  schwach  entwickelt  imd  weit  nacli  hin- 
ten  geriickt.  In  deni  davor  liegenden  breiten  Aiisschnitte  (b)  be- 
tindet  sich  die  Analoffnimg.  Die  Postabdoniinalrânder  (c)  schei- 
nen  bei  schwacherer  Vergrôsserung  dicht  mit  iinregelmiissig 
angeordneten  Dornen  besetzt  ;  stârker  vergrôssert  lassen  sich 
Zâlme  erkeimen,  welclie  vorne  zu  zweien,  weiter  hinten  zu 
dreien  (d)  beisammen  stehen  und  die,  allmâhlig  kleiner  werdend, 
sich  liber  die  Anah^ânder  hintiberziehen.  Ueber  dieser  Zahnreihe 
stehen  seitlich  an  den  Postabdominah'andern  acht  Borsten- 
kâmme  (iig.  5  e).  Die  EndkrallenC/),  mit  starkem  Nebendorn  (//) 
versehen,  lassen  nur  mit  starkem  Objektiv  eine  Strichelung  er- 
kennen.  Uebrigens  ist  die  Zahnbewehrung  des  Postabdomens 
beziiglich  der  Zahl  mid  Anordnung  ihrer  Elementebei  verschie- 
denen  Individuen  ziemlich  verschieden,  so  dass  auf  dièses  Merk- 
mal  nicht  allzii  grosses  Gewicht  gelegt  werden  darf.  Viel  wichti- 
ger  scheint  mir  fur  die  Gruppierung  der  Alona-Arten  die  âussere 
Form  des  Postabdomens,  sowie  die  Lage  iind  Grosse  des  Post- 
anal-Hockers  imd  der  Analspalte  zu  sein. 

5.  Cantlioeamptus  spec.  ? 

Ein  sehr  zerfallenes  Exemplar  eines  Harpacticiden  aus  dera 
Genus  (Janthocamptiis  konnte  leider  nicht  bestimmt  oder  be- 
schrieben  werden.  Eiersack,  Antennen  und  Furcalborsten  fehlten 
vollstândig.  Die  Lange  betrug  0,6  mm.  Der  aiisseren  Form  und 
Gliederung  des  Thorax,  sowie  einem  einigermassen  erhaltenen 
fiinften  Fusse  nach  zu  schliessen,  gehôrt  die  Art  in  die  Nâhe  des 
Canthocaniptiis  trispmosus  Brady  oder  des  Cantlioeamptus 
northumbricus  Brady. 

Im  SARASiN'schen  Material  aus  Celebes  befanden  sich  ferner 
in  grosser  Menge  zwei  Ostracoden-Species.  Dieser  Fund  ist  umso 
erfreulicher,  als  beides  Arten  sind,  welche  almlicli  dem  eingangs 
erwâhnten  Cydops  leuckarti  Claus,  weiteste  kosmopolitische  Ver- 


SÛSSWASSERFAUNA  VON  CELEBES.  199 

breitiuig  liabeii  uiid  welclie  bisher  iiiclit  iiii  liiiitermdisclieu 
Archipel  gefuiideiMvurden.  Es  siiid  dies:  1.  Gy^yna  opMlialmica 
Jurine  und  2.  Cypris  virenfi  J urine;  var.  niomUfem  Brady. 
Merkwiirdig  ist  es,  dass  keine  dieser  zwei  Arten  unter  den  sechs 
von  MoNiEZ  im  WEBER'sclien  Material  ans  Luwu  (Celebes)  (20) 
gefundenen,  nocli  unter  den  zwolf  von  Brady  aus  Ceylon  (1) 
beschriebenen  Arten  tigiirieren. 

6.  Cyprla  opJdhalmica  Jurine 

ist  ein  guter  Schwinnner  und  nebst  (  [i/jjris  virens  Jurine  die  ge- 
meinste  und  wohl  am  eingeliendsten  studierte  Ostracodenart  (5). 
Die  asiatische  Form  stimmt,  die  Grosse  ausgenommen,  ini 
ganzen  Bau  mit  der  europâischen  iiberein.  Sie  ist  kleiner  und 
weist  die  gleichen  Maasse  auf  wie  die  von  Herrik  und  Turner 
beobaclitete  amerikanische  Fonn  (9).  Die  Weibclien  sind 
0,55™»  lang  und  0,36""»  hocli.  (Vavra  (26)  giebt  fiir  die  bôh- 
niischen  Fornien  0,7»"»  Lange  und  0,5»"»  Hohe  an).  Die  Mânn- 
clien,  die  in  nieinem  Material  ebenso  haufig  wie  die  Weibchen 
vertreten  waren,  maassen  nur  0,47»"»  in  der  Lange  und  0,27»^"* 
in  der  Hohe. 

7.  Cypris  virens  Jurine  var.  monilifera  Brady  (1868). 
Cypris  virens  ist  eine  allgemein  verbreitete,  zâhe  und  grosse 

Tiinipelform,  die  sich  bloss  parthenogenetisch  fortpflanzt  und 
nach  NoRMANX  und  Brady  (2)  nie  in  grosseren  Gewassern  zu 
linden  ist.  Auch  ini  Brackwasser  und  sogar  fossil  hat  man  sie 
gefunden.  Die  von  Brady  (2)  aufgestellte  Varietât  monilifera 
unterscheidet  sich  von  der  Stamniform  dadurch,  dass  sich  an 
ihren  Hinterrândern  eine  Reihe  von  8-10  starken  Warzen  (oder 
Hôckerchen)  beiindet.  Das  ist  ailes,  was  Brady  ûber  dièse  Ab- 
art,  die  er  in  Slidafrika  und  in  England  gefunden  hat  und  als 
subbrackische  Varietât  bezeichnet,  angiebt.  Mit  ihr  sind  die  aus 
Celebes  stammenden  Exemplare  identisch.  Sie  sind  jedoch  nur 


200  TH.    STINGELIN. 

1,37  "i""  laiig  uiid  0J7"i'"  hoeh.  Die  Schaleiiumrisse  und  die 
Sclialeiibeborstuiig  siud  gleicli  wie  bei  Cypris  virens  Jurine. 
Auch  der  h3-aline  Saiim  am  Vorderrand  ist  vorhanden.  Lage 
und  Form  des  Auges  und  der  Muskeleindrûcke  und  selbst  die 
Furca  stimmen  mit  Yayea's  (26)  Angaben  und  Zeichnung 
iiberein.  Différent  sind  die  Schwinnnborsten  des  zweiten  An- 
tennenpaares  beziiglicli  der  Lange.  8ie  iiberragen  die  End- 
klauen. 

8.  PseudodiaptomuspoppeiwQx.  spec.  niilii  (Fig.  6-10). 

Das  Genus  PseudodiapAomus  wurde  von  Herrik  (Minnesota) 
ini  Jaln^e  1884  geschaffen.  [Fseudodlaptomus  pelagkus  (9)]. 
Seither  wurden  noch  von  drei  anderen  Forschern  verwandte 
Formen  aufgefunden  und  mit  folgenden  Genusnamen  belegt: 
Schmackeria  :  [PoppEund  Richard  1890  (13.)]  Heterocalanus  : 
[Th.  Scott  1893  (7.)]  und  Weismavella:  [F.  Dahl  1894  (7.)]. 
GiESBRECHT  und  ScHMEiL  fassen  in  ihrer  Zusammenstellung  der 
Copepoda  Gymnoplea  (7.)  aile  neun  beschriebenen  Arten  unter 
dem  âltesten  Genusnamen  Pseudodiaptomus  zusammen.  Als 
zehnte  Art  soll  hier  eine  Form  aus  Celebes  beschrieben  werden. 
Dieselbe  ist  der  von  Poppe  und  Richard  (1890)  beschriebenen 
ScJimacJceria  forbesi  (13)  aus  der  Umgebung  von  Shanghai  am 
nâchsten  verwandt  und  wie  dièse  eine  Siisswasserform.  Es  stan- 
den  mir  drei  zum  Teil  beschadigte  Weibchen  und  gliicklicher- 
weise  noch  ein  Mannchen  zur  Verfiigung.  Ilire  Abdomina  und 
fiinften  Schwimmfusspaare  lassen  auf  den  ersten  Blick  eine  Yer- 
schiedenheit  von  den  anderen  bisher  bekannten  Arten  erken- 


nen  '. 


B  e  s  c  h  r  e  i  b  u  n  g  d  e  s  W  e  i  b  c  h  e  n  s  :  (Fig.  6,  7  und  8). 


^Nach  Ilerrn  S.  A.  Poppe  in  Vegosack,  der  mir  in  uneigennûtzigster  Weise 
das  letzte  Exemplar  seiiier  griuidlegendcn  Arbeit  iiber  Schmackeria  forbesi  iiber- 
sandte,  neane  ich  aus  Daiikbarkeit  und  Aucrkonniing  die  neue  Art  :  PseudD- 
diaptomtis  poppei  ! 


SÛSS^VASSERFAUNA    VON   CELEBES.  201 

Grosse:  Ohiie  die  Furcalborsten  betrâgt  die  Lange  1,2- 
1,36  '"™,  die  Hôhe  0,4-0,44  ™".  Der  Kopf  imd  das  erste  Thorax- 
segment  sind  vollstandig  zu  eineni  ('  e p  h  a  1  o  t  h  o  r  a  x  verschniolzen. 
Dieser  ist  viergliedrig.  Seine  beiden  letzten  Segmente  sind  auch 
mit  einander  verwachsen,  jedocli  so,  dass  ihre  Grenze  seitlich 
noch  durch  eine  schwaclie  Furche,  an  welclier  beiderseits  6-7 
Zâlme  stelien,  angedeutet  ist  (Fig.  6  a).  Der  Hinterrand  des 
zweiten  und  dritten  Gliedes  ist  ebenfalls  bedornt  (Fig.  (5  h). 
Das  letzte  Thoraxsegment  lâuft  dorsal  jederseits  in  einen  spitzen 
Vorsprung  ans  (Fig.  6  c).  Der  Hinterrand  dièses  Segmentes  ist 
jedoch  abgerimdet  und  aiif  beiden  Seiten  noch  mit  je  6-7  Dornen 
bewehrt  (d). 

Das  A  b  d  0  m  e  n  ist,  die  Fiirca  inbegritfen,  ftinfgliedrig.  Die 
hinteren  Eander  des  ersten,  zweiten  iind  dritten  Gliedes  sind 
bedornt.  Ini  iibrigen  weicht  das  Abdomen  von  demjenigen  der 
ScJimackeria  forhesi  in  folgenden  Punkten  ab  : 

Schmackeria  forhesi  :  Pseudodiaptomus  popj^^i  • 

1.  Glied  :  langerais  die  Furca.  Gleich  laiig  wie  die  Furca  ;   an  der 

Basis  angeschvvollen  und  beider- 
seits fein  beborstet. 

2.  »    :  kiirzer  als  das  dritte.  Nur  wenig  kiirzer  als  das  dritte. 
.'î.       »    :  Gleich  lang  wie  das  Fur-      "^/,,  so  laner  als  das  Furcalglied. 


/3 


calglied. 


'f? 


4.  Glied  :  halb  so  lang  als  die  Furca.      7;î  <^6r  Furcalange. 

Furcalglieder  4  mal  langer  als  breit.      Furcalglieder  6  mal  so  lang  als  breit. 

Innenrand  mit  sparlichen.  feinen 
und  langen  Cilien  besetzt. 

Die  Furcalborsten  verhalten  sich  in  Zahl,  Lange  und  Form 
gleich  wie  bei  Schmackeria  forhesi. 

Die  L  Antenne  ist  22gliedrig  und  zeigt  gleiche  Grossenver- 
hâltnisse  und  Bewehrung  ihrer  Glieder  wie  Sclimacheria  forhesi. 
Am  dritten  Glied  steht  wiederum  eine  ausserordentlich  lange 
und  kriiftige  Borste. 


202  TH.    STINGELIN. 

Die  IL  Antenne  (Fig.  7)  liât  verschiedene  Eigentûmlich- 
keiten.  Ihr  iiusserer  Ast  (h)  ist  vom  Basalglied  abgesclmiirt, 
niclit  aber  gelenkig  mit  demselben  verbunden.  Der  innere  Ast 
((■)  bestelit  aus  drei  Gliedern,  wovon  das  kurze,  schildformige 
Basalglied  (d)  innen  eine  kurze  Borste  aiifweist.  Das  zweite 
Glied  ist  aiifgeblasen  und  trâgt  am  Innenrande  drei  kiirzere  und 
distal  zwei  lângere,  stets  zweigliedrige,  Borsten.  An  der  Basis 
des  dritten  und  aussersten  Gliedes  sind  ebenfalls  zwei  solclie 
Borsten  inseriert.  Der  Mitte  dièses  Gliedes  felilt  die  bei 
Schmackeria  forbesi  vorliandene  Borste.  Am  Ende  stehen  wie- 
derum  drei  sehr  lange  und  stark  bewimperte  Schwimmborsten 
(Fig.  7  e).  Im  Bau  der  ^Mandibeln,  Maxillen  und  Kieferfusse 
konnte  ich  keine  weiteren  Abweicliungen  von  Schmackeria  for- 
hesi  erkennen.  Aucb  das  vierte  Paar  der  Scliwimmfûsse  stimmt 
in  allen  Teilen  mit  Poppe  und  Richard's  Fig.  9  vOllig  iiberein. 

Im  5.  Beinpaar  (Fig.  8),  das  nocli  etwelche  Aehnliclikeit  mit 
demjenigen  der  Schmackeria  forhesi  liât,  treten  sclion  stiirkere 
Abweicliungen  auf.  Auf  den  Basipodit  (a)  folgt  auch  ein  zwei- 
gliedriger  Exopodit  (h),  der  in  einen  nocli  lângeren,  starken 
Stiletfortsatz  (c)  auslâuft.  Das  erste  Drittel  dièses  Stilets  weist 
keine  seitliche  Bèwimperung  auf.  Die  âussern  zwei  Drittel  sind 
innen  mit  kraftigeren,  aussen  mit  feineren  Wimpern  besetzt. 
Von  der  Basis  des  Stiletfortsatzes  zweigt  sicli  nocli  ein  kiirzerer, 
iiach  innen  gerichteter  Nebendorn  (d)  ab.  Sodanii  gelit  vom 
zweiten  Exopoditgliede  ein  breiter,  klauenformiger  Fortsatz  (e) 
aus.  Derselbe  ist  beiderseits  gleiclimassig  beborstet.  Auf  dem 
Aussenrand  des  zweiten  Basipoditgliedes  und  der  beiden  Exopo- 
ditglieder  steht  schliesslidi  noch  jeweilen  ein  kurzer  Dorn.  Am 
Iimenrande  des  ersten  Exopoditgliedes  erliebt  sich  an  Stelle  des 
liyalinen  Vorsprunges  der  Schmackeria  forhesi  ein  breiter,  drei- 
eckiger,  massiver  Fortsatz  (Fig.  S  /").  Borstenreihen  mitten  auf 
den  Basalgliedern  felilen  dem  Fseudodiaptomus  poppei.  Leider 
trug  keines  der  drei  Weibehen  einen  P^iersack. 


SÛSSWAS8ERFAUNA    VON   CELEBE8.  203 

Beschreibung  des  Maiincliens:  (Fig.  9  iind  10).  Lange: 
1,1»»".  Hôlie:  0,35™".  Das  Abdomen  setzt  sich,  die  Furca  in- 
begriffen,  ans  6  Segment  en  zusammen.  Das  erste  Glied  ist  seitbch 
aufgeblasen  und  beAvimpert.  Zweites,  drittes  und  viertes  (Tlied 
ungetahr  gleich  lang,  sind  binten  jeweilen  mit  einem  Dornenkranz 
ausgerlistet.  Das  tiinfte  GHed  ist  das  kiirzeste.  Die  Furca,  sowie 
ihre  Glieder  und  Anhânge,  sind  gleich  beschatîen  wie  diejenigen 
des  Weibebens. 

Die  I.  Antenne  ist  20gliederig  und  stimmt  in  allen  Teilen  mit 
der  von  Schmackeria  forhesi  beschriebenen  und  gezeicbneten 
tiberein,  wesbalb  icb  auf  jene  Besclireibung  und  Zeicbnung  ver- 
weisen  kann. 

5.  Beinpaar:  Am  meisten  weicbt  in  seiner  Ausbildung  das 
5.  Scbwimmfusspaar  (links  und  redits  verschieden)  von  den  ent- 
sprechenden  Gliedern  der  mannlichen  Schmackeria  forhesi  ab. 
Es  ist  hier  zu  einem  Prehensionsapparat  von  bizarrster  Gestalt 
geworden. 

Der  fiinfte  Fuss  rechts(Fig9) istviergliederig.  DerBasipodit 
(a)  ist  conisch  und  mit  krâftiger  Muskulatur  erfiillt.  Der  Ento- 
podit  fehlt  gânzlich,  Der  Exopodit  ist  dreigliederig.  Sein  erstes 
Glied  lâuft  distal  in  einen  kraftigen  Stiletfortsatz  (b)  aus,  der  bis 
zum  Gelenk  des  dritten,  aussersten  Gliedes  reicht.  Das  zweite 
Exopoditglied  ist  durcb  die  sehr  starken  Bewegungsmuskeln  des 
Endgliedes  gewaltig  aufgetrieben.  Das  dritte  Glied  (c),  etwas 
langer  als  das  vorige,  ist  sclimal  und  eigenartig  gekriimmt.  Auf 
zwei  vorgewôlbten  Stellen  (Fig.  9  d  und  e)  der  Innenseite  sitzt 
je  ein  kleiner  Zahn.  Die  Endkralle  (f)  ist  bewimpert. 

Der  fiinfte  Fuss  links  (Fig.  10)  gleiclit  eher  einer  flircliter- 
lichen  Waffe,  als  einem  blossen  Greiforgan.  Der  Basipodit  (a) 
ist  aussen  mit  zwei  môrderischen  Anhângen,  einem  pHugschar- 
fôrmigen  (h)  und  einem  stiletfôrmigen  (c)  ausgeriistet.  Der  Ento- 
podit  ist  zweigliederig  (Fig.  10  d  und  e).  Das  innere  Glied  (d) 
umschliesst  die  Bewegungsmuskeln  des  âusseren  und  ist  dem  ent- 


204  TH.    STINGELIN. 

sprechend  aufgetriebeii.  Am  distaleii,  âusseren  Eiide,  lauft  es  in 
einen  breiten,  scliarf  zugespitzten  mid  bewimperten  Fortsatz  (d\) 
aus.  Das  âussere  Glied  (e)  ist  spatelfôrmig  verbreitert  uiid  sclmurt 
zu  Yorderst  noch  eiiien  lappeiiformigen,  mit  vier  kurzeii  Dorneii 
versehenen  Yorsprung  (f)  ab.  —  In  der  Mitte  dei'  Aussenseite 
des  Endgliedes  stelit  noch  ein  stark  bewimperter,  schlanker  Dorn 
(g),  der  beinahe  lialb  so  lang  ist  als  das  âussere  Glied.  Diesem 
gegeniiber  sitzt  schliesslicli  an  der  Innenseite  des  letzten  Gliedes 
noch  ein  Btischel  feinster  Fàden  (h),  welchen  vielleicht  eine 
Sinnesfunktion  zukommt. 

Die  Durchsicht  dieser  wenigen,  von  den  Herren  Sarasin  gele- 
gentlich  in  Celebes  gesammehen  niederen  Crustaceen  zeigt  uns 
also,  dass  auch  im  hinterindischen  Archipel  die  allgemein  ver- 
breiteten  Entomostracen,  wie  Cydops  leuckarfi  C'iaus,  Moiiut 
paradoxa  Weismann  und  Cypr'm  ophtludmica  Jurine  nur  wenig 
oder  gar  nicht  verândert  zu  tinden  sind.  —  Andere  Formen  sind 
bekannten  europâisclien  Arten  nahe  verwandt,  wie  AJona  sara- 
sinorum  nov.  spec.  mihi  und  der  Card]wcamj>tus  spec.  der 
C.  trispinosus-Gr\i])])e.  Wieder  andere  sind  den  hinterindischen 
Insein  eigen,  wie  Diaphanosoma  sarsi  und  ihre  Varietât  :  Dia- 
phanosoma  sarsi  Richard,  nov.  var,  celehensis  mihi.  Und  schliess- 
lich  stellen  sich  noch  Formen  ein,  wie  eine  Cypris  virens  Jurine 
var.  monUifera  Brad}'  und  Pseudod'mptomus poppei,  welche,  wie 
erstere,  schon  im  Brackwasser  gefunden  und  dadurch  marinen 
Formen  sich  annâhern,  oder  die,  wie  letztere,  ihre  nâchsten  Ver- 
wandten  fast  ausnahmslos  im  Brackwasser,  oder  sogar  im  Meere 
haben  und  sich  offenbar  im  Laufe  der  Zeit,  wie  Schmackeriaforhesi 
und  Fseudodiaptomus  stuhlmanni  Poppe  uud  Mrâzek,  dem  Siiss- 
wasser  angepasst  haben  ^  Es  ist  wahrscheinlich,  dass  die  eben 
erwâhnten  Formen  auch  noch  im  Brackwasser  leben. 

^  Von  den  l)ishor  ItokanntPii  Arten  des  Geuiis  Pse/idodiapfomus  wurdeii  sechs 
Arteu  im  Brackwasser,  eine  ausschliesslicl»  im  Meere  und  zwei  im  Siisswasser 
gefunden. 


SÛSSWASSEKFAUNA  VON  CELEBES.  205 

Die  Herreii  D^  Paul  imd  J)'  Fritz  Sarasin  haben  in  ilirem 
Werke  iiber  Bie  SUsswassermolliisken  von  Celehes  (1898,  Wies- 
baden.  Kreidel's  Verlag)  einen  Ausspruch  von  Martens  zum 
Gesetze  erhoben.  Er  heisst:  «  Die  Aehnlichkeit  der  gesanmiten 
Slissv^asserfauna  mit  der  gesannnten  Meeresfauna  nimmt  zu  von 
den  Polen  gegen  den  Aeqiiator  hin.  » 

Fiir  die  Richtigkeit  dièses  Gesetzes  sprechen  also  aucli  meine 
wenigen  Befunde  bei  niederen  Crustaceen. 

Auffallig  ist  aiich,  dass  die  tropischen  Siisswasserformen  (wie 
ans  den  Beobachtnngen  anderer  Forscher  ebenfalls  hervorgeht), 
allgemein,  wenn  anch  mit  europàisclien  Arten  identisdi,  nicht, 
wie  man  etwa  erwarten  konnte,  grosser  und  iippiger,  sondern 
durchwegs  kleiner  sind. 


Lilteralur. 


1.  Brady,  g.  s.  Notes  on  Entomostraca,  coUectcd  bij  H.  A.  Hahi-Ceiilon. 

Journal  of  Linnean  soc.  zoology.  vol.  19.   1885. 

2.  Brady  and  Normaxx.  Monograph  of  marine  and  freshivater  Odvacoda. 

Scientif.  Transactions  of  R.  Dublin  Soc.  Série  II,  vol.  4.   1889,  et 
vol.  5.  1896. 

3.  Brady  and  Robertson.  Ostracoda  ofTidal  Rirers.  Annals  and  magazine 

of  nat.  history.  Série  4,  vol.  VI.  1870. 

4.  Burckhardt,  g.   Favnutische  und  sjjstematlsche  Shidien  ilher  das  Zoo- 

plankton  der  Schweizerseen.  Revue  Suisse  de  Zoologie,  Genève,  T.  7. 
1900. 

5.  Glals,  G.  Beitrdge  znr  Kenntnis' der  Siissivasser-Ostracoden.  Arbeiten 

des  zool.  Inst.  Wien,  vol.  X.  1892. 

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hangsheft  zum  XXI.  Bande  (1898)  des  Természetrajzi  Fi.izetek.  Buda- 
pest. 1898. 

7.  Giesbrecht  und  Schmril.  Crnstacea  Copepoda  fl.  Gymnoplea).  Das  Tier- 

reich.  6.  Lieferung.  Berlin.   Friedlânder  &  Sohn.  1898. 

8.  Heluch,  B.  Bie  Cladoceren  Bôhmens.  Archiv  der  naturvviss.  Landes- 

durchforschung  von  Bohmen.  III.  Bd. 

9.  Herrik,  g.  L.,  and  Turner,  G.  H.  Si/nopsis  oftke  entomostraca  of  Minne- 

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S.  Paul.  189o. 
10.  Martens.   Ueber  einige  ostasintische  Siissirnssertiere.  Arcbiv  fiir  Xalur- 

geschichte.  34.  Jahrg.,  vol.  I.  1868. 
H.  Mrazek.  Schmackeria  hessei.  Sitzber.  der  k.  bohm.  Ges.  derWissensch. 

NO  24.  f.  1-3.  Prag.  1894. 

12.  Poppe  und  Mrazek.  Schmackeria  Sliili/inanni,  Jahrbucb  der  Hamburger 

wiss.  Anstalten,  vol.  12,  p.  12o.  f.  I.  1894. 

13.  Poppe  et  Richard.  Schmackeria  forbesi.  Mémoires  de  la  Soc.  Zool.  de 

France,  vol.  3,  tab.  X.  f.  1-14.  1890. 

14.  Richard,  .1.   Entomostrach  noneeaux  ou  peu  connus.  Bulletin  de  la  Soc. 

Zool.  de  France,  vol.  XIII.  1888. 

15.  —  Rerision    des    (Uadocéres    (Sididiv   et    IJo/opcdida-).     Annales  des 

sciences  naturelles,  7.  série.  Zool.  1893.  Paris. 


TH.  STINGELIN.    SÏ'SSWASSERFAUNA  VON  CELKBES.  207 

16.  RiCH.ARO.  .1.   Sur  (^iielqitt's  Enlomoxfraïu's  d'eau  dnnrc  (l'Haïti.   Mém.  de 

la  Soc.  Zooloj"-.  de  France,  tome  VIII.  189o. 

17.  —  Cladocères  et  Copepodes  de  Tiflis  et  du  lac  Gokisha.   Bulletin  de  la 

Soc.  Zooloy.  de  France,  tome  XX.  1895. 

18.  —  Entomostracés  de  l'Amévique  du  Sud.  Mrm.  de  la  Soc.  Zool.  de 

France,  tome  X.  1897. 

19.  —  Sur  quelques  Eutomo.st racés  d'eau  douce  des  environs  de  Buenos-A ires. 

Anales  del  museo  nacional  de  B.  Aires,  tome  V.  1897. 

20.  Richard  et  Moxiez.  Entomostracés  d'eau  douce  de  Sumatra  et  deCélèbes. 

in  :   Weber,   Ma.x.   Zoolog.  Erçfebnisse  einer  Reise  in  Niederldnd. 
Ost-lndien.  Leiden  1891.  Bd.  II. 

21 .  Sars,  g.  0.  Australian  Cladocera,  (kurzes  Référât  iiber  die  Hauptarbeit). 

.Tournai  of  the  microscop.  society,  1887,  ser.  II.   7". 

22.  ScHMEiL,  Utto.  Deutschlands  freilebende  Sûsswasser-Copepoden.    Biblio- 

theka  Zoologica,  vol.  21. 

23.  ScouRFiEF.D,  D.  J.   The Entomostraca  of  Eppimj  forest.  The  Essex  Natu- 

ralisa vol.  X.  1898. 

24.  Steuer,  Ad.  Ein  Beitrafi  zur  Kenntnis  der  Cladoceren-  und  Copepoden- 

Fauna  Kdrntens.  Yerhandl.  d    k.  k.  zool. -bot.  Ges.  Wien,  1897. 
2o.  Stixgelin,  Th.   Die  Cladoceren  der  Umfjebunfj  von  Basel.  Revue  Suisse 
de  Zool.  Bd.  III.  Genf  1893. 

26.  Vavra,   Wenzel.    Monographie  der  O.^tracoden  Buhmens.    Archiv  der 

naturwiss.  Landesdurchforschun^'  Bohmens,  vol.  VIII.  Prag  1891. 

27.  —  Die  von  D'  F.  Stuhlinann  gesammelten  Siissuyisser-Ostracoden  Zan- 

zibar's.  Beiheft  zum  .lahrbuch  der  Hamburger  wissensch.  Anstalten, 
XII.  Bd.  Hamburg  1895. 

28.  —  Die  Si'isswasser-Ostracoden  Deutsch-Ostafrikas.  Ostafrika  IV.  Berlin 

1897.  (Sep.  Abzug.) 

29.  —  Susswasser-Ostracoden  der  Hamburger  Magelluenischen  Sammelreise. 

Hamburg,  Verlag  von  Friedrichsen.  1898. 

30.  Weltner,  V^'.  Die  Cladoceren  Ost-Afrikas.  in  :  Ostafrika  IV.    Berlin 

1897.  (Sep.  Abzug.) 


Cypriden  und  Darwinuliden 


der  Schweiz 


von 


Dr  A.  KAUFMANN 


Hierzu  Tafel  15-31. 


YORWORT. 

Die  vorliegende  Bearbeitimg  der  Cypriden  und  Darwinuliden 
Ijildet  deii  zweiten  Teil  der  Behandlimg  der  scliweizerischen 
Ostracoden.  Sie  soll  dem  Zwecke  dienen,  durch  genaiie  Berûck- 
siclitigung  der  Anatomie  aller  und  besonders  der  seltenern  Arten 
ziir  allgemeinen  Kenntnis  der  Formen  einen  Beitrag  zii  liefern, 
die  geograpliisclie  Verbreitung  der  einzelnen  Spezies  in  imserm 
engern  Heimatlande  fest  zu  stellen  und  dieser  Gruppe  in  der  mo- 
dernen  Sûsswasserdurchforschung  eine  gebiihrende  Beachtung 
zuzufûhren. 

Dabei  ist  zu  bemerken,  dass  die  Schwierigkeiten,  veranlasst 
durch  die  grossere  Artenzahhmd  die  Kleinlieit  einzelner  Formen , 
erheblicli  grossere  sind  als  bei  der  Famille  der  Cytheriden,  und 
dass  von  einer  erschôpfenden  Beliandlung  in  Bezug  auf  die  Ver- 
breitung iiberhaupt  nicbt  die  Rede  sein  kann,  da  die  Zalil  der 

Rev.  Suisse  de  Zool.  T.  8.  1900.  14 


210  A.   KAUFMANN. 

Fundorte  eiiie  unbegrenzte  ist,  und  dièse  ziigleich  wieder  mannig- 
facliem  Weclisel  unterworfen  sind. 

Das  Excursionsgebiet,  in  welchem  es  mir  moglicli  war,  die 
Ostracodenfauiia  intensiver  zu  priifen,  ist  die  engere  imd  weitere 
Umgebung  Beriis;  dazu  kommt  in  zweiter  Linie  diejenige 
St.  Gallens,  wâhrend  andere  Ortlichkeiten  nur  aiif  Stunden  oder 
Tage  besucht  werden  konnten,  wobei  der  ungiinstige  Zufall 
hâufig  eine  bervorragende  RoUe  spielte. 

Es  lag  mir  aiicb  daran,  das  Untersuchungsgebiet  Jurine's 
zu  bereisen,  weun  aiidinicbt  zu  erwarten  war,  dass  die  gleichen 
Species  durcb  7-8  Decennien  sich  erbalten  hâtten.  Dabei  stellte 
es  sicb,  wie  zum  voraus  angenommen  wurde,  heraus,  dass  die 
Configuration  der  stehenden  Gewâsser  sicb  maimigfach  geân- 
dert  batte,  viele  sogar  gânzlichverscbwunden  waren,  so  dass  die 
diesbezûglichen  Bemiibungen  zur  sicberernFeststellungderJu- 
RiNE'scben  Arten  obne  Erfolg  blieben. 

Einige  andere  Gebiete  lieferten  Yergleichsniaterial,  so  der 
untere  Teil  des  Tessin  (Sotto-Cenere),  das  Rheintal  und  verschie- 
dene  vereinzelte  Punkte  der  Ost-,  Nord-,  West-  und  Central- 
schweiz. 

Ausserdem  erhielt  ich,  teils  zur  Bestimmung  zugewendet,  von 
Herrn  Prof.  D^  Th.  Studer  Formen  aus  dem  Bielersee,  von  Herrn 
Prof.  D^"  F.  ZSCHOKKE  einige  aus  dem  Pthâtikon,  von  Herrn  Prof. 
D'"  J.  Heuscher  aus  dem  Thunersee,  Herrn  D^"  Th.  Steck  aus 
dem  Moosseedorfsee  und  Herrn  D''  De  la  Chaux  aus  dem  Lac 
Loclat.  Diesen  Herren  spreche  ich  an  dieser  Stelle  meinen  Dank 
aus  fur  Ihre  Sendungen,  ebenso  Herrn  Prof.  G. -St.  Brady  fiir 
die  Freundliclikeit,  einige  fragliclie  P^ormen  zu  priifen  und  mir 
seine  Ansicht  darilber  mitzuteilen. 


CYPRIDEN   UND   DARWINULIDEN.  211 


ALLGEMEINER  TEIL. 
DIE  CYPRIDEN. 

Eine  erste  Untersiicliung-,  Besclireibiing  und  Darstellung  der 
schweizerischen  Cypriden  verdanken  wir  dem  berûhmteii  Gen- 
fer  Chirurgeu  Louis  Jurine,  der  in  seiner  Histoire  des  Mo- 
nocles qui  se  trouvent  aux  environs  de  Genève  durch  die  Bear- 
beitimg  der  Copepoden,  Cladoceren  und  Ostracoden  ein  fiir  die 
Kenntnis  der  scliweizerisclien  Entomostrakenfauna  grundlegen- 
des  Werk  schuf,  welches  erst  nach  siebenzig  Jaliren  durch  eine 
monographische  Beliandlung  der  Cladoceren  der  Umgebung  Ba- 
sels  von  Th.  Stixgelin  ^  und  meine  Zusammenstellung  der  Os- 
tracoden umBern  (131)  eine  Erweiterung  erfuhr. 

Leider  ermoglichen  es  nun  die,  wenn  auch  mit  grosser  Liebe 
und  anerkenneuswerter  Sorgfalt  ausgefiihrtenDarstellungen  der 
Schalen,  noch  weniger  aber  die  ail  zu  kurzen  Beschreibungen, 
die  oft  ganz  zufâllige  Àusserlichkeiten  berticksichtigen,  nur  in 
wenigen  Fallen,  dièse  Funde  mit  den  jetzt  festgestellten  Formen 
zu  identifizieren,  und  dies  um  so  weniger,  als,  wenigstens  bei  den 
Ostracoden,  auch  Entwicklungsstadien  als  besondere  Arten  be- 
schrieben  werden. 

Dieser  Schwierigkeiten  ungeachtet  identifizieren  z.  B.  Brady 
und  Xoi^MAN  (23),  teilweise  unterstiitzt  durch  die  eigenen  Anga- 
ben  Jurine's,  von  den  achtzehn  aufgefiihrten  Arten  fiinfzehn  in 
folgender  Weise: 

Monocidus  ophthalmicus miiCypria (Zenker)  opJithahnica J urine. 
»         ovuni  mit  Cypria  lœvis  O.-F.  Millier. 
»         fuscatus  mit  Cypris  (O.-F.  Millier)  fuscata  Jurine. 
»         rîiher  mit  Cypris  inconcjruens  Bamdohr. 

■'  Th.  Stingelin.  Die  Cladoceren  (1er  Umgebung  von  Basel.  Revue  suisse  de 
Zool  Bd.  III.  1895. 


212  ,  A.   KAUFMANN. 

MonocuJus  aurantius  mit  Cypris  incongniens  Ramdolir. 
»         ovatus  mit  Cypris  ptibera  O.-F.  Miiller. 
»         unifasciatus  mit  Cypris  eUiptlca  Baird  (?). 
»         ornatus  mit  Cypris  ornata  O.-F.  Millier. 
»         vidua  mit  Cypridopsis  vidua  O.-F.  Millier. 

viUosus  mit       »  vïllosa  Juriiie. 

»         monachus  mit  Notodromas  monacha  O.-F.  Millier. 

candidus  mit  Candona  ccmdida  O.-F.  jMilller. 
»        piiher  mit  llyocypris  gïbha  Ramdolir. 
»         histrigatiis        »  » 

»         virens  mit  Cypris  virens  Jurine. 
Dièse  Auffassiingen  teilt  aucli  Vavra,  filgt  zii  der  Liste  aber 
nocli  Monoculus  conchaceus  Jurine  als  identiscli  mit  Cypris 
incongniens  Ramdolir  liiiizu. 

Wie  sclion  au  anderii  Orten  bemerkt  wurde,  hait  es  in  dieser 
Griippe  iingemein  scliwer,  die  von  âltern  Autoren  aufgestellten 
Spezies  genau  zii  erkeiinen,  da  iiiir  Sclialenzeicliniingen  mid 
zwar  iiâufig  nocli  ungenaiie  vorliegen  und  auf  den  feinern  Bail 
der  Gliedmassen  keine  Riicksicht  genommen  werden  konnte.  Wir 
bewegen  uns  im  Reiclie  melir  oder  weniger  berechtigter  Yer- 
mutimgen,  die  nur  wenig  wissenscliaftliclien  Wert  liaben. 

Nach  genauem  Vergleich  der  JuRiNE'sclien  Foriiien  mit  den 
bis  jetzt  von  mir  in  der  Schweiz  aiifgefundenen  Arten,  drângt  sicli 
inir  folgende  Annalime  auf. 

Als  unbestritten  riclitig  dilrfen  angenommen  werden  : 
Monoculus  monachus  als  Notodromas  monacha  O.-F.  Millier. 
»  vidua  »   Cypridopsis  vidua  O.-F.  Millier. 

»  aurantius   »   Cypris  incongruens  Ramdolir. 

»  ornatus       »   Cypris  ornata  O.-F.  Miiller. 

Mit  grosser  Wahrscheinliclikeit  dilrften  aucli  folgende  Annah- 
inen  riclitig  sein: 

Monoculus  2nd)er  als  llyocypris  gïbha  Ramdolir.  (?) 
»  villosus  als  Cypridopsella  villosa  Jurine.  (?) 


CYPRIUEN  UND    DARWINULIDEN.  213 

Monoculus  oplitlialmiciis  als  Cypria  oplithalmica  Juriiie. 
»  fuscatus  als  Ct/pris  fuscafa  Juriiie, 
doch  ist  eine  absoliite  Sicherlieit  durchaus  iiiclit  vorliaiiden, 
da  filr  JMonocidus  puher  (PI.  18,  Fig.  1,  2)  aiicli  Ihjocypris 
Bradyi  Sars,  bei  MonociiUis  viUosus  (PI.  19,  Fig.  14,  15)  auch 
Cypridopsis  aculeata  Liljeborg  oder  irgeiid  eine  andere  ver- 
Avandte  Art  dieser  Gattungeri,  bei  Monoculus  oplithahmcus 
(PI.  19,  Fig.  16,  17)  vielleicht  auch  Cypria  exsculpta  Fischer 
vorgelegen  haben.  Die  Darstellung  der  zweiten  Antenne  bei  Mo- 
noculus  puher  lâsst  eben  nicht  erkennen,  ob  Schwimmborsten 
Yorhanden  waren  oder  nicht.  Das  Gleiche  gilt  von  Monoculus 
bistr Igatus  {Tsif.  19,  Fig.  12,  13),  welcher  durch  die  Gestalt  der 
Schale  von  oben  und  durch  den  Mangel  der  Punktierung  an 
Candonopsis  Vavra  erinnert. 

Monocidus  conchaceus  (PI.  17,  Fig.  7,  8)  scheint  mir  we- 
niger  mit  Cyprisincongruens  Ramd.  als  mit  einer  Candonav\)QV- 
einzustimmen,  da  die  Schwimmborsten  der  zweiten  Antenne  in 
der  Darstellung  fehlen;  es  kônnte  daher  Candona  compressa 
Fischer  oder  eine  verwandte  Art  sein.  Ebenso  ht  Monocidus  can- 
didus  (PI.  19,  Fig.  7,  8)  nicht,  wie  allgemein  angenommen  wird, 
unbedingt  Candona  candida  O.-F.  Mûller,  um  so  weniger,  als 
andere  Arten  im  westlichen  Gebiet  hâufiger  zu  sein  scheinen. 
Ganz  unklar  sind  ferner  die  Formen  Monocidus  unifasciatus 
(PI.  19,  Fig.  9,  \())  wwù.  Monocidus  striatus{^\.  19,  Fig.  11),  deren 
Streifung  mit  Cypria  exsculpta  Fischer  iibereinstimmen  wûrde. 

Monoculus  oplitliahnicus  (PI.  19,  Fig.  16,  17)  kann  Cypria 
ophtlialmica  sein,  doch  fehlen  ihr  die  braunen  Flecken  dieser 
Art,  und  Monoculus  ovum  (PI.  19,  Fig.  18,  19)  ist  wohl  ehie 
Cyclocypris-FQvm^  doch  ist  nicht  festzustellen,  welcher  von  den 
drei  bekannten  Arten  sie  zugehôrt. 

Dagegen  scheint  mir,  was  weder  Brady  und  Norman,  noch 
Vayra  annehmen,  wahrscheinlich,  dass,  nach  Zeichnung  und 
Punktierung    zu    schliessen,    Monoculus   punctatus   (PI.    19, 


214  A.    KAUFMANN. 

Fig.  3,  4)  identiscli  ist  mit  IJyocypyk  Bradiji  Sars,  wenii  aucli 
die  Ansicht  von  oben  niclit  gaiiz  stiinmt. 

Da  ich  bis  aiiliin  die  Arten  :  Cypris  ^mbera  und  virens  nicht 
aufzulinden  verinochte,  kaiin  ich  mich  liber  deren  Identification 
nicht  âiissern, 

Gestutzt  aiif  obige  Darstelhnigen  nelime  ich  von  den  durch 
JURINE  festgestellten  Formen  acht  als  mit  grosser  Sicherlieit 
wieder  zu  erkennende  Arten  an  und  bezeichne  die  andern  als 
fraghch,  weim  auch  nicht  daran  zn  zweifehi  ist,  dass  JuRiNE 
wohl  15  oder  16  verschiedene  Spezies  vorgelegen  haben. 

Wâhrend  nun  anderwârts  die  Kenntnis  der  Cypriden  faunist- 
isch  und  anatomisch  durch  Baird,  Brady  und  Norman  in  Eng- 
land^  Zenker  in  Deutschland,  durch  Liljeborg  in  Schweden, 
S.  Fischer  in  Russland,  Sars  in  Norwegen  wesentlich  gefôrdert 
wurde,  konnten  sich  die  Schalenkrebse  der  Schweiz  mehr  als  ein 
halbes  Jahrhundert  eines  ungestorteu  Daseins  erfreuen,  ohne 
auch  nur  von  irgend  einer  Seite  besonders  beachtet  worden  zu 
sein,  und  erst  die  durch  F. -A.  Forel  begrtlndete  Seendurchfor- 
schung  lenkte  die  Aufmerksamkeit  derindiesem  Gebiete  tâtigen 
Forscher  wieder  einigermassen  dieser  Gruppe  von  Siisswasser- 
bewohnern  zu. 

Schon  bei  den  ersten  eingehenden  Untersuchungen  der  Tiefen- 
fauna  des  Genfersees  wurden  intéressante  Vertreter  der  Cythe- 
riden  und  einige  Cjq^riden  ans  Licht  gebracht,  und  in  den 
nachfolgenden  Untersuchungen  zahlreicher  Schweizerseen  durch 
Forel  und  Du  Plessis  stellte  es  sich  heraus,  dass  dièse  Gruppe 
der  Entomostraken  gewisse  Vertreter  in  der  Littoral-  und 
Tiefenfauna  jedes  Seebeckens  hat.  Was  aber  bei  diesen  und  vie- 
len  spatern  Untersuchungen  auf  die  Fauna  eines  Gewiissers 
die  F'eststellung  der  aufgefundenen  Ostracoden  unliebsam  er- 
schwerte  oder  gcradezu  verunm()glichte,  war  der  Uebelstand.  dass 
die  Kenntnis  der  Ostracoden  trotz  mehrfacher  Berûcksichtigung. 
im  Allgemeinen  eine  mangelhafte  war,  da  man  sich  in  den  meisten 


CYPRIDEN   UND    DARWINULIDEN.  215 

Fâlleii  mit  der  Besclireibuiig  uiid  Darstelhmg  der  Sclialciiver- 
hiiltnisse  begiiligt  liatte.  Ebeii  darauf  niag  es  zuriickzufuliren 
sein,  dass  die  genaniiteii  Autoren  fur  den  Genfersee  Candona  si- 
milis Baird  uiid  Candona  lucens  Baird  aiifuliren,  die  als  identiscli 
zu  betracliten  sind,  iiiid  sie  iind  aiidere  in  der  Folge  von  einer 
Speciesangabe  absehen  und  sidi  darauf  beschriinken,  die  An- 
wesenlieit  einer  «  Ostracode  »,  einer  «  Cypris-  »  oder  «  Candona- 
Species  »  in  dem  untersuditen  Gewâsser  zu  konstatieren.  Dièse 
Angaben  besitzen  dem  entsprechend  keinen  Wert  in  Bezug  auf 
die  geographische  Verbreitung  der  einzebien  Arten,  haben  aber 
dargetan,  dass  auch  die  Ostracoden,  vornehmlich  diejenigen  der 
littoralen  Zone,  in  die  abgelegensten  Seebecken  unseres  Alpen- 
gebietes  ilbergetragen  wurden,  wo  sie  sich  auch  den  Winter 
(Uircli  unter  Eis  lebend  erhalten. 

Im  Folgenden  sind  die  auf  Ostracoden  sicli  beziehenden  An- 
gaben zusammengestellt. 

F.-A.  FoREL  (118)  erwâhnt  aus  dem  Genfersee  Candona  similis 
Baird  und  Candona  lucens  Baird,  Candona  candida  O.-F.  Mill- 
ier und  Cypris  orum  Jurine,  Cyclocypsis  lœvis  (?)  O.-F.  Millier, 
ferner  aus  dem 

Neuenburgersee    eine  Candona 

Bielersee  » 

Vierwaldstattersee  »    Cypris 

Zugersee  »         » 

Walensee  »         ^> 

Ziiricliersee  »         » 

Pfaflikonersee  »  » 

(ireifensee  »         » 

Langensee  » 

Zu  den  obengenannten  Arten  fiigt  Du  Plessis  noch  die  von 
Jurine  nicht  aufgefiihrte  Art  Candona  acmninata  S.  Fischer 
hinzu,  die  er  im  Genfer-  und  Neuenburgersee  konstatiert. 
Aus  der  langen  ReihevonPublikationen  von  D''  O.-E.  Imhof, 


216  A.    KAUFMANN. 

welclie  die  Resiiltate  der  Uiitersucliungen  in  eiiier  grossen  Menge 
vornelimlicli  alpiner  Seeii  enthalten,  erfahren  wir  selir  wenig 
uber  das  Yorkommen  yoii  Ostracoden,  wohl  aus  dem  Gruiide, 
weil  es  sich  bei  einem  kurzeii  Besuclie  niclit  uni  eine  grilndliche 
Erforschung  der  Tierwelt  eines  Seebeckens  handehi  konnte,  son- 
dern  nur  um  die  Feststellung  der  Anwesenlieit  einiger  hanfiger 
Tj'pen  der  Oberflâclien-Fauna.  Bei  diesen  Excursionen,  in  denen 
hautig  nur  faunistisch  genippt  wurde,  entgingen  die  Cypriden  als 
wenig  zahlreich  auftretende  Bewohner  des  Schlammes  und  der 
Ufervegetation  den  Netzen  des  Sammlers,  so  dass  aus  Dutzenden 
von  Untersuchungen  in  ostschweizerischen,  oberbairischen  und 
italienischen  Seen  keine  Ostracode  erwâhnt  wird,  wiihrend  nach 
nieiner  Uberzeugung  in  jedem  Teicb  oder  See  in  den  Sommermo- 
nateneine  bis  zwei  Arten  mehr  oderweniger  zabh^eich  auftreten. 
Bei  diesen  negativen  Resultaten  seiner  Untersucbungen  ist  es 
aber  zu  verwundern,  dass  Imhof  (1 30)  es  (1892)  unternimmt,  eine 
Liste  der  sdiweizeriscben  Ostracoden  zusammenzustellen,  nocb 
eigentiimlicber  jedoch,  dass,  bei  ganzlicbeni  Mangel  eigener 
Kenntnisse  in  dieser  Gruppe,  die  Angaben  anderer  Autoren  nicht 
einfacb  zusammengestellt,  sondern  beliebig  verândert  werden.  Zu 
dieser  Liste  mag  die  JuRiNE'sche  Arbeit  als  Grundlage  gedient 
haben,  doch  werden  sehr  baufig  vorkomniende  und  von  JuRiNE 
ricbtig  aufgefiihrte  Arten,  wie  z.  B.  Monoculus  candidus  =  Can- 
dona  candlda  O.-F.  Mûller,  willklirlicb  gestrichen,  wâhrend 
andererseits  Cypris  minuta  Jurine  dem  Genfer  Autor  zugeschrie- 
ben  wird,  obscbon  dieser  sie  nirgends  erwâbnt.  Noch  andere  Arten 
werden  zweimal  aufgefiihrt,  wie  die  schon  lângst  als  identiscb 
erkannten  Monoculus  opldlKdmkus  Jurine  und  Cypris  compressa 
Baird,  Cypris  minuta  Baird  und  Monoculus  ovum  Jurine.  In  der 
zeitgemâssen Modernisierung  derJuRiNE'schenGattung  «Mono- 
culus »  wird  neben  Cypris  ein  Subgenus  «  Cypria  »  aufgestellt, 
bei  dieseni  aber  werden  dann  ganz  unriclitige  Arten,  wie  Cypria 
vidua  und  Cypria  ovum  aiifgcfubrt.  Mit  was  fur  einem  Recbte 


CYPRIDEN   ITND   DARWIXULIDEN.  217 

Imhof  den  von  Forel  aufgefuiKleiieii  und  von  Yernet  deutlich 
geniig  beschriebenen  Acanthopus  elongafusY émet  niclit  anfiiln't. 
ist  mil"  nicht  verstiindlicli.  Von  den  18  von  Jurine  aufgeflihrten 
Arten  werden  willkurlicli  16  anerkannt,  dazu  die  von  Forel 
und  Du  Plessis  aufgefimdenen  teilweise  beigefiigt,  mid  auf 
dièse  Weise  wird  die  Zalil  der  scliweizerischen  Ostracoden 
auf  22  festgesetzt,  was  weder  den  Angaben  der  Autoren  noch 
der  Wirklichkeit  entspracli.  Die  Zusammenstellung  niuss  daher 
als  eine  ganz  wertlose  bezeichnet  werden. 

Aus  seinen  Untersuchungen  liber  die  Fauna  von  42  alpinen 
Seen  (122)  entnehmen  wir  folgende  Angaben: 

Silsersee  (1793  m.):        eine  Gypride. 

Cavlocciosee  (1908  m.)  :     » 

Sgrisclmssee  (2640  m.):    » 

Seelisbergersee  (753  m.)  :  » 

Seealpsee  (1139  m.):         » 

Langensee  (194  m.)  : 

Totensee  auf  der  Grimsel  (2164  m.)  :  eine  Cypride. 

Ini  Fernern  erfahren  wir   durch   Asper    und   Heuscher, 
(1886-88)  dassim 

Grâppelensee  (b.Wiklhaus)  (1302  m.)  :  Cy^yrispunctcda  Miiller. 

Falilensee  (1448  m.):  »  » 

Seealpsee  (1139  m.)  :  »  » 

Thalalpsee  (1100  m.):  »  » 

Unt.  Murgsee  (1673  m.):  »  »  » 

vorkommt. 

Dazu  weist  Asper  (1880)  im 

Zugersee  eine  Ostracode, 

Yierwaldstâttersee  eine  Cypride, 

Comersee  »  » 

nach,  und  Heuscher  (1890-91)  fûgt  aus  dem 

Wangsersee    (Graue   Horner)    (2200m.):    Cypris  imndata 
Mûller, 


218  A.   KAUFMANN. 

Werdeiibergersee  :  Cijpris  fusca  Strauss, 
»  Gypris  ovum  Jurine, 

Ob.  Zûrcliersee  :  Cypris  punctata  O.-F.  Millier, 
Walensee  eine  Cypris 
bel. 

Fernere  Angaben  linden  wir  bei  Zschokke  (1890-91-95)  ans 
dem  Rliatikoii  : 

Partnunsee  (1874  m.):  Candona  camlida,  Cypris  compressa 

[Baird. 
Limersee(1943m.):  »  »  » 

Garscliinasee  (2189  m.)  : 

Tilisimasee  (2102  m.)  :  »  »  » 

aus  dem  Gebiete  des  Grossen  St.  Bernhards  : 

Lac  de  Fenêtre  (2420  m.)  :  Candona  candida.  Miill.  Cypridopsis 

smaragd'ma  Vavra, 
Hospiz  (2445  m.)  :   Candona  candida.   Cypria  opjhthahmca 

Jurine.  CycJocypris  îœvis  Midi., 
Grand-Lay  (2560  m.):  Candona  candida, 
aus  dem  Jura  : 

Lac  de  Brenets  eine  Cypris. 

Den  Untersuchungen  Fuhrmann's  in  tessinisclien  Seen  ent- 
nelmien  wir,  dass  im 

Lago  Cadagno  (1921  m.)  :  eine  Cypris, 
»     Tom  (2023  m.)  :  »    Cypridopsis, 

»     Taneda  (2293  m.)  :  Candona  candida  O.-F.  Millier, 
»     Poncione  Negri  (2353  m.)  :  eine  Cy^yris, 
»     Punta  Nera  (2456  m,): 
»     Scuro  (2453  m.)  »  » 

vorkommt. 

Aus  diesen  sparlichen  Angaben  erkennen  wir  eine  weitge- 
hende  horizontale  und  besonders  verticale  Verbreitung  einzelner 
Arten,  doch  haben  dièse  Untersuchungen  fiir  dièse  Gruppe  von 
Entomostraken  selir  wenig  Neues  ans  Licht  gebracht,  da  nur 


CYPEIDEN   UND   DARWINULIDEN.  219 

zwei  flir  die  Schweiz  iieiie  Arten,  Candona  amminata  Fisclier  (?) 
iiii  Genfersee  iiiul  Cypridojjsis  smaragdina  (?)  voin  St.  Bern- 
hard  gefunden  wurdoii.  Die  vier  iibrigeii  Arteii  :  Cydocjjpris  lœ- 
vis,  Cl/pria  opJdhalmica,  Candona  candida  und  Cypris  fuscata 
wareii  sclion  durch  Jurine  bekannt  geworden. 

Eiiie  Erganziiiig  erhielt  die  Kenntiiis  der  einheimisclien  Ostra- 
coden  durch  nieine  diesbezligliclien  Nachforschimgen  in  den  Ge- 
wâssern  um  Berii,  wobei,  mit  Aufualime  von  acht  fiir  die  Schweiz 
neuen  Arten,  die  Zahl  der  unbestreitbaren  Formen  (fiir  dièses 
enginngrenzte  Gebiet)  aiif  sechszehn  festgestellt  werden  komite, 
zugleich  aber  der  Ueberzeugimg  Ausdruck  gegeben  wiirde,  dass 
im  ganzen  Gebiete  erheblich  mehr  Arten  vorkommen  niûssen. 

In  ausserschweizerischen  Gebieten  wurde  die  Ostracodenkunde 
in  neiierer  Zeit  erheblich  gefordert  durch  Brady  und  Norman 
in  England,  durch  Yavra  in  Bolnnen,  Claus  in  Wien,  Sars  in 
Norwegen,  Moniez  in  Frankreich,  Daday  in  Ungarn  und 
Hartwig  in  Brandenburg  ;  daran  reihen  sich  dieUntersuchungen 
von  TuRNER  und  Sharpe  liber  nordamerikanische  Formen,  von 
Vavra  liber  siidamerikanische  und  ostafrikanische  Cypriden, 
diejenigen  von  Sars  iiber  solche  aus  Australien  und  Neu-Seeland, 
sowie  diejenigen  von  G. -AV.  Mûller  liber  die  Vertreter  dieser 
Gruppe  auf  Madagaskar  und  Aldabra  im  indischen  Océan  in 
wlirdiger  Weise  an^ 

ANATOMIE. 

Die  Cypriden  besitzen  wie  die  Cytheriden  eine  zweiklappige, 
kalkhaltige  Schale,  deren  Telle  durch  ein  dorsales  Liga- 
ment in  Verbindung  stehen,  doch  sind  die  Schalen  durchwegs 
weniger  kalkhaltig,  als  bei  den  marinenVertretern  der  Ostraco- 
den,  und  nur  die  Gattung  llyocypris  nâhert  sich  in  Bezug  auf  die 
Ilârte  der  Schale  der  genannten  Gruppe.  Auch  sind  die  Formen 

^  In  neuester  Zeit  erschien  :  G.-W.  Mûller,  Ostracoden  Deutschlands.  Zoolo- 
gica,  Bd.  XII,  Heft  30. 


220  A.    KAUFMANN. 

im  Allgeineinen  viel  einfaclier,  da  sich  gewôliiilicli  weder  beson- 
dere  Erhohimgen  noch  Skulptiireii  aufder  Scliale  zeigeii,  wiede- 
rum  mit  Ausiialime  der  Gattiing  Ihjocuprîs  Brad}-  iiiid  einiger  in 
neiierer  Zeit  durcli  Vavra  bekaiint  gewordeiien  Arten  aus 
Afrika.  Bei  den  einlieimischen  Species  iînden  sicli  iiur  zahiiartige 
Vorspriinge  oder  kegelformige  Erhebiingeii,  letztere  in  ganz  ge- 
ringer  Zabi. 

Im  Umriss  weichen  sie  von  einer  mebr  oder  weniger  bobnen- 
fôrmigen  Grundgestalt  wenig  ab  und  zeigen  bâutig,  von  oben  ge- 
seben,  einen  eifôrmigen  Umriss,  wâlirend  bei  den  Cvtberiden  die 
elHptiscbe  Form  Regel  ist.  Griibige  Vertiefungen  treten  in  den 
Gattungen  Uyocypris,  CijpridopseUa  und  Paracypridopsis  auf, 
wâlirend  ein  netzartig  auftretendes  Balkenwerk  ein  Merk- 
mal  eines  in  der  Entwicklung  begriffenen  Individiuims  ist,  wo- 
rauf  scbon  Yavra  bingewiesen  bat.  Deutlicher  als  bei  den  Cv- 
tberiden ist  bier  in  den  meisten  Fâllen  der  Band  der  Innenlamelle 
der  Scbalenduplicatur  zu  beobacbten,  so  z.  B.  bei  Candona,  wo 
sie  sich  vorn  und  liinten  weit  vom  Scbalenrand  entfernt.  Auf  das 
verscbiedene  Verhalten  dièses  Saumes,  der  Verwacbsungslinie 
etc.,  glaubt  G.-W.  Mûller  systematiscbe  Unterscliiede  griinden 
zu  kônnen  ;  docb  sind  dièse  Verbâltnisse  erst  an  Scbnittprîepa- 
raten  zu  erkennen,  wessbalb  dariiber  bis  jetzt  sebr wenig bekannt 
geworden  ist. 

Die  Asymmetrie  der  Scbalen  ist  in  den  meisten  Fâllen  deut- 
lich  ausgebildet  ;  dabei  scbeint  es  Regel  zu  seni,  dass  die  linke 
Scbale  die  recbte  sowohl  vorn  als  binten  tiberragt.  In  âlmlicher 
Weise  findet  sicb  bâufig  auf  der  Ventralseite  in  der  Nâhe  des 
Mundes  eine  Ausbucbtung  der  bnken  Scbale,  liber  welcbe  sich 
die  rechte  weit  hineinzieht,  so  vornehmlich  bei  Cypridopsis  und 
Cydocyptis.  Dièse  Einrichtung  ist  ftir  die  Prâparation  oft  nach- 
teilig,  da  bei  starker  Contraktion  des  Scbliessnniskels  ein  Ein- 
dringen  der  Nadelsi)itzen  verunuKiglicht  wird.  Die  griisste  Hôhe 
erreicht  die  Scbale  gewolinlich  liber  der  Mitte,  seltener  vor 


CYPRIDEN   UND   DARWINULIDEN.  221 

derselbeii,  wie  bei  Prionocypris  serrata,  oder  liinter  derselben 
{Notodromas,  Candona-AYten). 

Den  grôssteii  Querdiirchmesser fiiiden  wir  liiiufigin  der  Mitte, 
nocli  ôfter  liinter  derselben,  so  dass  der  Uniriss  eiformig  er- 
scheint.  Es  giebt  sehr  schniale  Fornien  (Cypr'm,  Candonopsis, 
Candonopsella),  wâhrend  wieder  bei  andeni  die  Breite  bedeuten- 
der  ist  als  die  Hôlie  (Pnofwcypris  tumefacta,  CypridopseUa  tu- 
mida).  Die  Form  steht  in  keiner  Bezieliinig  mit  deniAnfenthalts- 
ort,  da  icli  beide  Extrême  an  den  gleichen  (Jrtlichkeiten 
gefimden  habe, 

Geschlechtsmiterscliiede  zeigen  sich  bei  Candona-Arten,  bei 
welchen  die  Mânuclien  meist  grôsser  sind,  imd  bei  Cyprois,  \vo 
die  Weibclien  grosser  sind,  wahrendbeiC^c/or_yji9m^  Cypriamià 
Xotodromas  die  Unterschiede  versclnvindend  klein  werden. 

Ausser  einigen  zalmartigen  oder  kegelformigen  Erliuliungen 
(Prionocypris  serrata,  Cypris  incongru ens  imd  llyocypris)  zeigt 
sich  eine  hyaline  Lamelle  am  Vorder-  imd  Hinterrand  bei  Cy- 
prois, Notodromas,  Cypria  iind  llyocypris.  Querverlaufende  nach 
oben  breiter  werdende  Rinnen  sind  characteristisch  fUr  aile 
Art  en  der  Gattiing  llyocypris. 

Die  Behaanmg  besteht  in  meist  zerstreut  stehenden  Wimpern, 
die  in  der  Matrix  entspringen  imd  infeinenlvanâlchendieSchale 
durchdringen.  Dièse  Kanâle  sind  nie  so  lang  wie  z.  B.  bei  Siiss- 
wasser-Cytheriden  ;  am  dichtesten  stehen  die  Haare  aiich  bei 
dieser  Famille  am  Vorder-  und  Hinterrande. 

Einige  Candona-kriçw  zeigen  bei  mangelnder  Behaariuig 
einen  deutlichen  Perlmutterglanz,  wenn  sie  an  die  Oberflâche 
des  Wassers  kommen,  oder,  innerlich  noch  mit  Wasser  gefiUlt, 
auf  s  Trockene  gelangen. 

Die  Farbe,  welche  der  Pigmentschicht  der  Duplicatur  zu  ver- 
danken  ist,  umfasst  aile  Nuancierungen  von  gelblich-weiss,  durch 
gelb,  grlin,  blâulich,  violett,  braun  bis  schwarz.  Einzelne  Gat- 
tungen,  wie  Candona,  Candonopsis,  Pyocypris  zeigen  kein  far- 


222  A.   KAUFMANN. 

biges  Pigment  und  geniessen,  als  ausgeprâgte  Sclilammbewohner, 
in  dem  gelblicli-weissen  Tone  ebenso  gut  eine  Schutzfârbung  als 
die  Vertreter  der  Gattung  Cypridopsis,  welche  als  Bewohner  der 
vegetationsreiclien  Gewâsser  meist  eine  grline  Fârbung  zeigen; 
diesen  scliliessen  sich  an  :  Uyodromus  oUvaceus,  Bolerocypris 
fasclatamidPriofwcAjprisserrata,so\YieHer2)etocy2)ri^ 

In  âhniiclier  Weise  sind  diircli  braune  Fârbung  ausgezeichnet 
die  den  i)flanzlichen  Détritus  bewohnenden  Arten  der  Gattung 
Cypria,  sowie  Cypris  fuscata  und  Cychcypris,  deren  Arten  aucli 
auf  dem  Grunde  der  Seen  vorkommen. 

Kaum  in  dieser  Weise  zu  deuten  ist  die  scliwarz  und  weisse 
Fârbung  von  Notodromas,  die  scliwarze  Streifung  von  Cypri- 
dopsis  ridua  und  Paracypridopsis  variegata. 

Die  an  der  Seite  der  Schale  hâufig  leiclit  erkennbaren  Ein- 
driicke  der  Schalenscliliessmuskeln  bilden  meist  ftinf  ungieich 
grosse  ovale  Flecken,  deren  Form  und  Lage  wenigstens  fiir  die 
Gattung  konstant  und  hâufig  auch  fur  die  Spezies  charakte- 
ristiscli  ist. 

Die  Gliedmassen  und  fflRE  biologische  Bedeutung. 

Wie  bei  den  Cytheriden  treiïen  wir  auch  hier  sieben  Paar 
Gliedmassen,  von  denen  die  hintern  Paare  in  ihrer  Gestaltung 
und  Tâtigkeit  aber  wesentlich  abweichen.  Zu  diesen  gesellt  sich 
dann  noch  ein  Paar  Furkalanhânge,  die  in  den  meisten  Fâllen 
gut  ausgebildet,  ausnahmsweise  (Cypridopsis)  stark  reduziert, 
aber  immer  noch  deutlicher  entwickelt  sind  als  bei  der  genann- 
ten  Famille. 

Die  erste  Antenne  zeigt  sich  bei  allen  Formen  libereinstinnnend 
gebaut,  ist  siebengliedrig,  an  der  Seite  der  Stirn  mit  einem  brei- 
ten  Basalglied  durch  Chitinleisten  befestigt.  Das  sehr  umfang- 
reiche  erste  Glied  trâgt  an  der  ventral  en  vordern  Ecke  zwei 
sehr  lange  nach  unten  und  hinten  gerichtete  Bersten,  deren  Be- 
deutung in  einer  Beinigung  der  Seitenteile  des  Kopfes  zu  suclien 


CYPRIDEN   UND   DARWINULIDEN.  228 

ist.  Das  zweite  mit  deiii  ersteii  deii  Staiiiin  darstellende  Glied 
bildet  mit  dem  dritten  Gliede  ein  Gelenk,  in  welchem  sich  der 
Yordere  Teil  als  Ganzes  bewegt.  Die  folgenden  Glieder  nehmeii 
an  Breite  nacli  der  Spitze  continuierlicli  ab,  wâhrend  sie  an 
Lange  elier  zunehmen.  Die  Borsten  der  Ventralseite  erreichen 
nicht  mehr  als  die  Lange  des  betrettenden  (ganzen)  Gliedes,  einige 
Aiisnahmenabgerechnet;  diejenigen  der  Oberseite,  die  zuzweien 
stehen,  bilden  in  den  meisten  Fâllen  einen  Schwinnnborsten- 
blischel  von  der  Lange  der  ganzen  Antenne,  und  zwar  aucli  bei 
solchen,  welclie  nicht  zu  schwimmen  vermôgen.  Sehr  kurz  sind 
sie'  bei  Candona  caudata,  llyocypris  Bradyi  und  11.  inermis, 
wodurch  dièse  Arten  an  Cj^theriden  erinnern.  Die  Scliwimm- 
borsten  sind  hâiifig  deiitlich  gefiedert  (Cypria). 

Die  Zabi  der  Borsten  ist  wohl  iiberall  die  gleiche,  und  nadi 
den  einzehien  Gliedern  : 

4:   1:   1:   3:  3:   5:  4 

Am  Ende  steht  eine  Sensitivborste. 

Dièse  Antenne  ist  vor  allem  Bewegungsapparat,  daneben  aber 
auch  Tastorgan.  Die  Beborstung  ist  massgebend  fiir  das  Schwimm- 
vermôgen,  indem  bei  guten  Schwimmern  (Cypria,  Cydocypris) 
die  Schwimmborsten  2-2  V^  mal  langer  sind  als  die  ganze  An- 
tenne. Beim  Gebrauche  werden  die  Borsten  gespreizt  und  in 
folge  der  Artikulation  der  einzelnen  Glieder  bis  weit  tiber 
das  Auge  zuriickgebogen.  Die  Schwimmbewegung  gesdiiebt  durcli 
rasches  Auf-  und  Absclilagen  des  vordern  Teiles  der  Antenne. 
Beim  Kriecben  werden  sie  etwas  gelioben  getragen  und  iiber- 
nehmen  dann  die  Funktion  der  Tastorgane,  wâhrend  sie  bei 
denjenigen  Formen,  die  nur  ganz  kurze  Borsten  tragen,  âhnlich 
wie  bei  den  Cytheriden,  beim  Eindringen  in  den  Detritusûberzug 
des  Schlammes  zum  Wegrâumen  von  kleinen  Fremdkorperchen 
dienen. 

Die  ziveite  Antenne  zeigt  am  meisten  Àhnlichkeit  mit  dem 
gleichnamigen  Gliede  der  Cytheriden  und  Darwinuliden   und 


224  A.   KAUFMANN. 

eiitspriiigt  ebeiifalls  uiiterlialb  der  ersten  Antenne.  Der  Basal- 
teil  AvircI  durcli  eine  liinten  sicli  gabelnde  I^eiste  gestiitzt  und  in 
seinem  vordern  erhabenen  Teil  durch  einige  Chitinspangen 
eingerahmt  und  durchzogen.  Hier  stelien  zwei  Borsten,  von 
denen  die  eine  kurz  und  ringsuni  geliedert  seinkann  (Candona). 
Ziemlich  rechtwinklig  dazu  erliebt  sicli  mit  keilfôrmig  zuge- 
spitzter  Basis  das  zweite  Glied,  der  Stamm,  an  dessen  Ende, 
dem  folgenden  Gliede  anliegend,  der  meist  in  drei  ungleich  lan- 
gen  Borsten  erscheinende  Aussenast  steht,  âhnlich  dem  Yerlial- 
ten  bei  Darwimda.  Claus  (46,  p.  25)  stellt  schon  dièses  Glied, 
das  er  nadi  Fischer  als  Fémur  bezeidmet  zum  Imienast,  weldier 
dann  vier-  resp.  ftlnfgliedrig  wiirde. 

Ventralwàrts  findet  sich  iiberall  die  mehr  oder  weniger  lange 
und  sdnnale  Spiirborste,  deren  vorderer  Teil,  der  eigentlidie 
Spiirapparatjin  der  Lange  und  Breitenadi  den  einzelnen  Art  en 
abândert.  Am  Ende  des  Gliedes  stehen  sechs  Borsten,  von  denen 
fûnf  eine  bedeutende  Lange  erreidien  und  als  Scliwimmborsten 
funktionieren  kônnen.  Die  grôsste  Lange  erreidien  sie  bei  den 
Gattungen  Cypria  und  Cydocypris,  wâhrend  sie  bei  andern  (Xo- 
todromas,  Cypris,  Cypridopsis  u.  a.^  die  Antenne  kaum  ûberra- 
gen  und  bei  Herpetocypris,  Ilyodromus,  Prionocypris  sehr 
kurz  ersdieinen,  um  dann  bei  Candona,  Candonopsis  ganz  zu 
schwinden. 

^lit  der  Verkiimmerung  dieser  Borsten  geht  der  Verlust  des 
SchwinnnvermôgensHand  in  Hand.  Das  folgende  Glied  ist  an  der 
Ventralseite  und  am  Distalende  mit  Borsten  ausgeriistet  und  er- 
leidet  bei  den  Miinndien,  ebenso  bei  den  Weibchen  der  Gattung 
Notodromas  eine  Zweiteilung,  die,  wie  Claus  wolil  richtig  an- 
nimiut,  keine  durdigreifende  ist,  sondern  nur  als  eine  Einschnti- 
rung  zu  betraditen  ist,  da  die  beiden  Telle  unbeweglicli  mitein- 
ander  verbunden  bleiben.  An  dieser  Stelle  stehen,  bei  den  Gat- 
tungen Candona,  Cypria,  Notodromas,  Candonopsis,  im  mânn- 
lidien  Geschlecht  zwei  ungleidi  lange,  meist  in  eine  hyaline 


CYPRIDEN   UND    DARWINULIDEN.  225 

Spitze  auslaiifende  Sensitivborsten,  deren  Tatigkeit  noch  duiikel 
ist.  Das  Ende  des  Gliedes  trâgt  iiieist  drei  uiigleich  lange  Klauen, 
zii  welclien  sicli  am  Ende  des  letzten  (lliedes  noch  zwei  gesellen. 

Die  Tatigkeit  der  Antenne  ist  eine  doppelte,  wenn  sie  mit 
Sclnvinnnborsten  verselien  ist.  In  allen  Fâllen  dient  sie  aucli  ziir 
Kriechbewegiuig  und  ermôgliclit  diircli  den  starken  Bau  ein 
rasches  Fortkommen  aiif  ebenem  Grunde,  befâhigt  aber  aiicli  zu 
ausgiebigen  Kletterktinsten.  Es  kommt  ihr  ferner  bei  der 
Nabrimgsaufnahme  —  so  beim  liegenden  Tier  —  die  Aufgabe 
zu,  die  Nahrungsballen  in  eine  rotierende  Bewegimg  zu  bringen, 
was  z.  B.  bei  Gandona-Arten  leicht  beobachtet  werden  kann. 
Durch  Einzielien  des  Gliedes  wird  der  Ballen  einwarts  gedreht, 
wodurch  den  Mandibeln  immer  wieder  neue  Nahrungspartikel 
zugefûlirt  werden. 

Die  Mandibeln  verhalten  sicli  in  der  Gestaltung,  weniger  in 
der  Beborstung,  alinlich  den  Cytheriden,  weiclien  aber  erheblicli 
von  den  Darwinuliden  ab.  Auf  dem  fiir  aile  Familien  charakte- 
ristischen  Basalstiick  steht  ein  gegiiederter  Taster  mit  einem 
borstenreichen  Exopoditen. 

Die  Kauplatte  (Proximalglied  des  Protopoditen  nacli  Vavra, 
Ladenfortsatz  nacli  Claus,  Basalglied  nach  G.-W.  Mliller)  ist 
kraftiger  als  bei  den  Cytheriden  und  mit  stârkern  Zâhnen  am 
Kaurand  versehen.  Der  auf  der  Oberseite  aufsitzende  Taster 
zerfiillt  in  vier  Glieder,  von  denen  das  erste,  grosste  als  Stamm- 
teil  aufzufassen  ist,  auf  dessen  Dorsalseite  sich  ein  Anhang 
befindet,  der  als  verkiimmerter  Exopodit  (Athemplatte)  betrach- 
tet  wird. 

Diesem  Anhange  haben  Brady  und  Norman  in  ihren  Dar- 
stellungen  keine  besondere  Aufmerksamkeit  gewidmet  und  geben 
bald  drei,  vier,  funf  oder  sechs  Strahlen  an  diesem  Gliede  an. 
Auch  bei  Vavra  finden  sich  nur  vereinzelte  Angaben;  so  bei 
Xotodromas  (37,  Fig.  8,  1)  deren  fiinf,  bei  Cypria  (Fig.  19,  3) 
sechs  und  eine  kleine,  bei  Candonopsis  deren  fiinf. 

Rev.  Suisse  de  Zool.  T.  8.  1900.  15 


226  A.    KAUFMANN. 

Sars  siellt  hei  Candofi a  neglecta  (11),  PL  19,  Fig.  7)  sechs, 
bei  Cyprinotus  dentato-marginatus  und  Ilyocyxnis  austmliensis 
(27,  PL  3,  Fig.  5;  PL  6,  Fig.  5)  fiinf,  bei  Cypridopsis  gJobulus 
(27,  PL  7,  Fig.  5)  wiecler  seclis  dar:  Vavra  bildet  bei  seiiieii 
Fornieii  5-7,  Sars  deren  5  oder  6  ab,  wâhrend  wirwiederum  bei 
G.-W.  MULLER  (58,  p.  50)  die  Angabe  tiiiden,  «  er  habe  meist 
vier  Strahlen  »,  was  sich  wolil  nur  auf  marine Arten  beziehen  solL 

Claus  (46,  p.  35)  ist  der  Erste,  welcher  der  Vermutimg  Aus- 
driick  giebt,  es  môchte  dieser  Exopodialanhang  bei  alleii  Cypri- 
den  in  Bezug  auf  seine  Gestalt  und  die  Zabi  derBorsten  einheit- 
licli  gestaltet  sein,  und  er  giaubt,  die  Zabi  der  letztern  auf  7 
feststellen  zu  diirfen;  daneben  macbt  er  zum  ersten  mal  beson- 
ders  auf  die  siebente,  kiirzere  und  unbefiederte  Borste  aufmerk- 
sam.  ' 

AVer  mit  der  Untersuclmng  dièses  Anhanges  zu  tun  geliabt 
bat,  weiss,  dass  es  aucli  mit  den  feinsten  Nadeln  unmoglicb  ist, 
dièses  Gebilde  heraus  zu  prâparieren,  und  mau  sich  auf  eine  sorg- 
fâltige  AuslôsungderMandibelbeschrânken  muss.  Dièse  Scliwie- 
rigkeiten  lassen  es  erklârlicli  erscbeinen,  warum  dièses  Gebilde 
so  wenig  bekannt  ist  ;  es  ist  aber  wabrscheinlicb,  dass  die  Zabi 
der  Borsten  filr  die  einzelnen  Gattungen  eine  konstante  ist. 

Ich  nebme  als  Grundzahl  der  Borsten  deren  acht  an,  davon 
sind  sieben  gefiedert.  Die  erste  ist  kurz,  in  der  Nâhe  des  Stam- 
mes  nacb  unten  umgescblagen,  die  letzte  dtinne,  meist  etwas 
kiirzere,  ungetiederte  kommt  liâuiig  unter  die  siebente  zu  liegen 
und  wird  daber  ûbersehen. 

Bei  ganz  kleinen  Formen,  wie  Cyprla,  Cydocypris,  Cypridop- 
sis, scheint  die  erste  kurze  Borste  ganz  zu  verscbwinden  und  wird 
dann  durch  einige  Haare  ersetzt. 

Auf  der  ventralen  Seite  finden  sich  drei  die  Spitze  der  Kau- 
platte  erreicbende  Borsten,  ^on  denen  eine  diinn  und  unbedornt 
ist,  dazu  nocb  eine  bis  jetzt  wobl  meist  iibersehene  ganz  feine 
von  geringer  Lange. 


CYPRIUEN   UND   DARWINULIDEN.  227 

Aufder  Imieiiseite  des  zweiten  Tastergliedes  tritt  eine  Reihe 
von  Borsten  auf,  deren  Zalil  uiid  Betiedening  cliarakteristisch 
ist  fiir  einzelne  Gattungen,  ja  sogar  fiir  iialiestehende  Arten 
(Candona),  was  bis  jetzt  iiocli  von  keiner  Seite  beaclitet  oder 
hervorgelioben  wurde.  Die  Zabi  der  innerseits  auf  einem  kleinen 
Vorsprung  stehenden  langen,  leicbt  gekrûnimten  Borsten 
scbwankt  zwiscben  zwei  und  fiinf,  und  die  Borsten  selbst  sind 
bald  fein  bebaart,  bald  dornig  gefiedert  (Cyprîa),  bald  glatt 
(Candona).  Dazu  gesellen  sich  auf  der  andern  Seite  noch  eine 
meist  gerade  und  eine  kurze  oft  sebr  dicke  btiscbelig  bebaarte 
oder  steif  bedornte,  die  bis  anbin  aucb  baufig  tibersehen  wurde. 

Bezeicbnend  fiir  einzelne  Gattungen  ist  ferner  aucb  die  Zabi 
der  Borsten  an  der  dorsalen  Ecke  des  zweiten  Gliedes,  wo  bald 
zwei  (Candona),  bald  drei  (Ihjodromus,  Herpetocypris)  steben. 

Claus  (46,  p.  36)  nimmt  fiir  das  Terminalglied  fiinf  Borsten 
an;  es  mag  das  wobl  die  Grundzabl  sein,  die  aber  nicht  immer 
ausgebildet  i^t  (Candona).  Wie  die  Zabi,  so  ist  aucb  die  Stârke 
verscbieden,  und  bei  der  Co^^z/owa-Gruppe  tritt  eine  deutlicbe 
zweizeilige  Bedornung  der  stârksten  Borste  auf. 

Die  Bedeutung  der  Mandibel  und  ibrer  Telle  ist  langst  ricbtig 
erkannt.  Die  in  das  Atrium  (nach  Claus)  zwiscben  Oberlippe 
und  Hypostom  eindringende  Zabnreibe  der  Kauplatte  besorgt 
allein  die  mecbaniscbe  Zerkleinerung  der  Nabrung;  die 
scbaufelforraigen  Zâbne  sind  aufrecht  gestellt  und  arbeiten  auf 
einer  senkrecbten  Kauflâche.  Der  Taster,  der  aufder  gedrebten 
Platte  scbief  aufsitzt,  bewegt  sicb  gleiclizeitig  mit  dieser  und 
scbiebt  damit  die  Nabrungsbestandteile  von  der  Seite  dem 
Mundezu,  unddiesum  so  ausgiebiger,  als  aucb  nicbt  der  kleinste 
Eaum  iibrig  bleibt,  der  nicbt  von  den  Borsten  bestricben  wiirde. 
Die  BeAvegung  der  Platte  und  des  Tasters  findet  im  gleicben 
Tempo  statt  und  dazu  scblâgt  aucb  der  liber  die  Platte  binunter 
ragende  Exopodialanbang  gleicbzeitig  mit  dem  der  Maxille. 

Die  Maxille.  Ganz  âlmlicb  wie  bei  den  Cytberiden,  baut  sie 


228  A.   KAUFMANN. 

sicli  aiicli  bei  den  C^'priclen  ans  drei  Teilen  aiif,  ans  einer  iimfang- 
reichenlamellaren  mit  einer  Anzalil  gefiederterBorstenbesetzten 
Atliemplatte,  (Exopodit),  aus  drei  zapfenfôrinigen,  distalwarts  mit 
Dornen  verselienen  Fortsàtzen  iind  einem  darûber  stehenden 
zweigliedrigen  Taster,  Eiidopodit.  Da  es  selir  schwer  hait,  zu 
erkemien,  ob  der  Exopodit  sich  mir  an  den  untersten  Fortsatz 
anlelmt  oder  weiter  oben  inseriert,  sind  die  Verhâltnisse,  die 
doch  stark  an  diejenigen  der  Mandibel  erinnern,  in  Beziig  auf  die 
Bedeutung  der  Zapfen  nicht  leiclit  zu  deuten,  iind  die  Meinimgen 
gehen  denn  auch  auseinander. 

Claus  (46,  p.  36)  spridit  den  untersten  Fortsatz  als  den  gan- 
zen  Protopoditen  an  und  deutet  dem  entsprediend  die  folgenden 
Zapfen  als  erstes  und  zweites  Glied  desTasters,  auf  welclien  dann, 
in  Form  des  eigentlichen  Tasters,  das  dritte  und  vierte  Glied 
des  Endopoditen  folgen  wlirde.  G.-W.  Mûller  betracbtet  die 
drei  Fortsâtze  als  zum  Stamm  geliôrig  und  nimmt  eine  durcli 
Spaltung  des  zweiten  Fortsatzes  erzeugte  Vermehrung  der 
Stammglieder  von  zwei  auf  drei  an. 

Ich  neige  zu  der  Ansiclit  von  Claus  hin,  da  in  vielen  Fâllen 
(Candona)  parallel  verlaufende  von  der  Basis  der  Fortsâtze  aus- 
gehende  Cliitinleisten  dièse  Ansicht  zu  rechtfertigen  scheinen, 
andererseits  auch  beobachtet  werden  kann,  dass  der  unterste 
Fortsatz  sich  rasch  verbreitert  und  die  iibrigen  Telle  seitlich  da- 
ran  eingeftigt  sind.  Der  Taster  entspricht  in  der  Beborstung  fast 
ganz  genau  derjenigen  des  letzten  und  zweitletzten  Tastergliedes 
der  Mandibel  ;  zum  Endscheid  mtissen  auch  die  Verhâltnisse  an- 
derer  Ostracoden-  oder  Entomostraken-Gruppen  herbeigezogen 
werden. 

An  dem  obersten  Fortsatz  stehen  zwei  dicke,  gegliederte,  fiir 
einzelne  Gattungen  (Cypris,  Herpetocypris)  in  charakterischer 
Weise  gezâhnelte  Dornen. 

Die  Tâtigkeit  der  ersten  Maxille  besteht  in  ihrem  vordern 
ïeil  in  der  Nahi'ungszufuhr  zum  Atrium.  Die  Bewegungen  aller 


CYPRIDEN    UND   DARWINULIDEN.  229 

Fortsâtze  und  des  Tasters  gesclielien  gleiclizeitig.  Ganz  unab- 
liângig  davon  bewegt  sichdieAtliemplatte,  welclie  durchrasche- 
res  oderlangsaiiieresAiischlagenaii  die  Kôrperwand  dasAthem- 
wasser  enieuert.  Die  Beweguiig  begimit  an  der  Basis,  verbreitet 
sicli  welleiifôrmig  bis  zurSpitze,  so  dass  das  miter  der  Platte  be- 
liiidliche  Wasser  nach  hiiiten  ausgetrieben  wird  und  dadurch  ein 
continiiierlicber  Stroni  nach  hinten  entsteht,  der  aucli  dann  noch 
fortdaiiern  kann,  wenn  die  Schale  geschlossen  wird.  Dies  ermo- 
glichen  die  spaltenartigen  Oft'nungen  vorn  und  hinten  an  der 
Schale.  Die  Bewegung  der  Athemplatte  ist  nicht  immer  gleich 
rasch  ;  sie  kann  auf  Sekunden  ganz  eingestellt  werden,  ist  im 
sauerstoffarmen  Wasser  langsam,  steigert  sich  mit  der  zuneh- 
menden  Lebensenergie  im  frischen  Wasser  bis  auf  zwei  bis  drei 
Schlâge  in  der  Sekunde. 

Der  Kieferfiiss  (Claus)  oder  die  zweite  Maxille  (Maxillarfuss 
nach  G.-W.  Mûller)  tritt  in  dieser  FamiHe  als  besonderes  Merk- 
mal  gegentiber  den  Cytheriden  auf,  ist  aber,  im  Gegensatze  zu 
den  Darwinuhden,  wo  die  Gestalt  eines  Prisses  erhahen  bheb,  in 
allen  Teilen  merkUch  verkiimmert.  Wir  finden  einen  in  der  Aus- 
dehnung  nur  wenig  abândernden  Stamm  mit  einem  der  Seite  des 
Hypostoms  anliegenden,  reich  mit  gefiederten  oder  gezâhnelten 
Borsten  versehenen  Kaufortsatz  und  einem  als  Athemplatte 
dienenden  Exopodialanhang  auf  der  Unterseite.  Dieser  hat  in 
der  Regel  seclis  getiederte  Borsten,  bei  Andern  fiinf  (Cypridoi)- 
sis)  oder  drei  (Candonopsis,  Cryptocandona)  oder  zwei  (Can- 
doHa,  CypridopseUa)  ;  er  kann  aber  auch  ganz  fehlen  wie  bei 
Xotodromas. 

Der  ein-  oder  undeutlich  zwejgliedrige  Endopodit  des  Weib- 
chens  trâgt  gew^ohnlich  drei  (Notodromas  zwei)  ungleich  lange 
gefiederte  Borsten,  die  bei  Cypria^\oh\  die  geringste  Ausdehnung 
haben,  wâhrend  das  gleichnamige  Glied  beim  Mânnchen  durch- 
wegs  zu  einem  Greiforgan  umgewandelt  ist.  Dièses  zeigt  an 
einem  breiten  Basalteil  einen  hakenfôrmigen  Fortsatz  (Cycio- 


230  A.   KAUFMANN. 

Cl/pris,  Cl/pria),  oder  es  ist  eingliedrig,  wie  bei  Candona,  Can- 
donopsis,  Ilyocypris,  Eigentumlicli  ist  dabei  die  Asymmetrie. 
die  sich  darin  âussert,  dass  der  rechtseitige  Taster  gedrungener 
und  kûrzer  erscheint.  Die  in  einen  fadenfôrmigen  Fortsatz 
endigeiide  Spitze  bâlt  Claus  (46,  p.  40)  fiir  ein  Tastgebilde  mid 
will  darin  auch  einen  fadenartigen  Nerv  gesehen  baben.  Die 
Verscbiedenheit  in  der  Gestaltung  dièses  Anbanges  bildet  fur  die 
einzelnen  Arten  konstante  und  zur  Speziesbestimmung  niassge- 
bende  Merkmale. 

Die  Tâtigkeit  dieser  Gliedmassen  besteht  im  Stammteil  in  der 
Unterstûtzung  der  ersten  Maxille,  indem  ebenfalls  die  Seitenteile 
der  Unterlippe  damit  gereinigt  werden.  Wâhrend  die  Tâtigkeit 
des  weiblicben  Tasters  unklar  ist,  erkennen  wir  in  denijenigen  des 
Mânncbens  einen  bei  der  Copulation  zur  Verwendung  gelangen- 
den  Apparat.  In  welcher  Weise  er  funktioniert,  ist  mir  nicht 
klar,  docb  konnte  ichbeobachten,  dass  ein  Mânncben  (Candona) 
dièse  Anbânge  aus  der  Scbale  streckte  und  sich  bemiibte,  diesel- 
ben  zwischen  die  gescblossenen  Scbalen  eines  Weibchens  einzu- 
fiibren, 

Das  erste  Beinpaar  zerfâllt  in  fiinf  {Ilyocypris  vier)  Glieder. 
Am  Stamm  unterscheidet  Claus  (46,  p.  42)  einen  der  Seite  des 
Kôrpers  eingefiigten  basalen  und  einen  iiber  die  Oberflâche  her- 
vorragenden  distalen,  vonLeisten  eingescblossenen  Teil  (Trocb- 
anter),  welche  Ansicbt  G.-W.  Mûller  nicht  teilt.  Claus  bat 
wohl  Recbt,  wenn  er  den  Stanini  flir  viel  langer  bâlt,  als  gewôbn- 
lich  angenommen  wird,  da  er  sich  so  weit  nacli  hinten  erstreckt, 
als  die  in  der  Lângsrichtung  verlaufende  Leiste  emporsteigt  ; 
die  Annahnie  von  zwei  Gliedern  aber  hat  eben  so  wenig  Bedeu- 
tung  wie  bei  der  zweiten  Antenne.  Unrichtig  ist  die  verallgemei- 
nerte  Annahme,  dass  zwei  Borsten  am  distalen  Ende  vorkommen 
(46,  p.  42);  die  Zabi  ist  charakteristisch  fur  einzelne  Gattungen, 
da  in  einigen  nur  eine  Borste  vorkommt  (Candona,  Ilyocypris, 
Cypridopsis);  bei  Cypria  und  Notodromas  fehlt  sie  gânzlich. 


CYPRIDEX   UND    DARWINULIDEX.  231 

Das  folgeiule  (îlied  des  Eiulopoditeii  ist  das  Ijingste,  liâiifig- 
biisclielig  beliaart,  mit  dem  Stainin  reclitwiiiklig  verbundeii.  Die 
beidei)  folgenden  Glieder  kômieii  zu  einemeinzigenverschmolzen 
sein. 

An  dem  vordern  Gliede  sind  bei  einzebien  Gattungen  (Herpe- 
tocypris,  Cydocypris)  am  distalen  Ende  zwei  Borstcben.  Die 
leicbt  gekriimmte  Endklaue  erreicht  gewohnlicb  die  Lange  der 
drei  letzten  Glieder. 

Auf  dieBedeiitiing  diesesBeines  babe  ich  scbon  bei  den  Cytbe- 
riden  hingewiesen.  Beim  rubenden,  etwa  auf  der  Seite  liegenden 
Tier  unterstiitzt  es  in  ausgiebiger  Weise  die  zweite  Antenne  in 
der  Drebimg  der  Xabrimgsballen,  wobei  sie  dieselben  nach 
aussen  und  vorn  scbiebt,  wâhrend  die  Antenne  einwârts  dreht.  In 
zweiterLinie  dienen  sie  als  Klammerapparate  beim  Klettern  und 
ermoglicben  einigen  Arten,  z.  B.  Candona^  an  einem  Glase  ab- 
warts  zu  klettern,  insofern  es  mit  einem  unbedeutenden  Aniiug 
von  piîanzlicben  Producten  iiberzogen  ist.  Ferner  wird  dièses 
Organ  aucb  bei  dieser  Famille  dazu  beniitzt,  den  Korper  beim 
Kriecben  empor  zu  lieben,  trotzdem  die  Endklaue  sebeinbar  in 
einer  dieser  Tâtigkeit  zuwiderlaufenden  Ricbtung  gekrlinmit  ist. 

Das  zweite  Beinpaar  bat  eine  ganz  andere  Bestimuiung  als  bei 
den  Cytheriden  und  ist  daber  aucb  ganz  anders  gestaltet.  Es  be- 
steht  in  der  Regel  aus  vier  Gliedern.  Zenker  (4)  und  neuer- 
dings  aucb  Vavra  (37,  p.  15)  und  Hartwig  (106,  p.  184)  neh- 
men  einèn  zweigliedrigen  Stamm  an,  doch  bat  scbon  Claus 
(46,  p.  44)  darauf  bingewiesen,  dass  dieunweitder  Basis  scbrâg 
verlaufende  Cbitinleiste  keiner  Trenmnig  in  zwei  Gliederteile 
entspricbt,  sondern  lediglich  zur  Festigung  des  Grundteiles 
dient.  Ich  scbliesse  micb  dieser  Ansicbt  an.  Ueberall  tinden  sich 
an  diesem  Stamm  drei  lange  Borsten,  von  denen  die  vorderste 
parallel  zum  Endopodit  verlâuft. 

Der  Stamm  ist  in  charakteristiscber  Weise  nach  liinten  gericli- 
tet,  und  das  claran  anscbliessende  erste  Endopoditgliednach  oben 


232  A.   KAUFMANN. 

umgebogeii.  Das  dritte  Glied  trâgt  am  Eiide  bei  eiiiigeii  Formeu 
eiiien  Kamm  feiner  Zahiiclieii  uiid  eiiie  lange  Borste  (Herpetocy- 
pris);  das  vierte  Glied,  die  Tibia,  kaiiii  diircli  eiiie  Einschnurung 
zweigliedrig  erclieinen.  Unriclitig  ist  die  Behauptung,  die  wir 
bei  Claus  (46,  p.  45)  findeii  «  dass  die  Tibia  in  der  Mitte  stets 
mit  einer  ansehnliclien  Borste  verselien  sei  »,  was  schon  mit  sei- 
nen  eigenen  Darstellungen  dieser  Gliedmassen  niclit  tiberein- 
stinnnt.  Die  Darstellung  einer  solcben  Borste  bei  Candoyui  acii- 
minata  (46,  Taf.  5,  Fig.  14)  ist  wolil  falsch;  sie  fehlt  bei  allen 
einheimischen  Caw(iof?.a-Arten,  tritt  aber  schon  bei  dernahever- 
wandten  Gattung  Candonopsis  aiif.  ' 

Das  Endglied  zeigt  in  seiner  Ausdehnung  und  Beborstung 
wertvolle  zur  Systematik  verwendbare  Unterschiede.  Eine  ausser- 
gewôlinliche  Lange  kommt  ihm  bei  der  Gattung  Cydocypris  zu  ; 
in  den  meisten  Fâllen  ist  es  kurz  und  mit  drei  ungleich  langen 
Borsten  versehen,  von  denen  bei  der  Gattung  Candona  zwei  fast 
von  derselben  Lange  sind,  in  entgegengesetzter  lUchtung  verlau- 
fen  und  zu  dem  Gliede  senkrecht  stehen;  bei  Cydocypris  und 
Cypria  ist  die  eine  dieser  Borsten  aussergewôhnlich  lang  und 
rtickwârts  gebogen  ;  hei  llyocyp ris  liingegen  verlaufen  meist  aile 
drei  in  der  Richtung  der  letzten  Glieder. 

Anders  gestalten  sich  die  Verhâltnisse  bei  der  Gattung  Cypris 
und  iliren  Verwandten,  Herpetocypris,llyodromHS,  Prionocypris, 
Cypridopsis  u.  a,,  bei  welclien  am  letzten  kurzen  Gliede  ein 
aus  zwei  ungleich  grossen  Haken  bestehendes,  sclmabelfôrmiges 
Gebilde  auftritt,  das  seitlich  von  zwei  flachen,  fein  bewimperten 
Fortsâtzen  eingeramt  wird,  an  dessen  Ende  eine  rechtwink- 
lig  zum  Gliede  stehende  Borste  steht.  Den  Abschluss  bildet  eine 
gekrinnmte,  in  der  vordern  Hâlfte  geriifte  Klaue  mit  kannufor- 
miger  Innenseite, 

Die  Tatigkeit  dieser  Gliedmassen  als  Putzfuss  nach  Analogie 
mit  dem  gleichnamigen  Gliede  bei  den  Cypridiniden  ist  lângst 
bekannt  und  Uisst  sich  bei  durchsichtigen  Schalen  der  Cmidona- 


CYPRIDEN    UND   DARAVINIJLIUEN.  233 

Arteii  beobacliteii.  Durcli  die  verschiedeuartigsten  Bewegimgen 
Averden,  sowolil  diirch  die  gegeniiberstehenden,  als  die  kiirzere 
Borste,  die  Kôrperhaut  uiid  die  iiiiiere  Flâclie  der  Schale  gerei- 
iiigt.  Das  ausserste  Glied  ist  selir  beweglich  uiid  ermogliclit  eiiie  all- 
seitige  Tàtigkeit  dergeleiikig  verbiiiideiieii  Borsteiiiind  der  Klaue. 

Bei  der  Gattung  Cydocypris  beobacbtete  icb  zu  ineiiier  Ueber- 
raschimg  aiich  eiiie  Reiiiigiiiig  der  âusseru  Scbaleiifiache  diirch 
die  bei  dieser  Gattung  ausserst  lange  Terniiiialborste.  Das  Tier 
streckt  das  Glied  ans  der  Spalte  der  liinten  klaffenden  Schale 
weit  hervor,  biegt  es  nacli  vorn  ûber  und  reinigt  durch  selir  be- 
hendes  zweckdienliches  Vor-  und  Rlickwârtsschieben  der  Borste 
die  liintere,  obère  und  seitliche  Partie  bis  liber  die  Mitte.  Die 
gleiche  Fâhigkeit  dûrfte  auch  der  Gattung  Cypr'm  zukommen, 
bei  Candona  aber  entschieden  fehlen,  da  hâufig  Vorticellen  oder 
Verunreinigungen  auf  der  Scliale  anzutreffen  sind. 

Etwas  Àlinlidies  hat  aucli  G.-W.  Mûller  bei  Pontocypris 
beobaclitet  (58,  p.  74),  wo  aber  eine  kannnformig  endigende 
Borste  dièse  Tiitigkeit  ûbernimmt. 

Die  Furhalglieder.  DasKorperende  der  Cypriden  scliliesst  mit 
denbeidenFurkalâsten  ab,  die  stârker  ausgebildet  sind  als  bei  den 
Cytheriden,  nur  in  der  Gattung  Cypridopsis  stark  verkûmmern. 
An  dem  vordern  Ende  der  bandartigen,  an  der  Basis  durch  eine 
ani  Abdomen  nach  vorn  verlaufende  Chitinleiste  gestiitzten 
Fortsâtze  iinden  sich  zwei,  ein-  oder  zweireihig  gezâhnelte 
Klauen,  zu  denen  sich,  mit  Ausnahme  von  Notodromas,  eine 
kiirzere  oder  liingere  Wimper  gesellt.  An  der  dorsalen  Kante 
stelit  bald  ganz  vorn  (Heipetocypris,  IJyodromus),  bald  im  vor- 
dern Drittel  eine  zweite,  deren  Fehlen  fiir  Candonopsis  bezeich- 
nend  ist. 

Bei  der  marinen  Form  Vontocypria  treten,  nach  G,-W.  MtJL- 
LER  (58,  p.  79,  Fig.  7),  noch  zwei  weitere  auf,  durch  welches 
Yerhalten,  wie  der  genannte  Autor  annimmt,  sich  die  Yer- 
wandtschaft  mit  andern  Familien  andeutet. 


234  A.    KAUFMANN. 

Dièses  mit  einer  selir  krâftigen  Miiskulatur  versehene  An- 
hângsel,  das  fiir  aile  nenen  Arten  genaii  zii  beriicksichtigen  ist, 
schonbeiMânnclienimdWeibchen  nicht  immer  gleicli  ersclieint^ 
(Notodromas,  Cyprols,  Candona),  dient  ziim  Stossen  beim  Geheii 
iirid  besonders  beim  Diirchschliipfen  diircli  die  Liickeii  des 
Schlaimnes.  Beim  Schwimmen  siiid  sie  in  die  Schale  zuriickge- 
zogeii,  dienen  aber  wieder  beim  Anlieften  an  senkrechteWânde. 

Besondere  Anhànge. 

Verscliieden  gestaltete  Anhânge  kunnen  fur  einzelne  Spezies 
als  besondere  aiich  zur  Systematik  verwendbare  Merkmale  an- 
geselien  werden;  eigentiimlicherweise  ist  noch  von  keiner  Seite 
besonders  darauf  aiifmerksam  gemacht  worden. 

Sowohl  bei  Candona  caudata,  als  bei  Candona  candida, 
devexa,  Studeri  finden  sich  dreieckige  Platten  an  der  Ventral- 
seite  des  Abdomens  beim  Weibchen,  Anhânge,  die  bei  den  genann- 
ten  Formen  von  verschiedenem  Grade  der  Ausbildung  sind. 
Et was  Àhnli elles  ersclieint  an  derselben  Stelle  bei  Cypria  oph- 
thalmka,  doch  sind  es  hier  zapfenformige  Fortsâtze.Yermutlich 
haben  dièse  Gebilde  bei  der  Copulation  eine  Rolle  zu  spielen. 

Die  Sinnesorgane. 

Die  Sehorgane  der  Cypriden  sind  denjenigen  der  Cytheriden 
âhnlich.  Sie  treten  nur  bei  Notodromas  getrennt  auf,  sonst  er- 
scheinen  sie  als  einfaches,  in  der  Medianebene  liegendes,  mit 
schwarzem  Pigment  und  lichtbrechendem  Korper  versehenes 
Auge,  das  durch  die  Schalen  durchscheint  als  viereckiger, 
rundlicher  oder  sichelfôrmiger  Fleck.  Ich  habe  keine  Formen 
gefunden,  bei  denen  ich  einen  gânzlichen  Mangel  des  Auges  an- 
nehmen  mochte,  und  mâche  dièse  Annahme  auch  da  nicht,  wo. 
infolge  der  Conservierung,  das  Pigment  nicht  zu  sehen  war. 


CYPRIDEN   UNI)    DARWINULIDEN.  235 

Eine  Besoiiderlieit  der  Cyprideii  siiid  die  Spiirorgane  an  der 
zweiten  Antenne  des  Mannchens  })ei  den  Gattiuigen  Candona, 
Camion opsls,  Ci/prla  und  Notodromas.  Auf  die  Lange  dieser  Ge- 
bilde  ist  bei  nalieverwandten  Formen  besonders  zu  acliten.  Als 
weitere  Sinnesorgane  fassen  wir  die  blassen  Kolben  auf,  die  an 
der  zweiten  Antenne  am  zweiten  und  ani  Ende  der  beiden  letzten 
Glieder  auftreten;  diejenige  des  zweitletzten  (xliedes  ist  nicht 
iiberall  nachzuweisen. 

Die  Muskulatur. 

Die  Muskulatur  ist,  den  selir  energisclien  Bewegungen  ent- 
sprechend,  krâftiger  entwickelt  als  bei  den  Cytheriden. 

Zahlreiche  Biindel  \  erlaufen  von  dem  Munde  zur  Stirn,  zum 
Kopfteil,  und  inserieren  zuni  Teil  an  der  Riickenwand  der  Schale, 
wo  sie  eine  Menge  Eindrlicke  erzeugen  ;  andere  ermôgliclien  die 
Bew^gung  der  krâftigen  Antennen  und  treten  besonders  bei  den 
Schwimmern  sehr  massig  auf.  Àhnliclie  Anliaufungen  von  Mus- 
keln  liegen  im  Abdomen  und  bewegen  dièses,  im  Besondern  aber . 
die  Furka.  In  den  einzelnen  Gliedmassen  ist  die  Zabi  undAnord- 
nung  der  Muskebi  eine  sehr  gleichartige  in  allen  Formen,  und 
leicht  lassen  sich  der  Flexor  und  Tensor  jedes  Gliedes  nachwei- 
sen;  ob  ftlr  die  einzehien  Endklauen  der  Glieder,  z.  B.  der  zwei- 
ten Antenne  und  der  Furka  besondere  Muskelbiindel  vorhanden 
sind,  so  dass  jede  selbstândig  beweglich  ist,  vermag  ich  nicht 
zu  entscheiden.  Uber  die  Muskeln  des  Leibes  geben  die  Arbeiten 
von  Claus  (46)  und  G.-W.  Mïiller  (58)  weitgehende  Auskunft. 

Die  Verdauungsorgane. 

Die  Verdauungsorgane  verhalten  sich  nach  den  eingehenden 
Untersuchungen  von  Claus,  Daday,  Vavra,  G.-W.  Mïiller 
u.  a.  ganz  ahnlich  wie  bei  den  Cytheriden.  Auch  hier  ist  um  das 
Atrium  der  ^Nlundhohle  ein  ganzer  Wald  von  Haaren  und  Bor- 


236  A.    KAUFMANN. 

sten,  welclie  die  diircli  die  Aiitemien,  Maiidibeln  uiid  ^laxillen  zu- 
geschobenenNahrungspartikel  iiiclit  mehr  zurtickgleiten  lassen  ; 
reihenweise  angeordiiet  findeii  sie  sich  zwisclien  Oberlippe  und 
Stirn,  erstere  zeigt  liâufig  eineii  kammformigen  Rand. 

Am  Grande  des  Atriums  siiid  iiberall  die  reclienformigen  Or- 
gane anzutrelïen,  die  in  der  Gestaltung  wenig  von  einander  ab- 
weiclien. 

Âusserlich  wahrnehmbar  ist  in  den  meisten  Fâllen.  besonders 
bei  den  grôssern  Formen  (Herpetocypris,  Prionocypris,  Cypris, 
Cypria)  der  Leberschlauch  als  ein  kiirzerer  oder  lângerer,  scliief 
nacli  liinten  und  unten  verlaiifender  gerader  Schlaucli,  welclier 
der  Unterseite  des  Eierstockes  anliegt  und  wenigstens  bei  den 
grôssern  Arten  rhytmisch  pulsiert. 

Die  sexuellen  Organe. 

Die  sexuellen  Organe  sind  durcli  Claus,  Nordquist  (17), 
ScHWAEz(21),  G.-W.  MûLLER  (68),  Daday  (73)  u.  a.  an  ver- 
schiedenen  Arten  studiert  und  geniigend  aufgeklârt  worden.  Icli 
verweise  inBezug  auf  die  Détails  auf  die  genannten  Arbeiten.  Es 
zeigt  sich,  dass  sie  mit  geringen  Abweichungen  in  der  ganzen 
Familie  gleichartig  aufgebaut  sind.  Sie  weiclien  in  ihrer  Anord- 
nung  in  soweit  von  den  Cytheriden  ab,  als  Ovarien  und  Hoden 
in  der  Schalenduplicatur  liegen. 

Das  Ovarium  ist  bei  den  meisten  Arten  leiclit  durcli  die  Sclia- 
len  liindurch  zu  erkennen  als  ein  nachhinten  sich  verengernder, 
nach  oben  umgebogener  Schlauch,  der  iiber  den  Schliessmuskel- 
eindrlu-ken  in  den  Korper  eintritt,  um  daselbst  in  den  Oviduct 
tiberzugclien.  Die  (  )ffnung  des  Eileiters  und  der  davon  getrennte 
Eingang  ni  die  Samenblase  liegen  auf  der  Seite  des  Abdomens 
auf  plattenartigen  Erhebungen,  auf  denen  sie  in  den  Einzelhei- 
ten  nur  schwer  zu  erkennen  sind.  Das  diinnwandige  Vesiculum 
seminis  ist  bei  befruchteten  Weibchen  leiclit  nachzuweisen  und 


CYPRIDEN   UND    DARWINULIDEN.  237 

tritt  als  iiielir  oder  weniger  birnformiger  paariger  Schlauch  in 
der  Nâlie  des  Verdauiiiigskanales  aiif. 

Die  vier  parallel  verlaufenden  nach  oben  umgebogenen 
Hodensclilauclie  erkennen  wir  bei  Candona-imd  I  Hoc  i/jyris- Arten 
durch  die  Scliale  liiiidurch.  Ilir  Ûbergang  in  den  Leib  liegt 
ebenfalls  iiber  den  Schliessmiiskeleindrlicken,  doch  verlâiift  das 
Vas  deferens  vorerst  noch  am  Vorderrand  der  Schale  nach  un- 
ten,  bildet  einen  Blindsack  nach  hinten  und  wendet  sich  wieder 
vorwârts  bis  zur  Ursprungstelle.  In  der  Nâhe  des  Ejaculations- 
apparates  bildet  es  mehrere  Schleifen  und  nâhert  sich  in  einer 
Erweiterimg  dem  obern  Ende  desselben.  Dièses  eben  so  eigen- 
artige  als  ausserst  komplizierte,  fur  die  Cypriden  besonders 
charakteristische  Organ,  erscheint  iiberall  im  obern  hintern  Teil 
des  Abdomens,  ist  paarig  und  setzt  sich  aus  einer  âussern  Hiille, 
einer  Muskelschicht  und  einem  komplizierten  Chitinskelet 
zusammen,  das  ini  Innern  einen  Centralkanal  enthâlt  zur  Auf- 
nahme  der  Spermatozoiden.  Aus  diesem  fiihrt  der  Endteil  des 
Vas  deferens,  der  bei  einigen  Arten  sehr  kurz  ist,  in  den  Kopu- 
lationsapparat  (Begattungsorgan).  Dieser  haut  sich  wie  bei  den 
Cytheriden  aus  zwei  selbstândigenTeilen  auf,  an  deren  Innenseite 
das  Ende  des  Vas  deferens  liegt.  Die  einzelnen  Teilstiicke  sind 
meist  stark  chitinhaltig  und  braun  (Notodromas,  Cyprois),  bei 
andern  durchsichtig  (Cypria,  Cydocypris)  unter  sich  teilweise 
gelenkig  verbunden,  in  ihrer  Tâtigkeit  aber  nicht  zu  erkennen. 

Der  ganze  Apparat  wird,  wie  ich  auch  bei  den  Cytheriden 
nachwies,  aus  der  Schale  vorgestreckt^  uni  180°  gedreht  und 
erst  dann  eingeftihrt. 


'&^ 


Die  Foetpflanzung. 

Die  Fortpflanmmg  geschieht,  wie  lângst  bekannt,  bei  einigen 
Arten  auf  geschlechtlichem  Wege,  bei  andern  parthenogenetisch. 
Zu  letzteren  gehoren  ausnahmslos  die  einheimischen  Vertreter 


238  A.   KAUFMANN. 

der  Gattungen  Cypris,  Cypridopsis,  Herpetocypris,  Prionocy- 
pris,  Bolerocypris,  Ilyodromus,  Cryptocandona,  zu  deii  erstern 
die  Arteii  der  Gattungen  Notodromas,  Cyprois,  Cypria,  Cyclo- 
cypris,  Candonopsis  wâlirend  die  Gattungen  Candona  und 
lUocypris  eigentiimliclierweise  Vertreter  beider  Fortpflanzungs- 
artenliaben,  indem  von  Candona  caudata  bis  jetzt  keine  Mânn- 
chen  bekannt  geworden  sind  und  nur  von  einer  einheimischen  Art 
der  Gattung  llyocypris  nacbgewiesen  werden  konnten.  Die  par- 
thenogenetisdie  Fortptlanzung  scheint  mir  auch  die  ausscliliess- 
liclie  zu  sein  fiir  diejenigen  Formen,  von  welchen  in  Ost-Europa 
und  Afrika  beide  Geschlecliter  bekannt  wurden  ;  es  gilt  dies  fiir 
Cypris  (Cypr'motus  incongruens),  von  welcher  Vavra in Ungarn 
und  Montez  in  Algier  die  Mânnchen  feststellten,  ebenso  von  den 
Gattungen  Herpetocypris,  Cypridopsis,  llyocypris,  von  denen 
sie  fiir  einzebie  Arten  durcb  MoxiEZ,  Daday,  Vavra  und 
KertÉSZ  aus  Ungarn  und  Afrika  nacbgewiesen  ^Yurden. 

In  dieser  Beziehung  verbalten  sicb  die  einbeimiscben  Arten 
wie  die  aus  West-Europa  bekannt  gewordenen  gleicbnamigen 
Formen,  woraus  ersichtlicb,  dass  einzehie  Arten  aus  irgend 
einem  noch  nicht  nâher  erforschten  Grunde  in  gewissen  Ortlich- 
keiten  zur  parthenogenetischen  Vermehrungsart  iibergegangen 
sind;  es  sicbert  ihnen  dies  in  wasserreichen  Gebieten  eine 
grôssereVerbreitung  und  die  Erbaltung  der  Art  auch  inkleinen, 
einen  Teil  des  Jahres  vielleicbt  austrocknenden  Wasseransamm- 
lungen. 

In  Beriicksichtigung  dieser  Tatsacbe  scheint  es  mir  unstatt- 
haft,  die  eine  oder  andere  Fortpiianzungsart  als  Gattungscharak- 
tere  aufzunehmen  (Cyprinotus);  icli  gebe  sogar  der  Vermutung 
Raum,  dass  bei  einer  Art,  von  welcher  wegen  der  Haufigkeit  der 
Mânnchen  allgemein  einegesclilechtlicheVermehrung  angenom- 
menwird,  in  dem  gleiclien  Gebiete  eine  parthenogenetische,  viel- 
leicbt voriibergehend,  eintreten  kann,  wenn  die  Ungunst  der 
Verhaltnisse  (Isolierung)  es  mit  sichbringt;  das  ganzliche  Fehlen 


CYPRIDEN   UND   DARWINIILIDEN.  239 

des  mâimliclieii  GeschlechtL's  in  cleii  meisteu  Fundorten  darf  bei 
Candorm  candida  wohl  auf  dièse  Môglichkeit  zuruckgefuhrt 
Averdeii. 

Aiidererseits  bleibt  aber  noch  ftir  verschiedene  Arten  der  ge- 
naimten  Autoren  durch  eine  gaiizgenaiie  Untersuchung  nadizu- 
weiseiij  ob  die  aufgefundeiien  Mannchen  spezifisch  wirklich  zii  den 
in  andern  Gebieten  parthenogenetiscli  sich  fortpflanzenden  Arten 
gehôren;  es  ist  dies  vielleicht  trotz  grosser  Àlmlichkeit  nicht  der 
Fall.  {^\q\\^  Ilyocyprislacustris  ]).  349,  Taf.  25,  Fig.  9 — 16). 


DIE  LEBENS^VEISE. 

Es  ist  selbstverstândlich,  dass  giinstige  oder  ungûnstige  Lebens- 
bedingimgen  einen  ausschlaggebenden  Einfluss  ausûben  auf  die 
Yerbreitung  der  Ostracoden  in  den  einzelnen  Gewâssern,  doch 
ist  in  dieser  Hinsicht  noch  wenig  bekannt  geworden.  Wenn  sie 
aucli  im  allgemeinen  viel  unempfindlicher  sind  als  Cladoceren 
inid  in  dieser  Hinsicht  mit  den  Copepoden  wetteifern,  so  muss 
doch  festgestelh  werden,  dass  Licht-  und  Druckverhâltnisse, 
Temperatur  und  chemische  Zusammeusetzung  des  Wassers,  der 
Grad  der  Bewegung  desselben,  die  Beschalîenheit  des  Grundes, 
das  Vorkommen  von  Wasserpflanzen  etc.,  einen  wesenthchen 
Einfluss  ausiiben  auf  die  gedeihliche  Entwicklung  dieser  Ento- 
niostraken. 

Nicht  zum  mindestens  scheint  eine  intensive  direkte  Belich- 
tung  einen  steigernden  Einfluss  auszuuben  auf  die  Lebensenergie, 
demi  es  lâsst  sich  feststellen,  dass  aile  und  besonders  die  des 
Schwimmens  kundigen  Formen  im  direkten  Sonnenlichte  eine 
aussergewôhnhche  Lebhaftigkeit  zeigen  und  diesem  sich  zuwen- 
den,  wo  nur  die  Môglichkeit  dazu  vorhanden  ist.  Dementspre- 
cliend  machte  ich  die  Erfahrung,  dass  an  schattigen  Ufern  der 


"240  A.    KAUFMANX. 

Gewâsser  die  Vertreter  der  Cj^priden  seltener,  vereiiizelt  oder 
gar  niclit  zii  fiiiden  siiid,  wâlirend  sie  gleiclizeitig  an  dem  besomi- 
ten  Ufer  in  selir  grosserMenge  erscheinen;  es  gilt  dies  fiirTeich- 
bewolmer,  beispielsweise  fiir  Notodromas,  und  wolil  aiich  fiir 
Bolerocypris,  Cypria  und  Cyclocypris;  je  gleichmassiger  die 
Beliclitung  der  Ufer  ist,  desto  gleichartiger  wird  aiicli  die 
numerische  Verteilung  der  einzelnen  Arten  sein. 

Es  ist  niir  bis  anhin  aiicli  nicht  aiifgefallen,  dass  die  Formen 
der  lichtarmen  Tiefen  eines  Sees  in  der  Entwicklung  der  Seh- 
organe  eine  Riickbildung  erlitten  hâtten,  wie  dies,  nach  Vavra, 
bei  der  iniDunkeln  lebenden  Typhlocypris  der  Fall  ist  (37,  p.  52). 

Gegeniiber  einem  erliôhten  Druck  desWassersscheineneinige 
Arten  auch  wenig  empfindlich  zu  sein,  da  sie  einerseits  in  ganz 
fladien  nur  einige  Centimeter  tiefen  Gewâssern  erscheinen, 
andererseits  in  Tiefen  von  30 — 50  m.,  80  m.  nach  Forel,  in  der 
gleichen  Gestakinig  auftreten;  so  fand  ich  Cypridopsis  vidua, 
die  vornehnilich  in  seichten,  pflanzenreichen  Sûmpfen  lebt,  im 
Bodensee  zirka  300  m.  vom  Ufer  entfernt  in  einer  Tiefe  von  35  m. 
Àhnlich  verhalten  sich  Cmidona-Axi&A,  sowie  Ilyocypris. 

Ansschlaggebender  als  der  Druck  istdiechemischeZusammen- 
setzungdes  Wassers,  dochliegenmir  keine  diesbeziighchen  Unter- 
suchungen  vor,  die  Erfahrung  aber  lehrt,  dass  ini  reinen  Quell- 
wasser,  sowie  ini  Kalkwasser  die  Ausbeute  gleich  Null,  in  stark 
eisenhaltigem  Wasser  sehr  gering  ist  ;  ebensowenig  finden  wir 
sie  in  Gewâssern,  die  durcli  ChemikaHen  oder  Farbwasser  zeit- 


'j 


weise  verunreiniet  werden.  Dabei  konnnt  ein  sehr  verschiedener 


'& 


Grad  von  Widerstandsfâhigkeit  der  einzelnen  Formen  mit  in 
Beriicksichtigung.  Es  zeigt  sich  das  auch  in  den  Glasgefâssen, 
in  denen  man  sie  mit  dem  Schlamm  ihrer  Umgebung  aufbewahrt, 
ohne  das  Wasser  zu  erneuern.  Durch  den  in  Sammelghisern  mit 
geringem  Durclnnesser  entstehenden  Fâulnissprozess  sterben  die 
grossern  Arten  in  sehr  kurzer  Zeit  ab,  wâln'end  Cypria  opldhal- 
mica,  als  die  widerstandsfâhigste  Form,  dièses  Ausfaulen  des 


i 


CYPRIDEN   UND    DARWINULIDEN.  241 

Wassers,  das  sicli  iiach  eiiiiger  Zeit  durcli  die  Bildung  eiiies 
hâutigen  Ueberzuges  wieder  klârt,  olme  Nachteil  iiberlebt.  Ihr 
sehr  nabe  stebt  in  dieser  Beziehung  Cydocijpris  lœvis,  die  sicb 
ebenfalls  iiiebrere  Monate  lang  in  Gefâssen  erbalt,  in  denen  das 
Wasser  nicht  erneuert  wird.  Damit  im  Einklange  stebt  die  Tb^t- 
sacbe,  dass  einzebie  Vertreter  dieser  FamiHe  sicb  an  verscbie- 
dene  Medien  angepasst  baben  imd  im  Brackwasser,  ja  sogar  in 
Scbwefelwasser  zu  leben  vermogen.  Ci/pris  incongruens  fand  icb 
in  grosser  Menge  in  dem  ganz  braunen  Abwasser  eines  Mist- 
stockes. 

Fur  die  genannten  Arten  ist  es  denn  aiicb  ziendicb  gleicb- 
giiltigj  wenn  das  Sumpfwasser,  in  dem  sie  sicb  gerade  aufliaben, 
stark  verunreinigt  wird. 

Der  verscbiedene  Grad  der  Bewegung  des  Wassers  ist  eben- 
falls massgebend  fiir  das  Auftreten  gewisser  Formen.  In  rascb- 
fliessendem  Wasser  vermogen  sicb  aucb  die  gewandtesten  Arten 
auf  die  Dauer  nicbt  zu  erbalten  ;  Bâcbe  und  Fliisse  sind  also 
nicbt  ibr  Aufentbaltsort,  insofern  nicbt  ein  reicblicber  Pflanzen- 
wucbs  die  Strunnnig  am  Ufer  oder  am  Grunde  erbeblicb  vermin- 
dert  und  den  Tiercben  zum  Anklammern  Gelegenbeit  bietet.  An 
solcben  Oertlicbkeiten  fand  icb  Cypriaoplitlialmica,  Cydocypns, 
Cypridopsis,  Cypris  incongruens;  ferner  die  Gattungen  obne 
Scbwimmvermogen,  Pno??oc?//;m^  Ilyocypris,  Candona, Herpeto- 
cypris,  Ilyodromus.  Mit  Ausnahme  von  Prionocypris  serrata 
finden  sicb  dièse  aile  aucb  im  stebenden  Wasser.  Es  lâsst  sich 
in  dieser  Beziebung  keine  bestimmte  Grenze  zieben,  konmit  es 
docb  in  Flussgebieten  bauiig  vor,  dass  die  Hinterwasser  im 
Sonmier  monatelang  sicb  stauen  und  stebende  Gewâsser  bilden, 
wâbrend  in  den  ûbrigen  Jabreszeiten  eine  ziemlich  gleichmâssige 
Strômung  bestebt. 

Speziell  als  Bewobner  des  stebenden  Wassers  ist  Notodroinas 
zu  betracbten,  welcbe  sicb  an  der  Oberflâcbe  oder  unweit  der- 
selben  aufbâlt  und  keine  Strômung  ertrâgt.  Àlmlicb  scbeinensicb 

Rev.  Suisse  de  Zool.  T.  8.  1900.  16 


242  A.    KAUFMANN. 

Cyprois,  Bolerocypris,  Cypridopsis  vidua  zu  verlialten,  die  aber 
niclit  liaufig  sind  iind  nie  in  grosser  Anzahl  gefunden  wurden  ; 
eiu  gleiches  Verhâltnis  nelime  ich  fur  Gypris affinis,  fusca,  ornata 
an,  wâhrend  fur  melirere  Arten,  die  nur  an  ganz  wenigen  Oert- 
lichkeiten  gefunden  wurden,  niclitsBestimmtes  festgestellt  werden 
konnte. 

Die  Yerbreitung  der  Gattungen  und  Arten  in  einem  grôssern 
Gebiete  festzustellen,  ist  bei  dein  Wechsel  ihrer  Standorte  ein 
Ding  der  Unmoglichkeit  ;  es  kann  sich  einstweilen  nur  darum 
bandehi,  das  Yorkommen  einzelner  Arten,  sowie  deren  geringere 
oder  grôssereHauligkeit  in  unserm  engern  Lande  zu  konstatieren. 

Ans  den  Kesultaten  meiner  zablreichen  Exkursionen  ergiebt 
sich,  dass  die  scbweizerischen  Gewâsser  an  Formen  eben  so  reich 
sind  wie  die  anderer  Lânder,  in  denen  dièse  Gruppe  einlâsslicher 
untersucht  wurde,  und  dass  die  gleichen  Arten  sich  durch  ihre 
Hâufigkeit  auszeichnen  wie  in  andern.  Gebieten. 

Weitaus  die  grôsste  Verbreitung  haben  Cydocypris  lœvis  und 
Cypria  ophthalmica,  die  wohl  in  keinem  See,  keinem  Sumpf, 
keinem  Tiimpel,  der  bestândig  oder  einen  grossen  Teil  des  Jahres 
mit  Wasser  gefûllt  ist,  und  zwar  sowohl  in  der  Ebene  als  in  den 
abgelegendsten  Gebirgsthâlern,  fehlen.  Ihre  Kleinheit  sichert 
ihnen  eine  leichte  Uebertragung,  und  ihre  Widerstandsfâhigkeit 
ermôglicht  ihnen  ein Fortkommen auchunterungiinstigenLebens- 
bedingungen.  In  zweiter  Linie  erscheint  Notodromas,  wenn  auch 
nur  im  stehenden  Wasser,  aber  oft  in  ungeheurer  Individuenzahl  ; 
ebenso  weit  verbreitet  und  meistens  auch  in  sehr  grosser  Menge 
kommt  Cypridopsis  viUosa\or;  darauf  folgen  die  beiden  Candona- 
Arten  C.  candida  und  C.  neglecta  als  Schlammbewohner,  wenn 
aucli  nicht  in  so  grosser  Zahl,  Herpetocypris  reptans,  Ilyodromiis 
divaceus,  Cyprisinconyruens,  letztere  meist  in  sehr  grosser  Menge. 
Cypridopsis  vidua  dtirfte  mehr  vereinzelt  auch  in  jedem  See  und 
Sumpf  der  Ebene  zu  finden  sein.  Verschiedene  Arten  sind  mir 
nur  aus  wenigen  oder  einzehien  Standorten  bekannt  geworden. 


CYPRIDEN   UND   DARWINULIDEN.  243 

Die  vertikale  Verbreitung  liât  ihre  untere  Grenze  in  den  Tie- 
feii  iiiiserer  Seen,  doch  ist  niclit  festgestellt,  bis  zu  welchen  Tie- 
fen  die  Cyiiriden  zu  leben  verinogen  ;  das  Vodiandensein  von 
Sehalen  beweist  noch  nichts.  Can dona- Arten,  lliocypris  gibha, 
Cypridopsis  vidiia  imd  Cydocypris  konimen  in  der  Tiefenfauna 
liâufig  vor;  idi  fand  sie  in  Tiefen  bis  zu  30  m.  ziemlich  iiber- 
all;  FoREL  fand  sie  noch  bei  80  m.  Eine  obère  Grenze  der 
Verbreitung  besteht  dem  Anscheine  nacli  niclit,  sondern  kntipft 
sicli  an  das  Vorliandensein  eines  Grabens  oder  eines  stehenden 
Gewâssers.  Der  hôchste  Fundort  fiir  «  eine  Cypride  »  ist  der 
durch  O.-E.  Imhof  untersucbte  See  Sgrisclius  2640  m.,  an  den 
sich  eine  Eeihe  anderer  Fundorte  von  iiber  2000  m.  Hôlie  an- 
reihen,  in  denen  durch  Heuscher,  Zschokke,  Imhof,  Fuhr- 
MANX  und  durch  niich  Cyiiriden  nachgewiesen  wurden. 

Ûber  die  Konstanz  der  einzelnen  Arten  in  Bezug  auf  die 
Grosse,  Form  und  Farbe  wissen  wir  nur  wenig. 

Aus  den  verschiedenen  Angaben  iiber  die  Dimensionen  der 
Schale  liesse  sich  bei  vielen  Arten  auf  eine  ungieiche  Entwick- 
lung  in  den  einzelnen  Landern  schliessen,  dochkonnen  Ungleich- 
heit  der  Messinstrumente  und  Messmethoden  dabei  eine  nicht  zu 
unterschâtzende  Kolle  spielen,  sowie  der  Umstand,  dass  nicht 
immer  genau  zu  erkennen  ist,  ob  ein  ausgewachsenes  Individuum 
vorliegt  oder  ein  letztes  Entwicklungsstadium. 

Trotz  dieser  Unsicherheit  glaubeich,  dassLokalvarietâten  auch 
in  einem  enger  begrenzten  Gebiete  bestehen,  die  manchmal  so 
weit  von  einander  abweichen,  dass  man  geneigt  wâre,  besondere 
Arten  aufzustellen,  doch  scheint  es  mir  ratsani,  in  dieser  Hinsicht 
sehr  zuriickhaltend  zu  sein.  In  allen  Fâllen  sollen  die  Gliedmas- 
sen  genau  untersucht  werden,  und  wenn  dièse  keine  Unterschei- 
dungsmerkmale  liefern,  ist  nur  dann  eine  neue  Art  aufzustellen, 
wenn  leicht  erkenntliche,  konstante  Eigenschaften  der  Schale 
dies  gestatten;  dazu  sind  exakte  Darstellungen  imerlâsslich. 

Dièse  Lokalvarietâten  differieren,  so  weit  meine  Erfahrun- 


244  A.    KAUFMANN. 

gen  gelm,  diircli  eine  hellere  oder  dunklere  Fârljiing,  deiitlicliere 
oder  melir  verschwommene  Zeiclmungen,  in  den  Diineiisioneir 
der  Schale  und  einzelner  Gliedmassenteile. 

Von  einem  Saisondimorpliismus  kônnte  bei  den  Cypriden  iinter 
den  Ostracoden  am  eliesten  die  Rede  sein,  allein  es  ist  dièse- 
Ersclieinung  aucli  hier  gânzlicli  aiisgesclilossen,  da  die  Arten,  die 
in  der  Tiefe  vorkommen,  das  ganze  Jalir  die  gleiclien  Lebensbe- 
dingungen  vorfinden,  andere  nur  in  gewissen  Jahreszeiten  er- 
sdieinen  und  nach  Ablauf  derselben  gânziich  verschwinden. 

Ton  einer  Anpassung  an  verânderte  Bedingungen  haben  wir 
in  dieser  Gruppe  aiich  keine  Beweise.  Das  Nâchstliegende  wâre, 
anzunehmen,  dass  Formen,  die  in  fliessendes  Wasser  geraten  sind, 
sich  an  das  Leben  im  Schlamme  angepasst  hâtten  durch  den. 
Verlust  der  Schwimmfâhigkeit,  welcber  sich  in  der  Verkiimme- 
rung  der  Schwimmborsten  der  zweiten  Antenne  ausdriickt.  ' 

Dem  gegenliber  steht  die  Tatsache,  dass  es  in  stehenden  Ge- 
wâssern,  z.  B.  in  Seen,  ^iele  aiisschUesslich  kriechende  Arten 
giebt,  so  die  Vertreter  der  Gattung  Candona,  Paracypndoj)sis 
variegata.  Ob  dièse  niui  beim  Vorriicken  in  fliessendes  Wasser 
ihre  Scliwinniiborsten  eingebiisst  haben  imd  nachher  in  die  Seeit 
zuriickversetzt  wiirden,  ist  kaiim  nachweisbar,  dûrfte  aber  auch. 
nicht  wahrscheinUch  sein;  ziidem  ist  zu  entscheiden,  ob  die 
Schwimmborsten  nicht  viehnehr  eine  Erwerbung  sind,  was  wir 
doch  annehmen  mûssten,  wenn  wir  die  marinen  Cytheriden,  die 
kein  Schwimmvermugen  haben,  als  direkte  Stammformen  der 
Cypriden  ansehen. 

TatsachHch  erreichen  die  Schwimmborsten  einen  sehr  ver- 
schiedenen  Grad  der  Ausbildung,  was  darauf  hindeuten  wurde^ 
dass  die  einzehien  Vertreter  dieser  FamiHe  in  dieser  Beziehun^ 
ungleich  vorgeriickt  sind  in  der  Umtbrmung,  der  sie  iioch  lieute- 
unterhegen. 

Eine  Anpassung  an  die  P\arl)e  des  Aufenthaltsortes  kann,  wie 
oben  schon  angedeutet,  eher  angenounuen  werden,  indem  die  an 


CYPRIDEN   UND   DARWmULIDEN.  245 

r 

pflanzenreiclien  Orten  lebenden  Arten  liâufig  grun,  die  im 
Schlamnie  kriechenden  oft  hell  siiid,  doch  giebt  es  aiicli  lielle 
Formon,  wie  Cyprois  iind  Candona,  auf  moorigem  dunkelm  Griinde. 
Der  Besitz  von  Bândern  imd  Flecken  liisst  sicli  in  diesem  Sinue 
kaiim  deuten. 

Ueber  die  Lebensdauer  der  einzelnen  Arten  ist  wenig  Sicheres 
l)ekannt. 

Einige  Spezies  kommen  das  ganze  Jahr  liindurcli  vor;  sie 
tlbenvintern  und  finden  sich  aiich  unter  Eis  in  verschiedenen 
Entwickhmgsstadien.  Icli  habe  dies bei  Herpetocypris  rejjtanshe- 
obachtet,  sowie  bei  Candona^  deren  Jugendformen  aber  nicht 
nach  den  Spezies  zu  unterscheiden  sind  ;  ebenso  findet  sich  Ilio- 
cypriH,  Cydocyims,  Cypria  den  ganzen  Winter. 

Als  reine  Sommerform  steht  diesen  gegeniiber  Notodromas, 
welche  im  Eistadium  tiberwintert,  im  April  oder  Mai  sich  ent- 
wickeh,  mn  im  Verlaufe  des  Septembers  meist  vôUig  zu  ver- 
schwinden.  Langer  hait  Oypridopsis  vidua  ans,  die  vom  Frilhhng 
bis  sehr  spât  im  Herbst  zu  finden  ist,  in  Seen  undtiefen  Siimpfen 
vielleicht  auch  in  einzelnen  Exemplaren  iiberwintert  ;  âhnlich 
verhâlt  sich  Gypris  incongruens,  (wahrscheinlich  auch  Ilyodro- 
mus,  Dolerocypris),  die  aber  im  Winter  wolil  iiberall  ganz  ver- 
schwindet,  da  sie  in  ganz  seichten  Gewâssern  lebt,  die  im  Winter 
—  manchmal  auch  im  Sommer  —  austrocknen.  Von  ktirzerer 
Lebensdauer  scheinen  die  Friihlingsformen  zu  sein.  Als  solclie 
liabe  ich,  entgegen  andern  Beobachtungen,  Cypria  exsculpta  be- 
zeichnet,  die  ich  zwei  Jahre  nacheinander  in  einem  stehenden 
Oewâsser  wâhrend  der  Eisschmelze  in  grosser  Menge  frei 
schwimmend  vorfand,  Ich  vermutete  also,  dass  das  kalte  Wasser 
ihr  Lebensbediirfnis  sei  und  sah  mich  in  dieser  Annahme  unter- 
stlitzt  durch  die  Thatsache,  dass  sie  im  Zimmer  im  warmen 
Wasser  zu  Boden  sank,  durch  Abktihlung  desselben  aber  wieder 
zu  neuem  Leben  erwachte  ;  spâter  fand  ich  sie  auch  in  den  Som- 
merraonaten,  aber  nur  im  kalten  Wasser  des  Grundes. 


246  A.    KAUFMAKN. 

Ausscliliesslicli  im  Friililing  fand  icli  bis  jetzt  Cypris  fuscata^ 
affmis,  ornata,  Cyprois  marginata,  Candonopsis  Kingslel,  Her- 
'petocyprisperegrina,  Candona  marchica,  woinit  iiiclit  gesagt  sein 
soll,  dass  sie  sicli  niclit  deii  Sommer  liiiidurcli  erhalten  kOmien; 
ziim  Teil  fand  ich  sie  niclit  melir  an  den  gleiclien  Ôrtliclikeiten^ 
zum  Teil  fand  ich  nicht  Gelegenheit,  die  betreffenden  Fundorte 
des  oftern  aufzusuclien. 

Die  Verhreitung  geschieht  aiif  aktivem  imd  passivem  Wege> 
Diircli  den  ersteren  werden  die  krieclienden,  durcli  den  letzteren 
die  schwimmenden  Formen  verbreitet.  Die  krieclienden  sind  im 
stande,  in  einem  ganz  niedern  Wasser  gegen  die  Strômung  vor- 
zudringen  oder  sicli  diirch  Vergraben  in  den  Schlamm.  diirch 
Festhalten  an  Wasserpflanzen  gegen  eine  zeitweise  starke  Strô- 
mung am  Grunde  oder  an  der  Seite  zu  erlialten,  wâhrend  dem  die 
Scliwimmer  in  die  Haiiptstrômimg  gelangen  und  dann  in  grôssere 
Wasseransammlimgen  abgefûhrt  werden.  Der  passive  Weg  ist 
das  Hochwasser  oder  der  direkte  Transport.  Ersteres  ermogliclit 
in  einem  stehenden  Gewasser  eine  Verbreitung  nach  allen  Rich- 
tungen,  im  fliessenden  nur  bacli-  oder  flussabwârts  ;  dabei  ist 
festzustellen,  dass  niclits  gefâhrliclier  ist  fiir  die  Existenz  dieser 
Wassertiere  als  viel  Wasser,  denn  dadurch  gelangen  sie  ans 
ilirer  gimstigen  Umgebung  heraus,  zerstreuen  sich,  verlieren  sich^ 
bleiben  beim  Sinken  des  Wassers  an  dem  Ort  ihres  momentanen 
Aufenthaltes  liegen  und  kommen  um,  wâhrend  sie  in  Bâchen 
machtlos  dem  Flusse  zutreiben  und  verloren  sind.  In  regenreichen 
Sommern  ist  daher  ans  diesen  Grûnden  die  Ausbeute  eine 
spârliche,  wâhrend  in  trockenen  Perioden  viele  Individuen  sich 
vereinigen,  Mânnchen  und  Weibchen  einander  finden  und  die 
abgelegten  Eier  Aussicht  liaben,  stets  die  notige  Feuclitigkeit 
vorzufinden. 

Die  Uebertragung  von  einem  Gebiete  in  ein  damit  nicht  im 
Zusammenhang  stehendes  wird  fiir  die  kleinern  Arten  durch 
Schwimmkâfer  bewerkstelligt  ;  so  sali  ich  wiederholt  im  Sammel- 


CYPRIDEX    UNI)    DAKWIXUIJDEX.  247 

glase  CycJoqjpns  sicli  an  die  Beiiie  eiiies  Scliwiminkafers  an- 
klainnieni,  (1er  mit  seineiii  Anliang  die  lieftigsten  Scliwiimii- 
bewegungeii  ausfiihrte,  ohne  aucli  iiiir  eiiies  der  Tierclien 
abziistreifeii.  Erst  in  zweiter  Linie  môclite  ich  als  Uebertrager 
die  Schwimmvôgel  ansehen,  die  im  Allgemeinen  als  dieVerbreiter 
der  Sûsswasser-Faima  gelten  ;  dièse  môgen  an  Fiissen  und  am 
Schnabel  Eier  in  Entwickkmgsstadien  iibertragen,  ja  ich  spreche 
die  Vermiitiing  aus,  dass  dies  auch  diirch  den  Kot  geschehen 
kônne.  und  glaube  denFischeneine  âhnliche  Bedeutung  beimessen 
zn  diirfen. 

Die  Vermelirung  geschieht  dnrch  Eier,  welche  an  Wasser- 
pflanzen  oder  an  andere  im  Wasser  betindliche  Gegenstânde  ab- 
gelegt  werden.  Es  lasst  sich  dies  im  Freien  am  auffalligsten  bei 
Gyj)ris  incongruens  beobachten,  deren  Eier  rot  sind  und  so  zabl- 
reich  gelegt  werden,  dass  die  als  Unterlage  dienenden  Objekte 
liber  und  ûber  damit  bedeckt  erscheinen  ;  es  geschieht  dies  auch 
in  den  Gefàssen,  in  denen  sie  aufbewahrt  werden. 

Die  Entwicklung  des  Eiesistbei  der  genannten  Art  in  14  Ta- 
gen  vollendet.  Der  bereits  mit  der  Schale  ausgestattete  Nauplius 
diirfte  bei  allen  Arten  im  stande  sein  zu  schwimmen,  doch  liegen 
liieriiber  keine  bestimmten  Untersuchungen  vor.  Im  Verlaufe 
der  Entwicklung,  Uber  welche  Claus  und  G.-W.  Mûller  ge- 
nauere  Auskunft  geben,  iindert  sich  die  Form  der  Schale  oft  so 
erheblich  (Candona),  dass  die  Spezies  daraus  nicht  erkannt  wer- 
den kann. 

Aile  jungen  Entwicklungsstadien  sind  fast  durchsichtig;  je 
âlter  das  Tier  ist,  desto  intensiver  tritt  die  Fârbung  auf,  doch  sind 
besondere  Zeichnungen,  wie  Flecken,  Bander,  schon  bei  jungen 
Individuen  in  ihrer  charakteristischen  Gestalt  vorhanden,  wenn 
auch  nur  matt  in  der  Farbung.  Es  ist  dies  besonders  fur  Herpe- 
tocyjnis  reptans,  Cijpridopsis  vidua  und  Faracypridopsis  zu  be- 
tonen. 

Die   Xahrung.    Die   Cyprideu    sind    omnivor;    im  Wasser 


248  A.    KAUFMANN. 

fauleiide  Blâtter  bilclen  wolil  die  Haiiptnalirung  ;  davon  macht 
vielleiclit  Notodromas  eine  Ausnahme,  indem  sie  auf  dem  Riicken 
sclnvimmeiid,  an  der  Oberflâclie  des  Wassers  daliin  gleitend,  dièse 
nacli  Naliriing  absuclit.  Aber  aiicli  eine  tote  Schnecke,  einWurm 
wird  aiifgesucht  und  ist  oft  ganz  bedeckt  mit  den  Leibern  der 
schiiiausenden  Krebse;  der  Chitiupanzer  der  Insekten  ist  ihneu 
zu  hart,  docli  sind  sie  im  stande  eine  ziemlich  feste  Epidermis 
eines  Blattes  abzmmgen,  wobei  dièses  oft  schon  skeletiert  wird. 

Die  Yerdauung  ist  eine  rasche,  da  es  besonders  ftir  die 
Schwimmernicht  praktiscli  wâre,  die  unverdaulichen  Stoffe  lange 
im  Leibe  mit  sicli  zu  tragen.  Die  Kotballen  sind  durcliwegs 
cylindrisch,  an  beiden  Enden  etwas  verengert. 

Die  grosse  Gefrâssigkeit  und  ihr  oft  massenhaftes  Auftreten 
—  sie  kônnen  in  einem  Graben  auf  einen  Quadratmeter  zu 
Tausenden  zâhlen  —  deutet  darauf  hin,  dass  dièse  Entomostra- 
keh  eine  nicht  zu  unterscliâtzende  Rolle  spielen  in  kleinern  Ge- 
wâssern,  die  sie  in  liervorragender  Weise  von  faulenden  Stoifen 
reinigen.  Andernteils  bilden  sie  einen  bestimmten  Best andteil  der 
Fischnahrung,  was  sich  durch  direkte  Untersuchung  feststellen 
lâsst  und  zudem  daraus  erhellt,  dass  in  seichten  Gewâssern,  die 
den  kleinen  Fisclien  als  Lieblingsaufentbalt  dienen,  die  Aus- 
beute  eine  sehr  geringe  ist.  Aber  aucb  die  grossen  Fisclie  des 
Sees  suchen  Ostracoden  aus  dem  Sclilamme,  was  sich  durch  den 
Mageninhalt  eines  Coregonus  des  Bielersees  nachweisen  liess, 
den  mir  Herr  Prof.  Studer  gûtigst  ûbermittelte  ;  der  Magen 
war  angefilllt  mit  einer  grossen  Menge  Pis'uUen  und  Candona- 
Formen,  die  ausschliesslich  dem  Grunde  angehoren. 

Fangmetîiode.  Der  Fang  geschieht  mit  einem  kleinen  Netz  an 
Wasserpflanzen  und  in  der  obersten  Schicht  des  Grundschlammes; 
letzterer  lasst  sich  nicht  immer  wie  der  des  Sees  auswaschen,  da 
die  IMaschen  des  Netzes  zu  eng  sind;  besonders  aus  Siimpfen 
bekommt  man  eine  lâstige  Menge,  braunen  torfigen  Grund- 
sclilammes  mit,  der  nicht  weggeworfen  werden  darf,  daerhiiufig 


CYPRIDEN   UND   DARWINULIDEN.  249 

Candona-Arten  entlialt.  Dièse  sowie  Heypetocypris,  Ilt/odromus 
lassen  sich  allerclings  schon  an  Ort  und  Stelle  durch  Scliiefhalteii 
des  Sammelglases  an  die  Obertiâche  des  Inlialtes  bringen,  da  sie 
an  dieser  liaften  bleiben,  so  bald  sie  mit  der  Luft  in  Beriihrung 
kommen  ;  von  hier  konuen  sie  durch  eine  Saugpipette  abgehoben 
werden.  Dièse  Méthode,  bei  welcher  besonders  kleine  Arten  in 
Verhist  gehen  kônnen,  ist  nur  dann  gerechtfertigt,  wenn  man, 
wie  auf  Reisen,  keine  Zeit  zii  genaiiern  Untersuchimgen  hat.  Im 
andern  Fall  ist  es  sehr  zu  empfehlen,  denTierchen  durch  Stehen- 
lassen  des  Sammelglases  und  Auffrischen  des  Wassers  Gelegen- 
heit  zu  geben,  an  die  Obertiâche  des  Schlammes  zu  kommen,  von 
wo  sie  an  den  Rand  des  Glases  gelangen  und  da  geiischt  werden 
konnen,  Handelt  es  sich  ferner  um  Feststellung  der  geographi- 
schen  Yerbreitung  der  Formen  nach  blossen  Schalen,  so  ist  auch 
die  Untersuchung  des  Schlammes,  Partie  fiir  Partie,  unter  der 
Lupe  unerlâsslich.  Eine  schwarze  Cuvette  aus  papier-mâché 
mit  ganz  niederem  Rand  leistet  dabei  gute  Dienste.  Auch  die 
kriechenden  Cj^îriden  sind  leichter  zu  finden  als  die  Cytheriden, 
da  sie  weit  beweglicher  sind  und  in  einem  flachen  Gefâsse  sich 
gern  an  den  Randern,  wo  kein  Schlamm  ist,  sammeln. 

Die  Abtôtung  geschah  ausschliesslich  durch  Alkohol,  wobei 
€s  sich  empfiehlt,  die  Lôsung  allmâhlig  concentrierter  zu  machen, 
da  die  Schalen  eher  offen  bleiben,  als  wenn  rasch  hohe  Concen- 
trationsgrade  angewendet  werden. 

Eine  Entkalkung  ist  zur  Untersuchung  der  Gliedmassen  ganz 
unnôtig,  ja  sogarunpraktisch,  da  sich  auch  bei  denkleinsten  Ar- 
ten die  Schalen  besser  entfernen  lassen  als  die  Schalenhâute. 

Nach  einer  ei'sten  Untersuchung  vornehmlich  der  Schalen 
bringe  ich  die  Objekte  auf  einem  Objekttrâger  in  einen  Tropfen 
Glycerin,  behufs  grosserer  Adhâsion,  offne  die  Schalen,  lose  den 
Kôrper,  wenn  immer  môglich  in  toto  heraus,  um  gesondert  auf 
einem  andern  Objekttrâger  die  einzelnen  Gliedmassen  abzupr^e- 
parieren,  was  unschwierig  ist  mit  Ausnahme  des  Maxillarfusses,  der 


250  A.   KAUFMANN. 

gewôhnlich  selir  klein  ist  iiiid  (1er  Maxille  so  liart  anliegt,  dass  aucli 
die  feinsten  Nadeln  iiiclit  dazwischen  gesclioben  werden  koiiiien. 

Wie  sclion  bei  den  Cytlieriden  bemerkt,  hellt  das  Glycerin  so 
stark  aiif,  dass  feinere  Haare  leicht  iiberselien  werden  konneii^ 
eine  Prseparation  in  Wasser  oderAlkohol  ist  immer  schwieriger, 
zeitraiibender  und  bei  seltenen  Arten  zii  riskiert. 

Zur  Conservierung  bediene  ich  mich  des  absoluten  Alkohols, 
der  allen  Anforderungen  geniigt. 


SYSTEMATISCHER  TEIL. 

Die  Cypriden  bilden  mit  den  Cytheriden  und  Darwinuliden  die 
von  G.  0.  Saes  aufgestellte  Sektion  der  Podocopa  und  sind  mit 
den  genannten  Familien  die  einzigen  Vertreter  der-Ostracoden 
im  stissen  Wasser. 

Famille  GYPRIDIDiE. 

Schale  meist  dlinn.  Erste  Antenne  scliwacli;  zweite 
Antenne  fiinf-  oder  sechsgliedrig,  meist  mit  Scliwimm- 
borsten.  Kieferfuss  mit  mehr  oder  weniger  verkiim- 
mertem  Taster.  Zweites  Beinpaar  erscheint  als  Putz- 
fuss.  Ende  des  Abdomens  mit  einem  Furkalanhang. 

W.  Vavra  (68,  75,  90)  untersclieidet  eine  Reilie  von  Sub- 
genera  und  Artengruppen,  diesichvornehmlicliaufauslândisclie 
Arten  beziehen,  doch  scheint  mir  dièse  Trennung  noch  eine  un- 
sicliere  zu  sein,  wesshalb  ich  fiir  meine  Formen  einstweilen  davon 
absehe,  dafiir  aber  die  anderwarts  (143)  vorgeschlagene  Grup- 
pierung  in  Unterfamilien  durchfiihre. 


CYPRIDEN   UND   DARWINULIDEN.  251 


1.  Unterfamilie  NOTODROMADINiE. 

Letztes  Gliecl  der  zweiteii  Antenne  lang  un  cl 
schmal.  Schwimmborsten  iiberragen  die  Endklauen. 
Erster  Fortsatz  der  Maxille  mit  sechs  gefiederten 
Dornen.  Putzfuss  am  letzten  Glied  mit  drei  ungleich 
langen  Borsten.  Ejaculationsapparat  lang  iind 
schmal;   Cliitinstâbe   niclit  in  getrennten  Ringen. 


1.  Gattung  NOTODROMAS  Liljeborg. 

1820.  Monoculus  iuvine  {11'^). 

1853.  Notodromas  Liljeborg  (3). 

1854.  Cyprois  Zenker  (4). 

Die  Merkmale  dieser  Gattung  griinden  sich  auf  vier  Spezies, 
welche  aus  Europa,  Nord-  und  Siidamerika  und  Sûdaustralien 
bekannt  geworden  sind. 

Zweite  Antenne  in  beiden  Gesclilechtern  seclis- 
gliedrig. 

Dei'  Branchialanhang  des  Kieferfusses  fehlt;  der 
Taster  ist  zweigliedrig. 

Zweites  Fusspaar  viergliedrig  mit  drei  Borsten  am 
Ende  des  letzten  Gliedes,  von  denen  zwei  in  der 
Riclitung  des  Gliedes  verlaufen. 

Augen  getrennt. 

1.  Notodromas  monaclia  0.  F.  Millier. 

Taf.  lo,  Fig.  1-4;  Taf.  17,  Fig.  1-10;  Taf.  18.  Fig.  1-3;  Taf.  29,  Fig.  lo. 

1820.  Monoculus  monacims  Jurine,  p.  173,  PI.  XVIII,  Fig.  13-14. 
1851.  Cijpris  monacha  Fischer  2,  p.  146,  Taf.  IV,  Fig.  1-11. 

1853.  Notodromas  monnchus  Liljeborg  3,  p.  95,  Taf.  VIII,  Fig.   1-15, 

Taf.  XII,  Fig.  1,  2,  Taf.  XXV,  Fig.  16. 

1854.  Cyprois  monacha  Zenker  4,  p.  80,  Taf.  13,  c. 


252  A.   KAUFMANN. 

1868.  Notodromas  monackus  Brady  10,  p.  379,  PI.  XXIII,  Fig.   1—9, 
PL  XXXVII,  Fig.  3. 

1885.  Notodromas   monachus   Nordquist   17,   p.    15,   Taf.    I,    Fig.   1-4, 

Taf.  II,  Fig.  Ô-IO,  Taf.  IV,  Fig.  13-18,  Taf.  VI,  Fig.  27-32. 

1886.  Cypris  monacha  Stuhlmann  19,  Taf.  XXXII,  Fig.  1,3,  6,  8-10, 

13-20,  22-38. 
1886.  Cijpris  monacha  Orley  18,  p.  100. 

1888.  Cijprois  monacha  Scliwarz  22,  Taf.  XI,  Fig.  1-9. 

1889.  Notodromas  monacha  Brady  and  Norman  23,  p.  96. 

1889.  Notodromas  monacha  G.   W.   Miiller  20,   p.   714,   Taf.    XXXII, 

Fig.  12,  Taf.  XXXIII,  Fig.  60-63. 

1890.  Notodromas  monachus  Sars  28,  p.  16. 

1891.  Notodromas  monacha   Vavra  37,  p.  32,  Fig.  6,  1,  Fig.  7-9. 

1891.  »  »         Daday  33,  p.  108. 

1892.  »  »  Kaufmann  133,  p.  73. 
1892.           »                 »  Daday  44,  p.  301. 

1892.  »  »         Clans  46,  Taf.  V.,   Fig.    11-12,    Taf.   VI, 
Fig.  4,  5,  11,  12,  Taf.  XII,  Fig.  6. 

1893.  Notodromas  monacha   Kertész51,p.  169. 

1893.  »  »  Fric  und  Vavra  54,  p.  56,  109. 

1893.  »  »  Hartvvig  56,  p.  25. 

1894.  »  »         Croneberg  59,  p.  4. 

1894.  ))  »  G.  W.  Miiller  58,  Taf.  38,  fig.  24. 
4895.  »  »  Turner  70,  p.  296,  Taf.  LXXII,  Fig.  4. 

1895.  »  »  Clans  72,  Taf.  III,  Fig.  9,  Taf.  IV,  Fig.  1. 

1896.  »  »  Turner  74,  Taf.  VI,  Fig.  28. 

1896.  ))  »  Wierzeiski  78,  p.  201. 

1897.  »  »  Daday  83,  p.  6. 

1897.  »  »  Lienenklaus  98,  p.  112. 

1898.  »  »         Stenroos  99,  p.  222. 
1898.           »                 »         Schneider  100,  p.  161. 

Lange  9  1;07  mm.  cT  1,13  mm. 

Hôhe       0,84  0,85 

Breite     0,6  0,6 

Bei  beiden  Geschlechtern  geht  der  schwach  gewolbteVorder- 
rand  der  Schale  allmâhlig  in  den  Rlickenrand  ûber,  wahrend  er 
in  einem  ziemlich  scharfen  Winkel  in  den  Ventralrand  umbiegt. 


CYPRIDEN   UND    DARWINULIDEN.  253 

Die  vorderen  Partien  des  Rûcken-  iind  Bauclirandes  veiiaufen 
fast  geradlinig,  aber  divergent  bis  etwas  ûber  dieMitte  der  Schale. 
In  der  hinteren  Partie  bildet  die  Schale  deutliclie  Geschlechts- 
dilïerenzen  aus.  Beim  Mânnclien  geht  der  Hinterrand  fast  gleicli- 
mâssig  in  den  Ventralrand  liber,  einen  stumpfen  Winkel  bildend, 
an  dem  eine  hyaline  Platte  einen  allmâhlig  sich  verbreiternden 
Fortsâtz  darstellt.  Die  Schale  des  Weibchens  endigt  mehr  halb- 
kreisfôrmig  und  geht  fast  in  einem  rechten  Winkel  in  den  iintern 
Rand  liber.  An  dieser  Ecke findet  sich  ebenfalls  eine  hyaline  Platte, 
die  aiif  der  hnken  Schalenhâlfte  kiirz  dreieckig  ist.  An  dem  ge- 
rade  verlaufenden  Unterrande  erscheinen  deutliche  Einker- 
bungen,  und  an  dieser  Stelle  wird  der  Piand  von  den  Seitenteilen 
tiberwôlbt.  Auch  der  Vorderrand  hat  einen  hyalinen  Sauni,  an 
dem  auch  Einkerbungen  sichtbar  werden,  von  denen  die  spârliche 
Behaarung  ausgeht. 

Von  oben  erscheint  die  Schale  eifôrmig  zugespitzt.  In  der  An- 
sicht  von  unten  fallen,  wasnoch  von  keiner  Seite  erwâhnt  wurde, 
jederseits  zwei  Leisten  auf,  die  sich  in  einem  flachen  Bogen  von 
der  Mittellinie  gegen  die  Spitze  wenden.  Die  liintere  ist  etwa  drei 
mal  so  lang  als  die  vordere.  Ich  vermute,  dass  die  Leisten  beim 
Anheften  an  die  Wasseroberflâche  eine  Rolle  spielen. 

Die  Farbe  der  Schale  geht  von  einem  milchigen  undurchsich- 
tigen  Weiss  durch  verschiedene  Abstufungen  in  Schwarz  liber. 
Ein  dunkles  ungleich  breites  Band  verlâuft  vom  Auge  an  dem  Vor- 
derrand entlang;  von  diesem  aus  geht  ein  zweites  unter  dem 
Schliessmuskeleindruck  durch  gegen  die  hintere  Ecke,  so  dass 
die  hintere  obère  und  untere  vordere  Partie  der  Seitenansicht 
weiss  erscheinen.  Der  weitereVerlauf  derBânder  ist  auf  der  Unter- 
seite  leicht  zu  verfolgen. 

Die  Schliessmuskeleindrûcke  sind  klein.  Drei  schmale  hegen 
liber  einander,  ein  vierter  rundlicher  schliesst  daran  an  ;  zwei  wei- 
tere  kleine  Eindrlicke,  welche  Vavra  (37,  Fig.  7,  1  und  2)  nicht 
angiebt,  liegen  etwas  nach  unten  und  vorn. 


254  A.    KAUFMANN. 

Die  Beliaarung  beschrankt  sicli  aiif  Yorder-  imd  Hinterrand. 
In  gleichmassiger  Eiitferiiung  finden  sich  Poren  auf  der  ganzen 
Scliale. 

Die  Augen  sind  getrennt.  Yor  denselben  beobachtete  ich  an 
Objekten,  die  lange  in  Alkohol  gelegen  hatten,  eine  deutlich  ab- 
getrennte  belle  Partie,  welclie  vielleicht  wie  eine  Linse  wirkt. 

In  Bezug  auf  die  Gliedmassen  kann  ich  die  Angaben  und  Dar- 
stellungen  Yavra's  durchwegs  bestâtigen. 

Die  siebengliedrige  erste  Antenne  bat  sehr  breite  Basalglieder 
und  ein  langes  drittes  Glied. 

Die  zweite  Antenne  ist  beibeidenGeschlecbternsecbsgliedrig; 
das  Basalglied  bat  drei  Borsten.  Die  lângste  Borste  des  Exopo- 
diten  ist  deutlich  bewimpert,  die  Spiirborste  stabformig.  Neben 
den  fiinf  gegliederten  Schwinimborsten  steht  eine  kurze  Borste, 
an  der  andern  Ecke  desselben  Gliedes  eine  starke  Borste  mit  ge- 
dunsener  Basis,  um  welche  sich  ein  Btischel  kleiner  Bôrstchen 
gruppiert.  Das  vierte  Glied  ist  niclit  halb  so  breit  als  das  dritte, 
am  Ende  mit  vier  ungleicli  langen  feinbedornten  Borsten  ver- 
seben.  Das  fiinfte  und  sechste  Glied  des  Mânnchens  erreichen  die 
gleiche  Lange  und  tragen  je  fûnf  Borsten  ;  ersteres  zwei  feine 
ventralwârts,  zwei  fast  bis  ans  Ende  der  Klaue  reichende  seitlich 
geriffte  und  eine  in  beiden  Gescblechtern  erscheinende  Sensitiv- 
borste  von  der  Lange  des  letzten  Gliedes.  Yavra  (37,  Fig.  7,  4) 
scheint  dièse  zweite  lange  Borste  ilbersehenzu  haben,  was  leicht 
môglich  ist,  da  sich  eine  der  Seite  des  Gliedes  anlegt.  Das  letzte 
Glied  trâgtnebst  den  von  Yavra  angegebenen  vier  Borsten  noch 
eine  kleine  fûnfte. 

Die  Mandibel  bat  einen  sehr  krâftigen  Taster,  dessen  Athem- 
platte  aus  nur  fiinf  Borsten  besteht.  Das  erste  Glied  fiihrt  neben 
den  von  Yavra  angegebenen  beiden  langen  Borsten  (Fig.  8,  1) 
noch  eine  kurze  dicke,  fein  bewimperte;  das  zweite  triigt  vier 
sehr  starke  zweireihig  gefiederte  Dornen  ;  dazu  konnnen  noch 
eine  kleine  und  eine  kurze  dicke,  welche  bei  Yavra  ebenfalls 


CYPRIDEN   UND   DARAAINULIDEN.  255 

felileu.  lin  fernereii  sind  die  beideii  obeii  befiiidlicheii  Borsten 
gefiedert,  ebenso  die  vordeni  Borsten  des  dritten  Gliedes,  zudem 
ist  die  Unterseite  des  Gliedes  dicht  behaart.  Eine  der  vier  End- 
borsten  ist  sehr  lang  und  fein. 

An  der  Maxille,  die  bis  anhin  von  Vavra  am  genauesten 
dargestellt  wurde,  ist  der  Taster  sclimaler  als  die  Fortsâtze. 
Gegen  den  Grimd  deuteteinestarkegefiederteBorste,  dieYAVRA 
nicbt  angiebt,  aiifeineweiteregeschwimdene  Trennimg  des  Glie- 
des hiii.  Eine  untere  Borstenreibe  des  letzten  Kaufovtsatzes 
erscheint  als  eine  Besonderbeit  dieser  Form.  Die  sehr  feine  fie- 
derige  Zâlinelung  der  sechs  Endborsten  bat  schon  Vavka  dar- 
gestellt; icb  balte  die  Borsten  aber  nicbt  ftirzweigliedrig.  An  der 
Basis  des  letzten  Fortsatzes  treten  zwei  sebr  lange  Borsten  auf. 

Auffâllig  sind  die  Gescblecbtsdifferenzen  in  den  Kieferfiissen. 
Sie  entbehren  der  Athemplatte  und  verbinden  sicb  mit  dem  Kôr- 
per  durch  ein  kompliziertes  Geriist  von  Cbitinleisten.  Der  Eau- 
fortsatz  beim  Weibchen  ist  binten  und  oben,  der  Taster  auf  der 
Yorderseite  lang  behaart  und  am  Ende  mit  nur  zwei  kleinen 
Borsten  ausgestattet.  Beim  Mânnchen  erreicht  der  linksseitige 
Taster  nur  die  halbe  Lange  des  rechtsseitigen,  ist  aber  breiter 
und  bildet  in  der  Mitte  einen  Fortsatz  nach  vorn  und  am  Ende 
einen  solcben  nach  binten.  An  dem  gewôlbten  Distalende  steht 
die  sichelfôrmige  Endklaue.  Aile  Dornen  des  Stammes  sind  gefie- 
dert,  die  grossen  doppelt  so  stark  als  sie  Yavra  (Fig.  8,  5)  dar- 
stellt.  Der  recbtsseitige  Taster  ist  lang  undschmal,  am  Ende  mit 
einer  sehr  feinen  Borste  versehen;  die  Endklaue  langer  und 
weniger  gekriimmt  als  die  linksseitige. 

Eigentiimlich  ist  der  linksseitige  Greiftaster  des  Mâuncbens 
vor  der  letzten  Hâutung  (Taf.  18,  Fig.  2;  Claus  46,  Taf.  YI, 
Fig.  5). 

Das  erste  Fusspaar  ist  am  Stamm  deutlich  behaart.  Das 
stark  nach  vorn  gewolbte  zweite  Glied  trâgt  eine  krâftige  vorn 
gefiederte  Borste,  welche  die  Lange  der  zwei  folgenden  Glieder 


256  A.    KAUFMANN. 

erreiclit.  Das  dritte  Glied  ist  kiirz,  ebenso  die  Borste  am  vor- 
dern  Eiide,  nocli  ktirzer  diejenige  am  vierten  Gliede.  Die  End- 
klaue  ist  so  kurz,  dass  die  seitlichen  Wimpern  weiiigstens  die 
Halfte  der  Lange  der  Eiidklaiie  erreiclieii. 

Vor  der  letzten  Hâutung  ist  der  Endopodit  dreigliedrig  iind  am 
Ende  des  zweitletzten  Gliedes  mit  einem  aufgetriebenen  Fort- 
satz  verselien  (Taf.  18,  Fig.  1).  Sclion  Vavra  weist  auf  dieVer- 
scliiedeiilieit  der  Aiisbildmig  dieser  Gliedmassen  bei  beiden 
Gesclilechtern  hiii.  Die  Borste  des  zweiten  Gliedes  beim  Mann- 
chen  erreidit  nur  die  Mitte  des  vierten  Gliedes,  die  des  dritten 
Gliedes  ist  auch  niirlialb  so  langalsbeimWeibchen;  ebenso  sind 
die  beiden  Seitenborsten  des  Endgiiedes  beim  Weibehen  langer, 
dafiir  aber  das  dritte  und  vierte  Glied  etwas  kûrzer  als  beim 
Mânnchen. 

Die  Glieder  des  zweiten  Fusspaares  sind  schmal,  die  Tibia 
trâgt  in  der  Mitte  eine  gezâhnelte  Borste  ;  von  den  drei  iingleich 
langen  Klauen  des  Endgiiedes  ist  eine  gerade  nacli  riickwarts 
gekelirt.  Am  Ende  des  dritten  Gliedes  beobaclite  ich  eine  in  der 
Lângsriclitinig  verlaufende,  auf  den  letzten  Drittel  sich  erstre- 
ckende  kammformige  Zahnelung,  die  beim  Mânnchen  zii  felilen 
scheint.  Im  letzten  Entwicklmigsstadium  zeigt  auch  dièses  Glied 
drei  deutliche  schwertformige  Borsten.  (Tafel  18,  Fig.  3). 

Die  Furka  ist  schmal,  beim  Mânnchen  stârker  gebogen  und 
nach  vorn  diinner,  beim  Weibehen  breiter  und  stark  gekrtimmt. 
Die  Endklauen  sind  schmal,  beim  Mânnchen  kilrzer  als  beim 
Weibehen.  Dahinter  steht  noch  eine  Borste  ;  aile  drei  sind  sehr 
fein  gezâlmelt.  Die  dorsale  Wimper  fehlt. 

Der  Ejaculationsapparat  des  Mânnchens  erscheint  lang  ge- 
streckt,  beidseitig  mit  einem  trichterartigen  Abschluss  der  Innen- 
rohre.  In  der  Nâhe  des  Apparates  bildet  das  Vas  deferens  eine 
Hach  gedrûckte  Si)irale  mit  sechs  Umgângen,  die  auch  Sciiwarz 
(22,  Taf.  XI,  Fig.  1)  und  Stuhlmann  (19,  Taf.  XXXII,  Fig.  1) 
andeuten.  Der  kurze  Ausfûhrungsgang  des  Vas  deferens  mûndet 


CYPRIDEN   UXD   DARWIXULIDEN.  257 

in  den  obereii  Teil  des  selir  machtigen  Copulatioiisorgaiies,  das 
ungefalir  eifurmig,  im  iiiitern  Teil  ain  breitesten  ist.  Ans  der 
grossen  Menge  der  luidurclisiclitigen  Chitinleisten  sei  nur  der 
kegelformige,  wenig  gekruinmte  Fortsatz  erwâliiit,  der  an  dem 
untern  Ende  des  Apparates  frei  hervorstelit.  Der  weitere  Ver- 
lauf  des  Yas  deferens  ist  schwer  zu  erkennen.  Es  dringt  von  oben 
in  den  Apparat  ein,  biegt  um  und  gek\ngt  in  den  engen  Teil  eines 
flasclienartigen  Gebildes,  setzt  sich  von  da  in  leichter  Krilmmung 
durcli  das  ganze  Organ  fort,  macbt  ani  Grunde  einer  haken- 
formigen  Leiste  eine  Schleife  und  wendet  sich  in  einer  S-formi- 
gen  Krûnnnung  zu  einer  spaltenartigen  Vertiefung,  woselbst  es 
endigt.  Vavra  lâsst  diesen  Schlauch  am  Kande  des  Organes 
endigen,  was  icli  nicht  bestiitigen  konnte.  Ich  glaube,  die  Oelï- 
nung  liegt,  entsprecliend  der  Lage  der  Sexualorgane  bei  der 
Copulation,  immer  auf  der  Innenseite. 

Die  Spermatozoiden  sind  meist  in  grosser  Zalil  vorlianden. 
Sie  legen  sich  in  unmittelbarer  Nâhe  des  obern  Trichters  des 
Ejaculationsapparates  zu  einer  ringfôrmigen,  aber  nicht  in  einer 
Ebene  liegenden  Masse  zusammen,  von  welcher  die  dicht  ge- 
drângten  Kopfteile  abstehen  und  gegen  das  Rohr  gerichtet  sind 
(Taf.  29,  Fig.  15).  Eine  Verbindung  zu  dem  Apparate  wahrzu- 
nehmen,  gelang  mir  nicht,  da  die  Erweiterung  des  Vas  deferens 
aucli  bei  sorgfâltiger  Prâparation  zerreist.  Wahrend  nun  an 
dieser  Stelle  die  meisten  Spermafâden  die  gleiche  Richtung 
liaben,  wenden  sich  einige  in  S-fôrmiger  Krlimmung  quer  durch 
den  freien  Raum,  um  in  entgegengesetzter  Richtung  weiter  zu 
laufen.  Darauswtlrde  zuentnehmensein,  dass  nicht  aile  Sperma- 
fâden die  richtige  Lage  im  Vas  deferens  haben,  oder  dass  iiber- 
haupt  aile  gedreht  werden.  Von  dem  dichten  Blischel,  der  iiber 
den  Ring  vorsteht,  wird  offenbar  nur  je  ein  Spermafâden  zum 
Ejaculationsapparat  zugelassen.  Bei  der  Darstellung  von 
ScHWARZ  (22,  Taf.  XI,  Fig.  2)  scheinen  die  Spermatozoiden  sich 
von  zwei  Seiten  dem  Trichter  zu  nâhern,  was  nicht  der  Fall  ist. 

Rev.  Suisse  de  Zool.,  T.  8.  1900.  17 


258  A.    KAUFMANN. 

Dièse  Form  scheint  mit  Cijpris  fiiscata,  C.  affinis,  Cyprois  die 
grossie  Schwimmfâliigkeit  zu  besitzen,  nicht  nur  in  Bezug  auf 
die  Sclmelligkeit,  sondeni  aiicli  in  der  Befâhigung,  sicli  zwischen 
allerlei  Hindernissen  zureclit  zu  finden.  Sie  verstelit  es  aiisge- 
zeiclmet,  sicli,  an  der  Oberilâche  klebend,  mit  dem  Eticken  nach 
unten,  fortzubewegen,  in  welcher  Stellung  sie  aiich  die  Wasser- 
oberflâche  abweidet.  Sie  iindet  sicli  nur  im  stehenden  Wasser 
und  nur  in  solcliem,  weldies  eine  bestiindige  Erneuerung  erfahrt, 
daher  rein  ist  und  eine  reichliche  Végétation  aufweist.  Sandige 
Ufer  oder  solche  mit  Fadenalgen,  mit  Pflanzentîlz  oder  faulenden 
Pflanzenstoffen  meiden  sie  gânzlich,  so  dass  man  an  dem  einen 
meist  sonnigen  Ufer  eines  grossen  Teiclies  Tausende,  an  einem 
andern  Ufer  nicht  ein  einziges  Exemplar  iindet.  Es  ist  zudem 
eine  Sommerform,  die  im  April  erscheint,  im  Juli  das  Maximum 
der  numerisdieu  Entwicklung  erlangt  und  im  September  wieder 
yerscliwindet.  Dièse  Form  ist  aus  dem  ganzen  mittleren  und 
nôrdlichen  Europa,  sowie  aus  Nordamerika  bekannt.  Zwei  wei- 
tere  Arten  Not.  fen  est  rata  King  und  Not.  fuscata  Brady  sind 
aus  Siidaustralien  bekannt  geworden,  zu  welchen  Vavra  noch 
eine  neue  Art  Not.  patagonica  Vavra  aus  Patagonien  hinzu- 
fiigte. 

Ftlr  die  Sdiweiz  stellte  sie  Jurine  zuerst  in  den  Teidien  von 
Châtelaine  fest. 

Ich  fand  sie  um  Bern  in  Selhofen,  Hunziken,  Miindienbuchsee, 
Miinsingen,  im  Gerzensee,  Uebesdiisee,  Moosseedorfsee  ;  in  den 
drei  Weihern,  im  Nestweiher,  Wenigerweiher  und  in  Rotmonten 
bei  St.  Gallen;  in  Choulex  und  Rouelbeau  bei  Genf;  bei  Au  im 
Piheintal,  im  Bodensee. 


'7 


2.  Gattung  CYPROIS  Zenker 


1834.  Cjjprois  Zenker  (4). 

1889.  »       Brady  and  Norman  (23). 

1890.  »       Daday  (73). 


CYPRIDEN   UND   DARWINULIDEN.  259 

Zenker  stellte  Kofodromas  uncl  Cijprois  unter  eine  Gattung, 
^■docli  liegen  verscliiedene  Grtinde  vor,  dièse  Form  generisch  zu 
treiiiien.  Der  Genuscliarakter  wurde  aufgestellt  von  Brady  und 
Norman  (23)  mit  Berucksichtiguiig  von  nur  einer  Art;  ferner 
liegt  von  Daday  eine  genaue  Untersucliung  von  Cyprois  dispar 
vor,  docli  zeigt  letztere  in  den  Gliedmassen  so  viele  Verschieden- 
heiten  von  der  vorliegenden  Art,  dass  wir  sie  niclit  zu  dieser 
Gattung  reclmen  kônnen,  wie  schon  frl\lier  bemerkt  (143). 

Schale  ziemlich  liocli,  von  der  Seite  ziisammenge- 
driickt.  Erste  Antenne  mit  Schwimmborsten. 

Zweite  Antenne  in  beiden  Geschlechtern  ftinfglie- 
drig.  Die  Schwimmborsten  erreicben  das  Ende  der 
Klaiien. 

Erster  Fortsatz  der  Maxille  mit  seclis  starken 
K 1  a  u  e  n. 

Branchialplatte  des  Kieferfusses  mit  sechs  Bors- 
ten. 

Zweites  Fiisspaar  am  Ende  mit  einer  Klaue. 

Furka  mit  vier  Borsten  am  Ende. 


2.  Cyprois  7narginata  Strauss. 
Taf.  13,  Fig.  5-9;  Taf.  17,  Fig.  11-19;  Taf.  18,  Fig.  4;  Taf.  29,  Fig.  16. 

18ol.  Cijirrois  dispar  Fischer2,  p.  142,  Taf.  I,  Fig.  1-11,  Taf.  Il,  Fig.  1-6. 
18,3l.        »  »       Zenker  3,  p.  81. 

4889.  Cijprois  flava  Brady  and  Norman,  23,  p.  97,  Pi.  VIII,  Fig.  18,  19, 
PI.  XII,  Fig.  13-21,  38. 

marginata  Sars  28,  p.  54. 

flava  Claus  46,  Taf.  V,  Fig.  10,  Taf.  VI,  Fig.  6. 

marginata  Brady  and  Norman  79,  p.  727. 

Lange  :  c?  1,3  mm.  ?  1,5  mm. 
Hobe  :  1  mm.  0,9  mm. 
Breite  :       0,7  mm.      0,7  mm. 


1891. 

» 

1892. 

» 

1896. 

» 

260  A.   KAUFMANN. 

Ans  diesen  Maassen  ist  ersichtlicli,  dass  die  Schale  des. 
Mâmiclieiis  kleiner  ist  als  diejenige  des  Weibchens.  Der  Vor- 
derrand  ist  in  beideii  Gesclilechtern  ungefâhr  lialbkreisformig, 
beim  Weibclien  aber  stiirker  hervortretend.  Der  Unterrand  ist 
fast  gerade  ;  der  Hinterrand  beim  Mannclien  abgerimdet,  beim 
Weibcheii  mehr  eckig.  Die  grosste  Breite  liegt  in  der  Mitte,  da- 
vor  ist  liber  dem  Auge  eine  kleine  Eiiibuchtung,  die  bei  der  recli- 
ten  Schale  stârker  ist  als  bei  der  linkeii.  In  beiden  Gesclilech- 
tern findet  sicli  am  Yorderrand  ein  breiter,  am  Hinterrand  ein 
schmaler  hyaliner  Saum,  versehen  mit  radial  verlaufenden  kûr- 
zern  oder  lângern  Hohlràumen  und  Poren,  ans  denen  Haare 
hervortreten.  Die  Randlinie  verlaiift  vorn  parallel  dem  Saum, 
wâhrend  sie  hinten  einen  Winkel  bildet.  Von  oben  gesehen  ist 
die  Schale  schwach  eifurmig,  ziemlich  comprimiert;  sie  lâuft 
vorn  in  eine  scharfe  Spitze  au  s  und  erreicht  die  grosste  Breite  in 
der  Mitte. 

Schliessmuskeleindriicke  sind  vier  grosse  und  zwei  kleine  vor- 
handen. 

Die  ganze  Schale  zeigt,  besonders  deutlich  gegen  den  Rand 
hin,  unzahlige  kleine  Hockerchen  und  in  der  Mitte  oft  eine 
netzartio-e  Zeiclmunsi-.  Sie  ist  zerstreut  behaart,  von  hell  braun- 


"j 


gelber  Farbe;  Hoden  und  Eierstocke  schimmern  deutlich 
durch. 

An  der  ersten  Antenne  sind  die  letzten  fiinf  (llieder  sehr 
schmalj  die  Schwimmborsten  gefiedert;  aucli  das  zweite  und 
dritte  Glied  tragen  je  eine  Borste. 

Die  zweite  Antenne  gleicht  derjenigen  von  Notodromas,  ist  in 
beiden  Geschlechtern  fiinfgiiedrig.  Die  Schwimmborsten  errei- 
chen  das  Ende  der  Endklauen,  sind  aber  nur  schwach  gefiedert. 
Die  Borste  der  vordern  ventralen  Ecke  des  dritten  Gliedes  iiber- 
ragt  das  Endgiied.  Das  vierte  Glied  ist  so  lang  wie  das  dritte, 
da1)ei  schmal  wie  bei  Notodromas  (viel  langer  als  bei  Cyprois 
dispar  Daday,  (73,  Fig.  G).  Das  vierte  Glied  trâgt  am  distaleii 


CYPRIDEN  UND    DARWINULIDEN.  261 

Encle  neben  fiinf  teils  langen  teils  kurzen  Borsten  drei  Klanen,  von 
tienen  eine  nur  ein  Drittel  so  lang  ist  als  die  andern.  Die  beiden 
anderii  siiid  gleich  lang,  beim  AVeibchen  gleichartig,  beim 
Mânnchcn  jedocli  ist  die  eine  dtinner,  durchsiclitig  und  uiige- 
zâhnelt.  Am  schnialen  Endgiied  ist  an  Stelle  der  zweiten  Klaue 
eine  lange  diinne  Borste  ;  daneben  steht  eine  kiirzere,  feine  imd 
eine  Sinnesborste.  Es  sind  also  hier  nur  drei  lange  Klauen  und 
nicht,  Avie  Daday  fiir  Q//; rois  r^/sjmrdarstellt,  derenfûnf,  und  die 
kurze  Klaue  ist  nicht  am  Endgiied,  wie  bei  dieser,  sondern  am 
zweitletzten  Gliede. 

Bas  zweite  Glied  des  Mandibulartasters  hat  einen  Btischel 
von  vier  gleichmâssig  gefiederten  Borsten,  mit  welchen  eine 
<iiesen  âhnliche  Borste  am  Ende  des  dritten  Glied'es  parallel 
verlâuft.  Dorsahvârts  sind  am  zweiten  Glied  zwei  kurze  und 
eine  lange  Borste.  Die  Endklauen  sind  borstenformig;  derTaster 
trâgt  sechs  gefiederte  Borsten. 

An  der  Maxille  ist  der  krâftige  Klauenbesatz  am  ersten  Fort- 
satz  auffallig.  Es  stehen  daselbst  sechs  Klauen,  die  aile  aus 
breiter  Basis  entspringen  und  vorn  beidseitig  kammfôrmig  ge- 
zâhnelt  sind,  âhnlich  wie  bei  Notodromas,  docli  sind  die  Zâline 
viel  grober;  hinter  diesen  stehen  auch  hier  vier  pinselformige 
Eortsàtze  und  eine  starke  Borste  an  der  ventralen  Kante.  Auch 
Merin  weicht,  nach  den  Darstellungen  von  Daday,  Cyprois  dis- 
pcir  sehr  erheblich  von  dieser  Form  ab,  indem  daselbst  nur  zwei 
Klauen  vorhanden  sind. 

Ein  wesentlicher  Unterschied  gegenûber  Notodromas  besteht 
in  dem  Verhalten  des  Kieferfusses,  der  eine  mit  sechs  starken 
gefiederten  Borsten  versehene  Athemplatte  trâgt;  bei  Claus 
fâlschlich  fiinf  (46,  Taf.  VI,  Fig.  6).  Der  Taster  dièses  Gliedes 
ist  beim  Weibchen  zweigliedrig  und  im  Gegensatze  zu  Notodro- 
mas am  Ende  mit  drei  Borsten  versehen,  von  denen  die  mittlere 
halb  so  lang  ist  als  der  Taster.  Die  Kauplatte  ist  beim  Mânn- 
chen  kiirzer  als  beim  Weibchen  und  mit  ca.   13  gefiederten 


262  A.   KAUFMANN. 

Borsten  versehen,  zii  deiien  nocli  zwei  lange  gefiederte  auf  der 
Vorderseite  kommen.  Die  Taster  des  Mânnchens  bestehen  aus 
einer  basalen  Platte  und  einem  liakenfôrmigen  Endteil,  âhnlicli 
demjenigen  von  Cydocypris  und  Cypria.  Der  linksseitige  ist  schon 
von  Fischer  richtig  dargestellt  worden  (5,  Taf.  II,  Fig.  VII)  ;  er 
ist  kleiner,  in  der  liintern  Kante  scliwacli  gebogen,  vorn  in  der 
Mitte  eingebiichtet  und  schliesst  mit  einem  stumpfen  Fortsatz 
ab.  Unweit  desselben  sind  zwei  feine  Borsten,  die  bei  der  Dar- 
stellung  von  Brady  und  Norman  (23,  Taf.  XII,  Fig.  17)  felilen. 
Der  siclielformig  gekriimmte,  auf  der  lunenseite  stark  cliitin- 
lialtige  Haken  stelit  ungefâhr  im  rechten  Winkel  zum  Basalteil 
und  endigt  mit  einer  fadenfôrmigen  kurzen  Borste.  Der  reclits- 
seitige  Taster  hat  im  Basalstiick  eine  ziemlicli  parallel  verlau- 
fende  Begrenzung,  an  der  ventralen  Seite  keinen  Fortsatz,  wohl 
aber  eine  grosse,  gerade  absteliende  und  eine  kleine  Borste.  Der 
bedeutend  breitere  Haken  gelit  ebenfalls  in  eine  hyaline  Spitzje 
aus. 

Der  Stamm  des  ersten  Beinpaares  ist  besonders  lang,  trâgt 
keineBorsten,  dafilraber  einenHaarbûscliel  amdistalenEnde.  Das 
erste  Glied  des  Endopoditen  ist  vorn  mit  fiinf,  liinten  mit  sechs 
Haarbtischeln  ausgestattet  ;  das  zweite  Glied  der  Tibia  ist  langer 
als  das  erste,  die  Endklaue  sehr  lang  und  stark  gezâhnelt.  Die 
çinzelnen  Glieder  verhalten  sich  unter  sicli  und  zur  Endklaue 
ivie  35:25:10:12:5:42.  Die  Borsten  der  einzelnen  Glieder 
sind  diinn  und  jeweilen  so  lang  als  das  folgende  Glied.  . 

Das  von  Claus  (46,  Taf.  V,  Fig.  10)  dargestellte  zweite  Bein- 
paar  ist  im  Endgiied  unriclitig,  da  keinerlei  Trennung  zu  be- 
obaclîten  ist  ;  aucli  ist  die  Klaue  kiirzer.  Fischer  stellt  irrtinn- 
licli  zwei  Endborsten  dar  (5,  Taf.  V,  Fig.  IX). 

Die  Furka  erinnert  an  diejenige  von  Notodromas,  indem 
sâmtliche  Borsten  an  das  Ende  gerûckt  sind  ;  ferner  ist  auchhier 
diejenige  des  Miinncliens  stiirker  gekriimmt  und  kiirzer  als  die- 
jenige des  Weibchens.   Die  Verschiedenlieit  berulit  in  der  Aus- 


CYPRIDEN   UNI)    DARWINULIDEN.  263 

bildiiiig  der  dorsalen  Wimper.  welche  hier  zwei  Drittel  so  laiig 
ist  als  die  Eiidklaueii.  Dièse  siiid  wieder  krâftiger  als  bei  Noto- 
dromas,  wemi  aiicli  dliimer  als  bei  den  meisten  andern  Cyprideii. 
Die  daraii  anschliessende  Borste  des  Veiitralraiides  ist  hier  so 
laiig  wie  dieKlaiieii,  aber  etwas  dûimer,  leicht  gekniet  undbeid- 
seitig  kurz  gezâhiieh. 

Die  von  Brady  imd  Norman  (23,  Taf.  XII^  Fig.  38)  darge- 
steUte  Furka  ist  iiTtliiiiMch  bei  Candona  puhescens  (resp.  com- 
'pressa)  angegebeii. 

Der  Copulatioiisapparat  gleicht  ebenfalls  demjenigen  von 
Nofodromas  durch  die  starke  Chitinablagerung  iii  den  einzehien 
Teilen,  wodurch  das  Ganze  dunkelbraiin  erscheint.  Es  ist  aiich 
hier  nicht  môglich,  sich  Klarheit  zu  verschaffen  in  Bezug  aiif 
den  ofïenbar  sehr  kompHzierten  ^Mechanismus  des  ganzen  Appa- 
rates.  Das  Aiiffalhgste  daran  ist  ein  rechtwinkhg  gebogener, 
von  der  Innenplatte  aiislaiifender  Haken,  der  flachgedriickt,  am 
innern  Rande  und  am  Ende  stark  chitinhaltig  und  im  Ruhe- 
zustand  zurûckgeschlagen  ist.  Dieser  dient  als  Greiforgan  bei 
der  Copulation.  Wie  bei  den  Cytheriden,  so  sah  ich  aucli  hier, 
dass  der  ganze  Apparat  beim  Copulationsakte  vorgeschoben 
und  gedreht  wird.  Dann  hebt  sich  der  ganze  Haken  wie  in 
einem  Scharnier,  greift  vorniiber  und  innerhalb  der  Schale  in 
die  Organe  des  Weibchens  ein.  Weiteres  ist  nicht  zu  beob- 
achten,  doch  treten  dabei  auch  die  beiden  in  einem  Winkel  von 
ca.  45''  stehenden  ganz  braunen  Platten  amEnde  des  Apparates 
in  Funktion. 

Der  Ejaculationsapparat  ist  lang  und  schmal,  mit  einer  sehr 
grossen  Zahl  von  Chitinstâben  versehen. 

Die  aus  verschiedenen  Gebieten  Europas  bekannte  Art  ist  fur 
die  Schweiz  neu.  Ich  fand  sie  bis  jetzt  erst  einmal  bei  ]\Iuri 
(Bern)  im  Februar  und  Mai  in  einem  nur  wenig  Wasser  lialten- 
den  grasreichen  Tûmpel,  der  zeitweise  austrocknet. 


264  A.    KAUFMANN. 


2.  Unterfamilie.  CYPRIDINiE. 

Die  Schwimmborsten  derzweiteii  Antenne  erreiclien 
das  Ende  der  Klauen  oder  ragen  etwas  iiber  dieselben 
liinaus.  Maxillebei  den  einheimisclien  Formen  mit  zwei 
Dornen.  Letztes  Glied  des  Putzfusses  mit  einerKlaiie. 
Furka  normal. 

3.  Gattung  CYPRIS  0.  F.  Millier. 
1820  Monoculus,  Jurine.  (112)  Ci/pris  autorum. 

Zweite  Antenne  funfgliedrig.  Die  Schwimmborsten 
der  zweiten  Antenne  gehen  bis  ziir  Spitze  der  End- 
klauen  oder  dariiber  liinaus. 

Dornen  des  ersten  Fortsatzes  an  der  Maxille  gezâhnt 
oder  ungezâlmt. 

Der  Kieferfuss  trâgt  eine  Atliemplatte  mit  seclisge- 
fiederten  Borsten. 

Das  zweite  Fusspaar  endigt  schnabelfôrmig  und 
trâgt  eine  geriffte  Hakenklaue. 

Furka  mit  zwei  Klauen  und  zwei  Borsten. 

Mânnchen  fand  ich  bei  den  einheimischen  Arten  keine  ;  sie 
pflanzen  sich  also  partlienogenetisch  fort. 

3.  Cypris  incongruens  Ramdohr. 
Taf.  lo,  Fig.  10-1 2  ;  Taf.  18,  Fig.  5. 

1820.  Monoculus  conchacrus  Jurine  112,  p.  171,  PI.  XVII,  Fig.  7-8. 
1820.  »         ruber  Jurine  112,  p.  172,  PI.  XVIII,  Fig.  3-4. 

1820.  »         aurantius  Jurine  112,  p.  173,  PI.  XVIII,  Fig.  5-12. 

1853.  Cijpris  incongruens  Liljeberg  3,  p.  119,  Taf.  IX,  Fig.  6-7,  Taf.  XI, 

Fig.  l-l,  Taf.  XII,  Fig.  6. 
1855.  Cypris  aurantia  Fischer  5,  p.  650,  Taf.  I,  Fig.  29-31,  60,  61. 


CYPRIDEN   UND   DARWINUUDEN.  265 

1868.  Cifpris  incongruens  Brady  10,  p.  362,  PI.  XXIII,  Fig.  16-22. 

1877.       »  »  Chambers  13,  p.  155. 

1889.       »  »  Brady  and  Norman  23,  p.  73,  PI.  XII,  Fig.  8-9. 

1891.  »  »  Vavra  37,  p.  95,  Fig.  32,  1-6. 

1892.  ».  »  Kaufmann  133,  p.  74. 
1892.       »                ))            Daday  44,  p.  293. 

1892.  «  »  Glaus  46,   Taf.  I,    Fig.    5,    Taf.   VI,   Fig.  7, 
Taf.  XÏI,  Fig.  3,  4. 

1893.  Cijpris  incongruens  Turner  48,  p.  9,  PL  II,  Fig.  17-21. 
1893.       »  »  Kertész  51,  p.  169. 

1893.       »  »  Vavra  55,  p.  2. 

1893.  »  »  Hartvvig56,  p.  23. 

1894.  »  ))  Cronelierg  59,  p.  21,  Taf.  VII,  Fig.  21. 

1894.  »  »  Daday  60,  p.  314. 

1895.  Cgprinotus  incongruens  Turner  70,  p.  330,  PI.  LXVIII,  Fig.  9-16. 

1896.  )>  »  Turner  74,  PI.  VII,  Fig.  32,  34,  PI.  VIII, 
Fig.  40. 

1896.  Cgpris  incongruens  Wierzeiski  78,  p.  203. 

1896.  »  »  Brady  and  Norman   79,    p.    721,  PI.    LXIV, 
Fig.  17,  18.  PI.  LXVIII,  Fig.  22,  23. 

1897.  Cijpris  incongruens  Daday  83,  p.  6. 

1897.  Cgprinotiis  incongruens  Sharpe  85,  p.  437,  PL  XLIII,  Fig.  1-2. 
1897.   Cgpris  incongruens  Daday  87,  p.  153. 

1897.  ..  »  Daday  88,  p.  178,  186. 

1898.  »  »  Lienenklaus  98,  p.  109. 
1898"  Heterocjjpris  incongruens  Schneider  100,  p.  161. 

Dièse  Art  wurde  in  neuerer  Zeit  meistens  der  Gattung  Cypri- 
notus,  welclie  G.-St.  Brady  ftir  eine  Art  aus  Ceylon  eingefiilirt 
hat,  unterstellt,  docli  scheint  mir  dièse  Gattung  nicht  gentigend 
cliarakterisiert  zu  sein.  Sars  (27)  rechnet  dazu  aile  diejenigen 
Arten  der  ehemaligen  Gattung  Cypris,  welche  sicli  geschlecht- 
lich  vermehren.  Die  gesclileclitliche  Vermehrung  aber  ist  aucli 
fur  andere  Arten  dieser  Gattung  nachgewiesen  worden,  und  be- 
stelit  neben  der  ungeschlechtlichen  aucli  bei  den  Gattungen 
Cypridopsis,  Ilyocypris,  Candona,  wodurch  dièses  Merkmal  als 
Gattungsmerkmal  selbstverstândlich  dahinfâllt. 


266  A.    KAUFMANN. 

Claus  (40)  fiihrt  dann  die  Gattung  Heterocypris  ein  fiir  die- 
jenigen  Formen  der  Gattung  Cypris,  welclie  ausser  der  ge- 
sclileclitlichen  Fortpflanzung  eine  Anzahl  Hocker  am  Eand  der 
recliten  Scliale  und  eine  dorsale  Protuberaiiz  derselben  Schaleii- 
lialfte  aiifweisen  und  reilit  auch  Cypris  incongruens  dieser  Gat- 
tung ein,  wodurch  wir  einen  dritten  Gattungsnamen  ftir  dièse 
Species  erlialten.  Nacligewiesenermassen  [Croneberg  (58), 
Yavra  (37),]  felilt  aber  aucli  der  Hôckerbesatz  selir  liàufig, 
ebenso  die  dorsale  Erhebung  bei  auslândisclien  Arten,  Avas 
Veranlassung  genug  ist,  die  Gattung  in  dieser  Cliarakteri- 
sierung  aufzugeben.  Solche  Àusserliclikeiten  oline  genaue  Be- 
rilcksichtigung  der  Gliedmassen  schaffen  eine  folgenscliwere 
Verwirrung  und  sollten  nur  als  Merkmale  einer  Varietât  oder, 
wenn  sie  besonders  auffâllig  und  konstant  sind,  als  solche  einer 
Art  aufgefasst  werden,  wie  schon  anderswo  betont  wurde  (143). 
Icli  halte  daher  ftir  dièse  Art  an  der  Gattung  Cypris  fest,  wie 
dies  auch  Brady  und  Norman  (79,  p.  720)  gethan  haben. 

Lange  :  1,5  —  1,6  mm. 
Hôhe  :    0,8  mm. 
Breite  :  0,6  mm. 


Dièse  Dimensionen  sind  etwas  verschieden  von  denjenigen,. 
welche  Vavra  angiebt,  doch  scheinen  sie  nach  den  Standorten 
etwas  zu  ândern. 

Die  rechte  Schale  zeigt  am  Riicken  einen  stumpfen  Winkel, 
die  linke  ist  mehr  gerundet  ;  erstere  verengert  sich  nach  liinten 
mehr  als  die  linke.  Sie  trâgt  hâufig,  aber  nicht  immer,  (Vavra 
(37)  erw^âhnt  sie  gar  nicht,  Croneberg  (59)  macht  auf  den  Man- 
gel  aufmerksam)  auf  der  hintern  untern  Ecke  eine  Reihe  von 
Hôckerchen;  solche  treten  in  grosserer  Zahl  auch  im  Vorder- 
rand  auf.  Dafiir  hat  die  linke  Schale  vorn  und  hinten  einen  hya- 
linen  Saum. 

Von  oben  erscheint  die  Schale  eiformig  zugespitzt.  Die  linke 


CYPRIDEN   UND   DARWINULTOEN.  267 

Schale  iibeiTagt  uni  den  Saiim  die  redite  vorn  und  hinten.  Die 
ftinf  Sclialeiieindriicke  sind  sclimal. 

Die  Beliaanuig  ist  vorn  und  hinten  diclit,  fehlt  in  der  Mitte 
fast  ganz.  Auf  der  ganzen  Schale  sind  zerstreut  stehende  Poren. 
Die  Farbe  ist  gelhhch-weiss  bis  braun,  je  nach  der  Farbe  des 
Wassers  und  nach  ihrem  Alter. 

Die  Gliedmassen  sind  von  Vavra  gentigend  beschrieben  und 
dargestellt  worden. 

Die  Schwimmborsten  der  zweiten  Antenne  ûberragen  die 
Endklauen,  Es  sind  ihrer  fiinf,  daneben  steht  eine  sechste  kurze. 

Bei  einem  Exemplar  war  dièse  Borste  an  beiden  Antennen  so 
lang,  dass  sie  die  Spitze  der  Endklauen  erreichte. 

Die  kûrzere  Klaue  des  zweitletzten  Gliedes  ist  drei  Viertel  so 
lang  als  die  andere,  nicht  «  halb  so  lang,  »  wie  Vavra  fiir  seine 
Art  angiebt.  Die  zweite  Klaue  des  letzten  Gliedes  ist  dûnn  und 
zwei  Drittel  so  lang  als  die  daselbst  stehende  grosse  Klaue.  Die 
oberste  dernier  Terminalborsten  des  dritten  Gliedes  des  Maii- 
dibulartasters  ist  aussergewôhnhch  breit  und  endigt  pinselfôr- 
niig,  sie  diirfte  ein  Sptirorgane  sein. 

Aucli  ist  hervorzuheben,  dass  die  drei  starkeii  Endklauen  des 
Tasters  scheinbar  zweigliedrig  und  auf  der  Unterseite  deutlich 
kamuifornig  gezâhnelt  sind. 

Der  innere  Dorn  der  Maxille  trâgt  ventralwârts  sechs  Zâhn- 
chen,  dorsalwârts  fiinf,  der  âussere  sieben  viel  feinere  unten  und 
nur  etwa  vier  oben,  von  denen  die  untern  zur  Flache  der  Borste 
senkrecht  stehen,  so  dass  sie  nicht  iiber  den  Rand  hervortreten. 

Der  Kieferfuss  trâgt  an  der  Kauplatte  selir  lange  Borsten; 
die  Athemplatte  flilirt  sechs  Borsten. 

Das  erste  Fusspaar  trâgt  am  Stanini  nur  eine  Borste,  wodurch 
sich  dièse  Art  von  allen  andern  dieser  Gattung  unterscheidet  ; 
am  zweiten  Glied  sind  vorn  fûnf,  hinten  vier  Haarbtischel,  am 
dritten  und  vierten  Glied  je  zwei  auf  der  Riickseite  und  einer 
auf  der  Vorderseite. 


268  A.    KAUFMANN. 

Der  Eiidliaken  des  zweiten  Fusspaares  ist  so  lang,  als  das 
letzte  Glied  breit  ist,  aber  gebogen  wie  bei  den  tibrigen  Spezies, 
nicht  gerade,  wie  Vavra  (37,  p.  97)  angiebt. 

Die  Furka  ist  ziemlicli  gerade.  Die  grosse  Klaue  verhâlt  sich 
zum  Vorderrand,  wie  21  :  37.  Beide  Klauen  sind  schmal,  fein 
gezahiielt  ;  die  obère  vordere  Wimper  erreicht  vier  Fiinftel  der 
Lange  der  kleinen  Klaue.  Die  dorsale  Borste  lâuft  sehr  fein  ans, 
ist  beiderseits  gezâhnelt  und  gekniet.  Von  keiner  Seite  wurde 
bis  jetzt  erwâhnt,  dass  fast  der  ganze  Hinterrand  fein  gezâhnelt 
ist,  olme  deutliche  Gruppen  aufzuweisen. 

Die  Vermehnmg  ist  imgeschlechtlich  ;  icli  fand  bis  jetzt  weder 
Mânnchen  noch  Spermatozoen,  was  nocli  nicht  beweist,  dass  an 
giinstigen  Oertlichkeiten  nicht  auch  Mânnchen  auftreten,  wie  in 
Osteiiropa.  Wenn  einerseits  die  geschlechtliche  Vermehrung 
nicht  als  Gattungsmerkmal  angenommen  werden  kann,  so  ist 
andererseits  durch  eine  bis  auf  die  Borste  genaue  Untersuchung 
zu  beweisen,  dass  wir  es  in  beiden  Vermehrungsarten  mit  der 
gleichen  Spezies  zu  tun  liaben,  und  zu  erforschen,  ob  an  derglei- 
chen  Ortlichkeit  beide  Arten,  oder  unter  welchen  Umstânden 
die  eine  oder  andere  Art  der  Vermehrung  auftritt. 

Ich  vermute,  dass  dièse  Art  in  mehrere  aufgelost  werden 
kann. 

Dièse  Form  bewolmt  allerlei  stehende  und  langsam  fliessende 
Gewâsser,  findet  sich  in  Strassengrâben,  in  Ttimpeln,  Wasser- 
sammlern,  im  Abwasser  eines  Miststockes,  etc.,  oft  in  sehr  be- 
trâchtlicher  Zahl,  so  dass,  wie  auch  Vavra  angiebt,  der  Rand 
des  Wassers  dadurch  gelblich  gefârbt  wird.  Ihre  rotbraunen 
Eier  finden  sich  an  den  genannten  Oertlichkeiten  in  grosser 
Menge,  an  Steinen,  Wasserpflanzen  oder  irgend  einem  Gegen- 
stand.  Die  Eier  vermogen  ofifenbar  im  Schlamme  lange  auszu- 
halten,  denn  die  Form  findet  sich  nacli  wochen-  oder  monate- 
langem  Austrocknen  des  Standortes  wieder  ein.  Die  Eier  sind 
etwa  14  Tage  nacli  der  Ablage  cntwickelt. 


CYPRIDEN   UND   DARWINULIDEN.  269 

Fimdorte  :  Um  Bern  :  Tiefenaustrasse,  bot.  Garten.  Kirniz^ 
Huiiziken,  Muri,  Kappelen,  Grenchen,  Gelterfingen,  Mimsiiigen  ; 
Geiif:  Bois  de  la  Bâtie,  Bernex;  S*-Gallen:  Griitli,  Eotmonten 
(Jaii.);  Andelfiiîgen,  S*-Margrethen,  Staad,  Bernecli,  Romaiis- 
liorn,  Colico,  Balerna;  Roche  bei  Villeneuve,  Bex,  Morges. 

3  a.  Cl/pris  incongruens,  var.  elotigafa  nov.  var. 
Taf.  lo,  Fig.  13;  Taf.  18,  Fig.  6-9. 

Zii  der  oben  aiisgesprochenen  Vermiitung,  dass  dièse  Art  aiif- 
ziilosen  sei,  glaube  ich  in  dieser  Form  ein  erstes  Beispiel  auf- 
stellen  zu  diirfen. 

Lange:  1,9  mm. 

Holie:    0,9  mm. 

Breite:  0,7  mm. 

Die  Schale  ist  bedeiitend  langer  iind  merklich  hoher  als  bei 
der  Hauptform,  die  Gestalt  verschieden.  Die  linke  Schale  zeigt 
eine  weniger  starke  Wolbung  des  dorsalen  Randes,  gegen  den 
Hinterrand  eine  fast  eckige  Ausbuchtung,  hinter  welcher  der 
Hinterrand  noch  einmal  einen  stumpfen  Winkel  bildet.  Aiich  der 
Vorderrand  ist  weniger  gleichmâssig  gerundet.  Auf  der  rechten 
Schale  zeigt  sich  ebenfalls  eine  Ausbuchtung  nach  hinten,  dcch 
ist  die  Ecke  nicht  so  scharf  ausgepragt.  Der  vordere  Teil  des 
Rtickenrandes  geht  nicht  so  gleichmâssig  in  den  Vorderrand 
ûber  wie  bei  der  Hauptform,  sondern  schroffer,  und  dieser  fâllt 
auch  mehr  gerade  gegen  den  Bauchrand  ab.  Am  Vorder-  und 
Hinterrand  der  rechten  Schale  zeigt  sich  sehr  deutlich  eine  An- 
zahl  kegelfôrmiger  bis  zylindrischer  Hocker,  welche  den  Saum 
iiberragen. 

Die  Farbe  der  Schalen  ist  heller  und  geht  (bei  den  in  Alkohol 
aufbewahrten  Objekten)  ins  Weissliche  iiber.  Die  Gliedmassen 
sind  grosser  als  bei  der  Hauptform,  doch  unwesentlich  verschie- 
den, die  Verhâltnisse  der  einzelnen  Glieder  und  der  Borsten  un- 
gefâhr  gleich.  Die  Furka  lâsst  sieben  Zahnreihen  an  der  hintern 


270  A.   KAUFMANN. 

Kante  unterscheiden  und  trâgt  noch  eine  reclitwinklig  dazu  ver- 
laufeiide  Reihe  auf  der  Flâche  unmittelbar  hinter  der  liiiitern 
Borste. 

Fimdort:  Diessbacli. 


4.  Cypris  fuscata  Jurine. 
Taf.  15,  Fig.  14-16  ;  Taf.  18,  Fig.  14-20. 

1820.  Monoculus  fuscatus  Jurine  112,  p.  174,  PL  19,  Fig.  1  u.  2. 
1853.  Cl/pris  fuscata  Liljeborg  3,  p.   114,  Pi.    X,  Fig.  6-9,  PL  XII, 

Fig.  5. 
1868.  Cypris  fusca  Brady  10,  p.  362,  PL  XXIIl,  Fig.  10-15. 

1889.  Cypris  fuscata  Brady  and  Norman  23,  p.  73,  PL  XII,  Fig.  3-4. 

1890.  »  »  Sars  28,  p.  17,  p.  57. 

1891.  »  ))  Vavra  37,  p.  98,  Fig.  33.  1-3. 

1892.  ).  »  Daday  44,  p.  292. 

1893.  »  »  Hartwig  56,  p.  23. 

1894.  »  »  Croneberg  59,  p.  22,  TaL  VII,  22  a,  b. 
1894.  »  »  Daday  60,  p.  314. 

1894.  »  »        Turner  65,  p.  16,  PL  VII,  Fig.  41-46. 

1895.  ))  »        Turner70,  p.320,Pl.LXXI,  Fig.41-46,PLLXXII, 
Fig.  7-7  p.,  PL  LXXVI,  Fig.  9. 

1896.  Cypris  fuscata  Turner  74,  p.  17. 

1897.  >>  »        Daday  83,  p.  6. 

1897.  »  »  Sharpe  85,  p.  442,  PL  XLIII,  Fig.  5. 

1897.  »  »  Daday  88,  p.  186.                                                          jf 

1897.  »  »  Lienenklaus  98,  p.  109. 

1898.  »  »  Scbneider  100,  p.  161. 

Lange  :  1,3  mm. 

Hôhe:     0,7  mm. 

Breite  :  0,8  mm. 
Die  hochste  Hohe  erreicht  die  Schale  etwas  hinter  dem  Auge, 
im  vordern  Drittel;  sie  fâllt  ziemlich  gleiclimassig  geradlinig 
beidcrseits  ab,  so  dass  der  Hinterrand  kûrzer  erscheint.  Der 
Bauchrand  ist  gerade,  steigt  aber  im  ersten  und  dritten  Viertel 
allmahlig  auf.  In  der  Ansiclit  von  oben  ist  der  Umriss  eifôrmig, 


CYPRIUEN    UND   DARWINULIDEN.  271 

nach  liiiiten  gleichmnssig  abgenmdet,  etwas  melir  als  in  der 
Darstelluiig  Vavra's  (37,  Fig.  33,  2).  Aucli  aus  den  Maassaii- 
gabenist  ersichtlich,  dassdie  Breitegrôsserist  alsdieHôhe,  was 
mit  den  Angaben  iind  Darstellungen  Vavra's  niclit  iiberein- 
stimmt.  Bemerkenswert  sindinderNâhedes  Vorder-  undHinter- 
randes  deiitliclie  Hocker,  wenn  auch nur in  geringer Zabi.  Vorder- 
uud  Hinterrand  sind  nach  aussenhell,  docli  ohne  hyalinen  Saum. 
Die  Grundfarbe  der  Scbale  ist  grau  ;  liinter  dem  Auge  liegt 
ein  jederseits  quer  zum  Ventrah^and  verlaufendes  dunkles  Band, 
das  sicb  sogar  in  der  Scbale  durcb  dunkelviolette  Farbe  zu 
erkeinien  giebt.  Mancbmal  tritt  eine  dunkle  Fârbungder  ganzen 
Scbale  auf. 

Die  Bebaarung  erstreckt  sicb  ziemlicb  gleicbmâssig  auf  aile 
Telle  der  Oberflâcbe.  Scbliessmuskeleindrûcke  sind  secbs. 

Die  erste  Antenne  ist  sebr  scblank,  die  Borste  des  zweiten 
Gliedes  so  lang  als  das  Gbed  selbst.  Aile  andern  Glieder  sind 
langer  als  breit,  die  Scbwimmborsten  ungefiedert. 

Die  zweite  Antenne  ist  im  vordernTeilbrâunbcb.  Amdistalen 
Ende  des  dritten  GHedes  stebteine  an  der  Basis  stark  gedunsene 
steife  Borste  von  der  Lange  des  folgenden  Gliedes.  Die  kleine 
Klaue  des  Endgliedes  erreicbt  vier  Fiinftel  der  langen  Klaue; 
aile  Klauen  sind  bis  an  die  Spitze  gezâlmelt. 

An  der  Branchialplatte  des  Mandibulartasters  befinden  sich 
acbt  Borsten,  secbs  lange,  eine  kurze  und  eine  ganz  kleine  unge- 
fiederte  am  untern  Ende. 

Die  Dornen  der  Maxille  sind  gezâbnelt,  der  obère  doppelt 
gekriimmte  Dornzeigt  obendrei,  untenvier,  der  andere  oben  und 
unten  secbs  Zâhne,  von  denen  die  hintern,  ganz  diinnen,  eng 
anliegen. 

Die  Stirne  trâgt  zwei  Querreihen  von  Borsten,  von  denen  die 
untern  bis  drei  mal  langer  sind  als  die  obern  ;  das  H}i3ostom  bat 
fiinf  Reiben  kurzer  Borsten. 

Die  Borsten  des  ersten  Gliedes  am  ersten  Beinpaar  sind  gefie- 


272  A.  KAUFMANN. 

dert,  diejenigen  des  2.  imd  3.  Gliedes  sind  langer  als  das  darauf- 
folgende  Glied. 

l)ie  Klaue  des  zweiten  Fusspaares  ist  etwa  doppelt  so  lang  als 
das  letzte  Glied. 

DieFurka  ist  schmal,  leiclit  gekrûmmt,  mit  parallelen  Rândern  ; 
die  Klauen  sind  lang  und  diinn,  die  grôssere  verhâlt  sicli  zur  vor- 
dern  Kante  wie  27  :  50.  Vavra  (37,  p.  99)  giebt  an,  dass  sie 
halb  so  lang  sei  als  die  Furka,  was  bei  meinen  Exemplaren  ni'clit 
der  Fall  ist.  Die  Wimper  der  vordern  Ecke  ist  halb  so  lang  als 
die  kurze  Klaue.  Audi  bei  dieser  Spezies  ist  der  ganze  Hinter- 
rand  fein  gezâlmelt. 

Idi  fand  dièse  durchJuRiNE  in  derSdiweiz  festgestellte  Form 
in  Mûri  bei  Bern,  bei  Morges  und  Châtelaine  bei  Genf  im  stehen- 
den  Wasser. 

5.  Cypris  affinis  S.  Fisdier. 
Taf.  15,  Fig.  17-20;  Taf.  18,  Fig.  10-13;  Taf.  31,  Fig.  26. 

1851.  Cypris  afpnis  Fischer  2,  p.  32,  Taf.  X,  Fig.  9-11. 

18o3.  »           »      Liljeborg  3",  p.  116,  Taf.  XI,  Fig.  8-14. 

1868.  »       tesselata  Brady  10,  p.  366.  Pi.  XXIIl,  Fig.  39-45. 

1889.  »       reticulata  Brady  and  Norman  23,  p.  76,  PI.  VIII,  Fig.  1,  2, 

PI.  XII,  Fig.  S-7. 

1891.  »  »         Vavra  37,  p.  99,  Fig.  34,  1,  2.  (?) 

1892.  »  »         Daday  44,  p.  296. 

1892.  ))  »         Claus  46,  Taf.  V,  Fig.  6. 

1893.  »  »         Kertész  51,  p.  169. 

1893.  »  »         Hartwig  56,  p.  24. 

1894.  »  »         Daday  60,  p.  314. 

1897.  »  »  Sharpe  85,  p.  441,  Taf.  XLIII,  Fig.  3  und4. 

1897.  »  »  Daday  83,  p.  6. 

1897.  »  »  Lienenklaus  98,  p.  110. 

1898.  »  »  Stenroos  99,  p.  227. 

Lange:  1,1  mm. 
Hôhe:  (),G  mm. 
Breite:  0,G2  nmi. 


CYPRIDEN   UND   DARWINULIDEN.  273 

HeiT  G.-St.  Brady  hatte  die  Freundliclikeit,  die  icli  aucli  an 
dieser  Stelle  verdanke,  dièse  Form  mit  den  seinigen  zu  verglei- 
clien  uiid  sie  als  C.  a/finis  Fischer  festzustellen.  Leider  hait  es 
sehr  schwer  zu  eiitscheiden,  inwie  weit  Cypris  r(?^ic^</«toZaddach 
mit  dieser  Form  identisch  ist,  da  die  Beschreibuiigen  meist  nicht 
genau  gemig  sind;  ich  halte  aber  einstweilen  an  der  Annahme 
fest,  dass  wirzwei,  wenn  nicht  drei  verschiedene  Arten  zu  unter- 
scheiden  haben.  Y\\y  Cypris  re^icw/ato^  welcheVAVRAbeschreibt, 
scheint  dies  schon  daraus  hervorzugehen,  dass  die  Dornen  der 
Maxille  bei  seiner  Art  nicht  gezâhnelt  (37,  p.  100),  bei  meinen 
Exemplaren  deutlich  gezâhnelt  sind. 

Die  netzformige  Zeichnung  auf  der  Schale,  welche  die  Ver- 
anlassung  zu  den  Speziesnamen  «  tesselata  »  und  «  reticulata  » 
geworden  ist,  deutenBRADY  und  Norman  (23,  p.  77)  dahin,  dass 
in  der  Schale  Lacunen  entstehen,  die  in  diesem  Falle  eigenartig 
sternfôrmig,  auf  der  Mitte  der  Schale  parallel  angeordnet  sind, 
und  dass  rasches  Wachstum  dièse  Bildung  vermutlich  veranlasse. 
Nun  aber  besitzt  meine  BeticuJata-Form  ausser  dieser  Eigen- 
tiimlichkeit  (Taf.  15,  Fig.  20),  auch  eine  andere  Gestalt,  die  be- 
sonders  in  der  Ansicht  von  oben  deutlich  zu  Tage  tritt.  Die 
Schale  spitzt  sicli  beidseitig  gleichmâssig  zu,  wâhrend  bei  der 
Aff/nis-Form  Vorder-  und  Hinterteil  gerundet  sind,  Ferner  iiber- 
ragt  bei  letzterer  die  linke  Schale  vorn  die  redite,  wàhrend  bei 
ersterer  dies  nicht  der  Fall  ist,  Ein  fernerer  Unterschied  liegt 
im  Ventralrand,  der  bei  affmis  etwas  vor  der  Mitte  eine  deut- 
liche  Ausbuchtung  zeigt,  etwa  wie  Candona  Frotzi  (Taf.  3 1 ,  Fig.  6)  ; 
auch  ist  die  Farbe  bei  'reticulata  gleichmâssig  blâulich-grûn, 
bei  affmis  mehr  grasgrim  und  ungleichmâssig.  Aile  dièse  Un- 
terschiede  zeigten  sich  auch  bei  gleich  grossenindividuenbeider 
Formen,  also  bei  Entwicklungsstadien,  die  bei  affhiis  keine 
Spur  von  einer  Lacune  aufwiesen.  Die  genaue  Priifung  der 
Gliedmassen  ergab  keine  Anhaltspunkte  zur  Aufstellung  zweier 
getrennter  Arten,  weshalb  ich  mich  einstweilen  zur  Annahme 

Rev.  Suisse  de  Zool.  T.  8.  1900.  18 


274  A.    KAUFMANN. 

gezwungen  sehe,  es  kônnte  sicli  um  zwei  verscliiedene  Ent- 
wicklungsarten  liandeln,  von  deneii  sicli  die  eine  rascli,  die  an- 
dere  langsam  ausbildet,  docli  ist  iiiclit  klar,  was  fiir  Faktoren 
liemmend  oder  fôrdernd  auf  die  Aiisbildung  einwirken  sollen. 

Die  Schale  von  C.  afflnis  erreicht  die  grosste  Hôlie  in  der  Mitte. 
Von  da  ans  fâllt  der  Riickenrand  ziemlicli  geradlinig  nach  vorn 
iind  hinten  ab.  Der  A^orderrand  ist  etwas  breiter  als  der  Hinter- 
rand,  der  Bauchrand  etwas  vor  der  Mitte  leicht  aiisgebuchtet. 
Die  Ansicht  von  oben  zeigt  die  grosste  Breite  auch  in  der  Mitte, 
eine  gleidimâssige  Rundung  vorn  und  liinten.  Die  linke  Schale 
iiberragt  vorn  die  redite.  (Vergleidie  dazu  affinis  reticulata, 
Taf.  15,  Fig.  18.) 

Der  vordere  Teil  der  Sdiale  ist  griin,  liber  dem  Auge  zeigt 
sidi  eine  weisse  Querbinde,  welche  hinten  durch  ein  griines 
Band  eingeschlossen  wird  ;  der  hintere  Teil  ist  wieder  mattgriin. 
Die  ganze  Flâche  ist  ziemlidi  gleidnnâssig  behaart. 

Die  ftinf  Schliessmuskeleindrûdve  sind  sdnnal,  der  oberste  ist 
der  lângste. 

Die  Schwimmborsten  der  zweiten  Antenne  ragen  etwas  iiber 
die  Spitzeii  der  Endklaiien  hinaiis  und  sind  gefiedert.  AmBran- 
diialanhang  des  Mandibulartasters  fand  idi  nur  sechs  Borsten. 
DasBorstenbiindel  am  zweiten  Glied  trâgt  drei  gefiederte  Borsten. 

Die  beiden  Dornen  der  Maxille  sind  beidseitig  deutlich  ge- 
zâlmelt,  was  dièse  Form  von  derjenigen  Vavra's  wesentlidi  un- 
terscheidet.  Sie  stimmt  in  dieser  Beziehung  mit  den  Angaben 
von  Sharpe  (85,  p.  441)  iiberein.  Die  mittlere  Borste  amTaster 
des  Kieferfusses  ist  um  die  Hâlfte  langer  als  dieser. 

Die  beiden  Borsten  am  Stamm  des  ersten  Beinpaares  stehen 
auf  kleinen  kegelfôrmigen  Erhôhungen.  Die  Borste  am  Ende 
des  folgenden  Gliedes  ist  so  lang  wie  die  ganze  Tibia  ;  das  erste 
Glied  desselben  ist  kiirzer  als  das  zweite. 

Die  Klaue  am  Endglied  des  Putzfusses  erreicht  die  doppelte 
Ijilnge  des  Gliedes. 


CYPRIDEN   UND   DAR\\^NULIDEN.  275 

Die  ziemliclî  sclimale  Fiirka  hat  ungefâlir  parallèle  Riinder. 
Die  gaiize  Fm'ka  verliâlt  sicli  zur  grossen  imd  zur  kleinen  Klaue 
wie  44  :  21  :  14.  Die  vordere  Wimper  ist  halb  so  laiig  als  die 
kleine  Klaue,  die  liiiitere  nur  weiiig  kiirzer.  Vavra  bezeichnet 
die  Borsteii  seiner  Form  als  selir  kurz,  vielleiclit  ein  weiterer 
Uiitersohied  gegeniiber  dieser  Form. 

Icli  faiid  dièse  Art,  welclie  fur  die  Scliweiz  neu  ist,  im  April 
und  Mai  in  Mûri  und  Sclieuermatt  bei  Kelirsatz  ;  von  letzterer 
Oertlichkeit  stammt  aucliC.  affînis  reticulata,  deren  Abbildungen 
bêreits  im  Drucke  waren,  als  ich  die  eigentliche  C.  afflnis  fand, 
wesshalb  die  Darstellung  der  Letztern  nachtragsweise  in  die 
letzte  'i'afel  aufgenommen  werden  musste. 


■^ï?^ 


6.  Cypris  ornata  0.  F.  Millier. 
Taf.  31,  Fig.  1-5. 

1820.   Monoculus  ornatus  Jurine  113,  p.  170,  PI.  III,  Fig.  4-6. 

1853.  Cypris  ornata  Liljeborg  3,  p.  110,  Taf.  X,  Fig.  19,  20,  Taf.  XII, 


1858. 

» 

1886. 

» 

1889. 

)) 

1892. 

» 

1892. 

» 

1893. 

» 

1894. 

)) 

1894. 

» 

1897. 

» 

Fig.  4. 

Chyzer  6,  p. 

510. 

Oi'ley  18,  p. 

100. 

Brady  and  Norman  23,  p.  79,  PI. 

VIII,  Fig.  8-9 

Daday  43,  p 

.  179. 

Daday  44,  p 

.  296. 

Hartwig  56, 

p.  24, 

Daday  60,  p 

.  314. 

Schmeil  64, 

p.  107 

, 

Daday  83,  p 

.  6. 

Lange  : 

r,85 

mm. 

Holie  : 

1 

mm. 

Breite  : 

0,9 

mm. 

Brady  und  Norman  (23,  p.  80)  geben  die  Lange  auf  2,3  mm. 
an.  Meine  Objekte  gehen  niclit  iiber  die  angegebenen  Dimen- 
sionen  liinaus  und  machten  durchaus  den  Eindruck  von  ganz  ent- 


276  A.    KAUFMANN. 

wickelten  Iiidividuen,  aucli  sclieint  trotz  der  geriiigen  Grosse 
keine  Verscliiedenlieit  im  Umriss  zu  bestehen. 

Die  grôsste  Hulie  erreicht  die  Schale  etwas  hinter  dem  Ange 
im  vorderen  Drittel,  von  wo  ans  der  Riickeiirand  sicli  beidseitig 
geradlinig  senkt.  Die  Wôlbung  des  Vorderrandes  ist  doppelt  se 
breit  als  die  des  Hiiiterraiides  und  lialbkreisformig.  Die  hiiitern 
beideii  Drittel  des  Bauclirandes  sind  gerade,  der  vordere  ist  aus- 
wârts  gewôlbt. 

Die  grôsste  Breite  liegt  in  der  Mitte.  Von  da  an  gelit  die 
Scliale  in  einer  leicliten  Wolbung  gleichmâssig  zu  Vorder-  und 
Hinterrand.  Ani  vordern  Ende  befindet  sich  ein  schnabelartiger 
Fortsatz,  der  von  einem  in  der  Seitenansicht  ebenfalls  leiclit  er- 
kennbaren  lamellaren  Anliang  berrûlirt,  welclier  an  der  rechten 
Schale  langer  und  flaclier  ist. 

Die  Farbe  ist  weiss  und  grtin.  Letzteres  tritt  in  polyedrisclien, 
bestimmt  begrenzten,  eng  aneinander  schliessenden  Flecken  auf, 
die  im  Mittelteil  der  Schale  besonders  dunkel  sind.  Nahezu 
farblos  sind  die  Stellen  unter  und  hinter  dem  Auge,  ein  Fleck 
um  die  Schliessmuskeleindrûcke  und  ein  Streifen  liber  dem  Ova- 
rium,  ahnlich  wie  bei  Ilerpetocypris  reptcms  oder  Prionocypris 
serrata.  In  der  Ansicht  von  oben  erscheinen  zwei  zur  Mitte  sich 
zusannnenneigende  Bander.  Die  beiden  Saumteile  des  Vorder- 
randes sind  farblos,  doch  mit  Kanâlen  durchsetzt. 

Die  Behaarung  fehlt  auf  der  Flache  fast  ganz,  tritt  aber  reich- 
lich  an  Vorder-  und  Hinterrand  auf.  Im  vordern  und  hintern 
Teil  zeigt  sich  auch  eine  deutliche  Felderung. 

An  der  zweiten  Antenne  ra^en  vier  Endklauen  ungefahr 
gleich  weit  liervor;  sie  sind  nicht  bis  ganz  zurSpitze  gezâhnelt; 
die  gefiederten  Schwimmborsten  erreichen  das  Ende  der  Klauen. 
Die  Borste  an  der  distalen  untern  Ecke  des  dritten  Gliedes  ist 
an  der  Basis  nicht  gedunsen, 

Der  Borstenbiischel  am  zweiten  Glied  des  Mandibulartasters 
besteht  aus  drei  feinen  ungefiederten  Borsten,  die  vierte  ist  steif 


1 


CYPEIDEN   UND   DARWINULIDEN.  277 

gefiedert,  die  fûnfte  lialb  so  lang  als  dièse  und  ringsuin  be- 
borstet. 

Der  Exopodit  trâgt  fiiiif  gefiederte  und  eine  ungefiederte 
Borste.  Der  Taster  des  Kieferfusses  ist  kurz,  die  Borsteii  niir 
so  lang  wie  dièses  Glied.  Die  beiden  Klaiien  der  Maxille  sind 
ungezJilnielt.  Von  den  beiden  Borsten  am  Stamm  des  ersten  Fuss- 
paares  ist  die  obère  dreimal  so  lang  als  die  vordere,  diejenigen 
der  beiden  nâchsten  Glieder  nur  so  lang  als  die  Einzelglieder  der 
Tibia.  Fûnf  Wimi^erreihen  stehen  auf  der  Vorderseite,  drei  auf 
der  Hinterseite  des  zweiten  Gliedes,  weiterezweiaufderhintern 
Seite  des  ersten  Tibiagliedes.  Die  Endklaue  des  Putzfusses  gelit 
in  eine  sehr  feine  Spitze  aus  und  ist  fast  doppelt  so  lang  als  das 
letzte  Glied. 

Charakteristiscli  verhâlt  sich  die  Furka  durch  die  selir  lange 
Endklaue,  welclie  fast  die  Lange  der  Furka  erreiclit.  Die  ge- 
nauen  Verliâltnisse  der  vorderen  Kante  der  Furka  zur  grossen 
und  kîeinen  Endklaue  sind  33  :  31  :  22.  Die  beiden  Wimpern 
sind  ungefalir  gleich  lang.  Die  hintere  Kante  ist  gezâhnelt. 

Dièse  von  Jukine  ftir  die  Schweiz  festgestellte  Form  wird  von 
Brady  und  Hartwig  mit  Becht  als  die  schonste  Cypride  be- 
zeichnet.  Ich  fand  sie  in  einem  grasreiclien  Ttlmpel  in  Gemein- 
scliaft  mit  G.  fusca  und  G.  affinis  im  April  bei  Mûri. 


4.  Gattung  DOLEROCYPRIS  nov.  gen. 
Gypris  autorum. 

1889.  Erpetocypris  Brady  and  Norman  (23). 
1889.  Stenocypris  Sars  (27). 
1891.  Cijpris  Y ayra  (37). 

G.  0.  Sars  stellt  (27,  p.  27)  fur  eine  australische  Art.die  Gat- 
tung Stenocypris  auf  und  beniitzt  zur  Diagnose  das  Verhalten  der 
Furka,  an  welcher  die  Borste  am  Hinterrand  ganz  kurz  sein  oder 


278  A.   KAUFMANN. 

felilen  kônne;  spâter  (28,  p.  58)  stellt  er  auch  Cypris  fasciata  zvl 
dieser  neuen  Gattung. 

Seitdem  wurden  durch  Vavra  (68)  ans  Zanzibar  neiie  Arten 
dieser  Gattung  beschrieben,  wobei  in  die  Diagnose  als  besonderes 
Merkmal  der  gânzliche  Mangel  der  liinteren  Borste  aufgenom- 
men  wurde.  Dieser  Autfassungschliesst  sich  aiicli  G.  W.  Mûller 
an  und  stellt  aus  Madagascar  neue  Formen  in  diesem  Sinne  auf 
(89,  p.  273). 

Halten  wir  nun  an  diesem  Gattungsmerkmal  fest,  so  kann 
Cypris  fasciata  nicbt  in  die  neue  Gattung  aufgenommen  werden, 
was  schon  die  genannten  Autoren  andeuten,  wesshalb  fiir  dièse 
Form  eine  neue  Gattung  aufgestellt  werden  muss,  insofern  man 
sie  niclit  bei  Gyxwis  belassen  will. 

Schale  lang  gestreckt. 

Scliwimmborsten  der  zweiten  Antenne  reichen 
bis  an  die  Spitze  der  Klauen. 

Mandibulartaster  am  zweiten  Glied  mit  einem 
Btiscliel  von  drei  langen  Borsten. 

Fortsâtze  der  Maxille  sclimal.  Zweites  Glied  des 
Tasters  langer  als  breit. 

Erstes  Beinpaar  mit  zwei  Borsten  am  Stamm. 

Furka  mit  zwei  starken  Klauen,  die  mit  zwei 
Reihen  von  breiten  Zâhnen  ausgestattet  sind. 
Borste  des  Hinterrandes  an  die  Basis  der  kleinen 
Klaue  geriickt. 

6.  Bolerocypris  fasciata  0.  F.  Millier. 
Taf.  20,  Fig.  13-13;  Taf.  22,  Fig-.  1-3. 

1868.  Cujwu  fasciata  Clms  11,  Taf.  I,  Fig-.  9-11;  Taf.  II,  VU^.  12-21. 

1889.  Erpetocupris   fasciata   Brady   and   Norman  23,   p.   80,    PI.   IX, 

Fig-.  12,  14,  PI.  XII,  Fig.  1. 

1890.  Stenocijpris  fasciata  Sars  28,  p.  58. 

1891.  Cl/pris  fasciata  Vavra  37,  p.  104,  Fig.  37,  1-3. 

1892.  »  »        Kaufmann  133,  p.  74. 


CYPRIDEN    UNI)    DARWINULIDEN.  279 

•1893.  Cl/pris  fnsciata  Fric  und  Vavra  o4,  p.  109. 

1893.  Hcrpetocijpris  fasciata  Hartvvig  56,  p.  âS. 

1894.  Cijpris  fasciata  Croneberg  59,  Taf.  VII,  Fig.  16. 

1895.  »  »        Hartwig  71,  p.  528. 

1896.  »  »        Wierzeiski  78,  p.  203. 

1896.  Stenocijpris  fasciata  Brady  and  Norman  79,  p.  722. 
189.6.   Cypris  fasciata  Hartwig  80,  p.  320. 

1897.  Erpetocijpris  fasciata  Lienenklaus  98,  p.  111. 

1898.  »  »        Stenroos  99,  p.  236. 

Lange:  1,35  mm. 

Holie:  0,5     mm.  X 

Breite  :  0,43  mm. 

Die  Form  ist  miter  den  einlieimischen  leicht  an  der  langge- 
streckteii  Scliale  zu  erkemien.  Der  wenig  gewolbte  Rtlckenrand 
gelit  olme  Einbuchtung  in  den  kreisformigen  Yorderrand  liber, 
biegt  aber  nacli  hinten  etwas  ein,  sodass  der  liintere  Teii  wie 
ein  kleiner  Fortsatz  ersclieint.  Der  Baiichrand  ist  fast  gerade. 

Von  oben  gesehen  ist  die  Scliale  elliptisch,  die  linke  etwas 
kleiner  als  die  rechte. 

Die  innere  Piandlinie  ist  beiderseits  leicht  zu  erkennen  und 
auffallend  weit  von  Yorder- und  Hinterrand  entfernt;  sie  beriihrt 
den  Yentralrand  nur  in  einem  Drittel  seiner  Lange  und  steigt 
sclirâg  nach  vorn  und  liinten  auf. 

Die  Farbe  der  Schale  ist  orangegelb,  der  Riicken  bis  gegen 
die  Schliessmuskeleindriicke  und  nacli  liinten  blaugriin.Selir  deut- 
lich  wahrnehmbar  ist  der  brâunliche  Eierstock,  der  nach  hinten 
aufsteigt,  sowie  der  darunter  liegende  Leberschlauch. 

Der  Schliessmuskel  bildet  ftinf  grôssere  und  kleinere  Ein- 
drilcke,  vor  denen  zwei  weitere  stelien. 

Die  ganze  Schale  ist  gleichmâssig  zerstreut  behaart,  am  Yor- 
der- und  Hinterrand  etwas  stârker. 

An  der  ersten  Antenne  fallt  ein  langes  drittes  Glied  auf.  Die 
Schwimmborsten  sind  so  lang  wie  die  ganze  Antenne. 

Die  fiinf  Schwimmborsten  der  ftinfgliedrigen  zweiten  Antenne 


280  A.    KAUFMANX. 

sind  gefieclert  und  erreiclien  das  Ende  der  Klauen  ;  neben  ilmen 
ist  eiiie  kurze  secliste  Borste.  Das  vierte  Glied  hat  in  der  Mitte 
oben  zwei  kurze,  imten  zwei  lange  Borsten  ;  aile  fiinf  Endklauen 
ragen  imgefâhr  gleicli  weit  vor. 

Am  zweiten  Glied  des  Mandibiilartasters  stelit  ein  Btiscliel 
von  drei  langen  imgefiederten  Borsten.  Gegen  das  Ende  des 
folgenden  Gliedes,  das  stark  behaart  ist,  steht  nodi  eine  lange 
gefiederte  Borste,  und  am  Distalende  befindet  sicli  eine  kurze, 
dicke,  stark  gefiederte.  Die  Endklauen  sind  diinn  und  scliwach. 
Der  Branchialanliang  hat  sechs  Borsten. 

Die  Dornen  des  ersten  Fortsatzes  an  der  Maxille  sind  unge- 
zâhnt.  Am  letzten  Fortsatz  sind  am  Ende  zwei  gezâliuelte,  am 
Grunde  zwei  feine  Borsten. 

Der  Stamm  des  ersten  Beinpaares  triigt  zwei  Borsten,  das 
zweite  Glied  fâllt  durch  seine  Lange  und  Breite  auf;  die  Borste 
des  dritten  Gliedes  iiberragt  das  vierte  Glied  ;  die  Endklaue  ist 
fein  gezâhnelt. 

Das  zwTite  Beinpaar  endigt  mit  einer  Klaue,  almlich  derjenigen 
von  Ci/pris  incongruens. 

Characteristisch  verhâlt  sich  die  Furka.  Dièse  ist  in  der 
ganzen  Lange  ziemlicli  gleich  breit  ;  die  vordere  Endklaue  ist 
mit  zwei  Reihen  ausserordentlich  starker  Zâhne  versehen.  Die 
hintere  Klaue  ist  lialb  so  lang  als  die  vordere,  und  von  der  glei- 
clien  Lange  ist  aucli  die  vordere  Borste  am  distalen  Ende.  Die 
Wimper  des  hintern  Bandes  stelit  ganz  in  der  Nâlie  der  Klaue, 
ist  etwa  halb  so  lang  als  dièse,  der  Hinterrand  in  der  vordern 
Halfte  mit  einer  unterbroclienen  Reilie  von  Zâhnchen  bewaffnet. 
Uel)er  das  Verhalten  der  Furka  âussern  sicli  Brady  und  Nor- 
man (23,  p.  16):  «  The  caudal  ranii  hâve  the  distal  hinder 
edge  smooth  and  not  minutely  pectinated,  as  in  C.  FiscJieri.  » 
Das  ist  wolil  der  Grund  warum  die  genannten  Autoren  die  von 
Fischer  beschriebene  Form  (p.  152)  nicht  als  C.  fasdata,  son- 
dern  als  C.  Fischeri  auifassen  (v.  p.  81). 


CVPRIDEN   UND   DAR\AaNULIDEN.  281 

Nun  aber  fiilirt  aucli  Vavra  fiir  dièse  Art  eine  feine  Zàhne- 
luiig  der  luitern  Hâlfte  der  Hinterkante  an  (37,  p.  lOG,  p.  105, 
Fig.  37,  3),  wasaucli  Croneberg  (59,  p.  17,  Fig.  16)  bestâtigt. 
Icli  finde  dièse  Erscheiimng  auch  durcliwegs,  so  dass  der  oben- 
genannte  Unterscliied  zwischen  beiden  Arten  dahinfâllt. 

Maiinclien  sind  bis  jetzt  unbekannt. 

Die  Art  ist  ans  Eiigland,  dem  Norden  imd  Osten  des  Kon- 
tinentes  bekamit,  scheint  aber  nirgends  haufig  zu  sein. 

Ich  fand  sie  in  pflanzenreichen  Surapfen  und  an  Seeufern  in 
Selhofen  bei  Bern,  Miinchenbuchsee,  TofFen,  im  Bieler-  und 
Gerzensee,  bei  Au  im  Rheintal,  zwisclien  Agno  und  Muzzano. 


3.  Unterfamilie  HERPETOGYPRIDINiE. 

Schwimmborsten  der  zweiten  Antenne  verkûm- 
m  e  r  t. 

Erster  Fortsatz  der  Maxille  mit  zwei  gezâh- 
nelten  oder  glatten  Dornen. 

Zweites  Beinpaar  a  m  Endglied  mit  eine  r  Klaue, 

Furka  bandfôrmig  mit  zwei  Endklauen. 

Schwimmvermôgen  felilt. 

5.  Gattung  HERPETOCYPRIS  Brady  und  Norman. 

Cypris  autorum. 

1889.  Erpetocijpris  Brady  and  Norman  (23). 

1890.  Herpetocypris  Sars  (28). 
1894.  »  Croneberg  (59). 

1896.  »  Brady  and  Norman  (79). 

Gestiitzt  auf  das  Yerhalten  der  Schwimmborsten  trennen 
Brady  und  Norman  dièse  Gattung  von  Cypris  ab,  welcher  sie 
in  allen  iibrigen  Teilen  sehr  nahe  steht.  Vavra  stellt  sie  nur  als 
Untergattung  zu  der  Gattung  Cypris. 


282  A.   KAUFMANN. 

Schwimmborsten  der  zweiten  Antenne  soweit  ver- 
kiimmert,  dass  sie  niclit  zum  Scliwimmen  dienen. 
Dornen  der  Maxille  deutlicli  gezâhnelt. 
Dorsale  B  ors  te  der  Furka  fein. 


7.  Herpetocypris  reptans  Baird. 
Taf.  16,  Fig.  1-3  ;  ïaf.  18,  Fig.  21-26. 

1853.  Cupris  reptans  Liljeborg  3,  p.  123,  Taf.  XI,  Fig.  21-23,  Taf.  XII^ 

Fig.  7-9. 
1868.  Cupris  reptans  Brady  10,  p.  370,  PI.  XXV,  Fig.  10-14,  PI.  XXXVi, 

Fig.  4. 

1889.  Erpetocypris  reptans    Brady  and  Norman   23,   p.   84,  PI.   XIII, 

Fig.  27. 

1890.  Herpetocypris  reptans  Sars  28,  p.  17. 

1891.  Cl/pris  reptans  Vavra  37,  p.  86,  Fig.  28,  1-5. 

1891.  Erpetocypris  reptans  Moniez  32,  p.  256. 

1892.  Herpetocypris  reptans  Claus  46,  Taf.  IV,  Fig.  13,  14. 
1892.  »  »        Kaufmann  133,  p.  74. 

1892.  Cypris  reptans  Wierzeiski  42,  p.  187. 

1892.  Herpetocypris  reptans  Daday  44.  p    298. 

1893.  »  »        Hartvvig  56,  p.  25. 

1894.  Cypris  reptans  Zacharias  63,  p.  63. 

1894.  Erpetocypris  reptans  Croneberg  59,  p.  15,  Taf.  VII,  Fig.  14. 

1896.  »  »         Richard  76,  p.  173. 

1897.  Herpetocypris  reptans  Daday  83,  p.  6. 

1898.  »  »         Ltenenklaus  98,  p.  111. 
1898.             »               »         Schneider  100,  p.  161. 

Lange  :     2,64  mm. 

Holie  :       1,19  mm. 

Breite  :      1,0   nnn. 

Dièse  Dimensionen  sind  aucli  bei  gesclileclitsreifen  Individueu 
nicht  konstant,  ebenso  wenig  sind  die  Yerhâltnisse  der  einzel- 
nen  Dimensionen  unter  sich  genau  gleicli,  wie  bei  Tieren  ans. 
verschiedenen  Oertlichkeiten  deutlich  auffâlt.  Meine  Maasse 
stimmen  ungefâhr  mit  denenVAVRA's  (37,  p.  86)  iiberein.  Crone- 


CYPRIDEN    UND   DARWINULIDEN.  283 

BERG  (59,  p.  15)  giebt  an,  dass  die  Sclialeii  bis  2,8  mm.  lang 
sein  kônnen  ;  môgliclierweise  liegt  hier  doch  eine  andere  Art  vor. 

Die  Schale  ist  ziemlich  lang  gestreckt,  am  Dorsalrand  fast 
gerade  verlaiifend,  was  fur  dièse  Art  als  cliaracteristisch  be- 
zeiclinet  werden  miiss.  Der  Unterrand  ist  leicht  eingebuclitet 
inid  die  grosste  Breite  im  hintern  Viertel. 

Die  ebenfalls  characteristisclien  Flecken  sind  durcli  die  Dar- 
stellung  verdeutlicht  (Taf.  16,  Fig.  12).  Bei  VAVRAsind  sie  un- 
klar  ;  niir  bei  in  Hautung  befindlichen  Individuen  tritt  die  Fàr- 
bung  stark  zurtick,  bei  andern  linden  sicli  ziemlich  regehnâssig 
auftretende  Flecken  und  Bander,  die  sich  wieder  au  s  kleinern 
unregelmâssigen  Feldern  zusammen  setzen.  Am  deutlichsten 
tritt  die  Farbung  zwischen  dem  Auge  und  dem  Schhessmuskel 
auf.  Der  untere  vordere  Teil  der  Schale  erscheint,  mit  Aus- 
nahme  eines  weissen  Fleckens,  dunkel,  ebenso  zeigt  sich  ein 
breites  Band  oberhalb  des  Ovariums,  ein  halbkreisformiger 
Streifen  parallel  dem  hintern  Band. 

Die  Flecken  finden  sich  in  derselben  Gestaltung  und  Deut- 
lichkeit  bei  jungen  Tieren. 

Ovarium  und  Leberschlauch  sind  deutlich  sichtbar,  bei  letz- 
terem  ist  die  rythmische  Pulsation  leicht  zu  beobachten. 

In  der  Ansicht  von  oben  zeigt  sich  eine  TJngleichmâssigkeit 
in  der  Verteilung  der  Flecken  und  deren  Grosse,  sowie  eine  auf- 
fallende  Asjqnmetrie,  indem  die  linke  Schale  die  rechte  vorn 
und  hinten  iiberragt.  Der  grosste  Durchmesser  ist  hinter  der 
Mitte,  der  Umriss  eifôrmig,  beidseitig  zugespitzt. 

Eine  dichte  Behaarung  tritt  am  Vorderrand  auf,  am  hintern 
Rand  erscheinen  neben  vielen  ktirzern  einige  fast  doppelt  so 
lange  Haare.  Die  ganze  Schale  ist  mit  zerstreut  stehenden  Po- 
ren  versehen.  Schliessmuskeleindriicke  sind  sehr  gross  und  be- 
stehen  aus  einem  obern  langen,  zweiteiligen,  drei  ovalen  kleinern 
und  einem  daran  anschliessenden  kleinen  Flecken.  Die  Borste 
am  zweiten  GHed  der  ersten  Antenne  erreicht  nicht  die  Lange 


284  A.  KAUFMANN. 

dièses  Gliedes.  Die  zweite  Antenne  tragt  eine  kurze,  steife,  ge- 
rade  Sptirborste.  Von  den  fiinf  verktimmerten  Schwimmborsten 
ist  nur  eine  naliezu  so  lang,  wie  das  vierte  Glied,  die  ûbrigen 
sind  nur  halb  so  lang.  An  der  Ventralseite  des  vierten  Gliedes 
steht  eine  Reihe  enggedrângter,  steifer  Haare.  Die  zwei  lângern 
Endklauen  des  zweitletzten  Gliedes  erreiclien  die  Lange  dièses 
Oliedes,  imd  sind  im  vorderen  Viertel  gezahnelt.  Die  ktlrzere 
Klaiie  des  Endgiiedes  ist  nur  lialb  so  lang  als  die  lângere  und 
vorn  geziilinelt. 

Das  zweite  Glied  des  Mandibulartasters  trâgt  oben  drei  Bor- 
sten,  auf  der  untern  Seite  einen  Biischel  von  vier  scliwacli  be- 
dornten  Borsten  neben  zwei  gefiederten.  Der  Expodialanhang 
hat  aclit  Borsten,  von  denen  die  letzte  kurz,  dick  und  gekrtimmt 
ist. 

Die  Dornen  an  der  Maxille  sind  zuerst  von  Vavra  (37,  Fig.  28, 
3)  vielleidit  niclit  ganz  genau  dargestellt  worden. 

Der  obère  trâgt  beiderseits  nur  drei  kleine,  oft  ganz  unschein- 
bare  Zâline,  der  untere  oben  vier,  unten  fiinf  deutlich  entwickelte. 
Die  vordersten  Zâhne  stehen  von  der  Spitze  weit  weg. 

Am  Maxillarfuss  findet  sicli  ein  langer  Taster  mit  drei  un- 
gleich  langen  gefiederten  Borsten.  An  der  Kante  des  Kauteils 
stehen  vier  starke,  gespreizte,  dicht  gefiederte  Borsten. 

Das  erste  Beinpaar  ist  reich  an  Haarbiischeln  am  zweiten  und 
dritten  Gliede.  An  der  ventralen  Ecke  des  vierten  Gliedes  sind 
zwei  Borsten. 

Am  zweiten  Gliede  des  zweiten  Beinpaares  zeigen  sicli  zehn 
Dornchen. 

Der  gekriimmte,  seitlich  geriffte  Endhaken  ist  dreimal  langer 
als  das  letzte  Glied.  Die  Furkalglieder  sind  schwacli  gebogen 
und  mit  ganz  schmalen  Endklauen  versehen.  Die  distale  Borste 
erreiclit  die  Lange  der  kleinern  Klaue  und  die  dorsale  Wimpcr 
ist  ein  Viertel  so  lang  als  die  kiirzere  Klaue.  Die  ganze  Furka 
verliâlt  sich  zur  grossen  und  kleinen  Klaue  wie  76  :  34  :  18. 


CYPRIUEN   UND   DARWINULIDEN.  285 

Am  clorsalen  Ranci  stelien  fiiiif  Zâlinclienreihen,  hinter  welchen 
manchmal  eine  undeutliche  secliste  zu  sehen  ist. 

Dièse  grôsste  einheiinisclie  Art  — -  H.  strigata  komite  icli  bis 
jetzt  niclit  fiiideii  —  lebt  im  Sclilamm  steliender  oder  langsam 
fliessender  Gewâsser,  insofem  dieselben  reichlich  Wasserpflanzen 
enthalten.  Sie  kommt  das  ganze  Jalir  hindurch  aiich  unter  Eis 
in  allen  Stadien  der  Entwicklung  vor  und  tritt  meist  in  grosser 
Menge  auf. 

Fundorte  :  Selhofen  bei  Bern,  Belp,  Kiesen,  Kirchenturneny 
Gwatt,  Reutigen,  Thunersee,  Miinsingen,  Delsberg,  St.  Margre- 
tlien,  Seewen,  in  den  drei  Weihern  bei  St.  Gallen,  Mendrisio^ 
St.  Moritz,  Altstâtten,  Rlieineck,  Staad,  Lac  Loclat  (De  la  Chaux). 

7  a.  Herpetocypris  reptans  var.  curvata  nov.  var. 

27. 


Taf.  J6,  Fig.  4,  5 

Taf.  18,  Fig 

Lange  : 

2,3    mm. 

Holie  : 

1,06  mm. 

Breite  : 

0,8    mm. 

Die  Schale  untersclieidet  sich  von  der  vorigen  Art  deutlich 
durch  die  Gestalt,  indem  der  Riickenrand  gleichmâssig  gewolbt^ 
der  Bauchrand  gerade  und  nicht  eingesenkt  erscheint.  Der 
Vorderrand  ist  mehr  zugespitzt,  der  Hinterrand  mehr  gerundet. 
Von  oben  gesehen,  ist  die  Asymmetrie  ebenfalls  siclitbar,  nach 
liinten  endigt  die  Schale  stumpfer  als  bei  H.  reptans. 

Die  Zeichnung  der  Schale  scheint  auch  eine  ziemlich  kon- 
stante  zu  sein.  Ein  grôsserer  Flecken  befindet  sich  iiber,  ein 
anderer  damit  in  Verbindung  stehender  vor  den  Schliessmuskel- 
eindriicken,  mit  âhnlicher  Begrenzung  wie  bei  der  Hauptform, 
ein  dritter  nach  hinten  sich  verlierender  ûber  dem  Eierstock^ 
zwei  langgezogene  liegen  vorn  und  hinten,  wo  der  Rtlckenrand 
in  den  Vorder-  und  Hinterrand  libergeht.  Hinter  dem  Auge 
sind  nur  kleine  Flecken.  Dièse  Zeichnungen  finden  sich  bei 
jugendlichen  Formen  in  genau  derselben  Gestalt.   An  den  Ob- 


286  A.   KAUFMANN. 

jekten  von  Mendrisio  zeigte  sich  aucli  eine  Verbindung  des 
Fleckens  iiber  dem  Ovarium  mit  dem  Rûckenrand,  iind  die  Farbe 
war  deutlicli  blau. 

Die  imtere  Partie  der  Schale  zeigt  keine  Flecken,  wenn  auch 
unter  dem  Schliessmuskel  eine  ffanz  leichte  cTiinliche  Nuan- 
cierung  aiiftritt. 

Vorder-  und  Hinterrand  sind  stark  bebaart,  letzterem  feblen 
die  ganz  langen  Haare  der  Hanptform.  Dièse  Verhiiltnisse,  die 
an  Objekten  aus  dem  Stiden  und  Osten  der  Schweiz  die  gleichen 
sind,  môchten  eine  spezifische  Trennung  gerechtfertigt  erschei- 
nen  lassen,  allein  die  Gliedmassen  weichen  so  wenig  von  der 
Hauptform  ab,  dass  ich  sie  nur  als  Varietât  aufstellen  will.  Man 
kônnte  siè  leiclit  ftir  eine  Jiigendform  von  Herp.  reptans  halten, 
doch  heben  sich  die  Entwicklungsstadien  der  Hauptform  durch 
die  Fârbung  und  Streckung  der  Schale  deutlich  ab. 

Die  Zâhne  des  obern  Dornes  an  der  Maxille  sind  schwach  ent- 
wickek, 

Das  Verhâltnis  der  Lange  der  geraden  Endborste  des  zwei- 
ten  Fusspaares  zu  derjenigen  des  zweitletzten  Gliedes  ist  bei 
der  Yarietât  11  :  15,  bei  der  Hauptform  11  :  13.  Auch  verhâlt 
sich  die  Endklaue  der  Furka  zu  der  Lange  des  ganzen  GHedes 
wie  30  :  72,  bei  Hetp.  reptans  wie  30  :  68.  Die  Klauen  sind 
also  verhâltnissmâssig  kiirzer. 

Die  Zabi  und  Lange  der  Glieder  und  Borsten  ist  im  Uebrigen 
wie  bei  der  Hauptform. 

Fundorte  :  Sargans,  Mendrisio,  in  kleinen  Bâchen  mit  lang- 
sam  liiessendem  Wasser. 

8.  Herpetocypris  hrevicaudata  Kaufmann. 
Taf.  16,  Fifi-.  (5,  7  ;  Taf.  18,  Fig.  28-31. 
laoo.  Ilet'petocjpris  hrevicaudata  Kaufmann,  141,  p.  132. 

In  den  Schalenumrissen  nâhert  sich  dièse  Art  der  vorigen 
Varietât,    untersclieidet  sich  aber  (Uircli  den  etwas  mehr  ge- 


CYPRIDEN   UND   DARWINULIDEN.  ^  287 

strecktenHinteiTaud;  der  Riickeurand  ist  gleichmâssig  gewolbt, 
die  grôsste  Breite  in  der  Mitte.  Ferner  ist  sie  in  der  Ansicht 
vou  oben  nacli  vorn  und  liinten  sçhârfer  zugespitzt  als  die  ge- 
nannte  Varietât.  Der  Bauchraud  liât  eine  Einbuclitung. 

Von  bestimmt  begrenzten  intensiven  Flecken  ist  hier  nichts 
zii  sehen.  Im  obern  Teil,  sowie  zwischen  Auge  imd  Schliess- 
niiiskeleindriicken,  am  Vorder-  und  Hinterrande  aber  tritt  auch 
hier  eine  bhtuHche  Fârbung  auf,  die  mit  dem  Gelb  der  Haut  ein 
unkhares  Gelbgriin  bis  Dunkelgrûn  erzeugt.  Eierstock  undLeber- 
schlauch  schimmern  deuthch  durch. 

Die  ganze  Schale  ist  mit  Poren  ausgestattet,  vorn  und  hinten 
stark  behaart  und  hinten  ilberdies  noch  mit  vierbis  sechs  langen 
Haaren  versehen. 

Die  Muskeleindrlicke  sind  ganz  âhnlich  denen  von  Herp.  rep- 
tans,  die  rechte  Schale  ist  ebenfalls  betrâchtlich  kiirzer  als  die 
linke. 

Yermutlich  ist  dièse  Form  da  und  dort  schon  mit  Herp.  rep- 
tans  verwechselt  worden,  da  sie  ihr  auch  in  den  Gliedmassen  sehr 
nalie  steht. 

Die  Schwimmborsten  der  zweiten  Antemie  sind  ktlrzer  als  bei 
Herp.  reptans  und  erreichen  in  der  lângsten  Borste  kaum  mehr 
als  die  Hâlfte  des  vierten  Gliedes.  Die  Endklauen  haben  an  der 
Spitze  keine  Zâhnchen. 

Der  obère  Dorn  an  der  zweiten  Maxille  zeigt  dorsalwârts 
drei  ganz  undeutliche  Zâhne,  der  untere  bat  oben  drei,  unten 
fiinf  von  der  Spitze  entfernte  Zâhne. 

Die  gerade  Seitenborste  des  zweitletzten  Gliedes  des  zweiten 
Fusspaares  ist  langer  als  bei  der  vorigen  Art,  indem  sie  um  einen 
Drittel  iiber  die  Spitze  des  letzten  Gliedes  hinausragt.  Die  Klaue 
am  Ende  ist  so  lang  wie  bei  der  vorigen  Art. 

Der  auffâlligste  Unterschied  liegt  in  dem  Verhalten  derFurkal- 
glieder.  Die  Endklauen  sind  nâmlich  viel  kiirzer  als  bei  Herp.  rep- 
tans, ein  Drittel  der  Distanz  von  der  vordern  ventralen  zur  hin- 


288  A.   KAUi^MANN. 

tern  dorsalen  Ecke  des  Gliedes.  Ferner  sind  die  beiden  Klaue» 
um  einen  Drittel  dicker  als  hei  Herj^.reptans,  die  ventrale  Borste 
gelit  niclit  liber  die  Mitte  der  lângern  Klaiie  hinaus,  und  die  Wim- 
per  an  der  dorsalen  Ecke  ist  kleiner,  indem  sie  nur  etwa  einen 
Flinftel  von  der  Lange  der  ktirzern  Klaue  ausmacht.  Die  ganze 
Furka  verhâlt  sicli  zur  grossen  und  ziir  kleinen  Klaue  wie 
59  :  20  :  10. 

Fundorte  :  In  seichtenGrâben  beiBiilacli,  Nidau  und  Mendrisio. 

9.  Herpetocypris  intermedia  Kaufmann. 
Taf.  16,  Fig.  S,  9;  Taf.  21,  Fig.  1-4. 
1900.  Herpetocypris  intermedia  Kaufmann  141,  p.  132.- 

Lange  :  2,01  mm. 
Hôlie  :  0,92  mm. 
Breite  :  0,79  mm. 

Von  der  Seite  geselien  ist  die  Scliale  bolmenformig,  âlmlich 
derjenigen  von  Herp.  hrevicmidata,  mit  welclier  sie  nalie  ver- 
wandt  ist,  docli  ist  sie  langer  gestreckt,  oben  weniger  gewôlbt, 
auf  der  Ventralseite  aber  stârker  eingebuchtet.  Von  oben  geselien 
ist  sie  eifôrmig,  die  redite  Schale  erheblicli  klirzer  und  weniger 
breit  als  die  linke.  Die  Fârbung  ist  eine  ziemlich  gleichmâssige, 
bei  ganz  entwickelten  Tieren  ein  sattes  Grtin,  das  unterbroclien 
wird  durcli  einen  hellen  Fleck  um  die  Muskeleindrûcke  und  zwei 
bellere  Bander  liber  dem  Lebersclilauch  und  dem  Eierstock. 

Die  Behaarung  ist  aucli  hier  am  Hinterrand  am  stârksten.  Die 
Muskeleindrlicke  sind  denjenigen  von  Hetp.  repttans  âlmlich.  Die 
flinf  Schwimmborsten  an  der  zweiten  Antenne  sind  flir  einen  Ver- 
treter  der  Gattung  Herpetocypris  ungewôlmlich  lang,  indem  sie 
teils  bis  zur  Mitte,  teils  liber  die  Mitte  der  Endklauen  hinaus- 
ragen.  Nur  die  sechste  Borste  ist  kurz  ;  in  den  iibrigen  Teilen  ver- 
hâlt sich  die  Antenne  wie  bei  Rerp.  reptans.  Dièse  Verliâltnisse 
dlirften,  wenn  nocli  andere  Fâlle  dieser  Art  bekannt  wûrden, 


CYPRIDEN  UND   DARWINULIDEN.  289 

eine  besondere  Gattung"  rechtfertigen  ;  andererseits  erkenneii 
wir  darin  eine  Form,  welche  mit  allen  Eigeiitiimliclikeiten  der 
Gattung  Herpetocyprh  ausgestattet  ist,  im  weseiitlichsten  Unter- 
scheiduiigsiiierkinal  aber  davon  abweicht  und  eiiien  Uebergang 
zu  der  Gattung  Cypris  darstellt. 

An  dem  grossen  Dorn  der  Maxille  stelien  die  vordersten  Zâhne 
weiter  nach  vom  als  bei  den  obigen  Arten  ;  der  obère  hat  zwei 
und  drei,  der  untere  drei  und  fiinfZahne.  DieBorste  in  derMitte 
des  zweitletzten  Gliedes  ragt  niclit  viel  iiber  dasEndgliedhinaus. 
Der  gekriimmte  Haken  am  Ende  ist  lang. 

Die  Furka  lâsst  die  nahe  Verwandtschaft  zu  Herp.  hrevicau- 
(lata  erkennen,  da  die  Endklauenebenfallssehrkraftigsind.  Die 
langere  Klaue  ist  etwas  klirzer  als  ein  Drittel  der  Lange  des 
Gliedes  ;  statt  fiinf  Zahnreilien  sind  sieben  vorhanden,  die  achte 
ist  undeutlicli,  ferner  sind  die  Kamme  nur  aus  9-10  Zahnen 
zusammengesetzt,  und  dièse  sind  bedeutend  dicker  und  stârker 
als  bei  den  andern  Arten. 

Ich  fand  dièse  Form  in  einem  Bâche  mit  langsam  fliessendem 
Wasser  bei  Colico  umveit  vom  Ufer  des  Comersees  (Italien). 

10,  Herpetocypris  perecpina  Croneberg. 

Taf.  16,  Fig.  10-12;  Taf.  21,  Fig.  5-8. 

1894.  Herpetocypris  pereçirina  Croneberg,  59,  pag.  16.  Taf.  Yll,  Fig.  15. 

Lange  :  2,32  mm. 
Hôhe  :  1,1  mm. 
Breite  :  0,89  mm. 

Es  ist  zu  bedauern  dass  Croneberg  keine  ganz  genauen 
Angaben  ûber  die  Dimensionen  maclit  und  keine  Darstellung* 
der  Sdiale  giebt,  doch  scheinen  dièse  Maasse  mit  den  seinigen,  so 
weit  ersiclitlich,  iibereinzustimmen.  Die  Form  hat  nach  ihmviele 
Aehnlichkeit  mit  Herp.  striyata  0.  F.  Mliller,  unterscheidet  sich 
aber  durch  die  Dimensionen  schon  wesentlich  genug,  auch  steht 

Rev.  Suisse  de  Zool.  T.  8.  1900.  19 


290  A.   KAUFMANN. 

sie  iii  Lange  iiiid  Breite  liiiiter  Herp.  re])t(ms  ziirtick.  In  der 
Seitenansiclit  untersclieidet  sie  sich  von  beiden  Formen  durcli 
die  grossere  Breite,  welclie  die  lialbe  Lange  ausmaclit.  Die  grôsste 
Holie  liegt  hier  niclit  liiuter  der  Mitte,  wie  Croneberg  (p.  1 6) 
angiebt,  sondern  etwas  vor  derselben,  genau  îiber  dem  Schliess- 
miiskeleindruck.  Von  hier  an  neigt  sich  der  Rûckenrand  ein 
wenig,  umin  einem  stumpfenWinkelzumHinterrandumzubiegen; 
dieser  ist  spitzer  als  derVorderrand;  der  ventrale  verlâuft  ziem- 
lich  gerade.  Die  innere  Randlinie  entfernt  sich  vorn  weiter  voni 
Rand  als  hinten.  Der  Saum  ist  durchsichtig. 

Von  oben  gesehen  erscheint  die  Schale  elliptisch,  die  grôsste 
Breite  liegt  in  der  Mitte,  und  die  Schale  ist,  entgegen  den  An- 
gaben  Croneberg's,  beidseitig  fast  gleichmâssig  spitz  zulaiifend. 
Deutlich  sichtbar  shid  mehrere  dorsale  Miiskeleindriicke, 

Die  Farbe  ist  ein  Saftgriin,  das  von  der  Mitte  an  abwârts  in 
Hellgrtin  bis  Weiss  tibergeht.  Zwei  dnnkle  Streifen  verlaufen 
von  der  Mitte  an  schief  nach  hinten  und  unten  und  markieren 
die  Begrenzung  des  Ovariums  und  des  Leberschlauches.  Bei 
stârkerer  Vergrôsserung  sind  polyedrische  grline  Felder  zu  be- 
obachten.  Die  Schliessmuskeleindriicke  bilden  fiinf  grosse,  kurz 
ovale  und  einen  kleinen  Flecken. 

Die  ganze  Schale  ist  gleichmâssig,  Vorder-  und  Hinterrand 
nur  wenig  dichter  behaart. 

Das  zweite  Glied  der  ersten  Antenne  trâgt  nur  eine  kurze 
Borste. 

Die  Schwimmborsten  der  zweiten  Antenne  sind  ungieich  lang  ; 
zwei  erreichen  die  Lange  des  folgenden  Gliedes,  die  andern  nur 
die  halbe  Lange.  Die  letzten  zwei  Glieder  sind  braun,  das  zweit- 
letzte  Glied  trâgt  vorn  eine  Reihe  kleiner  Dornchen  und  eine 
S-forniig  gekrUiiniite  Sensitivborste  nebst  zwei  langen  feinen 
Borsten.  Die  kurze  Klaue  des  vierten  Gliedes  ist  etwa  ein  Drit- 
tel  so  lang  als  die  am  gleichen  Gliede  stehende  lângste. 

Die  Borsten  des  ersten  Gliedes  des  jNIandibulartasters  tragen 


CYPRIDEN   UND    UARWINULIUEN.  291 

iiur  8-10  Donieiipaare;  die  eine  der  bedoriiten  Borsten  entspringt 
mit  selir  stark  aiifgetriebener  Basis.  Der  Borstenbiischel  am 
zweiten  Glied  besteht  aus  vier  iiiigeiiederten  Borsten.  Die  End- 
klauen  sind  diimi  uiid  fein.  Der  Braiicliialaiihang  zeigt  deutlich 
sieben  gefiederte  Strahleii. 

Die  Dornen  am  Fortsatz  der  Maxille  sind  stark  geziihnt. 

Das  schiefe  Ende  des  Kauteiles  am  Kieferfuss  trâgt  14 
teils  gezahnelte,  teils  gefiederte  oder  pinselfôrmige  Borsten. 

Von  den  gefiederten  Borsten  des  Branchialanhanges  ist  die 
vorderste  nur  balb  so  lang  als  die  iibrigen  flinf.  Die  gefiederten 
Borsten  des  Tasters  sind  so  lang  wie  dieser. 

Das  zweite  Glied  des  ersten  Beinpaares  trâgt  an  der  vordern 
Seite  aclit  kleine  Dornchen,  hinten  vier  Haarbiischel;  das  dritte 
Glied  hat  vorn  und  binten  zwei  Dôrnchen.  Das  zweite  Tibial- 
glied  iibertrifft  das  erste  an  Lange,  die  Endklaue  ist  langer  als 
die  drei  letzten  Glieder. 

An  dem  sebr  kiirzen  Endglied  des  zweiten  Fusses  ist  nur  ein 
scbwacher  Haken,  der  nur  die  Lange  des  letzten  Gliedes  er- 
reicbt;  die  Borste  an  der  Seite  des  zweitletzten  Gliedes  trâgt 
beiderseits  kleine  Zâbncben. 

Die  nacb  vorn  allmâhlig  sicli  verjûngende  Furka  ist  am  Ende 
nur  balb  so  breit  als  an  der  Basis.  Croneberg  (59)  maclit  darauf 
anfmerksam,  dass  die  «  eine  unterbrocbene  Reibe  bildenden 
Wimperkâmme  nicbt  ganz  an  der  Kante  sondern  jederseits 
liber  derselben  sicli  befinden.  »  Ersteres  kann  ich  bestâtigen, 
dass  sie  beiderseits  steben,  bezweifle  icb  ;  zu  bemerken  ist  nocb, 
dass  sich  die  Reibe  iiber  die  dorsale  Wimper  bis  zur  Basis  der 
distalen  Klaue  fortsetzt,  was  bei  Herp.  strigata  nacb  der  Dar- 
stellung  Vavra's  (37,  p.  85,  Fig.  27,  5)  und  Fischer's 
(2,  Taf.  VI,  Fig.  6)  nicbt  vorkommt. 

Die  bis  jetzt  nur  aus  der  Umgebung  von  Moskau  beschriebene 
Form  ist  aucb  fiir  die  Scliweiz  neu. 

Fundort  :  Mûri,  bei  Bern. 


u 


292  A.   KAUFAIANN. 

6.  Gattung  PRIONOCYPRIS  Brady  and  Norman. 

Cypris  autorum. 

1889.   Herpetocypris  Brady  and  Norman  (23). 
1896.  PHomcypris  Brady  and  Norman  (79). 

Brady  imd  Norman  stellen  die  Merkmale  fiir  dièse  Gattung 
in  folgender  Weise  auf  : 

«  Schale  dreieckig  verlângert,  vorn  liôher  als  liinten,  zu- 
sammengedriickt,  Oberlîaclie  punktiert  und  beliaart,  die  Enden 
melir  oder  weniger  gezâlint.  Zweite  Antenne  mit  kurzen  Bors- 
ten,  Tier  inifâliig  frei  zu  scliwimmen,  Maxille  mit  einfaclien 
Dornen  am  ersten  Fortsatz.  Zweites  Tasterglied  nacli  Torn 
breiter,  wenig  langer  als  breit.  Fiirka  sclilank,  Hinterrand  ganz 
glatt.  Dorsalborste  selir  nahe  der  Endklaue.  »  Als  besondere 
Merkmale  gegeniiber  Herpetocypris  werden  angegeben:  der 
Mangel  der  Zâlmelimg  der  Dornen  an  der  zweiten  Maxille  und 
der  glatte  Hinterrand  der  Fiirka.  Letzterer  Unterschied  fallt 
nach  meinen  Untersucliungen  dahin,  mid  die  Forin  und  Eigeii- 
tûmlichkeiten  der  Sdiale  spielen  als  Gattungsmerkmal  eine  ganz 
untergeordnete  Rolle. 

Ich  stelle  die  Gattungsmerkmale  in  folgender  Weise  auf: 

Schwimmborsten  der  zweiten  Antenne  verkiimmert. 

Zweites  Glied  des  Mandibulartasters  mit  einem  Bii- 
schel  von  drei  Borsten. 

Dornen  der  Maxille  ohne  Zahnelung. 

Putzfuss  mit  einer  Hakenklaue. 

Dorsale  Borste  der  Furka  fein. 

11.  Pnonocypris  serrata  Norman. 

Taf.  20,  Fig.  10-12;  Taf.  21,  Fig.  22-26. 

1868.   C/y/jm  55rm<a  Brady  10,  p.  371,  PI.  XXV,  Fig.  15-19,  PI.  XXXVI, 

Fig.  3. 
1886.   Cypvis  Zenkfri  Orley  18,  p.  100. 


I 


CYPRIDEN   UND   DARWINULIDEN.  293 

1889.  Herpetocj/pris  serrata  Brady  and  Norman  23,  p.  87. 
\x'.ii.  »  »        Kaufinann  133,  p.  74. 

1892.  »  Zp«to-i  Daday  44,  p.  299. 

189(3.  Prionoci/pris  scrrala  Brady  and  Norman  79,  p.  72o. 

1897.  Hcrpelocijpris  serrnta  Daday  83,  p.  (5. 

Lange:  1,5  mm. 
Holie  :  0,86  mm. 
Breite  :  0,65  mm. 

Dièse  Verhaltnisse  sind  iiicht  immer  geiiau  gleicli,  da  die 
Scliale  bald  mehr,  bald  weiiiger  gestreckt  ist.  Die  grôsste  Hôlie 
erreicht  die  Schale  liber  den  Augen,  wo  eine  starke  Ausbuch- 
tung  aiiftritt.  Von  da  an  neigt  sich  der  Riickenrand  gleichmâssig 
und  allmâlilig  zum  Hinterrand;  der  Vorderrand  ist  kreisrund, 
doppelt  so  hodi  als  der  Hinterrand.  Characteristiscli  ist  eine  bei 
allen  Individuen  auftretende  Zâhneliing.  Der  untere  Teil  des 
Vorder-  und  Hinterrandes  trâgt  etwa  sieben  kegelformige  Zâhne, 
Ton  denen  die  mittleren  die  grôssten,  und  diejenigen  des  Hinter- 
randes breiter  sind.  Ich  fand  keine  Individuen  olme  dièse  Zâhne, 
wie  Brady  and  Norman  filr  Cypris  Zenkeri  (23,  pag.  87)  an- 
geben. 

Von  oben  erscbeint  die  Schale  elliptisch,  nach  vorn  und  hhiten 
gleichmâssig  zugespitzt. 

In  der  Fàrbung  ist  sie  deutlich  von  verwandten  Arten  zu 
iinterscheiden  ;  ein  intensives  Dunkel-Braungrûn  zeigt  sichunter, 
vor  und  liber  dem  Schhessmuskel,  so  zwar,  dass  in  der  Mitte 
ein  nach  hinteii  schmal  auslaufender  heller  Fleck  von  trub- 
weisser  Farbe  iibrig  bleibt  und  Leberschlauch  und  Ovarium 
durchschimmern  lâsst.  Die  librigen  Teile  der  Schale  sind  gelb- 
licligrlin.  Die  liandUnie  ist  deutlich  sichtbar.  Die  Behaarung 
erstreckt  sich  gleichmâssig  tlber  die  ganze  Schale  ;  in  gleicher 
Weise  sind  die  Poren  zerstreut. 

Schliessmuskeleindrlicke  sind  fiinf,  der  unterste  ist  lânglich, 
die  andern  sind  unregelmâssig. 


294  A.   KAUFMANN. 

Die  erste  Antenne  trâgt  lange  ungetiederte  Scliwimmborsten. 

Die  zweite  Antenne  fulirt  am  ersten  Endopodit-Gliecl  dorsal 
ftinf,  ventral  vier  Haarbûschel,  am  Ende  seclis  kurze  Borsten, 
welche  niclit  die  Lange  des  folgenden  Gliedes  erreiclien.  Das 
zweitletzte  Glied  ist  ziemlicli  lang,  oben  mit  drei  Haarbusclieln 
versehen  ;  am  distalen  Ende  stehen  neben  den  drei  fast  gieicli 
langen  Klauen  noch  drei  feine  lange  Borsten.  Die  untere  Klaue 
des  letzten  Gliedes  ist  scliwach  und  diinn,  die  Spiirborste  des 
dritten  Gliedes  kurz  und  gerade.  Der  Mandibulartaster  trâgt  am 
zweiten  Glied  einen  Borstenbiiscbel  von  drei  gekriimmten  unge- 
fiederten  Borsten  neben  zwei  geraden  getiederten  ;  dorsalwârts 
stehen  zwei  lange  und  eine  kurze  Borste,  die  Endklauen  sind 
schwacb.  An  der  Athemplatte  lassen  sich  aclit  Borsten  unter- 
scheiden,  die  unterste  ungetiederte  ist  nur  ein  Drittel  so  lang  als 

die  nâclist  stehende. 

Die  Fortsatze  der  Maxille  sind  scbmal,  die  beiden  Dornen 
am  ersten  Fortsatz  ungezâhnelt,  daneben  stehen  drei  pinsel- 
fôrmige  und  drei  ungetiederte  Borsten,  in  der  Mitte  der  Vorder- 

seite  noch  eine  getiederte. 

An  der  Vorderkante  desKieferfussesbefinden  sich  vier  pinsel- 
lormige,  einige  gefiederte  und  einige  gezâlmelte  Borsten.  Die 
Athemplatte  trâgt  sechs  lange  Borsten,  der  Taster  drei  ungleich 

lange. 

Der  Stamm  des  ersten  Fusses  hat  zwei  Borsten,  das  zweit- 
letzte Glied  an  seinem  distalen  Ende  eine  kurze  und  eine  lângere. 
Am  zweiten  Fussglied  sind  vorn  vier,  hinten  drei  Haarbiischel, 
am  dritten  und  vierten  je  zwei  auf  der  Hinterseite. 

Die  Endklaue  des  zweiten  Fusses  ist  nur  so  lang,  wie  das  Glied 

breit  ist. 

Die  Furka  ist  lang  und  schmal,  ziemlich  gerade.  Die  grôssere 
Endklaue  erreicht  die  halbe  Lange  der  Furka  und  ist,  wie  die 
kleinere  schmal.  Die  Borste  des  Hinterrandes  steht  weit  nach 
vorn   ist  doppelt  so  lang  als  die  Distanz  von  ihr  zur  Endklaue 


I 


CYl'RIDEN   l'ND    DARWINILIDEN.  295 

und  feiii  gezaliiielt.  Die  Wimper  am  Vorderrand  ist  etwas 
kiirzer. 

Entgegen  der  Aiigabe  von  Bkady  und  Norman,  dass  die 
Furka  kalil  sei,  fand  icli  den  ganzen  Hinterrand  mit  einer  mehr- 
facli  imterbrochenen  Reilie  von  kleinen  Zâhnchen  verselien,  die 
allerdings  feiner  sind  als  bei  Herpetocypiis  reptans. 

Dièse  Art  gehôrt  nicht  zu  den  hâufigsten,  \vo  sie  aber  anftritt, 
zeigt  sie  sicli  meist  in  grosser  Menge  imd  erhâlt  sich  das  ganze 
Jahr  hindiirch.  Sie  bewohnt  langsam  fliessendes  Wasser,  das  mit 
Wasserptianzen  (Potamogeton,  etc.)  reichlicli  besetzt  ist;  das 
stehende  und  tiefe  Wasser  scheint  sie  ganz  zu  meiden, 

Ich  fand  sie  uni  Bern  in  Selbofen,  Belpmoos,  Moosseedorf, 
Schonbûhl,  auch  im  See  eingeschwemmt,  im  Gûrbetal,  Kôniz, 
Ostermundingen,  Mtinsingen,  Miinchenbuchsee,  Allmendingen, 
Diesbacli;  in  Pruntrut;  Roche  bei  Villeneuve;  Colico. 

12.  Prionocypris  tumefacta  Brady  and  Norman. 
Taf.  16,  Fig.  13-lo:  Taf.  21,  Fig.  9-13. 

1870.   Cl/pris  tumefacta  Brady  and  Robertsen  12,  p.  13,  PI.  IV,  Fig.  4-6. 

1889.  Erpetocijpris  tumefacta  Brady  and  Norman  23,  p.  87,  PI.  Vlll. 

Fig.  0-7,  PI.  XIII,  Fig.  18. 

1890.  Hiu'petocijpris  tumefacta  Sars  28,  p.  17,  p.  62. 

Die  von  Brady  und  Robertson  aufgestellte  erste  Artbeschrei- 
bung  beschrânkt  sicli  auf  die  Verhiiltnisse  der  Scliale,  da  die 
Tiere  nicht  bekannt  geworden  waren.  In  dem  spâtern  Werke  (23) 
geben  dann  Brady  und  Norman  eine  Darstellung  und  Beschrei- 
bung  der  zweiten  Antenne. 

Lange:     1,0  1.     0,9  r.  mm. 
Hohe  :      0,56  mm. 
Breite:     0,62  mm. 

Brady  und  Norman  geben  keine  Maasse  ftir  die  Hôhe  und 
Breite  an,  erwahnen  aber,  dass  die  Breite  grosser  sei  als  die 


296  A.    KAUFMANN. 

Holie,  \Yodiircli  sicli  dièse  Form  leiclit  von  der  selir  âhiiliclieii 
Cypris  incongriiens  od.  Cypris  virens  uiitersclieiden  lasst. 

Ton  der  Seite  gesehen  ersclieint  die  Scliale  nierenfurmig,  der 
Euckenrand  fâllt  von  der  liôchsten  Hulie  in  der  Mitte  der  Lange 
beidseitig  steil  ab,  der  Hinterrand  ist  gerundet,  der  Vorderrand 
stârker  ausgezogen,  an  dem  eingebuchteten  Ventralrand  ist 
direkt  miter  dem  Auge  eine  Ausbiichtung,  die  bei  Cypris  in- 
congruens  fehlt.  Auf  der  rechten  Schale  sind  die  ventrale  Ein- 
und  die  dorsale  Ausbuclitung  stiirker  ausgeprâgt. 

Yon  oben  gesehen  erscheint  die  Schale  breit  eifôrmig,  beid- 
seitig zugespitzt,  vorn  in  einen  kurzen  schnabelfôrmigen  Fort- 
satz  endigend  ;  dabei  wird  die  rechte  Schale  vorn  und  hinten  von 
der  linken  iiberragt,  welche  stiirker  gewôlbt  und  daher  auch 
breiter  ist.  Besonders  in  der  Ansicht  von  vorn  zeigt  es  sich,  dass 
die  Breite  des  Tieres  die  Hôhe  iibertrifft,  wodurch  sich  dièse  Art 
auch  deutlich  von  den  ahnlichen  Arten  der  Gattung  Candona 
auszeiclmet.  Die  Randlinie  ist  am Vorderrande  weit  vom  Schalen- 
rand  entfernt  und  steigt  von  der  kleinen  Ausbuclitung  an  schief 
nach  vorn  auf;  am  Hinterrande  ist  sie  uni  die  Halfte  nâher. 

Schliessmuskeleindrûcke  sind  vier  fast  gleich  grosse,  die  mitt- 
leren  zwei  in  der  Lângsrichtung  aneinander  stossend. 

Die  gaiize  Schale  ist  mit  zerstreutenHaaren  besetzt,  zahlreich 
treten  sie  am  untern  Teil  des  Vorderrandes  auf. 

Die  Farbe  ist  ein  trûbes  Weiss.  das  in  der  Mitte  hinter  dem 
Auge  in  einen  gelblichen  Fleck  iibergeht. 

Die  Schwimmborsten  der  ersten  Antenne  sind  langer  als  die 
Antenne,  die  in  den  vordern  Gliedern  brâunlich  erscheint.  Die 
zweite  Antenne  ist  gedrungen,  der  Stanun  iiicht  viel  langer  als 
breit.  Der  Exopodit  besteht  aus  drei  ganz  ungleich  lan^"en 
Borsten. 

Am  dorsalen  Raiide  des  dritten  Gliedes  stehen  Haarbiischel 
.und  vier  Zahnchen,  an  der  ventralen  vordern  Ecke  drei  auf- 
einander  folgende  Haarbiischel.  Yon  den  sechs  verkiiinmerten 


CYPRIDEN    UND   DARWINULIDEN.  297 

Sfliwiniinborsteii  erreicht  die  langste  oberste  etwa  zwei  Drittel 
des  folgendeii  (îliedes.  Dièses  triigt  inderMitteobenzwei,  imten 
vier  ziemlicli  lange  Borsten,  aiii  Ende  drei  fast  gleicli  lange 
Klauen.  Dadurcli  imterscheidet  sicli  dièse  Fonn  von  allen  obigen 
Art  en,  sowie  auch  von  Cypris  incongruens  ;  ausserdem  steht 
noch  eine  gekriimmte  klaiienartige  Borste  an  der  dorsalen  Ecke. 
Die  Endklauen  sind  langer  als  das  zweitletzte  Glied. 

Das  zweite  Glied  des  Mandibulartasters  trâgt  ventral  drei 
nngelîederte  Borsten  :  die  Atlieniplatte  bat  secbs  dicke  gefiederte 
iind  eine  steife  gerade  siebente  Borste,  wodurch  sie  an  Candona 
erinnert. 

Das  zweite  Glied  am  Taster  der  Maxille  ist  langer  als  breit, 
die  Dornen  am  ersten  Fortsatz  s^nd  ungezâlmt. 

Der  Kieferfuss  trâgt  am  Ende  zehn,  an  der  Kante  eine  Gruppe 
von  vier  gefiederten  Borsten.  Die  mittlere  Borste  des  Tasters 
ist  langer  als  dieser,  die  Seitenflâcben  des  Tasters  sind  behaart. 

Das  erste  Beinpaar  ist  stark,  die  kurze  Borste  am  Ende  des 
Stammes  gefiedert,  diejenige  des  Fémur  niclit  so  lang  wie  das 
folgende  Glied,  die  Tibia  lialb  so  breit  als  der  î'emnr.  An  der 
Basis  der  Endklaue  stelit  eine  Reihe  steifer  Borstcben. 

Der  Haken  des  zweiten  Fusspaares  ist  scbmal,  nicht  langer 
als  das  letzte  Glied,  ihm  gegeniiber  stelit  eine  kleine  feine 
Borste. 

Die  Bander  der  schmalen  Furka  verlaufen  ziemlich  parallel. 
Der  dorsale  Rand  ist  ganz  kurz  gezâbnelt,  die  Endklauen  sind 
gleicli  lang  ;  die  hintere  Borste  steht  weit  vorn  und  ist  gekniet, 
die  Wimper  am  distalen  Ende  kurz. 

Dièse  aus  England  und  Norwegen  bekannte  Form  ist  fiir  die 
Scliweiz  neu. 

Fundorte  :  Morges,  Châtelaine  bei  Gent"  in  kleinen  Grâben. 


298  A.    KAUFMANX. 

7.  Gattung  ILYODROMUS  G.  0.  Sars. 

1889.  Erpetocypris  Brady  and  Norman  23. 

1890.  Herpetoci/pris  Sars  28. 

1891.  Ci/pris  Vavra  37. 

189i.  Evjietocjjpris  Croneberg  o9. 
1894.   Ilijodromus  Sars  61. 

Unter  dem  neiien  Gattimgsnamen  besclireibt  G,  0.  Sars  (61) 
fûnf  iieueArten  ans  Neii-Seelaiid  und  giebt  die  Gattungscliarac- 
tere  in  folgeiider  Weise  an  : 

«  Scliale  in  der  Hôlie  ziisainmengedruckt  und,  von  der  Seite 
gesehen,  mit  dem  dorsalen  Rande  gerade  in  der  j\Iitte,  der  ven- 
trale melir  oderweniger  eingebuchtet,  Schalen  gewolinlicliniclit 
sehr  imgleich,  die  linke  unter  allen  Umstânden  breiter;  die 
Innenduplicatur  selir  breit  und  gesimsartig.  Oberflaclie  in  den 
meisten  Spezies  langlicli  gestreift.  Borsten  der  ersten  Antenne 
kiirzer  als  bei  Candonocypris,  diejenigen  der  zweiten  Antenne 
spârlich  entwickelt,  niclit  unter  die  Endklauen  reicbend.  Erste 
^laxille  von  fast  derselben  Gestalt  wie  hei  Candonocypris.  Furka 
sehr  plump  und  mit  drei  starken  Klauen  verselien,  die  von  innen 
nacli  aussen  an  Grosse  zunehmen.  Das  Tier  kann  nicht  scliwim- 
men.  Fortpllanzung  parthenogenetiscli.  » 

Sehen  wir  von  den  unmassgebliclien  Yerhaitnissen  der  Schale 
ab  und  ziehen  wir  auch  die  einheimisclie  Form,  bei  welcher  z.  B. 
keine  Streifung  auftritt,  in  Beriicksiclitigung,  so  sind  die  Merk- 
male  auf  folgende  Punkte  zu  bescliranken  : 

Schwimmborsten  der  zweiten  Antenne  ver- 
k  ti  m  m  e  i"  t. 

Dornen  der  Maxille  gezâhnelt. 

P  u  t  z  f  u  s  s  mit  e  i  n  e  r  H  a  k  e  n  k  1  a  it  e  a  m  E  n  d  e. 

Furka  mit  einer  dritten  kurzen  Klaue  am 
dis  t  al  en  En  de  der  Hinterkante  an  Stelle  der 
Wimper  der  verwandten  Gattungen. 


CYPRIDEN   UNU    UARWIXULIDEN.  299 

13.  llyodronms  oUvaceits  Brady  and  Norman. 
Taf.  20,  Fi^.  7-9;  Taf.  21,  Fi^^.  17-21. 

1889.  Herpetoct/pris  olivacea  Brady  and  Norman  23,  p.  89,  PI.  I,  Fig.  3, 4. 

1890.  »  .)        Sars  28,  p.  «2. 

1891.  »  »        Vavra  37,  p.  88,  Fig.  29. 

1892.  »  »        Kaufmann  133,  p.  75. 

1892.  Erpetoci/pris  olivacea   Croneberg  59,  p.  14,  Fig.  V^a-d. 
1894.  »  »         Daday  60,  p.  314. 

1896.  lUjodromus  oHvaceus  Brady  and  Norman  79,  p.  724. 

1897.  Herpetoci/pris  olivacea  Daday  88,  p    186. 
1897.  Erpetocijpris  olivacea  Daday  83,  p.  6. 

Lange  :  1,07  mm. 
Hôhe  :  0,58  mm. 
Breite  :  0,47.  mm. 

Die  Yon  Brady  mid  Norman  angegebenen  Maasse  iibertreffen 
die  hier  angefûlirten  um  einBetrâchtliches,  docli  stammen  meine 
Objekte  ans  verscMedenen  Gegenden  der  Schweiz  und  wurden  zu 
verscbiedenen  Zeiten  gesammelt,  was  die  Annahme  ausscliliesst, 
dass  iinreife  IndiYiduen  zur  Untersuchiing  gelangt  seien. 

Der  Rlickenrand  ist  ziemlicb  gleiclimâssig  schwacli  gewolbt  ; 
Yorder-  und  Hinterrand  sind  iingefàhr  gleich  gebogen  ;  der 
Ventralraiid  ist  bei  der  recliten  Scliaie  ^veniger  eingebiichtet  als 
bei  der  linken.  Von  oben  gesehen  ist  sie  nach  vorn  und  hinten 
gieichmâssig  Yerengert,  in  der  Mitte  am  breitesten.  Die  Farbe 
ist  in  der  vordern  Hâlfte  ein  triibes  Gelbgriin,  liinten  und  oben 
olivengrini  bis  blaugrlin. 

Die  Schliessmuskeleindriicke  finde  ich  anders,  als  sie  Vavra 
angiebt.  Sie  stehen  mehr  nach  Yorn  und  bestehen  aus  sieben 
grôssern  und  kleinern,  lânglichen  oder  rundlichen  Flecken,  zu 
welchen  sich  schief  nach  unten  zwei  weitere  gesellen. 

Von  der  Mitte  aus  Yerlaufen  nach  riickwârts  zwei  belle  Strei- 
fen,  von  denen  der  eine  vom  Leberschlauch,  der  andere,  hintere, 
autSvârts  gekriimmte  Yom  OYarium  herriihrt. 


300  A.   KAUFMANN. 

Die  ganze  Scliale  ist  eigeiitiimlicli  puiiktieit.  Durcli  die  iiberall 
zerstreut  stelienden  Poren  treteii  ziemlicli  lange  Haare  liervor. 

Die  Schwimmborsten  der  letzten  Glieder  der  ersteu  Antenne 
erreiclien  niclit  die  Lange  der  ganzen  Antenne. 

Die  zweite  Antenne  fiihrt  am  dritten  Glied  seclis  verkiimmerte 
Schwimmborsten,  unter  denselben  eine  quer  verlaiifende  lieihe 
feiner  Haare  iind  eine  lange,  bedornte  Borste  an  der  iintern 
distalen  Ecke.  Das  vierte  Glied  liât  dorsahvarts  zwei  Borsten- 
biischel  iind  zwei  lange  Borsten,  ventralwârts  vier  feine  und  eine 
bedornte  Borste,  sowie  drei  gezâlmelte  Klanen.  Die  Sensitivborste 
des  letzten  Gliedes  erreichtwenig  mehr  als  die  Lange  diesesGliedes. 

Der  Mandibulartaster  trâgt  am  zweiten  Glied  einen  Btischel 
von  vier  Borsten  und  dazu  nocb  zwei  lange  ;  der  Exopodit  bat 
secbs  gefiederte  und  eine  kurze,  steife,  ungeliederte  Borste.  Die 
beiden  Dornen  der  Maxille  sind  ungleicli  gezâbnelt.  Der  eine 
liât  einerseits  drei,  andrerseits  vier,  der  andere  einerseits  drei, 
andrerseits  secbs  Zalme,  von  denen  die  bintern  ganz  dlinii  und 
eng  zusaminengescblossen  sind.  Dièse  Yerlialtnisse  stimnien  mit 
den  Angaben  Yavra's  (37,  p.  89)  nicbt  iiberein.  Der  Kieferfuss 
trâgt  eine  Atbemplatte  mit  fûnf  Borsten,  einen  behaarten  Taster 
mit  drei  Borsten  und  einen  Kauteil  mit  fiinf  feinen  und  zehn 
kammfôrmig  gezâlmelten  Borsten. 

Der  Stamm  des  ersten  Beinpaares  trâgt  seitlicb  ein  Geriist 
von  Chitinleisten,  welche  drei  ovale  Felder  abgrenzen;  das  zweite 
Glied  bat  binten  vier,  vorn  fiinf  lange  Haarbiiscbel.  Die  Distal- 
klaue  ist  scbwach  und  so  lang  wie  die  beiden  letzten  Glieder. 

Das  zweite  Beinpaar  ist  âlmlicb  demjenigen  von  Herpetocy- 
pris  reptans. 

Von  sj^stematiscber  Bedeutung  sind  die  Furkalglieder.  Dièse 
erscheinen  ziemlich  breit,  im  Verbâltnis  zur  Lange.  Die  Borste 
des  dorsalen  Randes  fehlt  ;  dafur  trâgt  das  Ende  ausser  den  zwei 
gewolmlichen  gezâbnten  Klauen  nocb  eine  kurze  und  steife. 
Die  Borste  am  Distalende  ist  lialb  so  lang  als  die  obère  Klaue. 


CYPRIDEN   UND   DARAVINULIDEN.  301 

Mâmiclien  siiid  iiiclit  bekaimt. 

Dièse  nicht  so  haufige  Form  ist  ans  England,  Norwegen,  Russ- 
land,  Bôlimen  imd  Ungarn  bekannt  geworden,  dûrfte  aber  bei  ge- 
naiier  Durchforscliung  aucli  in  aiideni  Gebieten  zu  finden  sein. 

Icli  fand  sie  bald  vereinzelt,  bald  in  sehr  grosser  Menge  in 
seichten  Grâben  mit  langsani  fliessendem  Wasser,  die  mit  Typlia, 
Iris  oder  Carex  bewaclisen  waren,  einmal  auch  in  einem  dicliten 
Polster  von  Chara. 

Fundorte  fiir  die  Scliweiz:  Um/Bern:  Eyholz,  Kônizmoos, 
Aare,  Marziele,  Bolligen,  Gwatt  bei  Thmi.  —  Rouelbeau,  Chou- 
lex,  St.  Julien  (Frankreicli)  bei  Genf.  Mendrisio,  Sargans, 
Koblenz. 

8.  Gattung.  MICROCYPRIS  Kaufmann. 
1900.  Microcjjpris  Kaufmann  141. 

Ich  trenne  dièse  neue  Gattung  von  Cypris,  gestiitzt  auf  das 
Verhalten  der  zweiten  Antenne,  worin  sie  mit  Herpetocypris 
tibereinstimmt,  von  ihr  aber  wieder  diirch  die  Beborstimg  des 
ersten  Fiisspaares  iinterschieden  ist. 

Scliwimmborsten  der  zweiten  Antenne  ver- 
k  û  m  m  e  r  t. 

Dornen  der  Maxille   gezâbnelt. 

Stammglied  des  ersten  Beinpaares  mit  nur 
einer  B  or  s  te. 

Die  tibrigen  Gliedmassen  wie  bei  Cypris. 

14.  Microcypris  reptans  Kaufmann. 

Taf.  16,  Fig.  16-18;  Taf.  21,  Fig.  14-16. 

1900.  Microcypris  reptans  Kaufmann  141,  p.  132. 

Lange  :  1,04  mm. 
Hôhe  :    0,56  mm. 
Breite  :  0,52  mm. 
Die  Schale  zeigt,  von  der  Seite  geselien,  im  Ruckenrand  einen 


302  A.    IvAUFMANN. 

sehr  stumpfen  Winkel,  neigt  sicli  iiach  vorn  etwas  rasclier,  so 
dass  der  Vorderrand  spitziger  ersclieint  als  der  Hinterrand; 
letzterer  ist  gleichmâssig  gewolbt,  der  Ventralrand  schwach  ein- 
gebuchtet.  Die  grôsste  Holie  erreicht  die  Schale  in  der  Mitte. 
Yon  obeii  gesehen  ist  der  Umriss  fast  elliptisch,  iiur  schwach  ei- 
fôrmig,  indem  der  grôsste  Durchmesser  nur  wenig  hinter  der  Mitte 
liegt,  doch  endigt  die  Schale  vorn  spitzig,  wâhrend  sie  hinteii 
stimipf  ist  imd  eine  Einbuchtuiig  biklet.  Die  linke  Schale  iiber- 
ragt  vorn  nur  ganz  wenig  die  rechte,  hinten  sind  sie  gieichlang. 

Die  ganze  Schale  ist  mit  zerstreut  stehenden  Poren  versehen, 
nur  am  Vorderrand  spârlich  behaart  und  von  gelblicher  Fârbung  ; 
Ovarium  und  Leberschlauch  scheinen  durch. 

Die  Borste  des  zweiten  Clliedes  der  ersten  Antenne  ist  so  lang 
wàe  die  beiden  folgenden  Glieder  zusammen.  Die  Endborsten  sind 
lang  und  ungetiedert. 

Die  Schwimmborsten  der  zweiten  Antenne  sind  so  weit  ver- 
kiimmert,  dass  die  lângste  nur  wenig  liber  die  Mitte  des  vierten 
Gliedes  hinausragt.  Die  lângste  Klaue  steht  am  zweitletzten 
Glied,  sie  ist  sechs  mal  so  lang  als  das  letzte  Glied,  die  kurzere 
desselben  Gliedes  nur  vier  mal. 

Am  zweiten  Glied  des  Maudibulartasters  stehen  drei  gefiederte 
Borsten. 

Die  Dornen  an  der  Maxille  sind  gezâlmelt,  der  untere  ist  bei- 
derseits  mit  fûnf  Zâlmen  versehen,  der  obère  hat  unten  ftinf,  auf 
der  Oberseite  etwa  ebenso  viel,  doch  ragt  nur  der  oberste  tiber 
den  Umriss  hervor. 

Die  Athemplatte  des  Kieferfusses  trâgt  sechs  Borsten. 

Am  Stammglied  des  ersten  Fusspaares  steht  an  der  obern 
Kante  nur  eine  Borste,  das  zweite  Glied  ist  so  langwie  das  dritte 
und  vierte  zusammen,  es  trâgt  vorn  funf  Haarbiischel,  hinten 
zwei  kleine  Dornchen.  Am  Fmde  des  vierten  Gliedes  stehen  ven- 
tralwârts  eine  grosse  und  eine  kleine  Borste.  Die  Klaue  ist  niclit 
bis  zur  Spitze  gezâhnelt. 


CYPRIDEN   IJND   DARWINULIDEN.  303 

Der  Haken  des  zweiten  Fusspaares  verhalt  sicli  wie  bei  Cypris 
incongriiens,  indem  er  so  laiig  istwie  derDurchiiiesser  deszweit- 
létzten  Gliedes. 

Die  Furka  ist  sclimal;  die  grossere  Eiidklaue  verliâlt  sicli  zum 
Yorderraiid  der  Furka  wie  2:3,  ebeiiso  ist  die  kleinere  Klaue 
zwei  Drittel  der  grosseren.  Die  distale  Borste  ist  ktirzer  als  die 
des  Hiuterrandes,  dieser  ist  in  seiner  ganzen  Lange  gezâlmelt. 

Die  ganzeErscheinimg  ist  in  den  Gliedmassen  sehr  âhnlichder 
Cypris  incongruens,  fiir  deren  Jugendform  ich  sie  ziierst  liielt, 
docli  ilberzeiigte  ich  mich  an  verscliiedenen  Objekten,  dass  bei 
den  Jugendstadien  von  Cyjjris  incongruens  von  gieicher  oder 
bedeiitend  geringerer  Grosse  die  Schwinmiborsten  schon  vôllig 
entwickelt  sind,  wie  bei  allen  Jugendformen  der  scliwimmenden 
Art  en.  Dièse  Form  vermag  nicht  zu  scliwimnien.  Weitere  Unter- 
scliiede  liegen  in  der  Symmetrie  der  Schale,  dem  Fehlen  des 
Saiimes,  dem  ersten  Fiisspaar  imd  der  Furka. 

Fundort  :  Ein  Strassengraben  im  Cassarate  nôrdlich  von 
Luoano. 


4.  Unterfamilie  CYPRIDOPSINiE. 

Mandibulartaster  auf  der  Innenseite  des  zwei- 
ten Gliedes  mit  einem  Btischel  von  drei  gefieder- 
ten  Borsten. 

Erstes  Beinpaar  mit  einer  Borste  am  Stamm. 

Zwei  tes  Beinpaar  mit  einem  Haken  a  m  letzten 
G 1  i  e  d. 

Furka  verkiimmert,  mit  einer  ganz  kurzen  und 
einer  geisselfôrmisen  Borste. 


^^-/lOOV^llUX    111.  1^ 

^+    OICA    in    Cfvûll^^^    ^JLU51^11Z.U115 


Die  Unterfamilie  umfasst  also  in  strenger  Abgrenzung  nur  die 
Arten  mit  verkiinnnerter  geisselfôrmiger  Furka  und  erstreckt 
sicli  keineswegs  auf  aile  von  Vavra  (90,  p.  12)  zur  Cypridopsis- 


304  A.    KAUFMANN. 

Gruppe  gereclmeten  Gattimgen.  Aus  deii  Darstellimgeii  zu 
schliessen  geliôrt  Potamocypris  Brady  gar  niclit  liieher,  ebenso 
sehe  icli  iiicht  ein,  wariim  die  Formen  mit  gaiiz  normaler  Furka 
imd  seclis  Strahlen  ani  Brancliialanliang  des  Kieferfusses  {Cy- 
pretta  Vavra,  CyprideUa  Vavra  imd  Frionocypris  Brady  and 
Norman)  in  dièse  Gruppe  einbezogen  werden  iind  nicht  viel  melir 
in  die  Cypris-Gnim^e,  deren  Reprâsentanten  sie  in  diesenTeilen 
ganz  gleicli  oder  doch  sehr  nalie  kommen. 

9.  Gattung  CYPRIDOPSIS  Brady. 

1820.  M onoculus  inr'me  112. 

1868.  Ci/pridopsis   Brady  10. 

1889.  »  Brady  and  Norman  23. 

1891.  »  Vavra  37. 

Im  Jahre  1868  trennte  Brady  dièse  Gattung  von  der  Gattung 
Cypris  ab  mit  Riicksiclit  auf  das  Verlialten  der  Furka  und  rech- 
nete  dazu  die  drei  Species  Cyprid.  vidua,  vïllosa  und  aculeata. 
G.  0.  Sars  flihrt  dann  die  von  Brady  aufgestellte  Gattung 
Potamocypris  fiir  die  beiden  letzten  Arten  ein  und  will  die  Gat- 
tung Gypridojjsis  nur  fiir  diejenigen  Formen  aufrecht  erhalten 
wissen,  die  sich  in  ihrein  Verhalten  an  G.  vidua  anschliessen. 
Ebenda  stellt  er  eine  neue  Species  Cypridopsis  ylohulus  auf.  die 
aber,  aus  der  Darstellung  der  Furka  (24,  Taf.  VII,  Fig.  10  und 
11)  zu  schliessen,  so  erheblicli  von  G.  vidua  abweicht,  dass  sie 
eben  nicht  in  die  gleiche  Gattung  gerechnet  werden  kann.  Ein 
weiterer  Irrtum  scheint  mir  in  der  Annahme  zu  bestehen,  dass 
Potamocypris  Brsidy  mit  Cypridopsis  Yerw3H\dt  sei.  Aus  denDar- 
stellungen,  welche  Brady  und  Norman  1889  (23,  PI.  XXII, 
Fig.  13-17)  von  Potamocypris  fulva  geben,  ist  ersichtlich,  dass 
dièse  Forin  nicht  nur  von  Cypridopsis,  sondern  sogar  von  der 
ganzen  FamiHe  der  Cypriden  wesentlich  abweicht. 

Vavra  (37)  belitilt  die  altère  Beneiniung  bei,  macht  aber 
darauf  aufmerksam,  dass  der  Maxillarfuss  an  seinem  P)ranchial- 


CYPRIDEN   UND   DARWINULIDEN.  305 

anliaiig  flinf  oder  zwei  Borsten  trage.  Spâter  (68)  stellt  er  daim 
die  Untergattung  Cypretta  sowie  die  Gattuiigen  CyprideJJa  (75) 
und  CandoneUa  auf,  von  denen  die  beideii  ersten  der  Gattung 
Cypridopsls  ferner  stelien. 

Brady  imd  Norman  (89,  p.  725)  bildeii  daiin  die  neiie  Gat- 
tung Prionocypris  fur  die  Formen  ohne  Branchialanhang  am 
Kieferfuss,  reclinen  aber  dazu  wieder  Cyprid.  vidua,  die  jedoch 
durcb  den  Besitz  eines  Brancliialanbanges  und  einer  geissel- 
fërmigen  Furka  als  eine  abweichende  Form  aufgeftihrt  wird. 
Vayra  stellt  im  feniern  (90,  p.  12)  die  Gattungen  Potamocypris, 
Gypridopsis,  CandoneUa,  Cypretta,  Cypridella  und  Prionocypris 
zur  Cypridopsis-(jY\}i^])Q  zusammen. 

Zur  Verlilitung  von  Verweclislungen  und  Verwirrungen  halte 
icli  es  fur  angezeigt,  die  alte  Gattung  im  ursprunglichen  Sinne 
beizubelialten  und  fur  neueFunde  neueNamen  einzufuhren.  Fiir 
dièse  Gattung  halte  ich  daher  an  folgenden  Merkmalen  fest  : 

Branchialplatte  des  Kieferfusses  mit  flinf  Bor- 
sten. 

Furka  verkûmmert,  mit  geisselfôrmiger  Borste. 

In  dieser  Auffassung  ist  auch  die  Liste  der  bekannten  Formen 
von  Vavra  (90,  p.  12)  zusammengestellt,  wo  sich  auch  Cypri- 
dopsls vidua  wieder  an  ihrem  Platze  findet. 

15.  Cypridopsis  vidua  0.  F.  Millier. 

Taf.  19,  Fig.  1-3;  Taf.  22,  Fig.  4-9. 

1820.  Monocidus  vidua  Jurine  p.  175,  pi.  XIX,  Fig.  5-6. 

1851.  Cijpris  vidua  Fischer  2,  p.  162,  Taf.  XI,  Fig.  1-2. 

1853.  »  »       Liljeborg  3,  p.  111,  Taf.  X,  Fig.  10-12. 

1854.  »  »       Zenker  4,  p.  79. 

1868.       »  »       Brady  10,  p.  375,  PI.  XXIV,  Fig.  27-36,  46. 

1868.       »  »       Claus  11,  Taf.  1,  Fig.  6-8. 

1870.       »  »       Brady  and  Robertson  12,  p.  15. 

1877.       »  »       Chambers  13,  p.  155. 

1879.       ))  »       Herrick  15,  p.  112,  PI.  XVIII,  Fig.  1. 

Rev.  Suisse  de  Zool.  T.  8.  1900.  20 


306  A.   KAUFMANN. 

1889.  Cypridopsis  vidua  Brady  and  Norman  2H,  p.  89. 

1890.  »  »       Sars  28,  p.  17. 

1891.  »  ))       Daday  33,  p.  107. 

1891.  »  »  Vavra  37,  p.  7o,  Fig.  23,  1-4. 

1892.  »  »  Daday  43,  p.  169  u.  f. 
1892.  »  »  Daday  44,  p.  300. 
1892.  »  »  Turner  47,  p.  73. 

1892.  »  ))       Kaufmann  133,  p.  75. 

1893.  »  »       Fric  &  Vavra  54,  p.  56  u.  f. 

1893.  »  »       Hartwig  56,  p.  25. 

1894.  »  »       Zacharias  63,  p.  63. 
1894.           »  »       Turner  65,  p.  19. 

1894.  »  »       Croneberg  59,  p.  9,  Taf.  VII,  Fig.  6. 

1895.  »  »       Turner  70,  p.  312,  PI.  LXXII,  Fig.  1-1^. 

PI.  LXXV,  Fig.  5,  6,  8,  9. 
PI.  LXXVI,  Fig.  4,  7. 

1895.  »  »    "  Hartvvig  71,  p.  526,  528,  79,  p.  299,  321. 

1896.  »  »       Richard  76,  p.  173. 

1896.  »   •  »       Turner  74,  Tab.  V,  Fig.  13. 

1896.  Prionocypris  vidua  Brady  and  Norman  79,  p.  726. 

1896.  Cypridopsis  vidua  Wierzeiski  78,  p.  202. 

1897.  »  »       Daday  83,  p.  6. 
1897.           »               »       Sharpe  85,  p.  469. 

1897.  »  »       Daday  88,  p.  186. 

1898.  »  »       Lienenklaus  98,  p.  112. 

1898.  »  »       Stenroos  99,  p.  224. 

1899.  ï  »       Hartvvig  108,  p.  34,  40. 

Lange  :  0,63  mm. 
Hôlie  :  0,4  mm. 
Breite  :  0,46  mm. 

Die  einzigen  genauen  Angaben  tiber  die  drei  Dimensionen 
der  Schale  finden  wir  bei  Vavra  (37,  p.  75),  dessen  Angaben 
in  den  Yerhâltnissen  mit  meinen  Befunden  tibereinstimmen, 
doch  sind  meine  Formen  durchwegs  kleiner.  Vermutlich  sind 
auch  hier  die  Dimensionen  nicht  konstant,  was  auch  Turner 
(70,  p.  313)  anzunehmen  scheint,  indem  er  die  Lange  auf  0,54- 


CYPRIDEN  UND   DARWINULIDEN.  307 

0,70,  die  Breite  auf  0,34-0,49  angiebt.  Es  ist  aber  nicht  ausge- 
:sclilosseii,  dass  wir  es  mit  bestimmt  begrenzten,  aber  nahe  ver- 
wandten  Formen  zu  tun  liaben  und  die  Art  in  melirere  auflosen 
miissen;  dazu  aber  bediirfen  wir  sehr  genauer  Darstellungen 
der  Schalenverliâltnisse  ;  dièse  sind  aber  voii  Turner  ganz  im- 
genûgeiid  gehalten,  sowie  auch  samtliche  Darstellungen  der 
Gliedmassen  wertlos  sind. 

Von  der  Seite  erscheint  die  Schale  in  der  Mitte  am  liochsten, 
fâllt  aber,  stârker  als  Vavra  angiebt,  riickwârts  und  vorwârts 
fast  geradlinig  ab.  Der  untere  Rand  der  linken  Schale  ist  fast 
gerade,  derjenige  der  recliten  ein  wenig  einwârts  gebogen. 

Von  oben  erscheint  der  Umriss  durchaus  rhombisch,  indem 
•er  sich  von  dem  grossten  Durchmesser  aus,  der  sich  im  hintern 
Drittel  befindet,  nach  vorn  und  nach  liinten  zuspitzt,  was  in  der 
VAVRA'schen  Figur  (37,  Fig.  23,  2)  nicht  der  Fall  ist. 

Der  Zeichnung  der  Schale  ist  bis  jetzt  von  keiner  Seite  be- 
sondere  Aufmerksamkeit  geschenkt  worden,  indem  man  sich 
l)egnugte,  zwei  schwarze  Querbindeu  als  Merkmal  anzunehmen. 
Einegenaue  Berûcksichtigung  wird  die  Kenntnis  der  Art  wesent- 
lich  fordern. 

Auf  dem  weisslichen  oder  gelblichweissen  Grande  findet  sich 
Torn  ein  ungefâhr  dreieckiger  Fleck,  hinter  dem  Auge,  ein  ge- 
nau  quer  verlaufendes  Band,  welches  nach  vorn  zwei  Einbuch- 
tungen  und  unweit  der  Medianebene  eine  kreisrunde  liclite  Stelle 
aufweist.  Lângs  des  dorsalen  Bandes  verlâuft  jederseits  ein 
dunkles  Band,  das  nach  aussen  die  grôssere  Intensitât  zeigt, 
aber  nicht  immer  beidseitig  gleichmâssig  entwickelt  ist.  Die 
zweite  hintère  Querbinde  verlâuft  etwas  nach  vorn  und  liber 
den  Eierstock  gerade  abwârts.  Es  sind  scharf  begrenzte  poly- 
gonale Felder,  welche  die  Fârbung  veranlassen,  in  der  Lage 
und  Intensitât  Verânderungen  unterworfen,  doch  schon  an  ganz 
jungen  Individuen  deutlich  ausgebildet.  An  Stelle  des  vor- 
deren  Bandes  fand  ich  auch  nur  einen  bestimmt  begrenzten 


308  A.    KAUFMANN. 

Fleck.    Die  Bander  verlieren  sich  an  der  Seite  etwas  miter 
der  Mitte. 

Die  ganze  Scliale  ist  mit  Griibchen  besetzt,  die  gegen  deit 
Rand  liin  verscliwinden  ;  sie  ist  gleichmâssig  beliaart,  niir  vorn 
imd  liinten  etwas  stârker. 

Die  fiinfgliedrige  zweite  Antenne  trâgt  am  zweiten  Glied  eine 
Exopodialborste,  welche  mit  der  Spitze  diejenige  der  kleinenKlaufr 
des  Endgliedes  erreiclit.  Die  Spiirboste  ist  kolbig  verdickt,  das 
dritte  Glied  am  Distalende  mit  einem  Biiscliel  Haare  ausgestattet. 
Die  gefiederten  Scliwinnnborsten  iiberragen  das  Ende  der  Klauea 
um  einen  Viertel  ihrer  Lange,  Nach  Vavea  erreichen  sie  nur  die 
Spitze  derKlaiien.  Die  drei  Endklauen  sind  langer  als  das  vierte 
Glied.  Die  oberste  trâgt  eine  Reihe  grober  Zâhne,  wogegen  die 
andern  nur  ganz  undeutlich  gezâlmelt  sind.  Die  zweite  Klaue  des 
kleinen,  das  vierte  kaum  tiberragenden  fiinften  Gliedes  ist  nicht 
niir  «  etwas  klirzer,  »  wieYAVRA  angiebt  (37,  p.  76),  sondern  fast 
um  die  Hâlfte,  und  mit  einem  Kamm  deutliclier  Zâhne  bewaffnet. 

Auf  der  Innenseite  des  zweiten  Gliedes  des  Mandibulartasters 
steht  ein  Btischel  von  drei  gefiederten  Borsten;  dorsalwârts 
stelien  zwei  lange  glatte  und  eine  um  einen  Drittel  kiirzere  ge- 
fiederte  Borste.  Die  Endklauen  sind  diinn  und  fein. 

Das  zweite  Glied  des  Maxillartasters  ist  langer  als  breit.  Der 
Kieferfuss  trâgt  lange  dtmne  Borsten  am  Kauteil;  am  Taster 
sind  drei  in  der  vordern  Hâlfte  gefiederte  Borsten,  von  denen. 
die  hintere  hôchstens  ein  Viertel  so  lang  ist  als  die  lângste. 
Ferner  finde  ich,  im  Gegensatze  zu  den  Angaben  Vavra's,  das^ 
die  ftinf  gefiederten  Borsten  der  Branchialplatte  den  Taster  um 
einen  Drittel  ihrer  Lange  tiberragen. 

Die  Borste  am  distalen  Ende  des  zweiten  Gliedes  des  ersteit 
Fusspaares  ist  so  lang,  wie  die  zwei  folgenden  Glieder  zusam- 
men,  diejenige  des  dritten  Gliedes  doppelt  so  lang  als  das  vierte 
Glied,  diejenigen  des  vierten  Gliedes  ungefâhr  so  lang  wie  das- 
zugehorige  Glied. 


CYPRIDEN   UND   DARWINULIDEN.  309 

Das  zweite  Fusspaar  endigt  mit  einem  gekrliminten  ziemlicli 
grossen  Haken. 

Die  Furka  bat  ein  kegelfôrmiges  Basai glied  mit  einer  kleinen 
Borste  an  der  Seite  iiiid  einer  langen  feinen  Geissel  am  Ende. 
Brady  und  Norman  machen  in  ilirer  neuesten  Arbeit  darauf 
aufmerksam  (79,  p.  726,  PI.  LXIV,  Fig.  19),  dass  die  Furka  mit 
zwei  bmgen  Borsten  endige,  was  aber  nur  in  der  sehr  schwer  zu 
^rhaltenden  Seitenansicbt  zu  beobachtensei.  IdikannaufGrund 
meiner  Beobachtungen  dieser  Annahme  nicht  beipflichten,  ob- 
scbon  mir  dièse  Bildung  schon  lange  vorber  bekannt  war.  That- 
sâcblicb  fand  icli  dièse  Doppelgeissel  nur  in  zwei  Fâllen,  trotz- 
dem  ich  Dutzende  von  Individuen  unter  starker  Pressung  auf 
«diesen  Anhang  untersucbte,  wâbrend  in  den  beiden  positiven 
Fâllen  die  beiden  Borsten  olme  weitere  Bemiilmngen  wabrge- 
iiommen  wurden.  Ich  halte  dièse  zweite  Borste  fiir  eine  anormale 
Bildung,  die  wir  als  eine  Riickbildung  zur  ursprlinglichen  Gestalt 
aufifassen  konnen.  Fiir  dièse  Annahme  spricht  der  Umstand,  dass 
die  Erscheinung  nur  einseitig  auftritt,  wie  auch  aus  der  Zeich- 
nung  Brady' s  zu  schliessen  ist. 

In  der  genannten  Darstellung  ist  ferner  ein  getrenntes  zweites 
Glied  der  Furka  angegeben,  was  sonst  nirgends  vorkommt  und 
"wohl  ein  Irrtum  ist. 

Dièse  auch  in  andern  Erdteilen  weit  verbreitete  Form  kommt 
nirgends  in  grosser  Menge  vor.  Sie  liebt  stehende  Gewâsser  und 
findet  sich  in  klaren  Siimpfen,  im  Schilf bestande  der  Seeufer  und 
vereinzelt  auch  in  der  Tiefe;  ein  Exemplar  fand  ich,  wie  schon 
oben  bemerkt,  im  Bodensee  in  einer  Tiefe  von  ca.  35  m.  etwa 
300  m.  vom  Ufer  entfernt. 

Fundorte  :  Thunersee,  Rotsee,  Bielersee,  Uebeschi-,  Amsol- 
dinger-,  Gerzensee^  Bodensee,  Seedorfsee,  in  Siimpfen  um  Bern? 
St.  Gallen  und  Genf  (Rouelbeau)  etc. 


310  A.   KAUFMANN. 

16.  Cypridojms  helveticaliâ\\{m?Lim. 

Taf.  19,  Fig.  4-3;  Taf.  22,  Fig.  10-U. 
1892.  Cijpridopsis  helvetica  Kaufmann  (133,  p,  76). 

Lange  :  0,62  mm. 
Hôlie  :  0,40  mm. 
Breite  :  0,42  mm. 

AusdiesenAiigabenist  ersichtlicli,  dass  dièse  Formdervorigeit 
sehr  iialie  stelit,  etwas  weniges  in  der  Lange  abweicht,  a1)er  aiif- 
fallend  weniger  breit  ist,  so  dass  sie  in  der  Ansiclit  von  oben 
viel  gestreckter  erscheint.  Ein  anderer  wesentlicher  Unterscliied 
liegt  in  der  Form  ;  dièse  ist  niclit  rhombisch,  wie  bei  der  vorigen 
Art,  sondern  ausgeprâgt  eiformig,  indem  der  Hinterrand  nicht 
spitz  zulâuft,  sondern  gleichmâssig  gerundet  ist. 

Ferner  ist  die  Zeichnimg  der  Schale  von  der  vorigen  ver- 
scliieden.  Der  Fleck  des  Vorderrandes  ist  grôsser,  das  mittlere 
Band  ist  ganz  unvollkommen  ausgebildet.  An  Stelle  desselben 
findet  sich  eine  dunkler  durchsclieinende  Partie  des  Kiirpers 
mit  einigen  unregelmâssigen  Andeutungen  von  Flecken.  Auch 
das  hintere  Band  tritt  weniger  deutlich  auf,  dafiir  ist  dann  ein 
dunkler  Streifen  lângs  des  Hinterrandes  vorhanden. 

Es  erinnert  die  Form  an  die  von  Brady  und  Bobertson 
aufgestellte  Art  Cyprid.  ohesa,  die  auch  der  Bander  entbelirt  ;;. 
doch  betrachten  Brady  und  Norman  dièse  Art  aïs  eine  Varie- 
tât  von  Cyp.  vidua,  was  mir  fiir  den  vorliegenden  Fall  nicht  pas- 
send  erscheint. 

Ein  ferneres  Merkmal  ist  der  gânzliche  Mangel  an  Griibchen^ 
wâhrend  die  Behaarung  ebenfalls  zerstreut  ist. 

In  den  Gliedmassen  stimmen  beide  Formen  sehr  iiberein. 

Die  Schwimmborsten  der zweiten  Antenne  fand  ichnocli  langer 
als  bei  C.  vidua,  die  Spiirborste  ist  weniger  aufgebhasen.  Der 
Haken  des  zweiten  Fusses  geht  3  V2  mal  auf  die  Lange  der  beiden 
letzten  Glieder  zusammen,  bei  Cyprid.  vidua  nur  2  V2  mal. 


CYPRIDEN   UND    DARWINULIDEN.  311 

Die  tibrigen  Gliedmassen  lassen  keine  wesentliche  Unterscliiede 
erkennen. 

Fundorte  :  Kôniz,  Mulilethiiriien,  Thunersee. 

10.  Gattiing.  CYPRIDOPSELLA  Kaufmann. 

Candonella  Yavra. 

1900.  Ci/pridopsella  Kaufmann.  141,  p.  131. 

Die  Abtreimung  àer  Gàttung  CandoiîeUa,  dienicht  auf  Claus, 
der  hierliber  keinerlei  Angaben  macht,  sondern  auf  VAVRAziTriick- 
zufûhren  ist,  stiitzt  sicli  auf  das  Verhalten  des  Maxillarfusses, 
der,  wie  Vavra  ziierst  erkannte,  nur  zwei  Borsten  an  der  Bran- 
chialplatte  besitzt. 

Da  keine  andern  Gattungsimterschiede  zu  finden  sind,  der 

Name  aber  an  Candona  anlehnt,  die  niclit  die  geringste  Beziehinig 

zu  diesen  Formen  bat,  halte  icb  den  von  Claus  erwâbnten,  von 

Vavra  eingefiihrten  Namen  nicbt  ftir  passend. 

.  Branchialplatte  des  Kieferfusses  mit  zwei  Borsten. 

Furka  verkûmmert  mit  geisselfôrmiger  Borste. 

1 7 .  Cl/2)  yidopsella  vïllosa  Jurine . 
Taf.  19,  Fig.  6-9  ;  Taf.  22,  Fig.  12-14. 

1820.  Monoculus  villosus  Jurine  p.  178,  PI.  XIX.  Fig.  14,  15. 
1868.  Cijpridopsis    villosa  Brady  10,  p.   377,  PI.  XXIV,  Fig.    ll-lo, 
PI.  XXXVI,  Fig.  9. 

1889.  Cijpridopsis  villosa  Brady  and  Norman  23,  p.  90. 

1890.  Potamocijpris  villosa  Sars  28,  p.  63. 

1891.  Ci/pridopsis  villosa   Vavra  37,  p.  79,  Fig.  2o,  1-3. 
,1892.  »  »        Kaufmann  133,  p.  75. 

1894.  »  »        Daday  60,  p.  314. 

1896.  »  »         Richard  77,  p.  173. 

1897.  »  »        Daday  83,  p.  6. 

1898.  Candonella  villosa,  Vavra  90,  p.  12. 
1898.  »  »         Schneider  100,  p.  161. 


312  A.   KAUFMANN. 

Lange:  0,68  mm. 
Hohe  :  0,42  mm. 
Breite:  0,31  mm. 

Die  Form  ist  wieder  etwas  kiirzer  als  diejenige  Yavra's. 
Es  ist  auflfâllig,  dass  bei  dieser  Art  bis  jetzt  nirgeiids  die  be- 
deutende  Asymmetrie  der  Sclialen  liervorgehoben  wurde. 

Die  grôsste  Hôhe  ist  wenig  liinter  dem  Auge  ;  von  da  an  ist 
aber  die  rechte  Schale  erbeblich  breiter  als  die  linke.  Letztere 
senkt  sich  von  diesem  Punkte  an  fast  geradlinig,  wâhrend  die 
redite  durch  einen  bogenformigen  Rtickenrand  weit  dariiber 
hinausragt  ;  ebenso  steht  die  rechte  Scbale  am  Ventralrand  um 
die  gleiche  Distanz  liber  die  linke  vor  und  verlâuft  fast  gerad- 
linig, wâhrend  dièse  eingebuchtet  ist.  Dièse  Eigentiimlichkeiten 
sind  auch  bei  Vautra  nicht  erwâhnt. 

Von  oben  gesehen  ist  der  Umriss  ungefâhr  elliptisch,  die 
grôsste  Breite  in  der  Mitte.  Die  Ansicht  von  vorn  zeigt  die 
Ueberwôlbung  der  rechten  Schale  (Taf.  22,  Fig.  8).  Die  Miiskel- 
eindriicke  bilden  vier  grôssere  und  zwei  kleinere  Flecken. 

Die  Schale  ist  ferner  dadurch  characterisiert,  dass  aile  Bor- 
sten,  die  gleichmâssig  verteilt  erscheinen,  tiberall  gerade  nach 
hinten  gerichtet  sind.  Die  Fârbung  ist,  (je  nach  dem  Standort), 
ein  helleres  oder  dunkleres  Grtin,  welches  aber  den  Eierstock 
auch  durchschimmern  lâsst. 

Die  Schwimmborsten  der  zweiten  Antenne  iiberragen  die  End- 
klauen  nur  wenig. 

Das  zweite  Glied  des  Mandibulartasters  trâgt  auch  eine  ge- 
fiederte  Borste  von  fast  derselben  Lange  wie  die  librigen  zwei, 
die  nur  wenig  tiber  das  Endglied  des  Tasters  hintiberragen, 
also  kiirzer  sind  als  bei  der  vorigen  Art. 

Das  zweite  Tasterglied  der  Maxille  ist  so  breit  wie  lang,  an 
der  Basis  schmâler  und  mit  vier  Borsten  versehen. 

Der  Maxillarfuss  bat  zwei  Borsten  an  der  Branchialplatte. 

Am  ersten  Beinpaar  treten  Verschiedenheiten  in  der  Lange 


CYPRIDEN   UND   DARVVINULIDEN.  313 

des  ersteiiGliedesaiif.  Iclifand  solche,  (von  St.  Gallen),  beiwelclien 
das  Glied  langer  nnd  andere,  (von  Mûri),  bei  welclien  es  gleich 
laug  ist,  wie  das  dritte  und  vierte  Glied  zusammen  genommen. 

Der  Vorderrand  dièses  Gliedes  trâgt  flinf  Haarbiischel,  die 
Endborste  ist  nicht  so  lang  wie  die  beiden  folgenden  Glieder 
zusammen,  und  diejenige  des  dritten  Gliedes  ist  etwa  so  lang 
wie  das  vierte  Glied. 

Die  Furka  ist  sclimal  und  verengert  sicli  allmâhlig. 

Dièse  Art  findet  sidi  in  Grâben  mit  wenig  Wasser,  aber 
starkem  Pflanzenwuchs,  in  grosser  Menge,  in  grossern  Gewâs- 
sern  nur  vereinzelt. 

Fundorte  :  Worb,  Mûri,  Miinsingen,  Giimlingen,  Belp,  Gelter- 
:fingen,  Goldau,  Andelfingen^  Mendrisio,  Agno,  Thunersee,  Gen- 
fersee,  Vierwaldstâttersee,  Gerzensee,  Colico,  Bruggen  bei 
St.  Gallen,  Davos,  Bex,  Nidau,  St.  Margrethen. 

18.  CypridopseUa  tumida  Kaufmann 

Taf.  19,  Fig.  10-13  ;  Taf.  22,  Fig.  15-19. 

1900.  CypridopseUa  tumida  Kaufmann  141,  p.  131. 

Lange  :  0,7    mm. 

Hohe  :    0,5    mm. 

Breite  :  0, 5 1  mm. 
Die  Schale  erreicht  die  hochste  Hôhe  etwas  hinter  der  Mitte, 
fâllt  nacli  vorn  und  liinten  gleichmâssig  ab  ;  der  Hinterrand 
verlâuft  dann  wieder  schief  nach  unten.  Nur  ein  kleines  Stûck 
des  Ventralrandes  erscheint  gerade,  aber  auch  hier  biegt  sich 
der  eigentliche  Rand  einwârts  und  steigt  dann  wieder  gegen 
den  Vorderrand  auf.  Die  Ansicht  von  oben  giebt  einen  eifôr- 
migen  Umriss  mit  stumpfer  vorderer  Spitze.  Die  ganze  Schale 
ist  mit  auflfâllig  grossen  Griibchen  versehen,  vorn  und  hinten 
stark,  in  der  Mitte  schwach  behaart,  durchwegs  gleichmâssig 
grûn  mit  Ausnahme  eines  gelblichen  Streifens,  unter  dem  der 
Eierstock  durchscheint. 


314  A.   KAUFMANN. 

Die  linke  Schale  ist  etwas  stârker  gewôlbt,  als  die  redite  ; 
die  Breite  îibertrifft  die  Hôlie  bedeutend.  Die  Schwimmborsten 
der  ersten  Antenne  sind  so  lang  wie  dièse,  diejenige  der  zweiten 
Antenne  tiberragen  die  Spitzen  der  Endklauen,  wie  bei  Cyprid. 
vidua  ;  vorn  am  dritten  Glied  stehen  mehrere  Haarbûschel.  Der 
Taster  der  Maxille  ist  sehr  diinn,  das  zweite  Glied  langer  als. 
breit. 

Der  Maxillarfuss  trâgt  zwei  Borsten  an  der  Athemplatte. 

Der  erste  Fuss  ist  gedrungen,  das  zweite  Glied  wenig  langer 
als  breit,  die  folgenden  sind  bedeutend  sclimâler,  die  Endklauen 
langer  als  die  drei  letzten  Glieder  zusammen.  Die  Borsten 
stimmen  in  der  Lange  mit  denjenigen  von  Cyprid.  vidua  tiberein; 
ebenso  das  zweite  Fusspaar. 

Die  Furka  hat  ein  ziemlich  krâftiges  Basalstiick,  das  auch 
allmâhlig  in  eine  Spitze  zulâuft  und  eine  etwa  doppelt  so  lange 
Geissel  trâgt. 

Ich  fand  dièse  Art  bis  jetzt  erst  an  einer  Stelle  in  stehendem 
Wasser  mit  viel  faulenden  Pflanzenstoffen  (Utricidaria)  in  Sel- 
hofen  bei  Bem. 

19.  Cypï'idojysella  elongata  Kaufmann, 

Taf.  19,  Fig.  14,  15  ;  Taf.  22,  Fig.  20-23. 

1900.  Cypridop sella  elongata  Kaufmann  141,  p.  131. 

Lange:  0,62  mm. 
Hôhe  :  0,33  mm. 
Breite:  0,39  mm. 

Dièse  Art  hat  in  der  Gestaltimg  einige  Aehnlichkeit  mit 
Cypridopsis  picta  Strauss,  doch  sind  Breite  und  Hôhe  bei  der 
vorliegenden  Form  verschieden  und  die  Breite  ist  grôsser  als 
die  halbe  Lange. 

Die  grosste  Hôhe  erreicht  die  Schale  hinter  der  Mitte  ;  der 
vordere  Teil  des  Riickenrandes  ist  weniger  gewôlbt  als  der 
hintere,  und  der  Vorderrand  ist  stârker  gebogen  als  der  Hinter- 


CYPRIDEN   UND   DARWINULIDEN.  315 

ranci.  Der  Bauchrand,  der  iibrigens  zienilicli  gerade  verlâuft, 
zeigt  im  vordern  Drittel  eine  kleine  Ausbuchtung,  die  an  beiden 
Schalen  deutlicli  hervortritt.  In  der  Ansicht  von  oben  erscheint 
der  Umriss  eiformig,  gegen  die  Mittellinie  liinten  sogar  etwas 
eingebuchtet. 

Die  Farbe  der  Schale  ist  ein  gleichmassiges  Grtin,  das  auch 
wieder  den  gelblichen  Eierstock  durcbscbimmern  lâsst.  Von 
Bândern,  wie  sie  fur  Cyprid.  pida  auch  nacli  den  neuesten  Be- 
funden  von  Stenroos  (99,  p.  224)  cliaracteristisch  sind,  fand 
ich  keine  Spur. 

Zerstreut  stehende  Haare  finden  sich  auf  der  ganzen  Schale, 
Griibchen  fehlen. 

Die  am  Grunde  aufgetriebene  Borste  am  ventralen  E,and  des 
dritten  Gliedes  der  zweiten  Antenne  erreicht  die  Spitze  der 
kleinen  Endklaue.  Die  gefiederten  Schwimmborsten  ragen  etwa 
um  einen  Fiinftel  ihrer  Lange  iiber  die  Endklaue  hinaus. 

Die  Athemplatte  des  Mandibulartasters  zeigt  fûnf  gefiederte 
und  eine  kurze  steife  Borste. 

Das  zweite  Glied  des  Maxillartasters  ist  langer  als  breit. 

Der  Maxillarfuss  hat  eine  Athemplatte  mit  zwei  Borsten  ; 
die  drei  Borsten  des  Tasters  sind  kaum  langer  als  dieser. 

Das  erste  Endopoditglied  des  ersten  Fusspaares  ist  fast  qua- 
dratisch;  die  Borsten  verhalten  sich  wie  bei  Cyprid.  tumida;  die 
Endklaue  ist  breit. 

Die  Furka  ist  wie  bei  den  tibrigen  Formen. 

Fundorte:  In  seichten  Grâben  bei  Mûhledorf  im  Giirbetaly 
Au,  Berneck  im  Rheintal. 

11.  Gattung.  PARACYPRIDOPSIS  Kaufmann. 

1889.  Cypridopsis  Brady  and  Norman  23. 
1900.  Paracypridopsis  Kaufmann  141. 

Schwimmborsten  der  zweiten  Antenne  verktim- 
mert  wie  bei  Herpetocypris. 


■316  A.    KAUFMANN. 

,    Atliemplatte  des  Kieferfusses  mit  2  Borsten. 
Furka  geisselfôrmig. 


20.  Poracypridopsis  variegata  Brady  and  Norman. 

Taf.  19,  Fig.  16,  17  ;  Taf.  22,  Fig.  24,  2o. 

1889.  Cypridopsis  variegata  Brady  and  Norman  23,  p.  91  ;  PI.  YIII, 

Fig.  20,  21. 

Lange  :  0,55  mm. 
Hôhe:  0,30  mm. 
Breite:  0,27  mm. 

Icli  stehe  niclit  an,  dièse  wenig  bekannte  Form  mit  derjenigen 
von  Brady  und  Norman  zu  identifizieren,  obsclion  in  der  be- 
treffenden  Arbeit  nur  die  Schalenverhâltnisse  erwâhnt  mid  dar- 
gestellt  werden. 

Die  Scliale  ist  lang  gestreckt,  langer  als  sie  Brady  und  Nor- 
man darstellen,  im  vordern  Drittel  am  hôchsten;  von  da  an 
fâllt  sie  fast  geradlinig  schief  nach  hinten  ab  bis  zur  Augenhohe. 
Der  Hinterrand  ist  nach  unten  ausgebuchtet,  der  Yorderrand 
mehr  gleichmâssig  gerundet.  Der  Yentralrand  zeigt  eine  Ein- 
buchtmig  in  der  linken,  einen  geradlinigen  Verlauf  in  der  rech- 
ten  Schale.  Von  oben  erscheint  der  Umriss  elliptisch  mit 
schwacher  Neigung  zur  Eiform,  weniger  breit  und  stumpfer  als 
die  englische  Form. 

Durch  dieZeichnung  lâsst  sie  sicli  leicht  erkennen;  sie  besteht 
jederseits  in  zwei  deutlich  begrenzten  Bandern,  die  aus  fast 
schwarzen  Flecken  bestehen.  Das  eine  Band  beginnt  an  der 
hôchsten  Stelle  der  Schale,  verschmâlert  sich  rasch  und  endigt 
in  einem  rundcn  breiten  Fleck  unterhalb  des  Auges  ;  das  hintere 
Band  besteht  aus  einem  breiten  dreieckigen  Fleck,  der  nach 
unten  in  eine  Spitze  auslâuft. 

Die  ganze  Schale  ist  von  gelblichweisser  Fârbung,  mit  Grlib- 
chen  und  zerstreut  stehenden  Haaren  versehen  ;  erstere  fehlen 


CYPRIDEN   UND    DARWINULIDEN.  317 

bei  der  BRADY'schen  Darstellung  gânzlicli.  Die  rechte  Scliale  ist 
viel  kûrzer  als  die  linke  imd  im  hintern  Teil  mehr  gerundet. 

DieBorsten  der  ersten  Antenne  erreichen  die  Lange  der  ersten 
sechs  Glieder,  kônnen  also  nicht  zum  Schwimmen  dienen. 

Die  fiinfBorsten  des  dritten  Gliedes  der  zweiten  Antenne  sind 
kurz  und  erreichen  in  der  lângsten  nur  das  Ende  des  folgenden 
Gliedes.  Die  scliwachen  Klauen  sind  ziemlicli  stark  gezâhnelt, 

Das  zweite  Glied  des  Mandibulartasters  hat  dorsalwârts  drei 
gleicli  lange  Borsten,  von  denen  eine  steif  gefiedert  ist. 

Das  zweite  Glied  des  Maxillartasters  ist  so  breitwie  lang.  Der 
Kieferfuss  liât  am  Kauteil  aufiallend  lange  Borsten  ;  diejenigen 
des  Tasters  sind  ungieicli,  die  mittlere  langer  als  der  Taster.  Die 
Athemplatte  trâgt  zwei  Borsten. 

Das  erste  Fusspaar  ist  stark,  die  Borsten  auf  der  Vorderseite 
sind  langer  als  das  daraiif  folgende  Glied.  Die  Endklaiie  ist  sa 
lang  wie  das  dritte,  vierte  nnd  fiinfte  Glied  zusammen. 

Die  Endklaue  des  zweiten  Fusses  ist  ziemlich  lang,  die  Borste 
von  der  Lange  des  zweitletzten  Gliedes. 

Die  Furka  verengert  sich  allmâhlig. 

Fundorte  :  Vierwaldstâttersee  bei  Luzern,  Tlumersee,  in  ge- 
ringen  Tiefen. 

2L  Paracypridopsis  Zschokkei  Ksiuîm?iim. 
Taf.  19,  Fïg.  18-20;  Taf.  22,  Fig.  26-30. 
1900.  Paraci/pridopsis  Zschokkei  Kauïmaun  141,  p.  131. 

Lange:     0,77  mm. 
Hôhe:       8,36  1.     0,4  r. 
Breite:     0,27  mm. 

In  der  Gestalt  nâhert  sich  dièse  Form  der  vorigen.  Die  grôsste 
Breite  erreicht  sie  ebenfalls  im  vordern  Drittel,  etwas  hinter  dem 
Auge.  Von  da  an  fâllt  sie  in  der  linken  Schale  ziemlich  gerad- 
linig  nach  hinten  und  nach  vorn  ab.  Der  Hinterrand  ist  sehr 


318  A.   KAUFMANN. 

stark  ausgezogen,  cler  Vorderrand  breiter.  Der  Ventralrand 
zeigt  beiderseits  eine  starkeEinbuchtung  und  biklet  eine  Strecke 
weit  iiicht  melir  den  Umriss  der  Seiteiiansicht. 

Die  beiden  Schalenhâlften  zeigen  eine  betrâclitliclie  Asym- 
metrie,  da  die  rechte  kiirzer,  im  AUgemeinen  aber  etwas  breiter  ist, 
dorsalwârts  die  linke  iiberragt,  âhnlich  wie  bei  der  vorigen  Art. 

Von  oben  gesehen  erscheint  die  Schale  stark  seitlich  com- 
primiert,  schwach  eifôrmig. 

Schliessmuskeleindriicke  sind  vier  grosse  und  zwei  kleine; 
davor  finden  sicli  ebenfalls  nocli  zwei  weitere. 

Auf  der  ganzen  Schale  stehen,  gleiclimâssig  zerstreut,  feine 
nacli  hinten  gerichtete  Haare. 

Die  Farbe  ist  ein  gleichmâssiges  belles  Gritn,  das  den  Eier- 
stock  imdeutlich  durchscbimmern  lâsst. 

Die  erste  Antenne  zeiclmet  sicb  durch  die  kurzenGlieder  aus, 
von  denen  das  zweite,  vierte  und  fiinfte  breiter  sind  als  lang, 
ebenso  durch  die  kurzen  Schwimmborsten,  von  denen  die  lângste 
nicht  die  Lange  der  ganzen  Antenne  erreicht.  Die  Borste  des 
zweiten  Gliedes  tlberragt  das  dritte  Glied. 

An  der  zweiten  Antenne  findet  sich  eine  lange  etwas  S-fôrmig 
gebogene  Spiirborste,  dorsalwârts  stehen  Haarbûschel,  am 
distalen  Ende  die  verktimmerten  Schwimmborsten,  die  nicht  bis 
zur  Mitte  des  folgenden  Gliedes  gehen.  Von  den  fûnf  Endklauen 
tragen  die  obersten  zwei,  am  zweitletzten  Gliede,  breite,  die  an- 
dern  ganz  feine  Zâhne. 

Die  drei  Borsten  an  der  dorsalen  vorderen  Ecke  am  zweiten 
Olied  des Mandibulartasters  sind  ungleich  lang;  die  kiirzeste  ist 
gefiedert. 

Das  zweite  Tasterglied  der  Maxille  ist  so  breit  wie  lang.  Die 
Athemplatte  des  Maxillarfusses  trâgt  zwei  Borsten.  Der  erste 
Fuss  bat  ein  ziemlich  langes  erstes  Endopoditglied,  das  mit  sieben 
Haarbiischeln  besetzt  erscheint.  Das  dritte  und  vierte  Glied  sind 
zusannnen  nicht  viel  langer  als  der  Fémur.  Die  Borsten  sind  sa 


CYPRIDEN   UND   DARWINULIDEN.  319 

lang  wie  die  darauf  folgenden  Glieder,  diejenigen  des  vierten  und 
fiinften  Gliedes  unter  sich  ungefâhr  gleich  lang. 

Das  dritteGlied  des  zweiten  Fusspaares  erreichtfast  die  Lange 
des  zweiten  Gliedes. 

Die  Furka  verengert  sich  allmahlig  in  die  geisselfôrmige 
Borste,  wodurch  sie  sich  deutlich  von Cypridopsis NewtoniBrâdj 
and  Robertson  unterscheidet.  (Vavra  37,  Fig.  24,  5.) 

Brady  und  Norman  geben  (23,  p.  91)  eine  Beschreibimg  von 
€ypridopsis  (?)  Neivtoni  mit  der  Bemerkung,  dass  die  zweiten 
Antennen  «  seem  to  be  destitute  of  the  setose  brush,  which  in  that 
genus  is  usually  very  long.  »  Die  Beschreibung  Vavra's  (39, 
p.  78)  stimmt  damit  nicht  tlberein.  Vielleicht  hat  hier  ein  Ver- 
treter  dieser  neuen  Gattung  vorgelegen. 

Ich  fand  dièse  Art  in  Bâchen  mit  langsam  fliessendem  Wasser 
in  Selhofen  bei  Bern,  Lengnau,  Blumenstein,  Gwatt  bei  Thun, 
Andelfingen,  bei  AltstâttenimdBuchs  im  Rheinthal  (F.Zschokke 
in  einem  Gebirgsbach  bei  Partnun  im  Rhâtikon,  in  einer  Hôhe 
von  liber  1800  m.) 

5.  Unterfamilie  CYCLOCYPRîDINiE. 

Schwimmborsten  der  zweiten  Antenne  wenig- 
stens  doppelt  so  lang  als  die  Distanz  von  ihrer 
Basis  zur  Spitze  der  Endklauen. 

Letztes  Glied  des  zweiten  Beinpaares  mit  einer 
Putzborste,  welche  so  lang  ist,  wie  die  drei  letz- 
ten  Glieder  zusammen. 

Furka  mit  zw^ei  Endklauen. 

12.  Gattung.  CYCLOCYPRIS  Brady  and  Norman. 

Cypris  autorum. 

1820.  Momculus  }\xv\nç>  112. 
1854.  Cijpria  Zenker  (4). 


320  A.   KAUFMANN. 

1889.  Cjjclocypris  Brady  and  Norman  (23). 
1891.   Cjjcioci/pris  Vavra  (37). 

Von  der  nahe  verwanclten  Gattuiig  Ci/pria  trennen  Brady 
und  Norman  (23,  p.  70)  dièse  Gattinig  mit  der  Spezies  C.  globosa 
ab,  gesttitzt  auf  das  Verhalten  des  Mandibulartasters  und  des 
Copulationsorganes. 

Vavra  stellt  dann  (37,  p.  67)  die  Gattungsmerkmale  in  etwas 
verânderter  und  erweiterter  Weise  fest,  wodurcli  die  beiden 
Arten  C.  serena  und  C.  Icevis  auch  dieser  Gattung  einverleibt 
werden  miissen. 

Nach  Vavra  sind  die  Merkmale  kurz  folgende  : 

Zweite  Antenne  beim  Weibchen  ftinf-  beim  Mânn- 
chen  sechsgliedrig.  Die  Sptirorgane  am  Ende  des 
vierten  Gliedes  fehlen. 

Mandibulartaster  ohne  besondere  Verlâugerung. 

Kieferfuss  wie  bei  C  y  pria. 

Letztes  Glied  des  zweiten  Fusspaares  stark  ver- 
lângert,  drei  mal  so  lang  als  breit. 

Ej  aculationsapparat  an  der  mittleren  Rôhre 
ohne  Verlângerung.  Lage  der  rosettenfôrmigen 
Mtindung  etwas  excentrisch.  Copulationsorgan 
viereckig. 

Zu  diesen  Merkmalen  fûge  ich  noch  bei  : 

Zweitletztes  Glied  des  zweiten  Beinpaares  am 
distalen  Ende  mit  einer  Borste  (die  bei  Cypria 
fehlt).  Die  beiden  kleineren  Borsten  am  Ende  des 
letzten  Gliedes  sind  ungleich,  die  eine  S-fôrmig 
g  e  k  r  ii  m  m  t. 

23.  Cydocypris  lœvis  0.  F.  Miiller. 

Taf.  19,  Fig.  23-25;  Taf.  23,  Fig.  9-12;  Taf.  29,  Fig.  17. 

1820.  Monoculus  ovum  .lurine  112,  p.  179,  PL  XIX,  Fig.  18-19.  (?) 
1831.   Cl/pris  pantherina  Fischer  2,  p.  163,  PI.  XI,  Fig.  6-8. 


CYPRIDEN   UND   DARWINULIDEN.  321 

1833.  Cypris  ovum  Liljeborg  3,  p.  113,  PI.  X,  Fig.  13-16. 

1868.        »         »      Brady  10,  p.  373,  PI.  XXIV,  Fig.  31-34,  43-4o  ; 

PI.  XXXVI,  Fig.  8. 
1868.        »         ..      Claus  11,  ïaf.  I,  Fig.  1-3. 
1885.        »      minuta  Forel  120,  p.  116. 
188o.        »  »       Du  Plessis  121,  p.  45. 

1889.  Cl/pria  lœvis  Brady  and  Norman  23,  p.  69. 

1891.  Cyclocupris  lœvis  Vavra  37,  p.  68,  Fig.  21,  1-6. 

1892.  »  »      Kaufmann  133,  p.  71. 
1892.           »  »      Daday  43,  p.  171. 
1892.            »              ))      Daday  44,  p.  290. 

1892.  Cyprin  ovum  Claus  46,  Taf.  VI,  Fig.  9,  Taf.  XII,  Fig.  5. 

1893.  Cyclocypris  lœvis  Vavra  55,  p.  3. 
1893.  »  »      Steck  135,  p.  51. 

1893.  »  »      Fric  und  Vavra  34,  p.  56,  Fig.  42,  p.  109. 

1893.  Cypria  »      Hartwig  56,  p.  23. 

1894.  Cyclocypris  lœvis  Turner  65,  p.  14,  PI.  VII,  Fig.  9-11. 

1895.  »  »      Hartwig  71,  p.  545. 
1893.           »              ))      Zschokke  137,  p.  71. 

1895.  »  »      Turner  70,  p.  310. 

1896.  »  »      Hartwig  80,  p.  321. 

1896.  »  »      Turner  74,  PI.  V,  Fig.  18,  22. 

1897.  »  »      Fric  et  Vavra  86,  p.  67. 
1897.  Cyclocypris     »      Daday  83,  p.  6. 

1897.  »  »      Daday  88,  p.  186. 

1898.  Cypria  »      Lienenklaus  98,  p.  108. 
1898.  Cyclocypris     »      Stenroos  99,  p.  225. 

1898.  »  »      Schneider  100,  p.  161. 

1899.  »  »      Hartwig  108,  p.  33. 

Bei  âlteren  Autoren  lasst  sich  die  Form  nicht  mit  Siclierheit 
erkemien,  und  da  und  dort  mag  eine  Verweclislung  mit  Cyclo- 
cypris serena  unterlaufen  sein. 

Lange:  0,51  mm. 
Hôhe:  0,32  mm. 
Breite:  0,27  mm. 

Dièse  Maasse  stimmen  ziemlicli  genau  mit  denjenigen  iiber- 

Rev.  Suisse  de  Zool.  T.  8.  1900.  21 


kl 


322  A.    KAUFMANN. 

eiii,  welche  Vavra  giebt,  weiclien  aber  von  denjenigen  Brady's 
etwas  ab. 

In  der  Seitenansicht  ist  die  Schale  nierenformig  mit  ganz 
scliwacli  eingebucliteter  Ventralseite,  der  Vorderteil  ist  etwas 
sclimâler  als  der  liintere,  die  grôsste  Breite  ist  in  der  Mitte  hinter 
dem  Auge.  Die  Randlinie  entfernt  sich  vorn  weiter  vom  Rand 
als  hinten.  Ein  deiitlicher  hyaliner  Saum  vorn  an  der  rechten 
Schalenliiilfte  erinnert  an  die  gleiclie  Ersclieinung  bei  Cypria. 
Die  redite  Schale  ist  ventralwârts  aiicli  ein  wenig  nacli  aussen 
gebogen. 

Von  oben  ersdieint  die  Schale  deutlich  eifôrmig,  nach  vorn 
etwas  zugespitzt. 

Die  Schliessmuskeleindilicke  sind  ziemlich  gross  ;  vier  liegen 
in  einem  Bogen,  der  vierte  ist  ganz  klein.  Die  Behaarung  be- 
schriinkt  sich  auf  Yorder-  und  Hinterrand.  Die  Fârbung  ist 
hellbraim,  quer  iiber  den  Leib  ist  haiifig  ein  dunkler  Streifen 
benierkbar,  fernertritt  eine  Verdimkelung  der  vordersten  Partie 
ein,  so  dass  die  Form  mit  Cypriclopsis  vidua  einige  Aehnlichkeit 
hat. 

Yon  den  Gliedern  der  ersten  Antenne  sind  das  erste,  dritte 
und  letzte  langer  als  breit,  die  iibrigen  sind  breiter  als  lang. 
Die  langen  Schwimmborsten  sind  gefiedert.  Die  zweite  Antenne 
des  Mânnchens  ist  sechsgiiedrig,  die  des  Weibchens  fûnfgliedrig, 
doch  fehlen  ersteren  die  Spiirorgane,  worauf  Yavra  (37,  p.  67) 
zuerst  aufmerksam  machte.  Die  Spûrborste  am  dritten  Glied 
ist  im  vordern  Teil  gebogen  und  liberragt  mit  der  Spitze  die 
distale  Ecke  des  Gliedes.  Die  gefiederten  Schwimmborsten  er- 
reichen  die  doppelte  Lange  der  Distanz  zwischen  ihrer  Basis 
und  der  Spitze  der  Endklauen.  Die  Angaben  Yavra's  iiber  die 
Ungieichheit  der  Klauen  bei  beiden  Geschlechtern  kann  ich  be- 
stiitigen.  lîeim  Weibchen  sind  aile  ftinf  Endklauen  mehr  als 
doppelt  so  lang  als  das  zweitletzte  Glied,  wâhrend  beim  Mann- 
chen  die  beiden  aussersten  Klauen  kaum  halb  so  lang  sind  als 


CYPRIDEN   UND   DARWINULIDEN.  323 

die  iiiiiersteii  uiid  der  Zalineluiig  eiitbeliren.  Ferner  findet  sicli 
an  der  Ventralseite  des  letzten  Gliedes  eine  deutliche  Sensitiv- 
borste  ;  eine  zweite  derartige  ganz  schmale  steht  an  der  Basis 
des  zweitletzten  Gliedes  bei  beiden  (leschlechtern  ;  die  ganze 
voidere  Hâlfte  der  Antenne  zeigt  eine  braune  Fârbung. 

Die.  Borsten  des  Mandibiilartasters  verhalten  sich  wie  bei 
(/jipyia,  doch  sind  sie  weijiger  lang  und  weniger  steif  bedornt. 
Der  r>orstenbûscliel  an  der  Innenseite  des  zweiten  Gliedes  be- 
steht  ans  zwei  bedornten  Borsten,  wozu  nocli  eine  bedornte 
gerade  luid  eine  unbedornte  lange  konimen.  Das  imverlângerte 
Endglied  trâgt  diinne  scliwach  gefiederte  Klaiien.  Der  Exopodit 
liât  sieben  Borsten. 

Der  Taster  der  Maxille  ist  erheblich  grôsser  als  die  Fortsâtze, 
aber  nicht  in  dem  Maasse  wie  bei  Cypria. 

Der  Taster  am  Kieferfuss  des  Weibchens  trâgt  drei  End- 
T^orsten,  von  denen  die  mittlere  langer  ist  als  der  Taster.  Der 
rechtsseitige  Taster  des  Mânncliens  trâgt  einen  breiten  halb- 
kreisformigen  Haken  mit  einer  hyalinen  Spitze.  An  dem  etwas 
nacli  Yorngewôlbten  Basalteil  steht  zu  âusserst  eine  kurze  Borste. 
Der  linksseitige  verbreitert  sich  ans  schmaler  Basis  bis  zur  Mitte, 
um  nach  vorn  sich  wieder  zu  verengern,  der  Haken  ist  sichel- 
f(")rmig,  der  vordere  Teil  steht  senkrecht  zur  I^ângsaxe  des  Glie- 
des. Eine  auffâlhg  lange  Borste  befindet  sich  dorsalwârts  an 
der  Basis  des  Kauteiles  in  der  Nâhe  der  beiden  kleinen  Borst- 
chen.    Die  Athemplatte  trâgt  sechs  lange  Borsten. 

Das  erste  Glied  des  ersten  Beinpaares  trâgt  nur  eine  Borste, 
zum  Unterschied  von  Cypria,  ist  aber  vorn  mit  einem  Blischel 
Haare  versehen.  Haarbûschel  stehen  auch  auf  der  Vorderseite 
des  zweiten  Gliedes,  dessen  Endborste  so  lang  ist  wie  die  bei- 
den folgenden  Glieder  zusammen.  Das  dritte  Glied  ist  stark  ge- 
kriimmt,  so  lang  wie  das  vierte  und  wie  dièses  vorn  und  hinten 
mit  feinen  Hârchen  versehen.  Am  Ende  des  vierten  Gliedes 
stehen  zw^ei  Borsten. 


324  A.   KAUFMANN. 

Aiif  der  Vorderseite  des  zweiten  Gliedes  am  zweitenBeinpaar 
befinden  sicli  ftiiif  Haarbûscliel.  Das  zweite  Glied  trâgt,  wieder 
zum  Unterscliied  von  Cypria,  in  der  Mitte  imd  am  distalen  Ende 
eine  Borste,  auf  der  Hinterseite  drei  kleine  Dornclien. 

Durch  die  starke  Verlângerung  des  Endgliedes  untersclieidet 
sicli  die  Gattimg  von  Cypria.  Dièses  ist  halb  so  lang  als  das 
zweitletzte  Glied,  vorn  etwas  verbreitert  und  mit  drei  Borsten 
versehen,  von  denen  die  lângste,  die  Putzborste,  langer  ist  als 
die  drei  letzten  Glieder  zusammen  imd  in  den  vordern  zwei 
Dritteln  gezabnelt  erscheint.  Die  zweite  Borste  ist  gerade,  sie 
reicht  bis  zum  letzten  Viertel  des  zweitletzten  Gliedes  ;  die  dritte 
ist  S-fOrmig  gekrûmmt,  lialb  so  lang  als  das  letzte  Glied. 

Die  ziemlich  gerade  Furka,  deren  Endklaiien  etwa  272  mal 
so  lang  sind  als  die  hintere  Kante,  trâgt  eine  kurze  Borste  am 
Hinterrand,  die  halb  so  lang  ist  als  die  Distanz  zwischen  ihr  und 
der  Basis  der  hintern  Klaue.  Die  Zâbnelung  erstreckt  sich  liber 
die  vordern  zwei  Drittel.  Gegen  das  hintere  Ende  der  hintern 
Kante  ist  eine  deutliche  chitinige  Ausbuclitung,  die  manchmal 
noch  besondere,  starke,  kurze  Fortsâtze  trâgt.  Croneberg  (59) 
hat  fiir  seine  neue  Spezies  Cyclocypris  pyçimœa  dièse  Borsten  (?) 
als  ein  charakteristisches  Merkmal  angefuhrt.  Es  gelang  mir 
nicht,  irgend  eine  Bestândigkeit  in  Bezug  auf  dièses  Gebilde 
zu  finden,  da  es  bald  mehr  oder  weniger  gut  ausgebildet  ist^ 
bald  ganz  fehlt  und  auch  bei  Cyclocypris  serenu  auftritt.  Die 
Furka,  welche  Liljeborg  (3,  Taf.  X,  Fig.  15)  darstellt,  ist 
unrichtig. 

Der  Kopulationsapparatwurde  zuerst  von  Vavra  (37,  Fig.  21, 
3)  dargestellt.  Er  besteht  aus  einem  Basalteil,  der nach vorn  kreis- 
formig,  nach  hinten  gerade  begrenzt  ist,  und  zwei  davor  liegen- 
den  Platten,  einer  breiten  rhombischen,  vorn  etwas  ausgeraiule- 
ten  und  einer  darunter  liegenden,  kiirzern  dreieckigen.  Den 
starken,  mit  einem  membranosen  Anhângsel  versehenen  «  Clii- 
tinhaken»,    den  Vavra  beschreibt  und  abbildet  (Fig.  21,  6), 


CYPRIDEN   UND   DARWINULIDEN.  325 

konnte  icli  iiicht  tiiideii  ;  ich  halte  das  fiir  eiiie  Chitinleiste  der 
grosseii  Platte. 

Die  o])en  erwâhnte  Cijdocypris  pygmœa  Croneberg,  scheint 
mil"  niclit  genugeiid  charakterisiert,  da  aiicli  die  Besclireibung 
der  Eiidklauen  der  zweiten  Antenne  in  ihren  Lângenverhâlt- 
nissen  nicht  mit  der  Darstellung  liber einstimmt. 

Dièse  kleinste  Form,  die  ans  allen  Untersiichungsgebieten 
Eiiro])as  bekannt  ist,  ist  auch  eine  der  hâufigsten  in  der  Schweiz 
und  fehlt  wohl  keiner  grôssern  oder  kleinern  Wasseransamm- 
lung,  tindet  sich  mancherorts  in  sehr  grosser  Menge  ;  sie  ist  auch 
eine  der  gewandtesten  Arten  und  âlmlich  wie  Cypria  sehr  wider- 
standsfâhig,  indem  sie  das  Ausfaulen  des  Wassers  iiberlebt  und 
auch  unter  Eis  den  Winter  aushâk. 

Ich  fand  sie  im  Gebirge  z.  B.  in  einem  Graben  beim  Simplon- 
hospiz,  in  einer  nur  etwa  4  m^  haltenden  Pfiitze  ôstlich  vom 
Bachalpsee  am  Faulhorn,  in  Feuerteichen,  Springbrunnen,  an 
•den  Ufern  und  in  den  Tiefen  der  Seen  etc. 

AViederholt  wurde  beobachtet,  wie  sich  dièse  Art  im  Glas- 
gefâss  oft  zu  mehreren  an  die  Beine  der  Schwimmkâfer  anheftete 
und  durch  dièse  weiter  befôrdert  wurde. 

24.  Cydocypris  serena  Koch. 
Taf.  19,  Fig-.  21,  22;  Taf.  23,  Fig.  1-8;  Taf.  29,  Fig.  18. 
1851.  Cypris  scutigera  Fischer  2,  p.  162,  Taf.  XI,  Fig.  3-5.  (?) 
i8o4.       »       ODîim  Zenlier  4,  p.  79,  Taf.  III,  B. 
1868.       »       lœvis  Brady  10,  p.  374,  PI.  XXIV,  Fig.  21-26. 
4889.       »       serena  Brady  and  Norman  23,  p.  70. 
1890.       »  »      Sars28,p.  55. 

1892.       »  »      Kaufmann  133,p.  72. 

1892.  »  »      Daday  44,  p.  289, 

1893.  Cypria  serena  Hartwig  56,  p.  23. 

1894.  Cydocypris  serena  Croneberg  59,  p.  10,  Fig.  8. 
4896.  »  »      Brady  und  Norman  79,  p.  718. 
1897.           »  »      Daday  83,  p.  6. 

4898.  »  »      Stenroos  99,  p.  225. 


326  A.    KAUFMANN. 

Lange:  0,62  mm. 
Hôhe:  0,43  mm. 
Breite  :  0,42  mm. 

Brady  (10,  p.  374)  giebt  die  Lange  auf  0,57,  die  Holie  auf 
0,31  mm.  an,  Croneberg  (59,  p.  11)  auf  ca.  0,5  mm.  UnterDut- 
zenden  von  aiisgewaclisenen  Individiien  fand  icli  keine  miter 
0,6  mm.  Lange.  Leider  finden  sicli  bis  jetzt  aucli  keine  ganz 
genauen  Darstellungen  der  Schale,  was  gerade  bei  diesen  klei- 
nen  Arten  besonders  wiinschbar  ersclieint.  In  der  Seitenansiclit 
weicht  dièse  Form  niclit  wesentlich  von  Cydocypris  lœris  ab, 
doch  ist  die  Schale  verhâltnissmâssig  etwas  hôlier;  das  Ver- 
hâltniss  der  Lange  zur  Hôhe  ist  19  :  13,5,  bei  G.  lœvis  19  :  12,6. 
Der  hyaline  Saiim  vorn  an  der  Schale  ist  breiter  als  bei  Cyd. 
lœvis,  also  nicht  wesentlich  von  jener  Art  verschieden,  wie  Cro- 
neberg annimmt.  Der  Unterrand  ist  links  etwas  eingebiichtet, 
rechts  ziemlich  gerade.  In  der  Ansicht  von  oben  zeigt  sie  sich 
eifôrmig,  entschieden  breiter  als  jene.  Die  Behaarung  beschrânkt 
sich  auf  Yorder-  und  Hinterrand. 

Die  Farbe  ist  ein  helleres  oder  dunkleres  Braun,  das  gleich- 
mâssig  ist,  etwa  auch  unregelmâssig  begrenzte  Flecken  zeigt. 

Von  den  Gliedmassen  sind  einige  durch  Croneberg  darge- 
stellt  worden. 

Die  zweite  Antenne  ist  derjenigen  von  C.  lœvis  ganz  âhnlich  ; 
auch  hier  sind  beim  Miinnchen  drei  lange  und  zwei  kurze  End- 
klauen  vorhanden,  wâhrend  das  Weibchen  deren  fûnf  lange  auf- 
weist.  Die  Schwimmborsten  tiberragen  um  die  Hâlfte  ihrer  eige- 
nen  Lange  die  Endklauen.  Bei  Croneberg  (59,  Fig.  8  a)  sind  sie 
bedeutend  kiirzer  dargestellt. 

Der  Kieferfuss  des  Mânnchens  zeigt  einige  wesentliche  Merk- 
male.  Croneberg  betont,  dass  die  Basalglieder  des  Tasters  zum 
Unterschied  von  G.  lœvis  beiderseits  gleich  lang  seien,  dass  die 
Endhaken  in  einen  hyalinen  Fortsatz  auslaufen,  und  am  pjide  des 
Basalgliedes  zwei  kleine  Dornen  stehen.  Ich  kann  die  Ungleichheit 


CYPRIDEN   UND   DARWINULIDEX.  327 

der  Taster  bei  Cydocypris  lœvis  niclit  bestâtigen  und  lasse  die- 
seii  Llnterschied  fallen;  ferner  finde  icli  am  Ende  des  Basal- 
gliedes  aucli  niir  eiiie  Borste.  Die  Gestalt  des  Tasters  variiert, 
âhnlich  wie  bei  Ci/pria;  allgemein  aber  ist  er  sclilanker  als  bei 
C.  lœvis,  <ler  linksseitige  an  der  Basis  verengert,  der  rechtsseitige 
mit  mehr  parallelen  Râiidern. 

Die  Braiichialplatte  triigt  seclis  Borsten,  die  langer  sind  als 
der  Taster,  mit  Ausnahme  der  seclisten. 

An  dem  zweiten  Fusspaar  sclieint  ein  durcligreifendes  Merk- 
mal  ausgebildet  zu  sein,  indem  die  gekrtimmte  Borste  des  letzten 
Gliedes  die  Lange  des  ganzen  Gliedes  bat,  und  die  kiirzere  gerade 
mit  derSpitze  die  Basis  der  Seitenborste  des  zweitletzten  Gliedes 
beriihrt.  Beide  Borsten  sind  also  langer  als  bei  Cydocypris 
lœvis.  Die  Zeichuungen  Cronebeeg's  stimmen  damit  allerdings 
nicbt  iiberein.  Die  Furka  ist  ziemlich  gestreckt,  die  Wimper  der 
Rûckseite  wenig  langer  als  die  Hâlfte  der  Distanz  zwiscben  ihr 
und  der  Endklaue.  (Bei  Croneberg  (59,  Taf.  VII,  Fig.  8)  zu 
kurz.)  Aucb  hier  fand  ich  oft  ein  paar  Bôrstcben  oder  Chitin- 
zapfen  am  Grunde. 

Der  Kopulationsapparat  ist  âhnlicli  wie  bei  Cydoc.  lœvis,  die 
beiden  Platten  sind  aber  etwas  langer,  und  die  breite  Flatte  ist 
niclit  eingebuchtet,  sondern  nach  A'Orn  gerade  abgegrenzt. 

Dièse  Art  ist  etwas  weniger  liâufig  als  die  vorige;  ich  fand  sie 
an  verschiedenen  Ortlichkeiten  um  Bern,  im  Vierwaldstâtter,- 
Thuner,-  Rotsee,  Luganersee,  bei  Pruntrut,  Delsberg,  Goldau,  etc. 

24.  Oylocypris  globosa  G.-O.  Sars. 

Taf.  23,  Fig.  13. 14  ;  Taf.  29,  Fig.  19. 

1868.  Ct/pris  cinerea  Brady  10,  p.  374.  PL  XXIV,  Fig.  39-42,  PI.  XXXVI, 

Fig.  7. 

1889.  Cydocypris  globosa  Brddy  and  Norman  23,  p.  71,  PI.  XIV,  Fig.  1,  2, 

PL  XI,  Fig.  10-18. 

1890.  »  »     Sars  28,  p.  36. 


328  A.   KAUFMANN. 

1891.  Cyclocijpris  globosaYâYva  37,  p.  71,  Fig.  22,  1-9, 

1892.  »  »     Daday  44,  p.  291. 

1892.  »  »  Daday  43,  p.  182,  183,  186,  187. 

1893.  »  »  KertészSl,  p.  169. 

1894.  »  ))  Croneberg  59,  p.  10,  Taf.  VII,  Fig.  7. 
1894.  »  »  Daday  60,  p.  314. 

1897.  »  ),     Daday  83,  p.  6. 

1897.  »  ))     Hartwig82,  p.  378. 

Lange:  0,8  mm.  nach  Vavra. 
Hôhe:     0,56  mm. 
Breite:    0,52  mm. 

Icli  fand  dièse  Form  mir  einmal  in  einigen  Exemplaren,  die 
durch  einen  iingllickliclien  Zufall  derart  zerstôrt  wurden,  dass 
ich  iiber  die  Verliâltnisse  der  Schalen  keine  Aiiskimft  geben 
kann.  Ich  verweise  diesbeziiglich  auf  die  genauen  Angaben  von 
Vavka  (37,  p.  72,  Fig.  22,  1,  2). 

Die  Behaarung  zeigt  sidi  auf  der  ganzenSdiale  zerstreut.  Die 
Farbe  ist  brâunlich. 

Das  zweitletzte  Glied  des  zweiten  Fusspaares  zeigt  einerseits 
drei  steife  Borsten,  andererseits  drei  Dôrnchenreihen,  es  ist  ge- 
gen  die  Basis  hin  ziemlich  bebaart.  Das  letzte  Glied  und  deren 
Borsten  sind  wie  bei  Cydocypris  lœvis,  die  kurze  Borste  halb  so 
lang  als  das  letzte  Glied. 

Leicht  zu  erkennen  ist  dièse  Art  an  der  Fnrka,  indem  die  vor- 
dere  Kante  3  '/g  mal  so  lang  ist,  als  die  Endklaue.  Die  Klauen 
selbst  sind  vorn  gebogen,  die  distale  Wimper  ist  halb  so  lang  als 
die  langere  Klaiie,  die  Wimper  der  Hinterseite  nur  ein  Drittel  so 
lang  als  die  Distanz  von  ihr  zur  Basis  der  kurzen  Klaue.  Der 
Hinterrand  ist  beidseitig  fein  gezâhnelt. 

Durch  das  sehr  umfangreiche  Kopulationsorgan,  das  an  Gan- 
dona  erinnert,  weicht  dièse  Art  von  ihren  Verwandten  wesent- 
lich  ab.  Die  beiden  vordern  Platten  sindwenigerhervortretend, 
die  breitere  Platte  ist  kurz,  nach  vorn  ganz  wenig  gewolbt,  die 


CYPRIDEN   UND   DARWINULIDEN.  329 

kleine  liegt  an  der  Seite  (1er  erstern  an  uncl  ist  kurz  dreieckig, 
sclmabelartig  ;  an  der  Basis  der  Platte  ist  einzweiterschnabel- 
fôrmiger  Haken  imd  daliinter  ein  weiterer,  zweimal  knieformig 
gebogener,  der  scheinbar  liolil  ist,  vorn  flach  endigt  und  vielleicht 
in  âlmlicher  Weise  gehoben  werden  kann,  wie  das  ganz  âhnliche 
Gebikle  bei  Cyprois  marginata.  In  der  Basalpartie  finden  sicli 
viel  starkere  Platten  und  Leisten  als  bei  den  andern  Arten. 

Ich  fand  dièse  ftir  die  Schweiz  neiie  Form  in  einer  von  Sicker- 
wasser  gebikleten  Pfûtze  am  obern  See  bei  Arosa  (1740  m.). 


13.  Gattimg  CYPRIA  Zenker. 

Cl/pris  autorum. 

1820.  Monoculus  3mïne  m. 
1854.  Cypria  e.  p.  Zenker  4. 
1889.  C^pna  Brady  and  Norman  23. 

1891.  »      Vavra  37. 

1892.  »      Claus  46. 
189i.         »      Croneberg  S9. 

Unter  diesem  Gattimgsnamen  vereinigt  Zenker  einige  For- 
men  der  Gattung  Gypris,  die  sich  besonders  durch  die  langen 
Schwimmborsten,  durch  ein  breites  Auge,  grôssere  Munterkeit, 
etc.,  auszeichnen.  Die  Gattung  wurde  spâterwiederfallengelas- 
sen,  von  Brady  und  Nor]Man  (23)  aber  wieder  aufgenommen, 
allerdings  in  wesentlich  anderer  Auflfassung,  unter  Abtrennung 
der  Gattungen  Cyclocypris  und  Cyptridopsis.  In  noch  etwas 
verânderter  Weise  werden  dann  die  Merkmale  von  Vavra  fest 
gestellt,  welcher  (1896)  noch  die  Gattung  P%soc?//j m  abtrennt. 
Wie  weit  die  Aufstellung  von  Untergattungen,  gestiltzt  auf  rein 
àusserliche  Merkmale,  wie  Crenulierung  und  bucklige  Erhebung 
auf  der  rechten  Schale,  berechtigt  oder  empfehlenswert  ist,  wer- 
den umfangreichere  Untersuchungen  darthun. 


Die  Gattungsmerkmale  sind  folgende 


330  A.   KAUFMANN. 

Schalen  von  der  Seite  zusammengedriickt. 

Erste  Antenne  mit  langen  Scliwimmborsten. 

Die  zweite  Antenne  ist  beim  Weibclien  ftinf-,  beim 
Mànnchen   seclisgliedrig    mit   zwei   Si)urborsten. 

Scliwimmborsten  sebr  lang. 

Letztes  Glied  des  Mandibiilartasters  sehr  ver- 
lângert,  die  langen  Borsten  des  zweiten  Gliedes 
steif  bedornt,  Athemplatte  mit  acht  Borsten. 

Erste  Maxille  mit  einem  breiten  grossen  Taster. 

Athemplatte  des  Kieferfusses  mit  seclis  Borsten. 

Die  Wimper  am  hintern  Rand  der  Furka  liegt 
iingefâhr  in  der  Mitte  der  Kante. 


26.  Cypria  exsculpta  S.  Fischer. 
Taf.  20,  Fig.   4-6;  Taf.  23,  Fig'.   17-27;    Taf.  31,  Fig.  24. 

1803.  Cl/pris  elegantula  Liljeborg  3,  p.  206. 

ISoi.        »      exsculpta  Fischer  5,  p.  18,  Taf.  19,  Fig.  36-38. 

1804.  »      punctata   var.  striata  Zenker  4,  p.   77.  Taf.  3,   Fig.    1-6. 
1868.        »      striolataBrady  10,  p.  372.  PI.  XXIV,  Fig.  6-10. 

1889.  Cupria exsculpta  Brady  and  Xorman  23,  p.  68,  PI.  XI,  Fig.  1-4. 

1890.  »            »  Sars  28,  p.  24,  p.  55. 
»  Kaufmann  133,  p.  2. 
»  Gnjneberg  59,  p.  13,  Taf.  7,  Fig.  H. 
»  Hartwig  66. 

exsculpta  Turner  65,  p.  13,  Taf.  7,  Fig.  2-8. 

))         Turner  70,  p.  305.  PI.  LXX,  Fig.  1-8,  PI.  LXXIL 

Fig.  3. 
»         Hartwig  80,  p.  321, 
»     exsculpta  Sharpe  85,  p.  465.  PI.  XLVII,  Fig.  4. 
»         Lienenl\laus  98,  p.  109. 
»         Stenroos  99,  p.  226*. 

Lange  :  0,78  mm. 
Hohe:  0,56  mm. 
Breite:  0,35  mm. 


1892. 

» 

1894. 

» 

1894. 

» 

1894. 

» 

1895. 

» 

1896. 

» 

1897. 

» 

1898. 

» 

1898. 

» 

CYPRIDEN   UXD   DARWINULIDEN.  331 

Dièse  Maasse  stimmen  so  zieinlicli  mit  denjenigen  iibereiiiy 
welclie  Brady  (10)  von  deii  englisclien  Arten  gibt;  dagegen 
sclieint  die  amerikanische  Forin  bedeutend  kleiner  zu  sein  und 
ziidem  im  Lande  selbst  noch  betrâchtlich  zu  differieren,  was  den. 
Angaben  von  Turner  und  Sharpe  zu  entnehmen  ist. 
0,54-0,64  nach  Turner  0,58  nacli  Sharpe 
0,33-0,43  0,37 

0,26  0,25 

Die  Scliale  ist,  von  der  Seite  gesehen,  ein  kurzes  Oval,  der 
obère  Rand  stark  gewolbt,  vorn  und  hinten  stumpf  in  den  Unter- 
rand  libergeliend.  Dieser  verlâuft  an  der  rechten  Scliale  fast 
gerade,  an  der  linken  deutlich  eingewôlbt.  Vorder-  und  Hinter- 
rand  haben  eine  deutliche  hyaline  Lamelle,  von  denen  die  vor- 
dere  kiirzer,  aber  breiter  ist  ;  dabei  ist  diejenige  der  linken 
Schalenhalfte  doppelt  so  breit  als  die  der  recliten.  Von  oben  ist 
die  starke  seitliche  Pressung  auffâllig,  bei  einem  schmal  eifôr- 
migen  Umriss. 

Bei  etwas  durclisiclitigen  Exemplaren  scliimmert  der  Eierstock 
oder  der  Ejaculationsapparat  durch,  ebenso  manchmal  der 
Leberschlauch  ;  sonstsind  aufder  ganzen  Flache  braune  Flecken 
ziemlich  gleichmâssig  verteilt.  Das  charakteristische  und  leicht 
erkenntliche  Merkmal  aber  ist  die  auch  bei  jugendlichen  Indivi- 
duen,  die  in  der  Form  von  den  alten  abweichen,  schon  ausgebil- 
dete  Lângsstreifung,  die  in  parallelen,  aber  ineinander  iiber- 
gehenden  Kinnen  besteht. 

Die  Seitenansichten,  welche  Turner  (70,  Taf.  LXX  und  Taf, 
LXXII)  gibt,  stimmen  in  den  Umrissen  niclit  mit  einander  iiber- 
ein  und  konnen  dalier  niclit  zu  einem  Vergleich  der  ait-  und 
neuweltlichen  Formen  dienen. 

Schliessmuskeleindrticke  stehen  vier  in  einem  Bogen,  und  ein 
fiinfter  ist  liinter  denselben. 

Die  erste  Antenne  bat  ein  grosses  erstes  Glied,  das  so  lang 
ist  wie  breit,  und  dessen  Borsten  das  Ende  des  siebenten  Gliedes 


332  A.   KAUFMANN. 

erreiclien.  Das  zweite  Glied  ist  nur  halb  so  breit  als  das  erste. 
Die  letzten  Glieder  tragen  selir  lange,  fast  auf  der  ganzen  Lange 
gefiederte  Scliwimmborsten.  Die  Fiederâste  sind  lang,  besonders 
gegen  das  Ende  der  Borste,  so  dass  die  Borste  sich  in  ein  pinsel- 
fôrmiges  Ende  aufzulôsen  scheint. 

Die  zweite  Antenne  besteht  beim  Mânnclien  ans  sechs  Glie- 
dern.  Das  erste  liât  nur  eine  Borste,  das  zweite  trâgt  an  seinem 
distalen  Ende  eine  aussergewolinlicli  lange,  feine,  die  das 
Ende  der  Klauen  des  letzten  Clliedes  erreicht.  Der  Exopodit  an 
der  Basis  des  dritten  Gliedes  besteht  nur  aus  zwei,  allerdings 
deutlich  gefiederten  Borsten;  ûber  demselben  ist  ein  Btischel 
Haare.  Die  schlanke  Sensitivborste  erreicht  das  Ende  des  Glie- 
des. Das  Schwimmborstenfascikel  besteht  aus  fiinf  ebenfalls  ge- 
iiederten  Borsten,  neben  welchen  eine  kleine  sechste  steht.  Die 
Scliwimmborsten  sind  so  lang  wie  die  ganze  Antenne  mit  den 
Endklauen.  Die  Fiederâste  sind  auch  hier  sehr  lang  und  gegen 
das  Ende  pinselformig  stehend.  Die  leicht  gekrûmmte,  kurz 
bedornte  Borste  der  ventralen  vordern  Ecke  des  dritten  Gliedes 
erreicht  die  Spitze  der  Endklauen.  AVie  bei  Candona  tritt  auch 
hier  beim  Mânnchen  eine  Trennung  des  folgenden  Gliedes  auf. 
An  der  Trennungsstelle  stehen  dorsal  zwei  gerade  Borsten  und 
ein  kegelfôrmiger  Fortsatz,  ventral  eine  lange,  bedornte  Borste 
und  an  der  Seite  die  beiden  Spiirorgane  mit  dem  eigenartig  zungen- 
fôrmigen  hyalinen  Abschluss.  Dièse  erreichen  nur  mit  dem 
hyalinen  Fortsatz  das  Ende  des  letzten  Gliedes.  Dem  Weibchen 
fehlt  der  genannte  kegelfôrmige  Fortsatz,  und  an  Stelle  der  Spiir- 
organe trâgt  es  zwei  lange  feine  Borsten  in  der  Mitte  und  eine 
tiirzere  an  der  ventralen  vordern  Ecke.  Das  vorletzte  GKed  trâgt 
vier  ungleich  lange  Klauen,  von  denen  die  ventral  liegenden  die 
lângsten  und  gezâhnelt  sind.  An  dem  Endglied,  das  nur  halb  so 
breit  ist  als  das  vorletzte,  stehen  zwei  ungleich  lange  gezâlmelte 
Dornen,  an  der  untern  Kante  die  Sensitivborste  und  eine  kurze 
einfache  Borste.  Die  Klauen  sind  lang  und  diiim. 


CYPRIDEN   UND    DARWINULIDEN.  335 

Die  Darstellung  bei  Turner  (70,  Taf.  LXX,  Fig.  G)  ist  gaiiz 
ungeiiau,  da  nebst  Aiiderm  das  ganze  letzte  Glied  fehlt. 

An  der  Mandibel  fallt  der  uiigewôhnlich  lange  und  sclimale 
Kauteil  auf  ;  die  Zalme  desselben  stehen  lûekenlos  aneinander. 
Der  viergliedrige  Taster  trâgt  an  seinem  starken  Stammglied  drei 
lange  Borsten,  von  denen  eine  besonders  dick  imd  ungewôhnlicli 
lang  gefiedert  ist.  Die  Fiederborsten  stehen  auf  knopfig  verdicktem 
Grunde.  Der  Exopodit  bat  aclit  Borsten,  von  denen  die  oberste 
die  kiirzeste  ist  ;  mit  Ausnahme  der  letzten  feinen,  geraden  sind 
aile  deutlich  gefiedert.  Brady  und  Norman  geben  (23,  pi.  XI, 
Fig.  3)  nur  vier  Borsten  an,  was  ich  um  so  melir  fiir  unrichtig 
halte,  als  auch  die  Darstellung  der  iibrigen  Telle  keinen  An- 
spruch  auf  Genauigkeit  macht  ;  so  fehlen  z.  B.  die  Borste  an 
der  Kauplatte,  die  kurze  gefiederte  Borste  am  zweiten  Glied,, 
die  Fiederung  der  dritten  Borste  des  zweiten  Gliedes  und  einige 
Borsten  am  Ende  des  dritten  Gliedes. 

Das  zweite  ganz  schmale  Glied  tragt  auf  der  ventralen  Seite 
drei  stark  gefiederte  und  eine  ungefiederte  Borste,  nebst  ehier 
ganz  kurzen  kegelformigen,  ebenfalls  steif  gefiederten.  An  der 
Oberseite  sind  zwei  Borsten. 

Etwa  dreimal  langer  ist  das  folgende  dritte  Glied,  das  nacli 
allen  Seiten  steif  behaart  erscheint,  am  distalen  Ende  vier  und 
in  der  obern  Ecke  einige  feine  Borsten  fûhrt. 

Charakteristisch  ist  das  eben  so  lange  aber  nur  halb  so  dickè 
letzte  Glied  mit  drei  schwachen  Dornen  am  Ende  ;  der  mittelste 
hat  ein  schwach  kammfôrmig  geteiltes  Ende. 

Die  Gestalt  der  Maxille  weiclit  dadurch  erheblich  von  andern 
ab,  dass  der  Taster  sehr  mâssig  entwickelt  ist.  Er  stellt  sich  fast 
senkrecht  zu  den  Kieferfortsâtzen  und  trâgt  im  untern  Teil  einen 
Buschel  Haare.  In  der  Mitte  entspringt  auf  einem  besondern 
Hôcker  eine  schwach  nach  unten  gebogene,  dicke,  gefiederte 
Borste,  die  vielleicht  als  ein  Rest  eines  Exopoditen  aufzufassen 
ist.   An  der  Basis  des  letzten  Kieferfortsatzes  stehen  zwei  un- 


334  A.   KAUFMANN. 

gleiclie  Borsten.  Von  den  25  Borsten  der  Athemplatte  sind  fiinf 
mundwârts  gerichtet. 

Der  Kieferfuss  liât  einen  kurzen,  sehr  breiten  Kauteil,  an 
dessen  Ende  besonders  drei  lange,  gefiederte  Borsten  auffallen  ; 
von  den  iibrigen  elf  sind  nocli  sieben  stark  gefiedert.  Besonders 
lang  und  hier  auch  gefiedert  ist  die  Borsteam  Grande  des  Gliedes. 
Die  Athemplatte  besteht  ans  sechs  sehr  breiten  gefiederten 
Borsten,  von  denen  die  dem  Taster  anliegende  nnr  die  halbe 
Lange  der  iibrigen  erreicht,  die  langer  sind  als  der  Taster.  Die- 
ser  erscheint  beim  AVeibchen  spitz  zulaufend  und  mit  drei  kurzen 
Borsten  ausgestattet.  Beim  Mânnclien  finden  wir  diesen  Anhang 
âhnlich  wie  bei  Candona  und  Cydocypris  modifiziert.  Derjenige 
der  linken  Seite  ist  etwa  vier  mal  so  lang  als  breit,  am  Ende  mit 
einem  schmalen  Haken  versehen,  an  dessen  Spitze  eine  ge- 
kriiunnte  hyaline  Borste  steht.  Eine  ahnliche  fast  gerade  trâgt 
die  vordere  Ecke  des  Gliedes.  Der  rechtsseitige  Taster  ist  etwa 
drei  mal  so  lang  als  breit  und  hat  einen  viel  breitern,  auf  der 
Innenseite  mit  einer  starken  Chitinablagerung  versehenen 
Haken.  Vor  diesem  entspringt  ein  zweiter  scheinbar  hohler, 
schwach  S-fôrmig  gekriimmter,  der,  wie  der  erste,  mit  einem 
kurzen  hvalinen  Ende  abschliesst  ;  dazu  kommt  am  vordern  Ende 
noch  eine  gerade  Borste.  Der  Taster  enthâlt  eine  sehr  krâftige 
Muskulatur,  speziell  einen  starken  Flexor  des  grossen  Hakens, 
woraus  auf  eine  grosse  Kraftleistung  dièses  Anhanges  zu  schlies- 
sen  ist.  Die  Darstellungen,  die  Turner  von  diesem  Gliede  gibt, 
scheinen  mir  ganz  wertlos  zu  sein  (70,  Taf.  LXX,  Fig.  8). 

Das  erste  fiinfgUedrige  Fusspaar  ftihrt  am  ersten  Gliede  keine 
Borsten,  wohl  aber  am  distalen  Ende  einen  Bûschel  Haare.  An 
der  Vorderseite  des  zweiten  Gliedes  stehen  fiinf  Btischel  ziemlich 
langer  Haare  und  ebenso  viele  kûrzere  auf  der  Ruckseite.  Die 
Borste  am  Phide  ist  langer  als  das  folgende  Glied,  das  hinten 
auch  einen  Haarbiischel  tragt.  Die  Endborste  ist  so  lang  wie  das 
dritte  und  vierte  Glied  zusannnen. 


CYPRIDEN   UND   DARWINIJLIDEN.  335 

Das  zweite  Beinpaar  tragt  an  seinem  zweiten  Gliede  zalil- 
Teiclie  Haarbliscliel.  In  der  Mitte  des  dritten  Gliedes,  das  eben- 
falls  reiclilicli  behaart  ist,  steht  eine  Borste.  Das  letzte  kurze 
Glied  trâgt  zwei  kleine  Dornen  und  eine  riickwârts  gekehrte 
lange  gerade  Borste  von  der  Lange  der  drei  letzten  Glieder  zu- 
sammen. 

Die  Furka  ist  an  der  Basis  gekrunnnt,  verschmâlert  sicli  nach 
Torn  und  trâgt  am  Ende  zwei  schniale,  gezâhnelte  Klaiien,  sowie 
eine  Wimper.  Die  Wimper  des  hintern  Randes  liegt  nm  die 
Lange  der  kurzen  Klaue  von  dieser  entfernt  und  ist  kurz. 

Der  Ejaculationsapparat  filhrt  sieben  zur  Axe  schief  stehende 
Chitinkrânze  ;  die  âussersten  zwei  liaben  dicke  einfache  Stâbe, 
die  innern  sind  dinmer  und  verzweigt.  An  dem  obern  Ende  der 
inuern  Rôhre  ersclieinen  die  rosettig  angeordneten  Oeffhungen, 
wâhrend  am  untern  Ende  eine  Erweiterung  des  Vas  deferens 
charakteristisch  ist.  Der  ziemlich  schwaclie  Copulationsapparat 
ist  nach  oben  ungefâlir  kreisformig  begrenzt  ;  der  vordere  Teil 
setzt  sich  ans  zwei  sdiaufelformigen  Platten  zusammen,  von 
denen  die  untere  âussere  breit  und  stumpf,  die  innere  spitziger 
ist. 

Dièse  Form  ist,  wie  ihre  nâchste  Yerwandte  C.  ophtliahnica, 
weit  verbreitet,  da  sie  niclit  nur  aus  den  verschiedensten  Lândern 
Europas,  sondern  auch  aus  Nordamerika  bekannt  geworden  ist, 
doch  ist  sie  woïil  nirgends  in  grosser  Menge  zu  finden. 

Icli  fand  sie  zuerst  in  einem  mit  schmelzendem  Eise  bedeckten 
Sumpfe  lebbaft  schwimmend,  in  den  Sonnnermonaten  vereinzelt 
am  Grunde  steliender  Gewâsser.  Ich  halte  sie  fur  eine  Frûhlings- 
form,  die  bei  einer  niedrigen  Temperatur  des  Wassers  sicli  leb- 
haft  bewegt,  wâhrend  die  hôhere  Temperatur  sie  am  Boden 
zuriickhâlt. 

Im  Herbst  fand  ich  sie  in  verschiedenen  Entwicklungsstadien, 
die  sich  durch  die  langgestreckte  Form  von  dem  ausgebildeten 
Tier  unterscheiden,  aber  schon  die  Streifung  zeigen. 


336  A.   KAUFMANN. 

Fimdorte  :  Selliofen  bei  Bern,  Rouelbeau,  St.  Julien  (Frank- 
reich)  bei  Genf,  St.  Gallen,  Graeppelen-See  bei  Wildhaus,  Sim- 
pion,  Steinach  am  Bodensee,  Davos. 


27.  Cypria  ophtJialmica  Jurine. 
Taf.  20,  Fig.  1-3  ;  Taf.  23,  Fig.  15,  16;  Taf.  29,  Fig.  20. 

1820.  Monoculus  ophthalmicus  Jurine  112,  p.  178,  PI.  XIX,  Fig.  16, 17. 
1851.  Cypris  elegantula  F.  Fischer  2,  p.  161,  Taf.  X,  Fig.  12-14. 

1853.  ))      compressa,  Liljelwrg  3,  p.  112,  Taf.  X,  Fig.  16-18. 

1854.  Cl/pria  punctata  Zenker  4,  p.  77,  Taf.  III  A. 

1868.  Cypris  compressa  Brady  10,  p.  372,  PI.  XXIV,  Fig.  1-5,  PI.  XXXVI, 
Fig.  6. 

1885.  Cl/pris  punctata  Novdquisi  17,  p.  150. 

1886.  »        •     »        Stuhlmann  19,  Taf.  XXXII,  Fig.  2,  5,  7,  11,  12, 
21,  39-66. 

1888.  Cl/pris  p^mctata  Schwarz  22,  p.  18. 

1889.  Cypria  ophthalmica,  Brady  and  Norman  23,  p.  69,  PI.  XI,  Fig.  5-9. 

1889.  Cypria  ophthalmica  MUller  26,  Taf.  XXXII,  Fig.  8,  9  ;  Taf.  XXXIII, 

Fig.  36. 

1890.  Cypria  ophthalmica  Sars  28,  p.  54. 

1889.  Cypris  punctata  Asper  und  Heuscher  125,  p.  255,  262,  263. 

1890.  »       compressa  l?,Qhokke,  126.  p.  37. 

1891.  »  »        Zschokke  130,  p.  490. 

1891.       »  »        Zschokke  129,  p.  120,  122,  126. 

1891.  Cypria  punctata  Vavra  37,  p.  63,  Fig.  19,  1-6,  Fig.  20,  1-4. 

1892.  »       ophthalmica  Kaufmann  133,  p.  71. 

1892.  Cypria  punctata  (compressa)  Claus  46,  Taf.  V,  Fig.  16  ;  Taf.  VI^ 

Fig.  8;  Taf.  XII,  Fig.  51. 
1892.   Cypria  punctata  Heuscher  139,  p.  341,  347. 
1892.  Cypria  ophthalmica  Daday  44,  p.  288. 

1892.  »  »  Daday  43,  p.  169-193. 

1893.  »  »  Fric  und  Vavra  54,  p.  56,  Fig.  41,  p.  109. 

1893.  »  »  Hartvvig  56,  p.  23. 

1894.  »  »  Croneberg  59,  p.  12,  Taf.  VII,  Fig.  10. 

1895.  »  <»  Tschokke  137,  p.  71. 
1895.  »  »  Wierzeiski  67,  p.  153,  157. 


CYPRIUEN   UND   DARAVINULIDEN.  337 

1895.  Cyprin  ophthalmica'îuvnev  70,  p.  306,  PI.   LXXV,  Fig.  1-3,  7, 

Taf.  LXXVI,  Fig.  1-3,  5. 

1896.  Cupria  ophthalinica  Turner  74,  PI.  V,  Fig.  21. 

1896.  »  »  Wierzeiski  78,  p.  202. 

1897.  »  »  Sharpe  85,  p.  466,  Taf.  XLVIl,  Fig.  5. 
1897.  Cl/pris  ophthalmica  Fric  und  Vavra  86,  p.  57  und  67. 


1897. 

Cijpria 

1897. 

1) 

1898. 

» 

1897. 

» 

1898. 

» 

1898. 

» 

1899. 

» 

Daday  87,  p.  153, 

157. 

Daday  88,  p.  177, 

185. 

Daday  83,  p.  6. 

Lienenklaus  98,  p. 

108. 

Schneider  100,  p. 

161. 

Sars  101,  p.  351. 

Harlwig  108,  p.  33. 

Lange:  0,62  mm. 
Breite  :  0,42  mm. 
Dicke  :  0,28  mm. 

Die  Dimensionen  sclieinen  auch  bei  dieser  Form  in  den  ein- 
zelnen  Lândern  erlieblich  zu  differieren. 

Die  Scliale  ist  âhnlich  der  vorigen,  von  der  Seite  geselien 
aber  verhâltnismâssig  hôlier,  der  Riickenrand  nahezu  halbkreis- 
fôrmig.  Vorder-  und  Hinterrand  sind  stiimpf  ;  beiderseits  findet 
sich  eine  starke  hyaline  Lamelle,  die  vorn  breiter  ist  als  hinteii. 
Der  Umriss  der  linken  Scliale  erscheint  unten  gerade,  der  eigent- 
liche  Schalenrand  bildet  jedocli  eine  deiitliche  Einbuclitung.  Die 
redite  Schale  ist  an  dieser  Stelle  nur  leicht  eimvârts  gekrilmmt. 
Die  Eandlinie  entfernt  sich  hier  mehr,  als  bei  C.  exsculpta  und 
ist  auch  deutlicher.  Von  oben  gesehen  ist  der  Umriss  eifôrmig, 
stark  von  der  Seite  zusammengedrûckt,  worauf  sich  die  frtihere 
Bezeiclinung  bezieht. 

Die  Punktierung  mit  braunen  unregelmassigen  Flecken  ist 
vorn  und  hinten  ani  stârksten  ausgeprâgt,  wâhrend  sie  in  der 
Mitte  hâufig  fast  verschwindet  und  so  den  Eierstock,  den  kurzen 
Leberschlaucli  und  hâufig  noch  Muskeln  durchscheinen  lâsst. 
Die  Fârbung  schwankt  bedeutend  in  Bezug  auf  die  Intensitât 

Rev.  Suisse  de  Zool.,  T.  8.  1900.  22 


oqg  A.    KAUFMANN. 

nach  Aller  und  Standorten.  Die  SchliessmuskeleindrBcke  bilden 
einen  grossen,  drei  kleinere  langliche  und  zwei  kleme  ovale 
Flecken.  Die  Behaarung  besteht  nur  aus  wenigen  zerstreut 
stelienden,  aber  ziemlich  langen  Haaren. 

In  dem  Bau  der  Gliedmassen  lassen  sicb  nur  ganz  germge 
Unterschiede  zwischen  dieser  und  der  Yorigen  Art  nachweisen, 
docb  sind  sie  in  allen  Teilen  entsprechend  den  Kôrperdimens.onen 
kleiner  Die  erste  Antenne  bat  lange  Scbwimmborsten.  Die 
zweite  Antenne  ist  beim  Manncben  ebenfalls  sechsgliedng  und 
tr&gt  am  Ende  des  yierten  Gliedes  zwei  SpUrborsten;  s.e  er- 
reicben  kaum  das  Ende  des  letzten  Gliedes. 

Croneberg  (59,  p.  13)  gibt  als  Unterscbiede  zwiscben  dieser 
unddervorigenArtan,  dass  das  letzte  Glied  der  ^we.ten  An- 
tenne verhaltnismâssig  langer  sei,  als  bei  C.  e^sculpta,  die  Krallen 
aber  erbeblich  klirzer.  Diesen  Angaben  entsprechend  sind  die 
Endklauen  sehr  kurz  dargestellt  (Taf.  VU,  Fig.  10  a),  nicht  v.el 
langer  als  das  Endglied.  Ich  kann  dièse  Angaben  nicht  bestàtigen, 
da  ich  die  lângere  der  beiden  Klauen  am  Ende  des  letzten  Ghe- 
des  imnier  so  langfinde,  ^vie  die  beiden  letzten  Gliederznsammen 
genommen,  nnd  zwar  yon  der  obern  hintern  Ecke  des  flinften 
Gliedes  an  gerechnet.  Auchfinde  ich,  in  Uebereinstiminnng  mi 
Vavba  die  zweite  Klaue  des  Endgliedes  immer  um  einen  Drittel 
lân-er  als  die  erste,  wâhrend  sie  Cronebeko  gleich  lang  dar- 
steUt.  In  der  Lange  des  Endgliedes  und  der  Klauen  stinnnen 
beide  Arten  genau  Uberein.  Anf  der  Innenseite  '!««"  glie- 
des ist  anch  hier  eine  Sinnesborste,  die  bei  Claus  (46,  Taf  V  , 
Fi<r  1  und  2)  fehlt.   Die  langen  Scbwimmborsten  sind  ebenfalls 

1     r'T  .TTC  i-AK  Tflf  VII  Fis  1)  noch  Ckone- 
gefiedert,  was  weder  Claus  (4h,  lai.  vu,  hb-  ^t 

EERG  (Taf.  VII,  1 2  a)  zum  Ausdruck  brhigen. 

Die  Gestaltung  der  Mandibel  stimint  mit  derjenigen  von  Cy- 
pria  e^sculi,ta  Uberein.  AuffaUig  ist  auch  hier  die  Yerlangernng 
des  letzten  Tasterghedes.  Genauer  als  die  Darstelung  von 
BRADY  und  NORMAN  (23,Taf.  XI,  Fig,  1-4),  bei  welcher  viele 


CVPRIDEN  UND  DARWIIÎULIDEN.  339 

Borsten  fehlen,  ist  diejenige  von  Vavra  (37,  p.  64  Fi-  19  3) 
^och  stinnnen  meine  Befunde  nicht  ganz  damit  aberein.   i)er 
1  aster  tragt  aucli  hierniclit  sechs  Borsten,  sondern  sieben  lange 
undeme  kleine  unterste  ungefiederte.  EigentUmlicherweise  trâgt 
^as  zweite  Glied  des  Tastersbei  Vavra  ausser  den  yier  Borsten 
der  l  nterseite  nocli  zwei  lange  ungefiederte  Borsten.  Ich  habe 
Ton  diesen  nie  etwas  gesehen,  dafur  aber  eine  kurze  kegelfôrmi-e 
tind  stark  bedornte  am  Grunde  der  langen  Borste.  Im  Fernern 
snid  die  drei  langen  Borsten  der  Unterseite  nicbt  ein-,  sondern 
beKlseUig  bedornt,  die  Dornen  auf  knopfiger  Basis  langer,  alssie 
Vavea  darstellt,  sodann  «„de  ici,  nebst  den  vier  seitlichen  Bor- 
sten am  Ende  des  dritten  Gliedes  noch  eine  feine 

Von  den  vier  Endborsten  sind  die  lângern  klauenartig,  die 
kurzern  tem  ;  die  stârkere  ist  am  Ende  ziemlich  lang  kammfôrmig 
gefiedert,  wie  bei  Candona  tmd  Candonopsis. 

Die  erste  und  zweite  Maxille  stimmen  mit  der  vorigen  Art 
liberein, 

Croneberg  gibt  an  (p.  13),  dass  der  Taster  der  mannliclien 
zweiten  Maxille  Unterscbeidungsmerkmale  zwiscben  den  beiden 
Arten  dieserGattungbiete,  nnterlâsstes  aber,  anzugeben,  worin 
diese  bestehen.  Icb  finde  tatsâchlich  keine  solchen  und  kann 
aucli  mcbt  bestâtigen,  dass  die  Rânder  der  Taster  sich  immer 
so  yerhalten,  wie  Vavra  angibt  ;  sie  sind  vielmehr  individuellen 
fcchwankungen  unterworfen  in  Bezug  auf  die  Ricbtungen  der 
Kander  und  auf  die  Lange;  auch  ist  der  Stachel  auf  der  Seite 
<les  rechtsseitigen  Tasters  mit  einer  feinen  hyalinen  Spitze  ver- 
sehen.  Dièse  Verhâltnisse  bat  Claus  nur  ungenau  zur  Darstel- 
lung  gebracht  (46,  Taf.  VI,  Fig.  8'). 

In  der  Gestaltung,  Beborstung  und  Bebaarung  ist  die  Art  der 
Tongen  ftlmlich.    Die  Zahnelung  der  Endborste  des  zweiten 
^aares  beginnt  vveiter  binten,  als  dies  Vavra  darstellt  (p  64 
J-ig.  19,  5).   Bei  Claus  (46,  Taf  V,  Fig.  16)  fehlt  die  langé 
iJorste  am  ersten  Gliede  und  diejenige  am  Ende  des  zweiten    " 


340  A.   KAUTMANN. 

Bestimmte  Unterschiede  lassen  sicli  im  Pénis  erkennen. 

Dieser  ist  etwas  schmâclitiger  als  an  der  vorigen  Art,  im  Um- 
riss  mehr  dreieckig,  die  vordere  Platte  langer,  aber  weniger 
breit.  Die  ktirzere  Platte  geht  in  eine  ziemlich  lange,  fast. 
schnabelfôrmige  Spitze  aus;  aiich  die  breite  Platte  zeigt  eine 
scliarfe  Ecke  und  stelit  in  einem  beinahe  rechten  Winkel  zur 
andern  ab. 

Die  Furka  liefert,  entgegen  den  Angaben  Croneberg's,  auch 
keine  sichern  Merkmale.  Die  Krtimmung  schwankt  bei  beideii 
Arten  und  die  Endklauen  sind  ebenso  spitz  wie  bei  Cypria  ex- 
sculpta. 

Ein  gutesUnterscheidungsmerkmal,  das  sâmtlichen  Beobach- 
tern  bis  anliin  entgangen  zu  sein  scbeint,  bestelit  ftir  das  Weib- 
chen  dieser  Art  in  zwei  Paaren  von  eigenartigen  zapfenfOrmigen 
Fortsâtzen  oberhalb  der  Furka  an  Stelle  der  Penisplatten 
(Taf.  23,  Fig.  16).  Der  eine  lângere  Fortsatz  ist  nacli  unten  ge- 
richtet,  der  andere  stelit  nacli  hinten  reclitwinklig  zur  Furka 
vor  ;  beide  zeigen  eine  undeutlicbe  Ringelung  mit  ganz  kurzea 
Dôrnchen. 

Dièse  Form  ist  aus  Amerika  und  ganz  Europa  bekannt  und 
eine  der  verbreitetsten  Arten  in  der  Scliweiz.  Sie  liebt  klare 
stehende  Gewâsser  und  kommt  stellenweise  und  zeitweise  in 
beiden  Gescblechtern  gleich  hâufig  vor.  Sie  schwimmt  gewandt 
und  ist  selir  widerstandsfilhig  gegen  das  Yerderben  des  Wassers, 
sowie  gegen  Temperaturunterschiede.  Sie  findet  sicb  den  ganzen 
Winter lebend,  aucb  unter Eis,  und  hiilt  im  Glasgefass  monatelang 
in  schlecbtem  Wasser  aus.  Es  ist  auch  diejenige  Art,  welclie  die 
grôsste  vertikale  Verbreitung  bat  und  durch  Imhof,  Zschokke, 
AsPER  und  Heuscher  u.  a.  aus  den  boch  gelegenen  Alpen- 
seen  bekannt  geworden  ist.  Icli  nehme  an,  dass  sie  von  allen 
Ostracoden  am  hochstcn  emporsteigt,  und  dass  dieunbcstimmten 
Angaben  aus  diesen  Gebieten  —  «  eine  Cypris  »  —  sich  meistens- 
auf  dièse  Art  beziclien,  die  sich  wohl  im  Gebirge  in  allen  Wasser- 


CYPRroEN   UND   DARWINULIDEN.  341 

îinsammliinjn^en  mit  pflanzlichem  Détritus  zeitweise  vorfindet.  In 
den  Seen  diirfte  sie  ausschliesslich  littoral  sein,  doch  geht  sie 
am  Griinde  auch  ziemlicli  weit  in  die  Tiefe  und  kann  gelegentlich 
aucli  pelagisch  angetroffen  werden,  was  aber  niclit  gestattet,  sie 
:zur  pelagisclien  Faiina  zu  zalilen. 

Die  weitgeliende  Verbreitung  in  der  Schweiz  erhellt  durcli 
folgende  Fundorte  :  Aare- und  Gurbegebiet  :  uni  Kôniz,  Bolligen, 
Miinsingen,  Gûmligenmoos,  Kirchenturnen  ;  verschiedene  Oert- 
licbkeiten  um  St.  Gallen,  St.  Fiden,  Steinach  am  Bodensee,  Muz- 
zano  bei  Lugano,  Choulex  bei  Genf,  Koblenz,  Altstàtten  im 
Rheintal,  St.  Margrethen,  Sargans,  Horw,  Romanshorn,  Andel- 
iingen,  bei  Capolago  am  Luganersee,  ferner  auf  dem  Simplon 
(2009  m.),  im  Gerzensee,  Genfer-,  Thuner-,  Lowerzer-,  Comer-, 
Luganer-,  Langen-,  Aegeri-,  Ziircher-,  Walen-,  Vierwaldstâtter-, 
Seedorf-,  Scliwendisee  bei  Wildhaus  (1148  m.),  St.  Moritzersee 
und  an  vielen  andern  Orten.  Zschokke  fand  sie  ebenfalls  in 
bedeutenden  Hôlien,  im  Rhâtikon  in  den  Seen  von  Tilisuna 
(2102  m.),  Partnun  (1874  m.),  Garschina  (2189  m.),  Liinersee 
(1943  m.)  und  am  St.  Bernhard  (2445  m.). 


5.  Unterfamilie  ILYOCYPRIDINiE. 

Zweite  Antenne  in  beiden  Geschlechtern  ftinf- 
^gliedrig. 

Taster  des  Kieferfusses  verkiimmert,  zweiglied- 

Tibia  des  zweiten  Beinpaares  mit  wenigstens 
zwei  Borsten,  letztes  Glied  mit  drei  ungleich 
langen  Borsten. 

Ejaculationsapparat  mit  vielen  nicht  in  getrenn- 
ten    Ringen    stehenden    Chitinstâben. 


342  A.   KAUFMANN. 

14.  Gattung  ILYOCYPRIS  Brady  and  Norman. 

1820.  Monoculus  iur'me  112. 

Cijpris  autorum. 
1889.  Ilyocypris  Brady  and  Norman  23. 

Die  Gattungsmerkmale,  welche  Brady  und  Norman  (23^ 
p.  106)  fViY  dièse  Gattung  aufstellen,  bezielien  sicli  nur  auf 
eine  Spezies,  und  in  Bezug  auf  dièse  stimmen  ihre  Angahen  mit 
den  neuern  Untersuchungen  nicht  ûberein.  Vavra  stellt  sie 
fiir  seine  beiden  Arten  in  folgender  Weise  auf  (37,  p.  57). 

«  Schwimmborsten  der  fiinfgliedrigen  zweiten  An- 
tenne lang  oder  kurz. 

Taster  der  zweiten  Maxille,  verkiimmert,  zweiglie- 
drig;  Athemplatte  mit  6  Borsten. 

Das  filnfgliedrige  zweite  Fusspar  am  letzten  Glied 
mit  3  Borsten. 

Furkalglieder  stark,  hintere  Borste  von  den  KlaueR 
entfernt. » 

Icli  nehme  das  zweite  Fusspaar  als  viergliedrig  an  und  fiîge 
als  weitere  Merkmale  bei  : 

Der  Mandibulartaster  bat  an  seinem  Exopoditen 
acht  Borsten. 

Das  zweite  Beinpaar  trâgt  an  seinem  vorletzteii 
Glied  zwei  bis  drei  Borsten. 

Die  Schale  ist  bart,  auf  der  ganzen  Fliicbe  mit  Grllbclien  ver- 
sehen  und  in  der  Augengegend  durch  Einsenkungen  ausgezeich- 
net. 

Die  Gattung  ist  in  den  einzelnen  Arten  nocb  nicht  gentigend 
unterscbieden.  Vennutlicb  lassen  sich  auch  hier  durch  sehr  ge- 
naue  Untersuchungen  nocb  bestimmte  Formen  abtrennen. 

Zu  den  zwei  bis  jetzt  in  Europa  bekannt  gewordencn  Arten 
ftige  ich  drei  neue  hinzu. 


CYPRIDEN   UND   DARWINULIDEN.  343 

28.  Ilyocypris  gïbha  Ramdolir. 

Taf.  20,  Fig.  16,  17. 

1820.  Monoculus  fuber  invxwQ  112,  p.  171,  PI.  XVIII,  Fig.  1-2.  (?) 
1820.  .)  bistrigahis  Jurine,  p.  177,  PI.  XIX,  Fig.  12,  1.3.  (?) 

1851.  Cl/pris  biflicata  Fischer  2,  p.  150,  ïaf.  V,  Fig.  5-8. 
1853.         .)      bislrigata  Liljeljorg  3,  p.  122,  PI.  XI,  Fig.  17,  18. 
1868.        »      (jibba  Brady  10,  p.  369,  PI.  XXIV,  Fig.  47-54,  PI.  XXXVl, 

Fig.  2. 
1889.  Ibjocijpris  gibba,  Brady  and  Norman  23,  p.  107,  PI.  XXII,  Fig.  1-5. 

Sars  24,  p.  58. 

Vavra  37,  p.  57,  Fig.  17,  1-7. 

Daday  43,  p.  174  und  f. 

Daday  44,  p.  308. 

Kaufmann,  p.  133.  73. 

Turner  47,  p.  25. 

var.   tuberculata  Kertész  51,   p.    169,   Taf.   VI, 
Fig.  1-12. 

1893.  lîijocijpris  gibba  WierzeAaki  57,  p.  239. 

1894.  »  »      Groneberg  69,  p.  13,  Taf.  VII,  Fig.  12. 
1894.          »            »      Daday  60,  p.  314. 

1896.  .)  »      Brady  and  Norman  76,  p.  727,  PI.  LXVIII,  Fig. 

20,  21. 

1896.  Jlgocgpris  gibba,  Sars  81,  p.  25. 

1897.  »  »      Daday  83,  p.  6. 

1897.  »  »      Daday  88,  p.  177,  185. 

1898.  »  »      Hartwig  94,  p.  3. 
1898.          »  »      Lienenklaus  98,  p.  114. 

Bei  âlteren  Autoren  lâsst  sich  aucli  fur  dièse  Form  niclit  mit 
Siclierlieit  feststellen,  welchevondeii  imiimehrzuiinterscheiden- 
den  Arten  vorgelegen  liabe.  Die  Aiigaben  liaben  nur  nocli  eiiie 
Bedeutung  in  Bezug  auf  die  geographische  Verbreitung  der 
Gattung. 


1890. 

» 

» 

1891. 

» 

» 

1892. 

» 

» 

1892. 

» 

» 

1892. 

» 

» 

1892. 

» 

)) 

1893. 

» 

)) 

Lange  : 

0,85  mm. 

Hohe  : 

0,47  mm. 

Breite  : 

0,31  mm. 

344  A.    KAUFMANN. 

Dièse  Dimensionen  scheinen  keine  ganz  konstanten  zu  sein, 
icli  fand  aiicli  kleinere  Formen.  Die  vordere  Partie  ist  wenig 
liolier  als  die  hintere,  der  Hinterrand  ist  abgenmdet,  der  Bauch- 
rand  wenig  eingebuclitet.  Hinter  dem  Auge  liegt  eine  seichte, 
dreieckige  Einkerbung  und  hinter  diesem  eine  zweite  tiefere,  die 
sich  bis  zum  Schliessmuskeleindruck  fortsetzt.  Der  ganze  Eand, 
mit  Ausnahme  des  Rtickenteiles,  ist  fein  gezâhnelt  und  behaart, 
Vorder-  und  Hinterrand  etwas  dichter,  und  an  der  rechten 
Schale  mit  einem  breiten,  aber  âusserst  dihmen  und  daher  scliwer 
wahrnehmbaren  hyalinen  Saum  verselien. 

Die  Vertiefungen  sind  auch  in  der  Ansicht  von  oben  erkennt- 
lich,  docli  fehlen  jegliche  kegelfôrmige  Erhebungen  auf  der 
Schale. 

Die  erste  Antenne  trâgt  lange  Schwimmborsten. 

An  der  zweiten  Antenne  zeigen  sich  einige  Abweichungen  ge- 
geniiber  der  Darstellung  Vavra's. 

Das  zweite  Glied  ist  auch  nach  vorn  reichlich  mit  Haaren  be- 
setzt,  eben  so  das  dritte  Glied  an  der  ventralen  vordern  Ecke. 
Die  Klaue  am  distalen  Ende  reiclit  nur  bis  zur  Mitte  der  End- 
klauen,  wâhrend  dièse  bei  Vavra  (37,  Fig.  17,  4)  die  Spitze  er- 
reicht.  Die  Schwimmborsten  am  Ende  dièses  Gliedes  sind  in  ihrer 
Zahl  nicht  so  schwer  festzustellen,  wie  Kertész  (51,  p.  174) 
annimmt.  Es  sind,  wie  ûberall,  deren  fiinf,  wozu  sich  hier  noch 
eine  ziemlich  lange  sechste  gesellt.  Die  Darstellungen  altérer 
Autoren,  wie  Brady  (1868),  Fischer  (1853),  Brady  and 
Norman  (1889),  sind  hierin  ungenau,  wahrend  sie  bei  Vavra 
vollstandig  richtig  sind.  Es  ist  mir  unverstiindlich,  warum  Ker- 
tész behauptet  (51,  p.  174,  al.  3  und  11),  Vavra  habe  sieben 
Schwimmborsten  gesehen  und  dargestellt,  wahrend  doch  in  der 
Zeichnung  deutlich  flinf  lange  und  eine  kurze  zu  sehen  sind, 
und  die  diesbeziiglichen  Angaben  (p.  59)  «  ein  Biischel  von  sechs 
langen  in  der  zweiten  Hàlfte  gefiederten  Borsten  »  kaum  miss- 
verstanden  werden  kônnen. 


CYPRIDEN    UND   DARWINULIDEN.  345 

Das  zweitletzte  Glied  ist  ebenfalls  reiclilich  beliaart,  unten  mit 
vier,  oben  mit  zwei  Borsten  aiisgestattet,  welch  letztere  Yavra 
nicht  anflihrt;  ebenso  fehlt  bei  seiner  Darstelliing  die  kleiiie 
Sensitivborste  an  der  Basis  des  letzten  Gliedes.  Die  iieben  der 
feinen  Sensitivborste  stehende  Borste  ist  bei  meiner  Form  niir 
halb  so  lang  als  die  kleinere  Klaue  des  letzten  Gliedes,  wahrend 
sie  bei  Ya^ha  die  ganze  Lange  erreicht.  Die  Endklauen  sind 
ungezâhnelt. 

Charakteristiscli  fur  aile  Arten  ist  derMandibulartaster.  Die- 
ser  trâgt  am  ersten  Glied  zwei  starke,  bedornte,  eine  dicke  pin- 
selfurinige  und  eine  ganz  kleine  Borste,  am  zweiten  Glied  ventral- 
wàrts  drei  gleich  lange  schmale  Borsten,  von  denen  die  obère 
derb,  die  mittlere  fein  bedornt  ist;  au ch  die  dorsal  stehenden 
sind  hier  gefiedert.  Ferner  steht  eine  beiderseits  bedornte  Borste 
an  der  ventralen  vordern  Ecke  des  dritten  Gliedes.  Am  Exopo- 
dit  befinden  sich  nebst  den  sieben  gefiederten  Borsten  eine 
kiirzere,  gerade,  ungefiederte.  Die  SARs'che  Darstellung  dièses 
Gebildes  bei  11.  anstraliensis  (27,  PI.  VI,  Fig.  5)  ist  wohl  kaum 
genau. 

Die  ]\Iaxille  hat  einen  kurzen  Taster  und  kurze  stumpfe  Fort- 
sâtze.  Die  Zabi  der  Stralilen,  welche  Brady  und  Norman 
(23,  PI.  XXII,  Fig.  3)  darstellen,  ist  unrichtig.  Es  sind  nicht  14, 
sondern  26  Strahlen,  von  denen  6  nmndwârts  gerichtet  sind; 
auch  Sars  findet  fiir  II.  australiensis  deren  25  (PI.  VI,  Fig.  6). 

Der  Kieferfuss  weist  eine  breite  Kauplatte  auf,  die  oben  4 
lange  gelîederte  Borsten  trâgt.  An  derAthemplatte  sind  6  Strah- 
len, Brady  und  Norman  (23,  PI.  XXII,  Fig.  4)  stellen  nur  4  dar. 

Der  schmale  verkiimmerte  Taster  ist  zweigliedrig  und  trâgt 
an  seinem  Ende  zwei  lângere  gefiederte  und  eine  kurze  ungefie- 
derte Borste,  wie  sie  Vavra  richtig  darstellt. 

Am  ersten  Beinpaar  findet  sich  eine  gefiederte  Borste  am  ersten 
Glied,  eine  kleine  am  Ende  des  zweiten  und  dritten  Gliedes,  und 
eine  solche  in  der  Mitte  des  dritten  Gliedes. 


ti 


346  A.   KAUFMANN. 

Eine  auifâllige  Eigentiimliclikeit  dieser  Gliedmassen  ist  die 
Versclimelzung  der  Tibialglieder,  wodurcli  das  Bein  vier- 
gliedrig  wird,  was  weder  Brady  iind  Norman  nocli  Vayra  ir- 
gend  wie  erwâlmen;  nur  bei  Sars  (27,  p.  50)  findet  sicli  dièse 
Angabe  fiir  II.  australiensis  (PI.  VI,  Fig.  8)  und  die  verallge- 
meinernde  Beliaiiptimg  :  «  dies  ist  der  Fall  bei  alleii  andern  Arten 
dieser  Gattimg  »  (siehe  aiicli  p.  45).  In  dieser  Amiahme  gelit 
Sars  offenbar  zu  weit,  da  die  von  ihm  selbst  aufgestellte  Spezies. 
II.  Bradyi  Sars  durcliwegs  eine  getrennte  Tibia  hat,  und  aiich 
Kertész  fiir  seine  Form  eine  Trennung  darstellt  (51,  Taf.  VI, 
Fig.  6).  Ob  dièse  Trennung  von  einzelnen  Autoren  als  selbstver- 
stândlicb  betrachtet  oder  tibersehen  wurde,  bleibt  einstweilen 
dahingestellt  ;  jedenfalls  ist  auf  dièse  Eigenttimlichkeit  in  Zu- 
kunft  besonders  zu  aditen;  vielleicht  liegt  darin  ein  Merkmal 
zur  Abtreimung  besonderer  Arten.  Beide  Seiten  der  Tibia  weisen. 
zwei  kleine  Dornchen  auf. 

Die  Endklaue  ist  ungezâhnelt. 

Das  viergliedrigezweite  Beinpaar  ist  cbarakterisiert  durcli  die- 
Borsten  der  Endglieder.  In  der  Mitte  des  dritten  Gliedes  steht 
eine  Borste,  weldie  das  Ende  des  letzten  Gliedes  erreicht;  am 
Ende  befindet  sicli  eine  solche,   die  so  weit  vorragt,  wie  die-, 
ktirzere  der  drei  Endborsten.  Die  beidenlângern  von  diesen  sine 
unter  sich  gleicb  lang  und  noch  einmal  so  lang  als  die  kurze.  Dag 
dritte  Glied  ist  vorn  gezâlmelt.  Eine  der  Endborsten  kann  aucl 
riickAvârts  gerichtet  sein. 

Die  Furka  ist  nurweniggebogen  und  mit  zwei  schmalen  zalm- 
losen  Endklaueu  versehen;  die  distale  Wimper  ist  kurz;  dit 
Klauen  sind  verhaltnismâssig  langer  als  sie  Vavra  darstellt 
(37,  Fig.  17,  7)  ;  ferner  ist  die  liintere  Borste  fein  gefiedert  un( 
gekniet,  etwas  langer,  indem  sie  iiber  die  Basis  der  untern  Klaue 
hinausragt.  Der  ganze  Hinterrand  ist  ungleichmassig  beliaart, 
ebenso  die  Seite,  wo  die  Behaarung  bis  an  den  Ventralrand  auf- 
steigen  kann. 


CYPRIDEN   UND   DARWINL'LIDEN.  347 

Die  Fortpllanzuiig  sclieint  ungesclilechtlich  zu  sein,  da  icli  bis 
jetzt  keine  Mâmichen  finden  konnte. 

Fundort:  Giirbegebiet,  Belp,  Mlililethurnen,  Kôniz,  Riet- 
hâusclien  bei  St.  Gallen,  Au,  Berneck,  Altstâtten,  Horw,  Arbon, 
Greifensee,  Colico. 

28a.  IJyocypris  gibha  var,  hicornis  nov.  var. 
Taf.  20,  Fig.  18,  19;  Taf.  25,  Fig.  i-4. 

Lange  :  0,85  mm. 
Holie  :  0,47  mm. 
Breite  :  0,24  mm.  (0,34  m.  d.  Fortsâtzen.) 

Dièse  Maasse  stimmen  mit  Ausnahme  der  Breite  ziemlich 
mit  denjenigen,  weldie  Yavra  angibt,  iiberein  ;  die  vorliegende 
Form  ist  schmâler. 

In  der  Seitenansicht  weicht  sie  erheblicli  von  der  Darstellung 
Vavra's  ab  (37,  Fig.  17,  1),  indem  der  Riickenrand  von  der 
Augengegend  an  schief  nach  unten  verlâuft  und  im  zweiten 
Drittel  diirch  die  Vorwolbung  der  hintern  Schalenpartie  iiber- 
ragt  wird,  so  dass  er  niclit  mehr  den  Umriss  darstellt.  Vor  dem 
Auge  fâllt  der  Rand  geradlinig  schief  nach  vorn  ab,  uni  in  den 
ziemlich  gleichmâssig  gerundeten  Vorderrand  uberzugehen. 
Der  Unterrand  ist  leicht  eingebuchtet,  der  Hinterrand  ebenfalls 
kreisfôrmig,  nicht  wie  in  der  VAVRA'schen  Form.  Von  oben  ge- 
sehen,  ist  die  Schale  nach  vorn  gleichmâssig  geradlinig  zuge- 
spitzt  ;  die  Seitenrânder  verlaufen  parallel,  und  nach  hinten  ist 
die  Schale  wieder  etwas  gerundet. 

Auf  der  ganzen  Schale  finden  sich,  wie  in  der  Hauptform,  dicht- 
stehende  Grubchen.  Die  Behaarung  ist  spârlich,  am  Hinterrand 
etwas  reichlicher. 

Ein  Hauptgrund  zur  Unterscheidung  einer  Varietât  liegt  in 
den  seitlichen  Erhebungen  der  Schale. 

Zum  Unterschied  von  der  typischen  Form  ohne  Erhebung  wird 
schon  von  Brady  und  Norman  (10)  auf  eine  solche  mit  kegel- 


348  A.    KAUFMANN. 

fôrmigen  Erhebungen  hingewiesen,  die  Kertész  in  der  extremen 
Ausbildung  als  IJyocyjms  gïbha  var.  tuherculata  bezeiclinet. 
Dièse  Form  ist  die  von  Vavra  (37,  Fig.  17, 1,  2)  und  von  Brady 
undN0RMAN(23,  Taf.  LXVIII,  Fig.  20, 21)  dargestellte,  von  denen 
sich  diejenige  von  Kertész  wieder  imterscheidet.  Letzterer  findet 
jederseits  sieben  Erhebungen,  wâhrend  Vavra  und,  soweit 
ersichtlich,  auch  Brady  und  Norman  nur  drei  darstellen. 

Die  vorliegende  Form  bat  einen  lângern  und  einen  kurzen 
kegelfôrmigen  Fortsatz.  Ersterer  liegt  unmittelbar  hinter  der 
zweiten  dreieckigen  Vertiefung  und  ist  nach  vorn  schief,  auf  der 
Hinterseite  senkrecht  zur  Lângsachse  begrenzt,  letztere  liegt 
weiter  nach  vorn  in  der  Nâhe  des  Ventrah^andes  und  ist  ganz 
klein,  so  dass  er  in  der  Rtickenansicht  nicht  sichtbar  ist.  Dièse 
Bildungen  scheinen  konstante  zu  sein,  da  ich  die  gleiche  Form 
aus  Oerthchkeiten  bezog,  die  weit  auseinander  Hegen.  Genaue 
Untersuchungen  sollen  dartun,  ob  ausser  den  genannten  Fort- 
sâtzen  noch  andere  mit  einer  bestimmten  Kegehnâssigkeit  auf- 
treten,  so  dass  sich  noch  andere  Varietâten  oder  vielleicht  Arten 
nnterscheiden  lassen. 

Ein  weiterer  Unterschied  zeigt  sich  in  dem  Verhalten  des 
Schalenrandes,  an  dem  Vavra  und  Kertész  Beihen  von  kleinen 
stachelfôrmigen  Fortsâtzen  darstellen,  wâhrend  sie  wiederum  in 
der  Darstellung  von  Brady  und  Norman  fehlen.  Bei  meinen 
Exemplaren  fand  ich  sie  nicht. 

Den  Einbuchtungen  am  Riicken  wurde  bis  jetzt  wenig  Auf- 
merksamkeit  geschenkt.  Bei  Kertész  sind  sie  nicht  dargestellt. 
Vavra bildet  sie  als  zwei  parallèle,  quer  verlaufendeLângsrinnen 
ab,  bei  Brady  und  Norman  sind  sie  ganz  undeuthch.  Ich 
glaube,  dass  sie  iiberall  in  der  gleichen  Gestalt  auftreten,  und 
zwar  als  zwei  dreieckige  Vertiefungen,  von  denen  die  breitere 
und  weniger  tiefe  hinter  dem  Auge  liegt  ;  die  zweite,  unmittelbar 
dahinter,  ist  tiefer,  nach  unten  steil  begrenzt.  Von  da  aus  ver- 
lâuft  eine  seichte  Vertiefung  weiter  zum  Schliessmuskeleindruck. 


CYPRIDEN   UND   DARAVINULIDEN.  349' 

In  dieser  Gestaltung  finden  sich  die  Eindriicke  aucli  bei  allen 
andern  Arten, 

Hiiiter  der  zweiten  Vertiefimg  wôlbt  sich  der  Seitenteil  der 
Scliale  aucli  liber  den  Riickenrand  vor  imd  bildet  hier  eine  Strecke 
weit  den  Umriss. 

In  den  Ghedniassen  stimmt  die  Form  mit  der  vorigen  Art  und 
mit  den  Angaben  Vavra's  tiberein. 

Fundorte  :  Gûrbegebiet  und  Binnengewâsserkanal  bei  Au  im 
Rheintal. 

20.  Ihjocypris  lacusfris  Kaufmann. 

Taf.  24,  Fig.  5-7  ;  Taf.  25,  Fig.  9-16  ;  Taf.  31,  Fig.  25. 

1900.  Ilijocijiiris  lacustris  Kaufman,  141,  p.  133. 

Lange:  Ç  0,91  cf  0,84  mm. 
Hôhe:  0,51      0,45  mm. 

Breite:        0,34  mm. 

Bei  oberflâchlicher  Betrachtung  kann  dièse  Art  leicht  mit 
llyocypris  gïbha  verwechselt  werden,  da  sie  ihr  in  der  Gestaltung^ 
sehr  nahe  kommt  ;  der  Unterschied  beruht  in  einer  etwas  stâr- 
kern  Erhebung  liber  den  Augen  und  dem  Verhalten  der  hinterii 
obern  Ecke,  die  hier  weniger  gerundet  erscheint,  sondern  einen 
gut  ausgepragten  Winkel  bildet.  Hinter  dem  Auge  ist  auch  hier 
eine  breite  Einkerbung  und  hinter  dieser  eine  schmâlere,  aber 
tiefere,  welche  mit  dem  SchUessmuskeleindruck  korrespondiert. 
Die  librigen  Yerhâhnisse,  die  Grlibchen  und  die  Behaarung  sind 
wie  in  der  vorigen  Art. 

Die  Mânnchen,  bei  welchen  die  vier  Hodenschlâuche  durch- 
scheinen,  sind  merkKch  kleiner  als  die  AVeibchen. 

Die  erste  Antenne  ist  schlank.  Die  Borste  des  zweiten  Gliedes 
erreicht  das  Ende  des  vierten  GHedes.  Am  zweitletzten  GHede 
finden  sich  zwei  leicht  gekrlimmte  klauenartige  Borsten. 

Das  Basalglied  der  zweiten  Antenne  tragt  nach  innen  drei 
Borsten,  von  denen  die  obern  zwei  beisammen  stehen  ;  die  eine 


350  A.   KAUFMANN, 

von  diesen  ist  stark  gefiedert.  Die  Hiiiterseite  dièses  Gliedes 
trâgt  einen  Bûschel  Haare.  Die  steife  Borste  an  der  untern  vor- 
dern  Ecke  des  dritten  Gliedes  erreicht  die  Spitze  der  Sensitiv- 
borste  des  letzten  Gliedes.  Die  ftlnf  vorn  gefiederten  Schwimm- 
borsten  desselben  Gliedes  sind  noch  einmal  so  lang  als  die  Distaiiz 
zwischen  ihrer  Basis  imd  der  Spitze  der  Endklauen  ;  die  sechste 
Borste  erreicht  nur  das  Ende  des  letzten  Gliedes.  Von  den  End- 
klauen sind  zwei  etwas  stârker  und  langer  als  die  andern.  Im 
tibrigen  verlialten  sie  sich  wie  diejenigen  von  Byocypris  gïbha. 

Die  Fiederung  des  zweiten  Gliedes  des  Mandibulartasters  ist 
wie  bei  den  tibrigen  Arten. 

Der  Kieferfuss  des  Mânncbens  gleicht  im  Taster  auffâllig  dem- 
jenigen  von  Ilyocypris  australiensis,  den  Sars  (27,  Taf.  VI, 
Fig.  12)darstellt,  ist  aber  diircbaus  verschieden  von  demjenigen, 
welclien  KertÉsz  fur  seine  IlyocyjJris  gihba  var.  tuhercuJata  ab- 
bildet.  Er  besteht  aus  einem  ersten  Glied,  das  etwa  5  7^  mal  so 
lang  ist  als  breit  und  vorn  zwei  gefiederte  Borsten  trâgt,  von 
denen  die  eine  der  Flâche  des  Gliedes  so  anliegt,  dass  sie  leicht 
tibersehen  werden  kann,  was  vermutlich  aucli  Sars  bei  seiner 
Ilyocy^yris  australiensis  begegnet  ist.  Das  zweite  ebenfalls  sehr 
scbmale  Glied  ist  leicht  gebogen  und  zeigt  gegen  das  Ende  auf 
der  Vorderseite  eine  Ausbuchtung,  auf  der  Hinterseite  eine  Ein- 
buchtung,  an  welcher  eine  feine,  fadenartige,  S-fôrmige  Borste 
entspringt,  die  Sars  fiir  seine  Form  auch  nicht  angiebt.  Un- 
mittelbar  vor  dem  Ende  ist  noch  einmal  eine  Trennung  zu  beob- 
achten,  so  dass  ein  sehr  kurzes  drittes  Glied  zu  unterscheiden 
ist,  das  mit  einer  ziemlich  langen,  ebenfalls  gefiederten  Borste 
abschliesst.  Beide  Taster  sind  ganz  gleich,  wodurch  sich  dièse 
Oattung von  allen  einheimischen  Cypriden  eigenartig  abscheidet. 

Das  erste  Beinpaar  trâgt  am  ersten  Glied  nur  eine  kurze 
Borste.  Die  Tibia  ist  auch  hier  ungeteilt. 

Am  zweiten  Glied  des  zweiten  Beinpaares  sind  auf  der  Vorder- 
seite vier  Haarbiischel.   Das  dritte  GHed  zeigt  ein  besonderes 


CYPRIDEN   UND    DARWINULIDEN.  351 

Merkmal  fiir  dièse  Art,  indem  zu  den  zwei  bei  allen  Arten  aiif- 
tretenden  Borsten  noch  eine  dritte  erscheint,  die  bei  beideii 
Geschlechtern  zu  finden  ist.  Dièse  ist  gebogen  und  berûlirt  mit 
der  schwach  verdickten  Spitze  nicht  ganz  die  Mitte  der  nâchst 
hoher  stehenden  Borste.  Vermiitlich  ist  es  eine  Siniiesborste, 
deren  Auftreten  an  dem  in  der  Scbale  versteckten  zweiten  Fuss- 
paar  eigentlimlicli  ist,  und  bis  jetzt  bei  keiner  andern  Cypride 
vorgefunden  wurde. 

Die  Furka  des  Mânncliens  ist  bedeutend  kleiner  als  diejenige 
des  Weibchens,  weniger  stark  gebogen,  aber  in  gleicber  Weise 
behaart.  Die  hintere  Borste  ist  gekniet  und  ragt  etwas  ilber  die 
Basis  der  kleinern  Endborste  hinaus. 

An  dem  Copulationsorgan  lassen  sich  vier  verschiedene  Plat- 
ten  unterscheiden,  zwei  davon  laufen  aus  dem  breiten  Basalteil 
nacli  vorn  und  verengern  sich  aUmâhlig,  um  in  eine  stumpfe 
Spitze  auszulaufen  ;  sie  liegen  zum  Teil  ûbereinander.  Die  dritte 
Platte  ist  schmal,  langer  als  die  andern  und  vorn  etwas  liakig 
nach  innen  gekriimmt,  wâhrend  die  grôsste  vierte  Platte  aus 
ganz  schmaler  Basis  entspringend  nach  hinten  ein  stumpfes  Knie 
bildet  und  nach  vorn  in  eine  Spitze  endigt.  Dièse  Teile  verhalten 
sich  wieder  âhnlich  denjenigen  von  llyocypris  australiensis,  doch 
zeigt  die  dritte  Platte  eine  deuthche  Einbuchtung  auf  der  Hinter- 
■^seite,  wâhrend  bei  der  australischen  Form  der  Hinterrand  mit 
dem  Vorderrand  einen  rechten  Winkel  bildet;  ferner  ist  die 
dritte  schmale  Platte  bei  der  SARS'schen  Form  vorn  stark  ver- 
breitert,  also  nicht  hakenfôrmig.  Das  Vas  deferens  scheint  im 
Innern  des  Apparates  mehrere  Schlingen  zu  beschreiben. 

Der  Ejaculationsapparat  ist  ebenfalls  selir  âhnlich  demjenigen 
von  llyocypris  aiistraliensis,  lang  und  schmal,  fast  wie  bei 
C'y}) rois  marginata,  mit  17  Chitinkrânzen  ;  am  obern,  krugfôr- 
migen  Ende  sind  im  vorspringenden  Teil  Einschnitte  zu  sehen. 

Fundort  :  Bielersee,  aus  einer  Tiefe  von  ca.  30  m. 


352  A.   KAUFMANX. 

30.  IJyocypris  iners  Kaufmann. 

Taf.  24,  Fig.  3,  4;  Taf.  25,  Fig.  5-8. 

1900.  Iljjocypris  iners  Kaufmann,  141,  p.  133. 

Lange:  0,93  mm. 
Hôlie:  0,5  mm. 
Breite:  0,28  mm. 

Aucli  dièse  Form  ist  den  tibrigen  zum  Verwechseln  âhiilichj 
gleiclit  aber  in  der  Seitenansicht  der  letztern  Art  mehr,  indem 
sie  hinten  oben  ebenfalls  eckig  begrenzt  ist,  auch  fâllt  der  Rticken- 
rand  niclit  so  schief,  sondern  fast  rechtwinklig  zum  Bauchrand 
ab.  Die  Einbuclitung  in  letzterem  ist  weniger  tief  als  bei  Ilyo- 
cyprisgibha;  die  Schale  ist  etwas  weniger  breit  in  der  Augen- 
gegend,  dafiir  aber  um  dièse  Ditterenz  langer  als  Ilyocypris 
fjihha.  Die  Wôlbung  des  Riickenteils  imd  die  der  dreieckigen  Ver- 
tiefung  verhalten  sicb  gleich,  doch  feblt  jede  Erhebung.  Yorder- 
und  Hinterrand  sind  dicht  behaart  ;  die  Zâhnchen  des  Kandes 
sind  ûberall  ganz  klein. 

Ein  wesentliches  Unterscheidmigsmerkmal  liegt  im  Verhalten 
der  ersten  Antenne,  deren  Borsten  aiiffâllig  kurz  sind,  indem  sie 
niir  um  die  Lange  der  letzten  sedis  Glieder  liber  das  Ende  der 
Antenne  hinausragen,  wâhrenddem  sie  bei  den  oben  erw  ahnten 
Arten  fast  doppelt  so  lang  sind. 

Die  zweite  Antenne  weist  ebenfalls  eine  charakteristische  Ver- 
kiinmierung  der  Scliwimmborsten  auf.  Dièse  sind  um  die  Hiilfte 
diinner  als  bei  den  librigen  Arten  und  daher  sebr  scliwach,  die 
oberste  erreicht  das  Ende  des  letzten  Gliedes,  wàhrend  die  an- 
dern  eigentlichen  Schwimmborsten  nicht  ganz  bis  zur  Spitze  der 
kiirzesten  Endklaue  gehen.  Es  bildet  dièse  Art  daher  eine  Mittel- 
stufe  zwischen  Ilyocypris  gïbha  und  Ilyocypris  Bradyi,  die  offen- 
bar  nicht  zu  schwinnnen  vermag. 

Die  grosse  gekriimmte  Borste  des  dritten  Gliedes  liât  die 
gleiche  Lange  wie  die  Schwimiiil)orsten. 


CYPRIDEN   UND   DARWIN  ULIDEN.  353 

Die  tibrigen  Gliedmassen  weisen  keine  merklichen  Verschie- 
clenheiten  auf. 

Das  erste  Beiiipaar  ist  viergliedrig,  mit  ungeteilter  Tibia. 

Die  Borsten  am  zweitletzten  Glied  des  zweiten  Beinpaares 
sind  wie  bei  IJyocypris  gihha;  die  hiiitere  erreicht  die  Spitze  des 
Eiidgliedes. 

Die  Klaueu  der  Fiirka  sind  ini  Verhâltnis  zu  dieser  nur  wenig 
grôsser  als  bei  der  Haiiptform.  Hinter-  imd  Vorderrand,  sowie 
die  Seite  der  Furka  sind  reiclilich  beliaart. 

Fundort  :  Bielersee  in  ca.  20  m.  Tiefe. 

31,  Ilyocypris  Bradyi  Sars. 
Taf.  24,  Fig.  1,  2  ;  Taf.  25,  Fig.  17,  18. 

1890.  Ili/ocypris  Bradiji  Sars,  28,  p.  59. 

1891.  »  yibba  var.  repens  Vavra  37,  p.  60,  Fig.  18, 1-3. 
1894.         »  repens  Hartvvig,  66. 

1896.         »  Brada   Brady  and  Norman,     79,   p.  728,   PI.    LXIII, 

Fig.  22,  23;  PL  LXVIII,  Fig.  18,  19. 

Brady  und  Nor]VIAn  sind  der  Ansiclit  (79,  pag.  728),  dass 
Monocuhis  puber  Juriue  und  histrigatus  Jurine,  sowie  Cypris 
sinuata  Fischer  und  Cypris  histrigata  Liljeborg  mit  dieser 
Form  zu  identilizieren  seien.  Aus  den  Darstellungen  der  genann- 
ten  Autoren  aber  lâsst  sicli  nidits  Siclieres  erkennen,  da  das 
Verhalten  der  zweiten  Antenne  niclit  bekannt  gegeben  wurde, 
und  aus  der  Schalendarstellung  durdiaus  niclit  zu  erselien  ist, 
welche  von  den  Arten  vorgelegen  bat. 

Nach  dem  Verhalten  des  ersten  Beinpaares  (getrennte  Tibia) 
wiirde  sich  fiir  die  FisCHER'sche  Cypris  Uplicata  (2,  Taf.  V,  Fig.  5) 
gesttitzt  auf  meine  Befunde  ergeben,  dass  dièse  Form  mit  der 
vorliegenden  identisch  ist  und  nicht  mit  Ilyocypris  gïUba,  Avie 
Brady  und  Norman  annehmen. 

Lange:  0,96  mm, 

Hohe:   0,51  mm. 

Breite:  0,28  mm. 

Rev.  Suisse  de  Zool.,  T.  8.  1900.  23 


354  A.    KAUFMANN. 

Die  Seitenansiclit  zeigt  âlinliclie  Yerliâltnisse  wie  bei  llyocy- 
pris  gïbha  und  iners.  Der  Vorderrand  ist  sclion  vom  Auge  an 
gleiclimâssig  geriindet;  der  Rtickenrand  fâllt  niclit  so  starknach 
liinten  ab  und  gebt,  wie  bei  IJyocypris  iners,  in  einem  ziemlich 
scharfen Winkel  in  den  Hinterrand  liber.  Vorder-  und  Unterrand 
sind  mit  vielen  kleinen,  der  Hinterrand  mit  etwa  sieben  entfernt 
stebenden,  viel  grôssern  kegelfôrmigen  Erhôhungen  versehen. 

Ueber  dem  Scbliessmuskel  sind  zwei  iibereinander  liegende 
dreieckige  Yertiefungen.  Aus  der  Ansicht  von  oben  ist  ersicbt- 
lich,  dass  die  linke  Sdiale  langer  ist  als  die  redite.  Die  Con- 
touren  verlaufen  in  der  Mitte  ziemlicb  parallel,  spitzen  sich 
aber  nadi  vorn  und  binten  sdiarf  zu. 

Die  Borsten  der  ersten  Antenne  sind  kurz  ;  sie  ûberragen  das 
Endgbed  nur  um  die  Lange  der  letzten  5  V,  Glieder. 

Die  GHeder  sind  breiter  als  bei  den  obigen  Arten,  mit  Aus- 
nalime  des  letzten,  so  breit  oder  breiter  als  lang. 

Die  zweite  Antenne  trâgt  am  Ende  des  dritten  Gliedes  fiinf 
verkiimmerte  Scbwimmborsten,  von  denen  die  unterste  die 
lângste  ist  und  das  folgende  Glied  etwas  ûberragt,  wâlirend  die 
andern  kaum  halb  so  lang  sind.  Die  sediste  Borste  ist  wieder 
etwas  langer.  Die  dicke  Borste  an  der  untern  Ecke  des  gleicben 
Gliedes  erreicbt  nabezu  das  Ende  der  Endklauen. 

Das  folgende  Glied  ist  doppelt  so  lang  als  breit,  in  der  Mitte 
querîiber  reichlidi  beliaart  ;  die  vier  Endklauen  ragen  ziemlich 
gleich  weit  vor. 

Das  erste  Beinpaar  hat  eine  zweiteilige  Tibia,  ist  also  durdi- 
wegs  ftinfgliedrig.  Das  zweite  Tibialglied  ist  kiirzer  als  das  erste 
und  vorn  mit  zwei  ungleich  langen  Bôrstdien  versehen. 

Das  zweite  Beinpaar  ist  wie  bei  IL  gihha. 

Die  Furka  verhàlt  sidi  zu  deren  Klauen  wie  39  :  29  :  26.  Seite 
and  Hinterrand  sind  deutlidi  behaart. 

Fundorte  :  Bielersee,  Kiesen,  Steinadi,  Andelfingen,  Koblenz, 
Monchenstein. 


CYPRIDEN   UND  DARWINULIDEN.  355 

32.  llyocypris  inermis  Kaufmann. 
Taf.  20,  Fig.  20,  21  ;  Taf.  2o,  ¥ig.  19-24. 
1900.  Ihjocijpris  inermis  Kaufmann,  141,  p.  133. 

Lange:  0,8  mm. 
Holie  :  0,4  mm. 
Breite:  0,24  mm. 

Dièse  neue  Art  untersclieidet  sich  von  der  vorigen,  mit  der  sie 
;sehr  nalie  verwandt  ist,  in  der  Scliale  durcli  die  geringere 
Lângen-  iind  Breitenausdehnung.  Der  Rtickenrand  verlâuft 
ziemlich  parallel  mit  der  Lângsaclise,  so  dass  die  Schale  vorn  nur 
unwesentlicli  liulier  ersclieint  als  liinten.  Ferner  wird  der 
Rûckenrand  im  liintern  Teil  niclit  von  den  Seitenteilen  der 
Schale  iiberwôlbt  und  geht  in  einem  scharfen  Winkel  in  den 
Hiiiterrand  liber.  Der  hintere  untere  Teil  ist  auch  lange  niclit  so 
gerundet  wie  bei  der  vorigen  Art,  und  der  Bauchrand  ist  erheb- 
licli  stiirker  eingebuchtet.  Ziemlich  parallel  dem  Rand  verlâuft 
die  meist  deutlich  sichtbare  Randlinie. 

Die  Rlickenansicht  zeigt  die  grôssere  Lange  der  linken  Schale 
und  ein  fasi  sclmabelfôrmiges  vorderes  Ende,  an  welchem  beide 
Schalenbreit  abschliessen,  ebenso  wie  hinten.  Hôcker  sind  keine 
vorhanden,  doch  sind  auch  die  beiden  dreieckigen  Einbuchtun- 
gen  deutlich  ausgebildet.  Vorder-  und  Bauchrand  sind  mit  fei- 
nen  Zâhnchen  ausgestattet  ;  am  Hinterrand  finden  sich  neben  die- 
sen  noch  etwa  7  kegelformige  Fortsâtze. 

Die  Flâche  der  Schale  zeigt  eine  schwache,  Vorder-  und 
Hinterrand  eine  starke  Behaarung;  die  ganze  Schale  ist  wie 
bei  allen  andern  Arten  liickenlos  mit  Grtibchen  versehen. 

Die  erste  Antenne  ist  kleiner  als  bei  der  vorigen  Art;  die 
Olieder  sind,  mit  Ausnahme  des  zweiten,  aile  langer  als  breit, 
aber  schmâler  als  bei  der  vorigen  Art,  wenn  auch  nicht  immer 
«0  viel,  als  die  Darstellung  angibt  (Taf.  25,  Fig.  19). 

Die  Schwimmborsten  der  letzten  drei  Glieder  sind  ktirzer  als 


356  A.    KAUFMANN. 

bei  II.  Bradyi,  indem  sie  das  letzte  Glied  nur  um  die  Lange 
der  letzten  4  y^  Glieder  ûberragen. 

Die  zweite  Antenne  ist  schlanker,  das  zweitletzte  Glied  fast  drei 
mal  so  lang  als  breit  und  dadurch  charakterisiert,  dass  die  ftinf 
Scliwimmborsten  auf  ein  Minimum  reduziert  sind  und  nur  nock 
als  ganz  kurze,  scliwer  erkennbare  Fortsâtze  erscheinen.  Nur  die 
oberste  secbste  Borste  ist  ausgebildet,  reicht  aber  kaum  bis  in 
die  Mitte  des  darauf  folgenden  Gliedes;  auch  das  letzte  Glied  ist 
weniger  breit  als  bei  II.  Bradyi,  die  leicht  gekriimmte  steife 
Borste  am  unterer  Ende  des  dritten  Gliedes  fand  ich  auch  meist 
ktirzer. 

Das  erste  Beinpaar  ist  funfgliedrig,  das  zweite  ganz  âlmlick 
dem  der  vorigen  Art, 

Die  Furka  ist  langer  als  bei  II.  Bradyi,  etwas  stârker  ge- 
kriimmt,  und  die  hintere  Borste  reicht  V4"V5  ^^^^^^^  ^^^  beiden 
Endklauen  hinaus;  die  Klauen  verhalten  sich  zur  Furka  wie  17  : 
17:47. 

Fundorte  :  Bruggen  bei  St.  Gallen,  Giirbegebiet  bei  Bern,  beint 
Rotsee. 


7.  Unterfamilie.  CANDONINiE. 

Zweite  Antenne  des  Weibehens  funfgliedrig,  des- 
Mânnchens  meist  sechsgliedrig  mit  zwei  Spiirborsten. 

Schwimmborsten  fehlen. 

Taster  des  Kieferfusses  beim  Weibchen  nicht  ver- 
kiimmert,  dreieckig,  beim  Mânnchen  ungegliedert. 

Putzfuss  mit  drei  ungleich  langen  Borsten  am 
Endgiied. 

Chitinstâbe  des  Ejaculationsapparates  in  getrenn- 
ten  Ringen. 


CYPRIDEN  UND   DARWINULIDEN.  357 

15.  Gattung  CANDONOPSlSVavra. 

Wolil  mit  Redit  trennt  Vavra  (37,  pag.  54)  dièse  Gattung 
Ton  der  Gattung  Candona  ab,  da  sie  wesentliche  anatomische 
Unterscliiedezeigt;  er  stellt  folgende  Merkmale  auf  : 

«  Zweites  Antennenpaar  beim  Mannclien  seclis- 
^liedrig  mit  zwei  besonderen  Spiirorganen. 

Mandibel  mit    einem  ungewôhnlicli   langen  Taster. 

Zweite  Maxille  mit  einer  deutlichen,  aus  drei  gelie- 
-derten  Borsten  bestehenden  Athemplatte. 

Furkalglieder  schlank,  die  Borste  der  hintern 
jKante  felilt.  » 

33.  Candonopsis  Kingsleii  Brady  and  Robertson. 
Taf.  24,  Fig.  8-11;  Taf.  26,  Fig.  1-9;  Taf.  31,  Fig.  17. 

!870.  Candona  Kingsleii  Brady  andRobertson  12, p.  17,  PL IX, Fig.  9-12. 

1889.  »  »        Brady    and    Norman    23,    p.     102.  •  PI.    IX, 

Fig.  19-22,  PI.  XIII,  Fig.  19. 

1890.  «  »        Sars  28,  p.  67. 

1891.  Candonopsis   »        Vavra  37,  p.  54,  Fig.  16,  1-6. 
1896.  Candona         «        Brady  and  Norman,  79,  pag.  731. 
-1898.  Candonopsis  Kingsleii  Hartwig  93.  p.  74. 

1898.  »  »        Sars  101,  p.  355. 

Lange:    Ç  1^06  mm.     cf  1,24  mm. 
Hôhe:  0,5  mm.  0,6  mm. 

Breite:         0,3  mm. 

Wie  aus  diesen  Angaben  ersichtlich,  bestelit  ein  erhebli- 
•cher  Grossenunterschied  zwischen  Mannclien  und  AVeibchen, 
wâlirend  die  Umrisse  der  Sdialen  ungefahr  gleicli  gestaltet  sind. 

Von  der  Seite  ersdieint  die  Sdiale  langgestreckt,  âhnlich 
derjenigen  von  Candona  neglecta,  aber  weniger  breit.  Der 
Rtickenrand  zeigt  zwei  seichte  Einbuchtungen,  Vorder-  und 
Hinterrand  sind  gerundet.  Der  Ventralrand  ist  in  beiden  Ge- 
schleditern  in  der  linken  Schale  stârker  eingebuchtet  als  in 
der  rechten.  Die  grôsste  Breite  erreicht  sie  im  hintern  Drittel. 


358  A.   KAUFMANN. 

Selir  deutlich  fand  icli  beim  Weibclien  die  Randlinie,  die^ 
weit  vom  Vorderrand  entfernt,  fast  reclitwinklig  nacli  oben  und 
unten  umbiegt,  um  sich  dem  Rande  zu  nâherii.  Diesen  verlâsst 
sie  ventral  sofort  wieder,  verlâuft  fast  geradlinig  nach  hintea 
und  wendet  sich  in  einem  Bogen  zum  Rtickenrand. 

Von  oben  gesehen  ist  der  Umriss  scbwach  eifôrmig,  mit  der 
grôssten  Breite  hinter  der  Mitte,  beidseitig  spitz  zulaufend. 

Die  Behaarimg  beschrânkt  sich  auf  einige  wenige,  teils  aber 
recht  lange  Haare  am  Vorder-  und  Hinterrand. 

Aile  Telle  der  Schale  sind  durchsichtig,  Hodenschlâuche  und 
Ovarien  scheinen  durch.  Die  Schliessmuskeleindrûcke  sind  auf- 
fallend  breit,  dreieckig  bis  eifôrmig. 

Die  erste  Antenne  zeiclmet  sich  durch  sehr  schmale  Glieder 
aus  ;  schon  das  erste  Glied  ist  sehr  lang  gestreckt,  oben  mit  zwei 
Borsten  versehen,  von  denen  die  vordere  gebogen  ist  und  aiit 
der  Spitze  die  Mitte  des  vierten  Gliedes  erreicht.  Das  zweite 
quadratische  Glied  trâgt  am  distalen  Ende  eine  Borste,  die  so 
lang  ist  wie  die  drei  folgenden  Glieder  zusammen.  Das  dritte 
Glied  scheint  der  Borste  zu  entbehren  ;  dièses  und  die  folgenden 
Glieder  sind  3-4  mal  langer  als  breit. 

Die  Spiirborste  am  dritten  Glied  der  zweiten  Antenne  ragt 
mit  der  Spitze  liber  das  Ende  des  Gliedes  liinaus  und  ist  schmal, 
in  der  Mitte  geknickt.  Die  Borste  am  Ende  desselben  Gliedes 
tiberragt  das  Endglied. 

Das  vierte  Glied  ist  beim  Mânnchen  geteilt,  wodurch  die  An- 
tenne sechsgliedrig  wird.  An  der  Teilungsstelle  finden  sich,  wie 
bei  Candona,  zwei  Spiirborsten,  die  mit  der  hyalinen  Spitze  das 
Ende  des  letzten  Gliedes  erreichen.  Die  Endklauen  sind  beson- 
ders  lang,  diejenigen  des  zweitletzten  Gliedes  langer  als  die  drei 
letzten  Glieder  zusammen  ;  die  Sensitivborste  des  letzten  Crliedes 
ist  so  lang  wie  dièses. 

Das  Miinnchen  hat  drei,  das  Weibchen  funf  lange  Klauen. 

An  der  ziemlich  schmalen  Mandibel  befinden  sich  nur  fiinf 


CYPRIDEN    UNU    UARWINULmEN.  359 

feine  wasserhelle  Zalme  ;  die  Borste  der  obern  Kante  steht  selir 
weit  nach  liinten.  Ueber  der  Kauplatte  fallen  die  fiinf  derbeu 
Borsten  auf,  die  an  Notodromas  eriniiern,  drei  davon  gelioren 
dem  zweiten,  zwei  davon  dem  ersten  Gliede  an  ;  aile  sind  eng 
und  zart  gefiedert  und  zwar  zweireihig,  doch  so,  dass  die  untere 
Pteihè  auch  nacli  oben  gerichtet  und  daher  scliwer  sichtbar  ist. 
Ausserdem  findet  sicli  an  beiden  Gliedern  noch  je  eine  kurze, 
steif  gefiederte  Borste,  dorsalwârts  tnigt  das  zweite  Glied  zwei 
Borsten.  Die  Athemplatte  bat  fiinf  dicke  gefiederte  und  eine 
kurze  ungefiederte  Borste  ;  das  Ende  des  dritten  Gliedes  tragt 
sieben  Borsten,  von  denen  eine  um  die  Hâlfte  langer  ist  als  das 
letzte  Glied.  Dièses  ist  in  cliarakteristischer  Weise  langgestreckt, 
an  Cl/pria  erinnernd  und  am  Ende  mit  drei  Borsten  verselien, 
von  denen  die  mittlere  die  lângste  und  am  Ende  einseitig  be- 
dornt  ist. 

Die  Darstellungen,  welche  Yavra,  Brady  und  Norman  von 
diesen  Gliedmassen  geben,  sind  nicbt  genau.  Bei  Brady  und  Nor- 
man (23,  Taf.  13,  Fig.  19)  fehlen  die  Borste  der  Kauplatte,  die 
gefiederten  kurzen  Borsten  des  ersten  und  zweiten  Gliedes,  drei 
Borsten  am  Ende  des  dritten  Gliedes  und  die  gefiederte  End- 
klaue,  dafiir  sind  sechs  statt  fiinf  gefiederte  Borsten  an  den 
ersten  zwei  Gliedern  angegeben.  Bei  Yavra  (37,  Fig.  16,  5) 
fehlen  die  beiden  kurzen  gefiederten  Borsten,  sowie  drei  am  Ende 
des  dritten  Gliedes;  auch  sind  die  Fiederstrahlen  der  langen 
Borsten  nur  einseitig,  statt  beidseitig,  angegeben. 

An  den  Maxillen  ist  der  Taster  sehr  stark  entwickelt,  wie  bei 
Cypria,  nach  vorn  verbreitert,  der  obère  Teil  des  ersten  Gliedes 
ragt  seitlich  ùber  das  Ende  des  zweiten  Gliedes  hervor  und  ist 
mit  drei  Borsten  verselien.  Am  Grunde  des  letzten  Fortsatzes 
steht  eine  lange  gekriimmte  Borste. 

Der  Kauteil  des  Kieferfusses  tragt  kurzere  und  lângere  ge- 
fiederte, nebst  kurzen  pinselformigen  Borsten,  von  denen  eine 
am  Grunde  durch  ihre  Stârke  aufiâllt.  Die  deutlich  entwickelte 


360  A.    KAUFMANN. 

Atliemplatte  liât  nur  drei  Borsten,  imweit  davon  findet  sicli  noch 
eiiie  dicke,  die  das  Ende  des  Tasters  erreicht.  Beim  Weibchen 
hat  der  Taster  die  gewôhnliche  Gestalt  imd  kurze  Endborsten, 
deren  lângste  niclit  so  lang  ist  als  der  Taster.  Die  Taster  des 
Mânnchens  gleiclien  denen  Yon  Candona.  Der  rechtsseitige  ist 
am  Grunde  breiter  als  der  linke  und  geht  allmâhlig  in  eine  Spitze 
aus  ;  der  Rtickenrand  bildet  vorn  eine  leiclite  Einbuchtung.  Der 
A^orderrand  trâgt  auf  einer  kleinen  Einbuchtung  eine  kurze 
Borste.  Der  linksseitige  Taster  ist  weniger  breit,  im  vordern 
Drittel  durcli  eine  Einschnîirung  ausgezeiclmet.  Bei  beiden  Ge- 
sclilechtern  ist  die  vordere  Seite  unregelmâssig  beliaart. 

Am  ersten  Beinpaar  sind  die  Glieder  lang  ;  das  erste  liât  nur 
eine  Borste,  das  zweite  beiderseits  fiinf  Haarbiischel,  das  dritte 
deren  zwei  auf  der  Vorderseite.  Am  Ende  des  vierten  Gliedes 
sind  zwei  kurze  Borsten  ;  die  Endklaue  ist  sclimal. 

Das  fûnfgliedrige  zweite  Beinpaar  ftilirt  auf  der  Vorderseite 
des  zweiten,  dritten  und  vierten  Gliedes  sechs,  vier  und  drei 
Haarbiischel,  an  der  Hinterseite  des  zweiten  und  vierten  Gliedes 
je  drei  Dôrnchen.  Die  kurze  Borste  des  Endgliedes  ist  so  lang 
wie  dièses. 

Die  Furkalglieder  sind  an  der  Basis  nach  hinten  gebogen, 
schmal,  am  Ende  mit  zwei  langen  dunnen  Klauen  versehen, 
welche  vorn  gezâhnelt  sind,  die  distale  Wimper  ist  ganz  kurz, 
die  dorsale  fehlt. 

Der  Kopulationsapparat  des  Mânnchens  ist  im  Umriss  drei- 
eckig,  endigt  nach  vorn  in  eine  dreieckige  durchsichtige  Flatte. 
In  der  hintern  chitinreichern  Partie  ist  das  Vas  deferens  leicht 
zu  verfolgen  ;  der  Kanal  verlâuft  von  dem  sackartig  erweiterten 
Anfangsteil  am  hintern  ICnde  an  in  einem  spitzen  Winkel  der 
Pitickenwand  parallel  quer  durch  das  Organ,  setzt  sich  in  einer 
Schlangenlinie  bis  gegen  die  Basis  der  dreickigen  Flatte  fort, 
uni  dort  in  der  Nâhe  der  seitlichen  Einbuchtung  zu  endigen.  Die 
Strecke  bis  zum  Ejaculationsapparat  ist  sehr  kurz;  dieser  ist 


CYPRIDEN   UND   DARWraULIDEN.  361 

von  der  Seite  zusammeiigedrllckt,  toiinenfôrmig,  mit  sieben  Qiiir- 
len  von  Cliitinringen. 

Bei  dieser  Form  scheinen  die  Mânnclien  zahlreiclier  zu  sein 
als  die  Weibchen,  —  Vavra  fand  nur  die  erstern  — ,  doch  ist 
die  Beliaiiptung  Sharpe's  (85,  p.  458),  dass  die  Weibchen  un- 
bekannt  seien,  unrichtig,  da  sie  schon  Brad Y  und  Norman  (1889) 
kurz  erwâhnen. 

Dièse  Form  ist  fur  die  Schweiz  neu,  ans  England  (Brady  mid 
Norman),  Norwegen  (Sars),  Bôhmen  (Vavra)  und  in  neuerer 
Zeit  aus  Brandenburg  durch  Hartwig  bekannt  geworden. 

Icli  fand  sie  im  stebenden  Wasser  bei  Mûri  und  Selhofen,  im 
Gerzensee. 

16.  Gattung.  CRYPTOCANDONA  Kaufmann. 
1900.  C)\i/ptocandona  Kauïmann  141,  p.  132. 

Mit  demselben  Recht,  mit  welchem  die  Gattung  Candonopsis 
von  Candona  abgetrennt  werden  kann,  glaube  ich,  dièse  neue 
Form  einer  besondern  Gattung  einverleiben  zu  mûssen,  gesttitzt 
B,uf  verschiedene  Besonderheiten. 

Die  erste  Antenne  ist  schwach. 

Der  Taster  der  Mandibel  ist  nicht  verlângert. 

Die  Branchialplatte  der  zweiten  Maxille  bestebt  aus 
drei  Borsten. 

Das  Endglied  des  zweiten  Fusspaares  trâgt  drei 
ungleich  lange  Borsten. 

Die  Furka  trâgt  am  hintern  Rand  eine  feineBorste 
^vie  Candona. 

34.  Cryptocandona  Vavrai  Kaufmann. 

Taf.  24,  Fig.  12-15  ;  Taf.  26,  Fig.  10-16. 

1900.  Cri/ptocandona  Vavrai  Kaufmann  141,  p.  132. 

Lange  :  0,85  mm. 

Hôhe:    0,43  mm. 

Breite  :  0,3    mm. 


362  A.  KAUFMANN. 

Von  cler  Seite  geselien  ist  die  Scliale  des  Weibcliens  langlich 
nierenfôrmig,  der  Rtickeiirand  ist  in  der  Mitte  fast  gerade,  Vor- 
der-  und  Hinterrand  sind  kreisformig  gebogen.  Die  Einbuclitung 
aiif  der  Yentralseite  ist  ganz  scliwacli.  Rûckenrand  und  die  irn- 
tere  Partie  des  Vorderrandes  zeigen  senkrecht  zum  Rand  ste- 
hende  Kanâle,  Die  Randlinie  entfernt  sich  vorn  und  liinten  weit 
vom  Sclialenrand  und  verlâuft  mit  diesem  niclit  parallel. 

Die  Ansiclit  von  oben  zeigt  bei  einem  elliptischen  Umriss  den 
grôssten  Durchmesser  in  der  Mitte  mit  gleichmâssiger  Verenger- 
ung  uacli  vorn  und  binten. 

Die  Durcbsichtigkeit  der  Schale  ist  wie  bei  Candona  der  Art, 
dass  die  Umrisse  der  Gliedmassen  und  des  Ovariums  ziemlich 
deutlich  zu  sehen  sind. 

DieBebaarung  istspârlich,  aber  ziemlich  gleicbmâssig,  etwas 
reicblicher  an  Vorder-  und  Hinterrand. 

Die  Schliessmuskeleindrucke  sind  anders  als  bei  Candonopsis. 
Es  sind  fûnf  ungefâhr  dreieckige,  sehr  genâherte  Flecken,  dar- 
uber  ein  langer  und  davor  ein  kreisfôrmiger. 

Die  erste  Antenne  ist  sehr  schwach;  das  erste  Glied  trâgt 
unten  zwei  geriffte  gefiederte,  oben  zwei  lange  einfache  Borsten, 
von  welchen  die  lângere  das  Ende  des  letzten  Gliedes  weit  iiber- 
ragt.  Das  zweite  Glied  ist  fast  quadratisch,  mit  einer  Borste  von 
der  Lange  der  vier  folgenden  Glieder,  das  letzte  Glied  ist  dop- 
pelt  so  lang  als  das  sechste.  Die  Schwimmborsten  sind  langer 
als  die  ganze  Antenne,  wodurch  sich  dièse  Form  von  allen  Can- 
dona-Avi&ci  sowie  von  Candonopsis  unterscheidet  und  an  Cydo- 
cypris  und  Cypris  erinnert. 

Die  zweite  Antenne  entbehrt  der  Schwimmborsten  ;  die  End- 
klauen  sind  kûrzer  und  starker  als  bei  Candonopsis,  die  Spiir- 
borste  ist  lang  und  S-ftirmig  gekriinnnt. 

Die  Gestalt  des  Mandibulartasters  weiclit  wesentlich  von  der- 
jenigen  von  Candonopsis  ab,  indem  das  dritte  und  vierte  Glied 
nicht  gestreckt  sind,  sondern  sich  wie  bei  Candona  verhalten. 


CYPRIDEN   UND   DARWINULIDEN.  363 

Das  zweite  Glied  triigt  eiiien  Biiscliel  von  drei  langen  gefiederten 
Borsten  ;  die  Klaue  des  Eiidgliedes  hat  ein  deutlich  zweiseitig 
bedorntes  Ende.  Am  Branchialanhang  fand  icli  seclis  gefiederte 
iind  eine  ungefiederte  Borste. 

Das  zweite  Tasterglied  an  der  Maxille  ist  breiter  als  lang. 

Fiir  die  Verwandtschaft  mit  Candonopsis  spricht  vor  allem 
die  ans  drei  Borsten  bestehende  Branchialplatte  desKieferfusses. 
An  der  Basis  des  Tasters  steht  eine  lange  nach  vorn  gerichtete 
Borste  ;  die  einzige  auf  der  Oberseite  des  Basalstûckes  befind- 
liclie  ist  auffâllig  lang. 

Der  Stamm  des  ersten  Beinpaares  tragt  niir  eine  Borste,  das 
zweite  Glied  ist  lang,  auf  der  Vorderseite  beliaart.  Die  Klaue 
ist  kiirzer  als  bei  Candonopsis. 

Das  erste  Glied  des  zweiten  Fusspaares  tragt  drei  Borsten. 
Auf  der  Vorderseite  des  zweiten  Gliedes  finden  sich  vereinzelt 
stehende  feine  Haare,  die  Borste  des  distalen  Endos  ist  kurz  und 
scliwach.  Das  folgende  Glied  ist  ungetrennt,  auf  der  vordern 
Seiteebenfallszerstreutbehaart  und  in  derMitte  sowie  amEnde 
mit  einer  langen  Borste  ausgestattet.  Erstere  findet  sich  aucli 
bei  Candonopsis  an  der  Trennung  des  Gliedes,  niclit  aber  bei 
Candona,  wâlirend  die  distale  bei  Candonopsis  fehlt,  aber  bei 
Candona  vorhanden  ist.  Am  Vorderende  ist  ferner  eine  kamm- 
fOrmige  Bôrstchenreihe  ;  auf  der  hintern  Seite  des  dritten  Glie- 
des sind  etwa  sechs  kurze  Stâbchen.  An  dem  ovalen  Endglied 
stehen  drei  Borsten,  von  denen  die  kûrzeste  nach  hinten 
zurticksteht  und  an  der  Spitze  etwas  hakig  ist,  wâhrend  sie 
sich  bei  Candonopsis  an  die  zweitgrôsste  anlehnt. 

Die  Furka  unterscheidet  sich  von  derjenigen  von  Candonopsis 
dadurch,  dasssie  sich  aus  breiter  Basis  allmâhlig  verjimgt,  einen 
geraden  Yorderrand  hat  und  eine  deutliche  Wimper  am  Hinter- 
rande  tragt,  die  aber  nur  drei  Viertel  so  lang  ist  als  die  Distanz 
von  ihr  zur  Basis  der  kleinern  Klaue.  Die  Klauen  sind  schwach, 
vorn  gezâhnelt,  die  distale  Wimper  ist  ganz  kurz. 


364  A.    KAUFMANN. 

Nacli  diesen  Befunden  erscheint  dièse  Form  als  ein  Zwisclien- 
glied  zwisclien  den  Gattungen  Candona  und  Candonopsis,  indem 
sie  mit  ersterer  im  Verhalten  des  Mandibulartasters  und  der 
Fiirka,  teilweise  aucli  der  ersten  Antemie,  mit  letzterer  durcli 
die  Athemplatte  des  Kieferfusses  und  teilweise  durch  die  Be- 
borstung  des  zweiten  Beinpaares  tibereinstimmt,  daneben  aber 
auch  durch  die  erste  Antenne  und  das  zweite  Fusspaar  etwas 
an  Cydocypris  erinnert. 

Ich  fand  dièse  Form  in  einem  etwa  3-4  m^  lialtenden  ver- 
sumpften  Wassersammler  von  kaum  einem  halben  Meter  Tiefe 
auf  einem  Hiigel  unweit  Gentilino  westlich  von  Lugano. 


17.  Gattung.  CANDONA  Baird. 

1820.  Monomlus  Jurine  112. 
18S0.  Candona  Baird. 

Vavra  (37,  p.  39)  stellt  die  Gattungsmerkmale  endgiiltig  in 
folgender  Weise  fest. 

Zweite  Antenne  beim  Mânnchen  sechsgliedrig  mit 
zwei  Sptirorganen,  beim  Weibclien  ftinfgliedrig. 

Scliwimmborsten  am  Ende  des  dritten  Gliedes  feh- 
len  vollstândig. 

Kieferfuss  trâgt  an  der  Athemplatte  nur  zwei  un- 
gleiche  Borsten.  Taster  des  Weibchens  zweigliedrig, 
beim  Mânnchen  ungegliedert. 

Zweites  Beinpaar  funf-  oder  sechsgliedrig,  am  Ende 
mit  zwei  ruckwârts  gebogenen  und  einer  nach  vorn 
gerichteten  Borste. 

Furkalglieder  stark,  mit  zwei  Klauen. 

Der  Ejaculationsapparat  trâgt  sieben  Krânze  von 
Chitindornen. 

Schalen  weiss,  porzellanartig,  an  der  Luft  mit  Perl- 
mutterglanz. 


.    CYPRIDEN  UND   DARAVINULIDEN.  365 

Die  Vertreter  entbehren  des  Schwimmvermôgens,  » 
Bei  genauer  Prllfung  der  Vertreter  dieser  Gattimg  erweisen 
sicli  die  diesbezliglichen  Diagnoseii  altérer  Autoren  hâufig  als 
ungentigeiid,  was  zu  mamiigfaclien  Verweclislimgeii  Veraiilassung 
gab  uiid  eiiie  griiiidliche  Revision  dieser  Gattung  notig  maclit, 
Nebst  Vavra  kommt  besonders  in  neuerer  Zeit  W.  Hartwig 
das  Verdienst  zu,  durch  eine  Reihe  von  Untersuchungen  wesent- 
liche  Beitrâge  zur  Klârung  und  Erweiterung  unserer  Kenntnisse 
in  dieser  Gruppe  geliefert  zu  haben. 

35.  Candona  caudatanoY.  spec. 

Taf.  24,  Fig.  16-20;  Taf.  26,  Fig.  17-23. 

1885.  Cypris  acuminata  Du  Plessis  121,  p.  46.  (?) 

1889.  Candona  acuminata  Brady  and  Norman  23,  p.  104,  PI.  IX,  Fig, 

9,  10;  PI.  X,  Fig.  5,  6.  (?) 
1892.  Candona  acuminata  Kaufmann  131,  p.  72. 

Lange:  1,17  mm. 
Hôhe:  0,52  mm. 
Breite  :  0,43  mm. 

Ich  habe  dièse  Form  bis  vor  kurzem  mit  Cand.  acuminata. 
Fischer  identiliziert,  da  dièse  Art  in  der  Sdialengestalt  den 
diesbezûgliclien  Darstellungen,  welche  Brady  and  Norman 
(23,  PI.  X,  Fig.  5  und  6)  geben,  am  âhnliclisten  kommt  und 
ebenfalls  ein  langer  Abdominalanhang,  wie  inderFiscHER'schen 
Form,  auftritt.  Immer  mehr  aber  drângte  sich  mir  die  Annahme 
auf,  dass  wir  es  auch  hier  mit  drei  verschiedene  Arten  zu  thun 
haben,  von  denen  die  urspriingliche  sich  bei  Zenker  wieder 
findet  (4,  Taf.  II  D),  wâhrend  die  oben  genannte  Form,  nach 
Brady  und  Norman,  vielleicht  mit  der  meinigen  identisch  ist, 
die  Darstellung  (PI.  IX,  Fig.  9  und  10)  aber  auf  eine  dritte  Art 
schliessen  lâsst.  Leider  unterlassen  es  die  genannten  Autoren, 
irgend  eine  Beschreibung  oder  Darstellung  der  Gliedmassen  zu 
geben,  die  sichere  Anhaltspunkte  geliefert  hâtte;   sie  identi- 


366  A.    KAUFMANN. 

fizieren  die  englisclie  miel  norwegische  Form  mit  denjenigen  von 
Fischer  und  Zenker,  deuten  aber  an  (p.  105),  dass  die 
ZENKER'sclie  Form  von  der  englisclien  etwas  abweiclie. 

In  wie  fern  die  amerikanische  Art  (Turner  65,  70; 
Sharpe  85)  mit  den  obigen  tibereinstimmt,  lâsst  sich  nach  den 
ungenilgenden  Darstellungen  nicht  erklâren. 

Die  Schale  ist  oben  gleichmâssig  schwach  gewôlbt,  nicht 
abschtissig,  vorn  halbkreisfôrmig  gerundet,  unten  schwach  einge- 
buchtet,  am  hinternEnde  mit  einer  beidseitigen  aber  ungleichen 
Verlângerung.  Die  linke  Schale  endigt  hinten  in  einen  von  zwei 
seichten  Vertiefungen  abgegrenzten  Fortsatz,  wâhrend  die  rechte 
Schale  nur  eine  kleine  Ausbuchtung  zeigt,  die  durch  eine  deut- 
liche  Einbuchtung  von  dem  hintern  gewôlbten  Bauchrand  abge- 
grenzt  wird.  Dieser  Fortsatz  ist  bei  Brady  und  Norman,  (PI.  X, 
Fig.  5)  angedeutet.  Etwas  Àhnliches  findet  sich  bei  Cand.  elon- 
gata,  (PI.  X,  Fig.  24.) 

Die  Randlinie  verlâuft  dem  Vorderrand  parallel,  nicht  aber 
mit  der  hintern  Peripherie. 

Auf  der  ganzen  Schale  befinden  sich  zerstreut  stehende  Haare, 
die  am  Vorderrand  zahlreicher  sind  und  am  Vorder-  und  Hinter- 
rand  in  parallel  verlaufenden  Kanâlen  entspringen.  In  der  An- 
sicht  von  oben  erscheint  die  Schale  elliptisch  und  lâsst  erkennen, 
dass  die  linke  Hâlfte  die  rechte  vorn  und  hinten  liberragt  ;  nach 
hinten  oben  etwas  iiberdeckt,  wâhrend  vorn  die  Schalen  ein 
wenig  klaifen. 

Die  Schliessmuskeleindrûcke  erscheinen  besonders  gross,  sind 
aber  an  Zahl,  Grosse  und  Stellung  beiderseits  ungleich,  eine 
Eigentûmlichkeit,  auf  welche  schon  Claus  (46)  bei  andern  Arten 
hinweist.  Ueber  den  fiinf  ungefâhr  dreieckigen,  steht  ein  grosser, 
langer,  sechster  ;  an  Stelle  der  fiinf  mittleren  koniien  aber  auch 
sechs  Eindriicke  stehen,  oder  zu  den  fiinf  noch  zweiweitere  hin- 
zukonnnen  und  dies  bald  auf  der  rechten,  bald  auf  der  Hnken 
Schale. 


CYPRIDEN   UND    DARWINULIDEN.  367 

Die  erste  Antenne  zeichnet  sich  durcli  ihre  Kiirze  und  durch 
'■die  Breite  der  einzelnen  Glieder  ans.  Am  ersten  mit  Chitinleisten 
gesteiften  Gliede  stelien  zwei  gefiederte  Borsten.  Die  obère  Ecke 
des  zweiten  Gliedes  fiilirt  eine  in  der  zweiten  Hâlfte  gefiederte 
Borste,  welche  die  Spitze  des  letzten  Gliedes  erreiclit.  Das  zweite 
Glied  ist  doppelt  so  breit  als  lang.  Die  langen  Borsten  erreichen 
kaum  die  I^ânge  der  vier  letzten  Glieder.  Die  Sensitivborste  des 
letzten  Gliedes  ist  doppelt  so  lang  als  dièses. 

Die  ebenfalls  sehr  gedrungene  zweite  Antenne  zeigt  auf  der 
Riickenseite  des  Stammgliedes  eine  balbkreisfôrmige  Leiste  und 
einen  Exopoditen  mit  einer  langen  diinnen,  deutlich  gefiederten 
und  einer  kurzen  Borste.  Das  erste  Glied  des  Endopoditen  ist  so 
breit.  wie  die  untere  Kante  lang  ist  und  vorn  mit  zwei  steifen 
Borsten  ausgestattet,  Das  nur  halb  so  breite  folgende  Glied  ist 
Aentralwârts  mit  vier  feinen  Borsten  und  an  der  Kante  mit  e4ner 
S-fôrmig  gekrûmmten  Sensitivborste  versehen.  Die  beiden  langen 
Klauen  dièses  Gliedes  erreichen  eine  bedeutende  Stârke,  die 
Sensitivborste  ist  doppelt  so  lang  als  das  letzte  Glied. 

Wie  die  Antenne,  so  ist  auch  die  Mandibel  massiger  als  bei 
andern  Arten,  die  Kauplatte  breit,  mit  kurzen  dicken  Zâlmen 
versehen;  auch  der  Taster  erscheint  kurz,  da  das  zweitletzte 
Glied  so  breit  wie  lang  ist.  Auf  der  Unterseite  des  zweiten  Glie- 
des stehen  vier  gleich  lange  ungefiederte  Borsten,  wozu  noch 
eine  kûrzere  deutlich  gefiederte  kommt.  Von  den  beiden  End- 
klauen  ist  die  stârkere  nur  stumpf  gezâhnelt. 

Die  lange  schmale  Athemplatte  der  ersten  Maxille  fiihrt  22 
gefiederte  Borsten,  von  denen  vier  mundwârts  gerichtet  sind. 

Am  Taster  des  Kieferfusses  fallen  am  Hinterrand  etwa  sechs 
lange  Dornen  auf.  Die  drei  Borsten  am  Ende  sind  gefiedert, 

Das  erste  Beinpaar  bat  einen  kurzen  Stamm,  das  vordere  Ende 
steht  kniefôrmig  vor  und  ist  fein  behaart.  Der  krâftige  Fémur 
ist  vorn  mit  fiinf,  hinten  mit  drei  Haarbiischeln  geziert.  An  dem 
ersten  Gliede  der  Tibia  sind  hinten  drei,  vorn  zwei  Dornchen^ 


/> 


V 


368  A.    KAUFMANN. 

am  zweitenvorn  uiid  hinteii  zwei,  am  vorletzten  neben  dergros- 
sen  Borste  nocli  eine  Wimper.  Die  Endklaue  zeigt  nur  in  der 
Mitte  die  Zâhnelung. 

Am  Stamm  des  zweiten  Beinpaares  finde  ich  eine  Borste  auf 
der  vordern  Seite.  Die  gerade  lange  Borste  der  hintern  Seite 
ist  in  der  Mitte  gefiedert,  ebenso  diejenige  des  zweitletzten 
Gliedes  und  die  sâmtliclien  des  letzten  Gliedes  ;  auch  hier  befin- 
den  sich  am  ersten  imd  dritten  Gliede  des  Endopoditen  kleine 
Dôrnclien.  Das  Bein  ist  undeutlich  fiinfgliedrig. 

Die  Fiirkalglieder  sitzen  einer  sehr  starken  Cliitinleiste  auf, 
die  sich  etwas  nach  vorn,  dann  dorsalwârts  wendet  und  sich 
gabelt.  Das  Glied  hat  viel  Aehnlichkeit  mit  demjenigen  von 
Cand.  neglecta.  Die  Wimper  der  Dorsalseite  steht  aber  weiter 
hinten,  ist  gefiedert  und  kleiner  als  bei  der  genannten  Art,  da 
sie  mit  derSpitze  dieBasis  der  untern  Endklauen  nicht  erreicht. 
Die  hintere  Kante  trâgt  einzelne  Dôrnchen. 

Charakteristisch  fiir  dièse  Art  ist  der  Abdominalanhang. 
Er  besteht  in  einem  paarigen  lamellaren  Fortsatz,  der  aus  der 
ventralen  Partie  des  Abdomens  entspringt,  im  basalen  Teil 
durch  eine  starke  Chitinleiste  gestiitzt  ist,  welche  aus  der  Ab- 
dominalleiste  hervorgeht.  Nach  vorn  immer  schmâler  werdend, 
lâuft  er  in  eine  stumpfe  Spitze  aus.  Der  vordere  Rand  des  An- 
hanges  verliert  sich  in  der  Nâhe  des  zweiten  Beinpaares.  Die 
Ausbuchtung  auf  der  vorderen  Kante  dièses  Anhanges  fehlt;  sio 
diirfte  ftir  Cand.  acuminata  Fischer  massgebend  sein.  (2,  Taf.  IV,. 
Fig.  15  e.) 

Ferner  findet  sich  bei  dieser  Art  iiber  der  Afterôffnung  eine 
feine  gerade  Abdominalborste. 

Dièse  Form  ist  eine  der  weniger  hâufigen  Arten  der  Gattung. 

Die  von  Du  Plessis  aus  dem  Genfersee  angefulnle  Ocwd.  acu- 
minata halte  ich  fur  dièse  Art.  Ich  fand  sie  im  Genfer-,  Bieler-  und 
Vierwaldstâttersee  in  geringen  Tiefen,  in  einem  Graben  in  Sel- 
hofen  beiBern,  sowieim  Binnengewasserkanal  bei  Au  im  RheintaL 


CYPRIDEN    UND   DARWINULIDEN.  369 

36.  Candona  maïxJdca  Hurtwig. 

Taf.  27,  Fig'.  1-3  ;  Taf.  28,  Fig.  1-5  ;  Taf.  31,  Fig.  19. 
1899,  Candona  marchica  Hartvvig  106,  p.  183. 

Ich  glaubte  zuerst  in  der  vorliegenden  Form  die  hâufig  aiige- 

fiilirte  Candona  rostrata  Brady  and  Norman  gefunden  zu  liaben, 

docli  stellten  sicli  bei  genauer  Untersudmng  wesentliche  Unter- 

scbiede  heraus,  die  niich  zur  Aiifstellung  einer  neuen  Species 

veranlassten.  Wâhrend  der  Fertigstelliing  vorliegender  Arbeit 

beschrieb  dann  AV.  Hartwig  ans  Brandenburg  unter  dem  obigen 

Namen  eine  Form,  die  ich  mit  der  meinigen  als  identiscli  be- 

tradite. 

Lange:  1,02  mm. 

Hôhe:    0,56  mm. 

Breite  :  0,38  mm. 

Die  Dimensionen  stimmen  ungefahr  mit  denjenigen,  welche 
Hartwig  angibt,  ûberein.  Die  Art  ist  also  kleiner  als  Candona 
rostrata.  In  der  Seitenansicht  hat  sie  etwelche  Aehnlichkeit  mit 
der  Darstellung,  welche  Brady  nnd  Norman  von  ihrer  Candona 
rostrata  geben  (23,  Taf.  IX,  Fig.  11,  12)  ;  der  Bauchrand  ist 
aber  weniger  weit  gebogen.  Der  Vorderrand  ist  schmal,  ziem- 
lich  lang  ausgezogen  inid  fâllt  von  der  Augengegend  an  ziemlich 
steil  ab  ;  die  grôsste  Hohe  ist  im  hintern  Drittel. 

In  der  Ansicht  von  oben  ist  sie  wesentlich  verschieden  ;  sie 
erscheint  eifôrmig,  vor  der  Mitte  fast  etwas  eingeschniirt  und 
verlâuft  vomAuge  an  schief  zm*  Spitze  ;  der  Hinterrand  ist  stark 
gerimdet  und  lâsst  die  Spitzen  der  Hoden  erkennen  ;  auch  hier 
ist  die  linke  Schale  langer  als  die  rechte  mid  vorn  weniger  zuge- 
spitzt. 

Die  fiinf  Schliessmuskeleindriicke  sind  gleichartig,  der  darilber 
stehende  sechste  ist  langer. 

Die  Behaarung  beschrânkt  sich  auf  Vorder-  und  Hinterrand 
und  ist  auch  da  spârlich  (entgegen  der  Angabe  Hartwig's).  Die 

Rev.  Suisse  de  Zool.,  T.  8.  1900.  24 

/ 


370  A.    KAUFMANN. 

mosaikartige  Feldenmg,  welclie  Hartwig  beobaclitete,  komite 
icli  ebenfalls  deutlich  walirnelimen. 

Die  zweite  Antenne  gleicht  clerjenigen  von  Candmia puhescens 
Croneberg.  Die  lange  Borste  des  dritten  Gliedes  tiberragt  ein 
wenig  das  Endglied,  die  kleine  ist  so  lang  wie  das  folgende 
Glied.  Die  beiden  Spiirborsten  sind  etwas  kiirzer,  die  lângere 
tiberragt  das  Endglied  um  dessen  ganze  Lange  ;  auch  hier  sind 
(Irei  lange  und  zwei  kurze  Endklauen. 

Eine  Verwandtschaft  mit  Candona  pubescens  zeigt  sich  auch 
in  der  Beborstiing  des  Mandibulartasters,  dessen  Borstenbiischel 
auf  der  Innenseite  des  zweiten  Gliedes  ans  drei  Borsten  besteht, 
dazu  kommt  oben  eine  lange  und  unten  eine  kurze. 

Die  Gestaltung  des  Kieferfusstasters  ist  auch  derjenigen  von 
Candona  puhescens  Croneberg  (59,  Taf.  VII,  Fig.  3  b)  am 
âhnlichsten.  Der  linksseitige  verengert  sich  nach  unten  und  spitzt 
sich  zu,  ohne  einen  Winkel  zu  beschreiben,  dabei  sind  die  Borsten 
merklich  langer  als  beim  rechtsseitigen  Taster.  Dieser  hat  bis 
zur  Mitte  parallel  verlaufende  Bander  ;  von  da  an  wird  er  plôtz- 
lich  doppelt  so  breit,  bildet  einen  quadratischen  Endteil  mit 
scharfer  hinterer  Ecke  ;  der  untere  Rand  verlâuft  genau  gerad- 
linig  bis  zur  hyalinen  Spitze. 

In  der  Teilung  und  Beborstung  des  ersten  und  zweiten  Fuss- 
paares  schliesst  sie  sich  an  Cand.  puhescens  Croneberg  an,  in- 
dem  die  dritte  Borste  nur  so  lang  als  das  letzte  Glied  und  riick- 
warts  gerichtet  ist. 

Besonders  charakteristisch  ist  die  Furka.  Dièse  ist  ausseror- 
dentlich  kurz,  an  der  Basis  dreimal  so  breit  als  an  der  Spitze, 
nur  wenig  gebogen,  und  die  beiden  Endklauen  sind  von  sehr  ver- 
schiedener  Lange  ;  dievordere  ist  nahezu  so  lang  wie  die  vordere 
Kante  der  Furka  und  ein  wenig  gebogen,  die  hintere  etwas  tie- 
fer  stehende  ist  nur  halb  so  lang  und  schmâchtig,  gerade  und 
an  die  erstere  angelehnt.  Die  Terminalborste  ist  sehr  kurz,  die 
am  Hinterrand  doppelt  so  lang  als  die  Distanz  von  ihr  zur  Basis 


CYPRIDEN   UND   DARWINULIDEN.  371 

<der  kiirzen  Endklaue.  Beide  sind  ganz  fein  gezâlmelt,  in  der 
Mitte  langer  gezâlmelt  als  vorn  und  hinten. 

Der  Kopulationsapparat  zeigt  einen  Basalteil  mit  dem  Ende 
des  Vas  deferens  und  dem  S-fôrmig  gekrtimmten  Sclilauch  ;  die 
vordere  Partie  bestelit  aus  einer  fast  kreisrunden  chitinhaltigen 
Platte  und  einer  durchsichtigen,  die  nach  der  entgegengesetzten 
Seite  gerade,  nach  unten  gebogen  verlâuft.  Er  erinnert  an  Ccmd. 
pubescens. 

Ich  fand  dièse  erst  aus  Brandenburg  bekannte  und  fur  die 
Schweiz  neue  Art  im  April  1898  in  Grâben  in  der  Nâhe  von 
Horw  bei  Luzern  und  im  Mai  1899  in  einem  Tûmpel  in  Selhofen 
bei  Bern,  an  beiden  Orten  nur  Mânnchen,  zu  denen  ich,  wie 
auch  Hartwig,  die  Weibchenbisjetzt  nicht  mit  Sicherheit  fest- 
^tellen  konnte. 

37.  Candona  compressa  S.  Fischer. 

Taf.  27,  Fig.  4-6;  Taf.  28,  Fig.  6-11  ;  Taf.  31,  Fig.  18. 

1851.  Cl/pris  compressa  S.  Fischer  2,  p.  144,  Taf.  II,  Fig.  7-12,  Taf.  III, 

Fig.  1-S. 
1853.   Candona  compressa  Liljeborg  3,  p.  129,  Taf.  XXVI,  Fig.  1-3. 
1868.         »  »         Brady  10,  p.  382,  PI.  XXVI,  Fig.  22-27. 

1868.         »        albkans,  Brady  10,  p.  381,  PI.  XXV,  Fig.  20-25,  Taf. 

XXXVI,  Fig.  12. 

1889.  Candona  pubescens,  Brady  and  Norman  23,  p.  101,  PI.  Xfl,  Fig. 

32-37. 

1890.  Candona  compressa  Sars  28,  p.  64. 

1891.  »        pubescens  Vavra  37,  p.  43,  Fig.  11,  1-9. 

1892.  »        compTssa  Claus  46,  Taf.  V,  Fig.   13,  Taf.  VI,  Fig.  10, 
Taf.  XII,  Fig.  5. 

1894.  Candona  compressa  Croneberg  59,  p.  8,  Taf.  VII,  Fig.  4. 
1896.         ))  »         Brady  79,  p.  728. 

-1897.         »  »         Hartwig  82,  p.  378. 

Lange:  1,0mm.  cf 
Hôhe:    0,6  mm. 
Breite:  0,5  mm. 


372  A.   KAUFMANN. 

In  der  Seitenansicht  ist  die  Scliale  derjenigen  von  Cand.  ros- 
trata^YSidj  and  Norman  am  ahnliclisten,  doch  entscliieden  lioher 
als  dièse.  Der  Rûckenrand  ist  gewôlbt,  der  Hinteirand  gleicli- 
mâssig  abgerundet,  der  ventrale  schwach  eingebuchtet.  Unmit- 
telbar  vor  den  Augen  zeigt  sich  eine  leichte  Einbuchtung;  die 
grosste  Breite  erreicht  sie  im  hintern  Drittel.  In  der  Ansicht  vott 
oben  ist  die  Àhnlichkeit  mit  Candona  rostrata  nocli  grôsser,  in- 
dem  diebeiden  Schalenliâlften  in  einespitzzulaufendeVerlJinge- 
rung  endigen,  und  zwar  so,  dass  die  rechte  Schale  ganz  flach,  die 
linke  ein  wenig  geneigt  ist.  Wie  sclion  Croneberg  (59,  p.  8) 
feststellt,  ist  in  der  Darstellung,  welche  Vavra  (37,  Fig.  11,2) 
giebt,  der  die  Form  als  Cand.  pubescens  Kocb  beschreibt,  dièse 
Eigentiimlichkeit  der  Scliale  nicht  vorhanden.  Entgegen  der  An- 
nahme  Croneberg's,  dass  zum  Unterscliied  von  Cand.  rostrata 
die  Schalen  gleichmiissig  vorspringen,  stellte  ich  bei  meinen  For- 
men  des  Bestimmtesten  fest,  dass  auch  hier  die  redite  îScliale 
kûrzer  ist,  was  in  der  Riickenansicht  deutlicli  wahrnelimbar  ist 
und  auch  aus  den  Lângenmassen  hervorgeht. 

Die  Schliessmuskeleindrûcke  sind  in  der  Fiinfzahl  vorhanden, 
zwei  zeichnen  sich  durch  ihre  Grosse  aus  ;  vor  diesen  findet  sich 
ein  umfangreicher  sechster  Eindruck. 

Die  siidalpine  Form  weicht  sowolil  durch  geringere  Grosse  als- 
in  der  Gestalt  nicht  unerhebhch  von  dieser  Form  ab.  Vieil eicht 
haben  wir  es  auch  hier  mit  verschiedenen  Spezies  zu  thun. 

Die  ganze  Schale  ist  zerstreut  behaart,  vorn  und  hinteii 
dichter. 

Die  erste  Antenne  wird  durch  die  Streckung  der  vier  vordern 
Glieder  ziemlich  lang,  und  die  daran  beiindlichen  Schwimm- 
borsten  erreichen  die  Lange  der  ganzen  Antenne,  also  wie  bei 
schwiiiniienden  Arten. 

Die  sechsgliedrige  mânnliche  Antenne  tragt  am  Ende  des 
vierten  Gliedes  zwei  sehr  lange,  diinne  Spiirborsten,  von  denen 
die  kurzere,  dorsale,  das  letzte  Glied  um  dessen  Lange  tiberragt^ 


CYPRIDEN   UND   DARWINULIDEN.  373 

die  langere  dièse  noch  mit  dem  hyaliiien  Ende  ûbertrifft.  Unge- 
fàlir  îin  derselben  Stelle  tragt  das  Weibclien  vier  Borsten,  von 
deiien  eiiie  kurz  gefiedert  ist.  Die  diesbezligliclien  Darstellungen 
von  Claus  sindsehr  ungenau  (46,  Taf.  VI,  Fig.  3). 

Vavra  stellt  am  ersten  Glied  neben  den  gewôhnlicb  auftre- 
tenden  noch  zwei  kurze  Borsten  dar,  die  ich  nicht  finden  kann 
(37,p.44,Fig.  11,  3). 

Der  Mandibulartaster  tragt  am  zweiten  Glied  nach  vorn 
«inen  Biischel  von  fûnf  langen  Borsten  nebst  einer  ganz  kurzen 
und  einer  langen  einzehi  stehenden.  Am  Branchialanhang  fin- 
den sich  acht  Borsten.  Die  stârkere  Klaue  des  Endgliedes  ist 
vorn  kannnformig. 

Der  Kieferfuss  des  Mânnchens  gestaltet  sicli  âhnlich  dem- 
jenigen  von  Cand.  rosfrata. 

Der  rechtsseitige  Taster  beginnt  mit  sehr  schmaler  Basis,  an 
welclier  eine  Leiste  von  hinten  nacli  vorn  zu  beobachten  ist, 
nimmt  dann  aber  um  mehrals  das  Doppelte  in  derBreite  zu,  en- 
digt  mit  einem  zur  Lângsachse  senkrecht  stehenden,  weit  vor- 
gezogenen  Schnabel,  der  in  eine  feine  hyaline  Spitze  ausgeht.  Die 
beiden  Seitenborsten  erreichen  die  Endkanten  des  Organes.  Im 
Oegensatze  dazu  verbreitert  sich  der  linksseitige  Taster  alhnâh- 
lig,  indem  der  Hinterrand  eine  fast  kreisrunde  Wôlbimg  be- 
schreibt;  ziemlich  rechtwinklig  biegt  dieser  Rand  dann  in  den 
Schnabel  um,  der  hier  dicker  erscheint.  Die  Borsten  sind  kûrzer. 
Bei  Brady  und  Norman  (23,  Taf.  12,  Fig.  33)  fehlt  die  zweite 
Borste  ;  Croneberg  (59,  Taf.  7,  Fig.  45)  stellt  den  linksseitigen 
Taster  viel  gestreckter  dar. 

An  dem  zweiten  Fusspaar  ist  die  Tibia  getrennt,  am  Ende  mit 
einer  Borste  versehen,  welche  die  gleiche  Lange  bat  wie  die 
ktirzeste  Borste  des  letzten  Gliedes.  Dièse  ist  mehr  als  doppelt 
so  lang  als  das  letzte  Glied. 

Die  Furkalglieder  shid  wohl  am  richtigsten  von  Croneberg 
(59,  Taf.  7,  Fig.  4  d)  dargestellt  worden,  wâhrend  die  Darstel- 


374  A.   KAUFMANN. 

lungen  von  Fischer  (2,  Taf.  2,  Fig.  9)  und  Brady  imd  Norman" 
(23,  Taf.  12,  Fig.  38)  wesentlicli  davon  abweichen.  Sie  ist  fast 
gerade  und  verjtmgt  sicli  allmâhlig  ans  breiter  Basis.  Die  vordere^ 
Kante  verliâlt  sich  zu  den  beiden  Klaueii  wie  32  :  23  :  18.  Die 
Wimper  des  hintern  Randes  stelit  ziemlich  weit  nach  vorn  und 
iiberragt  um  die  Hâlfte  das  Ende  der  Furka. 

Das  Copulationsorgan  ist  leicht  von  dem  anderer  Arten  za 
unterscheiden.  Die  hintere  Grenze  verlauft  ganz  gerade  bis  zu 
der  hintern  Ecke,  welche  eigenartige,  schnabelfôrmige  Leisten 
trâgt.  Daran  reilien  sich  nach  vorn  zwei  zum  Teil  iibereinander 
liegende  Platten  an,  die  von  der  innern  Partie  deutlich  abge- 
grenzt  sind.  Dièse  letztere  lâsst  die  Fortsetzung  des  Vas  deferens 
als  einen  unregehnâssig  S-formig  gekrûmmten  Kanal  erkennen. 

Die  aus  den  meisten  Lândern,  in  denen  sorgfâltig  Ostracoden 
gesammelt  wurden,  bekannt  gewordene  Art  ist  flir  die  Schweiz 
neu.  Sie  kommt  wahrscheinlich  nicht  in  Seen  vor.  Ich  fand  sie 
nur  in  seichten  Stellen  des  Sumpfufers  oder  in  Bâchen  mit  ganz 
langsam  fliessendem  Wasser. 

Fundorte  :  Chiasso,  Balerna,  Capolago  und  Agno,  im  Ufer- 
schilf  des  Luganersees,  Mûri  und  Worb  bei  Bern. 

38.  Candona pubescens  G.  0.  Sars. 

Taf.  27,  Fig.  7-9;  Taf.  28,  Fig.  12-17;  Taf.  31,  Fig.  2(J. 
Candona  Sarsi  Hartwig. 

1890.  Candona  pubescens  Sars '^8,  p.  6i. 
1892.         »  »        Daday  44,  p.  306. 

1895.  »  «        Wierzeiski  67,  p.  176. 

1896.  »  »        Wierzeiski  78,  p.  201. 

1896.  »  »        Hartwig  82,  p.  378. 

1897.  »  »        Brady  and   Norman    79,  p.    729,    l'I.    LXIII, 
Fig.  24,  PI.  ÎAIV,  Fig.  20,  21,  PI.  LXVIII,  Fig.  7-9. 

1897.   Candona  piiùescens  Daday  83,  p.  6. 

1897.  ))  »        Daday  87,  p.  169. 

1898.  »  »        Lienenklaus  98,  p.  113. 


CYPRIDEN    UXI)    DARWINULIDEN.  375 

1899.   Carulona  Sarsi  Hartvvig  106,  p.  189. 
1899.         »  »      Hartwif,'  107,  p.  543. 

Nach  deii  neuestenllntersuchiingen  \onHARTWiG(106,  107), 
stellt  sich  heraus,  dass,  dank  iiiigentigender  und  ungenauer  Diag- 
nosen,  drei  verschiedene  Arten  unter  dem  gleiclien  Namen  Cand. 
puhescens  beschrieben  und  auch  unter  sich  identifiziert  wurden, 
so  von  KoCH,  Sars  und  Croneberg.  Die  einedieser  drei  Fornien, 
diejenige  welche  Hartwig  filr  die  wahre  Cand.  puhescens  Koch 
ansielit  (106,  p.  186)  ist  keine  Candona,  da  fur  dièse  endgiiltig 
nach  Vavra  eine  sechsgliedrige  zweite  Antenne  mit  Spiirborsten 
beim  INIânnchen  als  Gattungsmerkmal  gelten  soll. 

InderergânzendenBeschreibungderSARS'schenForm,welcher 
er  den  neuen  Namen  Cand.  Sarsi  Hartwig  beigiebt,  macht  der 
eifrige  Candona-Yorscher  auch  auf  die  Unterschiede  zwischen 
dieser  und  der  CRONEBERG'schen  Form  aufmerksam  (107, 
p.  543)  worausimmerhinersichtlichist,  dass  dièse  beidenFormen 
nahe  verwandt  sind.  Da  nun  die  erste  dieser  drei  Arten  ausser 
Acht  fâllt  und  neu  zu  benennen  ist  \  kann  die  SARs'scheBezeich- 
nungbeibehalten  werden,  wàhrend  die  spâter  beschriebene  Form 
Croneberg's  auch  einen  neuen  Namen,  nach  dem  Vorschhige 
Hartwigs  Candona  Cronehergi  Hartwig,  erhalten  muss. 

Meine  Form  stimmt  besonders  in  der  Gestahung  der  Greif- 
taster  mit  der  HARTWiG'schen  Darstellung  iiberein,  doch  sind 
im  Uebrigen  einige  Unterschiede  zu  becbachten,  so  dass  wir 
auf  grund  weiterer  Untersuchungen  vermutlich  auch  hier  eine 
Gruppe  nahe  verwandterFormen  unterscheiden  kônnen,  âhnlich 
wie  bei  Cand.  candida. 

^  Nach  genauer  Untersucliung  dieser  Form,  die  mir  von  Hartwig  in  ver- 
dankenswerter  Weise  zur  Verfiigung  gestellt  wurde,  erlaube  ich  mir,  dafiir  die 
Gattnng  Pseudocandona  aufzustellen,  fiir  welche.  zum  Unterschied  von  Candona, 
mit  der  sie  in  allen  wesentlicheu  Teilen  iibereinstimmt,  die  fiinfgliedrige  mânn- 
liche  Antenne  und  der  Mangel  der  Spiirborsten  am  zweitletzten  Glied  bezeichuend 
sein  soll.  Da  die  Kocn'sche  Beschreibung,  die  mir  nicht  zugâuglich  war,  ganz  iin- 
geniigend  zu  sein  scheint,  muss  dièse  Art  als  Pseudocandona  puhescens  Hartwig 
bezeichnet  werden. 


376  A.    KAUFMANN. 

Lange:  1,21  mm.  cf 
Hohe  :  0,72  mm. 
Breite:  0,50  mm. 

Dièse  Maasse  der  mâmiliclien  Schale  —  ausgewaclisene  Weib- 
clieii  koiiiite  ich  von  dem  betreffenden  Fiindort  niclit  mit  Siclier- 
lieit  feststellen  —  stimmen  mit  den  Angaben  Bartwig's  ziem- 
licli  genau  tiberein,  docli  ist  niclit  zii  erklâren,  ob  die  Umrisse 
in  der  Seitenansicht  gleicli  sind,  da  bis  zur  Stunde  keine  Dar- 
stellung  der  Scliale  vorliegt. 

In  der  Seitenansicht  gleicbt  die  Scliale  besonders  derjenigen 
von  Cand.  rostmta  Brady  and  Norman  (23,  PI.  IX,  Fig.  11),  ist 
aber  verhâltnismâssig  breiter  als  jene  und  ventralwârts  weniger 
eingebuchtet.  Die  grossie  Hohe  ist  aiich  hier  im  hintern  Drittel, 
und  von  da  ans  neigt  sich  die  Scliale  ziemlich  gieichmâssig  nach 
vorn.  DieEandIinie  ist  besonders  weit  vom  Riickenrande  entfernt. 
Die  linke  Schaleiihâlfte  ûberragt  hinten  und  vorn  die  redite.  Von 
oben  gesehen,  zeigt  sich  der  Unterschied  gegeniiber  verwandten 
Formen  durch  den  Mangeleiner  schnabelartigenVerlângerung; 
darin  stimmt  dièse  Form  mit  CandonaSarsiB.Mt\N\gm(i\ii  tiber- 
ein, dafiir  aber  mit  den  Angaben  Croneberg's;  beide  Hâlften 
neigen  sich  nach  vorn  gieichmâssig  und  geradlinig  zur  Median- 
ebene  ;  nach  hinten  sind  sie  stuinpf.  Die  grôsste  Breite  liegt  in 
der  Mitte.  Die  Behaarung  ist  âhnlich derjenigen  \o\\Cand.  mar- 
chica ,  auf  der  Flâche  stehen  die  Haare  zerstreut,  am  Vorder- 
und  Ilinterrand  etwas  dichter. 

Schliessmuskeleindriicke  sind  fuiif,  ungefâhr  gleich  grosse  ; 
dazu  kommen  noch  zwei  oberhalb  und  vor  diesen. 

Die  erste  Antenne  trâgt  ebenfalls  sehr  lange  Schwimm- 
borsten,  die  langer  sind  als  aile  Antennenglieder  zusammen 
genommen. 

DieSpurborsten  an  der  zweiten  Antenne  desMânnchens  fallen 
durch  ihre  Lange  auf;  die  untere  ûberragt  das  letzte  Gliednoch 
um  die  doppelte  Lange  desselben  ;  die  obère  ist  nur  wenigkiirzer. 


CYPRIDEN   UND   DARWINULIDEN.  377 

Die  obère  Klaiie  des  zweitletzten  Gliedes  ist  nur  halb  so  lang 
als  die  benachbarte  desselben  Gliedes.  Die  lângere  Borste  am 
Ende  des  dritteii  Gliedes  ûberragt  die  Spûrborsten,  die  ktirzere 
ist  so  lang  wie  das  folgeiide  Glied  und  dûmi. 

An  dem  Mandibulartaster,  der  wie  bei  Cand.  marcJiica  gestal- 
tet  ist,  lindet  sicli  auf  der  Yorderseite  des  zweiten  Gliedes  ein 
Biischel  von  drei  langen  Borsten,  wozu  noch  zwei  ungleich  lange, 
getrennt  steliende  kommen.  Die  mittlere  Klaue  des  Endgliedes 
ist  doppelt  kammformig  gezalnit. 

Die  beiden  Glieder  der  Tibia  des  ersten  Beinpaares  erreicben 
die  Lange  des  zweiten  Gliedes;  an  der  Vorderseite  des  letztern 
stelien  ftlnf  Haarbiischel  ;  die  lange  scbmale  Endklaue  ist  von 
der  Mitte  an  gezâhnelt. 

DaszweiteBeinpaar  bat  eine  gekrûmmte  Tibia,  deren  vorderes 
Glied  kiirzer  ist.  Die  dritte  kurze  Borste  am  Endgliede  ist  nur 
so  lang  wie  dièses  und  nach  hinten  gekrilmmt;  die  beiden  an- 
dern  sind  naliezu  gleich  lang,  die  eine  ist  gerade,  die  andere 
gebogen. 

Yon  besonderer  Gestaltung  sind  wiederum  die  Taster  der 
Maxillarfiisse  des  Mannchens.  Der  rechtsseitige  Taster,  der  von 
Anfang  bis  Ende  ungefâhr  gleich  breit  erscheint,  bildet  eine 
scliwach  S-formig  gekriimmte  Platte  mit  einem  rechtwinkligen 
Abscliluss  und  einem  schnabelfôrmigen,  hvalinen  Ende.  Aelmlich 
wie  bei  Cand.  compressa  verlauft  eine  Cliitinleiste  vom  hintern 
zum  vordern  Rand.  Die  beiden  Borsten  an  der  vordern  Kante 
erreicben  das  Ende  des  Tastersniclit.  Meine  Darstellung  (Taf.  28, 
Fig.  14)  stimmt  mit  derjenigen  vonHARTWiG  (107,  p.  545)  ziem- 
lich  iiberein,  ist  aber  scbmâler  ;  ich  fand  aber  aucli  so  breite,  wie 
sie  Hartwig  abbildet.  Brady  und  Norman  zeichnen  drei  Bor- 
sten (79,  Taf.  LXIY,  Fig.  20),  was  ein  Yerselien  sein  dlirfte;  auch 
ist  die  hintere  untere  Ecke  viel  starker  gewolbt  und  runder  als 
bei  meiner  Form. 

Der  linksseitige  Taster  bat  Aehnlicbkeit  mit  demjenigen  von 


378  A.   KAUFMANN. 

Cand.  candida,  inclem  er  selir  lang  gezogen  ist;  seine  grosste 
Breite  ist  an  der  Basis,  uncl  von  da  an  verjûngt  er  sich  gleicli- 
mâssig.  Bis  zur  Mitte  verlaufen  die  Bander  parallel,  dann  zeigt 
sich  eine  leichte  Knickung  und  das  Ende  biegt  in  einen  selir 
stumpfen  Winkelnach  vorn  um.  Hierin  stimmt  dièse  Form  wieder 
mehr  mit  der  Darstellung  Croneberg's  iiberein  (Fig.  2  c.)  ;  da, 
bei  der  HARTWia'schen  Form  die  grosste  Breite  in  der  Mitte 
ist.  Die  beiden  Borsten  der  Vorderkante  stehen  weit  vorn,  sind 
diinn  mid  erreichen  die  Vorderkante  des  Endteiles. 

Von  besonderer  Gestalt  ist  die  Furka,  an  welclier  schon 
Croneberg  die  gedrungene  Gestalt  imd  die  Lange  der  Borsten 
hervorhebt.  Bei  meiner  Form  ist  sie  breiter,  als  sie  Crone- 
berg darstellt.  Sie  entspringt  ans  breiter  Basis,  lâuft  gleich- 
mâssig  zn  und  ist  fast  gerade  abgestiitzt.  Die  obère  Klaue  ver- 
hâlt  sich  zur  vordern  Kante  nahezu  wie  3:5.  Hartwig  giebt 
das  Verhâltnis  von  3  :  4  an  ;  das  Ende  der  Furka  ist  fast  gerade- 
abgestutzt. 

Die  AVimper  der  Hinterkante  ist  fast  doppelt  so  lang,  als  die- 
jenige  des  Distalendes,  langer  als  sie  Croneberg  (59,  Taf.  VII^ 
Fig.  3  c)  darstellt,  indem  sie  das  Ende  des  Gliedes  um  mehr  als 
die  Hâlfte  tiberragt.  So  finden  wir  sie  auch  von  Bbady  und  Nor- 
man dargestellt. 

Das  Copulationsorgan  des  Milnnchens  zeigt  eine  unregelmâs- 
sige  dreieckige  Basalplatte,  darin  sich  die  Fortsetzung  des  Vas 
deferens  befindet  und  mehrere  Leisten  und  Platten.  Daran 
schliessen  sich  zwei  Endstticke  an,  von  denen  das  eine  ungefâhr 
kreisrund  begrenzt,  das  zweite  rechteckig  ist  und  nach  der  von 
der  Hauptplatte  abgewendeten  Seite  einen  stumpfen  schnabel- 
artigen  î'ortsatz  bildet. 

Dièse  Art,  die  ausDeutschland,  Norwegen,  Russland,  Ungarn^ 
England,  Galizien  bekannt  ist,  ist  fur  die  Schweiz  neu. 

Fundort  :  Ein  kleines  Bâchlein  nordlich  von  Chiasso. 


CYPRIDEN   UND   DAR■V^^NULIDEN.  379 

39.  Candona  candida  Vavra, 

Taf.  27,  Fig.  10-13;  Taf.  28,  Fig.  18-23. 

1820.  Monoculus  candidus  Jurine  112,  p.  176,  PI.  XIX,  Fig.  7-9.  (?) 

1831.  Ciipris  pellucida  Fischer  2,  p.  149,  Taf.  V,  Fig.  1-4. 

1833.  Candona  candido  hWiehorg  3,  p.  127,  Taf.  XI,  Fig.  19,  20,  Taf. 

XXV,  Fig.  13-13. 
1854.  Ci/pris  candida  Zenker  4,  p.  76,  Taf.  I,  Fig.  1-10. 
1868.  Candona  candida  Brady  10,  p.  383,  PL  XXV,  Fig.  1-9,  PI.  XXXVI, 

Fig.  13,  PI.  XXXVII,  Fig.  1. 
1868.  Ci/theridea  Zetlandica  Brady  10,  p.  428,  PI.  XXVIIl,  Fig.  42-46. 
1883.  Candona  lucens,  similis  Forel  120,  p.  113. 

»  »        Du  Plessis  121,  p.  43. 

candida  Nordquist  17,  p.  39,  Taf.  V,  Fig.  26. 

»        Stuhlmann  19.  Taf.  XXXII,  Fig.  67,  68. 

»        Scinvarz  22,  Taf.  XI,  Fig.  10-13. 

»        Brady  and  Norman  23,  p.  98,  PI.  X,  Fig.  1,  2, 
14-23. 

»        Sars  28,  p.  17. 

»        Vavra  37,  p.  48,  Fig.  14,  1-10. 

»        Zschokke  129,  p.  120,  128. 

»        Zschokke  130,  p.  490. 

»        Kaiifmann  133,  p.  72. 

»        Daday43,  p.  182,  184. 

»         Daday  44,  p.  305. 

))        Fric  &  Vavra  34,  p.  109,  Fig.  73,  1  &  2. 

»        Hartwig  36,  p.  26. 

»        Croneberg  59,  p.  3,  Taf.  VII,  Fig.  1. 
1893.  Cijpris  candida  Zschokke  139,  p.  69,  71,  73. 

1895.  Candona  candida  Wierzeiski  67,  p.  176. 

1896.  »  ).        Wierzeiski  78,  p.  202. 
1896.         »  .)        Hartwig  80,  p.  320. 

1896.  »  »         Turner  74,  Taf.  VI,  Fig.  27. 

1897.  »  .)        Daday  83,  p.  6. 

1897.  »  »        Fuhrmann  138,  p.  498. 

1898.  .)  »         Lienenklaus  98,  p.  113. 

1898.  .)  »        Sars  101,  p.  331. 

1899.  »  »        Hartwig  108,  p.  32 


1883. 

» 

1883. 

» 

1886. 

» 

1888. 

» 

1889. 

» 

1890. 

» 

1891. 

» 

1891. 

Cypris 

1891. 

)) 

1891. 

Candona 

1892. 

» 

1892. 

» 

1083. 

» 

1893. 

» 

1894. 

» 

380  A.   KAUFMANN. 

Bei  der  Scliwierigkeit  der  Artbestimmimg  kônnen  obige  An- 
gabeii  nur  in  wenigen  Fiillen  den  Aiispruch  auf  Unantastbarkeit 
erheben,  und  bei  âlteren  Autoren  kanii  von  einer  sicliern  Identi- 
fication nicht  die  Rede  sein. 

Lange:  1,04  Q  1,21  c?  mm. 
Hôhe:  0,6  Ç  0,7  cf  mm. 
Breite:  0,53  Ç  0,53  cf  mm. 

Dièse  Maasse  stimmen  ziemlich  genau  mit  denjenigen  ûberein, 
welclie  Vavra  von  seiner  Candona  candida  gibt  (37,  p.  49),  was 
micli  in  der  Annahme  bestârkt,  dass  mir  nicht  eine  der  von 
Brady  und  Norman  unterschiedenen  Varietâten  Candona  tu- 
mida  und  Candona  daviformis  vorgelegen  habe  (23,  PL  X, 
Fig.  1,  14).  Letztere  Formen  sind  vermutlich  spezifisch  von 
einander  verscliieden,  was  aucli  die  Meinung  Hartwig's  ist 
(103,  p.  54),  so  dass  es  sich  darum  handelt,  eine  bestimmte  Form 
als  die  typische  Candona  candida  festzustellen.  Da  aber  die  An- 
gaben  und  Darstellungen  altérer  Autoren  dazu  nicht  geniigen, 
halte  ich  mich  an  diejenigen  von  Vavra  und  betrachte  meine 
Form  als  mit  der  seinigen  identisch. 

Die  Schale  des  Weibchens  fâllt  nach  hinten  ziemlich  steil  ab, 
ist  im  hintern  Drittel  am  hôchsten,  am  Bauchrand  schwach  ein- 
gebuchtet,  hinten  spitziger  als  am  gieichmâssig  gerundeten  Vor- 
derrand,  nach  oben  nur  schwach  gewôlbt,  etwas  mehr  als  bei 
Vaa^ra  (Fig.  14,  1).  In  der  Ansicht  von  oben  erscheint  meine 
Form  nach  hinten  stârker  gerundet  und  vorn  etwas  weniger 
spitz  zulaufend,  doch  sind  dièse  Unterschiede  gering. 

Die  Schale  des  Mannchens  ist  grosser  und  weicht  in  der  Ge- 
stalt  insofern  von  der  des  Weibchens  ab,  als  die  hintere  untere 
Ecke  viel  breiter  ist,  indem  (he  Schale  vom  Bauchrand  zuerst 
schrag  nach  hinten  aufsteigt,  um  sich  dann  in  einem  ziemlich 
scharfen  Winkel  nach  vorn  zu  wenden.  Aehnliches  stellt  Vavra 
(Fig.  14,  2)  dar,  doch  stimmt  der  Umriss  meiner  Form  beim 
Mannchen  etwas  weniger  iiberein,  als  dies  beim  Weibchen  der 


CYPRIDEN   UND    DARWINULIDEN.  381 

Fall  ist.  Unter  den  von  Brady  und  Norman  dargestellten  For- 
meii  nahert  sie  sicli  der  C.  candida  var.  tumida  am  meisten 
(23,  Taf.  X,  Fig.  14-17),  dochweicht  seine  Darstellung  derweib- 
lichen  Schale  so  erlieblicli  von  der  meinigen  ab,  dass  ich  sie 
einstweilen  niclit  identifiziere. 

Im  Verlaufe  meiner  Untersucbungen  kamen  niir  noch  ver- 
schiedene  âhnliche  Gestalten  vor,  die  bald  weniger,  bald  mehr 
von  dieser  Form  abweichen,  doch  betrachte  ich  dièse  zur  Zeit 
niir  als  Lokalvarietaten. 

Die  erste  Antenne  ist  schmal,  die  Borsten  sind  so  lang  wie 
die  letzten  seclis  Glieder  zusammen. 

Die  zweite  Antenne  zeigt  beim  Mânnchen  kiirzere  Spûrborsten 
als  bei  den  verwandten  Formen  ;  die  hintere  erreicht  nur  mit 
dem  liyalinen  Fortsatz  das  Ende  des  letzten  Gliedes,  wahrend 
die  langere  nur  um  diesen  das  Ende  des  letzten  Gliedes  iiber- 
ragt.  Die  grôssere  Klaue  des  letzten  Gliedes  ist  kaum  so  lang 
als  die  letzten  drei  Glieder  der  Antenne  zusammen.  Die  beiden 
Borsten  am  distalen  Ende  des  dritten  Gliedes  sind  selir  ungleich  ; 
die  grôssere  erreicht  das  Ende  des  letzten  Gliedes,  die  kiirzere 
schwâchere  nur  das  Ende  des  folgenden  drittletzten  Gliedes. 

Die  Mandibel  zeigt  ein  wesentliches  Merkmal,  indem  an  dem 
zweiten  GHede  des  Tasters  fiinf  lange  ungefiederte  Borsten 
stehen,  eine  Eigentiimlichkeit,  welche  flir  die  ganze  Candida- 
Gruppe  alsbesonderes  Merknial  aufzustellen  ist,  zumUnterschied 
von  Candona  neglecta  Sars  (fabœformis  ?).  Am  Ende  des  dritten 
Tastergliedes  steht,  seitlich  zum  letzten  GHed,  eine  dicke  ge- 
fiederte  Borste.  Der  Branchialanhang  hat  acht  Borsten,  wovon  die 
oberste  ganz  kurz,  und  die  letzte  steif,  schmal  und  ungefiedert  ist. 

Charakteristisch  sind,  ebenfalls  fur  die  ganze  Gruppe,  die 
Taster  des  mânnlichen  Kieferfusses,  der  bis  jetzt  nur  von  Vavra 
genau  dargestellt  wurde.  Der  linksseitige  ist  an  der  Basis  einge- 
schniirt,  was  Vavra  nicht  andeutet  (Fig.  14,  8),  verschmâlert 
sich  allmâhlig  nach  vorn,  biegt  dann  in  einem  sehr  stumpfen 


382  A.   KAUFMANN. 

Winkel  nacli  vorn  iim.  An  dem  sclimalen  Endteil  nâliern  sicli 
die  Chitinrânder  derart,  dass  sie  eine  mit  dem  Rand  parallel 
verlaiifende  Rimie  zii  bilden  scheinen.  Die  Borsten  der  Vorder- 
seite  sind  sehr  lang  (langer  als  bei  Vavra)  imd  erreiclien  fast 
die  Spitze  des  Tasters.  Der  rechtsseitige  Taster  verbreitert  sich 
aus  sehr  sdimaler  Basis  bauchfôrmig  und  biegt  dann  fast  recht- 
winklig  um  in  den  niir  halb  so  breiten  Endteil,  der  nach  vorn 
wieder  etwas  breiter  wird.  Die  vordern  Borsten  sind  weiter 
unten  inseriert  und  ktirzer  als  aiif  der  linken  Seite. 

Am  ersten  Beinpaar  ist  die  Vorderseite  des  zweiten,  dritten 
und  vierten  Gliedes  beliaart. 

Das  zweite  Beinpaar  ersclieint  viergliedrig  durch  die  unge- 
teilte  Tibia,  welclies  Verhalten  bis  anhin  als  Speziesmerkmal 
dieser  Art  angesehen  wurde.  Die  kûrzere  Borste  des  Endgliedes 
ist  fiinf  mal  so  lang  als  das  Endgiied  und  so  lang  wie  die  Borste 
des  zweitletzten  Gliedes. 

Die  Furka  des  Mânnchens  ist  gerade  ;  die  grôssere  Endklaue 
verhâlt  sich  zur  Vorderkante  wie  25  :  41  ;  die  hintere  feine 
Borste  erreicht  mit  der  Spitze  das  Ende  der  Furka.  Die  weib- 
liche  Furka  ist  stârker  gebogen  und  klirzer,  die  Borste  verhâlt- 
nismâssig  langer,  indem  sie  sich  zur  Vorderkante  verhâlt  wie 
24  :  31,  weiter  vorn  inseriert,  so  dass  sie  das  Ende  der  Furka 
tiberragt. 

Ein  fur  dièse  und  verwandte  Arten  charakteristisches  Merk- 
mal,  auf  das  noch  von  keiner  Seite  aufmerksam  gemacht  wurde, 
ist  ein  spitz  dreieckiger  Abdominalanhang  auf  der  Vorderseite 
oberhalb  der  Furka,  âhnlich  wie  bei  Caudona  candata,  doch 
nicht  so  lang. 

Der  Kopulationsapparat  ist  ganz  âhnlich  wie  bei  Candona 
devexa  (siehe  Taf.  XVIII,  Fig.  6).  Der  Hauptteil  ist  oval,  in  der 
obern  Partie  stark  chitinhaltig  ;  das  Vas  deferens  geht  in  einen 
S-ftirmig  gekriimmten  Gang  liber,  der  im  untern  Drittel  nach 
aussen  miindet.   Ein  seitlicher  schaufeltormiger  durchsichtiger 


CYPRIDEN  UND   DARWINULIDEN.  383 

Fortsatz  zeigt  eine  obère  doppelt  gekrûmmte  und  eine  untere  ein- 
fach  krumme  Begrenzung  und  ist  in  seiner  Gestalt  von  dem  gleichen 
Anliang  bei  Candona  neglecta  ziemlich  leicht  zu  unterscheiden. 

Dièse  hâufigste  Candona-Art  ist  in  seichten  Grâben  oft  in  sehr 
grosser  Individuenzalil  zu  finden  und  pflanzt  sicli  daselbst  meist 
partheuogenetisch  fort  ;  sie  kommt  aber  auch  in  den  Tiefen  un- 
sererSeen  vor,  wo  die  geschleditliclieVermehrunghâufigersein 
mag.  Es  gelang  mir  nur  einmal,  ein  Mannchen  aufzufinden. 

Fundorte:  Bex,  Miinsingen,  Reutigen,  Delsberg,  Pruntrut, 
Herbligen  bei  Scliafthausen,  Btilach,  Sargans,  St.  Margretlien, 
Buchs,  Au,  Bodensee,  Genfersee,  Thunersee,  Brienzersee,  Hall- 
wylersee,  Senipachersee,  Lowerzersee,  Zugersee,  Vierwald- 
stâttersee,  Luganersee,  Aegerisee,  Ztirchersee,  Walensee,  Murt- 
nersee,  Neuenburgersee,  Schônenbodensee  bei  Wiklhaus,  beim 
Gotthardhospiz,  St.  Moritzersee,  bei  Davos-Dorf,  um  St.  Gallen 
und  Bern  etc. 

40.  Candona  devexa  Kaufmann. 

Taf.  27,  Fig.  14,  IS  ;  Taf.  30,  Fig.  1-3  ;  Taf.  31,  Fig.  22. 

1900.  Candona  devexa  Kaufmann  140,  p.  108. 

Wâhrend  bei  âltern  Autoren  die  alleinige  Berûcksichtigung 
-der  Schalen  als  ein  empfindlicher  Mangel  empfunden  wird,  kom- 
men  wir  heute  bei  griindlicherer  Untersuchung  der  Formen  zu 
der  Erkenntnis,  dass  einzelne  Arten  hauptsâchlich  gestiitzt  auf 
•das  Verhalten  der  Schalen  zu  trennen  sind,  doch  darf  ein  ge- 
naues  Studium  der  Gliedmassen  unter  keinen  Umstânden  fehlen. 
Wir  erbalten  so  eine  Gruppe  von  Formen,  die  in  den  Gliedmassen 
mit  einer  Hauptform  ubereinstimmen,  wohl  aber  durch  besondere 
konstante  Merkmale  von  ihr  abweichen.  So  die  beiden  folgenden 
Arten. 

Lange  :  1,15  mm. 

Hôhe:    0,6    mm. 

Breite  :  0,5    mm. 


384  A.    KAUFMANN. 

Yon  Candona  candida  untersclieidet  sich  dièse  Art  hauiitsach- 
licli  durch  den  abschiissigen  Riicken,  der  in  einem  scharfen 
spitzen  Winkel  in  den  Unterrand  iibergeht  ;  auch  in  der  Augen- 
gegend  ist  eine  geradlinige,  scliief  nacli  unten  verlaufende  Be- 
grenzung  ;  der  Vorderrand  ist  gleichmâssig  geriindet,  der  Baucli- 
rand  leicht  eingebuclitet.  Die  Beliaarung  beschrankt  sich  auf 
Vorder-  und  Hinterrand,  wo  auch  parallel  verlaufende  Poren- 
kanâle  auftreten. 

In  der  Ansicht  von  oben  erkennen  wir  den  grôssten  Durch- 
messer  beim  Weibchen  in  der  Mitte,  von  wo  aus  die  Schale  nach 
vorn  und  hinten  sich  zuspitzt,  nach  vorn  fast  geradhnig,  nach 
hinten  nur  in  einer  leichten  Biegung. 

Die  hnke  Schale  ist  grôsser  als  die  redite,  tlberragt  sie  vorn 
und  schliesst  sie  hinten  etwas  in  sich  ein. 

Die  Gestaltung  des  Mannchens  scheint  mir  wenig  davon  abzu- 
weichen,  doch  konnte  ich  dieselbe  nicht  genau  feststellen,  da  ich 
nur  ein  Mânnchen  getischt  liatte,  und  dièses  beim  Fang  oder 
Transport  beschâdigt  wurde. 

Die  beiden  Borsten  an  der  ventralen  Ecke  des  dritten  Gliedes 
sind  langer  als  bei  Candona  candida,  indem  die  lângere  das 
Endglied,  die  kiirzere  das  folgende  vierte  Glied  ûberragt.  Die 
kûrzere  Spiirborste  erreicht  die  Mitte  des  letzten  Gliedes,  die 
lângere  iiberragt  das  Endglied  um  einen  Yiertel  seiner  Lange. 
Die  lângere  Klaue  des  Endgliedes  ist  etwas  langer  als  die  drei 
letzten  Glieder  zusammen  genommen. 

Die  Taster  des  mânnlichen  Kieferfusses  entsprechen  in  der 
Gestaltung  denjenigen  von  Candona  candida;  der  rechtsseitige 
Taster  zeigt  die  breiteste  Stelle  etwas  nâher  der  Basis,  doch  ist 
darauf  kein  Gewicht  zu  legen. 

Das  zweite  Beinpaar  fand  ich  bei  beiden  Geschlechtern 
einerseits  vier-,  andererseits  durch  die  Trennung  der  Tibia  fiinf- 
gliedrig,  Ungleichheiten,  auf  welche  auch  Hartwig  bei  Cand, 
WcUneri  Hartwig  aufinerksani  niaclit. 


CYPRIDEN   UNI)   DARWINULIDEN.  385 

Die  mânnliche  Furka  ist  gestreclvt.  Die  Endklaue  verhiilt  sich 
zurvorclern  Kaiite  wie  25  :  35  beim  Weibclien,  wie  38  :  43  beim 
Mânnclien.  Die  hiiitere  feine  Borste  ragt  um  eineii  Drittel  liber 
das  Ende  der  Furka  hinaus. 

Fundort  :  Pfaffikoner-See. 

41,  Ccmdona  Studeri  Kaiifmaiin. 

Taf.  27,  Fig.  16-20  ;  Taf.  30,  Fig.  6-11  ;  Taf.  31,  Fig.  23. 

1900.  Candona  Studeri  Kaufmann  140,  p.  109. 

Aucli  dièse  Art  gehôrt  zu  der  Candida-GrYU])])e. 

Lange:  1,4    Ç  cf  mm. 
Hôhe  :    0,75  Ç       0,8  cT  mm. 
Breite  :  0,G  mm. 

Wie  ans  diesen  Maassen  ersiditlicli,  ist  dièse  Form  die  grôsste 
einheimisclie  Art  und  um  einen  Drittel  grôsser  als  Candona 
candida,  von  der  sie  sich  aucli  in  der  Gestalt  deutlich  abhebt. 

In  der  Seitenansicht  weicht  sie  von  Candona  candida  nur 
wenig  ab,  docli  zeigt  die  Scliale  eine  deutlichere  Streckung,  der 
Rûckenrand  verliiuft  melir  geradlinig,  schief  nach  vorn  geneigt. 
Der  Vorderrand  ist  etwas  breiter,  wâhrend  der  Hinterrand 
weniger  steil  abfâllt  als  bei  der  Hauj^tform  ;  die  Einbuchtung 
des  Bauchrandes  ist  schwach  und  ktirzer,  da  die  hintere  Partie 
wieder  geradlinig  verlâuft. 

Die  etwas  breitere  mânnliche  Schale  erreicht  die  grosste 
Breite  im  hintern  Viertel,  weist  aber  hinter  der  ventralen  Ein- 
buchtung eine  Ausbuchtung  auf,  deren  Begrenzung  schief  von 
unten  nach  oben  verlâuft,  um  mit  dera  Hinterrand  einen  rechten 
Winkel  zu  bilden. 

In  der  Ansicht  von  oben  zeigt  sich  eine  auffâllige  Differenz 
gegeniiber  der  Hauptform.  Das  Mânnchen  ist  ausgeprâgt  eifôr- 
mig,  mit  stark  gerundetem  Hinterrand,  das  Weibchen  hat  seinen 
grôssten  Durchmesser  in  der  Mitte  und  spitzt  sich  nach  vorn 

Rev.  Scisse  de  Zool.,  T.  8.  1900.  25 


386  A.    KAUFMANN. 

uiid  hinten  zu,  âhnlich  wie  Ccmdona  devexa.  In  beiden  Geschlecli- 
tern  gelit  die  Biegung  der  mittleren  Partie  ziemlich  plôtzlicli 
beidseitig  in  eine  ganz  gerade  Linie  ûber,  welche  die  seitliclie 
Begrenzung  des  vordern  Viertels  bildet.  Die  Asymmetrie  der 
Schalen  ist  bei  beiden  Geschlechtern  deutlich  ausgeprâgt,  in- 
dem  die  linke  Schale  vorn  und  hinten  die  rechte  iiberragt. 

Die  Schliessmuskeleindrûcke  bestehen  ans  sechs  Flecken  ;  der 
oberste  davon  ist  oval,  etwas  isoliert,  wâhrend  die  ftinf  ungefâhr 
dreieckigen  ringformig  angeordnet  sind,  iedoch  nach  oben  eine 
Liicke  lassen. 

In  den  Gliedmassen  schliesst  sie  sich  der  Hauptform  an. 

Die  erste  Antenne  hat  ziemlich  lange  Borsten. 

Von  den  Spiirborsten  der  zweiten  Antenne  erreicht  die  kiir- 
zere  mit  ihrer  Spitze  ohne  hyalinen  Anhang  das  Ende  des  letzten 
Gliedes,  wâhrend  die  lângere  etwas  dariiber  hinausragt. 

Die  lângere  Klaue  des  Endgliedes  ragt  nicht  am  weitesten 
vor,  erreicht  aber  die  Lange  der  drei  letzten  Glieder  zusammen. 
Die  kurzere  Borste  an  der  ventralen  vordern  Ecke  des  dritten 
Gliedes  erreicht  die  Lange  der  zwei  folgenden  Glieder  zusammen, 
die  lângere  iiberragt  das  Endglied  uni  die  Lange  d^sselben. 

Die  Kieferfusstaster  des  Mânnchens  sind  analog  der  Haupt- 
form, doch  um  mehr  als  ein  Fiinftel  langer.  Das  zweite  Beinpaar 
ist  deutlich  viergliedrig  mit  ungeteilter  Tibia,  stimmt  darin  mit 
der  Hauptform  uberein. 

Die  Endklaue  der  Furka  verhâlt  sich  zur  vordern  Kante  beim 
Weibchen  wie  20  :  28,  beim  Mânnchen  wie  22  :  30.  Die  Dorsal- 
borste  iiberragt  beim  Mânnchen  fast  um  die  Hâlfte  die  Basis 
der  hintern  Endklaue. 

Der  Kopulationsapparat  ist  wie  bei  Candona  candida  und 
Ccmdona  devexa,  jedoch  grôsser. 

Ich  fand  dièse  Forni  in  Schlammproben  des  Bielersees,  die 
icli  s.  Z.  auf  die  Verbreitung  der  Cytheriden  untersuchte,  hielt 
sie  aber  fiir  Candona  candida. 


CYPRIDEN   UND   DARWINULIDEN.  387 

Eine  erneuerte  Priituiig  ergab  die  Abtrennung.  Aus  der  glei- 
<clien  Oertlichkeit  erhielt  icli  sie  in  zalilreichen  Exemplaren 
beiderlei  Geschlechtes  aus  dem  Mageninhalt  eines  Coregonus 
durch  Herrn  Prof.  Th.  Studer  in  Bern,  zu  dessen  Ehrung  die 
Art  benannt  wurde. 

42.  Candona  negleda  G.  0.  Sars. 
Taf.  29,  Fig.  l-o;  Taf.  30.  F\g.  12-18  ;  Taf.  31,  Fig.  21. 

1887.  Candona  negleda  Sars  20,  p.  279,  Tab.  XV.  Fig-,  5-7,  Tab.  XIX, 

Fig.  1-21. 
1891.  Candona  fabœformis  Vavra  37,  p.  45,  Fig.  12,  1-9  ;  Fig.  13. 
1893.         »  »  Turner  70,   p.  299,   PI.  LXXV,  Fig.  10,  11  ; 

PI.  LXXVI,  Fig.  6-8  (?) 

1897.  Candona  fabœformis  Sbarpe  85,  p.  454,  PI.  XLV,  Fig.  1-3  (?) 

1898.  »         Vavrai  Hartvvig  96,  p.  567. 

Bei  der  mangelliaften  Kenntnis  der  Candona- Arien  ist  wohl 
auch  liier  anzunehmen,  dass  eine  Verweclislung  dieser  Form  mit 
nahe  verwandten  Arten  liâufig  stattgefimden  liât.  Es  liegt  dièse 
Verweclislung  aucli  filr  die  Form  vor,  welche  Vavra  (37,  p.  45) 
als  Candona  fabœformis  besclireibt  und  darstellt,  da  ihm  die  Ab- 
handlung  von  Sars  (20)  entgangen  zu  sein  scheint,  in  welcher 
eine  Form  als  Candona  negleda  besclirieben  wird,  welcbe  icli 
mit  der  seinigen  fiir  identisch  halte.  Hartwig  (96)  nimmt  fîir 
die  von  S.  Fischer,  Brady  und  Norman  und  Vavra  unter  dem 
gleiclien  Namen  bescliriebene  Formen  drei  getrennte  Arten  an 
und  maclit  den  Vorschlag,  die  von  Vavra  dargestellte  Spezies 
als  Candona  Vavrai  zu  bezeiclinen,  ist  aber,  laut  einer  freund- 
lichen  Mitteilung,  heute  aucli  derAnsicht,  dass  Candona  Vavrai 
Hartwig  mit  Candona  neglecta  Sars  identisch  sei. 

Warum  Sars  seine  Candona  negleda  in  seiner  Oversigt  of 
Norges  Crustaceer  nicht  aufgenommen  hat,  ist  mir  nicht  er- 
klârlich  ;  es  erscheint  dafûr  Candona  fabœformis  Fischer. 

In  wieweit  die  Darstellung  Fischer's  Anspruch  auf  Genauig- 
keit  hat,  lâsst  sich  nicht  ermitteln,  doch  halte  ich  sie  fiir  zu  un- 


388  A.   KAUFMANN. 

zuverlâssig,  als  dass  man  bereclitigt  wâre,  darin  eine  besondere 
Art  zii  erblicken,  sind  doch  sogar  die  viel  genaueren  Darstellun- 
gen  von  Brady  und  Norman  (23,  p.  103,  PI.  IX,  Fig.  1-14)  de» 
gegenwârtigen  Bedurfiiissen  nicht  mehr  entsprechend.  Ebenso 
ist  es  fraglich,  ob  die  nordamerikanischen  Formen,  die  Turner 
und  Sharpe  anfiihren,  der  VAVRA'schen  Form  gleich  zu  setzen 
sind  ;  ans  ihren  ganz  ungenauen  Zeichniingen  ist  es  nicht  zu  er- 
sehen. 

Walirscheinlich  bat  aucb  Daday  (43,  88)  die  VAVRA'sch& 
Darstelkmg  zu  seinen  Bestimmungen  gewâhlt. 

W.  Hartwig  batte  die  besondere  Freundlichkeit,  die  icb  ilim 
aucb  an  dieser  Stelle  bestens  verdanke,  einige  meiner  ausge- 
prâgtesten  Formen  mit  den  in  Brandenburg  auftretenden  zu  ver- 
gleicben  und  bestâtigte  meine  Annahme,  dass  es  sicb  um  Cmi- 
dona  Vavrai  B.artwig-Candona  neglecta  Sars  handle. 

Lange:  1,2  Ç  1,4  cf  mm. 
Hôhe  :  0,6  Q  0,8  J'  mm. 
Breite  :         0,5  mm. 

Die  Dimensionen  sind,  mit  Ausnabme  der  Breite,  aile  grôsser 
als  sie  Vavra  angibt.  Neben  diesen  fand  ich  aucb  kleinere  voll- 
kommen  geschlechtsreife  Formen  von  1,2  mm.  cf'  und  1,1  mm.  Ç 
und  solcbe  mit  1,3  mm.  cf  und  etwas  andern  Umrissen.  Die 
Form  der  Schale  scbeint  mir  ebenfalls  nicbt  konstant  zu  sein. 

Die  vorliegende  Art  ist  ausgesprocben  bolmenformig,  das. 
Mannchen  bat  einen  weniger  gewôlbten  Vorderrand,  als  das 
Weibchen,  der  Rûckenrand  ist  etwas  stârker  gebogen  und 
schiefer  nacb  binten  aufsteigend.  Die  grôsste  Hobe  liegt  im  hin- 
tern  Viertel.  Von  da  fallt  der  Hinterrand  beim  Mânncben  scbief 
al),  biegt  unterbalb  der  Mitte  winklig  und  scbief  nacb  vorn  um 
und  bildet  nacb  einem  weitern  geradlinigen  Verlauf  einen  zwei- 
ten  Winkel  mit  dem  Baucbrand.  Die  grôsste  Lange  liegt  im  un- 
tern  Drittel,  beim  AVeibchen  ist  sie  tiefer. 

In  der  Ansicbt  von  oben  ersclieint  das  Miinncben  eiformig^ 


CYPRIDEN   UND   DARWINULIDEN.  389 

nacli  vorn  allmahlig  zugespitzt,  nach  hiiiten  gleichmâssig  ge- 
runclet  mit  dem  grôssten  Durchmesser  im  liintern  Drittel,  Das 
Weibclien  ist  in  cler  Mitte  am  breitesten,  nach  liinten  nur  ein 
wenig  gewolbter  als  nach  vorn. 

Yorder-  und  Hinterrand  sind  reichlich  mit  Porenkanâlen  ver- 
sehen  und  mit  Haaren  besetzt. 

Schliessmuskeleindrilcke  sind  sechs  ;  der  oberste  ovale  ist  von 
clen  andern  entfernt,  die  librigen  sind  dreieckig  und  kreisfôrmig 
um  einen  Mittelpunkt  angeordnet. 

Mit  dieser  Gestalt  stimmen  auch  die  Formen  mit  1,2  und 
1,1  mm.  ûberein,  wâhrend  die  Formen  mit  1,3  mm.  (cf)  Lange 
vom  hintern  Viertel  an  sich  gleichmâssig  zum  Yorderrand  ver- 
engern,  der  vor  dem  Auge  gemessen  nur  halb  so  hoch  ist  als  der 
Mntere  Teil.  Es  ist  nicht  ausgeschlossen,  dass  dièse  letztere 
Form  bei  eingehender  Prûfung  weitern  Materials  noch  getremit 
werden  kann. 

An  der  zweiten  Antenne  finden  sich  am  distalen  Ende  des 
di'itten  Gliedes  zwei  gleich  lange  Borsten,  die  beide  uahezu  die 
Lange  der  grôsseren  Klaue  des  zweitletzten  Gliedes  erreichen. 
Die  Spûrborsten  des  vierten  Gliedes  verhalten  sich  ungefâhr  wie 
diejenigen  von  Candona  candida,  sind  nahezu  gleich  lang  und 
erreichen  mit  ihrer  Spitze  ohne  hyalinen  Fortsatz  das  Ende  des 
letzten  Gliedes.  Der  hyaline  Anhang  erscheint  an  der  Basis  deut- 
lich  eingeschntirt,  gegen  das  Ende  aber  blasig  aufgetrieben. 

An  den  vordern  zwei  Gliedern  sind  sieben  Klauen  ;  die  oberste 
des  zweitletzten  Gliedes  ist  halb  so  lang  als  die  daneben  stehende 
lângste  Klaue. 

Der  Mandibulartaster  zeigt  ein  wohl  fiir  die  ganze  Candona 
fahœformis-(jru])])e  charakteristisches  Merkmal  gegentiber  Can- 
dmia  candida  darin,  dass  an  dem  zweiten  Tasterglied  ein  Bûschel 
von  nur  vier  Borsten  steht.  Die  Endklaue  ist  kammfôrmig  ;  der 
Branchialanhang  trâgt  acht  Borsten,  von  denen  die  erste  ganz 
kurz,  die  letzte  steif,  diinn  und  ungefiedert  ist. 


390  A.    KAUFMANN. 

Die  Taster  des  mânnliclien  Kieferfusses  sind  von  denjenigen 
von  Candona  candida  erheblicli  verschieden.  Der  linksseitige  ist 
an  der  Basis  bandformig,  verbreitert  sicli  nach  vorn  nur  wenig^ 
iind  biegt  sichelfôrmig  nacli  vorn  um.  Die  beiden  Borsten  der 
Vorderseite  sind  steif  und  kurz.  Der  rechtsseitige  Taster  zeigt 
unweit  der  Basis  eine  Einschniiriing,  die  durch  Chitinleisten  um- 
randet  ist;  wenig  davon  entfernt  ist  die  breiteste  Stelle;  der 
Hinterrand  gelit  in  einem  weiten  gleiclimâssigen  Bogen  zur 
Spitze,  der  Vorderrand  nâliert  sich  ihm  so,  dass  der  vordere 
Teil  wieder  schmâler  ist,  als  beim  linksseitigen  Taster.  Die  Bor- 
sten der  Yorderseite  sind  iibereinander  inseriert  und  fast  doppelt 
so  lang  als  auf  der  linken  Seite. 

Das  zweite  Beinpaar  ist  zum  Unterscliied  von  Candona  can- 
dida ftinfgliedrig  diircli  die  Teiliing  der  Tibia,  Die  kiirzere  End- 
borste  ist  halb  so  lang  aïs  die  andern. 

Die  Klauen  der  Furka  sind  kûrzer  als  bei  Candona  candida^ 
indem  sich  die  grosse  Klaue  zur  vordern  Kante  verhâlt  beim 
Mânnchen  wie  26  :  46,  beim  Weibchen  wie  26  :  42. 

Fundorte:  Bielersee,  Davos,  Gottliardhospiz,  Kôniz,  Kiesen^ 
Simplonliospiz,  Bruggen  und  Kurzeck  bei  St.  Gallen,  Arbon, 
Frutigen,  Blumenstein,  Gwatt,  Capolago,  Colico,  Seewen,  Ko- 
manshorn,  Gruyère,  Morges,  Roche,  Bulle. 

43.  Candona  Protzi  Hartwig. 

Taf.  31,  Fig.  6-16. 

1898.  Candona  Protzi  Hartwig  91,  p.  476. 

Lange:  1,0  cT  1,1  Ç  mm. 

Hohe  :    0,53  mm. 

Breite:  0,37  mm. 
Die  Dimensionen  des  Weibchens  entnehme  ich  einem  Exem- 
plar,  das  "W.  Hartwig  mir  zu  iibermitteln  die  Freundiiclikeit 
hatte.  Es  ist  auffâllig,  dass  das  Weibchen  grosser  ist  als  das 
Mânnchen. 


CYPRIDEN   UND    DARWINULIDEN.  391 

Die  langgestreckte  Schale  liât  ilire  grossie  Hohe  hinter  der 
Mitte,  von  wo  sie  beiderseits  fast  geradlinig  scliief  abfallt.  Der 
Vorderraiid  ersclieiiit  iiiclit  so  breit  als  der  Hinterraiid;  der 
Baiiclirand  ist  gerade,  zeigt  aber  in  der  Mitte  eine  charakteris- 
tische  Aiisbiichtung,  die  dem  AVeibchen  zu  fehlen  scheint. 

Die  Ansicht  von  oben  zeigt  die  grosste  Breite  in  der  Mitte  und 
eine  gleichmassige  Verengerung  nach  vorn  und  nach  hinten. 
Vor  dem  Auge  iiberwolbt  die  linke  Scliale  die  rechte,  die  Lange 
ist  jedoch  die  gleiche.  Die  hintere  Partie  liisst  Hoden  oder  Ova- 
rien erkennen. 

Schliessmuskeleindriicke  sind  fiinf  in  einer  Gruppe,  ein  sedis- 
ter  etwas  davon  entfernt. 

Vordere  und  hintere  Partie  zeigen  eine  netzige  Zeichnung. 
Die  Flâche  ist  schwach,  Vorder-  und  Hinterrand  sind  etwas 
starker  behaart. 

Die  erste  Antenne  bat  lange  Borsten. 

Die  zweite  Antenne  zeigt  an  der  ventralen  Ecke  des  dritten 
Gliedes  zwei  Borsten,  von  denen  die  eine  das  Endglied  uni  dessen 
Lange  îiberragt,  die  andere  die  Basis  desselben  erreicht.  Von 
den  Spûrborsten  erreicht  die  obère  mit  dem  hyalinen  Anliang 
die  Spitze  des  Endgliedes,  die  untere  ragt  uni  dièses  Anhângsel 
dariiber  hinaus. 

Am  zweiten  Glied  desMandibulartastersbefindet  sich  ventral- 
wârts  ein  Biischel  von  vier  Borsten.  Die  Endklaue  ist  in  der 
vordern  Hâlfte  beidseitig  gezâhnelt. 

Das  erste  Beinpaar  fiihrt  eine  Borste  am  Stamm,  zwei  unge- 
fâlir  gleich  lange  Tibialglieder  und  ein  ziemlich  langes  Endglied. 

Das  zwTite  Beinpaar  ist  fûnfgliedrig,  das  Endglied  mit  zwei 
fast  gleich  langen  und  einer  dritten  etwa  halb  so  langen  Borste 
versehen. 

DieFurka  ist  ziemlich  gerade,  dieKlauen  sind  ungleich,  die  vor- 
dere Wimper  ist  kurz,  die  hintere  so  lang  wie  die  kleinere  Klaue 
und  langer,  als  dieDistanz  von  ihrer  Basis  zum  Ende  derFurka. 


392  A.   KÀUFMANN. 

Der  Taster  des  rechten  Greiffusses  des  Mâmicliens,  den 
W.  Hartwig  leider  nicht  darstellt,  ist  an  seinem  Basalteil  nach 
vorn  geradlinig  begrenzt,  wôlbt  sicli  im  vordern  Teil  weit  nach 
hinten  und  bildet  ein  schmales  Ende,  das  mit  dem  Basalteil  im 
rechten  Winkel  steht.  Die  beiden  Borsten  sind  kurz.  Der  links- 
seitige  Taster  ist  weniger  breit  mid  der  hakige  vordere  Teil 
steht  schief  ziir  Basis.  In  beiden  Fallen  ist  die  vordere  Partie 
stark  chitinhaltig,  so  dass  in  der  Mitte  scheinbar  nur  ein  kanal- 
artiger  Zwischenraum  ilbrig  bleibt. 

Der  Kopulationsapparat  zeigt  am  Grimde  den  S-fôrmig  ver- 
laiifenden  Fortsatz  des  Yas  deferens,  die  Platte,  welche  diesen 
Kanal  enthâlt,  ist  vorn  stumpf  begrenzt.  An  der  Seite  derselben 
ist  eine  Seitenplatte,  welche  in  charakteristischer  Weise  nach 
vorn  in  eine  scharfe  Spitze  endigt. 

Die  Form  ist  durch  Hartwig  ans  der  Nâhe  von  Berlin  be- 
kannt.  Sie  kommt  auch  in  England  vor,  was  ich  deswegen  fest- 
zustellen  in  der  Lage  bin,  weil  Herr  Brady  die  Freundlichkeit 
hatte,  mir  einige  Exemplare,  die  er  fiir  Candona  fahœformis 
Fischer  hielt,  zu  tibersenden.  Es  waren  zweifellos  Yertreter 
dieser  Form. 

Ich  fand  nur  ein  Mânnchen  in  dem  nur  wenige  Meter  tiefen 
Lago  di  Muzzano  bei  Lugano. 


Famille  DARWINULID^. 


Die  Famille  der  Barwimdidœ  war  bis  vor  kurzer  Zeit  nur 
durch  eine  Gattung  mit  einer  Art  vertreten,  welche  von  Brady 
und  RoBERTSON  (1(S70)  entdeckt  und  beschrieben  wurde.  Die 
von  diesen  Autoren  aufgestellten  Gattungsmerkmale  bestehen 
auch  fur  die  neue,  von  Turner  aufgefundene  Art  zurecht. 


CYPRIDEN   UND  DARWINULIDEN.  393 

Die  Darwinuliden  besitzen  eine  dûiine  brtichige  Scliale,  die 
hinten  liôher  ist  als  vorn  und  in  der  Mitte  die  concentrisch  an- 
geordneten  Schliessmuskeleiiidrucke  zeigt.  Die  redite  Scliale  ist 
grôsser  als  die  liiike.  Die  erste  Antenne  ist  kiirzer  als  bei  den 
Cj'priden  und  mit  starken  Borsten  verselien. 

Die  zweite  Antenne  ist  viergliedrig  mit  verkiimmertem  Aussen- 
ast,  oline  Spinnborste  und  oline  Spiirborste.  Die  Mandibel  ist 
breit  ;  der  dreigliedrige  Taster  bat  ein  breites  Basalglied  und 
einenBranchialanliang.  DieMaxille  gleiclit  derjenigeu  derCythe- 
riden  und  Cj^^riden. 

Der  Kieferfuss  ist  einfach,  mit  einem  viergliedrigen  fussfôr- 
migen  Taster  und  einer  deutlichen  Athemplatte. 

Das  erste  Fusspaar  ist  fiinfgliedrig. 

Das  zweite  Fusspaar  ist  langer  als  das  erste. 

Am  Abdomen  betindet  sicli  ein  kegelfôrmiger  Fortsatz. 

1.  Gattung.  DARWINULA  Brady  and  Norman. 

1870.  Pohjcheles  Brady  and  Robertson  12. 
1889.  Darwinula  Brady  and  Norman  23. 
1895.  »  Turner  70. 

1.  Danvinula  Stevensoni  Brady  and  Robertson. 
Taf.  29,  Fig.  6-14,  Taf.  30,  Fig.  19-23. 
1870.  Polijcheles  Stevensoni  Brady  and  Robertson  12,  p.    2o,  PI.  VII, 

Fig.  1-7,  PI.  X,  Fig.  4-14. 
1889.  Darwinula  Stevensoni  Brady  and  Norman  23,   p.    121.   PI.    X, 
Fig.  7-13,  PI.  XIII,  Fig.  1-9,  PI.  XXIV,  Fig.  5. 

1892.  Darwinula  Stevensoni  Daday  43,  p.  191. 

1893.  »  »  Daday  49,  p.  194. 

1894.  »  »  G.  W.  Muller58,  p.386,  P1.32,Fig.  15-22. 
p.  22,  35,  45,  67,  71  u.  a.  im  Text. 

1898.  Darwinula  Stevensoni  Lienenklaus  98,  p.  115. 
1897.         »  »  Daday  83,  p.  6. 

1897.  »  »  Hartvvig84,  p.  121,  130. 

1897.         »  Stewensonii  Daday  S3 ,  p.  178. 

1899.  .)         Stevensoni    Hartwig  108,  p.  34,  40. 


394  A.   KAUFMANN. 

Die  von  Brady  und  Norman  gegebenen  Beschreibimgen  iind 
Darstellungen  entsprechen  derWirklichkeit  imgrossen  Gaiizen, 
entbeliren  aber  jener  fur  allfallige  Unterscheidmig  neiier  Arten 
notwendigen  Genauigkeit.  In  der  vortrefflichen  Bearbeitung  der 
Ostracoden  des  Golfes  von  Neapel  giebt  G.  W.  Mûller  sehr 
einlâssliche  Beschreibimgen  und  Darstellungen,  die,  nadi  den 
Aeusserungen  des  Autors  selbst,  keinen  Anspruch  auf  Ge- 
nauigkeit machen,  da  sie  nach  eingetrocknetem  Material  herge- 
stellt  wurden,  sie  sind  aber  so  genau,  dass  icli  nur  einige  Détails. 

beifûgen  kann. 

Lange:  0,72  mm. 

Hôhe  :  0,28  mm. 

Breite:  0,26  mm. 

Von  der  Seite  gesehen  ist  die  Schale  lang  oval,  der  hintere 
Teil  ist  breiter,  der  Unterrand  schwacli  eingebuchtet,  der  Rûcken- 
rand  leicht  gewôlbt.  Die  grôsste  Breite  erreicht  sie  im  hintern 
Viertel.  Von  oben  zeigt  sich  eine  aufîallende  Asjamnetrie,  indem 
die  rechte  am  Hinterrand  die  linke  umschliesst.  Etwa  von  der 
Mitte  der  Aussenseite  an  verlâuft  in  S-formiger  Krilmmung  ein 
dunkles  Band  zur  Medianlinie,  die  es  am  Hinterrand  erreicht. 
Es  ist  dies  die  vordere  Wandung  des  Brutraumes.  Vor  diesem 
Band  sieht  man  die  sich  bewegende  Athemplatte,  vor  welcher 
eine  dunklere  Partie  die  Lage  des  Kôrpers  andeutet.  Die  An- 
sicht  von  unten  zeigt  einen  breiten  Sanm  am  Unterrand,  der 
etwas  vor  dem  Munde  fast  plotzlich  alibricht,  um  die  beiden 
Rânder  zum  Durchtritt  der  Antennen  offen  klappen  zu  lassen.     . 

Die  Oberflâche  zeigt  besonders  im  hintern  Teil  ganz  seichte, 
grubige  Vertiefungen.  Eine  Behaarung  konnte  ich  nicht  fest- 
stellen. 

Die  Schliessmuskeleindrûcke  sind  ziemlich  gross  und  liegen 
etwas  vor  der  Mitte  der  Schale  ;  sie  bestehen  aus  einer  Gruppe 
von  neun  in  charakteristischer  Weise  kreisformig  angeordneten 
lângern  oder  kurzern  dreieckigen  Flecken,  deren  Spitzen  etwas 


CYPRIDEN   UND   DAR\\1NULIDEN.  395 

excentrisch  liegen,  Anderweitige  Eindriicke,  wie  bel  den  Cypri- 
den,  fand  ich  niclit. 

Die  erste  Antenne  ist,  ahnlicli  wie  bei  Candona,  selir  kurz^ 
gedrimgen,  seclisgliedrig.  Das  erste  Glied  ist  auf  der  obern 
Kante  fein  geziihnelt,  am  distalen  Rand  von  einer  starken 
Cliitinleiste  begrenzt  und  am  obern  Ende  mit  zwei  kurzen  Borsten 
versehen.  Das  zweite  Glied  trâgt  am  untern  llande  eine  riick- 
wârts  laufende  Borste,  die  liber  die  Basis  des  ersten  Gliedes 
liinausragt  und  wolil  zur  Reinigung  der  Kopfseite  dient,  daneben 
stehen  noch  zwei  kleine  Borstchen.  Die  obère  Ecke  weist  nur 
eine  kurze  Borste  auf.  Am  dritten  Glied  steht  dorsal  eine  lange^ 
ventralwarts  eine  kurze  Borste,  am  vierten  Glied  ventral  eine 
gerade  steife,  an  der  obern  distalen  Ecke  zwei  ungleich  lange, 
die  am  hintern  Piand  fein  gezâlmelt  sind.  Am  Ende  des  filnften 
Gliedes  stehen  dorsal  eine  lange,  ventral  eine  kurze  und  seitlicli 
noch  zwei  steife  Borsten.  Das  letzte  Glied  ist  nach  oben  schief 
abgestuzt,  an  der  schiefen  Endflâche  mit  einer  leicht  gekriimm- 
ten  kolbig  endigenden  Sensitivborste,  einer  langen  und  einer 
kurzen  Borste  versehen.  Weder  Brady  und  Norman  noch 
G.  W.  MtJLLER  erwâhnen  die  Sensitivborste.  Die  letzten  drei 
Glieder  sind  brâunlich,  ebenso  die  Borsten. 

Der  Basalteil  der  zweiten  Antenne  wird  nach  aussen  durch  breite 
Chitinleisten  gefestigt,  die  ein  ovales  Feld  begrenzen,  zwei  feine 
Borsten  und  dorsalwârts  einen  eigentinnlichen  liakig  gekriimmten 
Chitinfortsatz  tragen,  dessenBedeutungmir  nichtklarist.  Brady 
stellt  den  Basalteil  nicht  dar,  wâhrend  bei  G.  W.  MtiLLER  die 
hintere  Borste  und  der  Haken  fehlen.  Die  Borste  am  Ende  des  Stam- 
mes  ist  nicht  so  dick  und  weniger  steif,  als  sie  G.  W.  Mûller  dar- 
stellt.  An  der  ventralen  Ecke  des  zweiten  Gliedes  steht  ferner 
eine  Gruppe  von  vier  gekriimmten,  gieichlangen,  stumpf  keulen- 
formig  endigenden  Sinnesborsten.  An  der  Basis  des  dritten 
Gliedes  erscheint  der  eingliedrige  cylindrische  Exopodit,  welcher 
an  die  Spinnborste  der  Cytheriden  und  an  den  verktimmerten 


396  A.   KAUFMANN. 

Aussenast  der  Cypriden  erinnert  ;  an  seinem  Ende  stehen  zwei 
gerade  Borsten,  an  der  Seite  ist  ein  kleiner  dreieckiger  Aus- 
wuclis  mit  einem  kurzen  feinen  Bôrstclien.  G.  W.  Mûller  bil- 
det  liinter  dem  Aussenast  nocli  eine  Borste  ab  (p.  35,  Fig.  7), 
die  icli  nicht  finde.  Es  ist  dies  wahrscheinlich  nur  die  Chitin- 
leiste  des  Stammes,  sie  fehlt  aucli  auf  Taf.  32,  Fig.  16  desselben 
Autors.  Etwas  hinter  der  ventralen  Ecke  stehen  zwei  lange 
gekriimmte  Borsten. 

Das  vierte  Glied  trâgt  an  der  ventralen  vordern  Ecke  eine 
gewolmliche  Borste  und  eine  Sensitivborste,  welclie  bis  jetzt 
nicht  beobachtet  wurde  ;  eine  solche  von  gleicher  Lange  steht 
auch  an  der  untern  Kante.  An  der  vordern  Ecke  sind  drei  Klaiien, 
die  langste  ist  auch  gezâhnelt;  dazu  komnit  noch  eine  gerade 
steife  Borste  an  der  obern  Ecke. 

Das  letzte  Glied  liegt  in  einem  seitlichen  Ausschnitte  des 
vierten  Gliedes,  ist  kaum  halb  so  breit  als  dièses,  vorn  schief 
begrenzt  ;  die  lângere  der  beiden  Klauen  steht  auf  der  schiefen 
Kante,  die  ktirzere  am  Ende.  An  der  ventralen  Kante  ist  eben- 
falls  eine  Sensitivborste.  Auch  an  dieser  Antenne  sind  die  drei 
letzten  Glieder  sowie  deren  Borsten  brâunlich. 

Die  Mandibel  besteht  wie  bei  den  Cypriden  und  Cytheriden 
aus  einer  Kauplatte  und  einem  gegliederten  Taster. 

Die  Kauplatte  erscheint  breiter  als  bei  den  Cypriden,  ni  der 
Mitte  etwas  verengert,  nach  hinten  spitz  auslaufend.  Der  vor- 
dere  Rand  trâgt  an  der  obern  Ecke  einen  isolierten  feinen  Zahn 
mit  breiter  Basis,  nach  einem  Zwischenraum  folgen  etw^a  sieben 
kleine  Zâhnchen,  von  denen  der  oberste  der  stârkste  ist,  nach 
einer  weitern  Lûcke  finden  sich  an  der  Ecke  noch  einige  kleine 
Bôrstchen.  Am  obern  Rand  tritt,  wie  bei  den  Cypriden  eine  ge- 
fiederte  Borste  auf.  Brady  und  Norman  stellen  eine  doppelte 
Zahnreihe  dar  (23,  Taf.  XIII,  Fig.  3)  vermutlich  von  einem  in 
der  Hilutung  begrittenen  Individuum.  Das  erste  Tasterglied  ist 
sehr  breit  und  am  Vorderrand  mit  acht  langen  rechenartig  ge- 


CYPRIDEN   UND   DARWINULIDEN.  397 

stellten,  an  cler  Basis  parallel  verlaufenden  Borsten  verselien^ 
die  mit  iliren  Enden  in  der  Nâhe  der  Kauplatten  zusammenneigen^ 
da  die  obern  gekriimmt  und  fast  doppelt  so  lang  sind  als  die 
untern.  Aile  dièse  Borsten  sind  zweizeilig  getiedert,  was  bislier 
niclit  beobachtet  wurde,  wohl  wegen  der  aussergewuhnlicben 
Feinheit  der  Hârchen.  Dadurch  wird  fîir  kleinere  Nahrungsteile 
eine  iindurdidringliche  Wand  geschaifen,  die  durch  ihre  Be- 
wegung  Ailes  dem  Munde  zuschiebt. 

Nebst  diesem  Recben  finden  sich  auf  der  Innenseite  nocli 
einige  andere  Borsten,  die  von  Brady  und  Norman  (PI.  XIII^ 
Fig.  3)  gar  niclit,  von  G.-W.  Mûller  (Taf.  32,  Fig.  19)  niir 
teihveise  dargestellt  werden. 

Auf  dem  weitvorsteliendenVorderrand  istzu  oberst  eine  ganz 
unscbeinbare  Borste,  darunter  sind  zwei  schief  nach  unten  ge- 
richtete  diinne,  gegen  die  Basis  zu  steht  eine  dicke,  kegelfôrmigey 
scliief  nacli  oben  gerichtete  von  der  Lange  der  Tasterbreite.  An 
derselben  Stelle  inseriert  noch  eine  feine,  nach  unten  gebogene 
und  etwastiefer  noch  zwei  diinne  Borsten,  die  auch  dieEcke  der 
Kauplatte  erreiclien. 

Auch  hier  findet  sich  ein  Exopodit  in  Form  eines  Branchial- 
anhanges,  der  auch  sclion  von  Brady  and  Norman  (23,  PI.  XIII„ 
Fig.  3),  wenn  auch  ungenau  dargestellt  wird.  DiePlatte  ist  fâcher- 
fôrmig  ;  an  der  Basis  steht  ein  kurzer,  kegelfôrmiger  Fortsatz  und 
an  der  Platte  selbst  entspringen  acht  fein  gefiederte  Borsten,  von 
denen  die  unterste  die  dtinnste  ist  ;  aile  sind  im  Vergleich  zu  den 
Cypriden  kurz  und  von  geringer  Wirkung.  Am  distalen  Ende  ist 
das  Glied  zerstreut  behaart.  Bas  lange,  schmale,  vorn  sich  ver- 
dickende  zweite  Cllied  steht  zum  ersten  im  rechten  Winkel  und 
dtlrfte  wohl  dem  dritten  Gliede  des  Tasters  der  Cypriden  ent- 
sprechen,  es  trâgt  distal  oben  eine  Borste,  ventral  zwei  kurze 
und  eine  lange. 

Das  letzte  Glied  ist  nur  halb  so  breit  als  das  vorletzte,  an 
der  obern  Ecke  mit  zwei  Borsten  ausgestattet.  Das  Ende  trâgt 


398  A.    KAUFMANN. 

neben  einer  Borste  vier  siclielformig  gekrllmmte  Klauen  mit 
krallenartig  verlangerter  selir  feiner  Spitze. 

Die  Maxille  ist  âhnlicli  derjeiiigender  Cypriden.  Der  zweiglie- 
drige  Taster  ist  selir  breit,  das  zweite  Glied  wird  seitlich  vom 
ersten  tiberragt.  Dièses  trâgt  drei  feine  und  eine  dicke,  kniefor- 
mig  gebogene,  gefiederte  Borste,  jenes  nur  deren  zwei.  An  der 
Basis  des  ersten  kurzen  dicken  Fortsatzes  ist  eine  steife  gefiederte 
Borste,  am  Ende  dièses  und  des  folgenden  Fortsatzes  befinden 
sich  nebst  feinen  Borsten  solche,  welche  vorn  eine  ziir  Borste 
schief  steliende  spitz  zulaufende  Verdickung  zeigen,  eine  solche 
steht  nebst  einer  gewôhnlichen  auch  an  der  Basis  des  zweiten 
Fortsatzes.  An  der  sehr  iimfangreichen  Athemplatte  stehen  die 
gefiederten  Borsten,  deren  Zabi  von  Brady  und  Norman,  G.  W. 
MtJLLER  auf  24,  deren  Stellung  und  Lange  aber  verschieden  an- 
gegeben  werden.  Icb  finde  deren  31,  und  zwar  27,  die  vom  Ende 
der  Flatte  nacli  beiden  Seiten  an  Grosse  abnehmen,  und  vier 
mundwârts  gerichtete  Strablen,  wie  Brady  und  Norman  richtig 
darstellten  (PI.  XIII,  Fig.  4).  Unrichtig  ist  an  derselben  Figur  die 
Lage  dieser  Strablen,  die  nicht  unter,  sondern  liinter  dem  Taster 
nacb  vorn  laufen.  Eine  Lticke  zwiscben  den  mundwârts  gerich- 
teten  Strablen  und  den  andern,  wie  sie  G.  W.  Mûller  angiebt 
(Taf,  32,  Fig.  18),  bestebt  nicbt;  die  kleineren  Strablen  steben 
nur  etwas  weiter  auseinander,  die  mundwârts  gericbteten  sind 
etwa  doppelt  so  lang  als  der  nâcbste  nacb  der  Seite  abstehende 
Strabl.  Die  Scbwingungen  derPlatte  sind  leicbt  durcb  die  Scbale 
hindurch  warnebmbar  und  sind  um  Yieles  langsamer,  als  die- 
jenigen  der  C3'priden,  da  auf  zwei  Sekunden  nur  etwa  drei  Scblâge 
fallen. 

Der  Kieferfuss  gleicbt  insofern  demjenigen  der  Cypriden,  als 
er  in  einen  Stammteil  mit  einem  gegliederten  Innenast  und 
einen  Brancbiabanbang  zerfâllt.  Der  Kauteil  trâgt  an  seinem 
Ende  und  am  Hinterrand  eine  Menge  ungefâhr  gleicbartiger 
Borsten,  nacb  unten  eine  kurze  und  eine  sebr  lange.  Den  Taster 


CYPRIDEN   UXD   DAEWINULIDEN.  399 

halte  ich  fiir  viergliedrig  (nicht  fur  dreigliedrig,  wie  Brady  und 
Norman  23,  p.  121). 

Das  erste  lange  schmale  Glied  fiilirt  vorn  zwei  kurze  Borsten, 
•das  zweite  in  der  Mitte  und  am  Ende  eine,  das  dritte  eine  kurze 
hinten  und  eine  lange  vorn.  Darauf  folgt  ein  ganz  kleines  viertes 
Glied  mit  einer  langen  steifen  Borste,  welche  die  Lange  des 
ersten  Gliedes  liât.  Viel  mâchtiger,  als  bei  einer  Cypride,  ist  die 
Atliemplatte  ausgebildet,  die  sieh,  âlmlich  wie  bei  der  ersten 
Maxille,  nach  unten  verbreitert  und  elf  deutlicli  gefiederte 
Borsten  trâgt.  Brady  und  Norman,  so  wie  G.-W.  Mûller  ge- 
ben  nur  neun  an;  die  mittelsten  Borsten  sind  die  lângsten.  Die 
krâftige  Muskulatur  deutet  auf  eine  ergiebige  Bewegung  des 
Gliedes  liin,  das  auch  beim  Zuscliieben  der  Nahrung  eine  Rolle 
spielt. 

In  der  ganzen  Gestaltung  wenig  verschieden  ist  das  erste  Bein- 
paar.  Dièses  ist  fûnfgliedrig.  Der  ziemlich  breite  Stamm  trâgt 
oben  auf  einer  kleinen  Erhôbung  eine  Borste  und  lâuft  vorn  in 
einen  eckig  begrenzten  Fortsatz  aus,  der  oben  und  in  der  Mitte 
eine  Borste  trâgt,  die  obère  endigt  in  einen  feinen  Haken.  Das 
zweite  Glied  ist  auf  der  Vorderseite  diclit  behaart  und  am  Ende 
mit  zwei  steifen  und  einer  dritten,  bis  jetzt  nirgends  dargestellten 
langen,  feinen  Borste  versehen.  Das  dritte  und  vierte  Glied  tragen 
je  eine  derbe  Borste.  Das  fimfte  Glied  ist  auf  der  vordem  Ecke 
mit  einer  lângern  und  auf  der  hintern  mit  einer  kurzen  Borste 
versehen,  geht  in  der  INIitte  in  einen  kurzen  Fortsatz  aus,  den 
ich  aber  nicht  als  sechstes  Glied  betrachte,  auf  dem  die  End- 
klaue  steht.    Die  Gheder  verhalten  sich  wie  25  :  25  :  17  :  9  :  4. 

Das  bedeutend  lângere  zweite  Fusspaar  bat  einen  kurzen 
Stamm  mit  zwei  steifen  Dornen  am  Ende  ;  das  zweite  lângste 
Olied  ist  vorn  ebenfalls  behaart,  am  Hinterrande  mit  sieben 
kurzen  Zâhnchen  versehen  ;  der  Yorderrand  des  dritten  Gliedes 
trâgt  drei  Haarbiischel,  dieGlieder  2,  3  und  4  fiihren  am  distalen 
Ende  eine  Borste,  das  letzte  Glied  deren  drei,  von  denen  die 


400  A.   KAUFMANN. 

mittlere  wieder  auf  einem  kleinen  Fortsatz  stelit.  Die  Klaue  ist 
lang  und  fein  zugespitzt.  Die  Glieder  verhalten  sicli  wie  18  : 
27  :  20:  12  :  5  :  37  (Endklaue). 

Ein  besonderes  Leistenwerk  zur  Stûtze  der  Beine  ist  niclit 
ausgebildet. 

Noch  besonders  zu  erwâhnen  ist  ein  lielmartiger  Fortsatz  der 
Stirn,  der  sich  tiber  dem  Sclieitel  erliebt,  in  die  senkrecht  ab- 
fallende  Stirn  iibergeht  und  mit  ca.  dreissig  dûnnen  Borsten  be- 
setzt  ist.  Die  Oberlippe  wird  durch  eine  dicke  Leiste  abge- 
grenzt. 

Yon  einer  Furka  ist  nichts  vorhanden,  dagegen  ist  am  Eude 
des  Abdomens  ein  zylindrischer  unpaarer  Fortsatz,  der  stumpf 
endigt,  geringelt  erscheint  und  mit  einzelnen  selir  kurzen  Dôrn- 
chen  verseben  ist. 

Ueber  die  Lebensweise  von  Barwinula  ist  bis  jetzt  nichts  be- 
kannt  geworden.  Sie  ist  ofifenbar  derjenigen  der  Cytheriden  sehr 
âhnlich.  Sie  leben  wohl  ausschliesslich  im  weichen  Schlamm,  an 
Stellen,  wo  ein  leicht  verschiebbarer  Détritus  aufgehâuft  wird. 
In  diesen  bohren  sie  sicb,  wie  auch  im  Sammelglase  zu  beobach- 
ten  ist,  langsam  ein,  indem  sie  die  ersten  Antennen  abwechslungs- 
weise  krâftig  nach  oben  biegen  ;  dabei  werden  die  Dornen  des 
letzten  Gliedes  bei  jeder  Aufwârtsbewegung  gespreizt  und  wirk- 
samer  gemacht.  Die  Bewegungen  sind  trage  und  langsam.  Die 
Tiere  vermogen  sich  nicht  zu  wenden,  wenn  sie  einmal  auf  dem 
Rticken  liegen. 

Ich  fand  diesen  fiir  die  Schweiz  neuen  Vertreter  dieserOstra- 
codenfamilie  im  Vierwaldstâttersee  unweit  Luzern  in  einer  Tiefe 
von  5-10  Metern. 


CYPEIDEN   l  ND    DARWINULIDEN.  401 

ÛBERSICHT  DER  ARTEN  DER  SGHWEIZERISGHEN 

OSTRACODEN. 

1.  Fam.  GYPRIDIDiE. 

Unt,-Fam.  NOTODROMADIN.E. 

1.  Gatt.  Notodromas. 

1.  Notodromas  monaclia. 

2.  Gatt.  Cyprois. 

2.  Cyprois  marginata. 


Unt.-Fam.  CYPRIDIN.E. 

3.  Gatt.  C y  pris. 

3.    Cypris  incongruens. 

3a. 

var.  elongata 

4. 

fuscata. 

5. 

affinis. 

6. 

ornata. 

4.  Gatt.  Dolerocypris. 

7.  Dolerocypris  fasciata. 

Unt.-Fam.  HERPETOCYPRIDIXiE. 

5.  Gatt.  Herpetocypri,s. 

8.  Herpetocypris  reptans. 

8a.  »  »        var.  curvata. 

9.  »  hrevicaudata. 

10.  »  ifdermedia. 

11.  »  ^;ere_^rm«^. 

6.  Gatt.  llyodromus. 

13.  IJyodromus  oUvaceus. 

7.  Gatt.  Prionocypris. 

13.  Prionocypris  serrata. 

14.  »  tumefacta. 

Rev.  Suisse  de  Zool.,  T.' 8.  1900.  26 


402  A.    KAUFMANN. 

8.  Gatt.  Mkrocypris. 

15.  Microcypris  reptans. 

Unt.-Fam.  CYPRIDOPSIN^. 

9.  Gatt.  Cypridopsis. 

16.  Cypridopsis  vidua. 

17.  »         helvetica. 

10.  Gatt.  Cypridopsella. 

18.  Cypridopsella  villosa. 

19.  »  tumida. 

20.  »  elongata. 

11.  Gatt.  Paracypridox)sis. 

21.  Faracypridop>sis  variegata. 

22.  »  ZscJiol-kei. 

Unt.-Fam.  CYCLOCYPRIDIN^. 

12.  Gatt.  Cydocypris. 

23.  Cydocypris  lœvis. 

24.  »  serena. 

25.  »  gJohosa. 

13.  Gatt.  Cypria. 

26.  Cypria  exsculpta. 

27.  »       oiyhtlmlmica. 

Unt.-Fam.  ILYOCYPRIDINiE. 

14.  Gatt.  IJyocypris. 

28.  Ihjocypris  gïbha. 

28  a.  »            »      var.  hicornis. 

29.  »  lacustris. 

30.  »  iwers. 

31.  »  Bradyi. 

32.  »  inermis. 


CYPRIDEN   UND   DARWINULIDEN. 

Unt. 

-Fam 

CANDONIN/E. 

15. 

Gatt. 

Candonopsis 

• 

33. 

Candonopsis  Kingshii. 

16. 

Gatt. 

Cryptocandona. 

34. 

Cryptocandona  Vavrai. 

17. 

Gatt. 

Candona. 

35. 

Candona  caudata. 

36. 

» 

marchica. 

37. 

» 

compressa. 

38. 

» 

pubescens. 

39. 

» 

candida. 

40. 

» 

devexa. 

41. 

» 

Sfuderi. 

42. 

» 

neglecfa. 

43. 

» 

Protzi. 

403 


2.  Fam.  CYTHERIDiE. 

18.  Gatt.  Cytheridea. 

44.  Cytheridea  laciistris. 

19.  Gatt.  LimnicytJiere. 

45.  Limnicythere  sancti-patricii. 

46.  »  inopinata. 

20.  Gatt.  LeucocytJiere. 

47.  Leucocythere  mirahilis. 

3.  Fam.  DARWINULIDiE. 

21.  Gatt.  Barivinula. 

48.  Barivinula  Stevensoni. 


404  A.   KAUFMANN. 

Die  schweizerisclien  Ostracoden  sind  daher  vertreten  durch 
Familier!  Gattungen  Arten  Varietàteii 

Cypriden    ...     17  43  2 

Cytheriden      .     .       3  4  — 

Darwiniiliden .     .       1  1  — 


Fam.  3  Gatt.  21  Art.  48        Var.  2 

Dies  ist  die  Zalil  der  bis  jetzt  von  mir  selbst  aufgefuiideiieii 
iind  geuau  beschriebenen  Formen  ;  die  Zabi  der  wirklich  vor- 
kommenden  Arten  ist  damit  nacb  meiner  bestimmten  Ueberzeu- 
gung  durchaus  nicht  erscbopft,  und  wohl  kann  noch  manche  Art, 
die  anderwârts  weit  verbreitet  ist,  durch  einen  gliickhchen  Zu- 
fall  und  durch  mehrseitiges  Interesse  auch  in  unserm  Gebiete 
festgestellt  werden. 

BESTIMMUNGSTABELLE 

FUR  DIE  SCHWEIZERISCHEN  OSTRACODEN. 

1. —  Drei  Beinpaare,  zweite  Antenne  mit  Spinnborste. 

Cytherklœ.  2 
Zwei  Beinpaare,  zweite  Antenne  ohne  Spinnborste  .  .     5 

2. —  Branchialanhang  des  Mandibulartasters  mit  5  Borsten. 

Cytlieridea  lacustris. 
Brancliiahmhang  des  Mandibulartasters  mit  7  Borsten  3 

3. —  Erstes  Beinpaar  des  Mânnchens  mit  stark  verbreitertem 
Stamm.  Furka  des  Weibchens  mit  einer  langen  End- 
borste.  Leucocythere  mirabilis. 
Erstes  Beinpaar  des  Mânnchens  ohne  Verbreiterung  des 
Stammes.  Endborste  der  Furka  des  Weibchens  lialb  so 
Lang  als  die  Furka 4 

4. —  Schale  hinten  gerundet.  Llmmcythere  sancti-patricii. 
Scliale  hinten  eckig  Limnicythere  inuinnata  ' 

^  Aus  dem  Vierwaldstattersec  und  dcm  Binnengevvâsser-Kanal  in  Au  ini 
Rheinthal  ;  noch  nicht  genaiier  untersucht. 


CYPRIDEN   UNU   DAR"\AaNULIDEN.  405 

5. —  Abdomen  mit  Furkalaiihang,  zweites  Beinpaar  riickwarts 
gebogeii  Ciiprididce  C 

Abdomen  olnie  Furka,  zweites  Beinpaar  nicht  rûckwârts 
gebogen  Barwinula  Stevensoni. 

CYPEiDiD.g-: 

6. —  Furka  bandformig,  mit  zwei  Klauen 13 

Furka  rudimentàr,  mit  einer  langen  Borste  ....     7 
7. —  Zweite  Antenne  mit  Schwimmborsten,  welche  das  Ende 

der  Endklauen  erreichen 8 

Zweite  Antenne  mit  verkiimmerten  Schwimmborsten  .  1 2 
8. —  Branchialanhang  des  Kieferfiisses  mit  5  Borsten  .  .  9 
Branchialanhang  des  Kieferfusses  mit  2  Borsten  .  .10 
9. —  Schale  von  oben  gesehen  nach  liinten  verengert,  mit  3 
deiitlichen  dunkeln  Querbândern  Cyprklopsis  vidua. 
Scliale  weit  gerundet,  mit  undeutlichen  Flecken. 

Cypridopsis  heJvetica. 
10. —  Schalenhâlften  ungefalir  gleich,  nicht  zusammenge- 

driickt 11 

Schalenhâlften  stark  seitlich  comprimiert,  asymmetrisch. 

Cypridojysella  villosa. 
11. —  Scliale  erheblich  breiter  als  liocli,  mit  grossen  Griibclien, 
einfârbig  griin.  CypridopseUa  tumida. 

Schale  langgestreckt,  ohne  Griibchen,  griinlich. 

CypridopseUa  ehmgata. 
12. —  Scliale  mit  Griibchen  und  zwei  schwarzen  Flecken,  asym- 
metrisch. Paracypridopsis  variegata. 
Schale  ohne  Griibchen,  sehr  langgestreckt,  griin. 

Faracypridopsis  Zsch  okkei. 

13. —  Erster  Fortsatz  der  Maxille  mit  6  Dornen ....     14 

»  »  »  »  »  2       »       ....      15 

14. —  Kieferfuss  mit  Branchialanhang  Cyprois  marginata. 

»         ohne  »  Zweite   Antenne  bei  cT 

imd  Q  sechsgliedrig  Kotodromas  monacha. 


H 


406  A.   KAUFMAXN. 

15. —  Scliwimmborsten  der  zweiten  Antenne  felilen  gânzlicli  39 
Scliwimmborsten  der  zweiten  Antenne  vorhanden  (kurz 
oder  lang) 16 

16. —  Endglied  des  zweiten  Beinpaares  mit  drei  steifen  geraden 
Borsten,  von  deneu  wenigstens  zwei  die  Richtung  des  letz- 

ten  Gliedes  liaben 34 

Endglied  des  zweiten  Beinpaares  mit  ungleichartigen  An- 
liângen,  Klauen  und  quergestellten  oder  riickwârts  ge- 
ricliteten  Borsten 17 

17. —  Scliwimmborsten  der  zweiten  Antenne  verkiimmert,  er- 
reiclien  niclit  das  Ende  der  Klauen,  meist  kaum  so  lang 

als  das  folgende  Glied 18 

Schwimmborsten  der  zweiten  Antenne  lang,  iiberragen  die 
Spitzen  der  Endklauen 25 

18. —  Furka  am  Hinterrand  mit  einer  Borste  oder  Wimper  19 
Furka  am  Distalende  des  Hinterrandes  mit  einer  kurzen 
Klaiie.  Ilyodromus  olivaceus. 

19. —  Dornen  am  ersten  Fortsatz  der  Maxille  gezahnt.  .  21 
Dornen  am  ersten  Fortsatz  der  Maxille  ungezâhnt    .     20 

20. —  Hintere  Wimper  der  Furka  ûberragt  um  die  Hàlfte  das 
Ende  der  Furka.  Schale  grun,  gezâhnelt. 

Prion  ocypris  serrafa. 
Hintere  Wimper  erreicht  das  Ende  der  Furka.  Schale 
gelblichweiss.  Frionocypris  tumefacta. 

21. —  Erstes  Glied  des  ersten  Beinpaares  mit  einer  Borste.  Schale 
gelbbraun.  Microcypris  reptans. 

Erstes  Glied  des  ersten  Beinpaares  mit  zwei  Borsten     22 

22. —  Endklaue  des  zweiten  Beinpaares  wenigstens  3mal  so  lang 

als  das  letzte  Glied 23 

Endklaue  des  zweiten  Beinpaares  ungefiihrsolang  wie  das 
letzte  Glied.  Herpetocypris peregrina. 

23. —  Schwinmiborsten  der  zweiten  Antenne  erreichen  fast  die 
Spitze  der  Endklauen.  Berpectocypris  intermedia. 


CYPRIDEN   UND   DARWINULIDEN.  407 

Scliwimmborsten  fier  zweiten  Antenne  niclit  langer  alsdas 
vierte  Glied 24 

24. —  Endkiauen  der  Furka  lang  und  schmal  ;  liintere  Kante  der 
Furka  mit  5  Zâhnchenreihen.  Herpetoci/pris  reptans. 
Endkiauen  der  Furka  kurz,  lialb  so  breit  als  das  Glied  ; 
bintere  Kante  der  Furka  mit  7  Zâlmcbenreihen. 

Herpetocypris  hrevicaudata- 

25. —  Scliwimmborsten  der  zweiten  Antenne  erreicben  die  Spitze 
der  Endkiauen  oder  liberragen  sie  nur  wenig ...  26 
Schwinnnborsten  der  zweiten  Antenne  ragen  um  ibre  halbe 
Lange  liber  die  Klauen  liinaus 30 

26. —  Endkiauen  der  Furka  mit  breiten  Zâhnen 

Bolerocypris  fasciata. 
Endkiauen  der  Furka  ganz  fein  gezahnelt .     .     .     .     27 

27. —  Grosse  Endklaue  nabezu  so  lang  als  die  ganze  Furka. 

Ci/pris  ornata. 
Endklaue  bôcbstens  halb  so  lang  als  die  Furka  .     .     28 

28. —  Borste  der  hintern  Furkakante  so  lang  wie  die  kilrzere 
Endklaue.  Cypris  incongruens. 
Borste  der  bintern  Furkakante  kiirzer  als  die  kleinere 
Endklaue 29 

29. —  Borste  an  der  Hinterkante  der  Furka  liberragt  das  Ende 
des  Gliedes.  Scbale  grûn.  Cypris  affinis. 

Borste  der  Hinterkante  der  Furka  erreicbt  das  Ende 
der  Furka.  Scbale  braun.  Cypris  fuscata. 

30. —  Letztes  Glied  des  zweiten  Beinpaares  mit  zwei  baken- 
fôrmigen  kurzen  Klauen;  letztes  Glied  des  Mandibular- 
tasters  verlângert;   zweite  Antenne   des   cf   mit   Spiir- 

borsten 31 

Letztes  Glied  des  zweiten  Beinpaares  stark  verlângert 
mit  einer  gekriimmten  und  zwei  geraden  Borsten,  Man- 
dibulartaster  nicht  verlângert 32 


408  A.  KAUFMANN. 

31. —  Schale  glatt  ;  Abdomen  mit  zwei  cylindrisclien  Fortsâtzeii 

Cypria  ophthahnica. 
Scliale  in  der  Langsriclitung  fein  gerifft.  Abdomen  ohne 
Anliange.  Cypria  exsculpta. 

32. —  Klauen  der  Furka  etwa  3^2  mal  kiirzer  als  die  Yorder- 
kante  der  Furka.  Cydocypris  glohosa. 
Klauen  der  Furka  etwa  lialb  so  lang  als  die  Yorderkante 
der  Furka 33 

33. —  S-fôrmige  Borste  aniEnde  des  zweiten  Beinpaares  so  lang 
wie  das  letzte  Glied.  Cydocypris  serena. 

S-fôrmige  Borste  am  Ende  des  2.  Beinpaares  kaum  halb 
so  lang  als  das  Endglied.  Cydocypris  lœvis. 

34. —  Schwimmborsten  der  2.  Antenne  iiberragen  die  End- 
klauen  betrachtlich.  1.  Beinpaar  viergiiedrig.  .  .  35 
Schwimmborsten  der  2.  Antenne  erreichen  das  Ende  der 
Klauen  niclit 37 

35. —  Zweitletztes  Glied  des  2.  Beinpaares  mit  drei  Borsten. 

Fortpflanzung  geschlechtlicli.  Hyocypris  lacustris. 

Zweitletztes  Glied  des  2.  Beinpaares  mit  zwei  Borsten     3  6 
36. —  Schale  ohne  Erhulmngen.  llyocyprls  gihha. 

Schale  mit  zwei  kegelfôrmigen  Erhôhungen. 

Hyocypris  gïbha  var.  hicornis. 

37. —  Sechs  verklimmerte  Schwimmborsten 38 

Nur  eine  Borste  am  Ende  des  dritten  Ghedes. 

Hyocypris  inermis. 

38. —  Die  Schwimmborsten  erreichen  fast  die  Spitzen  der  End- 
klauen.  Hyocypris  iners. 

Die  Schwimmborsten  sind  kiirzer  als  das  folgende  Glied. 

Hyocypris  Bradyi. 

39. —  Branchialanhang  des  Kieferfusses  mit  drei  Borsten  .     40 

Brancliialanhang  des  Kieferfusses  mit  zwei  Borsten.     41 


CYPRIDEN   UND   DARWIXULIDEN.  409 

40. —  Fiirka  an  der  liintern  Kante  ohiie  Borste;  letztes  Glied 
des  Mandibiilart asters  stark  verlangert. 

Candonopsis  Kingsleii. 
Furka  mit  einer  Borste  an  der  liintern  Kante.  Zweites 
Beinpaar  viergliedrig,  am  Ende  des  zweitletzten  Gliedes 
mit  einer  Borste.  Knjptocandona  Vavrai. 

41.^ —  Borstenbtiscliel  auf  der  Yorderseite  des  2.  Gliedes  des 
Mandibulartasters  ans  drei  gleicli  langen  ungefiederten 

Borsten  gebildet 42 

Borstenbiischel  am  2.  Gliede  des  Mandibulartasters  ans 
vier  oder  fiinf  Borsten  gebildet 43 

42. —  Furka  kurz,  die  kûrzere  Klaue  schwacli  und  nur  balb  so 
lang  als  die  vordere.  Candona  marchica. 

Klauen  der  Furka  gleichartig  und  ungefalir  gleich  lang. 

Candona  pidjescens. 

43. —  Borstenbiischel  am  2.  Gliede  des  Mandibulartasters  aus 
vier  Borsten  gebildet 44 

Borstenbiischel  am  2.  Gliede  des  Mandibulartasters  aus 
fiinf  Borsten  gebildet 46 

44. —  Abdomen  mit  dreieckigem  Anhang.  Mânnchen  unbekannt. 
Schale  hinten  mit  einem  Fortsatz.  Candona  caudata. 

Abdomen  ohne  Anhang.  Schale  hinten  gerundet .     .     45 

45. —  Die  beiden  Borsten  an  der  distalen  untern  Ecke  des  3. 
Gliedes  der  2.  Antenne  fast  gleich  lang.  Candona  negleda. 
Die  eine  der  Borsten  nur  etwa  halb  so  lang  als  die  andere. 

Candona  Protd. 

46. —  2.  Beinpaar  deutlich  fiinfgliedrig.  Spiirborsten  der  cf  2.  An- 
tenne liberragen  das  Endglied  um  die  Lange  desselben. 

Candona  compressa. 
2.  Beinpaar  vier-  oder  undeutlich  fiinfgliedrig.  Spiirborsten 
der  cf  2.  Antenne  erreichen  nur  das  Ende  des  letzten  Glie- 
des. Abdomen  mit  Anhang 47 


410  A.    KAUFMANN. 

47. —  Schale  von  obengeselien  in  beiden  Geschleclitern  eifôrmig. 

Candona  cancUda. 

Schale  nach  vorn  und  liinten  zugespitzt,  grôsster  Durcli- 

messer  beim  Ç  in  der  Mitte       48 

48. —  Schale  in  der  Seitenansiclit  nach  vorn  und  hinten  ab- 

schiissig,  Lange  1,15.  Candona  devea. 

Schale  in  der  Seitenansiclit  vorn  und  hinten  gerundet. 

1,4"^"^  lang.  Candona  Studeri. 


CYPRIDEN   UND   DARWINULIDEX.  411 


XACHTRAG. 

In  juiigster  Zeit  erscliien  eine  aiisfulirliche  Bearbeitiing  deut- 
sclier  Ostracodeii  von  G.  W.  Mûller.  Durcli  dièse  Abhaiid- 
lung  miter  dem  Titel  Dentschlunds  Silsswasser-Ostracoden  — 
es  handelt  sicli,  nach  den  Angaben  zu  urteilen,  um  etwa 
sieben  Ortlichkeiteii,  von  denen  drei  aiif  Nordpreusseii  imd  drei 
aiif  Thiiringen  falleii  —  erfahren  wir  wiederum,  dass  in  einem 
eng  begrenzten  Gebiet  eine  grosse  Anzahl  verscliiedener  Formen 
zu  finden  sind,  wenn  man  sich  griindlich  darnach  iimsieht.  Es 
enthâlt  die  Arbeit  eine  reiclie  FûUe  genaiier  anatomischer 
Détails,  die  fiir  die  Kenntnis  der  Arten  von  bedeutendem  Werte 
sind;  sie  soll  aber,  nach  der  Aussage  des  Autors,  eine  rein 
systematische  sein,  doch  halte  icli  dafiir,  dass  sie  gerade  diesen 
Zweck  am  wenigsten  erfiillt. 

Leider  war  es  mir  zu  meinem  lebhaften  Bedauern  niclit  mehr 
moglich,  dièse  Verôffentlichung  in  den  Einzelheiten  zu  beriick- 
sichtigen  und  die  Befunde  des  Autors  mit  den  meinigen  zu  ver- 
gleichen,  da  meine  Arbeit  schon  im  Drucke  war.  Ich  kann  aber 
nicht  umhin,  einige  Punkte,  in  denen  meine  Ansichten  von  den- 
jenigen  Mïiller's  erheblich  abweichen,  nachtragsweise  naher 
zu  berûhren  und  auf  einige  Irrtiimer  aufmerksam  zu  machen. 

Bei  einer  ersten  Durchsicht  habe  ich  die  zusammenhangslose 
Nummerierung  der  Figuren  fur  eine  Art  unangenehm  empfunden, 
da  sie  eine  rasche  Orientierung  sehr  erschwert. 

Wohl  mit  Recht  betont  der  Autor  die  Nutzlosigkeit  der  Be- 
miihungen,  z.  B,  bei  Candona-Arten,  die  âlteren  Autoren  in  Be- 
riicksichtigung  zu  ziehen  und  deren  Arten  identiiizieren  zu 
wollen,  da  dies  oft  ein  Ding  der  Unmôglichkeit  ist,  doch  schliesst 
das  nicht  in  sich,  dass  wir  auch  die  geniigenden  Beschreibungen 
lebender  Forscher  unbeachtet  lassen  dlirfen.  Es  scheint  mir,  der 


412  A.    KAUFMANN. 

Autor  gelie  in  der  Niclitbeaclitmig  bestehender  Darstellungen 
docli  zu  weit,  wobei  die  Gefahr,  Verwirrungen  in  der  Nomen- 
clatur  zu  scliaffen,  sehr  nahe  liegt.  So  sind  von  den  aclit  als  neu 
aufgefiirten  Candoi^ a- Arien  wohl  die  Halfte  mit  ziemlicher 
Sicberlieit  aiif  bereits  deutlich  beschriebene  Arten  zuiiickzu- 
fiihren,  wâhrend  wieder  andere  unter  unrichtigem  Namen  figu- 
rieren,  Ich  iiberlasse  es  selbstverstàndlich  den  betreffenden 
Autoren,  ihre  Arten  zu  reclamieren  und  beschrânke  mich  auf 
die  Formen,  die  mir  selbst  vorgelegen  haben. 

Candona  insculpta  n.  sp.  (p.  28)  ist  identisch  mit  der  von 
Hartwig  genau  beschriebenen  Candona  puhescens  Koch,  filr 
welche  ich  (p.  375)  die  Benennung  Fseiidocandona  puhescens 
Hartwig  vorgeschbxgen  habe.  Ich  wundere  mich,  dass  Mûller 
dièse  Form  zur  Gattung  Candona  rechnet,  von  welcher  sie  sich 
doch  durch  die  zweite  Antenne  so  wesentlich  abhebt. 

Candona  fahœ for  mis  (p.  29)  diirfte  in  Candona  Bradyi  Hart- 
wig umzuwandeln  sein,  da  Hartwig  die  erste  genaue  Bescln-ei- 
bung  liefert,  durch  welche  die  Form  sicher  zu  erkennen  ist. 

Candona  rostrata  (Millier)  (p.  23,  Taf.  5,  Fig.  2,  3,  7-14)  ist 
Candona  marchica  Hartwig.  Dièse  letztere  Form  kann  nicht 
identisch  sein  mit  Candona  rostrata  Brady  and  Norman,  da  die 
Furka  ganz  andere  Verliâltnisse  aufweist.  Solche  Kurzsichtig- 
keiten  hâtten  sich  Vavra  und  Croneberg  sicher  nicht  zu  schul- 
den  kommen  lassen  in  ihren  Beschreibungen  von  Candona  ros- 
trata, dass  sie  die  Eigentumlichkeiten  der  Furka  nicht  erwâhnt 
(Vavra  37)oder  so  schlecht  dargestellt  hâtten.  (Croneberg  59, 
Taf.  Vn,  Fig.  3  c.) 

Bei  Candona  puhescens  (p.  99)  klagt  der  Autor  liber  eine  un- 
glaubliche  Confusion,  Dank  den  r>emuhungen  verschiedener 
Autoren.  Sind  meine  folgenden  Annahmen  richtig,  so  ist  die 
Verwirrung  grosser  als  vorher.  Mûller  hait  sich  fur  dièse  Art 
an  die  Darstellung  Vavra's  ;  gerade  bei  Vavra  aber  liegt  eine 
Namenverwechslung  oder  eine  Vermischung  zweier  Arten  vor. 


CYPRIDEN    UND    DARWINULIDEN.  413 

Diekurze  Borste  am  Ende  des  Putzfusses  der  VAVRA'schenDar- 
stelliiiig  ist  cliaracteristisch  fur  Candona  compressa,  da  sie  etwa 
dreiinal  langer  ist  als  das  letzte  Glied(v.  Croneberg,  p.  8,  Taf.  VII, 
Fig-.  4  c).  In  der  Aiinalinie,  dass,  gestiitzt  auf  den  Irrtiim  Vavra's, 
eiiie  Verwechslung  mit  Candona  compressa  vorliege,  bestârkt 
midi  die  liberrascliende  Âhnlichkeit  des  Copulationsorganes  mit 
demjenigeii  von  Candona  comiïressa^  sowie  der  Umstand,  dass 
MÛLLER  dièse  letztere  Form  niclit  anfiilirt,  obschon  sie  in  Nord- 
deutscliland  vorkommt. 

Candona  dentata  n,  sp.  betrachte  ich  als  durcbaus  identisch 
mit  Candona  pubescens  Sars,  gestiitzt  auf  die  augenfallige  Ueber- 
einstimmung  der  Schale  dei"  mannlichen  Kieferfusstaster  und 
des  Copulationsorganes. 

Von  Candona  acnminafa  Fischer,  erlialten  wir  die  erste  maass- 
gebende  Besclireibung  und  Darstellung,  die  micli  in  der  An- 
nahme  bestârkt,  dass  meine  Art  (Cand.  caudata)  mit  dieser  niclit 
identisch  ist. 

Bei  Cyclocypris  unterscheidet  MtJLLER  nur  die  beiden  Arteii 
C.  lœvis  und  piffjmœa,  ohne  C.  serena  zu  erwâhnen.  Es  ist  dies 
auffâllig,  da  Hartwig  dièse  letztere  als  eine  um  Berhn  hâufige 
Art  bezeichnet  (1893). 

Zu  der  Gattung  Cypris  werden  die  Untergattungen  Eury- 
cypris,  Cyprinotus,  Cypridopsls  und  Potamocypris  aufgestellt, 
die  Gattung  Herpetocypris  und  verwandte  wieder  fallen  ge- 
lassen.  Ich  halte  an  der  Auf  lôsung  der  Gattung  Cypris  fest, 
welche  doch  allgemein  als  ein  Bediirfnis  empfunden  w  urde,  halte 
es  jedoch  fiir  richtiger,  eine  neue  Gattung  bestimmt  zu  charac- 
terisieren,  als  eine  Reihe  von  unklar  begrenzten  Subgenera  auf- 
zustellen  (Cyprinotus^  Heterocypris  u.  a.)  Ich  vermisse  eine 
Diagnose  der  Gattung  Cypris  gegentiber  Eurycypris. 

Cypridopsis  Hartwigi  n.  sp.  stelit  meiner  CypridopseJIa  eJon- 
gafa  uahe,  ist  aber  langer. 

Beziiglich  der  Arten  der  Gattung  IJyocyprris  telle  ich  die  Auf- 


414  A.    KAUFMANN. 

fassung  Muller's  durcliaus  niclit  iind  glaube,  damit  im  Einklang 
zu  sein  mit  Sars  und  Vavra.  Icli  untersclieide  die  beiden  Arten 
II.  gihha  inid  Bradyi  niclit  nacli  der  Anwesenheit  von  Hôckern, 
sondern  nacli  dem  Verhalten  der  zweiten  Antenne,  indem  ich 
die  âussere  Ersclieinung  dem  anatomisclien  iNIerkmal  unterordne, 
nicht  umgekeln-t.  So  verstelie  icli  aiicli  Sars  (p.  59),  wenn  er 
sagt  :  «  Foruden  den  typiske  Form  forekommer  en  Varietet  med 
meget  sniaa,  ofte  neppe  antydede  latérale  Fortsatser,  men  som 
forôvrigt  i  ingen  Henseende  synes  at  skille  sig  fra  hin.  »  Dem- 
nacli  belialte  ich  die  Bezeichniing  //.  giMa  bei  fur  die  Formen 
mit  langen  Scliwimmborsten  und  unterscheide  die  Varietât  nacli 
dem  characteristiscben  Fortsatz,  Die  Varietiit  der //.  Bradyi  mit 
Hôckern  ist  mir  nie  vorgekommen,  Uyocypris  f/ilha  (Taf.  19, 
Fig.  7,  8,  10)  ist  in  den  wesentlichen  Organen  des  Mânnchens 
meiner  //.  Jacustris  sehr  nalie,  doch  sclieint  ilir  die  dritte  Borste 
am  zweitletzten  Gliede  des  Putzfusses  zu  fehlen.  Die  Antenne 
von  //.  Bradyi  (Taf.  20,  Fig.  18)  stimmt  in  der  Beborstung  mit 
meiner  //.  in  ers  tlberein. 

Bei  LimmcyfJiere  relicta  bat  eine  irrtlimliche  Auffassung  Platz 
gefunden,  deren  Verursacliung  meine  Bearbeitung  der  scbweize- 
isclien  Cytheriden  ist,  wo  icli  der  Beschreibung  dieser  Form  batte 
beifiigen  soUen,  dass  sie  in  der  Scliweiz  nicht  gefunden  wurde. 
Ich  babe  keine  Fundorte  angefiihrt,  und  damit  ihre  Abwesenbeit 
andeuten  wollen  ;  sie  wurde  eben  nur  als  «  verwandte  Form  » 
(siebe  Titel)  grlindlicb  untersucht  und  beschrieben.  Aehnlich 
verhielt  es  sich  mit  Limnic.  inopinata,  die  ich  aber  unterdessen 
gefunden  habe. 

Neben  den  von  Mûller  beschriebenen  Formen  bat  Hartwig 
noch  zwei  weitere  Cytheriden,  Gytheridea  îacustris  und  Limn'i- 
cytJiere  sanctipatricii  fUr  Norddeutschland  festgestellt  (108, 
p.  34  u.  p.  41). 


CYPRIDEX    UND   DARWINULIDEN.  415 


Verzeichnis  der  benûtzlen  Lilteralur. 

a)  Auslàndische. 

1.  Zenker,  W.  De  natnra  sexunli  f/encris  Ctjpridis.  Dissertatio  inaug. 

Berolini.  I80O,  c.  tab.  1. 

2.  Fischer,  S.  Abhandlung  Uber  das  Genns  Cypris  und  dessen  bei  Peters- 

biirg  vorkommende  Arten.    Mémoires  des  savants  étrangers  des 
sciences  de  St  Pétersbourg.  Tom.  VII.  1851,  p.  127-167,  Taf.  I-il. 

3.  LiUEBORG,  W.  De  crustaceis  ex  ordinibns  tribus  :  Cladocero,  Ostracoda 

et  Copepoda,  in  Scania  occurreniibus.   Mit  27  Tafeln.   1853,  p.  92. 

4.  Zenker,  W.  Monographie  der  Ostracoden.  Wiegmann's  Archiv  fur  Na- 

turgescliiclite.  Bd.  XX.   1854,  p.  1-87.  Taf.  I-VI. 

5.  Fischer,  S.   Beitrag  ziir  Kenntnis  der  Ostracoden.  Ahlidig.  der  math. 

phys.  Klasse  der  1^.  bayr.  Akad.  d.  Wiss.  Bd.  VII.  1855,  p.  637. 

6.  Chyzer,  C.    Ueber  die  Criistaceenfauna  Ungarns.  Verhandl.  d.   k.  k. 

zool.-bot.  Ges.  in  Wien.   1858,  p.  505. 

7.  De  Saussure,  H.  Mémoire  sur  divers  crustacés  nouveaux  des  Antilles  et 

du  Mexique.  Mémoires  de  la  soc.  de  phys.  et  d'hist.  nat.  de  Genève. 
Tom.  XIV.  1858,  p.  486-490.  PI.  VI. 

8.  Sars,  g.  0.    Oversigt  of  Norges  marine  Ostracoder.  Vid.  Selsk.  For- 

handiinger.  Christiania.  1865. 

9.  Claus,  g.  Zur  ndheren  Kenntnis  der  Jugenâformen  von  Cgpris  ovu7n. 

Zeitschr.  f.   wiss.  Zool.  Bd.  XV.   1865,  p.  391-397.  Taf.  XXVIII 
und  XXIX. 

10.  Brady,  g.  Stw.  A  monograph  ofthe  récent  British  Ostracoda.  Trans- 

actions of  the  Linnean  Soc.  Vol.  XXVI.   1868,  p.  353-495.  Plates 
XXIIl-XLI. 

11.  Claus,   C.     Beitrag  zur  Kenntnis  der  Ostracoden.    Entioichlungsge- 

schichte  von  Cgpris.  Schriften  der  Gesellschaft  zur  Beforderung  der 
ges.NaturwissenschaftenzuMarburg.  Bd.  IX mit  2  Taf.  1868, p.  151. 

12.  Brady,  G.  St.  and  Rorertson,  D.   The  Ostracoda  and  Foraminifera  of 

Tidal  Hivers.  Annals  and  Mag.  ofNat.  Hist.  Ser.  IV.  Vol.  VI.  1870, 
PI.  IV-X. 

13.  Chambers,  V.  T.  New  Entomo.Uraca  froni  Colorado.   Bull.  U.  S.  Geol. 

and  Geogr.  Survey.  1877.  Vol.  III.  X^  1.  Art.  IX. 

14.  Studer,  Th.  Beitrdge  zur  Naturg.  uirbeUoser  Tiere  von  Kerguelens- 

land.    Ueber  eine  Fauna  von  Siisswassercrustaceen.  Arch.  f.  Xaturg. 
44.  Jahrg.  1878,  p.  110.  Taf.  IV. 

15.  Herrick,  c.  L.  Microscopic  Entomostraca.  Seventh  AnnualRep.  1878. 

The  Geol.   and  iN'at.   Hist.   Survey-  of  Minnesota.    1879.   App.   B. 
PL  XVII  und  XX. 


416  -  A.    KAUFMANN. 

16.  Rehbeiîg,  H.   Beitràge  znr  Natnrq.  niederer  Crustaceen.  Abhandl.  d. 

naturw.  Vereins  in  Bremen.  Bd.  IX.   1884. 

17.  XoRDQi'isT,  0.    Beitrag  zur  Kenntnis  der  mànnl.  inni'rn  Geschlechts- 

organe.  Acta  societatis  Fennicœ.  Mit  6  Tafeln.  Tom.  XV.  1885,  p.  129. 

18.  Orley,  L.    Uf'ber  die  Entomostrakenfauna  von  Budapest.  Természet. 

Fiizetek.  Bd.  IX.  1886,  p.  98. 

19.  Stuhlmann,    F.    BeUrdge  zur  Anatomie  der  innern  mnnnlichen  Ge- 

schlechtsorgane  und  zur  Spermatogenese  der  Cgpriden.  Zeitschrift 
fiir  wiss.  Zool.  Bd.  XLIV.  Taf.  XXXII.  1886,  p.  536. 

20.  Sars,  g.  0.    Nge  Bidrug  til  Kandskaben  oin  Mittelhavets  Invertebrat- 

fauna.  fV.  Ostracoda  mediterranea.  Arch.  f.  Math,  og  Natur- 
videnskab.  Bd.  12.  1887,  p.  170. 

21 .  XoRDQuisT,  0.  Die pelagische  und  Tiefsee-Fauna  der  grôsseren  finnischen 

Seen.  Zool.  Anz.  Bd.  X.   1887,  p.  339-345,  358-362. 

22.  ScHWARz,  C.  G.   Ueber  die  sogen.  «  Scit/eimdriise  »  der  mànnlichen  Cg- 

priden. Berichte  der  naturf.  Ges.  in  Freiburg  i.  B.  Bd.  III.  Taf.  XI 
und  XII.  1888,  pi.  133. 

23.  Brady,  g.  St.  and  Norman,   A.  M.    A  monograph  of  the  marine  and 

freshwaler  Ostracoda  of  the  North  Atlantic  and  of  the  Nortk  Western 
Europe.  Scient.  Transact  of  the  royal  Dublin  Soc.  Vol.  IV.  Ser.  II. 
Sect.  I.  Podocopa  PI.  VIII-XXIII.   1889. 

24.  Sars,  G.  0.  On  a  small  Collection  of  freshwater  Entomosli^aca  from 

Sydneg.  Yidenskabs  Selsk.  Forhandlinger.   1889. 

25.  Zacharias,  0.  Bericht  iiher  eine  zoologische  Exkursion  an  die  Krater- 

seen  der  Eifel.  Biol.  Zentral.  Bd.  IX.    1889,  p.  56. 

26.  Mcller,  g.  W.  Die  Spermatogenese  der  Ostracoden.  Zool.  Jahrb.  Abt. 

fiir  Anatomie  und  Ûntogenie  der  Tiere.  Bd.  III.  1889,  p.  677.  Taf. 
XXXII-XXXIII. 

27.  Sars,  G.  0.     On  some  freshwater    Ostracoda    and  Copepoda    raised 

from  dried  Australian  mud.  Christiania.  Videnskabs  Selsk.  For- 
handlinger.  1889,  xNo  8. 

28.  —  Orersigt  of  Norges  Crustaceer  nied  forelobige  Bemœrkninger  over 

de  nge  eller  mindre  bekjendle  Arter.  Christiania.  Vid.  Selsk.  For- 
handlinger. 1890,  NO  1. 

29.  Stuhlmann,  F.   Ueber  die  Fauna  von  Ost-Afrika.  Sitznngsiier.  Naturf. 

Ges.  Berlin.  1890,  N"  10. 

30.  Claus,  g.    Ueljer  die  Organisation  der  Cgpriden.  Kais.  Akad.  d.  Wiss. 

in  Wicn.  Akad.  Anz.  N"  VIII.   1890,  p.  143. 

31.  MoNiEZ,  R.  Les  mâles  chez  tes  Ostracodes  d'eau  douce.  Revue  biol.  du 

Nord  de  la  France.  Tom.  III.   1891. 

32.  —  Faune  des  lacs  salés  d'Algérie  :  Ostracodes.  Méiu.  de  la  soc.  zool. 

de  France.  Tom.  IV.  1891,  p.  246-257. 

33.  Daday,  Eug.   V.     BeUrdge  zur  microsc.  Silssivasserfauna   Ungarns. 

Természet.  Fiisetek.  Bd.  XIV.  1891,  p.  16-31. 


CYPRIDEN   UXD    DARWINULIDEN.  417 

34.  Norman,  A.  M.  Notes  on  tho  mnrinr  Crnstacea  Ostracoda  of  Noncai/. 

Ann.  and  Mag-.  of  nat.  hist.  Vol.  VU.   1891,  p.  108. 

35.  VossELER,  J.    Die  Krebsfauna  unseter  Geicàsser.  Tier-  und  Pllanzen- 

welt  des  Siisswassers  von  D''  0.  Zacharias.  Bd.  I.   1891,  p.  325. 

36.  Vavra,  W.   Kritificlies  Verzeichnis  der  Ostracoden  Bokmens.  Sitzungs- 

ber.  d.  kônigl.  bolim.  Gesellsch.  der  Wiss.  1891,  p.  159. 

37.  —  MoHOf/iaphie  der  Ostracoden  Bôkmens.  Archiv  der  natiirw.  Landes- 

durchforschung  von  Bohnien.  Bd.  VIII.  N"  3.   1891. 

38.  —  Ueber  das  Vorkoiumen  einer  Siissivasser-Cytheride  in  Bohinen.  Zool. 

Anz.  Jahrg.  XIV.  1891,  p.  77. 

39.  BiCHARu,  J.  Sur  quelques  Entomostracés  de  l'île  de  l'Elbe  et  de  l'île  de 

Monte  Cristo.  Bull.  soc.  zool.  de  France.  Vol.  XVII.  1892,  p.  225. 

40.  De  Guerne,  J.  et  Bichard,  J.    Voijar/e  de  M.  Charles  Babot  en  Islande. 

Sur  la  faune  des  eaux  douces.  Bull.  soc.  zool.  de  France.  V^ol.XVII. 
1892,  p.  75. 

41.  De  GuERiNE,  J.  Distribution  géographique  du  Cypris  bispinosa.  Bull. 

Soc.  Entom.  de  France.   1892. 

42.  WfERZEisKi,  A.    Sitsswasser-Crustaceen  und  Botatorien,  gesammelt  in 

Argentinien.  Anzeiger  der  Akad.  der  Wissensch.  in  Krakau.  HeftS. 
1892,  p.  187. 

43.  Daday,   E.   V.    Die  mikroskopische    Tierwelt  der  Mezoseger    Teiche. 

Termész.  Fiisetek.  Vol.  XV.  1892,  p.  166-208.  Taf.  I. 

44.  —  Uebi'r  die  Ostracoden  der  Umgebung  von  Budapest.  Termész.  Fiis. 

Vol.  XV.  1892,  p.  286-309.  ' 

45.  Vangel,  j.  Ergdnzende  Daten  zu  den  in  der  Umgebung  ron  Budapest 

vor/iommenden  AI uschel/iiebsen.  Termész.  Fiis.  Vol.  XV.  1892,  p.  268. 

46.  Claus,  g.  Beitrdge  zur  Kenntnis  der  Susswasser-Ostracoden.  I.  Ueber 

den  Korper-  und  Gliedmassenbau  der  Cypriden.  II.  Ueber  neue 
Cypriden  Siidamerikas  nebst Bemerkungen  uber  Gattungen  und  Unter- 
gattungen  der  Cypriden.  Arbeiten  aus  dem  zool.  Institut  zu  Wien. 
T.  X.  Heft  2.  Mit  12  Tafeln.   1892. 

47.  TuRNER,  G.  H.    Notes  upon  the  Cladocera,   Copepoda,  Ostracoda  and 

Botifera  of  Cincinnati,  icith  descriptions  of  new  species.  PI.  l-II. 
Bull,  of  the  Scient.  Labor.  of  Denison  University.  Vol.  VI.  Part  I 
and  II.   1892. 

48.  Turxer,  g.  h.  Addilional  notes  on  the  Cladocei^a  and  Ostracoda  of 

Cincinnati,  Ohio.  I.  Systematic  Portion.  II.  Late  larval  history 
of  Cypris  Herricki.  1893.  p.  6.  PI.  I,  II.  Bull,  of  the  scient,  lab. 
Denison  University.  Vol.  III.  Part.  I. 

49.  Daday,  Eug.  v.    Weitere  Beitrdge  zur  Ostracoden  Fauna  von  Budapest. 

Termész.  Fiis.  Vol.  XVI.  1893,  p.  192. 

50.  MoNiEZ,  R.  Descript.  d'une  nourelle  espèce  de  Cypris,  vivant  dans  les 

eaux  thermales  du  Hamman  Meskhoutine.   Bull.  Soc.  Zool.  France. 
T.  18.  NO  3.   1893,  p.  140. 
Rev.  Suisse  de  Zool.,  T.  8.  1900.  27 


418  A.    KAUFMANN. 

51.  Kebti:sz,  K.   Daten  ziir  Ostracoden-Fauna  dey  Uingebung  von  Szegalom. 

1893,  p.  169.  Taf.  VI.  Term.  Fiis.  Vol.  XVI. 

52.  Zacharias,  0.    Fauna   des  grossen  Plôner-Sees.    Forschungsber.  d. 

biol.  Station  zu  Pion.  Teil  1.  1893. 

53.  MCller,  g.  W.   Uebef  Lehensweise  und  Entivickiuufisgesch.  de?'  Ostra- 

coden.  Sitzungsber.  der  k.  preuss.  Akademie  der  Wissenschaften. 

1893,  p.  355. 

54.  Fric,  A.  und Vavra,  W.  Die  Tierioelt  des  Unlerfrocernitzer  imd  Gatter- 

schlager  Teiches.  Vntersvch.  uher  d.  Fauna  d.  Geic.  Bohmens.  Ar- 
cliiv  d.  naturwissensch.  Landesdurchforschung  Bohmens.  Bd.  IX. 
Xo  2.  1893. 

55.  Vavra,  W.   Ein  Beitrag  zur  Kenntnis  der  Silsswasser-Fauna  v.  Bul- 

garie)). Sitzungsbericht  d.  k.  bôhm.  Ges.  der  Wissensch.  Math, 
naturw.  Klasse.  1893. 

56.  Hartwig,  V^'.     Verzeichnis    der   lebenden   Krebsthiere    der    P)'ovinz 

B)a)ide))bu)'g.  Statt.  handsch.  Mittlg.  Berlin.   1893. 

57.  WiERZEiSKY,  A.  Skonipiaki  i  lo'otki  Stodkowodne  zebrane  w  Arge))tijnie. 

Rozprairy  Akademii  Umieje())osci.  Wydzial  Mat.  Przyrod.  T.  IV. 
Série  II.  1894,  p.  229.  Taf.  VII. 

58.  MuLLER,  G.  w.  Ostracode)).  des  Golfes  vo)i  Neapel  und  der  angrenzen- 

de)i  Meeresabschnitte.  Fauna  und  Flora  des  Golfes  von  Xeapel. 
Taf.  1-40.  1894. 

59.  Croxeberg,  a.  Beitrag  zur  Ostracoden-Fauna  der  Umgegend  vo))Mos- 

kau.  Bull.  Soc.  Imp.  d.  Moscau.  X°  3.  1894. 

60.  Daday,  E.  V.  Beitrdge  zur  Ke)i))t))is  der  Mik)'ofau))a  der  Nat)'onicdsser 

des  Alfoldes.  1894,  p.  286.  Taf.  XXIV.  Fig.  3-7. 

61.  Sars,  g.  0.  Co)itribution  of  tlie  knowl.  of  tlie  freslnvater  E))tomost)'aca 

of  New  Zealand.  8  Plates.  Christiania.  Vidensk.  Selsk.  Skrifter. 
I  Math,  naturw.  Klasse.  N»  5.  1894. 

62.  Claus,  C.    Ueber  die  Métamorphose  der  Siissivasse)'ostracode)i.    Zool. 

Anz.  Bd.  XVII.  1894,  p.  325. 

63.  Zacharias,  0.  Faunistische  Mitleilungen.  Fauna  des  gr.  Plôner  Sees. 

Forschungsber.  der  biol.  Station  z.  Pion.   2.  Teil.  VI.  1894.  p.  57. 

64.  ScHMEiL,  0.  Zur  Ilùhlenfauna  des  Karstes.  Zeitschr.  fiir  Naturw.  in 

Sachsen  und  Thiiringen.  Bd.  66.  5/6  Heft.  1894,  p.  339. 

65.  Turner,  g.  h.  iSotes  on  American  Ostracoda  ivilh  descriptions  of  neiv 

species.   Bull.  Scient.  Lab.  Denison  University.  Vol.  VIII.  Part.  II. 

1894,  p.  13.  PI.  VII  u.  VllI. 

66.  Hartwig,  \V.   Die  lebenden  Krebsthiere  der  Provinz  Brande)iburg. 

1.  Nachtrag  zu  d.  Verz.  von  1893  «  Brandenburgia  ».  Berlin. 
Oct.   1894. 

67.  WiERZEisKi,  A.   Vebersicht  der  C)'uslaceen-Fauna  Galiziens,  mit  einer 

Doppeltafel.  Anz.  d.  Akad.  d.  Wissensch.  in  Krakau.  X"  6.  1895, 
p.  170. 


CYPRIDEN   UND    DARWINULIDEN.  419 

68.  Vavha,  W.  Die  von  Dr.  Stuhlmann  (jcsammelten  Oslvacoden  Zanzibnrs. 

Beiheft  der  Hamburg.  wissensch.  Anslalten.  1895. 

69.  Dada  Y,  E.    Ueber  die  feinere  Stndtur  der  (piergestreiftcn  Muskelfanern 

der  Ostracoden.   Math,    naturw.    Berichte  aus   Ungarn.  Bd.  XII. 

1.  Halfte.  1895,  p.  92. 

70.  Tl'RNer,  g.  h.    Freshwaler  Ostracoda  of  the  United  Stafes.   P.  III. 

Second  Report  of  the  State  Zoologist  inckiding-  a  Synopsis  of  the 
Entoniostraca  of  Minnesota.  Zool.  Séries  II.  1895,  p.  277. 

71.  Harïwig,  \V.    Die   Krehsliere  der   Provinz   Brandenburg.    Naturw. 

Wochenschrift.  Bd.  X.  N<»  43,  44,  45.  1895. 

72.  Claus,  g.   Beitriïge  zur  Kenntn.  d.  Siisswassei'-Ostracoden.  Arbeiten 

a.  d.  zool.  Inst.  in  Wien.  T.  VI.  1.  Heft.  2.  Tell  mit  5  Taf.   1895. 

73.  Daday.  E.    Die  anaiomischen  Verhallnisse  von  C/jprois  dispnr.  Chyz. 

Beilage  z.  VIII  Bd.  der  Természetraizi  Fiiseteli,  1895. 

74.  TuRNER,  G.  H.    Morphologij  of  the  Nervous  System  of  Cypris.   With 

6  PI.  .lournal  of  Gompar.  Xeurology.  Vol.  VI.   1896,  p.  20. 

75.  Vavra,  W.   Die  SUsswasser-Ostracoden  v.   Ostafriki.    Tierwelt  Ost- 

Afrikas.  Bd.  IV.  Liefg.  2/3.  Berlin,  1896. 

76.  Richard,  .1.  Note  sur  un  Limnicythere  du  Bois  de  Boulogne.  Bull.  Soc. 

zool.  de  France.  T.  XXI.  1896,  p.  168. 

77.  —  Sur  la  faune  des  eaux  douces  des  Arores.  Bull.   Soc.  zool.   de 

France.  T.  XXI.  1896,  p.  171. 

78.  WiERZEisKf,  A.  Przeglad  fnuny  skorupiakow  galicyjskisch.    Tab.  II. 

Sprawozdanie  Komisyi  Fisyograflcnej.  T.  XXXI.  1896,  p.  201. 
Akademia  Urai.  Krakowie. 

79.  Brady,  g.  St.  and  Norman,  A.  M.    A  monograph  of  the  marine  and 

freshwater  Ostracoda  of  the  North- Atlantic  and  of  North- Western 
Europe.  Part.  II.  Sect.  II.  Scient.  Transact.  of  the  Royal  Dublin 
Soc.  Vol.  V.  1896,  p.  621-746. 

80.  Hartwig,  w.    Die  Krebstiere   der  Provinz    Brandenburg.    Naturw. 

Wochenschrift.  Bd.  XI.  N^  25  u.  27.  1896. 

81.  Sars,  g.  0.  On  a  new  fresh-water  Ostracod  Stenocypris  Chevreuxi, 

Sars,  with  notes  on  some  other  Entoniostraca  raised  from    dried 

mtid   froni  Algeria.    2  PI.    Archiv  f.  Math,   og  Naturvidenskab. 

Ghristiania.  1896. 

82.  Hartwig,  W.  Die   lehenden   Krebstiere   der   Provinz   Brandenburg. 

2.  Nachtrag  zu  dem  Verzeichnis  von  1893.  «  Brandenburgia,  » 
Monatsbl.  d.  Ges.  f.  Heimatkunde  der  Prov.  Brandenburg.  V  Jhrg. 
NO  9.  Dez.  1896.  p.  370. 

83.  Daday,  Eug.    Fauna   Begni   Hungariae.     Enumeratio   systematica. 

m.  Arthropoda.  Budapest.  1897. 

84.  Hartwig,  W.   Zitr  Verbreitung  der  niedern  Crustaceen  in  d.  Provinz 

Brandenburg.  Forschungsb.  d.  biol.  Stat.  zu  Pion.  Teil  5.  VI. 
1897.  p.  115. 


420  A.    KAUFMANN. 

85.  Sharpe,  R.  W.    Contribution  to  a  knowleçjde  of  the  North  American 

fresk-aater  Ostrucoda  incl.  in  the  fain.  Cijtheridœ  and  Cyprididœ. 
Bull.  m.  State  Lab.  of  nat.  hist.  V.  IV.  Art.  XV.  1897,  p.  414. 

86.  Fric,  A.  u.   Vavra,  W.    Untersuchung  zweier  Bôhmenvaldseen,   des 

schicarzen-  und  Teufelsees.  Unters.  ilber  d.  Fauna  der  Geiv. 
Bohmens.  Arch.  d.  naturw.  Landesdurchf.  in  BOhmen.  Bd.  X. 
X'5  3.  1897. 

87.  Daday,  Eug.   Beitrage  zur  Kenntnis  der  Microfauna  der  Tatraseen. 

Terniészeir.  Fiisetek.  Vol.  XX.  1897,  p.  149. 

88.  —  Resultate  der  wissensch.   Erforschung  des   Balatonsees.    Bd.   II. 

Teil  1.   1897. 

89.  Mlxler,  g.  w.  Die  Ostracoden  Madaqaskars.  Mit  7  Tafeln.  Vœltzkow. 

Ergehn.  einer  zoolog.  Forschungsreise  in  Madagaskar  u.  Ost-Afrika. 
1889-95.  Abhdlgn.  Senckenb.  Naturf.  Ges.  Bd.  21.  Heft  2.  1898, 
p.  2o7. 

90.  Vavra,  W.  Silsswasser-Ostracoden.  Hamburger  Magalhfensische  Sam- 

melreise.  3.  Liefg.  1898. 

91.  Hartvvig,  \V.  Zwei  neue  Candona-Arten  atis  d.  Provinz  Brandenbiirg . 

Zool.  Anz.  Bd.  XXI.  1898,  p.  474. 

92.  —    Ueber    das    Vorkommen  einiger  selteney-   Eniomostraken    in   der 

Provinz  Brandenhurg.  Xat.  Wochenscb.  Bd.  XIII.  X°  5.  1898, 
pag.  48. 

93.  —   Vier  seltene  Entomostraken  des  Grunewaldes.  Sitzungsber.  der  Ges. 

naturf.  Freunde  Berlin.  No  7.  1898,  p.  73. 

94.  —  Die  lebenden  Krebstiere  der  Prorinz  Brandenbnrg.    3.  Xacbtrag. 

Brandenburgia.  Monatsbl.  d.  Ges.  f.  Heim.  Sept.  1898. 

95.  Sars,  g.  0.  On  Megalûcg/jjis  princeps.  A  gigantic  freshwater  Ostracod 

froni  South-Afrika.  1  PI.  Archiv  f.  Matb.  og.  Naturw.  Bd.  XX. 
NO  8.   1898. 

96.  Hartvvig,  W.  In  Candona  fabœformis  Vavra  stecken  drei  verscliiedene 

Arten.  Zool.  Anz.  Bd.  XXI.  1898,  p.  566. 

97.  —  Zur  Verbreitung  der  niedern  Crustaceen  in  der  Provinz  Branden- 

bnrg. Forschungsber.  aus  d.  biol.  Station  zu  Pion.  Teil  VI.  Abt.  II. 
V.  1898,  p.  140. 

98.  LiENENKi.Au.s,  E.    Erster  Beitrag  zur  Kenntnis  der  Ostracodenfanna 

des  Regiernngsbezirks  Osnabriick .  12.  Jabresber.  d.  naturw.  Vereins 
zu  0.snabruck  f.  d.  Jabr  1897.    1898,  p.  105. 

99.  Stenroos,  K.  E.  Das  Tierleben  ini  Nurmidrvi-See.  Mit  3  Taf.  Helsing- 

fors  1898,  p.  222. 

100.  Schneider,  Osk.    Die  Tierwelt  der  Nordseeinsel  Borknm,   Ostracoda. 

Aiihandl.  Naturw.  Verein.  Bremen.  Bd.  XVI.  1.  lllft.  1898,  p.  161. 

101.  Sars,  G.  0.   The  Cladocera,  Copepoda  and  Ostracoda  of  the  Jana  Ex- 

pédition. Annuaire  du  Mus.  zool.  de  l'acad.  iinp.  St-Pétersbourg. 
N"  3-4.   1898,  p.  351. 


CYPRIDEN   UND   DARWINULIDEN.  421 

102.  Lampert,  K.   Das  Leben  der  Binnengcwnsser.   1899,  p.  229. 

103.  IIai^twig,  W.    Eim   nrue  Candona   ans  der  Proviiiz  Brandrnhuvg. 

Sitzungsber.  Ges.  naturf.  Freunde  lîerlin.    1899,  p.  50. 

104.  —  Candona   euplectella   Robertson    bildet  eine  selbàtdndige  Gattiing. 

Zool.  Anz.  Bd.  XXII.   1899.  p.  309. 
lOo.   —  Eine  neue  Candona  ans  der  Provinz  Bmndenburg.  Zool.  Anz.  Bd. 

XXII.   1899,  p.  149. 
106.  —  Ueher  eine  nenr  Candona  ans  der  Provinz  Brandenhurg,  Candona 

marchica,  und  iiber  die  ivahre  Candona  jmbescens  Koch.  Sitzungsber. 

Ges.  naturf.  Freunde  Berlin.  Okt.  1899,  p.  183. 
107v  —  Candona  pubescens  G.  0.  Sars  ist  nicht  Cypris  pubescens  Koch. 

Zool.  Anz.  Bd.  XXII.  N"  604.   1899,  p.  543. 

108.  —  Die  niederen  Crustaceen  des  Miiggelsees  und  des  Saaler    Bodens 

niihrend  des  Sommers  1897.  Forschung'sber.  derbiol.  Stat.  zuPlon. 
Teil  17.  IV.  1899,  p.  29. 

109.  —  Abermals  eine  neue  Candona  aus  d.  Provinz Brandenburg,  Candona 

lobipes.  Zool.  Anz.  Bd.  XXIII.   1900,  p.  51. 

110.  —  Fine  neue  Candona  aus  der  Provinz  Brandenburg,  Candona  reni- 

formis.  Sitzungsber.  Ges.  naturf.  Freunde  Berlin.  No4.  1900,  p.  139. 

111.  —  Eine  neue  Candona  aus  der  Provinz  Brandenburg,  Candona  Holz- 

kanipfi.  Silzungsber.  Ges.  naturf.  Freunde  Berlin.  X^o.  1900,  p.  149. 
111a.  Mlîller,  g.  W.    Afrikanische  Ostracoden,  gesammelt  von  E.  Neu- 

mann.  Zool.  Jahrb.  Abt.  f.  Syst.  Bd.  13.  Heft  3.  1900,  p.  259. 
mil.  —  Deutschlands  Silsswasser-Ostracoden.   Zoologica.  Orig.  Abhandl. 

aus  dem  Gesamtgeb.  der  Zoologie.  Bd.  12.  Heft  30.  Liefg.  3.  1900. 

b)  Inlàndische. 

Im  Folgenden  sind  die  Schriften,  vvelche  Angaben  iiber  einheimische 
Cypriden  aufweisen,  zusanimengestellt.  Die  mit  einem  *  versehenen  ent- 
balten  Bescbreibungen  von  Cypriden,  die  andern  nur  faunistische  Daten  mit 
hâulig  fehlenden,  oft  unsicheren  Artbestimmungen. 

112.  *JuRL\E,  L.   Histoire,,  des  Monocles  qui  se  trouvent  aux  environs  de 

Genève.  G.  tab.  22.   1820. 

113.  Perty,  m.    Ueber  verticale  Verbreitung  mikroskopischer  Lebensformen. 

Mitt.  d.  naturf.  Ges.  Bern.   1849,  p.  17. 

114.  FoREL,  F. -A.  Matériaux  pour  servir  à  l'étude  de  la  faune  profonde  du 

lac  Léman.  Bull.  soc.  vaud.  d.  se.  nat.  T.  I.   1874,  p.  101. 

115.  —  Faunistische  Studien  in  den  Siisswasserseen  der  Schœeiz.  Zeitschr. 

f.  wiss.  Zool.  Bd.  XXX.   1878,  p.  383. 

116.  AsPER,  G.   Beitrâge  zurTiefseefauna  derSchiveiz.  Zool.  Anz.  III.  Jhrg. 

1880,  p.  130,  200. 

117.  —   Wenig  hekannte  Gesellschaften  kleiner  Tiere  unserer  Schtveizerseen . 

1  Tafel.  Neuiahrsbl.  d.  Zurcher  naturf.  Ges.  1881.  LXXXIII.  J880. 


»i 


422  A.   KAUFMANN. 

118.  FoREL,  F. -A.  La  faune  pélaffique  des  lacs  d'eau  douce.  Archives  des 

scienc.  phys.  et  nat.  Vol.  VIII.   1882,  p.  231. 

119.  Imhof,  0.  C.  Zoolofiische  Mitteihnu/en.  Neue  Resullate  iiber  die  pela- 

Cjiscke  und  Tiefseefaana  dey  Silsswasseybecken.  Vierteljahrssclirift 
d.  naturf.  Ges.  Ziirich.  Bd.  XXX.   188o,  p.  369. 

120.  FoREL,  F.  A.  La  faune  profonde  des  lacs  suisses.  Nouveaux  mémoires 

de  la  soc.  helv.  des  scienc.  natur.  Vol.  XXIX.  1885. 

121.  Du  Plessis,  g.    Essai  sur  la  faune  profonde  des  lacs  de  la  Suisse. 

ibidem  Vol.  XXIX.   1885. 

122.  AsPER,  G.  u.  Heuscher,J.  Zur  Natur cjeschichte  der  Alpenseen.  Jahres- 

bericht  der  St.  Gallischen  naturw.  Gesellschaft.  1886,  p.  145.  . 

123.  Imhof,  0.  E.  JSeue  Resultate   ilber  die  pelagische   und    Tiefseefaana 

einif/er  im  Flussfjebiet  des  Po  gelegenen  Wasserbecken.  Zool.  Anz. 
IX.  Jhrg.  1886,  p.  41. 

124.  —  Studien  iiber  die  Fauna  hochalpiner  Seen  insbesondere  des  Kantons 

Graubiinden.    Jahresb.   d.    naturf.   Ges.   Graubiindens.    T.   XXX. 
1887,  p.  45. 

125.  Asper,  G.  u.  Heuscher,  J.  Zur  Naturgeschichte  der  Alpenseen.  Jahresb. 

d.  St.  Gallischen  naturw.  Ges.  1889,  p.  246. 

126.  ZscHOKKE,  F.  Beitrag  zur  Kemitnis  der  Fauna  von  Gebirgsseen.  Zool. 

Anz.  Bd.  XIII.  1890,  p.  37. 

127.  Heuscher,.!.  Zur  Naturgeschicide  der  Alpenseen.   Jahresber.  der  nat. 

Ges.  St.  Gallen  1888/89.  1890,  p.  371. 

128.  ZscHoKKE,  F.    Faunistische  Studien  an  Gebirgsseen.   Verhdl.   naturf. 

Ges.  Basel.  Bd.  IX.  1890,  p.  1. 

129.  —   Weiterer  Beitrag  zur  Kenntnis  der  Fauna  v.  Gebirgsseen.   Zool. 

Anzg.  Bd.  XIV.  1891,  p.  119  u.  126. 

130.  —   Die  zweite  zoologische  Exkursion  an  die  Seen  des  Rhàtikon.  Ver- 

handl.  d.  naturf.  Ges.  Basel.  Bd.  XX.  Heft  2.   1891,  p.  425. 

131.  Heuscher,  J.   Hgdrobiologiscke  Exkursionen  im  Kanton  St.  Gallen. 

Jahresbericht    der   St.  Gallischen    naturw.    Ges.    1891/92.    1892, 
p.  336. 

132.  Imhof,  0.  E.   Beitràge  zûr  Fauna  der  Schweiz.  Tierwelt  der  stehenden 

Gewdsser.  Mittlg.  d.  aarg.  nat.  Ges.  VI.  Heft.  1892,  p.  58. 

133.  *  Kaufmann,  a.  Die  Ostracoden  der  Umgebung  Berns.  Mittlg.  d.  naturf. 

Ges.  Bern.   1892,  p.  70. 

134.  Imhof,  0.  E.  Programm  zu  einer  monograjdiischen  Brarbeitung  eines 

grôsseren  Sees.  Biol.  Centralbl.  T.  XII.  1892,  p.  512. 

135.  SïECK,  Th.  Beitràge  zw  Biologie  des  grossen  Moosseedorfsees.   Mittlg. 

d.  naturf.  Ges.  Bern.  1893,  p.  20. 

136.  ZscHOKKE,  F.  Die  Tierwelt  der  Juraseeu.  Revue  suisse  de  Zool.  T.  II. 

Fasc.  2.   1894. 

137.  —  Die  Fauna  hockgelegener  Gebirgsseen.    Verhdl.  naturf.  Ges.  Basel. 

T.  XI.  Heft  i.  1895,  p.  36. 


CYPEIUEN   UND   DARWINULIDEN  423 

138.  FuHRMANN,  0.    Recherches  sur  la  faune  des  lacs  alpins  du   Tessin. 

Rev.  suisse  de  Zool.  T.  IV.  Fase.  3.  1897,  p.  489. 

139.  Kalfmann,  a.  MiiU'Uang  abcr  die  Ostracoden  der  Schweiz.  Arch.  des 

se.  phys.  et  nat.  Nov.  1899,  p.  68. 

140.  * —  Ueber  zwei  neiie  Candona- Arien  ans  der  Schweiz.  Zool.  Anz.  Bd. 

XXIII.  X»  608.   1900,  p.  108. 

141.  ='^—  yeue  Ostracoden  ans  der  Schweiz.  Zool.  Anz.  Bd.  XXIII.  N^  609. 

1900,  p.  131. 

142.  BuRCKHARDT,  G.  Faunistischc  und  sijsiematische  Studien  i'iber  dus  Zoo- 

plankton.  Rev.  suisse  de  Zool.  T.  VII.  1900,  p.  353. 

143.  Kaufmann,  A.   Zar  Sijstematik  der  Cijpriden.  Mittl.  naturf.  Ges.  Bern. 

1900,  p.  103. 


ORGANES  DE  DÉFENSE  TÉGUMENTAIRES 

DES  HYALINIA 

PAR 

Emile  ANDRÉ 

Premier  assistanl  d'anatomie  comparée.  Université  de  Genève. 

Avec  la  planche  32. 

Dans  son  beau  travail  sur  les  téguments  des  Pulmonés\  Leydig 
consacre  quelques  lignes  à  une  curieuse  formation  tégumentaire 
chez  les  HyaUnia.  Le  savant  naturaliste  allemand  considérait 
ces  formations  comme  des  cellules  mucipares  dont  le  contenu 
peut  s'étirer  en  un  til  de  byssus  ou  en  un  filament  urticant.  Voici 
du  reste  comme  il  s'exprime  à  ce  sujet  :  «  ...bei  HyaUnia  celki- 
ria,  allwo  sich  schon  in  der  Haut  des  Piiickens  fiir  die  Luppe 
und  selbst  fiir's  freie  Auge  aus  deni  dunkeln  blâulicli  schim- 
mernden  Hautpigmente  die  Schleimdriisen  sehr  scharf  abheben, 
zeigen  sie  sich  unter  dem  ^likroskop  durch  ihren  Inhalt  als 
hôchst  scharf  gerundete,  ovale,  belle  Korper.  Und  dieser  Inhalt 
erscheint  entweder  als  reine  homogène  Masse,  oder  er  zerlegt 
sich  in  cylindrisch  gekrtimmte  Ziige  und  nach  Einwirkung  von 
Reagentien,  etwa  von  chromsaurem  Kali  nimmt  sich  die  Masse 
aus  wie  ein  langer  Nesselfaden,  oder  ein  zu  einem  Knâuel  zu- 

^  Leydig.  Die  Hautdecke  iind  Schale  der  Gastropoden.  Arch.  fiir  Naturgesch., 
42  Jahrg.  I,  1876,  S.  225. 


426  E.    ANDRÉ. 

sammen  gescliobener  Byssiisfaden.  —  Auch  die  vorliin  erwalin- 
teii  feinen  spiraligen  Liiiien  an  der  lielleii  Inhaltsmasse  der 
Driiseii  mogen  wolil  auf  eine  fadige  Soiidermig  hindeuten.  » 

Dans  une  petite  note^  sur  des  cryptes  épitliéliales  qu'on  ren- 
contre chez  les  Hi/alinia,  nous  avons  signalé  en  passant  ces  élé- 
ments que  nous  prenions  également  pour  des  cellules  à  mucus. 
Plus  tard,  nous  en  avons  donné  une  description  sommaire^  que 
nous  venons  maintenant  compléter. 

Pour  l'étude  de  ces  formations  tégumentaires,  nous  nous 
sommes  adressé  à  VRi/aUnia  cellaria  Gray.  Grâce  à  l'amabilité 
de  M.  P.  Pallary,  professeur  à  Oran,  auquel  nous  exprimons 
ici  nos  plus  vifs  remerciments,  nous  avons  également  pu  faire 
porter  nos  recherches  sur  une  espèce  africaine,  Hyalinia  cheliella 
Pecchiol.  Chez  cette  dernière,  nous  avons  trouvé  la  structure 
histologique  des  téguments  à  peu  de  chose  près  identique  à  celle 
des  H.  cellaria. 

Nous  considérons  ces  formations  tégumentaires  comme  des 
organes  de  défense  et  c'est  pour  cela  que  nous  les  appellerons 
«  phylacites  »  (cj^ulx^,  x-koç  défenseur,  protecteur).  Bien  que  les 
phylacites  aient  quelques  analogies  avec  certains  nématocystes, 
nous  avons  été  obligé  de  créer  un  nouveau  terme  pour  les  dé- 
signer, parce  que  nous  n'avons  trouvé,  dans  la  terminologie 
zoologique,  aucun  mot  pouvant  se  rapporter  à  ces  formations. 

Avant  de  décrire  en  détail  la  structure  et  le  fonctionnement 
des  phylacites,  nous  rappellerons  en  quelques  mots  ce  que  nous 
en  avons  dit  dans  la  note  préliminaire  que  nous  leur  avons  con- 
sacrée. Les  phylacites  sont  des  éléments  défensifs  localisés  dans 
une  région  plus  ou  moins  étendue  des  téguments  du  dos  chez  les 
Htjalima.  Ils  se  forment  sous  l'épithélium,  dans  des  cellules  ar- 


^  André.  Sur  les  téguments  du  Zonites  ceUaiius.  Zoologischer  Anzeigor, 
No  411,  1893. 

^  André.  Organes  de  défense  tégumentaires  chez  le  Zonites  (Hyalinia)  cellarius 
Gray.  Ibid.  No  564,  1898. 


ORGANES   DE   DÉFENSE   TÉGUMENTAIRES    DES    HYALINIA,  427 

roiidies,  analogues  aux  éléments  du  tissu  conjonctif  spliéroïdal. 
A  Fétat  de  repos,  ils  se  composent  d'un  corps  arrondi  formé  de 
couches  concentriques.  Lorsque  V Hi/alinia  les  expulse  pour  sa 
défense,  la  partie  centrale  du  pliylacite  fait  saillie  à  l'exté- 
rieur, et  le  phylacite  prend  alors  la  forme  d'un  champignon. 

Les  phylacites,  disons-nous,  se  trouvent  dans  la  partie  mé- 
diane de  la  paroi  dorsale  du  corps  des  UyaUnia,  dans  sa  région 
postérieure,  partiellement  recouverte  par  le  manteau  (même 
lorsque  l'animal  est  en  marche),  en  arrière  de  la  portion  des  té- 
guments qui  possède  des  cr3'ptes  épithéliales.  Le  territoire  oc- 
cupé par  les  phylacites  varie  d'un  individu  à  l'autre  par  la  forme 
de  ses  contours  et  par  ses  dimensions.  Nous  avons  représenté 
(fig,  1)  la  face  dorsale  d'une  HjjaJ'wiii  ceUaria,  montrant,  limitée 
par  un  trait  rouge,  la  région  contenant  des  phjdacites;  les  points 
rouges  indi(j[uent  les  cryptes  épithéliales.  Examinée  à  un  plus 
fort  grossissement,  la  portion  de  la  peau  contenant  des  phylacites 
se  montre  sous  l'aspect  représenté  par  la  fig.  4. 

En  dehors  de  la  région  où  les  phylacites  forment  au-dessous 
de  l'épithélium  une  couche  assez  compacte,  on  trouve  souvent 
des  cellules  à  phylacites  (nous  les  appellerons  dorénavant  «  pliy- 
lacohlastes  »)  isolées,  etcelajusquesurlescôtésdu  pied.  En  exa- 
minant notre  fig.  2,  on  peut  aussi  se  rendre  compte  de  la  distri- 
bution des  phylacites  dans  les  téguments  des  Hyalinia.  Chez 
VH.  clieJieUa,  le  territoire  occupé  par  les  phylacites  est  généra- 
lement moins  étendu  que  chez  H.  cellaria. 

Examiné  sur  le  frais,  lorsqu'il  n'a  pas  encore  fonctionné  et 
qu'il  est  encore  contenu  dans  la  cellule  qui  lui  a  donné  nais- 
sance {d,  fig.  8),  le  phylacite  se  présente  sous  la  forme  d'un 
corps  arrondi  ou  ovoïde,  composé  d'une  substance  transparente, 
incolore  ou  très  légèrement  jaunâtre,  plus  ou  moins  granuleuse. 
A  l'intérieur,  on  aperçoit  une  vésicule  (h)  ronde,  ovoïde  ou 
quelquefois  fusiforme,  contenant  elle-même  des  sphérules  réfrin- 
gentes (c),  en  nombre  variable  (de  trois  à  une  vingtaine),  dont  le 


428  E.    ANDRÉ. 

contenu  est  également  gTaniileiix.  Lorsque  le  pliylacite  sera 
expulsé  et  prendra  la  forme  d'un  champignon  (tîg.  12,  14,  15  et 
16)  —  nous  verrons  plus  loin  par  quel  procédé  —  sa  partie 
externe  {a,  fig.  8)  deviendra  ce  que  nous  appellerons  la  tête  du 
pliylacite,  sa  partie  interne  (h)  en  donnera  la  tige  et  les  splié- 
rules  réfringentes  (c)  deviendront  ce  que  nous  nommerons  les 
vésicules  piriformes.  Les  dimensions  des  phj'lacites  sont  émi- 
nemment variables;  les  plus  gros  que  nous  ayons  observés 
mesuraient  0,11  mm.  dans  leur  plus  grand  diamètre. 

Sur  des  coupes  cVHi/aHma  colorées  par  une  teinture  de  car- 
min, les  phylacites  se  détachent  en  rouge  très  foncé  sur  les 
tissus  qui  les  environnent  (tig.  2,  3,  9  et  13).  Ils  ont  donc  une 
grande  affinité  pour  les  teintures  de  carmin;  mais  cette  affinité 
n'est  pas  également  forte  pour  toutefe  les  parties  qui  composent 
le  pliylacite  :  lorsqu'on  décolore  une  coupe  traitée  par  une  tein- 
ture de  carmin,  on  observe  que  ce  sont  les  vésicules  piriformes 
qui  résistent  le  plus  à  l'action  du  réactif  décolorant  (c,  fig.  10). 
Nous  ajouterons  que,  même  en  employant  la  décoloration,  il  est 
assez  difficile  de  distinguer,  sur  des  coupes,  la  structure  intime 
du  pliylacite. 

Les  pluiacites  sont  formés  et  contenus  dans  des  cellules 
rondes,  analogues  aux  cellules  conjonctives  s])liéroïdales  (lig.  5, 
9  et  13,  d)  réparties  au-dessous  de  répithélium  externe.  Chez 
les  Hyalinia  adultes,  il  n'y  a  qu'une  seule  couche  de  pliylaco- 
blastes  (fig.  2),  tandis  que  chez  les  jeunes  il  y  a  quelquefois  deux 
ou  trois  couches  de  ces  éléments  (fig.  3),  à  différents  stades  de 
développement. 

Dans  le  phylacoblaste  qui  lui  a  donné  naissance,  le  pliylacite 
est  contenu  dans  une  vacuole  (fig.  8  e,  fig.  9  c,  fig.  10  d  et 
fig.  13,  h).  Cette  dernière  occupe  une  portion  i)lus  ou  moins 
importante  de  la  cellule  et  est  reinjilie  plus  ou  moins  complète- 
ment par  le  pliylacite.  Lorsque  le  pliylacite  est  encore  peu  déve- 
loppé {a,  fig.  9),  la  vacuole  (c)  est  petite  relativement  à  la  cellule 


ORGANES   DE    DÉFENSE    TÉGUMENTAIRES    DES    HYALINIA.  429 

entière,  tandis  que,  pour  un  phylacite  ayant  atteint  tout  son 
développement,  la  vacuole  peut  occuper  la  totalité  de  la  cellule 
{e,  ûg.  S).  Cette  dernière,  qui  a  perdu  graduellement  son  noyau 
par  résori)tion,  est  alors  réduite  à  sa  simple  membrane.  Le 
phylacoblaste  ne  forme  plus  alors  qu'un  sac  à  paroi  mince  (fig.  8 
et  11)  dans  lequel  on  ne  retrouve  rien  de  ce  qui  constituait  la 
cellule  primitive,  si  ce  n'est  la  membrane. 

La  constitution  du  phylacite  au  repos  étant  connue,  exami- 
nons maintenant  ce  qu'il  devient  lorsqu'il  est  expulsé  et  comment 
s'opère  cette  expulsion.  Lorsqu'on  racle  avec  un  scapel  les  tégu- 
ments du  dos  d'une  Hyal'mia  tuée  par  asphyxie  sous  l'eau  ou 
par  immersion  dans  l'eau  bouillante,  et  qu'on  examine  au  micro- 
scope le  produit  de  ce  raclage,  on  y  remarque  un  grand  nombre 
de  corps  ayant  la  forme  de  champignons  (fig.  12,  14  et  15).  Ce 
sont  les  phylacites  dont  la  vésicule  interne  {h,  fig.  8)  a  déchiré 
la  zone  externe  (a)  et  a  fait  saillie  à  travers  cette  déchirure  en 
s'allongeant  en  forme  de  tige.  Le  chapeau  du  champignon 
(« ,  fig.  1 5)  correspond  donc  à  la  zone  externe  du  phylacite 
[a,  fig.  8)  et  sa  tige  {h,  fig.  15)  à  la  vésicule  interne  {h,  fig.  8). 

L'expulsion  de  la  vésicule  interne  du  phylacite  pour  former 
la  tige  s'opère  certainement  sous  l'action  des  fibres  musculaires 
qui  se  trouvent  dans  la  couche  musculo-conjonctive  sous-épithé- 
liale  des  téguments  du  dos.  Lorsque  le  phylacite  est  comprimé 
par  ces  faisceaux  musculaires,  surtout  dans  sa  partie  profonde, 
sa  vésicule  interne  se  porte  vers  la  partie  la  moins  comprimée 
du  i)hylacite,  c'est-à-dire  celle  qui  est  la  plus  voisine  de  la  sur- 
face des  téguments,  et,  la  compression  augmentant,  elle  déchire 
la  zone  externe  et  sort  par  cette  déchirure  en  s' allongeant.  Le 
phylacite  prend  alors  la  forme  représentée  fig,  15.  Une  compa- 
raison un  peu  triviale  nous  aidera  à  nous  faire  comprendre  : 
lorsqu'on  serre  une  cerise  entre  les  doigts,  le  noyau  de  celle-ci 
ne  tarde  pas  à  déchirer  la  pulpe  du  fruit  et  à  sortir  par  cette 
ouverture;  si  le  noyau  était  un  corps  plastique,  pouvant  s'allon- 


430  E.    ANDRÉ, 

ger  en  sortant  par  cet  orifice,  et  s'il  était  retenu  d'une  façon 
quelconque  à  la  partie  charnue  de  la  cerise,  on  aurait  alors  un 
corps  qui  présenterait  une  grande  analogie  de  forme  avec  un 
phjlacite  expulsé. 

Pour  la  même  raison,  les  spliérules  (c,  fig.  8),  que  nous  appel- 
lerons les  «  vésicules  piriformes,  »  se  rapprocheront  de  F  extré- 
mité libre  de  la  tige  où  elles  finiront  par  déboucher  et  se 
videront  de  leur  contenu  {c,  fig.  10, 12, 14  et  16).  Dans  la  fig.  10, 
on  voit  les  vésicules  piriformes  s'étirer  et  diriger  leur  col  vers 
l'extrémité  de  ce  qui  deviendra  la  tige  du  phylacite  ;  dans  cette 
préparation,  la  décoloration  a  été  poussée  jusqu'à  ce  que  les 
vésicules  piriformes  seules  restent  colorées.  Il  est  à  supposer 
que  les  vésicules  piriformes  constituent  la  partie  active,  vrai- 
ment défensive  du  phylacite  et  que  leur  contenu  a  des  propriétés 
toxiques  ^ . 

L'expulsion  de  la  vésicule  interne  du  phylacite  pour  former  la 
tige  est  très  rapide;  en  tout  cas,  cette  opération  ne  s'arrête 
presque  jamais  à  mi-chemin,  et  dans  le  produit  de  la  dilacéra- 
tion  des  téguments  du  dos  des  Hi/aUnia,  on  ne  trouve  que  des 
phylacoblastes  clos  (fig.  8)  et  contenant  encore  leur  phylacite  et 
des  phylacites  ayant  expulsé  leur  tige  et  leurs  vésicules  pirifor- 
mes. Quelquefois  cependant,  sur  des  coupes,  on  rencontre  des 
phylacites  dont  la  tige  n'est  pas  complètement  extériorée 
(fig.  10). 

Lorsque  le  phylacite  a  émis  sa  tige,  on  observe  alors  facile- 
ment la  structure  en  couches  concentriques  de  sa  tête  (a,  fig.  12 
et  16),  structure  qui  n'était  que  peu  ou  pas  perceptible  sur  le 
phylacite  au  repos,  lorsqu'il  était  encore  contenu  dans  la  vacuole 

^  Les  Hyalinin  cheliella  répandent,  lorsqu'on  les  moleste,  une  odeur  très 
forte,  identique  à  celle  que  répand  la  chenille  du  Cossus  ligiiiperda  et,  lorsqu'on 
les  met  dans  l'eau,  on  voit  se  rassembler  à  la  surface  du  liquide  de  très  fines 
gouttelettes  de  l'huile  essentielle  qui  produit  cette  odeur.  Nous  n'avons  pas  pu 
déterminer  d'une  façon  certaine  si  cette  essence  est  sécrétée  par  les  phylacoblastes, 
par  les  cry])tes  épithéliales  on  par  les  glandes  du  manteau.. 


ORGANES   DE    DEFENSE   TÉGUMENTAIRES   DES   HYALINIA.  431 

(lu  pliylacoblaste.  Dans  quelques  cas  (fig.  14),  la  structure  granu- 
leuse de  la  tête  cache  la  disi)osîtion  en  couches  concentriques. 
La  tig.  6  qui  représente  une  coui)e  d'une  tige  qui  s'est  séparée 
de  la  tête  en  emportant  des  lambeaux  de  cette  dernière,  montre 
également  bien  ces  strates  concentriques.  Ce  fait  que  la  tige 
entraine  avec  elle  des  portions  de  la  tête,  se  présente  assez  fré- 
quemment; on  en  a  un  exemple  dans  la  fig.  12.  Le  même  cas 
s'est  produit  pour  le  phylacite  représenté  par  la  fig.  7  ;  la  zone 
externe,  la  tête,  s'est  étirée  lors  de  la  formation  de  la  tige  et  des 
lambeaux  en  ont  été  arrachés  par  cette  dernière  ;  la  tige  s'est 
même  séparée  complètement  de  la  tête. 

Comme  on  le  voit  d'après  nos  fig.  12,  14,  15  et  16,  les  dimen- 
sions relatives  de  la  tête  et  de  la  tige  sont  variables.  Le  plus 
souvent  la  tête  est  plus  volumineuse  que  la  tige,  mais  (juelque- 
fois  cependant  c'est  le  contraire  qui  s'observe-  et  la  tige  peut 
sortir  d'une  tête  très  réduite  (fig.  16).  On  voit  aussi  que  les 
dimensions  et  le  nombre  des  vésicules  piriformes  sont  variables. 

Lors  de  l'expulsion  du  phylacite  hors  de  la  cellule  qui  lui  a 
donné  naissance,  les  parois  de  celle-ci  se  rompent  pour  lui  livrer 
passage  (fig.  10).  Les  cellules  de  l'épithélium  s'écartent  ensuite 
et  laissent  émerger  entre  elles  le  phylacite.  La  déchirure  de  la 
paroi  du  pliylacoblaste  est  de  forme  variable  (fig.  5),  mais  elle 
s'effectue  toujours,  comme  c'était  à  supposer,  dans  la  portion 
qui  est  en  contact  avec  l'épithélium  externe.  La  fig,  5  représente 
cinq  pliylacoblastes  ayant  expulsé  leur  phylacite  ;  comme  on  le 
voit,  la  forme  et  les  dimensions  de  la  déchirure  sont  très  variables. 

Ainsi  que  nous  le  disions  plus  haut,  les  phylacites  prennent 
naissance  dans  des  éléments  (fig.  9)  analogues  aux  cellules  con- 
jonctives sphéroïdales.  Il  se  creuse  une  petite  vacuole  au  sein 
du  corps  cellulaire  et  c'est  dans  cette  vacuole  que  naît  le  phyla- 
11  cite.  Ensuite,  vacuole  et  phylacite  augmentent  i)etit  à  petit  de 
volume  jusqu'à  complet  développement. 


432  E.    ANDRÉ. 

Dans  les  jeunes  phylacites,  on  ne  peut  rien  distinguer  de  leur 
structure  intime  ;  aussi  n'est-il  pas  possible  de  dire  si  le  phyla- 
cite  s'accroît  par  intussusception,  si  la  vésicule  centrale  qui 
donnera  la  tige  se  forme  la  première,  et  si  la  couche  externe  qui 
deviendra  la  tête  vient  se  déposer  sur  elle,  ou  bien  si  la  forma- 
tion de  ces  deux  parties  se  fait  par  différenciation  graduelle. 

La  tig.  9  montre  que  le  même  phylacoblaste  peut  fonctionner 
deux  fois  et  qu'il  peut  produire  successivement  deux  phylacites  ; 
mais  ce  cas  est  plutôt  l'exception.  On  ne  rencontre  pas  fréquem- 
ment non  plus,  même  chez  de  jeunes  i?ya/iwia,  des  phylacoblastes 
en  voie  d'élaborer  leur  phylacite.  Cela  nous  laisse  supposer  que 
les  Hyalinia  n'usent  des  phylacites  pour  leur  défense  que  dans 
des  cas  exceptionnels.  Les  phylacoblastes  que  l'on  rencontre  le 
plus  souvent,  sur  des  coupes  et  dans  le  produit  de  la  dilacération 
des  téguments  du  dos,  sont  ceux  des  tj'pes  représentés  par  les 
fig.  8  et  13  :  le  corps  cellulaire  du  phylacoblaste  est  nul  ou  à  peu 
près,  le  noyau  est  atrophié  ou  même  a  totalement  disparu,  la 
cellule  est  réduite  à  sa  seule  membrane. 

On  trouve  quelquefois  chez  les  Hyalinia  adultes  des  phylaco- 
blastes (fig.  11)  réduits  à  l'état  de  simple  sac,  dont  Tintérieur 
contient  un  grand  nombre  de  corpuscules  arrondis  présentant 
la  même  affinité  pour  le  carmin  que  les  phylacites  normaux. 
Nous  supposons  qu'on  se  trouve  alors  en  présence  de  phylacites 
en  dégénérescence  qui,  n'ayant  pas  été  utilisés,  se  résorbent  petit 
à  petit  en  se  fragmentant. 

Quant  à  la  nature  chimique  des  phylacites,  elle  nous  est 
inconnue.  En  tout  cas,  nous  pouvons  dire  qu'ils  ne  sont  pas  com- 
posés de  mucus  ;  en  effet,  traités  par  les  teintures  d'hématoxy- 
line,  ils  ne  se  colorent  pas,  tandis  que  l'on  sait  que  tous  les  élé- 
ments contenant  de  la  nuicine  ont  une  grande  affinité  pour  la 
matière  colorante  du  bois  de  Canqjêche.  Le  carmin,  par  contre, 
colore  les  phylacites  en  rouge  foncé.  Traités  par  la  solution 
d'iode  dans  l'iodure  de  potas*sium,  ils  se  colorent  très  fortement. 


ORGANES   DE   DÉFENSE   TÉGUMENTAIRES    DES   HYALIXIA.  433 

Sous  l'action  de  l'acide  azotique,  ils  deviennent  jaune  vei'd4tre 
clair. 

La  description  que  nous  venons  de  donner  des  phylacites 
nous  montre  qu'ils  ont  certaines  analogies  avec  les  némato- 
cystes,  non  pas  précisément  par  leur  structure,  mais  par  leur 
mode  de  développement  et  par  la  façon  dont  ils  fonctionnent. 
Cela  nous  a  engagé  à  considérer  ces  curieux  éléments,  jusqu'à 
plus  ample  information,  comme  des  organes  de  défense. 


Rev.  Suisse  de  Zool.  T.  8.  1900.  28 


Sûdschweizerische  Oligochaeten. 


Von 

Dr  K.  BRETSGHER. 

Hierzu  Tafel  33. 

I 

Ueber  die  Oligochsetenfaima  der  Nordschweiz  liegeii  bereits 
einige  Arbeiteii  vor,  das  sûdlich  von  den  Alpen  gelegene  Gebiet 
ist  dagegen  nocli  vollstitiidig  unerforsclit.  Und  docli  ist  die  Frage, 
in  welchem  Masse  dièse  imposanteste  eiiropaische  Bergkette 
auch  in  den  faiinistiscbenVerhâltnissen  eine  îScheidelinie  bildet, 
ganz  abgesehen  von  dem  Einfluss  der  kliniatischen  Unterschiede 
der  beiderseits  derselben  gelegenen  Gebiete,  von  grosstem  tier- 
geographischem  imd  systematischem  Interesse.  Die  vorliegende 
Arbeit  soll  in  der  Ausfiillung  dieser  Lticke  einen  bescheidenen 
Anfang  machen.  Sie  ist  das  Ergebnis  eines  allerdings  nur  kurzen 
Aufenthaltes  in  Ascona  bei  Locarno,  das  am  w  estlichen  Saiime 
des  Maggia-Deltas  und  am  Langensee  gelegen  ist.  Einmal  dièse 
Lage,  dann  aber  auch  die  erheblichen  Hohendifferenzen,  welche 
die  Umgebung  des  genannten  Fleckens  aufweist,  mussten  von 
vornherein  eine  ganz  bedeutende  Ausbeute  in  ziemlich  sichere 
Aussicht  stellen.  Bieten  doch  Fluss-  und  Seeufer,  das  ange- 
schwemmte  ebene  Land  des  Delta,  das  zum  Teil  reicli  kultiviert, 
zum  Teil  noch  ganz  unbebaut  ist,  mit  seinemYv'eclisel  von  tiefen 
Humuslagen,  Sandbodeu  und  Steinwtisten,  von  trockenen,  gut 


436  K.    BRETSCHER. 

bewâsserten  Striclien  imd  Wasserlaclien,  danii  die  Talhânge  mit 
ihren  Felspartien,  Rebenterrassen,  Baclilâiifen,  Wein-,  Wieseii- 
imd  Hochmooi'tlâchen  fur  die  Laiid-  iiiid  Wasserbewoliner  die 
vielgestaltigsteii  Existenzbedingungen  dar. 

Die  Erwai'tungen  wurden  demi  auch  trotz  der  noch  sehr  weiiig 
vorgerûckten  Jahreszeit  —  mein  Aiifenthalt  daselbst  fiel  in  die 
Zeit  vom  8.  bis  18.  April  1900  —  so  iibertroffen,  und  es  lieferten 
dieExkursionen  regelmâssig  ein  so  reicbliches  Material  zurVer- 
arbeitimg,  dass  sie  jeweilenimrkiirzausfalleiimussten;  iii  Folge 
dessen  bleibt  auch  an  dieser  eng  begrenzten  Stelle  fur  einen 
Oligochietologen  noch  viel  zu  tun  ûbrig.  Namentlich  intéressant 
miisste  dieWeiterfiihrung  der  begonnenen  Arbeit  im  Sommer  oder 
Herbst  sein,  da  eine  ganze  Reihe  von  Arten,  sowohl  Landformen 
wie  Wassertiere,  in  ihrer  Entwickhmg  noch  sehr  wenig  weit  vor- 
geschritten  waren.  Dieser  Umstand  brachte  es  mit  sich,  dass  sie 
entweder  nur  ungentigend  beschrieben  werden  konnten  oder  ganz 
fiir  eine  spatere  giinstigere  Gelegenheit  bei  Seite  gelegt  werden 
mussten.  Von  den  ersten  wurden  wenigstens  diejenigen  Arten  nam- 
haft  gemacht,  die  an  Hand  dergegebenen  Diagnosen  wiederzu  er- 
kenneu  sein  werden,  wenn  auch  ihre  sj^stematische  Zugehôrig- 
keit  nicht  immer  sicher  gestellt  werden  konnte. 

Auf  meinem  kûnftigen  Arbeitsprogramm  besteht  die  Fort- 
setzung  dieser  nun  begonnenen  Beobachtungen  ;  wie  bakl  dieser 
Wunsch  sich  jedoch  verwirklichen  wird,  ist  eine  andere  Frage 
und  dièse  Unbestimmtheit  spielte  als  Grund  mit,  einige  dieser 
ungentigend  charakterisirten  Formen  docli  dem  Verzeichnis 
meiner  Ausbeute  einzuverleiben. 

Es  empfiehlt  sich,  zunachst  die  Existenzl)edingungen  dièses 
Faunenbestandteils  einigermassen  auseinanderzusetzen,  um  erst 
nacliher  auf  die  systematische  Seite  einzutreten. 

Hinsichtlich  der  seebewohnenden  Arten  schien  die  Uferzone 
auf  den  ersten  Anblick  wenig  verheissend.  Sie  ist  namlich  sehr 
schmal,  da  die  Gestaltung  des  Seebeckens  die  Konfiguration  der 


SÛDSCHWEIZERISCHE   OLIGOCH^TEX.  437 

beidseitig-en  steil  abfalleiiden  Berglelmen  fortsetzt.  So  beschriinkt 
sich  ilire  Breite  zuiueist  auf  wenige  Meter  ;  ziulem  ist  sie  von 
iiberaussteinig'erBest'haiït'iilieit.  Das  Gerolle,  das  sie  wenigstens 
aiii  Bande  des  Delta  uberdeckt,  wecliselt  selir  in  der  Grosse; 
k()})fgT()sse  Steine  sind  keine  Seltenheit  und  legen  Zeugnis  ab 
Yon  der  Stosskraft  der  Maggiawasser.  Damit  hangt  es  aiich  zii- 
sammen,  dass  dièses  Geschiebe  sehr  wenig  mit  feinem  Kies  oder 
gar  mit  Schlamm  verkittet  ist.  Das  feine  Material  wird  oder 
wurde  offenbar  weiter  in  den  See  hinaiisgefiihrt,  uni  in  dessen 
Tiefe  deponirt  zu  werden.  Daher  verursacht  der  Wellenscldag 
am  Ufer  nur  eine  geringe  oder  gar  keine  Trilbung  des  Wassers. 
So  zeigt  sich  dièse  Uferzone,  die  Schaar  nach  Scligo,  schon  vor 
Ascona,  dann  aber  auf  weitere  Ausdehnung  gegen  die  Einmiin- 
dung  der  Maggia  hin.  In  der  von  demWellenschlag  iiberfiuteten 
und  deswegen  gut  durchfeuchteten  Uferzone  fand  ich  keine  Oli- 
gochœten,  sie  sind  wohl  auch  spârlich  zu  tretfen  in  der  submersen 
Steinwiiste  der  Schaar,  weil  sie  zwischen  den  grossen  nicht  mit 
Schlamm  verbundenen  Steinen  zu  wenig  geschtitzt  sind.  Ganz 
anders  dagegen im  Einstr()mungsgebiet  eines Bâches  bei  Ascona, 
in  dem  ein  grobkorniger  Kieselsand  den  Seegrund  deckt,  der 
aber  seîber  wieder  so  wenig  Schlannn  enthâlt,  dass  beim  Aus- 
waschen  des  Materials  mit  dem  Schlamnnietz  das  Wasser  keine 
Trlibung  zeigte.  Dieser  Kieselsand  erwies  sich  iiberaus  reich  an 
Oligochieten,  sowohl  nach  der  Zabi  der  Arten  als  nach  derjenigen 
der  Individuen.  Aus  dieser  Gegend  stammen  eigentlich  aile  unten 
ans  dem  See  verzeichneten  Funde,  namentlich  hâufig  sind  Psam- 
morydes  barhatus  Gruhe  und  EmboIocepJialus plicatus  Rand. 

Einer  Hafenanlageentnahm  ich  reichliche  Schlammproben  in 
der  Hoffnung,  nun  hier  erst  recht  ein  reichliches  Material  zu 
erbeuten.  Ich  sah  mich  in  dieser  Erwartung  getâuscht,  das  Ma- 
terial war  sehr  arm  an  Tieren  tiberhaupt,  nicht  nur  an  Borsten- 
wiirmern. 

Meine  Befunde  aus  dem  Zliricbsee,  dessen  Schaar  fast  durch- 


438  K.    BRETSCHEK. 

weg  reich  mit  feinem  Schlamm  belegt  ist,  ergebennirgendseineii 
solchen  Reiclitum  an  Aniieliden,  wie  ich  ihn  an  jener  vorlier  er- 
walmten  Stelle  getroffen  liabe.  Die  Individuen-,  nicht  die  Arten- 
zalil  dieser  wird  allerdings  niclit  selten  noch  ûbertroffen  durch 
das  Vorkommnis  in  schlamniigen  Weiern  (bei  Ziirich)  und  ander- 
wârts  oder  ebensolclien  Stellen  an  Flussufern.  Da  sind  Tuhifex 
rivulorum  und  Limnodrili  oft  so  liaufig  und  dicht  gedriingt,  dass 
die  aus  dem  Boden  in  das  Wasser  vorragenden  Hinterenden 
dieser  Tiere  eine  fôrmlidie  rote  Wolke  bilden. 

Der  steil  abfallende  Schaarberg,d.  h.  das  an  die  Uferzone  sich 
anschliessende  Gehânge  ist  bei  Ascona  meist  dicht  bewachsen  mit 
Nitella  und  MynophyUum,  die  hier  formliche  und  iippige  Wiesen 
bilden.  Auch  eine  reich  verzweigte  nicht  nâher  bestimmte  Griin- 
alge  bildet  dichte  Bestiinde  und  ihnen  gesellen  sich  da  und  dort 
Fotamof/eton- Arien  bei,  von  denen  mir  allerdings  nur  kleine 
Reste  zu  Gesichte  kamen. 

Auch  hier  vermutete  ich  einen  verhâltnismâssig  dichten  Be- 
stand  von  Borstenwûrmern,  wie  ich  solchen  sehr  oft  in  Ziiricher- 
see  und  an  andern  Orten  beobachtet  habe  ;  allein  die  Yoraus- 
setzung  erwies  sich  als  irrig  :  in  viel  Material  kaum  ein  halbes 
Dutzend  Naiden;  dagegen  dann  ein  formliches  Gewinnnel  von 
Wasserasseln,  die  hier  mit  leichter  Miihe  zu  ïausenden  erhâlt- 
lich  wâren. 

Man  konnte  nun  allerdings  vermuten,  dass  bei  dem  Herauf- 
ziehen  der  Pflanzen  aus  der  grôsseren  Tiefe  die  OHgoclueten 
mehr  als  die  anderen  Bewohner  derselben  abgesptilt  worden 
seien.  Einzelne  mogen  ja  auf  dièse  Art  gewiss  zuriickgeblieben 
sehi,  ilir  grosster  Teil  aber  wâre  so  gut  mitgekommen  als  die  In- 
sektenlarven,  die  in  dem  dichten  Gewirr  von  Algenfâden  ihr  We- 
sen  Treiben.  Sie  wâren  sicher  auch  in  dem  mit  gehobenen 
Schlannne  stecken  geblieben.  Zudem  nahm  ich  nur  Pflanzen  zur 
Untersuchung  mit,  die  in  grôsseren  Partien  heraufgezogen  werden 
konnten,  um  den  Ehifluss  desAbspûlens  moglichst  zu  verringern. 


StDSCHAVEIZERISCHE   OLIGOCH.ETEN.  439 

Ziir  Zeit  inOclite  icli  iiiimerliiii  tien  auffalligeii  Maiigel  von 
Oligoclijeten  in  diesen  submersen  Wiesen  der  frûlien  Jahreszeit 
znr  Last  legen;  wahrsclieinlich  liegendieYcrlialtnisse  im  Hoch- 
sonnner  iind  Herbst  anders  und  dies  uni  so  niehr,  als  der  Fr^ih- 
ling  1900  aiich  im  Tessin  gegeniiber  andern  Jahrgangen  eine 
Vei-spatung  von  einigen  Woclien  autVies. 

Die  eigentliclie  ïiefsee,  das  Gebiet  unterlialb  des  Pflanzen- 
wuchses  abzusuchen,  fehlten  mir  die  nôtigen  Apparate.  Meine 
Angaben  besr-branken  sich  demnacli  auf  die  beiden  Zonen  der 
Scliaar  und  der  obern  Partie  des  Scbaarberges,  resp.  in  Anbe- 
tracht  der  wenigen  Funde  ans  letzterem  auf  jene  allein. 

Aus  deni  Vorstelienden  gebt  hervor,  dass  wenigstens  der  von 
mir  besucbte  Teil  der  Scbaar  kein  Standort  ist  fiir  Wasserpflan- 
zen.  Demgemâss  setzt  sich  das  von  den  Wellen  an  das  Ufer  ge- 
spiilte  piianzlicbe  INIaterial,  sofern  solckes  iiberbaupt  vorhanden 
ist,  zusammen  aus  Bhittstiicken,  Zweigen  und  s.  w.  von  Land- 
ptlanzen,  die  dem  See  von  aussen  her  zugefûhrt  wurden,  ferner 
aus  den  bereits  erwâhnten  Manzen  des  Scbaarberges,  die  sich 
abgelost  haben  und  an  die  Obertiache  gestiegen  sind.  Dièse 
Verhâltnisse  bringen  es  mit  sich,  dass  die  Anspiilung  gering  ist. 
Trotzdem  wird  auch  sie  von  einigen  OHgochseten  bewohnt,  wie- 
wohl  in  viel  geringerer  Zabi  als  dasingleicher  A¥eise  zugefûhrte, 
aber  viel  reichlichere  Material  des  Ziirichersees. 

Bemerkt  sei  noch,  dass  meine  Beobachtungen  sich  nur  wenig 
weit  am  Delta  der  Maggia  hin  erstrecken  und  ni  dit  bis  zum 
Triangulationspunkt  an  demselben  reichen.  Die  Ursache  dieser 
kurzen  Exkursionen  auf  dem  See  ist  zu  suchen  in  dem  wenigstens 
zu  jener  Zeit  recht  launigen  Charakter  des  Sees,  dessen  hocli- 
gehende  Wellen  mehrfach  jedes  Arbeiten  und  Sannneln  verun- 
moglichten.  Einige  Maie  fuhr  ich  bei  spiegelglatter  Flâche  hin- 
aus,  wurde  aber  durcli  fast  plôtzlich  einbrechenden  heftigen 
Wind  zur  schleunigen  Rûckkehr  veranlasst,  Dies  ereignete  sich 
beim  schonsten  Sonnenschein;  es  sind  Lokalwinde,  die  schein- 


440  K.    BRETSCHER. 

bar  unvermittelt  auftreten  uiid  ebenso  rasch  wieder  verschwin- 
den  konneii.- Anderseits  waren  die  Fimde  in  der  iiâchsten  Umge- 
biiiig  ineiiies  Staiidortes  ausgiebig  geuiig,  iim  walirend  der  Zeit 
meiiies  Aiifenthaltes  vollends  Arbeit  zii  bieten.  Dièses  engbe- 
grenzte  Gebiet  ist  in  Folge  der  geschilderten  Yerbâltnisse  dafûr 
um  so  besser,  wenn  auch  noch  nicht  genligend  abgesucht. 

Einzelne  steinige  Bachufer  oberhalb  Ascona,  die  ich  nach 
Liimbriciden  absuchte,  erwiesen  sich  reich  an  Limicolen.  Dieser 
Ausdruck,  wo  Clapaeède  als  systematischer  Begriff  in  die 
Fachwissenschaft  eingefiibrt,  bat  als  solcber  aufgegeben  wer- 
den  miissen.  ist  aber  sebr  geeignet  fiir  die  Faunistik  zur  Bezeich- 
nung  aller  wasserliebenden  Formen,  gerade  wie  Terricolen  die 
Gesamtheit  der  den  trockenen  Boden  bewobnenden  Oligocb^eten, 
Linnbi'iciden  und  Encliytraeiden,  in  sicb  fassen  kann,  im  Gegen- 
satz  zu  Clapaeède,  der  darunter  nur  die  ersteren  verstanden 
wissen  wollte. 

Auch  ein  Teich  bei  S^-Giorgo  wird  von  einigen  Borstenwiir- 


^t)'^ 


mern  bewohnt  ;  ein  intensiveres  Absuchen  derselben  wiirde  ge- 
wiss  auch  hier  einen  reicheren  Faunenbestand  zur  Kenntnis 
gebracht  haben. 

Die  Betrachtung  der  faunistischen  Yerhaltnisse  des  Langen- 
sees  kann  sichaufwenige  Satzebeschranken.  An  Naidomorphen 
fanden  sich  sieben  Arten  vor,  ausnahmslos  solche,  die  auch  dem 
Ziirichsee  (3  und  4)  eigen  sind.  Zur  Zeit  ist  die,  Zabi  der  letzte- 
reni  zugehôrigen  Formen  viel  grosser,  nâmlicli  18,  diirfte  sich 
aber  bei  einlâsslicherem  Studium  auch  fur  den  Langensee  bedeu- 
tend  steigern.  Eigentiimlicherweise  traten  in  diesem  keine  Chae- 
togastriden  auf,  die  doch  im  Ziirich-  und  Katzensee  so  hautig 
sind.  Die  Zukunft  luuss  lehren,  ob  sie  in  jenem  Becken  wirk- 
lich  fehlen  oder  erst  in  spâtererJahreszeit  auftreten.  Um  Ziirich 
sind  sie  allerdings  auch  im  Monat  April  schon  zu  treffen.  Leider 
gehen  uns  gegenwiirtig  noch  die  Kenntnisse  darûber  vollstandig 
ab,  in  ^velchem  Zustand  gerade  die  verschiedenen  Naidomorphen 


SÛDSCHWEIZERISCHE   OLIGOCH^TEN.  441 

tibenvintern.  Ueberdauern  sie  die  Icalte  Jalireszeit  als  eut wickelte 
ïiere  oder  aïs  Eier?  Wo  lialten  sie  sich  iiii  Winter  auf,  weiiii  ers- 
teres  der  Fall  ist?  sind  Fragen  die  iiocli  der  Erlediguiig-  liarren. 
Walirsclieiidieli  verlialteii  sich  auch  iii  dieser  Hinsiclit  die 
einzeliieii  Arteii  verscliiedeii,  aber  sicher  ist,  dass  eine  ganze 
Pieilie  derselben  im  Friihjahr  selir  viel  sparlicher  aiiftreten  als 
gegen  den  Herbst  hin,  da  sie  wâhrend  des  Sominers  eine  lebhafte 
ungeschlechtliche  Vennehrung  durch  Sprossung  vuriiehmeii. 

Sowohl  die  Tiibifîciden  als  die  Lumbriculiden  scheinen  im 
Langensee  in  grosserer  Artenzalil  vertreten  als  im  Ziirichsee  und 
namentlich  fiir  die  erstern  werden  die  weitern  Beobaclitungen 
einzelne  neiie  Formen  zu  Tage  fordern. 

Es  diirfte  kaiim  ein  Gebiet  geeigneter  sein,  den  massgebenden 
Einfiuss  der  Bodenfeuclitigkeit  auf  das  Auftreten  der  Terricolen 
zu  demonsti'iren  als  das  in  Frage  steliende.  Ueberall  wo  der  Boden 
nicht  zu  trocken  ist,  erscheinen  die  liieher  gehôrigen  Formen  ; 
wo  ibm  der  AVassergehalt  abgeht,  fehlen  sie.  Das  zeigte  sich  aufs 
deutlichste  an  den  Berghangen  wie  in  dem  als  Saleggi  bezeich- 
neten  nicht  in  Kultur  genommenen  AufluUungsgebiet  der  Maggia. 
Dièse  Erdbewohner  folgen  also  durchaus  nicht  dem  Pflanzen- 
wuchs,  ihr  Kreis  ist  viel  beschrânkter. 

Aus  den  hier  gemachten  Beobaclitungen  muss  ich  scliliessen, 
dass  die  Feuchtigkeit  fiir  dieEnchytraeiden  gerade  so  ein  bedin- 
gendes  Lebenselement  darstellt  wie  fiir  die  Lumbriciden.  Aller- 
dhigs  sind  die  diesbeziiglich  gemachten  Erfahrungen  fiir  jene 
sehr  viel  sparlicher  als  fiir  dièse,  weilsieschwererzubeobachten 
sind.  Ihre  geringe  Grosse  bedingt,  dass  die  Erde  mit  der  Lupe 
nach  ihrem  Yorhandensein  untersucht  werden  muss,  wâhrend 
die  Regenwiirmer  ihre  Anwesenheit  durch  die  Gange  und  nament- 
lich durch  ihre  Exkremente  verraten  oder  unter  passenden  Stei- 
nen,  Kuhplattern  etc.,  regelmâssig  sich  eintinden.  wenn  sie  tiber- 
haupt  Yorkonnnen.  Fiir  die  Enchytraeiden  sollten  also  immerhin 
noch  mehr  Beobaclitungen  gesammelt  werden,  um  jenen  Satz 


442  K.    BRETSCHER. 

hiiisichtlicli  ilirer  Anspriiche  an  die  Bodeiifeuchtigkeit  in  geiiii- 
gender  Weise  zii  belegeii. 

AYie  schoii  friilier  mehrfacli  an  andern  Orten  suchte  ich  aucli 
hier  die  Dichtigkeit,  in  der  sie  ilberhaupt  den  Boden  besiedeln, 
zii  ermitteln  und  untersuchte  zu  diesem  Zwecke  einige  Erdproben, 
Eine  solclie  entnahm  ich  einer  hôher  gelegenen  Stelle  iinterhalb 
Ascona,  die  deshalb  recht  trocken  war,  obwohl  daselbst  Roggen 
und  Weinreben  gedeihen.  Sie  enthielt  weder  Lmnbriciden  noch 
Enchytraeiden,  dagegen  in  grosser  Zahl  Nematoden.  Das  Fehlen 
von  Wiirmexkrementen  bewies,  dass  wenigsteus  jene  hier  sicher 
nicht  auftretenundfiir  dieletzterenmacht  es  die  angegebeneBeob- 
achtung  sehr  wahrscheinlich,  dass  sie  nicht  vorhanden  sind.  Wie 
bereits  bemerkt,  mochte  ich  die  Trockenheit  des  Bodens  fiir  dièse 
Erscheinung  verantwortlich  machen. 

Eine  zweite  Bodenprobe  hob  ich  in  einer  Wiese  nahe  an  einem 
Bâche  ans,  der  ziir  Bewâsserung  derselben  benutzt  wurde. 
Ihre  Oberllache  war  mit  zahh"eichen  Exkrementen  besetzt  und 
absichtlich  machte  ich  den  Aushub  so  gross  wie  den  erst  erwâhn- 
ten.  Seine  Oberlitiche  betrug  12x11,  die  Tiefe  13  cm. 

Er  enthieh  luui  : 

Lumbriciden        4,  auflm^     300. 
Enchytraeiden  21,    »     »     1600. 

Leider  waren  die  erstern  nicht  bestinnnbar,  da  sie  nicht  in 
gesclilechtsreifem  Zustande  sich  befanden,  ein  Umstand,  der  dar- 
auf  hinweist,  dass  ihre  Zahl  eigentUch  grosser  wâre,  indem  die 
âkeren  Tiere  offenbar  in  grôsserer  Tiefe  sich  aufhielten.  Die 
Enchytraeiden  waren  in  Folge  ungentigender  Entwicklung  nur 
zum  Teil  zu  diagnostiziren.  Beides  sindZahlen,  welchebetrâcht- 
Hcli  unter  den  Befunden  aus  der  Umgebung  von  Ziirich  stehen; 
doch  wird  man  gut  tun,  aus  der  vereinzehen  Beobachtung  nicht 
mehr  herauszulesen,  als  was  bereits  geschehen  ist.  Zu  einlâss- 
Hcheren  vergleichendenBetraclitungen  miisstc  einweit  grôsseres 
und  umfassenderes  Tatsachenmaterial  vorhegen. 


SÛDSCHAVEIZERISCIIE    OLIGOCHvETEN.  443 

Bis  in  welclie  Hôhe  hinaiif  die  Luiiibricideii  imd  die  Eiieh}'- 
traeideii  in  dièse  Geg'enden  steigen  und  ob  die  Zusainmensetzung 
dieser  Fauiia  in  liolieren  Kegionen  ein  anderes  Bild  bietet,  liatte 
ich  niclît  Gelegenheit  zii  verfolgen,  da  die  Schneedecke  nocli  bis 
ca.  900'"  weit  hinabreichte,  dann  aber  ferner  ans  Mangel  an 
Zeit.  Auch  in  dieser  Hinsicht  bleibenalso  noch  intéressante  Fra- 
gen  zii  beantworten  iibrig. 

Das  weiter  untenfolgendeVerzeichnisder  in  demengbegrenz- 
ten  Sammelgebiet  aufgefundenen  Liinibriciden  erweist  sich  als 
redit  reichhaltig.  Von  diesen  tessinischen  Formen  sind  7  auch  in 
der  Nordschweiz  liàufig  oder  sogar  gemein  ;  9  fiihrt  RosA  in  sei- 
ner  Revisione  auch  tur  das  nordliche  Italien  an,  wahrend  3 
Spezies  nicht  mit  bereits  beschriebenen  Arten  identilizirt  wer- 
den  konnteu.  Bei  einem  Teil  derselben  lag  die  Notwendigkeit  der 
Kreirung  einer  neuen  Spezies  auf  der  Hand,  so  bei  AUoJoho- 
phora  asconensis  und  ruhra;  andere  wie  AU.  Benhami,  zeigten 
grosse  Yerwandscliaft  mit  bekannten  Formen,  so  dass  die  Ent- 
scheidung  schwerer  fallen  musste.  Dièse  Punkte  erfahren  im 
speziellen  Teil  ehie  einlâsslichere  Berûcksichtigung. 

Aulïallend  muss  erscheinen,  wie  sehr  die  Enchytraeiden  von 
denen  der  Nordschweiz  abweichen.  Von  den  9  zur  Zeit  in  Frage 
konnnenden  Arten  konnten  nur  2  mit  solchen  aus  dieser  iden- 
titizirt  werden,  7  dagegen  fiihrten  zur  Aufstellung  neuer  Spezies. 
Bei  mehreren  anderen  war  eine  geniigende  Beschreibung  unm(3g- 
lich;  der  Artenreichtum  in  dieser  Clegend  ist  also  weit  grosser, 
als  hier  namhaft  werden  konnte, 

IL 

MlCRODRILID^. 

Phreon/ctes  f/ordloides  Hartm.  fand  ich  in  zwei  jungen  noch 
nicht  geschlechtsreifen  Exemplaren  iniLangensee.Die  ventralen 
Borsten  stimmen  vollig  mit  denen  der  LEiDiG'schen  Zeichnung  von 


444  K.    BRETSCHER. 

Menlxamus  Hoffiii.  iiberein;  die  dorsaleii  viel  kleiiiereii  Bors- 
ten  besitzen  einen  gaiiz  schwachen  dorsalen  Hakeii,  âhiilicli  wie 
dieLinnhricuIîis-Boi'sten.  Nach  brieflicher  Mitteihiiig  von  Herrn 
D'"  MiCHAELSEN,  der  die  Diagnose  zu  trelïen  die  grosse  Gefâllig- 
keit  besass,  kommeii  dièse  Haken  an  den  dorsalen  Borsten  wirk- 
licli  vor,  jedocli  gewohnlich  in  sehr  schwacher  Ausbildung  und 
schwâcber  als  sie  bei  diesen  Exeniplaren  auftritt. 

Die  Synonymik  dièses  untervielen  Namen  beschriebenen  Bors- 
tenwunnes  ist  beliandelt  in  (6). 


Lumbriculid.î:. 

Lmnhricidus  variegatus  Holïm.  ist  haûlig  ini  Langensee  sel- 
ber,  wie  in  den  Bâchen  und  Tlimpebi  in  der  Umgebung  von 
Ascona. 

Stylodrilus  Heringianus  Clap.  fand  ich  in  einem  Bach  ober- 
halb  Ascona  in  einem  einzigen  Exemplar,  das  einen  schmarotzen- 
den  Fadenwiirm  enthielt. 

BicJiaefa  sangninea  n.  g.  n.  sp.  ist  ein  lebhaft  bewegbcher 
Borstenwurm  von  rr>tlicher  Farbung. 

Vordere  Segmente  2  ringelig,  das  eine  Ilingel  4-5  mal  breiter 
als  das  andere. 

Haut  sehr  dick  und  derb,  weshalb  die  inneren  Organe  nur 
schwer  oder  gar  nicht  zu  erkennen  waren. 

Giirtel  in  9,  10  und  11,  nur  durch  stârkeren  Driisenreiclitum 
gegenuber  den  vordern  Segmenten  ausgezeichnet, 

Borsten  dorsal  und  ventral  zu  2.  ahnlich  den  LiimhricuJîis- 
Borsten,  mit  Nodulus  und  kleinem  oberem  Haken. 

Seitenherzen  nicht  beo])achtet. 

Nephridien    mit  grosser  brauner  Anschwellung  hinter  dem 


SUDSCHWEIZEKISCHE   OLIGOCH.îiTEN.  445 

Dissepimeiit.  Erster  Wimpertrichter  in  6,  sein  Kaiial  gelit  auch 
noch  diircli  8.  doch  konnte  ich  dessen  Munduiig  iiiclit  auftiiiden. 

Zweiter  ïricliter  in  12. 

Ein  Paar  Samentricliter  in  9;  sie  sind  auffallend  schnial, 
kopffurmig;  Kanal  kurz,  in  einen  grossen  l)irnf()rniigen  End- 
apparat  mtindend  (Fig.  1).  Dieser  ist  sehr  dickwandig  und 
der  kleine  innere  Hohlrauni  mit  eineni  Flimmerepitliel  aus- 
gekleidet.  Dièse  beiden  Endapparate  sind  so  gross,  dass  sie  das 
10  Segment  fast  ganz  ausfiillen.  Ob  2  Paar  Trichter  iindSamen- 
kanale  in  dièse  einmiinden,  ist  noch  fraglich. 

Lymphkorper  rund,  lij'alin,  andere  kleinere  ans  Granula  zu- 
sammengesetzt. 

Das  einzige  aufgefundene  Exemplar  war  ein  Bruchstûck  von 
5  "1"^  Lange  mit  22  Segmenten.  Ich  bemiihte  mich  vergebHch, 
noch  weitere  aufzutreiben,  uni  die  Beschreibung  ergânzen  zu 
konnen. 

Fundort  :  Langensee  bei  Ascona. 

Die  vorstehenden  Angaben  geniigen  nicht,  die  systematische 
Stelhing  der  Art  mit  Sicherheit  zu  umschreiben,  doch  mag  sie  ge- 
niigen, das  Tier  wieder  zu  erkennen.  Die  Borstenform  und  -zahl 
weist  ihm  immerhin  einen  Platz  bei  den  Lumbriculiden  zu.  Die 
eigentiimliche  Form  der  Samentrichter  und  der  Endapparate  des 
Samenleiters  sind  Grund  genug  zur  Aufstellung  eines  neuen 
Genus. 

TUBIFICID^. 

Fsammoryctesharhatus  Grube  ist  im  Lago  maggiore  bei  Ascona 
gemeiu. 

Lwmodrihis  Claparedkmus  Katzel  fand  ich  ebenda  nur  in 
einem  Exemplar  in  geschlechtsreifem  Zustande.  LimnodriU  sind 
haufig,  jedoch  waren  sie  zu  wenig  in  ihrer  Entwickhmg  vorge- 
schritten,  uni  eine  sichere  Diagnose  zu  ermôglichen.  Viele  von 


446  K.    BRET8CHER. 

cliesen  entliielteii  Schmarotzer,  wolil  Caryopliyllaeiden,  z.  T.  in 
mehreren  Exemplareii  in  einem  einzigen  Wirte  ;  regelmâssig 
nahmen  sie  ilire  Lage  in  der  Gegend  der  Geschlechtssegmente 
ein. 


EnibolocepliaJiis  plkatus  Rand.  var.  loectinata  n.  y.  ist  im 
Langensee  liaufig. 

Dièse  Art  liegt  mir  inzalilreichenExemplaren  ans  dem  Zurich-, 
Langen-  nnd  den  beiden  Melchseen  vor.  Die  nbereinstimmenden 
Befunde  liber  die  Borstenverhâltnisse  veranlassen  mich  nun,  an 
den  Angaben  von  Randolph  (Beitrag  zur  Kenntnis  der  Tuhi- 
fidden.  Jenaische  Zeitscln-ift  fiir  Naturwissenschaft  XXYII. 
p.  463-476;  Taf.  XVII-XIX)  eine  Ergânzung  anzubringen.  Nie- 
mals  fand  ich  ventral  Borsten  von  der  dort  gezeiclmeten  Form  in 
den  Figuren  32  b.  c.  d.,  sondern  durchweg  mehr  entsprechend 
der  Form  a;  dagegen  ist  der  obère  Haken  nur  halb  so  dick  wie 
der  untere,  der  Schaft  mehr  oder  weniger  stark  gebogen,  wie  in 
Fig.  2  und3.  Die  kurzen  Rtickenborsten  sind  nicht  wie  die  Zeich- 
nungen  am  angegebenen  Orte  Fig.  31a  und  b,  doppelhakig, 
sondern  es  sind  Kannnborsten  mit  verschieden  stark  gekriimmtem 
Schaft  und  wenigstens  einem  Mittelzâhnchen  ;  jene  sind  etwa  halb 
bis  nahezu  so  dick  wie  die  oft  mehr  als  sechs  mal  lângeren  krâf- 
tigen  Haarborsten,  Fig.  3,  Die  krilftigen  Haarborsten  finden  sich 
vorn  in  der  Zahl  von  6-8,  die  Kammborsten  zu  3-4,  liinten  sind 
von  beiden  nur  noch  2-4  vorhanden  oder  jene  auch  nur  einzeln. 
Die  Zahl  der  ventralen  Hakenborsten  betrâgt  2-4. 

Wttrden  nur  die  Objekte  aus  dem  Melch-  und  Langensee 
vorliegen,  so  miissten  sie  gestutzt  auf  die  Verschiedenheit  im 
Aussehen  der  Borsten  als  neue  Art  der  RANLOLPH'schen  E.pli- 
catus  gegeniibergestellt  werden.  Da  nunaber  dieFunde  aus  dem 
Ziirichsee  von  dem  gleichen  Orte  herstannnen  wie  die  Exemplare, 
welche  der  genannte  Autor  zur  Untersuchung  hatte,  und  das 
gleiche  Verhalten  zeigen,  ist  es  wohl  das  richtigste,  sie  eben- 


SiJDSCHWEIZERISCHE   OLIGOCH.ÏTEN.  447 

falls  (lieser  Art  eiiizuverleiben  und  aïs  Variété  derselbeii  zii  bc- 
haiideln. 


Tiibifex  fiUformisn.  sp.  4-5  cm.  lang,  dabei  fadenartig,  dliiiii. 

Borsten  :  Dorsal  1-2  Hakeiiborsteii  (Fig.  4),  oliiie  Mittelzaliiie, 
und  1-2  Haarborsteii  vonverscliiedener  Lange;  dielângere  zwei 
mal  langer  als  die  Hakenborsten  und  bedeutend  diinner.  Die 
Spitzen  dieser  letztern  sind  lang,  stark  absteliend,  Scliaft  gerade, 
drei  mal  langer  als  der  distale  Spitzenteil,  der  gegen  jenen  etwas 
abgebogen  ist.  Ventral  vorn  2-3,  liinten  1  Hakenborste. 

Pulsirendes  Seitengefâss  in  8.  Die  beiden  vordersten  Aeste 
des  Riickengefâsses  vereinigen  sicli  in  4  zum  Baucligefass  ;  in 
den  vordern  Segmenten  geht  je  eine  vielfacli  versclilungene 
Schleife  vom  Rucken-  zum  Baucligefass. 

Keines  der  zalilreichen  vorgefundenen  Exemplare  war  ge- 
schlechtsreif,  so  dass  aucli  hier  die  Beschreibung  zu  erganzen 
ist.  Die  gegebenen  Anhaltspunkte  ermoglichen  jedoch  unzweifel- 
haft,  das  Objekt  wieder  zu  erkennen. 

Fundort  :  Langensee  bei  Ascona. 


Naidomorpha. 

Nais  harhata  0.  F.  M.  im  Langensee  bei  Ascona. 
Nais  elingiiis  0.  F.  M.  im  Langensee  haufig. 
Nais  lacustris  Linné  im  Langensee  bei  Ascona. 
Nais  serpentina  0.  F.  M.  ebenda. 


Nais  josinaeV  e^à.  in  einem  Exemplar  im  Langensee  bei  Ascona 
gefunden. 


448  K.    BRET8CHER. 

Dero  ohtusa  D'Udek,  iiiclit  selten  ebenda. 

Uninais  uncinafa  Oerst.  hâufig  am  gleichen  Orte. 

Xaidium  uniseta  Br.  Hiezii  rechiie  icli  einige  Tiere,  die  ober- 
halb  Ascona,  imSchlamme  amlJfer  eines  Bâches  sich  vorfanden. 
Die  in  meiner  letzten  Publikation  (4)  gegebene  Beschreibung 
stimmt  fastWort  tûrWort  filr  dièse  Objekte,  nur  trugen  sie  dorsal 
1-2  Haar-  imd  ebenso  viele  Hakenborsten  schon  von  2  an,  statt 
wie  diejenigen  von  Zurich  nur  je  eine  Borste  jeder  Art.  Dâs 
Gehirn  ist  langer  als  breit,  hinten  tief  gespalten  und  so  hier  in 
zwei  lange  Zipfel  ausgezogen.  (Was  in  der  zitierten  Arbeit  iiber 
N.luteum  steht,  dient  zurVergleichung  der  beiden  Arten mitein- 
ander,  hat  also  niclit  die  Meinung,  als  ob  letztere  Spezies  eben- 
falls  in  der  Schweiz  gefunden  worden  wâre,  wie  sie  durch  den 
falschen  Dnick  wohl  erweckt  werden  kann.) 

Enchytr.î:id.î:. 

•    Mesenchytraeiis  Eiseni  n.  sp. 

Lange  15°™.  Segmente  gegen  60. 

Borsten  sigraoid,  zu  3-4. 

Blut  gelblich;  das  Riickengefâss  entspringt  in  14. 

4  Paar  Septaldriisen  in  5-8. 

Lymphkôrper  rund,  fein  granulirt. 

Chloragogenzellen  gross  und  dichtkornig, 

Gehirn  hinten  fastgerade,  nurganz  wenig  eingebuchtet;  etwa 
drei  mal  langer  als  breit. 

Nephridien  :  Anteseptale  nur  aus  dem  schmalen  Trichter  be- 
stehend,  Postseptale  sehr  gross  und  lang,  der  Endkanal  ent- 
springt nahe  am  Dissepiment  und  ist  kaum  langer  als  letzteres. 

Nicht  geschlechtsreif. 

Fundort:  Wiesebei  Ascona,  infeuchterErde.  Die  Beborstung, 


SÛDSCHWKIZERISCHK   0LIC40CH.ETEN.  449 

die  Form  des  Geliinies  iind  iiainentlich  (liejeiiig'e  der  Segmeii- 
talorgaiie  weiclieii  so  selir  von  deii  bisher  bekaimten  Spezies 
ab,  dass  dièse  als  neiie  aufgestellt  werden  muss. 

Marim'ma  rivtdaris  n.  sp. 

Lange  6"^'".  Segmentzahl  26-30. 

Die  Haut  ist  mit  langgestreckten  roteii  Driisen  in  Querreihen 
besetzt. 

Kopfporiis  nahe  der  Spitze  des  Kopflappens. 

Borsten  ventral  zii  3-5,  dorsal  zu  3,  4,  oft  auch  nur  1,  sig- 
moid. 

Giirtel  :  Drtisenfelder  in  Querreihen  angeordnet,  mit  oderohne 
freie  Zwischenfelder. 

Lymphkôrper  rund  bis  oval,  fein  und  dicht  kornig. 

Gehirn  von  hinten  nach  vorn  verschmâlert,  hinten  tief  eiiige- 
buclitet  und  so  in  zwei  stumpfe  Zipfel  ausgezogen,  P/a  mal  langer 
als  breit  ;  Bauchmark  in  3  und  4  lappig  ausgezogen. 

Blut  rothlicli  ;  das  Iviickengefass  entspringt  prâklitellial. 

Hodenmassig. 

Samentrichter  2-3  mal  langer  als  breit,  Kragen  hoch,  deutlich 
abgesetzt;  Kanal  lang,  in  Prostata  von  Urnenform  miindend. 

Spermatheken  mit  kurzem  dickem  Kanal  und  kugeligem, 
wenig  dickerera  Samenraum,  der  nahe  dem  Darme  liegt  ;  Kanal 
ohne  Driisen. 

Nephridien:  Anteseptale  kurz  und  breit;  der  Kanal  macht  in 
ihm  sclion  einige  AVindungen;  Postseptale  gross,  Endkanal  kiir- 
zer  als  dièses,  breit,  hinten  seitlich  an  diesem  austretend. 

Fundort  :  Ufer  des  Langensees  bei  Ascona,  auch  in  angespiil- 
tem  pflanzlichem  Détritus. 

Von  M.  lohata  Br.  (4)  unterscheidet  sich  dièse  Art  durch  das 
prâklitellial  entspringende  Riickengefâss  den  Ausfiihrungskanal 
des  Nephridiums  und  durch  die  Beborstung;  von  M.  riparia  Br. 
(3)  durch  ersteres  Merkmal  und  die  Leuchtkôrper. 

Rev.  Suisse  de  Zool.  T.  8.  1900.  29 


450  K.    BRETSCHEK. 

Enchytraeus  tiirkensis  Br.  fand  sich  in  einem  AVassertiimpel 
oberlialb  Ascona. 

Enchytraeus  qlohuJata  n.  sp. 

liânge  5"™.  Segmente  gegen  40. 

Borsten  gerade,  ventral  iind  dorsal  zu  2. 

Gllrtel  mit  weit  von  einander  abstelienden  Drûsenfeldern,  die 
in  Querreihen  angeordnet  sind. 

Lymphkorper  grosse,  ovale  bis  runde,  durcbsichtige  Scheiben, 
die  ganz  fein  granulirt  sind.  3  Paar  Septaldriisen. 

Gehirn  etwa  1 7^  mal  langer  als  breit,  hinten  scbwach  einge- 
buditet,  Seitenrânder  parallel. 

Speicheldriisen  konnte  icb  nicbt  aiiffinden;  dagegen  sali  icli 
in  Segment  4  dem  Darme  jederseits  einen  ovalen  hellen  Driisen- 
kôrper  mit  innerem  Holilraiim  aufsitzen. 

Samentrichter  zwei  mal  langer  als  breit.  Kragen  deutlich, 
schmâler  als  der  iibrige  Teil  des  Trichters  und  daber  scharf  ab- 
gesetzt;  Kanal  sehr  lang,  in  Prostata  endigend. 

Spermatbeken  mit  einfacbem  Kanal  und  scliwacher  Erweite- 
rung  als  Samenraum;  sie  liegt  dem  Darm  nahe. 

Nepliridien  mit  grossem  Ante-,  zwei  mal  grôsserem  Postsep- 
tale;  dièses  ist  in  den  sebr  breiten,  von  dem  Flimmerkanal  in 
reicliliclien  Windungen  diirchzogenen  Endkanal  verscbmâlert, 
der  es  an  Lange  iibertrifft. 

Fmidort  :  Weier  bei  San  Georgio. 

Fridericiapohjcliaeta  n.  sp. 

Liinge  13-20""".  Segmente  gegen  60. 

Borsten  ventral  zu  5-8,  vorn  mehr  als  binten,  dorsal  zu  4-7, 
ebenfalls  nach  hinten  in  abnelimender  Zabi;  innere  klirzer. 

Gûrtel  deutlich  vortretend,  Drusentlachen  in  Querreihen  nnt 
freien  Zwischenfeldern. 


SÛDSCIIWEIZERISCHE    OLIGOCII^TEN.  451 

Lvinplikorper  oval  bis  ruiidlich,  von  verschiedener  Grosse, 
dicht  iiiid  fein  kôriiig'. 

Gehirn  etwa  zwei  mal  langer  als  breit,  Seitenrânder  fast 
parallel,  Hinterrand  etwas  abgerundet,  fast  gerade,  Vorderrand 
konkav,  Fig.  5. 

Speicheldriisen  inelirfacli  verzweigt. 

Drei  Paar  Septaldriisen. 

Rlickengefâss  entspringt  postklitellial,  in  22-25. 

Segmentalorgane  mitgrossem,  vondemverschlungenen  Kanal 
diirchzogenen  Anteseptale;  das  Postseptale  ist  etwa  IV2  mal 
grôsser;  der  Ausflihrungsgang  tritt  nahe  am  Dissepiment  aus  und 
ist  langer  als  letzteres.  Fig.  6. 

Samentrichter  mehrmals,  2-4  mal  langer  als  breit,  Kanal  lang 
und  in  Prostata  miindend.  Fig.  7. 

Spermatheken  mit  zwei  nach  vorn  gerichteten  grossen  Seiten- 
taschen  und  langem  dtinnem  Kanal. 

Fundorte  :  Teicli  bei  San  Giorgio  und  Bachufer  oberhalb 
Ascona. 


Fridericia  diachaefa  n.  sp. 

Lange  lO"^'".  Segmente  circa  50. 

Borsten  dorsal  und  ventral  zu  2. 

Gtlrtel  :  Drilsen  in  Querreilien. 

Drei  Paar  Septaldriisen. 

Gehirn  :  Zwei  mal  langer  als  breit,  hinten  gerade,  Seitenrânder 
nach  vorn  konvergirend. 

Lymphkôrper  rund  und  dichtkôrnig. 

Rûckengefâss  entspringt  in  21. 

Nephridien  :  Anteseptale  gross,  vomFlimmerkanal  durchzogen  ; 
Postseptale  grôsser  ;  der  Endkanal  tritt  bald  mehr  gegen  das 
Hinterende  des  letztern,  bald  nâher  dessen  Mitte  aus. 

Samentrichter:  Drei  mal  langer  als  breit,  Kragen  deutlich, 


452  K.   BRETSCHER. 

schmâler  als  der  Tricliter  uiid  weiiig  lioch,  Kanal  lang,  mit  Pros- 
tata. 

Spermatlieken  mit  zwei  grossen  gestielten  Seitentasclien  und 
langem  dickem  Kanal. 

Fundort  :  Erde  in  einer  Wiese  bei  Ascona. 

Von  F.  hisetosa  Lev.  und  tennis  Micli.  ist  dièse  Art,  trotz 
der  imverkennbaren  Verwandscbaft  mit  beiden,  verscbieden 
durch  die  Ursprimgsstelle  des  Rûckengefâsses,  die  Form  des 
Samentrichters  und  Gebirnes;  von  F.  hichaeta  Nusb.  weicbt  sie 
ab  in  der  Bescbaffenbeit  der  Nepbridien  und  Samentricbter. 

Fridericia  insuhrica  n.  sp. 

Lange  8°™. 

Borsten  ventral  zu  4,  dorsal  zu  4,  3  oder  2,  innere  etwas  kûr- 
zer  als  die  âussern. 

Gûrtel  :  Drilsenfelder  in  Querreiben,  mit  grossen  fi'eien 
Zwischenflâcben. 

Nepbridien:  Anteseptale lang  und  scbmal.  Postseptalebreiter 
und  etwa  zwei  mal  langer;  der  Austubrungsgang  entspringt 
nabe  am  Dissepiment. 

Samentricbter  1 72  mal  langer  als  breit,  Kragen  ganz  klein 
und  undeutlicb;  er  ist  tricbterformig,  an  der  Mlindung  am  brei- 
testen  und  nacb  binten  verscbmâlert  ;  der  lange  Samenleiter 
endet  in  eine  grosse  Prostata. 

Fundort  :  feuchte  Wiese  bei  Ascona. 


Fridericia  cUteUari.s  n.  sp. 
Lange:  10-13  "i°i. 
Segmente  45-55. 
Borsten  :  dorsal  und  ventral  zu  2. 

Giirtel:   dicbtdriisig,  mit  kleinen  unregelmâssigen  und  zer- 
streuten  Zwiscbenfeldern  ;  dièse  sind  stark  vertieft,  dagegen  die 


SÛDSCHWEIZERISCHE    OLIGOCHyETEN.  453 

Driisenfelder  vorspriiigend;  eine  solche  Glirtelbilduiig  liabe  icli 
nocli  bei  keinem  Enchytraeiden  beobaclitet.  Fig.  8. 

Gehirii  :  iiahezu  2  mal  langer  als  breit,  hiiiteii  oval,  iiach  vorn 
verschinâlert  ;  Seitenrânder  bedeiiteiid  konvergirend,  voriie  ge- 
rade  oder  ganz  schwach  konvex.  Fig.  9. 

lîuckeiigefâss  entspringt  postklitellial,  in  20. 

Segmentalorgane  :  das  Postseptale  ist  doppelt  so  gTOSS\wie 
das  Anteseptale;  der  Ausfûlirungsgang  entspringt  an  jenem  hin- 
ten  iind  seitlich. 

Samentrichter  2  mal  langer  als  breit,  Kanal  in  Prostata  en- 
dend.  Fig.  10. 

Spermatheken  mit  2  Seitentaschen  und  langem,  dickem  Kanal. 
Fig.  11. 

Fundort  :  Weier  bei  San  Giorgio. 

Fridericia  Ratzeli  Eis. 

In  der  Erde  einer  Wiese  bei  Ascona  fanden  sich  grôssere 
Fridericien,  die  ich  dieser  Art  zurecbnen  mochte,  da  sie  in  den 
meisten  spezifisch  wiclitigenMerkmalen  selir  gut  hieherpassen,  so 
in  der  Beborstung,  den  Nephridien  und  Speicheldrilsen.  Das  Ge- 
hirn  scheint  insofern  etwas  von  der  llDE'schen  Beschreibung  (8) 
abzuweichen,  als  sein  Vorderr and  konvex  ist,  Fig.  13,  ferner  sind 
bei  meinen  Exemplaren  die  4  grossen^  gestielten  Seitentaschen 
der  Spermatheken  einfach,  nicht  gelappt.  Fig.  12.  Die  Lymph- 
kôrper  haben  bei  meinen  Objekten  ovale  Form,  sind  dicht  kornig 
und  besitzen  verschiedene  Grosse.  Uber  die  Samentrichter  fehlen 
a.  a.  Orte  Angaben;  ich  fand  sie  wolil  4  mal  langer  als  breit  und 
den  langen  Samenleiter  in  grosse  Prostata  iibergehend. 

LUMBRICID^. 

Allurus  tetraëdnis  Sav.  ist  in  der  Umgebung  von  Ascona 
hâuiig  an  Grâben  und  am  Seeufer  ;  var.  hernensis  Piib.  fand  ich 
in  2  Exemplaren. 


454  K.    BRETSCHER. 

Allurus  neapolitanus  Œrley.  1  Exemplar,  nocli  oline  Clitel- 
liim,  docli  mit  gut  ent^Yickelten  Tub.  pub. 

Molohophora  putris  Hoff.  var.  arborea  Eis.  oberhalb  Ascona 
in  feucbten  Wiesen. 

AUolobopliora  caligimsa  Sav.  var.  trapezoides  Rosa  ist  um 

Ascona  haiifig. 

Eine  grôssere  Zabi  von  Exemplaren  zeigte  dadurcb  eine  ab- 
weicbende  Bildiing  von  der  typiscben  Form,  dass  die  Tuberciila 
pubertatis  um  1  Segment  nacb  vorn  verlângert  waren,  also  auf 
30-33  lagen.  Aile  ubrigen  ausseren  und  inneren  Merkmal  stnn- 
men  vollstândig  mit  jener  iiberein. 

Var.  turgida  Rosa  ist  ebenfalls  hâutig. 

Allolohopliora  chlorotica  Sav.  ist  niclit  selten. 

AUolobopliora  cyanea  Sav.  var.  profuga  Rosa. 
Fundort  :  um  Ascona. 

Anolobopliom  tnmspadana  Rosa.  Neu  ftir  die  Schweiz  ;  hâufig 
unter  Steinen  in  eiriem  Wassertiimpel  bei  Ascona. 

Lumbricus  rubeUus  Hoff. 

Lîimbricus  herculeus  Sav. 
Beide  haufig  um  Ascona. 

Als  neue  Arten  mussten  die  folgenden  aufgestellt  werden: 

AUolobopliora  ruhra  n.  sp. 

Lange  65-80 '"■»;  grosster  Durcbmesser  (am  Giirtel)  4™"\ 
Form  zylindrisch,  binten  nur  wenig  abgetlacbt. 

Farbe  der  konservirten  Tiere:  scbnuitzig  lilarot,  Vorderende 
dunkler  als  die  Partien  binterdem  Gtirtel;  Unterseite  hell.  Der 


SÛDSCHWEIZERISCHE   OLIGOCH.ETEN.  455 

stark  Yorspriiigeiide  sattelfOrmige  Giirtel  ist  gaiiz  leiclit  gelblicli 
angelaufen,  fast  gleich  der  Unterseite  gefàrbt. 

Kopflappen  nahezu  7t  ;  Fortsatz  mit  pnralleloii  Seiteiiraiideni, 
breit. 

Borsteii  engpaarig. 

Maiiidiclie  Geschlechts()ffiiuiig  iii  15,  eiiie  grosse  tricliterfor- 
mige  Vertiefuiig,  ohne  Driiseiiraiid. 

Erster  Riickeiiporus  in  ^e. 

Xepliridioporeii  liber  der  Borsteiilinie  h. 

Gtirtel  lioch,  ohne  Intersegmentalfurclien,  in  24-32  =  9. 

Tiibercula  pubertatis  in  26-31. 

Samenblasen  3  Paar  in  9, 11  und  13,  erstere  ganz  klein. 

Spermatheken  nicht  beobaclitet. 

Letztes  Seitenherz  in  12. 

Fundort  :  Ascona,  in  einem  Dûngerhaiifen. 

AlIoIohopJiora  Benhanii  n.  sp. 

Lange  80"™;  grossier  Diirchmesser  (vorn)  6'""\  ani  (xiirtelô. 

Segmentzahl  140. 

Form:  vorn  zvlindrisch,  hinten  tiach. 

Farbe:  blass,  vorn  dorsal  ganz  scliwach  siennafarbig;  Glirtel 
weisslich;  an  einem  offenbar  weniger  weit  entwickelten  Exem- 
plar  braun  pigmentirt. 

Kopflappen  V-  schmal,  mit  liinterer  Querfurche,  von  deren 
Ecken  ans  je  eine  Fiirclie  schrâg  nacli  hinten  zieht;  unterseits 
tief  langs  gespalten. 

Borsten:  abstehend,  aa^=  1  V»  ab  ;  nach  oben  werden  die  Ab- 
stânde  etwas  kleiner. 

Neplmodioporen  deiitlich,  etwas  liber  der  Borstenlinie  h. 

Riickenporen  von  18  an  bis  zum  Gtirtel  imd  hinter  diesem  deut- 
lich  sichtbar  ;  erstere  als  dunkle  Punkte. 

Weibliche  Geschlechtsoffnung  als  ganz  kleine  Yertiefung  in 
der  Hohe  der  Nei)hridioporen  sichtbar. 


456  K.    BRETSCHER. 

Mâmiliche  Geschlechtsôffiiuiig  jiiisserlicli  gar  niclit  siclitbar. 

Gtirtel  in  29-36  =  8;  sattelformig,  weiiig  liocli,  oline  Iiiter- 
segmentalfurclien. 

Tiib.  pubertatis  in  29-39,  40  =  10,  11,  als  deutlicher  Lângs- 
wall,  (1er  den  Gtirtel  seitlicli  begrenzt  und  von  den  Intersegmen- 
talfurclien  durchschnitten  ist. 

Samenblasen  drei  Paar  in  9, 10  mid  11,  12  luid  13  ;  erstes  Paar 
an  Dissepiment  ^  lo,  2.  und  3.  an  "A 2. 

Samentrichter  in  10  und  11. 

Spermatheken  sieben  Paar  in  6-12,  an  den  Dissepimenteu 
7'  —  '7i3  ;  ventral  gelegen,  sitzend,  kugelig. 

Dièse  Art  ist  sowohl  mit  A.  com2)hwafa  Dug.  (5)  als  mit 
A.  trayispadana  Eosa  (5)  sehr  nahe  verwandt  und  sie  nimmt 
zwischen  beiden  eine  Mittelstellung  ein.  Mit  ersterer  Spezies  liât 
sie  die  Zabi  und  Lage  der  Spermatheken  gemeinsam,  dagegen 
ist  der  Gtirtel  um  1  Segment  kiirzer;  die  Tub.  pubertatis  reiclien 
uni  1  Segment  weiter  hinter  denselben  als  bei  dieser,  Gegeniiber 
A.  transpadcma  ist  die  Zabi  der  Spermatheken  grôsser  und  es 
hôrt  wie  bei  A.  complanata  das  Klitelluin  um  1  Segment  weiter 
hinten  auf  als  bei  A.  Benhami.  Von  beiden  weichen  bei  dieser  die 
Rilckenporen  ab,  da  sie  vor  dem  Gtirtel  sehr  deutlich  zu  sehen 
sindundmit  derintersegmentalfurche  'Vis  beginnen,  so  dass  weiter 
vorn  von  ihnen  niclits  mehr  zu  beobachten  war.  PiOSA  gibt  fiir 
A.  complanata  \[eY  Paar  Samenblasen  an;  in  meinen  A.  Ben- 
hami fanden  sicli  deren  nur  drei  vor. 

Die  beiden  liieher  gehiirigen  Exemplare  imterscheiden  sich 
sehr  im  Habitus,  das  eine  gedrungen,  mit  dickem  Hautmuskel- 
schlauch;  das  jiingere  gestreckt,  schlaffer  und  die  Haut  so 
durchscheinend,  dass  z.  B.  die  Samenblasen  durch  sie  liindurch- 
schimmern. 

Fundort:  Garten  in  Ascona. 


siJDscHWEizERisciiE  oligoch.î:ten.  457 

AUoIohopJwra  asconensis  u.  sp. 

Lange  80-120""".  Durchmesser  5"'™. 

Segnieiite  um  200. 

Form  durchweg'  zyliiidrisch. 

Farbe  blass,  aiich  am  Glirtel. 

Kopflappeii  kaum  V^  ;  ventral  mit  zwei  Langsfurclien. 

Borsten  eng  gepaart;  aa  ==  l'A  hc:  ventrale  Borstenpaare  in 
11  nnd  12  aiif  erliohten  Papillen,  scliwachere  in  14,  oder  dièse 
in  13  iind  14  aucli  gut  ansgebildet. 

Mannlicdie  Geschlechtsoffnung  in  15,  von  Driisenbof  umgeben; 
von  da  an  zieht  sich  ein  Hacher  Langswall  zum  Glirtel. 

Glirtel  sattelformig,  stark  erliaben,  die  vordern  vier  Segmente 
von  tiefen  Intersegment alfurchen  diirchzogen,  hinten  sind  dièse 
verwischt;  in  41  — 49=  9. 

Tub.  pubertatisin42  —  48,  sehr  stark  vortretendeLângsleiste, 
von  den  Intersegmentalfurchen  diirclizogen. 

Drei  Paar  Samenblasen  in  11,  12  mid  13. 

Spermatheken  nicht  beobachtet. 

Letztes  Seitenherz  in  10. 

Magen  in  16,  17,  18. 

Die  Dissepimente  bis  und  mit  7»  sind  sehr  kraftige,  zâhe 
Haute. 

Fiindort  :  Oberhalb  Asconaimter  Steinen. 

Von  einer  Art,  die  ich  in  zwei  Exemplaren  fand  und  keiner 
der  vorstehenden  angehôrt,  gebe  ich  nachstehend  eine  kurze 
Beschreibung. 

Lange  50"™;  Durchmesser  2»»". 

Segmente  90.  Form  und  Farbe  ganz  entsprechend  A.  octo- 
ëdra;  letztere  ganz  dunkelrotbraun. 

Kopflappen  V^,  Seitenrânder  parallel. 

Borsten  abstehend,  von  unten  nach  oben  an  Distanz  abneh- 
mend:  dd=  1  V'2  cd. 


458  K.    BRETSCHER.    —   SÛDSCHWEIZERISCHE   OLIGOCH^TEN. 

Mânnliclie  Gesclilechtsôffnimg  in  15  deutlicli. 

Rûckenporen  beginnen  in  Ve. 

Gllrtel  nur  bei  einem  Exemplar  deutlicli,  diircli  dunklere  Fâr- 
bimg  ausgezeichnet,  nicht  angeschwollen  (wolil  noch  zu  wenig 
entwickelt)  in  30  — 33  =4. 

Tub.  pubertatis  in  31  und  32. 

Samenblasen  drei  Paar. 

Spermatheken  nicht  beobachtet. 

Fimdort  :  Oberhalb  Ascona,  iinter  Steinen  in  feuchter  Wiese, 

Ich  wage  nicht  die  Objekte  irgendwo  einzureilien  oder  mit 
einem  Namen  zubelegen,  bisneueFundevonentwickeltenTieren 
die  Beschreibmig  sicherer  machen  ;  dem  Anscheine  nacli  handelt 
es  sich  allerdings  um  eine  neue  mit  A.  octoëdra  verwandte  Art. 


Literaturverzeichnis. 


Topographischer  Atlas  dcr  Schweiz,  Blatt  514,  Locarno. 

Claparède,  Recherches  anatomiques  sur  les  OHçiochètcs.  Mém.  Soc.  Phys. 

etd'Hist.  nat.  Genève,  XVI  1862,  p.  217-261. 
Bretscher.   Bcitrafj  zur  Kenntnis  der  Olujochn'tenfaana  der  Schweiz. 

Revue  Suisse  de  Zoologie,  VI.  1899,  p.  ;j69-426. 
—  Mitfeilungen  ilber    die  Oligochœtenfauna  der   Schweiz.    Ihid.  VIII. 

1900,  p:  1-44. 
RosA,  Revisione  dei  Lumbricidi.  Mem.  R.  Accad.  se.  di  Torino.  Ser.  2, 

XLIII.  1893,  p.  1-80. 
MiCHAELSEN,  Beitrdge  zur  Kenntnis  der  ()ligoch(f'len.  Spenyels  Zoolog. 

.lahrl).,  XII.  1899,  Abt.  Systemalik,  p.  105-144. 
Bexham,   Notes   on  some  mjuntic   Oligochœta.  Quart.  Journ.  Micr.  Se, 

XXXIII.  1892.  p.  187-218. 
Ude,  Wiirmer  der  Provinz  Hannover.     40  u.   41.   Jahresbericht   derj 

naturhist.  Gesellscliaft  Hannover.  1892,  p.  63-98. 


NOTE 


SUR   LES 


INFISOIRES  CILIÉS  DU  LAC  LÉMAN 

PAR 

Jean  ROUX 

Assistant  au  Laboratoire  de  Zoolosde  de  l'Université  de  Genève. 


Au  cours  de  mes  recherches  sur  hi  faune  infusorienne  des  eaux 
stagnantes  de  nos  environs,  dont  le  résultat  complet  paraîtra 
prochamement,  j'ai  fait  quelques  pêches  dans  le  lac  Léman. 
Comme  je  dois  momentanément  abandonner  ces  recherches,  je 
vais  donner  un  aperçu  des  résultats  auxquels  je  suis  parvenu. 

J'espère  pouvoir  reprendre  plus  tard  cette  étude  qui  présente 
un  grand  intérêt,  surtout  au  point  de  vue  de  la  distribution  de 
la  faune  infusorienne  sur  le  littoral  et  dans  les  divers  fonds. 

Les  pêches  n'ont  été  faites  jusqu'ici  que  dans  le  Petit  Lac, 
soit  dans  la  rade  de  Genève,  puis,  sur  la  rive  gauche,  à  la  Belotte, 
à  Bellerive,  à  Hermance,  et,  sur  la  rive  droite,  à  Chambésy,  Bel- 
levue  et  Versoix. 

Les  travaux  spéciaux,  sur  les  Infusoires  du  lac,  sont  fort  peu 
nombreux,  et  signalent  un  nombre  très  restreint  (une  vingtaine 
environ)  d'espèces.  Or,  on  doit  s'attendre  à  retrouver,  en  particu- 
her  dans  la  faune  infusorienne  littorale  du  lac,  une  bonne  partie 


460  j.  ROUX. 

des  espèces  de  la  faune  des  eaux  stagnantes  de  la  contrée  envi- 
ronnante. 

Nous  avons  pu  constater  ce  fait  pour  80  espèces  environ, 
nialg-ré  le  petit  nombre  de  pêches  effectuées.  Quelques-unes  seule- 
ment n'ont  pas  été  rencontrées  dans  les  marais,  où  pourtant  elles 
doivent  très  probablement  exister;  mais  l'on  sait  que,  dans  les 
pêches  d'animaux  microscopiques,  le  hasard  joue  souvent  un 
grand  rôle.  Nous  pul)lierons  plus  tard  la  description  complète  et 
les  dessnis  de  ces  espèces,  et  de  nouvelles  recherches  allongeront 
sans  doute  la  liste  que  nous  donnons  à  la  hn  de  cette  note. 

Les  pêches  ont  été  effectuées  sur  le  littoral,  en  pleine  eau  et 
sur  un  fond  de  25  à  30  mètres.  Les  premières  ont  naturellement 
fourni  le  plus  grand  nombre  d'espèces,  surtout  lorsqu'elles  ont 
été  faites  sur  des  bords  plats  et  des  rives  en  pente  douce,  où 
croissaient  de  nombreux  végétaux.  J'ai  pu  trouver,  par  exemple, 
à  la  Pointe  à  la  Bise,  près  de  la  Belette,  30  à  35  espèces 
dans  une  seule  pêche.  Les  Infusoires  abondaient  particulière- 
ment dans  le  sable  fixé  entre  les  feuilles  de  roseaux  et  autres 
débris  végétaux  ;  en  outre,  l'eau  étant  assez  calme,  les  espèces 
nageant  librement  s'v  sont  montrées  en  assez  grand  nond^re.  Sur 
les  plages  sablonneuses  et  pierreuses,  où  le  courant  n'est  pas  en- 
travé par  les  plantes,  la  faune  est  beaucoup  moins  riche.  On  y 
constate  la  présence  d'Infusoires  fixés  soit  sur  des  Crustacés  (Cre- 
vettes, Cyclops,  etc.),  soit  sur  des  pierres  :  c'est  le  cas,  en  parti- 
culier, ^owvV Ophryduim  versatile,  qui  forme  souvent,  sur  les  cail- 
loux du  bord,  des  protubérances  vertes  assez  volumineuses.  On 
y  trouve  également  des  espèces  marcheuses  vivant  dans  le  sable. 
Les  formes  nageuses  s'y  rencontrent  beaucoup  moins. 

Les  Infusoires  pélagiques  se  sont  montrés  excessivement  rares. 
Ce  sont  presque  exclusivement  des  Péritriches,  que  Ton  trouve 
fixés  quelquefois  sur  de  petits  Entomostracés,  mais  le  plus  souvent 
sur  les  FrarjUaria  et  Botryococcus  qui  abondent  dans  le  plankton. 
Nous  n'avons  pas  trouvé  jusqu'ici,  dans  le  produit  des  pêches 


NOTE   SUR    LES   INFUSOIRES   CILIES    DU    LAC   LEMAN.  461 

pélagiques  du  Petit  Lac,  dcvs  Infusoires  libres,  nageant  en  pleine 
eau  et  en  grande  quantité,  comme  M.  le  D'"  Fuhrmann',  l'a  cons- 
taté pour  le  StenU)}' 2)olymorphusYA\Y\v^.  dans  le  plankton  du  lac 
de  Neuchàtel. 

Le  fond  du  Petit  Lac  est  relativement  assez  bien  peuplé  à 
25  et  30  mètres.  Le  nombre  des  espèces  que  nous  avons  récoltées 
à  cette  profondeur  est  supérieur  à  celui  que  M.  Du  Plkssis 
indique  dans  son  travail".  On  y  trouve,  comme  le  dit  cet 
auteur,  des  formes  fixées  sur  d'autres  animaux,  mais  la  plupart 
sont  libres.  Ce  sont  des  Infusoires  marcheurs  qui,  en  glissant  sur 
le  sable,  ont  pu  émigrer  jusqu'à  ces  profondeurs.  Les  Hypotriches 
et  quelques  Holotriches  marcheurs  {Loxodes,  Llonotiis,  Chilodon, 
etc.)  y  sont  représentés  par  de  nombreux  individus,  mais  ils  ne 
s'y  trouvent  pas  à  l'exclusion  de  tout  autre  groupe,  comme  le  mon- 
tre la  liste  donnée  plus  loin.  Il  y  a  aussi  une  certaine  analogie  entre 
les  Infusoires  de  la  faune  profonde  du  lac,  et  ceux  de  la  boue  des 
eaux  stagnantes.  Les  pêches  faites  sur  le  sable,  de  1  à  4  mètres 
de  profondeur,  ont  été  fructueuses,  particulièrement  quand  elles 
contenaient  soit  des  Characées,  soit  des  Potamogeton. 

Je  n'ai  malheureusement  pas  encore  pu  pêcher  à  de  plus  gran- 
des profondeurs  que  celles  mentionnées  plus  haut.  J'espère  pou- 
voir le  faire  plus  tard,  en  opérant  à  différents  fonds,  pour  voir  de 
quelle  façon  s'établit  le  passage  de  la  faune  littorale  à  la  faune 
profonde  proprement  dite,  et  jusqu'à  quelle  profondeur  on  peut 
encore  rencontrer  des  Infusoires  ciliés.  Il  faudra  rechercher,  en 
outre,  s'il  se  produit,  chez  quelques  espèces,  des  adaptations  parti- 
culières accompagnant  la  migration  de  la  surface  au  fond,  et  étabhr 
d'une  façon  aussi  exacte  que  possible  la  relation  qui  doit  exister 
entre  la  faune  que  l'on  peut  considérer  comme  établie  dans  le  lac, 

'■  D"^  0.  FuHRMANN.   Beitrag  sur  Biologie  des  Neuenburger  Sees.  Biolog.  Cen- 
tralbl.  Bd.  XX.  Févr.  1900. 

"  Du  Plessis-Gouret.  Essai  sur  la  faune  profonde  des  lacs  de  la  Suisse.  Mém. 
Soc.  helv.  Se.  nat.  Vol.  XXIX.  1885. 


462  j.  ROUX. 

et  les  espèces  qui  y  sont  simplement  erratiques.  Ces  différents 
points  demandent  à  être  élucidés,  mais  ne  le  seront  qu'à  la  suite 
de  recherches  nombreuses  et  d'une  étude  prolongée. 

Les  résultats  auxquels  nous  sommes  arrivés  ne  sont  donc 
qu'approximatifs;  ils  contiennent  quelques  erreurs  qui  disparaî- 
tront certainement  lorsqu'on  aura  fait  des  pêches  plus  nombreu- 
ses. C'est  ainsi  que  telle  espèce,  commune  dans  nos  marais  et  re- 
trouvée dans  la  faune  profonde,  n'a  pas  encore  été  récoltée  sur  le 
littoral. 

Voici  les  noms  des  espèces  qui  ont  été  trouvées  ^ 

HOLOTRICHES. 

Holopluiia  simplex  Schew. 

Urotricha  farda  Cl.  et  L. 

Spathid'mm  spafhula  (0.  F.  M.) 

Lacrymaria  olor  (0.  F.  M.) 

Lacrymaria  coronafa  Cl.  et  L. 
var.  aqua  didcis  Roux 

Prorodon  feres  Ehrbg. 

Coleps  liiïiîis  (0.  F.  M.) 
*Coleps  ampliacantus  Ehrbg. 

Lionotus  fasciola  (Ehrbg.) 

Lionotus  lamella  (Ehrbg.) 

Lionotus  folium  (Duj.) 

Lionotus  vesicîilosus  Stokes. 

Loxodes  yostrum  0.  F.  M. 

Dileptus  anser  (0.  F.  M.) 

Nassula  aurea  Ehrbg. 

Chilodon  cticullnlus  (0.  F.  M.) 
*Chilodon  gourandi  (Certes.) 

Trochilia  palustns  St. 

^  Les  noms  ])réml('s  d'un  nstérisque,  sont  coux  des  es])èces  que  nous  n'avons 
pas  encore  rencontrées  daiîK  les  eaux  stagnantes  de  nos  environs. 


Littoral. 

Profon 

+ 

+ 

+ 

+ 

+ 

+ 

+ 

+ 

+ 

+ 

+ 

+ 

+ 

+ 

+ 

+ 

+ 

+ 

+ 

+ 

+ 

+ 

+ 

NOTE   srR    LES    INFUSOIRES    CILIES    DU   LAC    LEMAN. 


463 


HOLOTRICHES  (Suite). 

*Di/8teria  fluvkitills  (St.) 
Glaucoma  scintiUans  Elirbg\ 
Glaucoma  pyrifomm  (Elirbg.) 
Glaucoma  reniformis  Scliew. 
ColpidfHiii  eolpoda  (Ehrbg.) 
CoJpoda  cucuUus  0.  F.  M. 
Fr(»/fo»ia  leiicas  Elirbg. 
Frontonia  acuminata  (Ehrbg.) 
Oplinjoglena  atra  Liebek 
OplinjogJena  flara  (Ehrbg.) 
Cinetochilum  margaritaceum  (Ehrbg.) 
Microtlwrax  pusUlus  Enghii. 
Paramecium  caudatum  Ehrbg. 
Paramecium  hursaria  (Ehrbg.) 
TJrocentrum  turho  (0.  F.  M.) 
Pleuroriema  chrysalis  (0.  F.  M.) 
Lembadion  buUinum  (0.  F.  M.) 
Cydid'mm  glaucoma  (0.  F.  M.) 
Cyclkl'mm  glaucoma\M.  elongatum  Schew.+ 
Cyclid'mm  lieptatrichum  Schew.  + 


.itt. 

Profondeur. 

+ 

+ 

4- 

+ 

+ 

+ 

-f  et 

pélagique. 

+ 

+ 

+ 

+ 

+ 

+ 

+ 

+ 

+ 

+ 

+ 

+ 

+ 

+ 

+ 

+ 

+ 

+ 

HÉTÉROTEICHES. 

''^ Blepliarisma  musculus  St. 

Blepliarisma  lateritia  Ehrbg. 
^'Leucophrys  patula  Ehrbg. 

Spirostomum  ter  es  Cl.  et  L. 

Spirostomum  ambiguum  Ehrbg. 

Stetdor  polymorplms  Ehrbg. 

Stentor  cœruleus  Ehrbg. 

Stentor  niger  Elirbg. 

Stentor  igneus  Ehrbg. 


+ 
+ 

+ 

+ 
+ 
+ 
+ 
+ 


+ 
-f 

+ 


464                                              J-  ROUX. 

Oligotriches. 

Litt. 

Profondeur. 

HaUeria  grandineUa  0.  F.  M. 

+ 

+ 

StrohilkUum  gyrans  Stokes. 

+ 

Hypotriches. 

OxytrichapeUionnellaO.  F.  M. 

+ 

+ 

Oxytricha  férruginea  St. 

+ 

Uroleptus  pisâs  Ehrbg. 

+ 

*  Uroleptus  rattulus  St. 

+ 

Uroleptus  mohilis  Englm. 

+ 

Stichotricha  secunda  Perty. 

+ 

Gastrostyla  steinii  Englin. 

+ 

Urostyla  grandis  Ehrbg. 

+ 

Stylonycliia  mytilus  0.  F.  M. 

+ 

+ 

Stylonychia  pustulata  Ehrbg. 

+ 

Balladina  parvula  Kowal. 

+ 

Etiplotes  patella  Ehrbg. 

Euplotes  charon  Ehrbg. 

+ 

Âspidisca  lynceus  0.  F.  M. 

+ 

Aspidisca  costata  St. 

+ 

PÉRITRICHES. 

Spirocîiona  gemmipara  St. 

+ 

Vorticella  nebuUfera  Ehrbg. 

+ 

+ 

Vortlcella  campamila  Ehrbg. 

+ 

Vorticella  longifllum  S.  K. 

+ 

Carcliesium  polypinum  L. 

+ 

'^' Zoothamnimn  affine  St. 

+ 

Epistylis  p)licatilis  Ehrbg. 

+ 

Opercularia  nutans  Ehrbg. 

+ 

Bliabdostyla  hrevipes  (Cl.  et  L.) 

+ 

Ophrydium  versatile  (0.  F.  M.) 

+ 

Lagenop)krys  vaginicola  St. 

+ 

Lagenopkrys  lahiata  Stokes. 

+ 

NOTE   SUR    LES   INFUSOIRES   CILIES   DU   LAC    LÉMAN.  465 

M.  le  prof.  FOREL,  qui  a  bien  voulu  nous  couuuuiiiquer 
les  noms  des  Infusoires  déjà  observés  dans  les  eaux  du  lac,  men- 
tionne seulement  13  espèces,  ptirmi  leîiqweWes  Bursariafrunca- 
tellaO.  F. M.,  Zoothamn'uim  arbusculaEhvhii;.,  EpistylislacusUis 
Imliof,  ne  se  sont  pas  trouvées  dans  nos  récoltes. 

Nous  avons  compté  dans  les  pêches  littorales  celle  qui  a  été 
faite  dans  la  rade  de  Genève,  à  une  profondeur  variant,  de  1  à5 
mètres.  Elle  nous  a  fourni  une  trentaine  d'espèces  qui,  pres- 
que toutes,  ont  été  rencontrées  sur  les  rives. 


Rev.  Suisse  de  Zool.  T.  8.  1900.  30 


DEOX  PETITS  VERTÉBRÉS  PiOUÏEAUX  POUR  LA  SUISSE 

{Sorex  ijygniiEUS  Pall.  et  Bana  grœca  Boul.) 

et  quelques  intéressantes  variétés' 


PAR 


Victor  FATIO 


Appelé  souvent  à  examiner  ou  déterminer  des  A^ertébrés  de 
différentes  provenances  suisses,  je  crois  devoir  signaler  ici,  en 
deux  mots,  les  quelques  espèces  et  variétés  qui  m'ont  paru  nou- 
velles pour  le  pays  ou  plus  particulièrement  intéressantes  entre 
les  Mauunifères  et  les  Batraciens  soumis  à  mon  examen  depuis 
tantôt  un  an  ;  en  profitant  de  l'occasion  pour  remercier  de  leurs 
aimables  communications  :  MM.  E.  ZolliivOFER,  préparateur,  et 
E.  Bàchler,  assistant,  au  Musée  de  S*-Gall,  M.  Paul  Narbel, 
étudiant  en  médecine  à  Lausanne,  et  M.  Ang.  Ghidini,  natura- 
liste à  Lugano. 

INSECTIVORES  ET  RONGEUES 

1°  Sorex  pygm^us  Pallas. 

(Musaraigne  pygmée,  Zwergspitzmaus.) 

Espèce,  septentrionale  surtout,  nouvelle  pour  la  Suisse  ;  un 
individu  empaillé,  femelle  adulte,  capturé  le  8  mars  1900,  à 

^  Communiqué,  le  4  septembre  1900,  à  la  Société  helv.  des  Se.  nat.,  à  Thusis, 
(Grisons). 


468  V.    FATIO. 

Untervatz,  à  560  mètres  sur  mer,  dans  la  vallée  du  Rhin,  un 
peu  au  nord  de  Coire,  et  envoj^é  pour  détermination,  avec  crâne 
à  part,  par  ^I.  Zollikofee,  de  S*-Gall. 

Ce  sujet  est  bien  caractérisé,  non  seulement  par  sa  petite  taille 
(long.  tôt.  0^,099),  son  museau  plus  allongé  que  chez  Sorex  vul- 
garis,  et  par  sa  queue  à  la  fois  plus  velue  et  relativement  plus 
longue  que  chez  ce  dernier  (O'^jOôO,  avec  pinceau  terminal)  ;  mais 
encore  et  surtout  par  les  plus  grandes  dimensions  de  sa  cin- 
quième dent  intermédiaire  et  la  forme  plus  surbaissée  de  son 
crâne  qui  distingueront  toujours  le  Sorex  pyfpnœus  du  Carrelet, 
Waldspitzmaus,  Sorex  ruJgaris,  jeune,  avec  lequel  il  est  autre- 
ment facile  de  le  confondre. 

C'est  le  premier  individu  authentique  de  cette  espèce,  trouvé 
en  Suisse,  qu'il  m'a  été  donné  de  considérer,  et  je  ne  lui  ai  pas 
reconnu  de  différences  notables  avec  quelques  sujets  du  nord  de 
l'Allemagne,  autrefois  examimés. 

C.  deBALDENSTEiN  avait  capturé  déjà, en  1836,  une  Musarai- 
gne qui  dévastait  son  rucher,  à  Baldenstein,  près  de  Thusis 
(Grisons)  et  qu'il  avait  rapportée  au  Sorex  pygmœus,  à  cause  de 
sa  petite  taille  et  de  sa  livrée  plus  généralement  cendrée;  mais, 
l'individu  ne  fut  malheureusement  pas  conservé,  on  n'entendit  J 
plus  parler  de  cette  espèce  dans  la  localité,  et  la  description  que 
donna  plus  tard  Baldenstein  de  l'individu  en  question'  me  sem- 
bla trop  insuffisante  pour  oser  qualiiier  cette  espèce  de  vraiment 
indigène,  alors  que  j'en  disais  quelques  mots,  en  1869,  dans  ma 
Faune  des  Vertébrés  de  la  Suisse,  vol.  I,  p.  130-132,  bien  que 
cette  détermination  fut  appuyée,  jusqu'à  un  certain  point,  par  le 
dire  du  prof.  Théobald,  de  Coire,  qui  croyait  que  l'espèce  devait 
se  trouver  dans  les  Grisons,  parce  que  le  conseiller  Steiner  pré- 
tendait qu'on  voyait  dans  les  environs  de  Lavin  (Basse-Enga- 


^  Einiges  iiber  Màusearten.   Jahresb.    der  Nat.   CTi'sell.   Graubiiudens,  Jahr- 
gang  1861-02,  p.  102. 


DEUX   PETITS   VERTÉBRÉS  NOUVEAUX   POUR   LA   SUISSE.  469 

diiie)  une  très  petite  ^Musaraiiiue,  ajoutant  que  la  Zwergspitz- 
luaus  avait  été  reconnue  non  loin,  dans  le  Tyrol  \ 

Je  conservai  aussi,  à  la  même  époque  (1SH9),  faute  de  rensei- 
gnements suffisants,  quelques  doutes  à  l'égard  d'une  communica- 
tion du  naturaliste  Stauffer,  préparateur  à  Lucerne,  qui  m'écri- 
vait avoir  trois  fois  capturé  la  Zwergspitzmaus  dans  les  environs 
de  cette  ville.  Sachant  combien  il  est  aisé  d'être  induit  en  erreur 
par  des  jeunes  de  Sorex  vulgaris,  petite  taille,  je  me  bornai  à 
signaler,  sans  beaucoup  de  conviction,  le  dire  de  M.  Stauffer 
que  je  ne  pouvais  contrôler. 

Enfin,  tout  récemment,  le  D^'  Fischer-Sigwart,  de  Zofingue, 
dans  une  notice  sur  l'histoire  naturelle  du  Wiggerthal  dans  les 
cantons  d'Argovie  et  de  Lucerne  ^,  écrivait  qu'il  avait  rencontré 
dans  cette  vallée  le  Sorex pygmœus  écrasé  sur  les  chemins,  dans 
les  champs.  Questionné  sur  cette  nouvelle  donnée,  M.  Fischer- 
Sigwart  eut  Tobligeance  de  me  répondre  qu'il  ne  pouvait  préci- 
ser davantage,  n'ayant  pas  examiné  de  plus  près  ces  petites  ]Mu- 
saraignes,  trop  détériorées,  et  n'ayant  point  alors  de  sujet  de 
comparaison  sous  la  main.  Il  ajoutait  qu'un  individu,  également 
trouvé  mort  sur  un  chemin,  dans  le  voisinage  de  la  chapelle  de 
Tell,  sur  les  bords  du  lac  des  Quatre-Cantons,  avait  été  envoyé 
par  lui  à  M.  Stauffer  tils,  à  Lucerne,  pour  être  préparé,  mais 
qu'il  avait  été  malheureusement  perdu.  Encore  ici  le  doute  pa- 
rait possible. 

Quoi  qu'il  en  soit,  la  présence  du  Sorex  pyg)yiœu8  en  Suisse 
parait  définitivement  constatée,  et  l'espèce  que  je  signalais  à 
l'attention  de  nos  observateurs,  il  y  a  plus  de  trente  ans,  doit 
prendre  rang  aujourd'hui  parmi  les  ^Mammifères  du  pays,  bien 
que,  comme  dans  plusieurs  })oints  de  son  habitat  en  Europe 
moyenne,  elle  y  soit  relativement  rare  ou,  en  tout  cas,  beaucoup 

^  IJeher  einige  Màusearten.   Jabresb.   der  Nat.   Gesell.  Graubtincleûs,   Jabrg. 
1860-61,  p.  99. 

*  Naturg.  des  Wiggerthales,  p.  15,  a  us  Wiggerthal  und  Sempachersee,  1900. 


470  V.   FATIO. 

moins  répandue  que  le  Sorex  vulgaris,  que  Ton  trouve  presque 
partout,  depuis  la  plaine  jusqu'à  1900  mètres  sur  mer  environ, 
et  même  que  le  Sorex  alpinus,  assez  fréquent  dans  le  haut  de  la 
région  montagneuse  et  jusqu'à  2500  mètres  à  peu  près  dans  la 
région  alpine, 

La  Musaraigne  pygmée  (S.  pi/gmœus)  aurait  donc  été  ren- 
contrée dans  les  bas  Grisons  (près  de  Tliusis  et  d'Unterwatz), 
peut-être  dans  la  Basse-Engadine,  à  l'extrême  est,  peut-être 
aussi  dans  les  cantons  d' Argovie,  Lucerne  et  Uri,  plus  au  centre, 
et,  peut-être  encore,  en  différentes  autres  localités  où  elle  peut 
avoir  été  méconnue  ou  confondue,  comme  je  l'ai  dit,  avec  des 
jeunes  du  Carrelet  (S.  vulgaris). 

2»  Sorex  vulgaris  L.,  var.  nigra  Fatio. 

(Carrelet,  Waldspitzmaus,  var.) 

J'ai  retrouvé  avec  plaisir  dans  les  envois  pour  détermination 
de  MM.  Bàchler  et  Zollikofer,  de  S*-Gall,  un  joli  exemplaire 
empaillé  de  la  variété  du  Carrelet  que  j'avais  décrite  et  figurée,  en 
1869,  sous  le  nom  de  Sorex  vulgaris,  var.  nigra,  dans  le  vol.  I 
de  ma  Faune,  p.  127  et  pi.  IV,  à  gauche,  d'après  quelques  indi- 
vidus des  environs  de  Lucerne.  Le  sujet  en  question,  provenant 
de  Latscli  (près  Bergiin,  à  1600  mètres,  dans  les  Grisons),  n'est 
ni  aussi  grand,  ni  tout  à  fait  aussi  hrillannnent  coloré  de  noir 
velouté  en  dessus  et  de  blanc  en  dessous,  avec  bande  intermé- 
diaire d'un  grisâtre  sombre  sur  les  flancs,  que  l'individu,  adulte 
parfait,  figuré  ;  mais,  il  s'en  rapproche  beaucoup  à  tous  égards, 
non  seulement  par  les  formes  et  diverses  proportions,  mais  aussi 
par  le  velouté  bien  caractéristique  du  noir,  légèrement  brunâtre, 
de  ses  faces  supérieures. 

Cette  trouvaille  donnant  à  la  jolie  variété  en  question  une 
importance  nouvelle,  on  doit  se  demander  si  la  moindre  pureté 
de  la  livrée  peut  être  attribuée  à  une  affaire  d'âge,  ainsi  que  la 


DEUX   PETITS   VERTÉBRÉS   NOUVEAUX   POUR   LA   SUISSE.  471 

taille  porterait  à  le  croire,  ou  si  l'on  doit  y  voir  comme  une  ten- 
dance à  une  transition  entre  la  livrée  brun-roussâtre  en  dessus, 
et  grisâtre  en  dessous  du  Carrelet  ordinaire,  et  le  manteau  noir  et 
blanc  ou  blanchâtre,  si  particulier,  de  la  Musaraigne  dont  j'ai 
cru  devoir  faire  une  simple  variété  du  Sorex  vidgaris  et  qui,  à 
part  les  caractères  morphologiques  et  anatomiques,  rappelle  plu- 
tôt le  Crossopus  fodiens,  à  première  vue.  D'autres  rencontres  de 
cette  ^Musaraigne,  en  d'autres  parties  du  pays,  présenteraient  un 
grand  intérêt,  au  point  de  vue  de  la  question  d'espèce  ou  de  va- 
riété ;  car  les  divergences  ne  semblent  pas,  dans  le  cas,  le  résul- 
tat d'habitats  à  des  altitudes  dilïérentes,  les  deux  formes  se 
trouvant  côte  à  côte  à  peu  d'élévation  et  le  Carrelet  ordinaire 
montant  lui-même,  comme  je  l'ai  dit  déjà,  jusqu'en  dessus  de 
1900  mètres,  toujours  avec  la  même  livrée  brun-roussàtre. 

Je  prolite  de  l'occasion  pour  revenir  sur  le  nom  de  nigra,  par 
lequel  j'ai  autrefois  distingué  ce  Sorex  des  formes  voisines,  en 
faisant  remarquer  que  le  qualificatif  mollis  (velouté),  serait  peut- 
être  préférable,  qu'il  s'agisse  d'une  variété  ou  d'une  sous-espèce 
(S.  vulgaris,  var.  vel.  subsp.  mollis). 

S**  Arvicola  aCtEESTIS  Linné. 

(Campagnol  agreste,  Erdmaus.) 

J'ai  reçu  de  M.  Zollikofer,  encore  pour  détermination,  des 
Campagnols  capturés  dans  les  Grisons,  à  600  mètres  environ  au- 
dessus  de  Coire,  qui,  par  leurs  frontaux  pinces  en  arrière  et 
la  présence  d'un  cinquième  petit  espace  cémentaire  à  la  deuxième 
molaire  supérieure,  doivent  être  rapprochés  de  VArv.  agrestis, 
mais  qui,  avec  une  taille  mo^^enne,  une  fourrure  assez  épaisse  et 
une  livrée  d'un  gris-brun,  beaucoup  moins  rougeàtre  en  dessus 
que  celle  de  la  majorité  des  représentants  de  l'espèce  dans  le 
bas  pays,  ont  un  faciès  assez  particulier. 

J'ai  reconnu  dans  ces  individus  la  forme  gris-brunâtre  de 


472  V.    FATIO. 

VA.  agrestis,  que  je  distinguai  de  la  rar.  c,  dans  mes  Campagnols 
du  hassin  du  Léman,  p.  71,  en  1867,  en  ajoutant  alors,  ce  qui  m'a 
frappé  cette  fois  encore,  qu'elle  pouvait  être  facilement  confon- 
due, au  moins  à  première  vue,  avec  VArvicoIa  rtifescentes-fuscus 
de  SCHixz,  forme  alpine  de  VA.  arvalis. 

C'est,  pour  moi,  la  première  constatation  de  la  présence  dans 
les  Grisons  de  VArvicoIa  agrestis  et,  plus  particulièrement,  de  la 
variété  grisâtre,  sombre,  que  j'avais  autrefois  trouvée  aux  Or- 
monts,  dans  les  Alpes  vaudoises.  M.  P.  Naebel,  de  Lausanne, 
m'aj'ant  dernièrement  signalé  pareille  trouvaille  dans  les  Alpes 
savoisiennes,  frontière  du  Valais,  et,  sur  un  nouveau  point,  dans 
les  Alpes  vaudoises  (aux  plans  de  Frenières).  il  semble  que  cette 
forme,  que  l'on  pourrait  taxer  de  fusca,  ait  un  habitat  un  peu 
différent  et  plus  élevé  que  la  forme  brun-rougeâtre  (par  oppo- 
sition ru  fa)  propre  surtout  aux  broussailles  de  la  plaine  et  vo- 
lontiers aux  localités  humides. 

Des  recherches  ultérieures  et  l'étude  comparée  d'un  plus 
grand  nombre  de  sujets  permettront  probablement  d'apprécier 
mieux  l'importance  des  quelques  différences  caractéristiques  de 
cet  intéressant  Campagnol. 

ANOURES   ET  URODÈLES 

4°  Raxa  GRJi:cA  Boulenger  V 

Vel  R.  Latastii  Boul.  ? 
(Espèce  nouvelle  pour  la  Suisse.) 
J'ai  reçu  de  M.  Ang.  Ghidini,  naturaliste  à  Lugano,  sous  le 
nom  de  liana  Latastii  BIgr.,  deux  Grenouilles  récennnent  trou- 
vées par  lui,  à  Mendrisio,  dans  le  Tessin.  La  B.  Latastii,  assez 
répandue  en  Italie,  fait  partie,  avec  les  R.  iberica  et  R.  grœca 
Blgr.,  d'un  petit  groupe  d'espèces  ou  sous-espèces  d'Europe  mé- 

»  Ann.  and  Mag.  of.  Nat.  Hist.,  nov.  1891,  ]^.  34(). 


DEUX    PETI'l's    \'EUTÉliKÉS   MOUVEAUX    POUR    LA   SUISSE.  473 

ridiuiuile  \  voisines  de  Bana  agiUs  Th.,  ({ui  ont  été  décrites 
après  la  découverte  de  celle-ci,  par  Thomas,  à  Nantes,  en  1855, 
et  depuis  la  description  circonstanciée  et  les  figures  coloriées 
que  j'ai  données,  en  1861  ^,  de  cette  espèce  jusqu'alors  fort  peu 
connue,  que  je  trouvai  ])rès  de  Genève,  où  elle  est  assez  com- 
mune. 

Connne  VA.  agilis,  ces  trois  Grenouilles,  de  taille  relativement 
petite,  se  différencient  d'emblée  de  lîana  muta  Laur.  {Tempo- 
raria  L.  var.  obtnsirostris  et  acutirostris  Fatio),  ainsi  que  de 
li.  arvalis  Xilsson,  {oxyrli'ma  Stenst.),  par  leurs  formes  plus 
sveltes  et  leurs  membres  postérieurs  beaucoup  plus  allongés, 
l'articulation  tibio-tarsienne  dépassant  plus  ou  moins  le  museau, 
quand  le  membre  est  relevé,  droit,  le  long  du  corps. 

Les  deux  sujets  de  Mendrisio  se  distinguent  de  prime  abord 
de  i?.  agïlis  par  leur  museau  i)lus  court,  plus  large  et  plus  ar- 
rondi, par  les  faibles  dimensions  et  la  position  reculée  de  leur 
tympan,  par  le  peu  d'accentuation  de  leurs  plis  dorsaux  et  par  la 
coloration  noirâtre  de  leur  gorge,  avec  ligne  verticale  blanchâtre 
au  milieu.  Mais,  ils  me  paraissent  se  rapprocher  bien  plus  de 
II.  fjrœca,  également  trouvée  en  Italie  moyenne^,  que  de  B.  La- 
tastii,  non  seulement  par  la  parfaite  égalité  de  leurs  premier  et 
deuxième  doigts,  par  l'écartement  de  leurs  narines  plus  large 
que  l'espace  interorbitaire  et  par  l'aspect,  relativement  peu  dis- 
tinct, de  leur  petit  tympan,  dont  le  diamètre  mesure  la  moitié  de 
celui  de  Tœil  seulement,  et  qui  est  séparé  de  ce  dernier  par  un 
un  espace  quasi-égal  à  son  diamètre,  mais  encore  par  leur  livrée 
pâle,  nuancée  de  jaunâtre  et  de  gris-brunâtre  en  dessus,  d'un 
blanc  jaunâtre  sur  le  ventre,  et  par  l'absence  du  V  renversé  A 

^  Petit  groupe  auquel  il  faut  joindre  les  R.  sylvatica  Lecomte,  du  nord  de  l'Amé- 
rique, et  a.  japonica  Giiiilher.  de  Chine  et  du  Japon. 

-  Rev.  et  Mag.  de  Zoologie,  XIV,  p.  81,  pi.  6  et  7. 

^  M.  G.  Peracca.  Sidla  presenza  délia  liana  grseca  Blgr.  in  Italia.  Boll. 
dei  Musei  di  Zoologia  ed  Anatomia  comparata  délia  R.  Univ.  di  Torino.  XII, 
no  286,  19  avril  1897. 


474  V.    FATIO. 

noirâtre,  qui  se  voit,  sur  le  milieu  de  la  région  scapulaire,  chez 
B.  Latastii,  comme  chez  les  B.  agUls  et  i?.  iherica. 

Il  faudrait  pouvoir  comparer  un  beaucoup  plus  grand  nombre 
d'exemplaires  de  ces  Grenouilles  de  diverses  provenances,  pour 
établir  d'une  manière  ])lus  péremptoire  la  distinction  exacte  en- 
tre ces  espèces  ou  sous-espèces,  évidemment  assez  voisines,  et  sur 
le  compte  desquelles  les  descriptions  de  divers  auteurs  ne  sont 
pas  toujours  complètement  concordantes,  h' A.  agilis  même  n'est 
pas  de  tous  points  identique  à  Nantes,  à  Genève  et  à  Lugano. 
Je  ne  doute  pas  que  M.  Ghidini  ne  se  fasse  un  devoir  et  un  plaisir 
de  travailler  à  la  solution  de  la  question. 

En  tout  cas,  la  trouvaille  du  zoologiste  tessinois  dote  la  Suisse 
d'une  espèce  (ou  sous-espèce)  nouvelle. 

5°  Eana  esculenta  L.,  var. 

(Grenouille  verte,  Grimer  Wasserfrosch,  var.) 
Le  même  naturaliste  de  Lugano  a  trouvé  aussi,  au  lac  de 
Muzano,  dans  le  Tessin,  des  individus  de  la  Grenouille  verte 
(Fi.  escuJeiifa)  rappelant  la  variété  qualifiée  de  subsp.  Lessonœ 
par  Camerano'. 

Enfin,  M.  Ghidini  m'a  encore  envoyé  d'intéressants  représen- 
tants des  Tritons  tessinois  que  j'avais  décrits,  connue  formes 
méridionales  de  nos  Tritons  à  crête  (Gemeiner  Molch)  et  Triton 
lobé  (Lappenmolcli),  dans  le  volume  III  de  ma  Faune  des  Verté- 
brés delà  Suisse,  en  1872. 

G"  Triton  cristatus  Laur.,  subspeciesMERiDiONALis. 

J'ai  décrit,  en  effet,  en  1872  (loc.  cit.  p.  527),  *sousle  nom  de  Tri- 
ton cristatus  2^latî/repJtaItis,  une  forme  méridionale  du  Triton  à 
crête  que  je  trouvais  dans  le  Tessin  en  1869  et  qui  se  distinguait 
à  première  vue  de  celui-ci  par  une  tête  plus  forte,  plus  aplatie  en 

'  Monog.  degli  Anfibi  anuri  itaUani,  Torino,  1883. 


DEUX  PETITS  VERTÉBRÉS  NOUVEAUX  POUR  LA  SI'ISSE.      475 

avant  et  plus  large  en  arrière,  ainsi  que  par  une  crête  dorsale 
constamment  beaucoup  plus  basse,  et  une  livrée  plus  verte  et 
plus  pâle  en  dessus,  en  faisant  remarquer  alors  qu'elle  repré- 
sente une  race  particulière  constante  du  T.  cristatus  L.  dans  le 
Tessin  et  très  probablement  en  Italie,  comme  les  admirables 
ligures  de  EuscoNi  (Salamandra  platijcauda;  Amours  des  Sala- 
mandres aquatiques,  1S23)  le  faisaient  d'emblée  supposer.  Je 
n'avais  pas  encore  connaissance  du  travail  de  Strauch  qui,  en 
1870,  dans  ses  *S'a/rtvi?fM?r/.  Gatt.  (Mém.  Acad.,  S*-Pétersb.  XVII, 
4. }).  42,  tav.  I,  fig.  1),  avait  élevé  cette  forme  au  rang  d'espèce, 
sous  le  nom  de  Triton  KareUnii,  Triton  rangé,  depuis  lors,  par 
BouLEXGEE,  dans  son  Cat.  Bat.  grad.,  Brit.  Mus.,  p.  10,  en 
LS82,  sous  le  titre  de  MoJge  cristata,  var.  KareUnu. 

Les  caractères  différentiels  constants  de  cette  forme  me  pa-* 
raissent  mériter  plutôt  une  distinction  subspécifique. 

7'^  Triton  lobatus  Otth,  subsp.  meridionalis. 

A  la  même  époque,  1872  (loc.  cit.  p.  564),  en  décrivant, 
comme  forme  méridionale  du  Triton  lobé,  la  sous-espèce 
géographique  que  je  trouvais  dans  le  Tessin,  en  1869,  je  faisais 
aussi  remarquer  comment  Ruscoxi  avait  parfaitement  saisi  les 
caractères  propres  de  ce  petit  Triton,  en  Italie,  quand  il  le  re- 
présentait si  exactement,  sous  le  nom  de  »SV*/.  exigua,  déjà  en 
1823.  BouLEXGER  {Cat.  Bat.  grad.,  Brit.  Mus.,  p.  14)  en  a  fait, 
en  1882,  un  Molge  vidgarls,  var.  meridionalis,  en  substituant  le 
nom  de  M.  vulgaris  à  celui  de  T.  lohatu.s  Otth,  (Sal.  tœniata  Schn.) 
que  j'avais  adopté,  comme  qualificatif  à  la  fois  ancien  et  plus  justi- 
fié, difterenciant,  en  tous  cas,  mieux  cette  espèce  à  pieds  lobés, 
chez  le  mâle  en  noces,  de  la  voisine,  le  T.  palmatus  Schn.  {Lac. 
helretica  Razoumowsky),  plus  petite  et  à  pieds,  chez  le  mâle,  en- 
tièrement palmés. 

Cette  forme  italienne  et  tessinoise  se  distingue,  à  première 


476      DEUX  PETITS  VERTÉBRÉS  NOUVEAUX  POUR  LA  SUISSE 

vue,  de  notre  T.  loliatus  du  nord  des  Alpes  par  un  dos  plus  aplati 
et  plus  carrément  rabattu  ou  même  légèrement  retroussé  au  haut 
des  flancs,  chez  le  mâle  en  noces,  amsi  que  par  la  distribution 
moins  régulière  des  taches  de  sa  livrée.  Elle  rappelle  par  là  un 
peu  le  T.  palmatus  mâle  et  semble,  jusqu'à  un  certain  point, 
faire  une  sorte  de  transition  entre  les  deux  espèces  ;  mais,  elle  n'a 
jamais,  ni  les  pieds  franchement  palmés,  ni  le  fil  terminal  de  la 
queue  bien  dégagé,  ni  surtout  les  ai'cades  zygomatiques  com- 
plètes de  ce  dernier. 

Nos  faunes  suisses,  des  deux  côtés  des  Alpes,  se  montrent 
donc  toujours  plus  distinctes.  Le  partage  des  influences  septen- 
trionales et  méridionales  par  cette  grande  barrière  se  reconnaît 
de  plus  en  plus  dans  la  distribution  des  espèces  et  dans  la  forma- 
tion des  races,  sous-espèces  ou  espèces  géographiques. 

Le  canton  du  Tessin,  sur  le  versant  sud  des  Alpes,  qui  se  dis- 
tingue déjà  par  la  présence,  en  diverses  classes,  de  quelques  es- 
pèces et  sous-espèces  plus  purement  méridionales,  présente  aux 
zoologistes  un  champ  d'étude  très  riche  encore  en  trouvailles 
nouvelles  et  en  observations  intéressantes ^ 

^  Ayaut  ouï  dire  que  M.  Ghidini  avait  réussi  rintroductiou  de  divers  Reptiles 
étrangers  dans  le  Tessin,  ce  qui  devait  modifier  la  faune  naturelle  de  cette  partie 
du  pays,  j'ai  obtenu  de  ce  naturaliste  à  Lugauo  des  renseignements  qui  réduisent 
à  peu  de  chose  jusqu'ici  les  acclimatations  supposées  d'espèces  nouvelles  dans  ce 
canton.  Il  aurait  lâché,  au  ])rintemps  de  1897,  dans  une  localité  proche  de  Lugano. 
une  dizaine  de  Seps  chalcideset  un  Elajihis  quaterradiatus  qu^ii  avait  reçus  d'Italie 
et  conservés  quelque  temps  chez  lui,  mais,  il  aurait  repris,  en  1899,  VElaphis  et 
cinq  ou  six  des  Seps  retrouvés  vivants,  à  ])eu  ]n'ès  au  même  endroit  où  il  les 
avait  mis  en  liberté  deux  ans  auparavant. 


ESSAIS  DE  MÉKOTOMIE 

SUR  OUELQUES  DIFFLIGIES 


PAR 


Eugène  PENARD 

Docteur  es  sciences. 


Les  différents  observateurs  qui  se  sont  occupés  de  Tétude  du 
noyau  cellulaire  se  sont  tous  accordés  pour  faire  ressortir  le  rôle 
considérable  que  joue  cet  élément  dans  l'organisme.  Les  recher- 
ches de  NussBAUM,  Gruber,  Hertwig,  Boveri,  Balbiani, 
Verworn  et  d'autres,  ont  montré  que,  d'une  manière  générale, 
il  fallait  attribuer  au  nucléus  une  importance  toute  puissante 
dans  les  fonctions  qui  se  rapportent  à  l'hérédité,  à  la  régénéra- 
tion de  l'individu,  à  la  vie  de  l'espèce  en  un  mot. 

La  plupart  des  résultats  acquis  ont  été  fournis  par  les  Infusoires. 
C'est  en  étudiant  ces  organismes  que  Nussbaum  établit  le  fait, 
conlirmé  expérimentalement  par  Gruber  et  Balblani,  que  les 
mérozoïtes  ou  fragments  détachés  d'un  individu  mais  privés  de 
noj'au,  périssent  invariablement  après  quelque  temps,  tandis  que 
les  fragments  nucléés  sont  régénérés  en  cellules  complètes. 

D'après  les  expériences  de  Balbiani  sur  le  Stentor,  le  Cyr~ 
tostomum  leucas,  le  Prorodon  niveus,  la  durée  de  la  vie,  chez  le 
mérozoïte  non  nucléé,  est  généralement  de  deux  à  trois  jours;  mais 
cette  durée  peut  exceptionnellement  se  prolonger  jusqu'au  sep- 
tième ou  même  au  huitième  jour  après  la  section  (Cyrtostonmm 


478  E.    PENARD. 

Jeiicas.)  De  plus,  le  même  auteur  a  montré,  qu'un  Iiifusoire  sans 
noj^au,  s'il  peut  vivre  quelque  temps  encore,  est  incapable  en  tout 
cas  de  régénérer  ce  qui  lui  manque  ou  de  se  reproduire. 

Les  Eliizopodes  ont  été  beaucoup  moins  étudiés.  Gruber,  après 
avoir  coupé  en  deux  une  Amœha  proteus,  a  constaté  que  la  por- 
tion privée  de  noyau  se  ramasse  en  boule  et  ne  tarde  pas  à  périr. 
HoFER,  en  divisant  de  grandes  Amibes  en  parties  nucléées  et 
non  nucléées,  vit  que  les  premières  continuaient  à  se  comporter 
exactement  comme  des  Amibes,  tandis  que  les  parties  privées  de 
noyau  ne  montraient  une  conduite  normale  que  pendant  15  à  20 
minutes,  puis  que  les  mouvements  devenaient  anormaux  et  irré- 
guliers, pour  cesser  bientôt  complètement. 

De  ces  expériences  Hofer  conclut  que  si  le  protoplasma  pos- 
sède en  lui-même  la  faculté  du  mouvement,  c'est  le  noyau  qui 
doit  être  regardé  comme  le  centre  régulateur  de  ces  mouvements 
eux-mêmes. 

Ces  dernières  conclusions  ont  été  cependant  mises  à  néant  par 
les  expériences  de  Balbiani  et  de  Yerworx.  Le  premier  a  mon- 
tré que,  dans  des  conditions  favorables,  les  mérozoïtesnonnucléés 
pouvaient  vivre  plusieurs  jours  avec  des  mouvements  normaux. 
Yerworx  a  vu  des  fragments  de  Bifflugia  isolés  et  sans  noyau 
émettre  des  pseudo})odes  aussi  actifs  que  dans  l'état  normal;  il  a 
constaté  de  plus  que  dans  la  Lacrymaria  olor,  la  motion  nor- 
male et  très  spéciale  de  la  partie  antérieure  de  l'animal,  une  fois 
cette  partie  détachée  de  Tindividu,  continue  dans  la  règle,  et 
malgré  l'absence  de  noyau,  à  se  produire  pendant  un  jour  entier. 

Les  observations  dont  je  voudrais  rendre  compte  ici  jH'ésen- 
teront  peut-être  à  leur  tour  quelque  intérêt,  par  le  fait  qu'elles 
se  rapportent,  soit  à  des  noyaux  complètement  isolés  et  dépour- 
vus de  toute  parcelle  de  cytoplasma,  soit  ensuite  à  des  individus 
qui,  à  part  l'absence  du  noyau,  ne  sont  privés  d'aucune  par- 
celle de  leur  plasma  cellulaire. 

En  effet,  toutes  les  études  ont  jusqu'ici  porté  sur  des  animaux 


ESSAIS   DE   MÉROTOMIE   SUR   QUELQUES   UIFFLUGIES.  479 

privés,  non  seulement  de  leur  noyau,  mais  en  même  temps  d'une 
partie  de  leur  cytoplasma,  ou  bien,  à  une  exce])tion  ])rès  {Thalas- 
sicoîla,  expérience  de  Verworn  que  nous  allons  citer),  sur  des 
noyaux  accompagnés  encore  d'une  partie  du  plasma  de  l'animal. 

Verworn,  après  avoir  cité  l'opinion  de  Gruber  sur  la  toute- 
puissance  du  noyau  jiour  le  maintien  de  l'espèce,  nous  dit  à  ce 
sujet  :  «  ]Mais  Gruber  oublie  que,  pour  que  le  nucléus  puisse 
«  être  regardé  comme  la  seule  partie  constituante  de  la  cellule 
«  qui  soit  destinée  à  maintenir  l'espèce,  l'expérience  contraire 
«  doit  être  faite  aussi,  c'est-à-dire  l'investigation  du  nucléus  sans 
«  protoplasma.  Si  le  noyau  dans  ces  conditions  continue  à  vivre, 
«  s'il  régénère  un  nouveau  cori)s  protoplasmicpe  et  forme  un  indi- 
«  vidu  complet,  cette  expérience  serait  en  fait  une  i)reuve  indé- 
«  niable  de  la  signification  du  nucléus.  Mais  s'il  périt  sans  régé- 
«  nération,  comme  le  protoplasma  privé  de  nucléus.  il  n'existe 
«  pas  de  raison  i)our  attribuer  au  nucléus  plus  de  valeur  qu'au 
«  protoplasma:  tout  aussi  bien  le  protoi)lasma  pourrait-il  être 
«  regardé  comme  la  partie  constituante  de  la  cellule  destinée  à 
«  maintenir  l'espèce.  Or  l'expérience  a  été  faite,  et  montre  que 
«  le  noyau  privé  de  protoplasma  périt  comme  le  protoplasma 
«  privé  de  noyau.  Dans  la  ThalassicoUa,  un  I»adiolaire  de 
«  grande  taille,  le  nucléus,  qui  est  visible  à  l'œil  nu,  i)eut  par 
«  une  opération  habile  et  avec  des  instruments  délicats  être 
«  enlevé  dans  toute  son  intégrité  de  la  capsule  centrale,  et  ob- 
«  serve  isolément.  Le  résultat  est  que,  même  protégé  contre  toute- 
«  influence  nocive,  après  quelque  temps  il  meurt  invariablement 
«  sans  qu'il  soit  possible  de  constater  trace  de  phénomènes  régé- 
«  nératifs.  On  peut  faire  les  mêmes  observations  chez  les  Infu- 
«  soires.  Ce  résultat  détruit  la  force  des  arguments  de  Gruber  \  » 

Mes  expériences,  analogues  à  celles  de  Verworn,  ont  donc 
eu  en  premier  lieu  pour  but  d'isoler  le  noyau  ;  et  cela  sur  des 

^  Verworn,  Physiologie  générale,  édit.  anglaise,  1899. 


480  E.    PEXARD. 

Diffliigies,  organismes  qui,  grâce  à  la  structure  particulière  de 
leur  micléus,  paraissent  éminemment  favorables  à  des  recherches 
de  ce  genre. 

Nous  pouvons  en  effet  nous  représenter  le  noyau  de  ces  orga- 
nismes comme  une  sphère  régulière,  formée  d'abord  d'une  mem- 
brane ou  paroi  extérieure  bien  nette,  lisse,  souple  et  élastique  en 
même  temps.  L'intérieur  de  ce  ballon  mince  et  trans])arent  est 
alors  occupé  par  un  plasma  liquide,  le  suc  cellulaire,  transparent 
lui-même,  dans  lequel  flottent,  généralement  dans  un  ordre  plus 
ou  moins  régulier  et  logés  surtout  sous  la  membrane  comme  une 
sphère  creuse  interne,  de  nombreux  nucléoles,  sous  forme  de 
petites  boulettes  d'un  bleu  verdâtre. 

Chez  les  Difiiugies,  il  n'est  pas  très  difficile  d'isoler  le  noyau 
du  plasma  qui  le  renferme.  Pour  y  parvenir  il  suffit,  après  avoir 
transporté  l'animal  dans  une  goutte  d'eau  et  l'avoir  mis  sous  un 
couvre-objet,  d'opérer  prudemment  une  pression  légère  sur  la  co- 
quille de  la  Difflugie.  Cette  pression  se  fait  d'ailleurs  d'elle-même 
si  l'on  a  soin  de  glisser  avec  précaution  un  petit  morceau  de  papier 
buvard  contre  le  bord  du  couvre-objet,  et  peut  être  réglée  à 
volonté.  A  un  moment  donné  on  voit  la  coquille  se  fendre,  et  le 
plasma  en  sortir,  entraînant  avec  lui  le  noyau.  En  imprimant  alors 
à  la  lamelle  de  verre  quelques  petits  mouvements  de  va-et-vient, 
on  réussit  parfois  à  isoler  complètement  ce  noyau  ;  mais  ce  qui  vaut 
mieux  encore,  c'est  que  ce  dernier  sorte  et  s'isole  de  lui-même, 
s' échappant  de  la  coquille  comme  un  noyau  de  cerise  qu'on  pres- 
serait entre  les  doigts.  Il  ne  reste  plus  alors  qu'à  enlever,  sous 
la  loupe  montée,  les  fragments  de  la  Difliugie,  et  à  remettre  une 
goutte  d'eau  fraîche  sans  quitter  un  instant  de  l'ieil  le  noyau 
qu'on  a  intérêt  à  conserver. 

De  cette  manière  j'ai  obtenu  sept  noyaux  différents,  dont  six  ont 
été  étudiés  sous  le  couvre-objet.  Le  septième  a  pu  être  placé  tout 
contre  la  cocpiille  d'une  grosse  Difflugie  à  la  partie  postérieure 
de  laquelle  il  est  resté  accroché  pendant  i)lusieursjours,  dans  une 


ESSAIS    DE    MÉROTOMIE   SLll   QUEIX|l'ES    DIFFLLGIES,  481 

éproiivette  avec  de  Teaii  pure  et  fréquemment  renouvelée.  Disons 
tout  (le  suite  que  ce  noyau  s'est  comporté  absolument  connue  les 
autres,  sauf  que  de  tous  c'est  lui  qui  a  montré  la  plus  longue  ré- 
sistance à  la  désintégration. 

Comme  je  le  disais  plus  haut,  cette  opération  de  l'isolement 
du  nucléus,  bien  qu'il  entre  dans  sa  réussite  un  certain  élément 
de  chance,  n'est  pas  très  difficile  à  effectuer.  J'aurais  pu  multi- 
plier les  expériences  ;  mais  les  sept  noyaux  que  j'ai  étudiés  s'étant 
conduits  d'une  manière  identique,  il  m'a  semblé  inutile  de  pousser 
plus  loin  les  choses.  J'ajouterai  que  ces  noyaux  appartenaient 
aux  espèces  suivantes  :  Biffluffia  lohosfoma  Leidy,  Bifflugia  glo- 
hidosa  Dujardin,  BifflHgiapyrifoymls  Perty,  et  Biffldgia  capreo- 
lata  Penard  \ 

Voici  maintenant  comment  on  pourrait  décrire  les  phéno- 
mènes qui  se  passent  à  partir  du  moment  où  le  nucléus  se  trouve 
isolé. 

Pendant  un  temps  variable  suivant  les  conditions  du  milieu, 
eau  plus  ou  moins  aérée,  température  plus  ou  moins  favorable, 
etc.,  le  noyau  ne  présente  aucun  changement  appréciable  d'as- 
pect. Dans  mes  opérations,  après  9  heures  \)OiiY\a..DiffIugiapyn- 
formis,  12  heures  pour  la  B.  lohostoma,  18  heures  pour  la  D. 
glohulosa,  20  heures  pour  la  B.  capreolata  et  24  heures  pour  la 
B.  pyriformis  var.  nodosa  (cette  dernière  en  eau  libre),  le  noyau 
était  encore  en  apparence  parfaitement  sain  ;  tout  au  plus  pou- 
vait-on y  remarquer  une  teinte  générale  d'un  bleu  moins  pur,  et 
un  peu  moins  de  brillant  dans  les  nucléoles. 

Passé  ce  temps  on  voit  se  dessiner  des  changements  toujours 
plus  accentués  :  le  contour  de  la  membrane  nucléaire,  qui  figurait 
d'abord  un  cercle  parfait,  perd  peu  à  peu  de  sa  régularité  ;  il  s'y 
dessine  de  petites  ondulations,  en  même  temps  que  souvent,  mais 
pas  toujours,  le  cercle  dégénère  peu  à  peu  en  une  figure  irré- 

^  Cette  dernière  n'a  pas  encore  été  décrite,  et  le  sera  prochainement. 
Kev.  SmssE  DE  ZooL.  T.  8.  1900.  31 


482  E.    PENARD. 

gulière.  Pendant  que  se  produisent  ces  changements,  on  voit 
apparaître  sur  le  pourtour  de  la  membrane  des  granulations 
allongées  qui  semblent  y  être  implantées  en  ordre  régulier, 
comme  les  dents  d'une  roue  dentée.  Ces  granulations  deviennent 
de  plus  en  plus  nombreuses,  et  finissent  par  revêtir  tout  le 
noyau  comme  d'une  poussière  de  petits  grains,  allongés  ou  splié- 
riques.  Ces  grains  ne  se  colorent  pas  sous  l'action  du  carmin. 
Après  avoir  cru  pouvoir  leur  attribuer  la  valeur  d'une  exsudation 
provenant  de  l'intérieur  du  noyau,  j'ai  pu  bien  vite  me  con- 
vaincre que  ce  sont  simplement  là  des  végétations  crj^toga- 
miques,  telles  qu'il  s'en  forme  souvent  autour  des  micro-organis- 
mes malades.  Leur  présence  n'a  donc  rien  d'anormal;  mais  il 
est  intéressant  de  constater  leur  apparition  au  moment  même 
où  le  noyau  commence  à  perdre  son  apparence  de  santé,  et  on 
pourrait  se  demander  jusqu'à  quel  point  ils  sont  cause  ou  effet. 

Pendant  que  se  produisent  ces  phénomènes,  les  nucléoles  de 
leur  côté  subissent  des  changements  appréciables.  Les  petites 
sphérules  bleues  perdent  de  leur  fraîcheur  primitive,  se  ratatinent 
et  deviennent  grisâtres  et  pointillées,  en  même  temps  qu'elles 
abandonnent  quelque  peu  le  voisinage  de  la  membrane  et  se  ré- 
tractent en  un  groupe  les  unes  contre  les  autres.  La  membrane 
enfin  perd  de  son  épaisseur,  se  plisse  ou  s'étale,  et  tout  le  noyau 
n'est  plus  représenté  que  par  un  amas  grisâtre  et  granuleux,  en- 
touré d'une  fine  pellicule  grisâtre  aussi,  reste  de  la  membrane 
nucléaire. 

Ace  moment,  c'est-à-dire  en  moyenne  deux  jours  après  l'isole- 
ment, le  noyau  mort  est  encore  parfaitement  colorable  au  car- 
min ;  le  réactif  agit  même  plus  rapidement  que  de  suite  après  la 
libération,  et  la  coloration  se  montre  plus  intense. 

Quant  au  moment  précis  où  toute  vie  a  cessé  dans  le  noyau,  il 
est  sans  doute  difficile  à  déterminer;  à  en  juger  d'après  la  belle 
apparence  de  santé  qu'on  peut  remarquer  jusqu'à  la  formation 
des  premières  petites  ondulations  de  la  membrane  et  à  l'arrivée 


ESSAIS   DE   MÉROTOMIE   SUR   QUELQUES   DIFFLUGIES.  483 

des  éléments  cryptogaiiiiciiies,  le  noj'au  pourrait  peut-être,  dans 
des  conditions  favorables,  rester  bien  portant  une  journée  entière. 

Toujours  est-il  que  le  no^au  isolé  périt  fatalement,  et  bien  plus 
vite,  connne  nous  le  verrons  bientôt,  que  le  cytoplasma  privé  de 
nucléus.  Le  noyau,  je  serais  porté  à  le  croire,  meurt  simplement 
d'inanition.  Incapable  par  lui-même  de  pourvoir  à  sa  subsistance 
et  complètement  dé])endant  pour  sa  nourriture  du  cytoplasma 
qui  Tentoure,  isolé  il  n'a  plus  qu'à  périr;  tandis  que  le  plasma 
cellulaire,  presque  toujours  abondamment  fourni  en  provisions 
de  toute  sorte,  grains  d'amylum,  proies  non  digérées  encore, 
Zoochlorelles  qui  ne  manquent  que  rarement,  peut  vivre  plus 
longtemps  et  ne  doit  que  bien  difficilement  périr  faute  de  nour- 
riture. 

Les  observations  que  je  viens  de  rapporter  confirment  donc 
bien  les  résultats  auxquels  est  arrivé  Yerworn  chez  la  Thalassi- 
colîa,  sauf  que  dans  le  cas  de  la  Blfflugia  la  mort  semble  arriver 
plus  tardivement.  Verworn  parle  en  effet  de  «  quelque  temps  ' ,  » 
ce  qui  semble  vouloir  dire  «  quelques  instants  »  après  l'isolement 
du  noyau. 

Blochmann  de  son  côté,  qui  n'a  pas  fait  de  recherches  méro- 
tomiques  spéciales,  a  constaté  un  cas  anormal  où  dans  une 
EufiJyplia  en  cours  de  dédoublement  le  plasma  tout  entier  était 
rentré  dans  la  vieille  coque  en  abandonnant  le  noyau  dans  la 
jeune.  Voyant  ce  noyau  rester  inerte,  Blochmann  en  tire  la 
conclusion  que  «  le  noyau  n'a  pas  le  pouvoir,  lorsqu'il  est  isolé 
un  instant  seulement  du  plasma,  de  conserver  Tétat  de  vie  ^.  » 
Cet  observateur  se  trompe  sans  doute  en  ne  parlant  que  d'un 
instant  seulement. 

Quant  aux  déductions  de  Verworn  relatives  aux  conclusions 
de  Gruber,  —  Veravorn  donnant  ses  expériences  sur  la  Tha- 

^  "  After  some*time  »  General  Physiology,  édit.  anglaise. 

-  F.  Blochmann.  Zur  Kenntniss  der  Fortpflanzung  von  Euylypha.  Morphol. 
Jahrb.  Bd.  13. 


484  E.    PENARD. 

lassicolla  comme  «  détriiisant  la  force  des  arguments  de  Gru- 
BER,  »  — je  ne  les  comprends  pas  très  bien.  Gruber  en  effet,  en 
parlant  du  nucléus  comme  de  l'élément  le  plus  important  de  la 
cellule  parce  que  c'était  lui  qui  maintenait  l'espèce,  n'a  sû- 
rement jamais  voulu  dire  qu'il  pouvait  la  maintenir  sans  l'aide  du 
plasma,  et  au  fond  les  deux  observateurs  sont  du  même  avis. 

Après  ces  considérations  sur  les  noyaux  isolés,  il  me  reste  à 
relater  quelques  expériences  sur  des  Difflugies  privées  de  leur 
noyau,  mais  de  leur  noyau  seulement.  Dans  ce  genre  de  recher- 
ches il  se  présente  au  début  une  difficulté  bien  plus  grande  que 
dans  le  cas  précédent:  c'est  d'arriver  à  obtenir,  après  le  départ 
du  noyau  par  compression  sous  le  couvre-objet,  des  individus 
assez  peu  mutilés  pour  qu'on  puisse  les  regarder  comme  en  par- 
faite santé.  Dans  la  plupart  des  cas  en  effet,  la  coquille  s'écrase, 
le  plasma  et  son  contenu  s'échappent,  et  il  ne  reste  plus  qu'une 
masse  informe,  incapable  de  reconstituer  par  exemple  des  pseu- 
dopodes normaux.  Cependant  il  arrive  parfois  que  l'opération 
réussisse,  et  j'ai  pu  obtenir  de  cette  manière  trois  individus  énu- 
cléés,  tout  en  restant  en  bon  état. 

Mais,  avant  d'aller  plus  loin,  il  ne  sera  pas  inutile  de  consi- 
dérer ce  qu'il  advient  en  général  de  Difflugies  simplement  mu- 
tilées, mais  pourvues  encore  de  leur  noyau  et  de  tout  leur  cyto- 
plasma. 

J'ai  fait  sous  ce  rapport  un  nombre  considérable  d'observa- 
tions, portant  sur^  plusieurs  centaines  d'individus.  Ces  recher- 
ches avaient  pour  but  d'examiner  si  les  Difflugies  pourraient 
resouder  leurs  coquilles  brisées,  ou  en  régénérer  les  parties 
man(iuantes  (col  enlevé  chez  la  Diffluffia  pt/riformis,  coque  dé- 
foncée chez  la  Diff'.  lahodoma,  etc.).  Dans  toutes  ces  expériences 
les  résultats  ont  été  absolument  les  mêmes:  les  aninuiux,  si  leur 
coquille  n'a  pas  été  trop  endommagée,  rapprochent  quelcjue  peu 
les  bords  des  fractures,  de  manière  à  donner  à  la  coque  une 
apparence  plus  (su  moins  normale:  mais  aucune  soudure  ne  se 


ESSAIS   DE  MÉIIOTOMIE   SUR   QUELQUES   DIFFLUGIE8.  485 

produit,  et  les  fentes  restent  ouvertes.  Parfois  l'animal  collera  à 
sa  coquille  un  fragment  de  matière  étrangère  (morceaux  de  verre 
mis  à  sa  disposition)  ;  j^arfois  aussi  une  Difflngia  2^y>'ifornm 
procédera  à  la  régénération  de  son  col,  mais  ce  ne  sera  qu'une 
tentative,  et  l'animal  se  contentera  plutôt  de  fermer  la  blessure 
par  un  amas  de  petits  fragments  englués.  Une  seule  fois  j'ai 
trouvé  une  coquille  dont  le  col  pouvait  à  la  rigueur  être  regardé 
comme  refait  '. 

Dans  toutes  ces  expériences  d'ailleurs,  les  animaux  simple- 
ment mutilés  sans  perte  de  noyau  se  sont  montrés  parfaitement 
viables.  Généralement  l'animal  reste  quelque  temps  en  repos 
dans  sa  coque,  puis  il  déployé  ses  pseudopodes  comme  un  or- 
ganisme sain,  et  de  la  sorte  il  peut  vivre,  même  sans  qu'il  lui  soit 
fourni  de  nourriture,  des  semaines  entières.  La  })lupart  cepen- 
dant, après  quelques  jours,  gardent  un  repos  absolu,  dont  ils  ne 
sortent  un  instant  que  lorsqu'on  les  expose  à  une  vive  lumière, 
puis  ils  se  mettent  en  boule  dans  leur  coquille  et  n'en  sortent 
plus.  Toute  une  végétation  cryptoganique  envahit  la  coquille, 
surtout  autour  de  la  bouche,  et  l'animal  semble  mort,  mais  lors- 
qu'on l'écrase  on  trouve  le  plasma  bien  vivant,  plein  d'amidon, 
souvent  de  Diatomées  en  réserve  et  de  Zoochlorelles  en  bon 
état. 

Dans  ma  première  expérience,  l'animal  privé  de  noyau  était 
une  Difflngia  lohostoma.  La  coquille  avait  été  fendue  en  deux 
moitiés  qui  bientôt  se  rapprochèrent  quelque  peu,  sans  qu'il  se 
produisît  du  reste  de  soudure.  Pendant  quelque  temps  l'animal 
resta  immobile  dans  sa  coque,  puis  bientôt  il  sortit  ses  pseudo- 
podes et  se  mit  à  marcher.  Il  continua  de  la  sorte  à  se  comporter 
comme  un  individu  sain  pendant  deux  jours,  étalant  ses  pseudo- 


^  C'est  à  ces  mêmes  résultats  qu'était  arrivé  Verworn.  Par  contre  cet  observa- 
teur a  réussi  à  obtenir  des  coquilles  formées  de  toutes  pièces  d'éclats  de  verre; 
l'animal,  avant  sa  bipartition,  s'étant  muni  du  seul  matériel  qu'il  trouvât  à  sa 
portée. 


486  E.    PENARD. 

pocles  et  fuyant  la  trop  grande  lumière  quand  Tonibre  était 
proche  de  lui.  A  la  fin  du  second  jour,  croyant  voir  une  teinte 
jaunâtre  se  prononcer  sur  les  pseudopodes,  ce  qui  est  générale- 
ment un  indice  de  maladie,  j'écrasai  l'animal,  dont  le  plasma  se 
trouva  cependant  normal,  avec  amidon,  Zooclilorelles,  etc.  On 
n'y  voyait  par  contre,  comme  il  fallait  s'y  attendre,  pas  trace  de 
noyau,  et  le  carmin  non  plus  n'en  décela  pas  la  présence.  Cet 
individu  aurait  pu  sans  doute  être  conservé  bien  plus  longtemps 
vivant. 

Dans  ma  seconde  expérience,  l'animal  énucléé,  une  Diffluf/ia 
capreolafa,  a  été  examiné  pendant  cinq  jours,  du  3  au  8  octobre. 
Le  4  octobre,  j'ajoutai  à  l'eau  dans  laquelle  se  trouvait  la 
Difflugie,  des  fragments  de  Pelomyxapahistris  écrasées,  espérant 
retrouver  plus  tard  dans  le  plasma  de  l'animal  soit  quelques-uns 
des  petits  noyaux,  soit  les  Bactéries,  si  caractéristiques  de  la 
Pelomyxa.  Le  5  et  le  6,  l'animal  continua  à  se  comporter  d'une 
manière  normale,  étalant  ses  pseudopodes  et  paraissant  plein  de 
santé.  Cependant  le  7  il  ne  sortit  plus  de  sa  coque,  et  les  végé- 
tations cryptogamiques  commencèrent  à  le  recouvrir.  Le  8  oc- 
tobre, il  était  pourtant  en  bon  état,  et  exposé  à  la  lumière,  il 
recommença  à  marcher,  déployant  de  nouveau  ses  pseudopodes. 
A  ce  moment  je  l'écrasai,  et  je  trouvai  un  plasma  sain,  avec 
grains  d'amidon,  granulations  brillantes,  Zoochlorelles,  Diato- 
mées non  digérées.  Mais  on  n'y  voyait  aucune  trace  des  noyaux 
de  la  Pelomyxa,  non  plus  que  des  Bactéries.  Pas  plus  d'ailleurs 
que  dans  l'observation  directe,  le  carmin  n'y  décela  la  pré- 
sence d'aucun  nucléus. 

Ma  troisième  expérience  concernait  également  une  Diffhff/ia 
capreolata,  dont  la  coquille  avait  été  fendue  dans  toute  sa  lon- 
gueur. Après  l'avoir  mise  dans  une  éprouvette  avec  de  l'eau 
pure,  je  réussis  à  fixer  à  la  partie  postérieure  de  la  coquille,  où 
se  montrait  une  large  ouverture,  un  noyau  isolé  de  Difflugia 
pyrifonnis  var.  nodosa  Leidy.  Disons  une  fois  pour  toutes  que  ce 


ESSAIS   DE   MÉROTOMIE   SUR   QUELQUES    DIFFLUGIES.  487 

1103'aii  se  trouva  bien  vite  collé  à  une  aspérité  de  la  coquille,  et 
y  resta  huit  jours,  dégénérant  peu  à  peu,  mais  sans  (pie  l'indi- 
vidu en  observation  fît  jamais  une  tentative  pour  l'attirer  dans 
son  intérieur. 

Dans  cette  Difflugie,  qui  avait  été  passablement  endommagée, 
le  plasma  se  mit  de  suite  en  boule,  et  de  longtemps  ne  voulut 
plus  sortir  de  cet  état.  Opéré  le  15  octobre,  le  18  toute  la  coque 
commença  à. s'entourer  de  végétations  cryptogamiques.  Le  19 
cependant,  après  avoir  été  exposé  plusieurs  heures  à  la  lumière, 
l'animal  sortit  ses  pseudopodes  et  se  mit  à  marcher.  Il  faut  re- 
marquer que  cette  espèce  présente  des  phénomènes  de  locomotion 
tout  particuliers,  qu'on  pourrait  appeler  des  habitudes  spécifi- 
ques\  Or,  la  Difflugie  énucléée  présentait  bien  dans  tous  ses 
détails  ces  particularités  de  locomotion.  Hofer  est  donc  dans 
l'erreur,  comme  du  reste  l'ont  montré  Balbiani  et  Verworn, 
lorsque  de  ses  expériences  sur  les  Amibes  il  tire  la  conclusion 
que  «  le  nucléus  est  un  centre  régulateur  pour  les  mouvements.  » 
Cependant  je  ne  crois  pas  qu'on  puisse  envisager  les  pseudo- 
podes non  plus  comme  possédant  en  eux-mêmes  ce  pouvoir  ré- 
gulateur. J'ai  maintes  fois  observé  que  des  pseudopodes  dé- 
tachés et  dépourvus  de  toute  parcelle  de  cytoplasma,  se  con- 
duisent, il  est  vrai,  comme  des  Amibes,  mais  des  Amibes  extra- 
ordinaires ;  les  mouvements  sont  désordonnés,  affolés,  et  ne 
rappellent  rien  de  ce  que  l'on  voit  chez  les  Amibes  normales,  non 
plus  que  Chez  les  pseudopodes  normaux-.  Le  noyau,  nous  venons 
de  le  voir,  ne  semble  exercer  aucune  influence  sur  l'intégrité  des 
mouvements,  et  c'est  dans  le  cytoplasma  qu'il  faut  alors  chercher 
l'influence  coordinatrice  de  ces  mouvements. 

'  Ces  phénomènes  trouveront  leur  description  dans  Touvrage  eu  préparation 
dont  il  a  été  parlé  plus  haut. 

-  Quant  aux  pseudopodes  placés  dans  le  voisinage  immédiat  de  l'individu  dont 
ils  viennent  d'être  détachés,  ils  semblent  être  de  la  part  de  ce  dernier  sous  l'in- 
fluence d'une  attraction  véritable,  qui  les  porte  à  se  diriger  vers  le  parent.  Voir 
Penakd,  Archives  des  Sciences  Phys.  et  Nat.,  Mai  1899. 


488  E.   PENARD. 

Cette  même  Difflugie  cependant,  exposée  toute  une  matinée  à 
la  lumière,  se  mit  le  22  octobre  encore  à  étaler  de  magnifiques 
pseudopodes.  Du  22  au  28  elle  se  renferma  obstinément  dans  sa 
coquille,  entourée  déjà  de  myriades  de  champignons  microscopi- 
ques. Mais  le  plasma  restait  vivant  et  par  moments  on  constatait 
la  présence  d'une  vésicule  contractile.  Enfin  le  29  octobre 
j'écrasai  la  Difflugie,  qui  se  trouva  remplie  comme  les  autres 
d'amidon,  de  Zoochlorelles  et  de  nourriture.  On  voyait  aussi,  à 
un  état  plus  ou  moins  avancé,  quelques-uns  de  ces  corps  brillants 
qui  peuvent  être  considérés  comme  des  spores  et  se  colorent  par 
le  carmin;  puis  quelques  Amibes  minuscules,  munies  cha- 
cune d'un  noyau  et  d'une  vésicule  contractile,  marchant  parmi 
les  débris.  Elles  avaient  en  moyenne  une  longueur  de  15  a  à 
peine.  Il  m'est  impossible  de  dire  si  c'étaient  là  des  parasites  ou 
des  embryons  provenant  de  la  Difflugia  elle-même.  En  tout  cas 
ces  Amibes  rappelaient  étrangement,  sauf  différences  spécifiques, 
les  embryons  amœbiformes  que  j'ai  remarqués,  bien  vivants, 
dans  le  corps  même  de  certaines  Pelomyxa. 

En  résumé,  dans  les  trois  expériences  que  nous  venons  de  citer, 
les  Diffltigia  privées  de  leur  noyau  se  sont  comportées  comme 
celles  qui  dans  d'autres  expériences  le  possédaient  encore.  La 
mutilation  de  leur  coquille  les  a  rendues  paresseuses,  mais  elles 
ont  vécu  jusqu'à  15  jours  malgré  les  conditions  en  somme  défa- 
vorables (manque  d'eau  suffisamment  aérée,  attaque  des  para- 
sites), et  lorsqu'elles  ont  été  examinées  pour  la  dernière  fois,  la 
vie  ne  les  avait  pas  encore  abandonnées. 

Ont-elles  pendant  ce  temps  pris  de  la  nourriture  ?  c'est  ce  que 
je  n'ai  pu  contrôler.  Dans  l'une  des  expériences,  en  tout  cas,  la 
Difflugie  en  avait  à  sa  disposition,  mais  elle  ne  semble  pas  en 
avoir  profité.  Il  est  peu  probable  d'ailleurs  qu'une  nourriture 
apportée  de  l'extérieur  leur  ait  été  de  la  moindre  nécessité,  car 
des  Difflugies  normales  peuvent  facilement  rester  trois  et  quatre 
semaines  à  jeun  dans  une  eau  pure  sans  que  rien  semble  atteindre 


ESSAIS   DE   MÉROTOMIE   SLR   QUELQUES   DIFFLUGIES.  489 

leur  santé.  Balbiani  a  vu  des  fragments  d'Infusoires  dépourvus 
de  noyau  prendre  des  aliments,  et  sans  doute  les  Difflugies,  chez 
lesquelles  les  autres  fonctions  végétatives  étaient  restées  nor- 
males, auraient  pu  en  faire  autant. 

C'est  ici  que  s'arrêtent  mes  expériences.  Quelque  modestes 
qu'elles  soient,  elles  semblent  faire  ressortir,  à  l'égal  de  celles 
deVERWORN  et  de  Balbiani,  le  rôle  prépondérant  du  cytoplas- 
ma  pour  tout  ce  qui  concerne  la  vie  végétative.  Si  le  noyau  doit 
être  regardé  comme  l'élément  le  plus  important  de  la  cellule 
pour  la  vie  de  l'espèce,  il  semble  que  dans  les  organismes  unicel- 
lulaires  la  vie  de  l'individu  ne  dépende  en  aucune  façon  du 
nucléus,  pourvu  du  moins  que  cet  individu  possède,  sauf  l'absence 
du  noyau,  toute  son  intégrité,  et  ne  soit  pas  privé  d'une  partie 
de  son  corps  qui  pour  une  vie  prolongée  demanderait  à  être  re- 
constituée. 


490       E.  PENARD.  —  ESSAI  DE  MÉROTOMIE  SUR  QUELQUES  DIFFLUGIES 


BIBLIOGRAPHIE 

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3.  Delagp:.  Traité  de  Zoologie  concrète.  Vol.  I.  Paris  1896. 

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Protozoen.  Berichte  der  nalurf.  Ges.  zu  Fceiburg.  Bd.  1.  1886. 

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thierischen  Eies.  Jen.  Zeit.  f.  Nat.  1887. 

7.  HoFER.  Experimentelle  Untersuchnngen  ueber  den  Einfluss  des  Kerns 

auf  (las  Protoplasma.  Jen.  Zeit.  f.  Nat.  1889-90. 

8.  NussuAUM.  Ueber  spontané  und   kiinstliche    Theilung  von  Infusorien. 

Verhand.  d.  naturhist.  Ver.  d.  preuss.  Rheinlande.  Bonn  1884. 

9.  Verworx.  Die  phgsiologische  Bedeutung  des  Zellkerns.  Avch.  f.  d.  ges. 

Physiologie  1892  LI. 
10.     —  General  Phgsiologg.  London  1899. 


TAFEL  1. 

FIGURENERKL/ERUNG. 

Fig.  l.  Genitalborste  von  Tubifex  Heuscheri  n.  sp. 

»  2.  Aeusseres  Ende  derselben.  vergr. 

»  3.  Spermatophore. 

»  4.  Gehirn. 

»  5.  Dorsale  Kammborste  von  Tubifex  riviUornm  Sam. 

»  6.  Spermatheke  mit  Spermatophore. 

«  7.  Vorderende  der  Spermatophore. 

»  8.  Spermatheke  von  Tubifex  alpinus  n.  sp. 

»  9.  Dorsale  Borsten. 

»  10.  Dorsale  Kammborste.  vergr. 

»>  H.  Ventrale  Horste  von  Haemonais  \Valdvof/cli  n.  sp. 

)>  12.  Dorsales  Borstenbimdel. 

»  13.  Gehirn. 

»  14.  Kreislaiif  der  vordern  Segmente. 

>'  15.  Gehirn  von  Chaetogaster  Lnngi  Br. 


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K.Breliâcker  del 


K.Bretscher.  Oligochaeten 


Imp.JtilesReyJC^''- Genève 


TAFEL  2. 

FIGURENERKL^RUiXG. 

Fig.  16.  Bauchmark  (3  u.  4  Segment)  von  Marionina  lobalii  Bi-. 

»  17.  Nephridium  von  Mesenchijtraeus  monochaetus  n.  sj). 

»  18  u.  19.  Samentrichter  von  Friderkia  antorctic'a  Redd. 

»  20  u.  21.  Spermatheken. 

»  22.  Gehirn. 

»  23  u.  24.  Nepliridien. 

»  25  u.  26.   Spfcicheldrusen. 

»  27  n.  28.   Samentrichter  von  Fridericia  Udei  Br. 

»  29.  Spermatheken. 

»  30.  Gehirn. 

»  31.  Bauchmark  im  letzten  Giirtel  und  2  folgenden  Segmenten. 

"  32.  i\e|»hridium. 

»  33.  Speicheldriise. 

»  34.  Samentrichter  von  Fridericia  Heddardi  n.  sp. 

»  35  u.  36.  Spermatheken. 

»  37.  Gehirn. 

»  38.  Speieheldriisen. 

»)  39.   Samentrichter  von  Fridrriria  hiimico/a  n.  sp. 

»  40.  Spermatheke. 

»  41  u.  42.  Gehirn. 

»  43.  Nephridium. 


f,w.  Suisse  de  7.00I.  7: s  /,m). 


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K.Bretscher.  Oligochaeten 


^iReyî  Cl  Genève 


TAFEL  3. 


FIGURENERKL.EHUNG. 


Fig. 


» 
» 
» 

n 
» 


44.  Samentrichter  von  Fridericia  fruttensis  n.  sp. 
45  u.  46.  Spermatheken. 

47.  Gehirn. 

48.  Bauchmark  im  letzton  Giirtel  ii.  2  folgenden  Seginenten. 

49.  Nephridium. 

oO.  Samentrichter  von  Fridericia  alpinula  n.  sp. 

51.  Spermatheke. 

52.  Gehirn. 

53.  Nephridium. 

54.  Samentrichter  von  Fridericia  auriculahi  n.  sp. 

55.  Spermatheke. 

56.  Gehirn. 

57.  Bauchmark  der  vordern  Segmente, 

58.  Nephridium. 

59.  Samentrichter  von  Fridericia  niiinila  n.  sp. 

60.  Prostatadriise. 

61.  Spermatheke. 

62.  Gehirn. 

63.  Samentrichter  von  Fridericia  terreslris  n.  sp. 

64.  Spermatheke. 

65.  Gehirn. 

66.  Nephridium. 

67  u.  68.  Speicheldriisen. 

69.  Nephridium  von  Henlea  salcata  n.  sp. 

70.  Spermatheke. 


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K.Bretscher.  Oligochaeten. 


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TAFEL  4. 

FIGURENERKLtERUNG. 

Fig:.  1.  Gl.  subinaxillaris  {GL  sbm.)  u.  Gl.  retrolingualis  {Gl.  retr.) 

D.  retr.  =  Ductus  retrolingualis. 

U.  subm.  =  Ductus  submaxillaris. 
F\g.  i.  Gl.  retroling-ualis  (  Austritt  des  Ductus  retrolingualis.  U.  n'Ir.) 

D.  snbni.  =  Ductus  submaxillaris. 
Fig.  -i.  Schnitt  durch  den  hinteren  Abschnitt  des  Unterkiefers. 

Gl.  sbl.  =  Gl.  subling'ualis. 

I).  retr.  =  Ductus  retrolingualis. 

/>.  subm.  =  Ductus  submaxillaris. 

B.  =  Blutgefâss. 

M.  =  Muskulatur. 

Z.  ==  Zunge. 
Kig.  4.  Schnitt  durch  den  niittleren  Abschnitt  des  Unterkiefers. 

Bezeichnung  vvie  in  Fig.  ;{. 
Fig.  o.   Ausnnindung  des  Ductus  retrolingualis. 

Bezeichnung  wie  in  Fig.  3. 
Fig.  6.   Ausmiindung  des  Ductus  submaxillaris. 

Bezeichnung  wie  in  Fig.  3. 


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fep.  Jules  Rev  l  C*  Genève 


TAFEL  5. 
FIGURENERKLÀRUNG. 


Fig'.  1.  rf.  =  Gl.  retrolingiialis. 
sbm.  =  Gl.  submaxillaris. 
m.     =  Musculatur. 

sdz.   —  Schneidezâhne  des  Unterkiefers. 
Fig.  2.    Habltiisbild  des  D.  submaxillaris  und  retrolinguafis. 

Die  Figur  hat  lediglicb  denZweck,  unsdie  olteii  angetulirte, 
merkwiirdige  Verlagerung  der  Kerne  des  Ducfiis  sub- 
maxillaris zu  zeigen. 
Dr.  =  Ductus  retrolingualis. 
Ds.   =  Ductus  submaxillaris. 
Fig.  3.    Gl.  retroling-ualis<  Habitusbild.  Schwach  vergWtssert. 
a.  ±=  Ausfubrganganfang. 


h.  ■=  Bluterefasse. 


Fig.  4.    Gl.  retrolingualis.  Stark  vergrossert. 

a.  =  Ausfubrganganfang  mit  der  »  Stabclienzone  ». 

b.  =^  Blutgefâsse. 

/.  =:  Querschnitt  durch  einen  einzelnen  Tubulus. 
Fig.  o.    Gl.  retrolingualis.    Liingsscbnilt  durcb  ('inen  Tubulus. 
Fig.  6.    Gl.  submaxillaris.   Habitusbild.  Scbwacb  vergrossert. 

a.  =  Ausfubrganganfang. 

b.  =  Blutgefâsse. 

Fig.  7.    Gl.  submaxillaris.  Stark  vergrossert. 
a.  =  Ausfubrganganfang. 
s.  =  Stâbchenzone. 

fi.  =  innerbali)  gelegene  bomogcue  Scliiclit. 
h.  :^  Blutgefâsse. 


Bfv.  Suisse  lie  ^ooL  T.  S.  I!)U(). 


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Fig.7. 


UthAnst.v.F.A.Funke,U^pz!^ 


M.Aiii'rbach.    AK^oxus 


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EXPLICATION  DE  LA  PLANCHE  6 


Kig.   1,  l(f.  Toxaster  CoUef/mji  Sismonda,  var.   L eipni')' le i  Colienu. 

de  grandeur  naturelle. 

Fig.  2,  2'K  2/^  Holaster  Perezii  Sismonda,  de  grandeur  naturelle. 

Fig.  3,  '^a.  'ili.  ."{r.  Epiasler  Lcenhavdti  P.  de  Loriol,  de  grandeur  natu- 
relle. 

Fig.  i.  Catopygus  RoùciUei  P.  de  Loriol.  de  grandeur  natu- 

relle. Fig.  4  a.  Ambulacres  grossis. 

Fig.  S,  îifi.  oh.  or.  Autre  exemplaire  de  la  même  espèce,   de  grandeur 

naturelle. 

Fig.  <j,  6'/.  ()//.  Pomelia  Delgadol  P.  de  Loriol,  de  grandeur  naturelle. 

Fig.  6c.   Ambulacres  grossis. 

Fig.  7,  la.  Autre  exemplaire  de  grandeur  naturelle.  Fig.  7  h.  Face 

inférieure  du  même  grossie.  Fig.  7  c.  Granules  du 
taux  plastron  grossis. 

Fig.  8.  Face  inférieure  d'un  individu  de  la  môme  espèce  vue  à 

l'intérieur.   Fig.  8  a,  la  même  grossie. 


Uev  Suisse  de  Zool.  T.  S    IffOO. 


PI  6. 


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p.  de  Loriol.-Echinodermes 


Fig. 

1. 

Fig-. 

-> 

^  î 

-2  a. 

Fig. 

3, 

3  a. 

Fig. 

4. 

^a. 

Fig. 

oa. 

Fig. 

(î. 

Fig. 

7, 

7f/, 

EXPLICATION  DE  LA  PLANCHE  7. 

Uadiole  du  Cidaris  Leenhardti  P.  de  Loriol,  de  gran- 
deur naturelle. 
Autre  radiole  de  la  même  espèce,  de  grandeur  naturelle 

et  grossi. 
Autre  radiole  de  grandeur  naturelle  et  grossi. 
Autre  radiole  de  grandeur  naturelle  et  grossi. 
Autre  radiole  très  épineux,  de  grandeur  natia-elie  et 

grossi. 
Autre  i-adiole  de  grandeur  naturelle. 
7 II.  T rochodiadema  abramemc  P.  de  Loriol,  de  grandeur 

naturelle.    Fig.   le,  ~d.    Grossissements  du  même 
individu. 
Fig.  8.  Pourtour  du  pe^'istome  d'un  autre  exemplaire,  grossi. 

Fig.   8f/.   Plaque  ambulacraire  grossie. 
Fig.  9,  9rt,  9/'.         Heinipedina  Mairci  P.  de  Loriol,  de  grandeur  naturelle. 

Fig.  9c.  9d,  9e.  Grossissements  du  même  individu. 
Fig.    10.  \()it.  lOh.    P.'if'Hdodiadi'ina  interjectum  P.  de  Loriol,  de  grandeur 

naturelle.  Fig.  lOc,  [Od.  Grossissements  du  même. 
Fig.   H.  Ophiocnemis  Coiteaiii  P.  de  Loriol,  de  grandeur  natu- 

relle. Fig.  lia.  Disque  grossi,  face  dorsale.  Fig.  \ïh. 
Plaques  brachiales  ventrales  grossies.  Fig.  Hc. 
Plaques  brachiales  dorsales  grossies.  Fig.  11  «/.Appa- 
reil buccal  grossi.  Fig.  lie.  Piquants  latéraux  grossis. 
Fig.  11/".  Un  piquant  latéral  très  grossi.  Fig.  11 7. 
Granules  du  disque  grossis. 


Reu.  Suisse  de  Icol.  T.8.  lûCO. 


PL  7. 


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A  Lunel,  i^el. 


P.  de  Loriol.  Eclnnodermes. 


EXPLICATION  DE  LA  PLANCHE  8. 


Fig'.  J .  li(.  (fi)kidiaster  Liidiiif/i  P.  de  Loriol,  de  grandeur  naturelle. 
Fig.  Ih.  Fragment  de  la  faceventrale,  bordant  le  sillon,  grossi. 
Fig.  le.  Fragment  de  la  face  dorsale  grossi.  Fig.  1//.  Extré- 
mité de  la  face  dorsale  d'un  bras  grossie.  Fig.  [e.  Piquants 
ambulacraires grossis.   Fig.  If.  Plaque  madréporique grossie. 

Fig.  "2.  Ophiocnemis  n'iiusta  P.  de  Loriol,  de  grandeur  naturelle. 
Fig;  ia.  Face  dorsale  du  disque  grossie.  Fig.  ib.  Plaques 
brachiales  dorsales  grossies.  Fig.  2r.  Plaques  brachiales  ven- 
trales grossies.  Fig.  2r/.  Appareil  buccal  grossi.  Fig.  2/'. 
Piquants  latéraux  grossis,  les  fortes  dentelures  de  l'inférieur 
ont  été  omises.  Fig.  2/".  Piquant  latéral  très  grossi.  Fig.  2//. 
Piquant  latéral  inférieur  très  grossi. 

Fig.  '■\.  Face  supérieure  du  disque  d'un  autre  individu  de  la  même  espèce, 
grossie. 

Fig.  \.  liiirijali'  Studeri  P.  de  Loriol,  très  jeune  individu  de  grandeur 
naturelle.  Fig.  4rt,  4  6.  Le  même  individu  grossi. 

Fig.  o.  .-l«/^(^OH  .4 /mo'aii  P.  de  Loriol,  de  grandeur  naturelle.  Fig.  o^^ 
iib,  oc.  Le  même,  grossi. 


I^i'a  Siiissc  de  Zcvi    /'S  /:?CC. 


Pé  S 


::ie:  .let 


P.  de  Lonol.  Echinodermcs 


EXPLICATION  DE  LA  PLANCHE  9. 


Fig-.  l.  Enri/d/c  Sliukri  P.  de  Loriol,  de  grandeur  naturelle.  Fig.  la,  \h. 
Disque  grossL  Fig.  ic.  Fragment  de  la  face  dorsale  d'un  bras, 
gro.ssi.  Fig.  ïd.  Fragment  de  la  face  ventrale  d'un  bras,  grossi. 
Fig.  1  ('.  Fragment  de  la  face  inférieure  d'un  rameau  au  même 
grossissement.  Fig.  1  f.  Fragment  de  la  face  latérale  d'un  bras 
montrant  les  plaques  latérales,  grossi.  Fig.  Ir/.  Extrémité  buccale 
d'un  rayon  de  la  face  ventrale  du  disque. grossi.  Fig.  1^.  Fente 
génitale  grossie.  Fig.  1  /.  Plaque  madréporique  très  grossie. 
Fig.  ly.  La  même  vue  en  dessus.  Fig.  ik.  Piquant  grossi. 

Fig.  2.  Antedon  Dôderlnni  P.  de  Loriol,  de  grandeur  naturelle.  Fig.  "In. 
Fragment  au-dessus  des  plaques  radiales,  premiers,  articles 
brachiaux,  grossis.  Fig.  2b.  Fragment  de  bras  grossi.  Fig.  2r. 
Fragment  de  bras  vers  l'extrémité,  grossi.  Fig.  2d.  Articles  très 
grossis.  Fig.  "li'.  Extrémité  d'une  pinnule  prise  vers  l'extrémité 
d'un  bras,  grossie.  Fig.  2/'  La  même  de  grandeur  naturelle. 
Fig.  29.  Autre  pinnule  du  milieu  du  bras  grossie.  Fig.  ih.  Cirre 
grossi.  Fig.  2?'.   Extrémité  du  môme,  très  grossie. 


Bel'.  Suisse  dcZool.  T  S.  1900 


Pl.9. 


^e-'v^"' 


yî  Zz^/!^/  i»!/ 


P.   de  Loriol.  Echinodermes 


EXPLICATION  DE  LA  PLANCHE  10 


Fig.     l .     Femelle  vue  ventralement. 
»       1  '     Femelle  vue  dorsalement. 
»       2.     Mâle  vu  ventralement. 
»       3.     Exemplaire  monstrueux  de  femelle. 
»       4.     Nauplius  sorti  de  l'œuf  par  compression. 
»       5.     Stade  plus  avancé. 
»       6.     Première  paire  d'antennes  de  la  femelle. 
»       7.     Seconde  paire  d'antennes  de  la  femelle. 
»       8.     Pièces  buccales  de  la  femelle  : 
/.  z=  lèvre  supérieure, 

m.  =  première  maxille, 

m'  =  seconde  maxille. 
»       9.     Seconde  maxille  de  la  femelle. 
»     10.  a.  =  Seconde  maxille  de  la  femelle, 

b.  =  prolongement  interne  de  cette  seconde  maxille. 
n     11.     Région  génitale  : 

p.  g.  =z  pore  génital, 
c.  =  crochet. 
»     12.     Bandelette  thoraci'iue  fortement  lobée. 
»     13.     Moitié  de  la  furca  du  mâle. 
»     14.     Cadre  antérieur  du  mâle  : 

m.  =  mamelon, 

c.  =r  cadre  basilaire  de  la  2'"^  paire  d'antennes. 
»     15.     Première  paire  d'antennes  du  mâle. 
»     16.     Pièces  buccales  du  mMe  : 

m.  =première  maxille, 

m'  =  seconde  maxille. 
»     17.     Seconde  {)aire  d'antennes  du  mAle  : 

p.  =  pseudo  palpe. 
»     18.     Première  paire  de  i)attes  thoraciques  du  mâle  : 

Ijl.  1=  glande. 


Hfv.  Sui.s.->>-  de  ZooJ.  T.  S.  WOO. 
Yiff.l. 


PI.  10. 


^'ar.sy-Conïe  d*l. 


IllhM!St.?-£A.Fait!K,Laj>ziJ. 


(Wniicvel  A. (011''"      Diocus   cliiii 


EXPLICATION  DE  LA  PLANCHE  11 


as  =  amibocyte  sanguin. 

ce  =  corps  cardiaque. 

chl  =  chloragogène  ou  cellule  chloragogène. 

dp  -=■  dissépiment. 

ei  =.  épithélium  intestinal. 

iv  ■=  inclusions  végétales  de  l'épithélium  intestinal. 

le  =  lymphocyte  co^lomique. 

ml  =  muscles  longitudinaux. 

nm  =  noyaux  musculaires. 

npli  =^  cellules  ou  parties  néphridiennes. 

p  =  péritoine. 

pchl  =  paquet  de  chloragogène. 

pv  =  paroi  vasculaire. 

si  =  sinus  intestinal. 

sph  =  substance  phagocytée. 

vd  =  vaisseau  dorsal. 

vl  =  vaisseau  latéral. 

vv  1=  vaisseau  ventral. 

Les  figures  5,  20  et  26  représentent  des  grossissements  de  200  fois, 
les  figures  19,  25,  29  et  31  des  grossissements  de  300  fois,  et  les  autres 
de  oOO  fois  environ.  Ces  indications  ne  peuvent  être  qu'approximatives, 
la  planche  h  dessin  étant  employée  à  diverses  hauteurs.  Dans  quel- 
ques figures,  des  parties  ou  des  caractères  accessoires  n'ont  pas  été  des- 
sinés, ou  ne  sont  que  légèrement  indiqués,  p.  ex.  les  cellules  chloragogènes 
dans  beaucoup  de  ligures,  le  vaisseau  ventral  dans  la  flg.  16,  l'épithélium 
intestinal  dans  les  fig.  15,  16  et  31. 

Fig.  1 .  Coupe  transversale  du  vaisseau  dorsal  du  Lumbriculus .  On  voit  quatre 
cellules  du  corps  cardiaque.  Dans  deux  de  celles  ci ,  les  noyaux  sont 
en  voie  de  division.  Dans  trois  cellules,  il  y  a  encore  un  peu  de 
protoplasme  auprès  du  noyau.  La  lumière  contient  trois  amibo- 
cytes  sanguins. 
»  2.  Coupe  sagittale  du  vaisseau  dorsal  du  Lî<mirïf?</M.s\  Les  cellules  du 
corps  cardiaque  laissent  voir  pour  la  plupart  leurs  noyaux  en  état 
de  division,  et  remplissent  entièrement  le  vaisseau. 


Fiy-.  3.  Coupe  transversale  du  vaisseau  dorsal  de  la  Nms  serpentina,  mon- 
trant une  cellule  du  corps  cardiaque  et  un  amibocyte  sanguin. 

»  4.  Coupe  transversale  du  vaisseau  dorsal  de  la  Nais  serpentina.  La 
cellule  du  corps  cardiaque  qu'elle  montre  renferme  encore  une 
portion  de  protoplasme. 

»  S.  Vaisseau  dorsal  de  la  Nais  serpentina.  Combinaison  de  deux  coupes 
successives.  On  voit  le  corps  cardiaque  formé  de  cellules  en- 
chaînées. Comme  il  s'agit  d'une  partie  du  vaisseau  n'étant  pas 
située  dans  la  ligne  dorsale,  mais  du  côté  de  l'intestin,  et  comme 
le  corps  cardiaque  est  appliqué  sur  la  face  tournée  vers  celui-ci. 
la  coupe  sagittale  n'a  pu  toucher  la  ligne  dans  laquelle  les 
cellules  sont  placées.  C'est  pourquoi  elles  parai.ssent  se  trouver 
libres  dans  la  lumière  vasculaire. 

»  6.  Coupe  transversale  du  vaisseau  dorsal  du  Tabifex  rivulorum,mon- 
trant  deux  cellules  du  corps  cardiaque.  Les  cellules  cliloragogènes 
ne  sont  représentées  qu'en  partie. 

))  7.  Coupe  transversale  du  vaisseau  dorsal  du  Tnbifex.  Le  vaisseau 
renferme  une  cellule  en  train  de  se  transformer  en  cellule  du 
corps  cardiaque  et  deux  amibocytes  sanguins. 

»  8  et  9.  Coupes  du  sinus  intestinal  du  Lumbriculus,  montrant  des  ami- 
bocytes sanguins  associés  en  petits  plasmodes. 

»  10.  Coupe  du  sinus  intestinal  du  Lumbriculus.  Plusieurs  amibocytes 
sanguins  normaux.  L'un  d'eux  est  en  train  de  traverser  la  lu- 
mière du  vaisseau. 

»  11.  Coupe  sagittale  du  vaisseau  dorsal  de  VEnehijlrœus  kiwiiculior. 
montrant  plusieurs  amibocytes  sanguins,  les  pseudopodes  émis 
et  attachés  à  la  paroi  vasculaire. 

»  i2.  Partie  d'une  coupe  sagittale  du  vaisseau  dorsal  de  V Evchytrcms 
humicultor.  Un  amibocyte  sanguin  attaché  encore  par  deux  pseu- 
dopodes à  la  paroi  vasculaire,  est  en  train  de  se  laisser  emporter 
parle  torrent  sanguin,  dont  la  direction  est  indiquée  parla  petite 
flèche. 

»  i:\.  Amibocytes  de  VEnchijtrœus  humicultor,  libres  dans  le  vaisseau 
dorsal. 

»  14.  Trois  amibocytes  du  sang  du  Tabifex  rirulorum.  L'un  d'eux  est  en 
état  de  repos,  et  émet  quelques  petits  i)rolongements  très  fms 
et  courts. 

»  1.').  Coupe  transversale  du  sinus  intestinal  du  Lumbriculus.  montrant 
l'élargissement  ventral,  dans  lequel  on  voit  trois  grandes  cellules, 
dont  deux  en  état  de  division,  et  |)lusieurs  amibocytes  sanguins. 

»  10.  Coupe  à  travers  le  sac  ventral  du  sinus  intestinal  de  la  l{bi/i)chelinis. 
renfermant,  outre  quelques  grandes  cellules,  un  énorme  plasmodc 
d'amibocytes  sanguins,  qui  est  i)eut-ètre  un  organe  destiné  à  la 
production  de  ces  cellules  du  sang. 

>'     17.  Coupe  de  l'épithélium  intestinal  et  du  sinus  sanguin  du  Lambri- 


net:  Suisse  dr  Zool .  T.S .  l.WO. 


PI.  11. 


lithAnst  îtEA  FimlK,tàp2i^. 


M. (le  lîock  .  (Hi,|„(.i,(.^(.^. 


cnliis,  mnntrant  dos  inclusions  vrg-étales,  dont  un  f^rand  [)aquet  est 
enveloppé  d'amibocyles,  et  un  amiboeyte  |)longeant  dans  l'cpi- 
thélium  intestinal  pour  phag^ocyter. 
Kiji.  18.  Coupe  du  sinus  intestinal  du  Lunibricidus.  Un  amihocyte,  en  tra- 
versant la  lumière  vasculaire,  pénètre  dans  l'épithélium  intestinal 
pour  phagocyter. 

»  19.  Partie  d'une  coupe  transversale  de  l'intestin  du  Tiihife.r.  On  y  voit 
de  grandes  inclusions  végétales  entourées  d'aniibocytes. 

»  20.  Partie  d'une  coupe  transversale  du  Lumbriciilns.  Le  péritoine,  re- 
couvrant les  muscles  longitunaux,  est  rempli  de  petits  granules 
noirs,  et  un  lymphocyte,  touchant  cette  couche  avec  ses  pseudo- 
podes, paraît  être  en  train  de  lui  incorporer  encore  quelques 
granules. 

»  21.  Groupe  de  lymphocytes  du  Lumbriculus,  en  situation  naturelle 
dans  la  cavité  générale.  L'un  d'eux  seulement,  celui  qui  est  en 
voie  de  divison  mitotique,  est  emprunté  à  une  autre  coupe. 

»  22.  Partie  d'une  coupe  transversale  de  l'intestin  du  Lumbriculus.  Des 
lymphocytes,  associés  en  forme  de  plasmode,  pénètrent  dans 
l'épithélium  intestinal  pour  s'emparer  d'un  paquet  de  chlorago- 
gène. 


EXPLICATION  DE  LA  PLANCHE  12 

as  =  amibocyte  sanguin. 

ce  =  corps  cardiaque. 

clil  =  chloragogène  ou  cellule  chloragogène. 

dp  =  dissépiment. 

n  =1  épithélium  intestinal. 

Iv  =  inclusions  végétales  de  l'épithélium  intestinal. 

le  =  lymphocyte  cœlomique. 

vil  :=  muscles  longitudinaux. 

nm  =  noyaux  musculaires. 

nph  =  cellules  ou  parties  néphridiennes. 

p  =  péritoine. 

pehl  =  paquet  de  chloragogène. 

pv  =  paroi  vasculaire. 

si  =  sinus  intestinal. 

sph  =z  substance  phagocytée. 

vd  =1  vaisseau  dorsal. 

vl  =z  vaisseau  latéral. 

vil  =z  vaisseau  ventral. 

Fig.  23.  Partie  d'une  coupe  transversale  de  l'intestin  du  Lmnbrieuhis.  Un 
grand  paquet  de  chloragogène  en  train  de  passer  dans  la  cavité 
générale,  y  est  reyu  par  les  lymphocytes  réunis  en  plasmode. 
On  voit  un  amibocyte  sanguin  dans  l'épithélium. 

»  24.  Partie  d'une  coupe  transversale  de  l'inteslin  du  Lumbrieidns.  Des 
paquets  de  chloragogène,  entrés  dans  le  cœjome  et  entourés  d'un 
grand  plasmode  de  lymphocytes.  Dans  l'épithélium  intestinal, 
un  de  ces  paquets  se  voit  encore,  s'approchant  déjà  du  sinus 
intestinal.  On  aperçoit  aussi  ici  deux  amiboeytes  sanguins. 

»  23.  Une  cellule  chloragogène  du  Tubifex  enveloppée  par  un  lympho- 
cyte cu'lomique. 

»  2u.  Partie  néphridienne  du  Liimbiicnhis,  prise  dans  une  coupe  trans- 
versale. Les  cellules  néphridiennes  sont  plus  ou  moins  remplies 
de  grains  de  chloragogène  et  l'on  voit  un  lymphocyte  placé  sur  la 
surface  de  la  néphridie. 

»  27.  Partie  d'une  coupe  transversale  de  l'intestin 'de  la  Rltynvhehnis, 
montrant  un  paquet  de  chloragogène  libre  dans  la  lumière  in- 
testinale et  un  autre   en   train  d'être  expulsé  de  l'épithélium. 

»  28.  Partie  d'une  coupe  transversale  de  l'intestin  duLutnbrieidus,  mon- 
trant trois  stades  du  déveloi)pement  des  paquets  de  chloragogène 
dans  les  cellules  épitliéliales.  La  substance  bleue  foncée  est  re- 
présentée en  noir.   (Combiiuiison  de  plusieurs  coupes.) 

»  29  et  30.  Cou[)es  sagittale  et  transversale  du  vaisseau  dorsal  du  Lum- 
briciiliis,  laissjint  voir  l'ouverlure  de  la  iiaroi  vasculaire,  par  la- 
quelle les  éléments  du  corps  curdia(jue  .sortent  du  vaisseau. 

»  31.  Elargissement  dans  la  ligne  ventrale  du  sinus  intestinal,  en  forme 
de  sac  ou  de  poche.  Un  lymphncyte  en  train  dp  travers(T  la 
paroi  vasculaire  pour  <>ntrer  dans  i(;  sinus.  Coupe  transversale 
du  Liniibricu/iis. 

»  32.  Un  amibocyte  sanguin  du  Lumbricidus  à  un  stade  déjà  très  avancé 
de  mrlamorphosi^  en  cellule  du  corps  cardiaque. 

»     33.  Une  cellule  chloragogène  libre,  en  voie  de  division  mitotique. 


Rev.  Suisse  de  Zool.  T.  8.   WOO. 


PI.  12. 


Fig.  23. 


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M. (le  Bock.   Olicjodièlcs 


Fig. 

15 

Fig. 

6 

Fig. 

7 

» 

8 

» 

10 

Fig. 

0 

» 

11 

TAFEL  13. 

FIGUREiNERKLÀRUNG 

PoUjdesmus  subinteger  Latz.  Steckii  n.  subsp. 
Ein  Gonopod  in  seitlicher  Ansicht. 

Polijdesmus  coriaceus  Porat. 
Ein  Gonopod  eines  Tieres  von  Sitten  im  Wallis. 

Allochordeuma  pallidum  Rothenb. 
Vordere  Gonopoden. 

Pseudoflagellum  als  Hiiftanliang  des  zweiten  Gonopodenpaares. 
Halfte  der  hinteren  Nebengonopoden. 

Orobainosoma  flavescens  Latz.  setosum  n.  subsp. 
Halfte  der  vordern  Gonopoden. 

Mittlerer  Aufsatz  der  vorderen  Ventralplatte,  Lupenbild. 
»     14.  Hintere  Gonopoden. 

»     19.  Halfte  der  hinteren  Nebengonopoden,  Hûfte  und  Fémur. 

Craspedosoma  Rawlinsii  Leach. 

Fig.  12.  Hinterer  Querwulst  der  hinteren  Ventralplatte  von  C.  Rawlimii 

Leach  simtle  Verh. 

»     18.  Cheiroid  (Greifarm)  von  C.  Rawlinsii  Leach  serratum  n.  subsp. 

Atractosomn  méridionale  Franzago. 

Fig.     1.  Hintere  Gonopoden. 

»     16.  Halfte  der  vorderen  Gonopoden. 

Ceratosoma  Caroli  n.  sp. 
Fig.    2.  Hintere  Gonopoden. 

»       4.  Vordere  Gonopoden. 

>)     17.  Ventraler  Rand  des  Gonopodenringes. 

»     22.   Vordere  Ventralplatte  von  innen. 

Trimeiophoron  grijpischium  n.  sp. 
Fig.    3.  Hintere  Nebengonopoden,  Ventralplatte  und  Hiiften. 

»       9.  Hintere  Gonopoden. 

»     13.  Vordere  Nebengonopoden  ohne  Ventralplatte. 

»     20.  Ventralplatte  der  voideren  Nebengonopoden. 

»     21.  Vordere  Gonopoden. 


Ra:  Suisse  Je  Zool.  Lf..  mW 


f'l7J 


if RfftksnJ^ùAler  dei 


H.  Rothenbuhler  _Diplopoda. 

Iiip  Jules tejit'-Cenéïe 


TAFEL  14 

FIGURENERKLiERUNG 
(Die  Detailerklârungen  tinden  sich  im  Text  eingeschaltet.) 

Vig.     I.  Postabdonien  der  weibl.  Uiaphanosonia  narsi  Richard    nov.  var. 
celebi'nsis  mihi. 
»       2a  undè.  Hinterer  ventraler  Schalenrand  desselben  Tieres. 
»       3.  Ventraler  Schalenrand  von  Moina paradoxaWeiamann  ausGelebes. 
»       4.  Kopf  mil  Lippenanhang  von  Alona  sarasinortim  nov.  spec.  mihi. 
»       5.  Postabdomen  derselben  Art. 
»       6.  Hinterer  Teil  des  Céphalothorax  von  Pseudodiaptomus  poppei  nov. 

spec.  mihi. 
»       7.  Zweite  Antenne  desselben  Tieres. 

I.       8.  Ein  Fuss  des  fiinften  Schwimmfusspaares  des  weibl.  P.  poppei. 
»       9.  Rechter  Fuss  des  fiinften  Beinpaares  des  mânnl.  P.  poppei. 
»     10.  Linker  Fuss  des  fiinften  Beinpaares  des  mannl.  P.  poppei. 


ff,-r  Siiiss,-  ,/r  Zool .  T.  S.  11)00. 


PI.  li. 


Flq.l. 


/■■La.  10. 


Th.SliiiqeJm  deJ 


li±^<^:.Ti:AJ^unjcc,ldpz:j. 


Il .  S  liiicicliii      Hiii(),„„sii';u'ii 


TAFEL  15. 


FIGURENERKLARUNG 

Fig.      I.  Notodromas  nionacha.  Ç  51  :  1. 

2.  »                   »              51  :  1. 

.3.  »                  »             cf  1.  Schale  im  Umriss.  51  :  1. 

4.  »                  »              Schliessmuskeleindrûcke.  75  :  1. 

»        5.  Cypris  marginata.  9  i*-  Schale  41  :  1. 

»        6.  »              »           (i'  1.  Schale  41  :  1. 

»        7.  »              »            9                  30  :  i. 

»        8.  ))              »           Snhliessmuskeleindruck.  75  :  1. 

»        9.  »              »           Vorderer  Schalenrand  der  r.  Schale  9  170  :  1. 

»      10.  Cypris  incongniens.  41  :  1. 

11.  »  »           41  :  1. 

12.  ))  »          Schliessmuskeleindrûcke.  75  :  1. 

13.  »  »          var.  elongata.  Seitenansicht  im  Umriss.  'il  :  1. 
»      14.  Cypris  fuscata.  Ai  :  1. 

»  15.  »            »        4 1  :  1 . 

»  16.  »            »        Schliessmuskeleindrûcke.  100  :  1. 

»  17.  Cypris  affinis  reticulata.  41  :  1. 

»  1 8 .  »           »              »         41:1. 

»  19.  »           »              »         Schliessmuskeleindrûcke.  75  :  1. 

»  20.  »           »              »         Partie   der  Schale  eines  unentvvickelten 

Tieres.  380  :  1. 


Rri-  Siiàv  de  /.,>ol  T.  S.  /-"('O. 


/'/  /O. 


A  K-iufifC*!/.'  ^t. 


A.Kaufmaiin.-  Cyprididae. 


TAFEL  16. 


FIGURENERKLÀRUNG 

Fig.     1.  Herpetocypris  reptans.  30  ;  1. 

»        2.  »                  »        30  :  1. 

'>        3.  »                  »        Schliessmuskeleindriicke.  73  :  1. 

»        4.  »                  »        var.  curvata.  30  :  1. 

»        5.  »                  »          »           »       30  :  1 . 

»        6.  »             brevicaudata.  41  :  1. 

»        7.  »                      »            41  :  1. 

»        8,  »             inter média.  30  :  1. 

»        9.  »                      »          30  :  1. 

10.  »             peregrina.  30  :  1. 

M.  »                      »         30  :  1. 

12.  »                     »         Schliessmuskeleindriicke.  75  ;  1. 

»      13.  Prionocypris  tnmefacta.  51  :  1. 

»      1 4 .  »                   »         51:1. 

»      lo.  »                    »          von  vorn.  51:1. 

»      16.  Microcypris  reptans.  41  :  1. 

»      17.  »               »        41  :  1. 

»      18.  »               »        75  :  1. 


iîV:;-  Sumveie  Zool.  T  X..  /WO. 


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FiffJ 


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A.Kaufmann..  Cjprididae. 


Fig. 

1. 

» 

2. 

» 

3. 

» 

4. 

» 

3. 

>) 

6. 

» 

7. 

» 

8. 

» 

9. 

)) 

10. 

» 

11. 

» 

12. 

» 

13. 

» 

14. 

» 

15. 

)) 

16. 

1) 

17. 

» 

18. 

)) 

19. 

TAFEL  d7 


FIGURENERKLARUxNG 

1.  Notodromas  monacha.  cT  Zvveite  Ant.  170  :  1. 

»  »        Mandibulartaster.  270  :  1. 

»  »       Dornenreihe  und  Borsten  des  ersten  Fort- 

satzes  d.  Max.  640  :  1. 
»  »        9  Kieferfuss       180  :  1. 

»  »       (j"  1.  Kieferfuss    100  :  1. 

»  »       cTr.         »  100  :  1. 

»  »       c?  Erstes  Beinpaar  170  :  1. 

»  »       Letzte    Glieder    des    zweiten    Beinpaares. 

280  :  1. 
»  »        9  Furka  100  :  1. 

»  »       cT       »      100  :  1. 

M.  Ci/prois  marginata.  cT  Zweite  Ant.  170  :  1. 
»  ))  Mandibulartaster.  180  :  1. 

»  »         Dornen  and  Borsten  des  ersten  Fortsatzes  d. 

Max.  380  :   1. 
»  »         c?  Taster  d.  1.  Kieferfusses  100  :  1. 

»  »         cf  Taster  d.  r.  Kieferfusses  100  :  1. 

»  »         Erstes  Beinpaar.  170  :  1. 

»  »         LetzteGlieder  des  zweiten  Beinpaares.  380  :  1. 

»  »         9  Furka  100  :  1. 

»  ))         d'       »      100  :  1. 


Ra-.  Suisse  de  Zwl  Té'-  /-^OO. 


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A  Kati/hOAtv.  dil. 


A.  Kaufmann..  Cyprididae. 

Imp  JtlesReiJC».  Ge„j,j 


TAFEL  18. 

FIGURE.\ERKLÀRUi\G 

Fig.     i.  Notodromas  monacha,  juv.  cf  Erstes  Beinpaar.  280  :  1. 
»        2.  »  »  »     cf  Kieferfuss.  170  :  1. 

»        3.  »  »  »     c/"  Ende  des  2.  Beinpaares.  280  :  1. 

»        4.  Ctjprois  marginata.  Kopfteil.  125  :  1. 

»        5.  Cupris  incongruens.  Furka.  100  :  1. 

6.  »  »  var.  elongata.    Endglied    des    Mandibular- 

tasters.  2S0  :  1. 

7.  »  »  »  »  Zweite  Ant.  170  :  1. 

8.  »  »  »  »  Dornen  derMaxille.  380  :  i. 

9.  »  »  »  »  Furka.  100  :  1. 
10.        »        reticulata.  Dornen  der  Maxille.  630  :  1. 

»      11.  »  »  Erstes  Beinpaar.  100  :  1. 

))      12.  »  »  Zweites  Beinpaar.  280  :  1. 

13.  »  »  Furka.  100  :  1. 

14.  »  fuscata.  Kopf,  Stirne  und  Hypostom.  125  :  l. 
lo.  »  »        Zweite  Ant.  170  :  1. 

16.  »  »  Mandibulartaster.  280  :  1. 

17.  »  »  Atliemplatte  des  Mandibulartasters.  170  :  1. 

18.  »  »  Dornen  derMaxille   630  :  1. 

19.  »  »  Letztes  Glied  des  zweiten  Beinpaares.  180  :  1. 

20.  »  »  Furka.  125  :  1, 

21.  Herpetocypris  replans.  Zweite  Ant.  180  :  1. 

22.  »  »>        Borstenbiischel  auf  der  Unt.-Seite  des  zwei- 
ten Gliedes  des  Mand.-Tasters.  170  :  1. 

»  Dornen  der  Maxille.  280  :  1. 

»  Zweites  Beinpaar.  125  :  1. 

»  Ende  des  zweiten  Beinpaares.  280  :  1. 

»  Furka.  100  :  1 

»  var.  cwvata.  Furka.  100  :  1. 
brevicaudata.  Zweite  Ant.  170  :  1. 

»  Dornen  der  Maxille.  630  :  1. 

»  Zweites  Fusspaar.  170  :  1. 

»  Furka.  100  :  1. 


» 

23. 

» 

» 

24. 

» 

» 

25. 

» 

» 

26. 

» 

» 

27. 

» 

» 

28. 

» 

» 

29. 

» 

» 

30. 

» 

» 

31. 

» 

Av.  SMsre  tk  Zm>/  T  S..  /.fCO. 


J'I  Af 


A  Kiuifina/uv.  dil. 


A.Kaufmann.  Cyprididae. 


TAFEL  19. 


F[GURENERKLARUNG 


Fig.     i.  Cijpridopsis  vidiia.  75  :  1. 

2.  »                »      75  :  1. 

'.\.  »                »      Schliessmuskeleindriicke.  170  :  1. 

4.  »           helvetica.  75  :  1. 

0.  »                 »         75  :  1. 

6.  Cupridopsella  villosa.  75  :  1. 

7.  »  »        75  :  l. 

8.  »  »       von  vorn.  75  :  1 . 

9.  »  »       Schliessmuskeleindriicke.  170  :  1. 

10.  »  iumida.  75  :  1. 

11.  )>  »       75  :  1. 

12.  »  »       von  vorn.  75  :  1. 

13.  »  »       Schliessmuskeleindriicke.  100  :  1. 

14.  »  elongata.  75  :  1. 

15.  »  »        75  :  1. 

»      16.  Paraci/pridopsis  variegata.  75  :  1. 

»      17.  »                      »          75  :  1. 

18.  »  Zschokkei.  75  :  1. 

19.  »  »          75  :  1. 

20.  »  »         Schliessmuskeleindriicke.  170  :  1, 
»      21.  Cijclocgpris  sereiia.  75  :  1. 

22.  »  »        75  :  1. 

23.  »  lœvis.  75  :  1. 

24.  »  »      75  :  1. 

25.  »  »      Schliessmuskeleindriicke.  170  :  1. 


» 
» 

» 

» 

» 

» 
» 
» 

» 


» 
» 


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A  Ka  u  f  m  a  n  n  ..  C ypri  d  i  d  a  e . 


TAFEL  20. 


FIGURENERKLARUxNG 

Fig.  1.  Cypria  ophthalmica.  7o  :  1. 

»  2.        »                »           75  :  1. 

»  3.        »               »           Schliessmuskeleindriicke.  170  :  1. 

»  4.        »       exsculpta.  75  :  1. 

»  5.        »              »         75  :  1. 

»  6.        »              »         Schliessmuskeleindriicke.  170  :  1. 

»  7.  Ilijodromus  olivaceus.  51  :  1. 
8.            »                »         51  :  1. 

»  9.            »               »         Schliessmuskeleindriicke.  170  :  1, 

»  10.  Prionocypris  serrata.  41  :  1. 

»  11.             »                »       41  :  1. 

»  12.             »                »       Schliessmuskeleindriicke.  75  :  1. 

V  13.  Bolerocijpris  fasciata.  51  :  1. 

»  14.             »                »        51  :  1. 

15.  »  »        Schliessmuskeleindriicke.  75  :  1. 

16.  Iljjocypris  gibba.  70  :  1. 

17.  »  »       70  :  1. 

18.  »  »      var.  bicornis.  70  :  1. 

19.  »  »         »  »         70  :  1. 

20.  »  inermis.  70  :  1, 

21.  »  »        70  :  1. 


/iiv.  S/mxf  de  ZooL  T.  S .  /.mi 


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A  Aaii/fiiann/.  Jù,. 


A.  Kaufmann .-  Cypndidae. 


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Fig. 

1 

2 

» 

3 

» 

4 

» 

5 

» 

6 

» 

7 

» 

8 

» 

9 

» 

10 

)) 

H 

)) 

12 

» 

13 

» 

14 

)) 

15 

» 

16 

)) 

17 

» 

18 

» 

19 

» 

20 

» 

21 

» 

22 

» 

23 

» 

24 

)) 

25 

» 

26 

TAFEL  21. 


FIGURENERKLÀRUNG. 

Herpetoci/pris  intprmedia.  Zvveite  Ant.  Glied  3,  4,  5.  170  :  1. 
»  »  Erster  Fortsatz  d.  Maxille.  380  :  1. 

»  »  Zweites  Beinpaar.  170  :  1. 

»  »  Furka.  100  :  1. 

»  peregrina.    Zweite  Ant.  170  :  1. 

»  »  Unterseite  d.l.u.2.  Gl.d.  Mandibular- 

tasters.  170  :  1. 
»  »  Zweites  Beinpaar.  280  :  1. 

»  ))  Furka.  100  :  1. 

Prionoci/pris  Umiefacta.      Zvveite  Ant.  280  :  1. 

»  »  Borstenbiischel  a.  d.  Unterseite  d.  2.  Gl. 

am  Mand.-Taster.  280  :  1. 
»  »  Branchialplatte  d.  Mandibel.  280  :  1. 

»  »  Zweites  Beinpaar.  380  :  1. 

»  »  Furka.  170  :  1. 

Microcypris  reptans.   Zweite  Ant.  280  :  1. 

»  »         Erstes  Beinpaar.  170  :  1. 

»  »         Furka.  170  :  1. 

Ilijodromus  olivaceus.  Zweite  Ant.  280  :  1. 

»  »         Dornen  der  Maxille.  630  :  1. 

»  »         Dornen  aniKaufortsatz  d.  Kieferfusses.  630:1. 

»  »         Erstes  Beinpaar.  125  :  1. 

»  »         Furka.  125  :  1. 

Prionocypris  serrata.  Zvveite  Ant.  180  :  1. 

»  »         Branchialanhang- d.  Mand.  280  :  1. 

»  »         Erster  Fortsatz  d.  Maxille.  380  :  1. 

»  )>         Zweites  Beinpaar.  280  :  1 . 

»  »         Furka.  180  :  1. 


Xei'  Smsk  de  Zml  '/\S'-  /.''Cl  ' 


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A  Kau/ha/m^.  ^. 


A.Kaufmann.-  Cjprididae. 

lap  JateReyU».  GenOT 


TAFEL  22. 
FIGURENERKLÀRUNG. 


Fig. 

1. 

Dole. 

rocypris 

fasciata.  Zvveitesu. drittesGl. d.  Mand.-Taste 

» 

2. 

» 

»         Zvveites  Beinpaar.  170  :  1. 

» 

3. 

)) 

»         Furka.  123  :  1. 

» 

4. 

cyp 

ridopsis 

vidua.        Zweite  Ant.  280  :  1. 

» 

5. 

» 

»             Mandibulartaster.  380  :  1. 

» 

6. 

» 

»             Erster  Fortsatz  d.  Max.  380  :  1. 

» 

7. 

» 

»             Zweites  Beinpaar.  380  :  1. 

» 

8. 

» 

»             Furka.  380  :  1. 

» 

9. 

» 

»             Furka.  450  :  1. 

)) 

10. 

» 

helretica.    Erstes  Beinpaar.  280  :  1. 

)) 

n. 

» 

»             Zweites  Beinpaar.  280  :  1. 

» 

12. 

Cypridopselh  villosa.   Erster  Fortsatz  d.  Max.  280  :  1. 

» 

13. 

» 

»         Erstes  Beinpaar.  280  :  1. 

» 

14. 

)) 

»         Zweites  Beinpaar.  380  :  1. 

)> 

15. 

)) 

tumida.    Zweite  Ant.  380  :  1. 

)) 

16. 

)) 

»         Erster  Fortsatz  d.  Max.  280  :¥. 

» 

17. 

» 

»         Erstes  Beinpaar.  280  :  1. 

» 

18. 

)) 

»         Zweites  Beinpaar.  280  :  1 . 

» 

19. 

» 

»         Furka.  450  :  1. 

» 

20. 

» 

elongata.  Zweite  Ant.  280  :  1. 

)) 

21. 

» 

»         Erstes  Beinpaar.  280  :  1 . 

)) 

22. 

» 

»         Zweites  Beinpaar.  380  :  1. 

» 

23. 

» 

»         Furka.  380  :  1. 

» 

24. 

Pm 

^acj/pridopsis  variegata.   Zweite  Ant.  380  :  1. 

» 

25. 

» 

))           Furka.  380  :  1. 

» 

26. 

» 

Zschokkei.  Zweite  Ant.  280  :  1. 

» 

27. 

» 

))           Erster  Fortsatz  d.  Max.  38(1 

» 

28. 

» 

»           Erstes  Beinpaar.  280  :  1 . 

)) 

29. 

» 

»           Zweites  Beinpaar.  280  :  1. 

» 

30. 

» 

Furka.  280  :  1. 

1. 


Rer  Suisse  de  Zwl.  T S.,  AWO. 


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A  Kaufiruuuu,  iki. 


A.Kaufmann,_  Cjprididae. 

top  WeBîU».  Oeneve 


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1. 

Cijclocij 

'pris  sereni 

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i. 

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3. 

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4. 

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5. 

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6. 

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7. 

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8. 

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9. 

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lœvis 

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10. 

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11. 

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12. 

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13. 

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globoi 

» 

14. 

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» 

lo. 

Cypria 

ophthalmù 

» 

16. 

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17. 

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exsculpta 

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18. 

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n 

19. 

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» 

20. 

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» 

21. 

» 

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22. 

» 

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» 

23. 

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» 

24. 

» 

» 

» 

2o. 

» 

» 

» 

26. 

)) 

» 

» 

27. 

» 

» 

TAFEL  23. 


FIGURENERKLARUNG. 


Mandibulartaster.  380  :  1. 
9  Kieferfuss  280  :  1 . 
cf  Taster  des  1.  Kieferfasses  450  :  1. 
d"  Taster  des  r.         >>  450  :  1. 

Erstes  Beinpaar.  270  :  1. 
Zweites  Beinpaar.  450  :  1. 
Furka.  280  :  1. 

d'  Taster  des  1.  Kieferfusses  450  :  1. 
cT  Taster  des  r.  »  450  :  l. 

Zweiles  Beinpaar.  450  :  i. 
Furka.  280  :  1. 
globosa.  Zweites  Beinpaar.  280  :  1. 
Furka.  180  :  1. 
Furka.  270  :  1. 
Abdominalanhange.  640  :  1. 
Zvveite  Ant.  280  :  1. 

cf  Spiirborsten  d.  2.  Ant.  5.  Glied.  640  :  1. 
Mandibel.  270  :  1. 
Mandibulartaster.  280  :  1. 
Kauplatte  d.  Maxille.  270  :  1. 
Kieferfuss.  Ende  der  Kauplatte.  640  :  1. 
cf  Taster  d.  r.  Kieferfusses  270  :  1. 
d"  Taster  d.  1.  Kieferfusses  270  :  1. 
Zweites  Beinpaar.  170  :  1. 
Furka.  170  :  1. 
Ejaculationsapparat.  180  :  1. 


tuT  .sui.w  </<•  Xivi  y:<f.  /.^O0. 


A  Kaufina/m/,  cieù. 


A.  Kaufmann._  Cjprididae. 


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TAFEL  24. 


FIGURENERKLARUXG. 

Fig.     1.  Ilyocupris  firadiji.  70  :  1. 
)>        2.  »  »  70  :   1. 

»       3.         »  iners.      70  :  1. 

»       4.         »  »         70  :  1. 

»       5.         »  lacusiris.  cf  70  :  1. 

»       6.         »  »  9  70  :  1. 

»       7.         »  ))  9  70  :  1. 

»       8.  Candonopsis  Kingsleii.  cT  oO  :  1. 
9.  »  ))  9  50  :  1. 

10.  »  »  9  50  :  1. 

11.  ,)  »         Schliessmuskeleindri'icke.  170  :  1. 
li.  Crijptocandona  Vnvrai.  9  70  :  1. 

13.  »  >>         9  70  :  1. 

14.  »  »        9  50  :  1. 

15.  »  »       Schliessmuskeleindriicke.  100  :  1. 

16.  Candona  caudata.       9  ^'^  '■  ^■ 

17.  »  »  9  50  :  1. 

18.  »  »  9  Hinterer  Rand  d.  r.  Schale.  75  :  1. 

19.  »  »  9   Schiessmuskeleindriicke  der  1.   Schale. 

170  :  1. 

20.  »  »  9  Schliessmuskeleindriicke  der  r.   Schale. 

170  :  1. 


» 
» 

» 
» 

» 
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A  Kaufmann.-Cjyprididae 


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Fig. 

1.  // 

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2. 

» 

» 

3. 

» 

» 

4. 

» 

» 

5. 

» 

» 

6. 

» 

)) 

7. 

» 

» 

8. 

» 

» 

9. 

» 

» 

10. 

» 

» 

11. 

» 

» 

12. 

» 

» 

13. 

» 

» 

14. 

» 

» 

15. 

» 

» 

16. 

)) 

» 

17. 

» 

» 

18. 

» 

» 

19. 

» 

» 

20. 

» 

» 

21. 

» 

» 

22. 

» 

» 

23. 

)) 

)) 

24. 

» 

TAFEL  25. 

FIGURENERKLÀR  UNG 

Ilyoci/pris  bicornis.  Zweite  Ant.  280  :  1. 

»        Erstes  Beinpaar.  170  :  1. 
»        Zweites  Beinpaar.  270  :  1. 
»        Furka.  270  :  1. 
iners.  Zweite  Ant.  280  :  1. 

»      1.-3.  Glied  des  Mandibulartasters.  280  :  1. 
»      Zweites  Beinpaar.  280  :  1. 
»      Furka.  270  :  1. 
lacustris.  Zweite  Ant.  280  :  1. 

»         Zweites  Gld.  d.  Mandibulartasters.  280  ;  1. 
»         cT  Kieferfuss.  380  :  1. 
»         Erstes  Beinpaar.  170  :  1. 
»         Zweites  Beinpaar.  270  :  1. 
»  9  Furka.  270  :  1. 

»         cf  Furka.  270  :  1. 
»         Ejaculationsapparat.  170  :  1. 
Bradiji.  Zweite  Ant.  380  :  1. 

»        Furka.  270  :  1.  • 

inermis.  Erste  Ant.  280  :  1. 
»        Zweite  Ant.  380  :  1. 
»        Branchialplatte  des  Mand.-Tasters.  270  :  i. 
»        Erstes  Beinpaar.  170  ;  1. 
»        Furka.  270  :  1. 
»        Abdominalborste.  640  :  1. 


/ter  Siu.a'e  ,/c  /<*'/  TS.  0(>Û. 


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A  Kaufmajvu.  dsl. 


A.  Kaufmann.-  Cjyprididae. 

top  Jules  aeytC«.Cenjve. 


TAFEL  26. 

FIGUREXERKLÀRUNG. 

Fig.  1.  Candonopsis  Kinjsleii.  cf  Zweite  Ant.  280  :  1. 

»  2.  »                 »         9           »           280  :  1. 

»  3.  »                 »         Mandibulartaster.  280  :  i. 

»  4.  »                 »         cf  Rechter  Kieferfiiss  270  :  1. 

»  5.  »                 »         cT  Linker          »           170  :  1. 

»  6.  »                 »         Erstes  Beinpaar.  170  :  i. 

»  7.  »                 »         Zweites  Beinpaar.  170  :  1. 

»  8.  »                 »         d  Furka.  170  :  1. 

»  9.  »                 »         Spurborste  der  2.  Ant.  640  :  1. 

»  10.  Cryptocandona  Vav7^ai.  9  Zweite  Ant.  270  :  1. 

»  11.  »                 »         Mandibulartaster.  380  :  1. 

»  12.  »                 »         Kieferfuss.  270  :  1. 

»  13.  »                 »         Erstes  Beinpaar.  170  :  1. 

»  14.  »                 »         Zweites  Beinpaar.  270  :  1. 

»  15.  »                 »         Furka.  170  :  1. 

»  16.  »                 »         Spiirborste  der  2.  Ant.  640  :  1. 

»  17.  Candona   caudata.     Erste  Ant.  180  :  1. 

»  18.  »                »           Zweite  Ant.  280  :  1. 

»  19.  »                »           Spiirborste  der  2.  Ant.  640  :  1. 

»  20.  »                »           Zweites  Glied  des  Mandibulartasters.  280  :  1. 

»  21.  »                »           Erstes  Beinpaar.  180  :  1. 

»  22.  »                »           Zweites  Beinpaar.  180  :  1. 

»  23.  »                »           Abdomen  mit  Anhang,  Furka  u.  Endstachel. 

180  :  1. 


>fc  Jà^i.•<■  iù:  Zvol  TS..  /.9Û0. 


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A  Kecu/huz/uïy,  Jtù. 


A.Kaufmann.,  Cyprididae. 


lEo  JuteteiaC.  Genève 


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1. 

» 

2. 

» 

3. 

» 

4. 

» 

3. 

» 

6. 

» 

7. 

» 

8. 

» 

9. 

)) 

10. 

» 

11. 

» 

12. 

» 

13. 

» 

14. 

)) 

13. 

» 

16. 

» 

17. 

» 

18. 

» 

19. 

» 

20. 

TAFEL  27. 

FIGURE.NERKLÀRUNG 
1.   Candona  marchica.  cf  51  :  1. 


» 

c^  51  :  1. 

» 

Schliessmuskeleindriicke. 

100  :  1. 

compressa,  cf  51  :  1. 

» 

cT  51  :  1. 

» 

Schliessmuskeleindriicke 

.  100  :  1 

pubescens.  cf  51  :  1. 

» 

cf  51  :  1. 

» 

Schliessmuskeleindriicke. 

100  :  1. 

candida 

.  d"  ol  :  1. 

» 

9  51  :  1. 

» 

9  51  :  1. 

» 

Schliessmuskeleindriicke. 

100  :  1. 

devexa. 

9  51  :  1. 

» 

9  51  :  1. 

Studeri 

.  9  51  :  1. 

» 

9  51  :  1. 

» 

d  31  :  1. 

» 

cf  51  :  1. 

» 

Schliessmuskeleindriicke.  100  :  1. 

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^  Kaafirumru,  (/d. 


A.Kaufmann.,  Cypndidae. 

Imp  Jules  ReyiC».  Genève 


Fig. 

1. 

» 

2. 

» 

3. 

» 

4. 

» 

5. 

)) 

6. 

» 

7. 

» 

8. 

» 

9. 

» 

10. 

» 

11. 

» 

12. 

» 

13. 

» 

14. 

» 

15. 

» 

16. 

» 

17. 

» 

18. 

» 

19. 

» 

20. 

» 

21. 

» 

22. 

» 

23. 

» 

24. 

» 

2o. 

TAFEL  28. 


FIGURENERKLARUiNG 

Candona  marchka.  cf  Zvveite  Ant.  280  :  1. 

»  »          cf  Rechter  Kieferfuss.  170  :  1. 

»  ^)          cT  Linker           »           170  :  1. 

»  »          cf  Zweites  Beinpaar.  280  :  1. 

»  »          cT  Furka.  170  :  1. 

»  compressa,  cf  Zweite  Ant.  280  :  1 . 

»  »         Mandibulartaster.  280  :  1. 

»  »         cT  Rechter  Kieferfuss.  170  :  1. 

»  »         cf  Linker           »            170  :  1. 

»  »         Zweites  Beinpaar.  170  :  1. 

»  »         cf  Furka.  170  :  1. 

»  piibescens.  cT  Zweite  Ant.  280  :  1. 

»  »         Mandibulartaster.  280  :  1. 

»  »         cf  Rechter  Kieferfuss.  170  :  1 . 

»  »         cT  Linker           »          170  :  1. 

»  »         Zweites  Beinpaar.  170  :  1. 

»  »         Furka.  170  :  1. 

»  candida.  cf  Zweite  Ant.  280  :  1. 

»  »        d"  Mandibulartaster.  280  :  1. 

»  »        cf  Rechter  Kieferfuss.  170  :  1. 

»  »        cf  Linker           »           170  :  1. 

»  »        Zweites  Beinpaar.  180  :  1. 

»  »        9  Abdominalanhang  und  Furka.  180  :  1 

»        cT  Furka.  170  :  1. 

»  »        Branchialplatte  des  Mand.-Tasters.  280  : 


kti^Siimc</fZoo/T.S../^00.     vp 


H  ?,f 


MU^ffl^. 


A.  Kaufmann  -  Cyprididae. 

linp  Juin  Rey  t  C».  Oeneve 


TAFEL  29. 


FIGURENERKLARUxNG 

Fig.  1.  Candona  neglecta.  cf  SI  :  1. 

»  2.         »               »       d"  SI  :  1. 

»  3.          »                »       Ç  ol  :  1. 

»  4 .         »               »       Ç  5 1  :  1 . 

»  5.         »               »      Schliessmuskeleindruck.  100 -.  1. 

»  6.  Darwinula  Stevensoni.    9  "^  •  ^• 

»  7.           »                  »           9  75  :  1. 

»  8.           »                 »           R.  Schale  von  unten.  75  :  1. 

»  9.           «                  »           Schliessmuskeleindruck.  280  :  1. 

»  10.           »                 »           Erste  Antenne.  280  :  1. 

»  11.           »                 »           Maxille.  640  :  1. 

»  12.           »                 »           Kieferfuss.  380  :  1. 

»  13.           »                 «           Zweites  Beinpaar.  280  :  1. 

»  14.           »                  «           Abdominalfortsatz.  640  :  1. 

»  15.  Notodromas  monarha.  Ejaculations-und  Kopulationsapparat.  75: 1, 

»  16.  Cijprois  marginata.  Kopulationsapparat.  100  :  1. 

»  17.  Cjjclocijpris  iœvis.                    »                  270  :  1. 

»  18.            »           serena.                 »                  270  :  1. 

»  19.            »           glohosn.                »                  180  :  1. 

»  20.  Cgpria  ophthaliiiira.                »                  280  :  1. 


Hu'  Suisse  de  Zecl.  T  S.  -/SOÛ. 


PI  ?.9 


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Ka^u/hafuf,  dd,. 


A.  Kaufmann.,  Cyprididae. 

itr.p.JnltsiïlC*.  Genève. 


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17. 

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18. 

TAFEL  30. 


FIGUREXERKLARTIxNG 

1.  Candona  devexa.  cT  Zvveite  An  t.  280  :  1. 

»  »        çj'  Taster  des  r.  Kieferfusses.  170  :  1. 

»  »        cT       »         »    1-           »            170  :  1. 

»  »    $  Furka  und  Abdominalanhang.  170  :  1. 

»  »   J'   Furka.  180  :  1. 

))  Stiuleri.  d"  Zweite  Ant.  280  :  1. 

»  »        cf  Taster  des  r.  Kieferfusses.  170  :  1. 

»  «        d'       «       »    1.             »           170  :  i. 

»  »        Zweites  Beinpaar.  170  :  1. 

))  )>         9  Furka.  100  :  1. 

»  »        6'  Furka.  100  :  1. 

»  neglecta.  çj'  Zweite  Ant.  280  :  1. 

»  »        Mandibulartaster.  280  :  1. 

»  »        cj'  Taster  des  1.  Kieferfusses.  170  :  1. 

»  »        (J'       »        »    r.          »            170  :  1. 

»  »        Zweites  Beinpaar.  170  :  1. 

))  »        cî"  Furka.  170  :  1. 

))  0         9  Furka.  170  :  1. 

19.  Darwinula  Slevensoui .  9  Zweite  Ant.  280  :  1. 

20.  »  »         Mandibel.  380  :  1. 

21.  »  »         Ende  des  Mandibulartasters.  640  :  1. 

22.  »  >)         Zweites  Beinpaar.  280  :  1. 

23.  »  »        .Stirne  mit  OberUppe.  280  :  1. 


/?«■  .&/.S.V  Je  Z<w/  T6'.  0i>û. 


N.JÛ 


A  Aûbu/pu^nn,.  dii^. 


A,  Kaufmann ._  Cyprididae. 

Imp  JulK.BeyiC».  Genève 


TAFEL  31. 


FIGURENERKLARUNG 

Fig.     1.  Cl/pris  ornata.  41  :  1. 
»        2.       »  »       41  :  1. 

3.  »  »       Schliessmuskeleindriicke.  100  :  1. 

4.  »  »       Zweites  Beinpaar.  270  :  1. 
0.        »  >)       Furka.  100  :  1. 

6.  Candona  Protzi.  cf  SI  :  1. 

7.  .)  »  d"  ol  :  1. 

8.  »  »  9  51  :  1. 

9.  »  »  Schliessmuskeleindriicke.  100  :  1. 
lu.  »  »  cT  Zweite  Antenne.  380  :  1. 

11.  »  «  Mandibulartaster.  380  :  1. 

12.  »  »  cf  Taster  des  1  Kieferfusses.  170  :  1, 

13.  »  .)  cT       »       »     r  »            170  :  i. 

14.  »  ))  Zweites  Beinpaar.  280  :  1. 

15.  »  »  cf  Furka.  170  :  1. 

16.  »  »  Kopulationsapparat.  170  :  1. 

17.  Kandonopsis Kinf/sleii .  Kopulationsapparat.  170 

18.  Candona  compressa.  »  100 

19.  »  marchica.  »  180 

20.  »  pnbescens.  »  100 

21.  »  neqlecta.  »  100 

22.  »  devexa.  »  100 

23.  »  Studeri.  »  100 

24.  Cypria  exsculpta.  »  270 

25.  fltjoci/pris  lacustris.  »  170 

26.  Cypris  affinis.  51  :  1. 


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A  Kou/ffumn  tid 


A.  Kaufmann.-  Cyprididae. 


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EXPLICATIO.N  DE  LA  PLANCHE  32 

Fi^^  1.   Ui/alinia  cellaria.  Peau  du  dos,  vue  de  champ,  sur  le  frais.  Le  trait 

rouge  circonscrit  la  région  où  se  trouvent  les 
phylacites  ;  les  points  rouges  indiquent  des 
cryptes  épithéliales.  Gross.  o  fois. 

»     2.         »  »        Coupe  transversale  de  l'animal  entier  ;  a^  couche 

des  phylacites  (en  rouge)  ;  h,  cryptes  épithé- 
liales. Gross.  18  fois. 

»     3.         »  »        Coupe  transversale  de  la  peau  du  dos  ;  a,  phy- 

lacite  (en  rouge)  ;  6,  épithélium  externe  ; 
c,  pigment;  d,  masse  musculo-conjonctive. 
Gross.  70  lois. 

»     4.         »  »        Peau  du  dos,  vue  de  champ  ;  l'épithélium  externe 

est  enlevé  ;  a,  phylacite  ;  h,  pigment.  Gross. 
70  fois. 

»     5.         »  »        Peau  du  dos,  vue  de  champ;  l'épithélium  externe 

est  enlevé.  On  voit  o  phylacoblastes  ayant 
expulsé  leur  phylacite;  a.  noyau  du  phylaco- 
blaste  ;  b,  déchirure  par  laquelle  est  sortie  le 
phylacite.  Gross.  170  fois. 

»     6.         »  »        Coupe  optique  longitudinale  (schématisée)  d'une 

tige  de  phylacite;  a.  tige;  b  et  c,  lambeaux 
des  couches  concentriques  formant  la  tête  du 
phylacite.  Gross.  320  fois. 

»     7.         »         cheliella.  Tète  d'un  phylacite  complètement  séparé  de  sa 

tige.  Gross.  235  fois. 

»     8.         »  »        Phylacite  encore  contenu  dans  le  phylacoblaste  ; 

«.  partie  qui  deviendra  la  tète  du  phylacite  ; 
b;  partie  qui  formera  la  tète  ;  c,  vésicules  pi- 
riformes  dont  les  cols  ne  sont  pas  encore  for- 
més; (l,  membrane  cellulaire;  e,  vacuole. 
Gross.  300  fois. 

»     9.         »         cellaria.  Phylacoblaste  contenant  un  phylacite  déjà  formé 

''a)  et  un  autre  (b)  en  voie  de  formation  ;  c, 
vacuole;  cl,  noyau.  Gross.  390  fois. 

»  10.         »         cheliella.  Portion  d'une  coupe  transversale  de  la  peau  du 

dos  montrant  un  phylacite  émergeant  de  l'épi- 
thélium. La  paroi  de  la  cellule  f'pj  est  déchirée; 
a,  tète;  b,  tige;  c,  vésicule piriforme  ;  d,  va- 
cuole ;  e,  membrane  cellulaire  ;  f,  épithélium 


externe.  La  décoloration  a  été  poussée  jusqu'à 

ce  que  les  vésicules  piriformes  seules  restent 

colorées.  Gross.  .300  fois. 
Fig'.  1 1 .    Hi/alinia  ceUuria.   Pliylacoblaste  en  dégénérescence.  Gross.  400  fois. 
»   12.         »  »        Phylaci  te  expulsé;  a^.  tète;  è..  tige  ;  Cj  vésicules 

piriformes.  Gross.  280  fois. 
»   13.         »  «        Phylacoblaste,  sur  une  coupe;   a,  phylacite;  b, 

vacuole  ;  c,  noyau  ;  d.  cellule  conjonctive  ; 

e,  épithélium  externe  ;    f,  pigment.  Gross. 

390  fois. 
»   14.         »         cA^'/^VZ/rt.  Phylacite  expulsé;  rt^  tète  ;  b,{\^e,;  c,  cols  des 

vésicules  piriformes.  Gross.  300  fois. 
»   15.         »         cellaria.  Phylaciteexpulsé;  a, tète;  è^ tige.  Gross.  170 fois. 
»   16.         »  »        Phylacite  expulsé  ;  «^  tète  ;  6,  tige  ;  c,  vésicules 

piriformes.  Gross.  280. 


Rcv.  SuLsse.  de  Zool.  T.  8.  1.900. 


PL  32. 


Tixf.l. 


Fiff.6. 


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E.  André  .    HDyaliiiia 


TAFEL  33. 
FIGUREx\ERKLÀRUXG 

Fig.     1.  Samenleiter  von  Bichœta  sanguinea  n.  g.  n.  sp. 
»      2.  Ventrale  Borsten  von  Embolocephalus plicatus  Rdph.  var.  pectinata. 
»      3.  Dorsale  »  »  »  »  » 

»      4.  Dorsale  Hakenborsten  von  Tubifcx  filiformis  n.  sp. 
»      5.  Gehirn  .   .   .     \on  Fridericiapolijchœta  n.  sp. 
»      6.  Nephridium         »  » 

»      7.  Samentrichter     »  » 

»      8.  Giirtel  .   .   .     von  Fridericia  clitellaris  n.  sp. 
»      9.  Gehirn  »  » 

»  10.  Samentrichter     »  » 

»  11.  Spermatheken    >>  » 

»  12.  Spermatheken  von  Fridericia  Ratzeli  Eis. 

»  13.  Gehirn  »  » 


Ra-  Suisse  de  Zoi^/.  T.  (S\ .  /^ÛO. 


PU3. 


K.BreCscker,  dely^ 


K.Bretscher.  Oli^ochàten, 


Imp,  Jules  Rey  &  C^*-  Genève. 


KIYIË  mm  DE  ZOOLOGIE 


DE   LA 


r  f 


SOCIETE     ZOOLOGIQUE    SUISSE 

ET   DU 

MISÉE  DHISTOIRE  l^ATLIIELLE  DE  GEAÈVE 

PUBLIÉES     SOUS     LA     DIRECTION'    DE 

Maurice  BEDOT 

DIRECTEUR    DU    MUSEE    D 'HISTOIRE    NATURELLE 
SEUR    EXTRAORDINAIRE    A    l'l'NI 

AVEC    LA    COLLABORATION    DE 

MM.  les  Professeurs  E.   Béraneck  (Neuchâtel),   H.   Blanc  (Lausanne), 

A.  Lang  (Zurich),  Th.  Studer  (.Berne),  E.  Yung  (Genève) 

et  F.  ZscHûKKK  (Bâle) 

ET   DE 

MM.  V.  Fatio,  p.  de  Loriol,  A.  Pictet  et   H.    de   Saussure 

Membres  de  la  Commission  du  Musée  d'Histoire  naturelle  de  Genève. 


TOME  8 

Avec    33    planches. 


GENEVE 

IMPRIMERIE    W.    KUNDIG    &    FILS,    RUE    DU    VIEUX-COLLÈGE,    4. 

1900 


TABLE  DES  MATIÈRES 

A.  Kaufmann.  Cypriden  und  Darwinuliden  der  Schweiz,  mit  Tafel  15  à  31. 

E.  André.  Organes  de  défense  tégumentaires  des  Hijaliniaj  avec  la  planche  32. 

K.  Bretscher.  Siidschweizerische  Oligochœlen,  mit  Tafel  33. 

J.  Roux.  Note  sur  les  Infusoires  ciliés  du  lac  Léman. 

V.  FvTio.  Deux  petits  Vertébrés  noiiveaux  pour  la  Suisse.  {Sorex  pigmœus 

Pall.  et  Rana  grœca  iioul.)  et  quelques  intéressantes  variétés. 
E.  Penard.  Essais  de  mérotomie  sur  quelques  Diiïlug'ies. 


CONDITIONS  DE  PUBLICATION  ET  DE  SOUSCRIPTION 

La  Revne  Suisse  de  Zoologie  paraît  par  fascicules  sans  nombre 
déterminé  et  sans  date  fixe,  mais  formant  autant  que  possible  un 
volume  par  année. 

Les  auteurs  reçoivent  gratuitement  50  tirages  à  part  de  leurs 
travaux.  Lorsqu'ils  en  demandent  un  plus  grand  nombre,  ils  leur 
sont  livrés  au  prix  de  revient,  à  la  condition,  cependant,  de  ne 
pas  être  mis  en  vente. 

Le  prix  de  souscription  est  fixé  à  40  fr.  par  volume,  pour  la 
Suisse,  et  à  43  fr.  pour  les  autres  pays  de  l'union  postale. 

Les  demandes  d'abonnement  doivent  être  adressées  à  la  rédac- 
tion de  la  Eevue,  Musée  d'Histoire  naturelle,  Genève. 


La  Revue  Suisse  de  Zoologie  est  en  dépôt  chez  MM.  Friedlàuder,  libraires, 

Carlstrasse,  11,  Berlin  N.  W. 


Toino  1.   tHiili.  Avec  17  planelit^^. 

M.  Bedot.  Camille  Pictet.  Noto  iiécrolooi(iue.  —  G.  Pictet.  Ilydraires  de  la  baie 
d'Amboine,  avec  3  pi.  —  E.  Béraxeck.  Embryogénie  et  histologie  de  l'œil  des 
Alciopidcs,  avec  1  pi.  —  A.  Locard.  Les  Dreissensia  du  système  européen,  avec 
3  pi.  —  G.  Emery.  Formicides  de  l'Archipel  Malais,  avec  1  pi.  —  M.  Bedot. 
Révision  de  la  Famille  des  Forskaliâx.  —  E.  Bérankck.  Embryogénie  de  la 
glande  pinéale  des  Amphibiens,  avec  3  jil.  —  H.  de  Saussure.  Revision  de  la 
tribu  des  Hétérogamiens.  —  E.  Simon.  Arachnides  de  l'Archipel  Malais.  — 
G.  DU  Plessis.  Organisation  et  genre  de  vie  de  VEmea  lacuslris.  Némertien  des 
environs  de  Genève,  avec  1  pi.  —  P.  de  Loriol.  Eehinodeiines  de  la  baie  d'Amboine, 
avec  3  pi.  —  E.  André.  Anatomie  et  physiologie  des  Ancylus  lacustris  et  fluvia- 
tilis,  avec  1  pi.  —  E.  Béraneck.  Organe  auditif  des  Alciopides,  avec  1  pi. 


ToiiiP  2.  18î>4.  Av«c  24  plaiicht».**  et  1  portrait. 

M.  Bedot.  Hermanii  Fol,  sa  vie  et  ses  travaux,  avec  1  portrait.  —  L.  Joubin 
Céphalopode^  d'Amboine,  avec  4  pi.  —  A.  Locard.  Les  Bytlùnia  du  système 
européen,  avec  2  pi.  —  L.  Zehntner.  Crustacés  de  l'Archipel  Malais,  avec  3  pi. 
—  0.  FuHRMANN.  Die  Turbellarien  der  Umgebung  von  Basel.,   avec  2  pi.  — 

E.  André.    Recherches  sur   la  glande  pédieuse  des   Pulmonés,   avec   2  pi.    — 

F.  ZscHOKKE.  Die  Tierwelt  der  .Juraseen,  avec  1  pi.  — •  E.  Béraneck.  Quelques 
stades  larvaires  d'un  Chétoptère,  avec  1  pi.  —  H.  de  Saussure  et  L.  Zehntner. 
Notice  morphologique  sur  les  Gryllotalpiens,  avec  2  pi.  —  M.  Jaquet.  Recherches 
sur  la  vessie  natatoire  des  Loches  d'Europe,  avec  1  ])1.  —  K.  Kampmann.  Ueber 
das  Vorkommen  von  Klappenapparaten  in  den  Excretionsorganen  der  Trematoden, 
avec  2  pi.  —  M.  Bedot.  Note  sur  une  larve  de  Vélelle,  avec  1  pi.  —  P.  de  Loriol. 
Notes  pour  servir  à  l'étude  des  Echinodermes,  avec  3  pi. 


Tome  3.   1  8»»-S)«.  Avec  18  plaiiclie$«. 

H.  de  Saussure  et  L.  Zehntner.  Revision  de  la  tribu  des  Perisph?eriens,  avec 
1  pi.  —  A.  BiENZ.  Uermatemys  Mavii,  Eine  osteologische  Sudie  mit  Beitrâgen 
zur  Kenntnis  vom  Baue  der  Schildkrôten,  avec  2  pi.  —  E.  Béraneck.  Les 
Chétognathes  de  la  Baie  d'Amboine,  avec  1  pi.  —  Th.  Stingelin.  Die  Cladoceren 
der  Umgebung  von  Basel,  avec  4  pi.  —  R.  Kœhler.  Echinodermes  de  la  Baie 
d'Amboine  (Holothuries  et  Crinoides).  —  J.  Keller.  Turbellarien  der  LTmge- 
buug  von  Zurich.  —  H.  de  Saussure.  Revision  de  la  tribu  des  Pauesthiens  et 
de  celle  des  Epilami3riens,  avec  1  pi.  —  P.  de  Loriol.  Supplément  aux  Echino- 
dermes de  la  Baie  d'Amboine,  avec  2  pi.  —  M.  Bedot.  Les  Siphonophores  de  la 
Baie  d'Amboine  et  Revision  des  Agalmidx,  avec  1  pi.  —  F.  Kœnike.  Neue 
Sperchon  Arten  ans  der  Schweiz,  avec  1  pi.  —  E.  André.  Le  pigment  mélanique 
des  Limnées.  —  0.  Fuhrmann.  Beitrag  zur  Kenntnis  der  Vogeltsenien,  avec 
1  pi.  —  L.  Joubin.  Note  complémentaire  sur  un  Céphalopode  d'Amboine.  — 
J.  Barrois,  Développement  des  Chelifer,  avec  3  pi.  —  K.  Bretscher.  Die  Oligo- 
chseten  von  Ziirich.  —  M.  Bedot.  Note  sur  les  cellules  urticantes,  avec  1  pi. 


Tome  4.  1896-97.  Avec  21  planches. 

E.  de  Ribaucourt.  Etude  sur  la  faune  lombricide  de  la  Suisse,  avec  3  pi.  — 
0.  Fuhrmann.  Beitrag  zur  Kenntnis  der  Vogeltsenien,  avec  1  pi.  —  P.  de  Loriol. 
Notes  sur  quelques  Brachiopodes  crétacés,  recueillis  par  M.  Ernest  Favre  dans 
la  chaîne  centrale  du  Caucase  et  dans  le  néocomien  de  la  Crimée,  avec  2  pi.  — 
E.  Riggenbach.  Das  Genus  Iclithyotœnia,  avec  3  pi.  —  H.  de  Saussure.  Note 
supplémentaire  sur  le  genre  Hemimerm,  avec  1  pi.  —  E.  Yung.  Observations 
sur  le  Strongylus  retortsefonnis,  avec  1  pi.  —  A.  Kaufmann.  Die  Schweizeri- 
schen  Cytheriden,  avec  4  pi.  —  R.  Bergh.  Eolidiens  d'Amboine,  avec  1  pi.  — 
E.  André.  Mollusques  d'Amboine,  avec  1  pi.  —  H.  de  Saussure.  Revision  du 
genre  Tridactylus.  —  E.  Topsent.  Spongiaires  de  la  Baie  d'Amboine,  avec  4  pi.  — 
0.  Fuhemann.  Recherches  sur  la  fiiune  des  lacs  alpins  du  Tessiu. 


Tomo  5.   f  H9T-98.  Avec  25  planches. 

L.  Hausmanîj.  Ueber  Trematodeu  der  Siisswasserfisclie,  avec  1  pi.  —  H.  Meyer. 
Untersiichungen  iiher  einige  Flagellaten,  avec  2  pi.  —  E.-F.  Webek.  Notes  sur 
quelques  mâles  de  lîotateurs,  avec  1  pi.  —  E.  Simon.  Matériaux  pour  servir  à  la 
Faune  arachnologique  de  la  Suisse.  —  0.  P'uhrmann.  Sur  un  nouveau  Ténia 
d'Oiseau,  avec  1  pi.  —  G.  bu  Plessis.  Turbellaires  des  cantons  de  Vaud  et  de 
Genève.  —  P.  de  Loriol.  Notes  pour  servir  à  l'étude  des  Ecbinodermcs,  avec 
3  pi.  —  E.  André.  La  fossette  triangulaire  caudale  des  A  rions,  avec  1  fig. 
—  H.  DE  Saussure.  Analecta  entomologica.  I.  Orthopterologica,  avec  '1  pi.  — ^ 
H.  StJTER.  Verzeichnis  der  Mollusken  Ztiriclis  undUmgebung.  —  E.-F.  Weber. 
Faune  rotatorienne  du  bassin  du  Lémai;,  avec  16  pi.  —  H.  de  Saussure.  Ana- 
lecta entomologica.  I.  Ortbopterologica.  Appendice. 


Tome  6.   1899.   .\vec    14  planches. 

M.  Juge.  Recherches  sur  les  nerfs  cérébraux  et  la  musculature  cépbalique  de  Si- 
lurus  glanis,  avec  3  pi.  —  R.  Kœhler.  Sur  les  Echinocardium  de  la  Méditer- 
ranée et  princi|)alement  sur  les  Ech.  flavescens  et  viediterraneum,  avec  1  pi.  ^ 
W.  VoLZ.  Statistischcr  Beitrag  zur  Kenutiiiss  des  Vorkommens  von  Nematoden 
in  Vôgeln.  —  H.  Rothenbuhler.  Ein  Beitrag  zur  Kenntnis  der  Myriapodenfauna 
der  Schweiz.  avec  3  pi.  —  J.  Cap>l.  Ûber  scliweizerische  CoUembola,  avec  2  pi.  — 
A.  Gr^ter.  Les  Harpacticides  du  Val  Piora,  avec  1  pi.  —  K.  Bretsher.  Beitrag 
zur  Kenntnis  der  Oligochaeten-Fauna  der  Schweiz.  Mit  Textfiguren.  - — E.André. 
Anomalie  de  l'appareil  génital  mâle  chez  la  Sangsue.  —  G.  Surbeck.  Die  Mollus- 
kenfiiuna  des  Vierwaldstàttersees,  avec  2  pi.  —  J.  Roux'.  Observations  sur  quel- 
ques Infusoires  ciliés  des  environs  de  Genève,  avec  2  pi. 


I 


Tome  7.   1899-1900.   Avec  23  plaiiehes. 

E.  Penard.  Les  Rhizopodes  de  Faune  profonde  dans  le  lac  Léman,  avec  9  pi.  — 
H.  Kr^mer.  Die  Haustierfundc  von  Vindoriissa  mit  Ausblicken  in  die  Rassenzucht 
des  klassischen  Altertums,  avec  1  pi.  et  19  fig.  —  C.  Miethe.  Asellus  cavaticus 
Schiôdte.  Ein  Beitrag  zu  Hôhlenfauna  der  Schweiz,  mit  3  Tafeln .  —  M.-G.  Peracca. 
Reptiles  et  Batraciens  de  l'archipel  Malais,  avec  1  pi.  —  F.  Silvestri.  Diplopodes  de 
l'archipel  Malais  avec  1  pi.  —  A.  Fritze.  Orthoptères  de  l'archipel  Malais,  avec  1  pi. 
—  0.  FuHRMANN.  Deux  singuliers  Ténias  d'Oiseaux,  avec  1  pi.  —  G.  Burckhardt. 
Faunistische  und  systematische  Studien  ûber  das  Zooplankton  der  grôsseren  Seen 
der  Schweiz  und  ihrer  Grenzgebiete,  mit  5  Tafeln.  —  0.  Fuhrmann.  Note  sur  les 
Turbellariés  des  environs  de  Genève,  avec  1  pi. 


Tome  8.   1900.  Avec  33  planches. 

Dr  K.  Bretscher.  Mitteilungen  ûber  die  Oligocbaetenfauna  der  Schweiz,  mit 
Tafeln,  1-3.  —  M.  Auerbach.  Die  Unterkieferdruseu  von  Myoxus  muscardinus 
mit  Tafeln,  4-6.  —  P.  de  Loriol.  Notes  pour  servir  à  l'étude  des  Echinodermes, 
avec  les  i)lanches  6  à  9.  —  C.  Vaney  et  A.  Comte.  Sur  un  Chondracantliide  nou- 
veau parasite  de  Clinus  argentatus  Riss,  avec  la  planche  10.  —  M.  de  Bock.  Le 
corps  cardiaque  et  les  amibocytes  des  Oligochètes  limicoles,  avec  les  planches  11 
et  12.  —  H,  RoTHENBtJHLER.  Zwcïtcr  Beitrag  zur  Kenntnis  der  Diplopodenfauna 
der  Schweiz,  mit  Tafel,  13.  —  T.  Stingelin.  Beitrag  zur  Kenntnis  der  Siiss- 
wasserfauna  von  Celebes.  Entomostraca,  mit  Tafel  14.  —  A.Kaufmann.  Cypri- 
den  und  Darwinuliden  der  Schweiz,  mit  Tafel  15  à  31.  —  E.  André.  Organes  de 
défense  téguinentaires  des  llyalinia,  avec  la  plaïudie  32.  —  K.  Bretscher.  Siid- 
schweizcrische  Oligochœten,  mit  Tafel  33.  —  J.  Roux.  Note  sur  les  Infusoires  du 
lac  Léman.  —  V.  Fatio.  Deux  petits  Vertébrés  nouveaux  pour  la  Suisse  (Surex 
pigmœus  Pall.  et  Eana  grœca  Boul.)  et  quelques  intéressantes  variétés.  —  E.  P^e- 
nard.  Essais  de  mérotomie  sur  quelques  Ditllugies. 


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